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Luca Bruno 

20.4.2017, 04:50 Uhr

Der neue «Sounds!»-Moderator – ein Kind des illegalen Internets

20.4.2017, 04:50 Uhr

Der neue «Sounds!»-Moderator Luca Bruno will sein Publikum überraschen. Auf lokalpatriotische Unterstützung des Baslers sollten lokale Bands aber nicht zählen. Von

Nils Fisch: Luca Bruno, der Neue bei «Sounds!»: «Wir brauchen Ideen, was eine Radiosendung kann, das Soundcloud oder Spotify nicht können.»

Luca Bruno, der Neue bei «Sounds!»: «Wir brauchen Ideen, was eine Radiosendung kann, das Soundcloud oder Spotify nicht können.» (Bild: Nils Fisch)

Der Generationenwechsel bei Radio SRF 3 ist vollzogen. Letzten Monat verabschiedete sich mit Urs Musfeld nach François Mürner, Christoph Schwegler, Martin Schäfer und Christoph Alispach der letzte Basler Radiopionier.

Das Netz ist voll von Laudationen an die alte Garde, die beim ehemals «amtlich bewilligten Störsender» die Musik-Specials geprägt hatten. Über den neuen «Sounds!»-Moderator Luca Bruno findet man bei einer Google-Suche dagegen fast nur falsche Fährten: ein italienischer Fussballprofi, ein amerikanisches Football-Talent und ein Modelabel verdrängen ihn von den Topplätzen. «Und wer nach Fotos sucht, findet die von einem Fotografen gleichen Namens», lacht der Basler Bruno.

Dabei ist bessere Webpräsenz ein Hauptthema, das Bruno ins neue «Sounds!»-Team einbringen will: «Wir brauchen Ideen, was eine Radiosendung kann, das Soundcloud oder Spotify nicht können.» Der 28-Jährige gehört zur Generation der Digital Natives, nennt sich selbst «Kind des illegalen Internets», dem Napster in Teenagertagen die musikalische Sozialisation vereinfachte.

«Wenn grossartige Bands vor 30 Leuten spielen mussten, setzte es am nächsten Tag böse Mails an alle, die beim Konzert gefehlt hatten.»

Bevor rechtschaffene Musikkäufer die Kommentarspalten mit Schmähungen über ein solch schändliches Verhalten für einen «Sounds!»-Moderator füllen: Wenn man im Web doch noch Fotos von Bruno gefunden hat, sieht man ausser seinen Zehen nur Regale voll mit Vinyl-Platten. «Parallel zum Downloaden habe ich immer Alben gekauft. Was ich liebe, will ich physisch in Händen halten.»

Und das am liebsten auf Vinyl, weil er schon früh als DJ auflegte, «aber nur als Hobby». Seine Radiokarriere startete er 2009 beim lokalen «Sounds!»-Pendant, der Sendung «Mainstream» auf Radio X. «Damals ging es bei der Musik für mich um Leben und Tod. Ich litt richtig, wenn grossartige Bands vor 30 Leuten spielen mussten. Dann setzte es am nächsten Tag böse Mails an alle, die beim Konzert gefehlt hatten.»

Eine kleine Lebenskrise führte fünf Jahre später dazu, dass er das Radio zum Beruf machte: «Nach 14 Semestern Studium hatte ich genug von Geschichte und vor allem den Medienwissenschaften. Wie Filme an der Uni besprochen wurden, war für mich als Kino- und TV-Nerd der Horror.» Er spürte: «Ich muss was mit meinem Leben anfangen», und bewarb sich bei SRF Virus.

Seit drei Jahren moderiert Bruno dort das Vorabendprogramm. Sein Spezialgebiet sind TV-Serien und Musik. Ist das nun sinnvoller als die Seminare an der Uni? «Zumindest verschafft es mir eine grössere innere Befriedigung», so Bruno.

«Besprechungen werden erst dann richtig spannend, wenn man das Werk in einen Zusammenhang setzen kann.»

Neben der Moderation schreibt er auch Beiträge für die Virus-Webpage: «50/50», schätzt er die Rollenteilung ein. Früher verfasste er Beiträge für den Schlaglicht-Kulturblog der «Basler Zeitung». Schreiben hilft auch beim Moderieren. «Durch das Verfassen der Webvorankündigung der Sendung lernt man, wie man für Beiträge die Aufmerksamkeit des Publikums holt, das nicht einfach eh schon zuhört.»

Wobei Vorankündigungen – eigentlich nerven ihn die: «Da der Platz für Musik in den Medien schrumpft, werden Alben und Konzerte nur noch im Vorfeld angepriesen, aber nichts wird wirklich besprochen. So bleibt es immer positiv und wird nie kritisch.» Man will den Konsumenten nichts zumuten. Auch für die Bands bringt das Nachteile. Sie müssen immer eine frische Story bieten, die erzählt werden kann, statt dass die Musik besprochen wird.

Darum haben neue Bands mehr Medienecho. Nach drei, vier Platten gibt es rundum nichts mehr Neues zu erzählen, gerade bei Bands, die nicht auf die Öffentlichkeit, sondern ihre Kunst fokussieren. «Dabei werden Besprechungen erst dann richtig spannend, weil man das neue Werk in einen Zusammenhang setzen kann.» Doch leider tauchen Bands erst wieder auf dem Medienradar auf, wenn sie mit dem zehnten Album quasi offiziell Kultstatus haben.

