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Cornelis Bockemühl

Cornelis Bockemühl

Beiträge auf tageswoche.ch: 288

2014-04-03 08:22:30
Der schwache Punkt der direkten Demokratie

Die vielen Kommentatoren, die hier jetzt Gauck angreifen, unterstreichen in meinen Augen seinen Punkt doppelt und dreifach! Die Schönheit der direkten Demokratie liegt darin, dass der Souverän keine "Spielchen spielt". D.h. er stimmt nicht irgendwie taktisch oder strategisch, und wenn er "ja" oder "nein" sagt dann tut er's weil er's so meint, und nicht weil er damit hinten herum etwas ganz anderes erreichen will. Ist doch wunderbar - oder? Das Dumme ist nur, dass man diese Geradlinigkeit auch missbrauchen kann, und das haben uns in letzter Zeit gewisse Politiker vorgeführt. Man schreibt z.B. über die Initiative einen Titel, der mit dem Inhalt überhaupt nichts zu tun hat, und rechnet dann damit, dass die Abstimmenden nur über den Titel und nicht über den Inhalt und die Wirkung diskutieren bzw. abstimmen. Und prompt ist diese Rechnung schon mehrfach aufgegangen! Für mich die klassischen Beispiele für diese Methode sind: "Abzocker-Initiative" und "Masseneinwanderungs-Initiative". Bei denen es einmal darum ging, das "Shareholder-Value"-Prinzip in die Verfassung zu schreiben, und einmal darum, die Bilateralen zum Einsturz zu bringen indem man einen tragenden Pfeiler knickt. Was beides wohl kaum vom Souverän angenommen worden wäre wenn man direkt danach gefragt hätte! Statt dessen wurden Scheindebatten geführt über exzessive Manager-Saläre bzw. über Ausländer, Einwanderung usw. usw. Um die es bei den Initiativen im Kern überhaupt nie gegangen ist: Erstens sind es ja eh die Aktionäre, die auch exzessive Löhne absegnen, und zweitens wird es ja auch in einem Kontingente-System letztlich die Wirtschaft sein, die die Zuwanderung bestimmt - und die will Ausländer haben! Selbst ansonsten durchaus intelligente Kommentatoren in der Presse scheinen weit herum dieses Spiel wirklich nicht durchschaut zu haben! Gauck hingegen hat es eben doch begriffen - und das finde ich geradezu peinlich: Ein Ausländer muss uns darauf hinweisen, was hier gespielt wird - und wird dafür dann auch noch ausgepfiffen! Klar, man hört solche Wahrheiten nicht gern, wo doch gerade sogar gewisse Schweizer in der EU herumtingeln und dort das Loblied der direkten Demokratie singen - mit Hinweis ausgerechnet auf die MEI! Und offenbar ohne zu merken dass in Europa weit herum gerade diese Abstimmung als Beispiel dafür verstanden wird dass direkte Demokratie eben gerade NICHT ein Allheilmittel ist. Und wenn Burkhalter tatsächlich "nicht versteht" warum die EU Forschungsabkommen sistiert usw. dann ist das für mich ebenfalls peinlich: Sobald die CH anfängt, die Vereinbarungen der Bilateralen zu brechen (indem sie z.B. die Dokumente über die PFZ mit Kroatien nicht unterzeichnet) ist doch auch die EU völlig frei, sich an die Verträge zu halten oder auch nicht, ganz wie es ihnen halt passt - und das tun sie halt jetzt. Denn entweder hat man Verträge und hält sich daran, oder man hat keine. Und wenn Roger Köppel in seiner WW dann fordert, die Schweiz solle nur noch Verträge abschliessen in denen sie sich zu nichts verpflichtet, dann kann Didier Burkhalter ja mal versuchen, wie weit er mit dieser Haltung im internationalen Umfeld kommt...

Gauck sieht Nachteile in der direkten Demokratie

2014-03-31 07:59:27
Ebenfalls Schreck!

Auch der erste Blick auf die neue TW war ein wahrer Schreck, um nicht zu sagen Schock! Und mein erster Gedanke: Nach all den Schocks der vergangenen Monate (von den reihenweisen unglücklichen Abgängen von journalistischer Kompetenz und Substanz und dem Glaubwürdigkeitsproblem nach der Auflagen-Mauschelei) hat so ein völlig verunglücktes Design ja jetzt gerade noch gefehlt! Ich bin weder Grafiker noch Designer, aber ich habe mal gelernt dass man in so einem Fall dauernd fragen muss: Ist dies wirklich notwendig? Und das auch? Und wenn man dann ganz ganz zufrieden ist: Nochmals fragen! Und nochmals! Und wenn ich mit diesem Blick auf das neue Design schaue, dann komme ich aus dem zählen von Überflüssigem nicht mehr heraus: Jeder weiss auf schwarz gedruckte (und verschmierte) Untertitel erzeugt ein überflüssiges Rechteck, fast jede Linie wiederholt nur die Aussage "hier fängt was neues an" usw. usw. Und durch die schiere Menge von Überflüssigkeiten wirkt das Ganze dann gestopft und lädt kein bisschen mehr zum lesen ein - was durch die winzige Schrift zudem noch erschwert wird (oder ist die garnicht kleiner als in anderen Zeitungen, sondern wirkt nur irgendwie so??). Kurz: Eine weitere Krankheit von der ich der TW schnellstmögliche Erholung wünsche! Denn bei aller wirklich fundamentalen Kritik die ich inzwischen habe wäre ich doch noch immer froh, wenn Basel so etwas bekäme wie die TW einmal ursprünglich werden wollte: ein frisches, neues Medium, Online und Druck vereint, guter und tiefgründiger Journalismus, angemessene Beteiligung der "Community". Und das natürlich alles mit mit dem notwendigen STIL: Im Umgang mit Mitarbeitern (Entlassungen... hmm), mit der Öffentlichkeit (Auflagen...) und natürlich im Design! Ich weiss, ein schöner Traum, der sicher niemals zu 100% von Normal-Sterblichen umgesetzt werden kann... ;-)

Schrecksekunden in der Druckerei

2014-02-18 20:28:16
Lehren aus der jüngsten Vergangenheit?

