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Bank J. Safra Sarasin 

6.11.2014, 17:00 Uhr

Basler Bank gibt sich nachhaltig – investiert aber in zerstörerische Palmöl-Produktion

6.11.2014, 17:00 Uhr

Die Basler Privatbank J. Safra Sarasin rühmt sich für ihre nachhaltigen Investments. Doch in Indonesien beteiligt sie sich mit 400 Millionen Franken an einem Unternehmen, das für die umfangreiche Zerstörung von Regenwald verantwortlich gemacht wird. Von

Alejo Sabugo – IAR Indonesia: Zerstörerische Palmöl-Produktion: Helfer retten einen Orang Utan aus einem gerodeten Waldgebiet auf der Insel Borneo. Die Affen flüchten vor den Motorsägen auf die letzten Bäume, wo sie keine Nahrung mehr finden.

Zerstörerische Palmöl-Produktion: Helfer retten einen Orang Utan aus einem gerodeten Waldgebiet auf der Insel Borneo. Die Affen flüchten vor den Motorsägen auf die letzten Bäume, wo sie keine Nahrung mehr finden. (Bild: Alejo Sabugo – IAR Indonesia)

Die Banker von der Basler Elisabethenstrasse sind wählerisch, worin sie ihr Geld investieren. So steht es im Nachhaltigkeitskonzept der Privatbank J. Safra Sarasin. Ganze Branchen meiden sie demnach: Kernenergie, Rüstungsgüter, Agrochemikalien, Gen-Landwirtschaft und viele mehr. Ja, sogar Pornografie steht bei der Hausbank der sensiblen Basler Geldelite auf dem Index. 

48,5 Milliarden Franken Kundenvermögen steckt die Bank in nachhaltige Beteiligungen, damit sei sie Marktführerin in der Schweiz, kommentiert sie nicht ohne Stolz die Entwicklung ihrer Nachhaltigkeitsfonds. Eine neue Studie des evangelischen Hilfswerks Brot für alle stellt die Aufrichtigkeit dieses Bekenntnisses nun infrage.

Der Palmöl-Produzent von der schwarzen Liste

Brot für alle hat öffentlich zugängliche Finanzdaten zu den wichtigsten Schweizer Banken ausgewertet und nach Beteiligungen an Firmen gescannt, die «Land Grabbing» betreiben oder für massive Abholzungen verantwortlich sind. Land Grabbing meint die illegale oder nicht legitime Aneignung von Land, zumeist durch Konzerne in Entwicklungsländern.

J. Safra Sarasin schneidet bei dieser Aufstellung gemeinsam mit der Grossbank Credit Suisse am schlechtesten ab. Das liegt an einer substanziellen Beteiligung über 404 Millionen Franken am malaysischen Unternehmen IOI. Der Palmöl-Produzent steht seit Jahren auf der schwarzen Liste von Umweltschützern. Der norwegische Pensionsfonds, mit 700 Milliarden Dollar Kapital einer der schwergewichtigsten der Welt, hat deshalb 2013 sämtliche Beteiligungen an IOI abgestossen.

Investiert in die indonesische Palmöl-Produktion: Basler Privatbank J. Safra Sarasin.

Investiert in die indonesische Palmöl-Produktion: Basler Privatbank J. Safra Sarasin. (Bild: Keystone)

Besonders ruchlos geht das indonesische Partner-Unternehmen von IOI Bumitama zu Werke. Ohne jede Bewilligung hat Bumitama im Westen der Insel Borneo Tausende Hektare Regenwald gerodet und Palmöl-Plantagen angelegt. Für die Plantage wurden tief in ein Naturschutzreservat hinein Wald geschlagen und Moorland trocken gelegt.

Das Reservat ist ein Rückzugsgebiet für den vom Aussterben bedrohten Orang Utan. Nachdem zahlreiche tote Menschenaffen aufgefunden wurden und weiterere ausgehungerte Tiere gerettet werden konnten, leitete die lokale Polizei Ermittlungen ein. Als Folge auf einen öffentlichen Aufschrei versprach das Unternehmen, das Waldgebiet nicht mehr anzutasten. Satellitenbilder der von der EU-Kommission unterstützen NGO Friends of the Earth Europe belegen indes, dass der Raubbau unvermindert weiterging. 