Luca Bruno, «Sounds!» Moderator

«Momentan begeistern mich in Basel nur DJs, wie etwa Audio Dope. Luzern, Bern und Zürich haben grad interessantere Bands.» (Bild: Nils Fisch)

«Musik ist keine Nebensache oder reine Unterhaltung. Sie verdient es, ernster genommen zu werden.» Da sieht Bruno auch die Stärke von «Sounds!» gegenüber Spotify und Soundcloud: «Wir kuratieren Musik und liefern Zusatzinformation. Der Algorithmus kann dir zwar unendlich viel Musik liefern, die deinem Geschmack entspricht, aber nicht mit Neuem überraschen, das in dem Zusammenhang eben doch passt.»

Bruno will Menschen zur Musik bringen. Bei aller Liebe zum Film und anderen Künsten bleibt sie für Bruno in ihrer Einfachheit das emotional und physisch bewegendste Kulturgut: «Oder hast du mal Menschen vor einem Bild oder im Kino tanzen sehen?» Hassmails verschickt er heute keine mehr. Als Radiokritiker kann er für seine Leidenschaft andere Wege nutzen. «Ich disse noch immer und durchaus gerne, wenn es Gründe gibt.»

Basler Bands sollten nicht darauf zählen, nun einen lokalen Fürsprecher beim nationalen Sender zu haben: «Momentan begeistern mich in Basel nur DJs, wie etwa Audio Dope. Luzern, Bern und Zürich haben grad interessantere Bands.» Ob das stimmt, lässt er selbst offen. «Bei Musikkritik gibt es kaum handwerklich klare Kriterien für gut oder schlecht.» Es geht mehr um Meinung. Musik als ursprünglichste und persönlichste aller Kulturformen ist immer subjektiv: «Alpenrocker Andreas Gabalier und DJ Bobo bewegen emotional wahrscheinlich mehr Menschen als die meiste Musik, die ich liebe.»

Der Bass steht im Keller

Doch wer derart für etwas lebt: Ist da Zuhören und Moderieren befriedigend genug, will Bruno nicht auch selber musizieren? «Ich bin total unmusikalisch und besitze auch keinerlei Rhythmusgefühl», winkt er resigniert ab. Trotzdem kaufte er sich mit 16 Jahren einen Fender Bass mit Amp. Dreimal angefasst, steht er seither im Keller. «Aber irgendwie habe ich noch dieselbe Hoffnung, wie wenn ich im Joggeli sitze und träume, plötzlich als Talent entdeckt zu werden und doch noch eine Profikarriere zu starten.»

Den italienischen Fussballprofi mit dem gleichen Namen wird er wohl nicht aus der Hitliste drängen. Doch das Profil des neuen «Sounds!»-Moderators wird immer schärfer.

––
«Sounds!», Montag–Freitag, 22–24 Uhr auf SRF 3. 

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Jo75

    am 20.04.2017, 18:31

    Wenn man dem Tagesprogramm von SRF 3 lauscht, weiss frau und man ja, dass da Entwicklungsbedarf besteht. Dass gewisse CH Bands in der Regel erst in der CH gespielt werden, wenn sie im Ausland Erfolg haben, wissen wir ja alle längst schon. Ein bisschen Lokalpatriotismus wäre also wünschenswert. Er wird Bands jedoch nicht beurteilen, ob sie aus London, San Sebastian, Seattle, Zürich, London oder eben Basel kommen. Basler MusikerInnen werden Luca weiterhin mit Sound eindecken. Ich bin froh,... mehrWenn man dem Tagesprogramm von SRF 3 lauscht, weiss frau und man ja, dass da Entwicklungsbedarf besteht. Dass gewisse CH Bands in der Regel erst in der CH gespielt werden, wenn sie im Ausland Erfolg haben, wissen wir ja alle längst schon. Ein bisschen Lokalpatriotismus wäre also wünschenswert. Er wird Bands jedoch nicht beurteilen, ob sie aus London, San Sebastian, Seattle, Zürich, London oder eben Basel kommen. Basler MusikerInnen werden Luca weiterhin mit Sound eindecken. Ich bin froh, hat der Musik-Aficionado Luca diesen Job bekommen hat und hoffe, dass er viele Akzente setzen kann.
    Danke für diesen Artikel, Olivier

  2. Adriana Meier

    am 21.04.2017, 09:28

    Ich sehe auf seinem Instragram Account hauptsächlich Essen.

Informationen zum Artikel

20.4.2017, 04:50 Uhr

Der neue «Sounds!»-Moderator – ein Kind des illegalen Internets

Text

Text:

  • 31.08.2016 um 12:54
    Zum Artikel: Die Trackbike-Premiere in Riehen ist zu hip für die Basler Fixie-Szene

    Bahnvelo habe ich gerne schon zu Beginn verwendet – mit Hip-Anhang. Dann aber auch die anderen Ausdrücke verwendet, weil Track Bike und Fixie heute doch viel geläufiger sind. Ausserdem assoziieren mit Bahnrad noch viele die Mietvelos der SBB. Zumindest...

  • 16.08.2012 um 20:45
    Rebellen am Ball
    Zum Artikel: Was weiss man über Fussball?

    Grossartige Doku! Top drei meiner liebsten Fussballfilme. Cantona ist übrigens auch Ambasador für den Homeless Wolrd Cup. http://www.youtube.com/watch?v=oUsDR-3UGBg

  • 29.11.2011 um 12:06
    basel in miami
    Zum Artikel: Wo Basel nur noch ein Wort ist

    ...da ist noch ne ausstellung von und mit baslern: http://www.ping-pong-basel.ch/

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