Liebe Herren Müller und Schaub, Es sei natürlich jedem unbenommen, fröhlich seinen Triumph über den scheinbaren "Sieg" am 9.2. heraus zu posaunen - solange es noch etwas zu posaunen gibt! Es ist aber auch erlaubt, ein wenig in die jüngste Vergangenheit zu schauen: Stichworte "Swissair" und "Bankgeheimnis". Beide gehörten zum stolz verteidigten Bestand der "echten Schweiz", wo kein Ausländer uns irgendetwas hinein zu reden hat. Wie hochmütig wurde noch vor weniger als 10 Jahren das Bankgeheimnis als eine Art uneinnehmbare Festung gerühmt - und jeder der es in Zweifel zog war automatisch ein schlechter Patriot! Heute wird die ehemalige Swissair von Berlin aus gemanagt, und wohin die Reise in Bezug auf Bankgeschäfte und Steuern geht bestimmt einzig und allein die OECD - die Schweiz hat da nichts mehr zu melden. Es sei denn sie beschränkt sich ganz auf Schweizer als Kunden. Was heisst das jetzt in Bezug auf den mutwilligen Abbruch der "Bilateralen Verträge" mit unserem direkten Nachbarn, den wir am 9.2. beschlossen haben? Könnte die Schweiz sich einfach genausogut mit der NAFTA oder der ASEAN zusammenarbeiten - oder gibt es vielleicht gewichtige, z.B. rein geographische Gründe für eine besonders enge Zusammenarbeit mit der EU? Und heisst Stärke für die Schweiz, einfach hochmütig sämtliche Nachbarn vor den Kopf zu stossen, oder könnte es vielleicht auch heissen, ein wenig Realitätssinn zu bewahren? Hat die jetzt von so vielen in so vielen Foren von den 50.3-ern beschworene schweizerische Stärke nicht etwas ziemlich halbstarkes? Zumal sie ja auch nur die Hälfte der Schweiz wirklich repräsentiert, von der wiederum viele glaubten, es gehe bei der Abstimmung in erster Linie um eine Begrenzung der Zuwanderung? "Das stand doch auf den Plakaten!" - oder etwa nicht? Was in 10 oder 20 Jahren mit der Schweiz sein wird weiss niemand. Die beiden obigen Beispiele lassen aber auch ein Szenario als denkbar erscheinen das eine Art unfreiwilligen EU-Beitritt aus reiner Not beinhaltet. Wie ihn zwar wohl so keiner will, aber manchmal sind die Umstände dann eben stärker als die eigenen starken Worte! Siehe Swissair und Bankgeheimnis, die auch niemand wirklich preisgeben wollte...

Die Luft wird dünn

2014-02-18 09:46:09
Endlich mal ein freundlicher Abschied!

Aber leider nicht der erste. Auch ich werde mich von der Tageswoche jetzt wohl mal verabschieden. Auch wenn's wirklich schwer fällt: Man kann ein Abo nicht ewig rein aus Hoffnung auf bessere Zeiten halten! Wenn man zugleich sieht wie es seit mindestens einem Jahr nur noch immer abwärts geht: Ein wenig Realismus sollte man vielleicht doch noch haben! Das fing an mit "Umstrukturierungen" vor einem Jahr - wo man sich als Leser eigentlich nicht "mehr Struktur", sondern eher "mehr Gestaltung" gewünscht hätte. Zumindest ich, und vor allem im Online-Auftritt. Immerhin wurde dessen "Stärkung" damals ja angekündigt - aber auch heute noch ist der Auftritt hier für mich noch viel zu chaotisch: Eine Mischung aus mehreren Blogs, sehr verschwenderisch auf der Website angeordnet, aber nirgends thematische Gestaltung. Eine völlig beliebige Mischung aus FCB, Weltpolitik, ein wenig Kultur, dann mal eine Quartierstory, und das an verschiedenen Stellen auf der Seite in verschiedenen Formaten verstreut. Man wird als Leser nicht wirklich geführt! Ist das vielleicht "modern" und ich bin einfach zu altmodisch? Hmm - kann natürlich sein, aber so bin ich nun mal eben! Ich würde z.B. gerne den Sportteil einfach überblättern, manchmal auch den Lokalteil, aber am nächsten Teil will ich den vielleicht gerade besonders studieren. Nur ist die lokale Neuigkeit, deren Titel ich gestern gesehen hatte, schon wieder von irgendeinem Sotschi-Zeug "überdeckt"... Klar, es gibt die Rubriken im Titelbalken, aber z.B. der Tagesanzeiger macht das in meinen Augen ganz entschieden besser! Nur: Der will ja eigentlich eine "Zeitung" sein, mit Online-Auftritt nur "nebenbei"... Man kann vielleicht auch sagen: Dem Online-Auftritt fehlte "Redaktion". Redaktionelle Gestaltung, von den Inhalten her. Nur: Ausgerechnet die Redaktion wurde ja dann in den folgenden Monaten nach und nach entlassen! Nein, natürlich nicht ganz, aber alles so irgendwie "hinten herum" dass man es immer zuerst auf anderen Medien lesen konnte bis es dann ganz winzig und versteckt auch mal bei der TW selber kam. Machtkämpfe? Man konnte und kann als Aussenstehender nur spekulieren! Jedenfalls keine Vorgänge, von denen man kreative Schübe erwarten würde. Die aber ein Medium wie die TW eigentlich täglich nötig hätte! Jedenfalls sehr viel dringender als diese oder jene "Struktur"! Für mich als Leser waren es, trotz oder vielleicht gerade wegen der minimalen Kommunikation jeweils immer neue Schocks. Wie viele davon kann man vertragen, wenn man eigentlich auf Entwicklungen hofft? Und jetzt also auch noch Philipp Loser. Den man scheinbar nicht ganz so gerne ziehen lässt. Aber vor diesem Hintergrund wundert es einen auch irgendwie nicht mehr. Irgendwie hoffe ich ja noch immer, dass aus der TW mal ein lebendiges neues Medienprodukt für Basel und die Region wird: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber ich muss halt doch ganz klar sagen: Das letzte Jahr war in meinen Augen völlig verloren, und die Startbedingungen scheinen mir jetzt schlechter als ganz am Anfang - weil auch schon zu viele andere Leute den Glauben verloren haben! Also: Falls es doch noch zu einem echten und wirklich sicht- und spürbaren Neustart innerhalb der von der Sponsorin gesetzten Startfrist von vier Jahren kommt bin ich sofort wieder mit dabei! So aber wie das seit einem Jahr hier läuft habe ich schlicht keine Lust mehr, ein Produkt zu unterstützen wo ich schon lange keine Fortschritte mehr sehe und schon gar keinen Enthusiasmus mehr spüre. Schade!