Raubbau im Indigenenland

Im malaysischen Teil der Insel Borneo wurde eine andere Partnerfirma von IOI mehrfach gerichtlich dafür verurteilt, die Rechte des indigenen Volkes der Dayak systematisch zu verletzen, indem sie deren angestammtes Land zu Palmöl-Plantagen umwandelt.

Auch mit ihren eigenen Angestellten springt IOI unzimperlich um. Die finnische NGO Finnwatch hat illegale Praktiken von IOI umfangreich dokumentiert, da IOI die finnische Raffinerie Neste beliefert. Ausländischen Plantagenarbeiter in Malaysia werden demnach die Pässe abgenommen, sie erhalten weniger Gehalt, als es das gesetzliche Minimum erfordert, und sie dürfen sich keiner Gewerkschaft anschliessen.

Abgeholzter Wald auf Borneo: Der globale Palmöl-Boom kostete allein in Indonesien und Malaysia 3,7 Millionen Hektar Regenwald.

Abgeholzter Wald auf Borneo: Der globale Palmöl-Boom kostete allein in Indonesien und Malaysia 3,7 Millionen Hektar Regenwald. (Bild: Forest Heroes)

Die Liste mit Verstössen, die IOI angelastet werden, liesse sich beliebig fortsetzen. Gleichwohl will die Bank J. Safra Sarasin an der Beteiligung festhalten. Man tue dies auf Anordnung eines Kunden, teilt die Bank auf Anfrage mit. Brot für alle fordert die Bank auf, die «finanzielle Unterstützung des Unternehmens einzustellen». Sarasin mache sich mitverantwortlich für die Abholzung des Regenwaldes und die Gefährdung der Orang Utans.

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Asien, Umwelt & Natur, Bank Sarasin, Tierschutz

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Reaktionen

  1. Wahrsager

    am 7.11.2014, 10:37

    Starker Tobak. Dazu passt im entfernten Sinne die aktuelle Doku über den Umweltfotografen Sebastiao Salgado von Wim Wenders: Das Salz der Erde. Auch die ganze neue "DU"-Ausgabe mit faszinierenden SW-Aufnahmen.

  1. Daniel Hage

    am 6.11.2014, 20:47

    Interessant... Seit wann hat denn "ein Kunde " einer Bank bei der er Kunde ist und nicht etwa (mit)Besitzer, Anordnungen zu erteilen ? Darf das bei der Safra-Sarasin denn JEDER Kunde ?? Ja dann - wärs doch an der Zeit... !

  2. Wahrsager

    am 7.11.2014, 10:37

    Starker Tobak. Dazu passt im entfernten Sinne die aktuelle Doku über den Umweltfotografen Sebastiao Salgado von Wim Wenders: Das Salz der Erde. Auch die ganze neue "DU"-Ausgabe mit faszinierenden SW-Aufnahmen.

Informationen zum Artikel

6.11.2014, 17:00 Uhr

Basler Bank gibt sich nachhaltig – investiert aber in zerstörerische Palmöl-Produktion

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Text:

  • 16.05.2017 um 14:59
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    «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    Dient das geplante Basler Ozeanium dem Meeresschutz? Oder beteiligt sich der Zoo Basel damit nicht viel mehr an der Zerstörung von Korallenriffen? Thomas Jermann, Meeresbiologe und Projektleiter Ozeanium, nimmt Stellung zur Rolle des Basler Zoos im schädlichen Handel mit Wildfischen.

  • 12.05.2017 um 10:27
    Zum Artikel: «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    Wenn Sie auf «Statistikmethode» klicken, erhalten Sie Informationen dazu. Demnach ist es der «fakturierte Preis», wie es heisst. Also der Preis, den der Empfänger einer Sendung bezahlt. Warum Süsswasserfische teurer sind pro Kilo, weiss ich auch nicht....

  • 12.05.2017 um 09:22
    Zum Artikel: «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    1) Die Aussenhandelsstatistik der Schweiz (Swiss-Impex), wobei ich jetzt sehe, dass der Wert sämtlicher lebend importierter Salzwasser-Zierfische für 2016 auf 500'000 Franken veranschlagt wird. 2) Der Verkaufspreis.

  • 09.04.2017 um 14:18
    Zum Artikel: Unerwünschte Quartieroase

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