Zum Abschied von Philipp Loser

2014-02-15 23:02:39
@Raaflaub

Und dennoch haben Sie genau mit Ihrer Stimme all die von Ihnen beklagten Missstände weiter zementiert: Sie sind doch nicht die Folge der offenen Grenzen, sondern der Klüngelwirtschaft unserer "Eliten" in Politik und Wirtschaft! Oder anders gesagt: Über Ihren "Denkzettel" werden sie sich freuen! Nur ER ist aber so konsequent, dass er diese Agenda immer und immer nur vor Augen hat; andere werden manchmal noch von schwachen humanen Zuckungen befallen, die aber nicht wirklich etwas bewirken, weil Konsequenz und Herzblut fehlen. Denn was will ER denn mit der Schleifung der bilateralen Verträge erreichen, die durch die Aufkündigung der PFZ erreicht wird? (Dass sehr viel weniger Ausländer kommen ist ja wohl kaum zu erwarten!) Letztlich geht es ihm doch um die noch immer weitergehende Re-Feudalisierung der Schweiz! Denn wenn er sagt: "Wir" wollen die Zuwanderung selber steuern dann meint er doch: Er und seine Topmanager- und Politiker-Spezis wollen diese Steuerung nach ihren eigenen Kriterien kontrollieren. Zu ihren eigenen Gunsten. Und wenn einer nicht mehr gebraucht wird: Raus mit ihm! Den deutschen Bodenleger als Fahrer werden "sie" folglich weiterhin "brauchen" - weil er billiger ist! Man muss doch nur den Lohn tief genug ansetzen um sicherzustellen dass man keinen Schweizer für den Job findet... Kurz: SEIN Traumbild der Schweiz ist eine Insel von sehr Wohlhabenden (ihm selber und seinen Spezis), umschmeichelt von einem Volk, das völlig unter der Kontrolle dieser Gruppe ist, aber darauf auch noch stolz - mit einem Schweizerpass als Ehrenzeichen! Diese "Schweizer" werden dadurch diszipliniert dass es ihnen immernoch ein klein wenig besser geht als den völlig rechtlosen Ausländern, die man überall nach Bedarf herholt - und wieder wegwirft: die Europäische Menschenrechtskonvention gehört ja in den Augen dieser Leute auch schon längst abgeschafft! Und das Tolle dabei: ER kann sogar den "Protest" gegen diese Entwicklung als Wasser auf seine Mühlen umleiten! Beispielsweise alle Ihre "wieder und wieder"... Sämtliche Ängste werden da immer wieder gezielt angesprochen, um so Stimmen für Anliegen zu finden, die mit den Ängsten meist herzlich wenig zu tun haben - aber wen kümmert das schon? Hauptsache die Stimmen kommen! Und es hat tatsächlich wieder voll geklappt! Für diese Raffinesse muss man IHN manchmal schon fast bewundern - wenn das Ganze nicht so unglaublich zynisch wäre! Und ich muss ehrlich sagen, dass ich ihm einen solchen neuerlichen Dreh an der Feudalisierungs-Schraube eigentlich nicht mehr wirklich zugetraut hätte, in seinem doch langsam schon etwas vorgerückten Alter... Wie man sich täuschen kann!

Profitieren vom Erfolg – oder haften für die Pleite

2014-02-08 23:57:00
Einerseits - und andererseits

EINERSEITS war ich bis vor ein paar Tagen ja auch irgendwie der Meinung, die TaWo hätte über 20'000 bezahlende Abonnenten. Was aber nicht zu stimmen scheint, wobei das nicht nur die Schuld der TaWo ist, sondern auch der WEMF, die scheinbar eine sehr seltsame Berechnung zur Bestimmung der Auflagen anstellt. Trotzdem ist man irgendwie "enttäuscht" - wenn man sich vorher getäuscht hatte und jetzt eines Besseren belehrt wurde! Das ist aber kein juristisches Problem, sondern "nur" ein Image-Problem. ANDERERSEITS geht es in Bezug auf das Finanzielle ja um Werbetreibende. Denen es aber wiederum auch herzlich egal ist, ob die Leute für die vertriebenen Zeitungen bezahlt haben oder nicht. Sonst würden sie doch niemals in "20 Minuten" Inserate schalten! Anders gesagt: denen geht es nur um Leser. Die aber die TaWo durch WEMF (bisher??) nicht erheben lässt. In anderen Worten: Beglaubigte Leserzahlen für die TaWo scheint es nicht zu geben. Was nun die Flughäfen anbelangt so ist es doch so, dass die dortigen Exemplare ja ebenfalls auch gelesen werden. Ob gründlicher oder weniger gründlich als zu Hause müsste man zuerst untersuchen bevor man da was behauptet. Jedenfalls ist es Unsinn, diese Zeitungen als praktisch "gedrucktes Altpapier" zu bezeichnen (auch wenn sie irgendwann so enden): Die sind als Werbeträger nicht prinzipiell schlechter als Zeitungen zu Hause. Hier ist also das einzige Problem nicht die Zahl, sondern die Tatsache, dass Werbende in einem als primär "baslerisch" verstandenen Medium kaum sein Zielpublikum erreicht, wenn es vom Bündner Geschäftsmann auf seinem Flug von Zürich nach Johannesburg gelesen wird!

Fragen und Antworten zur Auflage der TagesWoche

2014-02-07 13:36:45
Apropos Redefreiheit und Zensur

Das betrifft jetzt vor allem die Diskussion zwischen den Herren Leuthold und Hürlimann. Für mich ist es die Frage, ob "Redefreiheit" eigentlich heissen muss: Jeder platzt immer unmittelbar mit allem gleich heraus was ihm/ihr so einfällt? Ist es euch noch nie passiert dass ihr mal "ganz klar eure Meinung" herausposaunt habt (in einem Forum, Brief, Leserbrief oder einfach direkt in Worten) - und dann eine Weile - und ein paar Gedanken - später diesen Schritt zu bereuen? Ich glaube, dass doch jeder, der alt genug ist, so etwas schon erlebt haben sollte. Ist das Zensur? Ist das eine Beschneidung meiner Redefreiheit? Nein, denn wenn ich sofort mit allem was mir in den Sinn kommt herausplatze dann sage ich Dinge, die ich nachher überhaupt nicht gesagt haben will. Aber "Redefreiheit" sollte doch eigentlich heissen: "Ich sage was ich will" - und zwar wirklich! Also nicht einfach "Speaker's Corner": einer plappert vor sich hin, niemand hört zu... (So ähnlich wie mir manchmal auch die Broder- oder Matussek'schen Schreibereien vorkommen: war ja mal ein wenig amüsant, lese ich aber schon lange nicht mehr - und ich vermisse nichts dabei...) Internet/Online-Foren haben nun aber die ganz besondere Eigenschaft, dass sie diese Art der Rückbesinnung nicht fördern, sondern eher im Gegenteil. Darum hat man dann Moderatoren, die aber diese Funktion nur unzureichend erfüllen können. Mein völlig unmoderner (??) Traum ist also: Ein Forum, wo Postings immer zuerst bis zum nächsten Tag abgelegt werden. Dann bekommt der Schreiber sie nochmals zurück gemailt mit der Frage: Wollten Sie das wirklich so sagen? Und erst wenn man das dann ausdrücklich bestätigt wird der Text publiziert. (Hmm, ok, auch dann kann man natürlich einfach blind "ok" drücken - und sich nerven dass das so lange geht...) PS: Bevor hier nun weiter auf den "verschwundenen Beiträgen" herumgeritten wird, nehmt doch bitte auch das kurze Statement von David Bauer zur Kenntnis!

Telebasel fragt – die TagesWoche antwortet

2014-02-06 11:08:13
Das klingt wirklich nicht gut!

Dass es in meiner Wahrnehmung mit der TaWo ziemlich abwärts geht seit bald einem Jahr finde ich wirklich SEHR bedauernswert - und jetzt auch das noch! Das ist jetzt in der aktuellen Lage wirklich so hilfreich wie ein Kropf, denn es geht hier um Geld - und das kann juristische Folgen haben. Abgesehen von den Problemen mit der Glaubwürdigkeit, die auf lange Sicht natürlich noch schwerer wiegen für ein Medienprodukt! Auf diesem Feld ist ja jeder freiwillige wie unfreiwillige "dissonante Abgang" eine Wunde, die Zeit zum verheilen braucht. Und so gesehen liegt die jetzt attackierte TaWo ja seit einigen Monaten schon schwer verwundet am Boden - bildlich gesprochen. Und davor gab's die, vermutlich ja damit zum Teil ursächlich zusammenhängenden, Umstrukturierungen und "Gespräche", wo man als Leser auch nur den Eindruck bekommen konnte: Wer bei der TaWo eigentlich die Fäden zieht verstehe ich seither weniger denn je! Auch dies eine schwere Wunde was die Glaubwürdigkeit anbelangt! Und in jedem Fall hatte ich den Eindruck, dass die Umstrukturierungen die Stagnation überhaupt erst ausgelöst haben, die man angeblich damit bekämpfen wollte... Mein Problem: Wenn ich wüsste, da ist ein Team voll engagiert am Werk, mit für mich nachvollziehbaren Strukturen, Zielen und unverschuldeten Schwierigkeiten, dann würde ich in jedem Fall sagen: Die brauchen dringend unsere Solidarität und Unterstützer als Leser! Da ich aber in Bezug auf diese Dinge immer weniger eine Ahnung habe was wirklich vorgeht merke ich, wie auch mein Enthusiasmus rasch am schwinden ist... Konkret bin ich zur Zeit am Überlegen, ob ich mein Abo überhaupt noch verlängern soll. PS: Was den Umgang mit der "Community" und den Kommentaren geht: Die ganzen Bemerkungen von wegen "Orwell" und "Stalinismus" sind für mich ziemlich unsinnig: Ein Forum funktioniert leider nie ohne Menschen (= eine Redaktion) im Hintergrund, die ein Stück weit "aufräumt"! Das hat meines Erachtens ganz einfach mit dem Medium zu tun: Ein Kommentar ist im ersten Affekt schnell mal getippt und abgeschickt - und verschwindet dann tendenziell nie mehr! In der "guten alten Zeit" sind dagegen vermutlich die meisten Leserbriefe nie abgeschickt worden sondern im Papierkorb gelandet - einfach weil man am nächsten Morgen selber fand dass das so nicht geht...

Telebasel fragt – die TagesWoche antwortet

2014-01-15 09:48:40
Wer sagt, Frauen sollten sich lieber durch "Leistung" qualifizieren...

...der sagt implizit auch, dass Frauen bisher aus reiner Unfähigkeit nicht in Verwaltungsräten gelandet sind! Entsprechende Schlussfolgerungen betreffend Frauenbild und "Leistungs"-Begriff liegen auf der Hand...

«Quoten sind eine Schweizer Tradition»

2013-12-22 23:36:37
Wohin geht diese Reise? Ich verstehe es auch nicht!

Die TagesWoche ist noch lange nicht das was sie eigentlich sein sollte und müsste: sozusagen die Neuerfindung der "Zeitung" in Zeiten des Internet! Nicht mehr und nicht weniger. Und lange konnte man als Leser miterleben, dass sie das zwar tatsächlich noch lange nicht war, aber spürbar "unterwegs". Als Abonnent zahlte man also nicht nur ein Produkt, das man genau so wirklich haben wollte, sondern ein Stück weit auch die Hoffnung und Zuversicht, dass es im Werden ist, und auf einem guten Weg. Und dann wurde vor einigen Monaten plötzlich der komplette Umbau der Strukturen verkündet. Und ich hatte das ungute Gefühl: Entweder ist da nach so kurzer Zeit schon Krach und Kampf im Haus, oder die schlechte Stimmung wird jetzt durch Eingriffe "von oben" erst erzeugt. Egal wie: Meine Hoffnung und Zuversicht wurde stark gedämpft und wich vorsichtiger Skepsis, ob das Boot wirklich noch auf Kurs ist? Denn Aufbau, echter Enthusiasmus, Engagement für eine neue Sache usw. usw. gedeihen nicht in einem Klima, wo "Strukturen" und "Umstrukturierungen" auf der Agenda eine zu hohe Priorität einnehmen! Umstrukturierungen, selbst in der Not vielleicht notwenige, schlagen Wunden, erfordern anschliessend viel Kraft zur Heilung - die dann zum qualitativen Wachstum und für die eigentliche Entwicklung fehlt. Seither erlebe ich auch tatsächlich nicht mehr viel von echten sichtbaren Fortschritten! Wenn ich an das Interview mit Dani Winter im "Klein-Report" denke (im Frühsommer 2013), wo z.B. stand, die TW solle "online vollständiger werden": Ja das hatte ich mir auch schon lange gewünscht! Noch immer ist es aber so dass einen die TW auf der Einstiegsseite nur mit einer kleinen Auswahl an Kraut-und-Rüben-Newsmix begrüsst, von Roger Federer über Strassenproteste in Kiew und dann noch mit ein wenig Gundeli-Quartierklatsch gemischt. Schön und gut, aber wenn ich mich kurz und schnell über die wichtigsten Ereignisse des Tages informieren will gehe ich dann doch lieber gleich zum Tagi, zum Spiegel oder irgendeinem anderen "Grossen"! Und dabei ist es ja nicht einmal so dass die Dinge nicht irgendwo auch in der TW alle entweder stehen oder verlinkt sind. Das war anfangs tatsächlich noch nicht so. Nur merkt man das erst wenn man die Ûbersicht sich woanders geholt hat... Vielleicht hat sich auch nur mein Blick verändert? Vor einem Jahr habe ich solche Dinge als "Anlaufschwierigkeiten" mit Wohlwollen ignoriert. Heute - und vor allem nach dieser für mich doch ziemlich aufschreckenden Umstrukturierung! - sehe ich so etwas sehr viel kritischer. Ja und jetzt dies: Da werden uns eine Reihe von Abgängen von wirklich bisher mittragender Persönlichkeiten in der Redaktion nur einfach mit einem Satz und einem hölzernen "...wir danken und wünschen viel Erfolg" abgehandelt! Man versteht nicht was da vorgeht, man erfährt auch kein einziges klärendes Wort - und man fürchtet Schlimmeres im Nachgang. Sicherlich sind es schon wieder die nächsten Wunden, die zunächst mal auskuriert werden müssen. Kurz: Meine Zuversicht was die Entwicklung dieses jungen Medienkindes anbelangt ist im steilen Sturzflug befindlich! Und das finde ich doch ziemlich schade und erschreckend nach kaum mehr als zwei Jahren. Im Bild gesprochen kommt mir das vor wie ein kleines Kind das schon deutliche Symptome der Vergreisung zeigt: Macht, Strukturen, Abgänge begleitet von geschliffenem Manager-Blabla... Nur mein Wunschdenken wehrt sich noch, hier den Stab zu brechen und das Abo gleich zu kündigen!

Klein und fein – das ist nicht genug

2013-12-18 08:49:45
Die Botschaft hör ich wohl...

...allein - wie soll ich das denn glauben? Hier wird davon gesprochen dass die KK-Prämien "die Gesundheitskosten decken" sollen. Tun sie aber sowieso nicht: einen nicht unwesentlichen Teil tragen nach wie vor die Steuerzahler (via Kantone) - und ich bin da natürlich froh drum, denn die Verteilung zwischen Steuer- und KK-Finanzierung ist ja eine rein politische: entweder zahlen je nach Einkommen, oder pro Kopf. Und mir scheint dass der Trend, die hohen Einkommen immer mehr von Gesundheitskosten zu entlasten (=Finanzierung durch KK statt Steuern) ist schon heute an einem Punkt wo es trotz Prämienvergünstigungen in Härtefällen nicht mehr viel verträgt: die Zitrone (=die unteren und mittleren Einkommen) ist langsam ausgequetscht! Ausserdem hat man ja seit Jahren den Eindruck, dass "Kostensenkungen im Gesundheitswesen" meist eh immer nur Verschiebungen von einer Tasche in die andere sind: vom stationären in den ambulanten Bereich, von der Arztpraxis in den Notfall, etc. etc. Oder von der KK zu den Patienten, indem man z.B. selektiv Dinge aus der Grundversicherung streicht: da kann dann eine Mehrheit auf Kosten einer Minderheit Kosten sparen (es lebe der Missbrauch der Demokratie!). Der Grund ist wohl dass ausser den Patienten sowieso niemand die Kosten wirklich senken will: das sind ja zugleich auch Umsätze und Gewinne! Und wiederum die Patienten sind die einzigen, die in der Politik keine Lobby haben... Kurz: Wer wieder mal massive Prämienerhöhungen verkaufen will sollte zuerst einmal massiv die Transparenz im Gesundheitsbereich erhöhen, weil sonst einfach jegliche Glaubwürdigkeit fehlt! Mir scheint das Ergebnis der "Managed-Care"-Abstimmung war nicht zuletzt auch ein Misstrauensvotum gegenüber den Gesundheitspolitikern.

comparis.ch warnt vor Prämien-Kosten-Schere im Gesundheitswesen

2013-11-25 14:57:28
@ J P Martens: nein, nicht "die Systemfrage"!

Ich würde mich gegen die Ansicht, mein Votum stelle "die Systemfrage", heftigst zur Wehr setzen! Aus einem ganz pragmatischen Grund: Weil das Problem damit praktisch unlösbar gemacht wird. Vielmehr sehe ich darin eine "Haltungsfrage". Weder halte ich "Globalisierung" für eine grundsätzlich "böse" Entwicklung (weil ich mich über die globale Sicht, die wir heute haben können, eigentlich freue), noch würde ich mich gegen "Konsumismus" an sich wehren (zumal wir, solange wir leben, sowieso konsumieren müssen). In anderen Worten: Es ist doch möglich, auch innerhalb des aktuellen "Systems" zunehmend Verantwortung zu übernehmen - wenn es die "Patrons" für uns nicht mehr tun! Der reine Kostenoptimierer-Patron "neuen Stils" tut das niemals und ist ausserdem denkfaul, weil er immer nur einen Parameter im Sinn hat; da brauchen wir uns wohl nicht drum zu kümmern: Wir müssen einfach "nur" die Randbedingungen entsprechend verändern, die er dann in seinen Optimierungs-Computer füttern muss. Möglichkeiten dazu, die allesamt weder Weltrevolutionen sind noch dazu führen: - Wirtschaft: Verantwortung übernehmen als Konsumenten: Fragen woher die Dinge kommen und wie sie hergestellt wurden, usw. Und daraus Konsequenzen ziehen. - Staat: auf der gesetzlichen Ebene klar machen, was die Randbedingungen sind: soziale und ökologische Standards, usw. - Bildung - das mit Abstand Schwierigste: sich um ein besseres Verständnis der Verhältnisse im Einzelnen bemühen (ohne Pauschalurteile!). Ich glaube das reicht als "Programm" - und es ist vermutlich schon subversiv genug wenn man es wirklich tut (und genug "Weltverbesserung" für heute... ;-) )

Jetzt sind die Chefs in der Pflicht

2013-11-25 08:44:52
Das Grundproblem mit der Ästhetik

Abgesehen davon dass ich Herrn Martens nur zustimmen kann: "Provins ist überall..": Hier geht es halt auch wieder um das Grundproblem aller Stadtplaner, Heimatschützer usw: Die Ästhetik irgendeines Gebäudes usw. macht ja nicht an den Parzellengrenzen Halt, sondern ist immer nur in der "Gesamtheit" zu beurteilen. Um die es aber wiederum bei einem einzelnen Bau- oder Gestaltungsentscheid nie geht! Und aus diesem Grund sind alle Debatten, wo Ästhetik eine Rolle spielt, eigentlich Stellvertreter-Debatten! Was nur leider auch nicht heisst dass Ästhetik nicht wichtig wäre. Typisch ist ja immer eine Entwicklung etwa folgendermassen: 1. In einem irgendwie "gewachsenen" und insgesamt vielleicht auch halbwegs harmonischen Ensemble bekommt ein Bauherr die Erlaubnis, irgendeine Scheusslichkeit hinzusetzen. Er hält sich an Baulinien, ändert auch nicht den Zonenplan, und reisst auch kein denkmalgeschütztes Gebäude ab. Juristisch gibt es also keinerlei Handhabe gegen diesen Schritt (nur der gute Geschmack des Bauherrn oder Architekten hätte hier bremsend wirken können)! Dennoch ist der Gesamteindruck nachher irgendwie "vor-verdorben". 2. Ein nächster Bauherr will eine noch grössere Scheusslichkeit hinsetzen. Ihm kann man schon nicht mehr wirklich widersprechen weil er ja kein irgendwie harmonisches Ensemble mehr stört. 3. usw.: ...und danach gibt's kein Halten mehr! Der Claraturm ist ja nun wirklich ein Beispiel, wo 1. und 2. (und wohl auch 3...) schon längst gelaufen sind! Es wird zwar lokal ein noch "halbwegs harmonisches" Ensemble zerstört, aber in der Gesamtheit sind Hopfen und Malz tatsächlich schon lange verloren - nicht zuletzt "dank" dem schrecklichen Messeplatz-Monstrum (um keine unflätigeren Namen hier zu verwenden...). So gesehen ist Widerstand irgendwie hilflos (weil er zu spät kommt) - und die Befürwortung eines weiteren Monstrums trotzdem auch etwas zynisch - auch wenn das Kind schon lange im Brunnen liegt und nicht mehr zu retten ist...

Das Ende einer unrühmlichen Provinzposse

2013-11-25 08:26:01
@ Heiner Schäublin

Die Abstimmung ist gelaufen - da brauchen Sie die alten und längst auf und ab durchdiskutierten "Kampfparolen" und Links nicht mehr hervor zu rollen: Das interessiert niemanden mehr! Ich hatte die Abstimmung ja zunächst für eine eher "Sachabstimmung" gehalten, habe dann im Laufe der Diskussionen aber gemerkt, dass man hier primär ideologisch denken muss, nicht logisch, um die beidseitigen Argumente zu verstehen. Und wie "ticken die Schweizer" denn nun ideologisch, aus Sicht des vergangenen Wochenendes? - Wenn's um Wirtschaft geht sind sie stramm konservativ (sogenannt "bürgerlich-liberal") - siehe "1:12". (Das Argument "...aber die Abzocker-Initiative...?" zählt nicht: Da haben die Leute nur begriffen, dass sie hier mal völlig folgenlos "die Sau rauslassen" können, da man ja eh damit den Bock zum Gärtner macht!). - Wenn's um Familie, Bildung usw. geht sind sie nicht ganz so stramm, aber doch mehrheitlich Sozialisten - siehe "Familieninitiative". Das Resultat ist zwar nicht wahnsinnig "sozial", aber "sozialistisch": aus dieser Sicht ist "progressives Familienmodell" nur mit Fremdbetreuung zu haben! (War bei den Sowjets oder im schwedischen oder belgischen "Sozialismus" schliesslich auch nie anders...).

Wie Demokratie funktioniert. Heute: die Familieninitiative

2013-11-25 08:04:51
@ M Fischer & H J Martens

Es geht doch nicht einfach um Umverteilung und die Frage, wie das Geld "nach unten" kommt! Oder jedenfalls nicht in erster Linie. In erster Linie geht es doch um das grundsätzliche Problem, wozu "Wirtschaft" überhaupt dient: - In der "guten alten Zeit" (na ja, ganz so schwarz-weiss ist es natürlich nicht...) wurden Firmen aus verschiedensten Gründen gegründet und betrieben. Z.B. weil einer eine gute Idee hatte, oder weil er etwas für eine Region tun wollte, usw. Dass man nur erfolgreich bleiben kann wenn man dabei auch einen Gewinn macht war Mittel zum Zweck, ein Teil der Geschäftskunst. Und arm geblieben sind erfolgreiche Firmenchefs natürlich auch damals schon nicht. Sie hatten aber täglich ziemlich schwierige Fragen zu lösen und Abwägungen zu treffen: Ist dieser kurzfristige Nutzen den Einsatz wert? Oder umgekehrt? - Heute werden immer mehr Firmen streng auf Gewinn-Maximierung getrimmt. Das ist quasi "logisch einfacher", weil man nicht mehr wirklich denken muss, aber marginalisiert auch nach und nach jeden anderen möglichen Grund, ein Geschäft oder eine Firma zu führen. Man muss dann einen Betrieb nicht mehr gestalten, sondern einfach nur bei jedem kleinen oder grossen Geschäftsentscheid die Frage stellen: Wie viel Gewinn bringt uns das kurzfristig? Mit den entsprechenden Konsequenzen. Die exorbitanten Gehälter werden denn ja auch primär genau dafür bezahlt: Die Chefs sollen aus den Firmen so viel Geld herausquetschen wie nur irgend möglich - und dabei keinerlei Rücksichten nehmen. So gesehen dienen die hohen Gehälter auch gezielt dazu, dass diese Chefs in jeder Beziehung den Bezug zur "normalen Menschheit" verlieren sollen! Klar hätte die 1:12-Initiative in Bezug auf "Umverteilung" noch weniger gebracht als progressive Steuern oder sonstwie finanzierte Sozialprogramme - da gebe ich Ihnen beiden Recht! Sie hätte aber eine wichtige Frage plötzlich offen gestellt: Wenn ein Chef bisher 10 Millionen bekommt und jetzt nur noch eine halbe Million haben soll, dann muss er sich WIRKLICH die Frage stellen, was ihm genau diese Firma wirklich wert ist. Eigentlich die Frage, die jeder in seinem Anstellungsgespräch so oder anders gestellt bekommt! Und es steht zu befürchten und vermuten, dass in den allermeisten Fällen die Antwort gewesen wäre: Diese Firma ist mir vollkommen egal. Und das über die eigenen Vor-Vor-Vorgesetzten zu wissen (und nicht nur zu ahnen) ist halt vielleicht doch ein wenig beängstigend - sodass man sie das lieber nicht so explizit fragen wollte...

Jetzt sind die Chefs in der Pflicht

2013-11-24 21:28:02
Das dritte Argument ist eigentlich sehr traurig!

Wenn eine Mehrheit, die von einer Regelung einseitig profitiert, eine Änderung ablehnt, weil der Einbezug der Minderheit Geld kosten würde: Das ist dann zwar formal-demokratisch korrekt, aber der Geist der Demokratie ist für mich dann gescheitert! Dass dies wirklich eine grosse Rolle gespielt hat finde ich traurig. Tatsächlich glaube ich aber auch, dass auch der erste und zweite Punkt eine wichtige Rolle gespielt haben, auch wenn diese von beiden Seiten ideologisch völlig verdreht wurden: Die gegenwärtige Regelung fördert Mütter mit Kindern und Erwerbstätigkeit und hat mit Familienförderung nichts zu tun, während die Initiative daraus eine allgemeine Familienförderung machen wollte.

Wie Demokratie funktioniert. Heute: die Familieninitiative

2013-11-20 22:51:39
Grossreklamen sind immer scheusslich!

Dass Grossreklamen einfach IMMER scheusslich sind dürfte doch wohl klar sein! Ich könnte mich jeden Tag darüber ärgern, wie die an sich eigentlich gut gelungene Bahnhof-Passerelle durch Reklamen und sogar Videowände immer mehr verschandelt wird. Im gegebenen Fall tritt dieser ästhetische Sinn in der Verwaltung aber doch in sehr verdächtig politisch einseitiger Weise zutage!

Das Transparent am Gewerkschaftshaus ist weg

2013-11-20 22:47:54
Gewinne aus Pensionskassengeldern sind eigentlich eine Frechheit!

Die im Nebensatz erwähnten "Milliardenprofite, welche die Privatversicherer mit Pensionskassengeldern der Werktätigen machen" sind in meinen Augen eigentlich eine Frechheit! Ich meine: Es geht hier ja nicht darum, dass die Verwalter dieser Gelder sich ihre Arbeit bezahlen lassen; das ist ja ok. Es geht ja darum, dass sie sich darüber hinaus auch aus den eigentlichen Pensionskassengeldern bedienen - mit Rückendeckung des Gesetzgebers! Ein wenig "transparenter und gerechter" ist ja schön und gut; richtig wäre aber, diese Gewinnmöglichkeit ganz abzuschaffen: schliesslich geht es hier um die treuhänderische Verwaltung von fremdem (nämlich unserem!) Gut - und da ist überhaupt nicht einzusehen, warum andere da über ihre Entlöhnung hinaus noch abkassieren sollen. Diese für mich eigentlich selbstverständliche Vorstellung scheint in der Schweiz aber schon fast revolutionär zu sein - sodass selbst ein Sozialdemokrat wie Berset so etwas nicht vorzuschlagen "wagt"!??

Berset lanciert sein Renten-Paket

2013-11-20 13:12:23
Geldverschwendung!

Da sollen sie doch lieber die Computer für die Eltern obligatorisch machen (wenn schon etwas obligatorisch sein muss) und in den Schulen ihr knappes Geld in pädagogisch sinnvollere Projekte stecken - z.B. gute Lehrer und Lehrerinnen!

Computer sollen an Baselbieter Primarschulen obligatorisch werden

2013-11-19 13:39:20
Noch ein symbolischer Akt zum Thema 1:12 !

Nachdem wir im Vorfeld der 1:12-Abstimmung schon die seltsame aber hoch-symbolträchtige Auseinandersetzung um das Plakat am Gewerkschaftsgebäude erleben konnten jetzt auch das noch! Reist man in der Welt herum, möglichst über Europa hinaus, gewöhnt man sich immer mehr an hohe Mauern und Wachpersonal. Diese Mauern umgeben nicht nur Militäranlagen, Botschaften und Firmengelände, sondern auch Schulen, Universitäten und viele Wohnanlagen (Blocks und Siedlungen). Und kommt man dann zurück in die Schweiz merkt man erst, wie gut wir es hier haben - ohne diese Dinge! Aber wenn wir weiterhin zulassen, dass sich auch bei uns die Lohnschere derart rasant öffnet wie in den letzten 10-20 Jahren wird es sehr bald auch bei uns so aussehen: die Gesellschaft fällt auseinander in Segmente, die sich nicht mehr verstehen und nicht mehr über den Weg trauen. Die Mauern brauchen um sich voneinander auch physisch abzugrenzen. Nun ist gerade Paul Bulcke einer derjenigen CEOs in der Schweiz, die geradezu als Symbole dieser Fehlentwicklung stehen können (neben den Chefs der Grossbanken und der Grosschemie) - und prompt bekommen wir auch an unserer ansonsten normalerweise völlig "offenen" Uni Zustände wie sie in Lateinamerika, Südasien, Afrika usw. für solche Institutionen mehr oder weniger tägliche Normalität sind! So gesehen: ein weiterer symbolträchtiger Akt im Vorfeld dieser Abstimmung. Ich stimme Frau B. zu: dies ist empörend und verwirrend!

Was ist das für eine Uni?

2013-11-19 07:36:54
Die spielen da ja richtig "Klassenkampf"...

...wie vor 100 Jahren: aufmüpfige Gewerkschaften gegen Kapitalisten, agierend durch ihre Dienstboten in der Verwaltung! Dieses wunderbar zum Thema passende Szenario hätte sich kein Jungsozialist besser ausdenken können als es das Leben jetzt spielt: Rechtzeitig zum Abstimmungs-Endspurt noch schnell eine Klage einreichen, um die Abstimmungs-Botschaft nochmal richtig hoch zu kochen... ;-)

Kanton zeigt Gewerkschaftshaus an

2013-11-18 09:35:14
@Heiner Schäublin

Danke für Ihren Link: Das dort Geschilderte ist zwar einerseits genau die "Success-Story", die Sterbehilfe-Organisationen gerne erzählen - und ich glaube sogar, dass das durchaus weitgehend so geschehen kann. Dennoch sind es genau DIESE Stories, die für mich gruselig sind! Und ich habe zugleich Mühe, genau zu sagen, warum eigentlich. Sicher nicht wegen dem Patienten, der in seiner Not offenbar wirklich keinen anderen Ausweg sieht. Sondern wegen der Rolle der Sterbehelfer. Motiv des Patienten ist offenbar vor allem die Angst vor dem, was auf ihn zukommen könnte. Und das leuchtet uns ein, weil hier das Leiden so schön "logisch" klingt: eine ärztliche Diagnose, eine ziemlich wahrscheinliche Prognose, mitsamt Aussicht auf Schmerzen. Ein Fall wo hingegen Sterbehilfe ganz sicher nicht gewährt würde: Ein Geschäftsführer, dessen selbst aufgebaute und streng geführte Firma sein ganzer Stolz ist, von seinen Angestellten und Kunden zwar nicht geliebt aber respektiert, von seinen Konkurrenten bewundert... Jetzt der Konkurs, und dann sogar noch die Klage wegen Steuer-Mauscheleien - mitsamt der Aussicht, von seinen früheren Bewunderern jetzt gar bemitleidet zu werden! Nur als Beispiel, wo Leiden nicht von einem Arzt diagnostiziert wird, aber subjektiv mindestens so schwer wiegen kann wie die Angst vor krankheitsbedingten Schmerzen. In beiden Fällen ist nicht zuletzt auch der Kontrollverlust schwer zu ertragen: auf einmal bestimmen Andere über mein Leben! Dem möchte man dann wenigstens durch ein "selbstbestimmtes Sterben" entfliehen. Im zweiten Fall würden die meisten aber sagen: "Der soll sich mal ein wenig zusammen reissen". Wenn er sich selber dennoch für einen Suizid entscheidet, können wir ihm das natürlich nicht verbieten. Nur warum? Leiden ist grundsätzlich subjektiv, und warum das Leiden des Italieners, der sich angeblich seinen "Tod erschlichen" hat durch ein falsches Arztzeugnis weniger wert sein soll als ein "offiziell anerkanntes" erschliesst sich mir nicht! Nur ist dann auch keine Grenze zum "Missbrauch" mehr klar zu ziehen! Im Fall der Sterbehilfe kommt nun in jedem Fall noch ein Dritter ins Spiel, der die "Berechtigtheit" des Leidens beurteilen muss. Zunächst ist es der Gesetzgeber, über Vorschriften und Gesetze, dann vielleicht ein einzuhaltendes Prozedere mit Ärzten und Zweitgutachten usw., dann noch die Sterbehilfeorganisation selber - und zu allerletzt dann der Sterbehelfer, der im Prinzip entgegen seinem Auftrag ja immernoch das Gift auch einfach NICHT aushändigen könnte! Kurz: Was Sie "auf keinen Fall brauchen" ist auf keinen Fall zu vermeiden im Falle der organisierten Sterbehilfe: ein staatliches Bewilligungsverfahren, direkt oder indirekt! Plus zu allerletzt noch immer das Urteil von Mitmenschen: "Ja, dein Leben ist nicht mehr lebenswert - ich respektiere jetzt deinen geäusserten Todeswunsch und helfe dir, ihn zu erfüllen". Das kann in menschlichen Extremsituationen natürlich vorkommen (etwa der Soldat, der seinen schwer verwundeten Kameraden auf dessen Wunsch hin erschiesst), ist dann aber immer eine Angelegenheit, die die betreffenden Menschen ganz allein miteinander und mit ihrem eigenen Gewissen auszumachen haben.

Geht die Sterbehilfe heute zu weit?

2013-11-17 13:52:17
Unterscheidung wäre wichtig!

Ich wäre froh, wenn die Diskussion hier ein wenig klarer unterscheiden würde zwischen (1) dem Recht, sein Leben aktiv selber zu beenden (Suizid): das war früher ja tatsächlich verboten (und man wurde dafür im Falle des Überlebens bestraft) (2) dem Recht, auf künstliche lebensverlängernde Massnahmen zu verzichten (passive Sterbehilfe): das betrifft z.B. den Komakranken, der nur noch dank aufwändigen Maschinen am Leben ist - was aber z.B. mit Sterbehilfeorganisationen nichts zu tun hat (3) dem Recht, anderen zum Suizid zu verhelfen (aktive Sterbehilfe). Die meisten Voten, die für ein Nein plädieren, sprechen dann konkret aber nur über (1) oder bestenfalls (2), die hier überhaupt von niemandem in Frage gestellt werden. In Frage gestellt ist hier aber nur und ausschliesslich (3)! Nur was (3) anbelangt habe ich meine ganz ernsthaften Zweifel, ob die Dinge da heute in der Schweiz auf guten Bahnen verlaufen! Und auch da selbstverständlich nicht in Bezug auf das "Recht, nicht mehr leiden zu wollen", sondern ganz konkret in Bezug auf die Rolle von Sterbehilfe-Organisationen - in ihrer Funktion als "Anti-Ärzte".

Geht die Sterbehilfe heute zu weit?

2013-11-17 13:37:29
Danke für diese schöne Gesamtsicht!

Für die Schweiz kommt ja noch zweierlei hinzu: 1. Das bisherige Geschäft mit der "Vergoldung" von europäischer Bandenergie durch Pumpspeicherwerke wird verdorben durch grössere Mengen von erneuerbarem Strom, der gerade dann anfällt (tags und im Winter) wenn das alte Modell durch Spitzenpreise am vorteilhaftesten war. In einem erneuerbaren Strommarkt sind Pumpspeicher in der Schweiz zwar noch immer ein potentiell gutes Geschäft (dank Topographie und Klima ist die Schweiz dafür prädestiniert, eine "europäische Batteriefunktion" zu übernehmen, aber jetzt müsste es umgekehrt funktionieren - was aber durch das Nicht-Abschalten der künstlich verbilligten Kohle- und Kernkraftwerke bisher nicht klappt. 2. Obwohl die Schweiz in einem europäischen Strom-Verbund eine bedeutende Rolle spielte und weiter spielen könnte, hat sie vermutlich sehr wenig mitzureden - als EU-Nichtmitglied. Was andernorts zwar wünschbar sein kann, hier aber sicherlich ein Nachteil.

Warum der Strommarkt nicht funktioniert

2013-11-15 22:36:35
@Herr Schäublin

Ich verleugne doch nicht dass die Arten, wie Menschen leiden und sterben unendlich verschieden sind: da kann man nicht aus "Beispielen" allgemeine Schlüsse ziehen! Ich wehre mich nur gegen die implizite Schwarz/Weiss-Malerei dieser Sterbehilfe-Debatte. Und falls Sie in meinem Votum ebenfalls nach dem klaren "Ja" oder "Nein" im Sinne dieser Schwarz/Weiss-Malerei gesucht haben - und vielleicht irgendwie die Aussage herausgelesen haben, ich wolle irgendwem irgend etwas verbieten: Das ist tatsächlich nicht meine Aussage!

Geht die Sterbehilfe heute zu weit?

2013-11-15 22:01:10
"Freier Markt" als Vehikel für das Gegenteil...

Schon immer war der Strommarkt hochgradig von politischen Entscheiden und Subventionen abhängig - und seit der sogenannten "Marktöffnung" in Europa ist er es mehr denn je: von einem "freien Strommarkt" ist ja wohl weit und breit nichts zu sehen! Die deutsche Förderung von Wind und Sonne, die gerade den Schweizern das lukrative Geschäft mit der "Veredelung" von Kohle- und Kernenergie durch Pumpspeicherwerke verdirbt (weil deren Spitzen netterweise tagsüber bzw. im Winter sind), ist da nur ein Beispiel von vielen. Und vielleicht ist es ja auch nicht falsch, dass man sich Einsicht in die technischen Notwendigkeiten verschafft und dann das jeweils vernünftig Scheinende eben durchsetzt - politisch, vielleicht auch mit Subventionen. Das tut man schon lange (weil man es damals sinnvoll fand) und noch immer (entgegen besserem Wissen) vor allem für die Kern- und Kohlekraft (wo man in beiden Fällen nicht versäumen darf, die der Öffentlichkeit aufgehalsten Folgekosten mit einzubeziehen!). Heute tut man es zudem, in allerdings noch immer vergleichsweise sehr viel geringerem Masse, für die "alternativen Energien", hauptsächlich Wind und Sonne. Ironisch ist dabei nur, dass ausgerechnet die Stromkonzerne, unter Berufung auf den "freien Markt", sich zu Advokaten von Kernkraft, Kohle und deren "Vergoldung" durch Pumpspeicherwerke verschreiben - die allesamt in einem wirklich freien Markt nicht die leiseste Chance hätten! Und gleichzeitig staatliche Subventionen kritisieren - obwohl sie genau an solchen Subventionen sich fett und träge gefressen haben! Irgendwann werden sie dann wohl noch die grösstenteils durch die Öffentlichkeit zu finanzierende Nachsorge und Endlagerung der alten Kernkraftwerke sich vergolden lassen, indem sie dafür zu hohen Preisen ihre "Dienste" anbieten...

BaZ und Weltwoche: Die Sprachrohre der Stromlobby

2013-11-15 21:43:21
Es gibt doch nicht nur schwarz und weiss!

Die Vorstellung, mit einer Flasche Gift einen Menschen zu besuchen, ihm dies zu überreichen und es ihn austrinken zu lassen ist für mich in höchstem Masse gruselig! Irgendwie kann ich mich mit der Vorstellung nicht anfreunden, dass dieser Mensch dem anderen einen "Dienst" erweist. Dennoch wird ja just dies behauptet, und Menschen nehmen das auf sich, investieren Zeit und Zuwendung dafür. Mir geht dann immer die Frage durch den Kopf: Wenn die gleiche Zeit und Zuwendung den Sterbewilligen in einer konstruktiven Weise geschenkt würde: Wie viel Lebensfreude und auch Lebenswillen wäre dann vielleicht in diesen Menschen doch noch zu erwecken? Was geht dadurch verloren, dass diese Aufopferung in einer solch destruktiven Weise geleistet wird? Mir will scheinen, dass es hier ja nicht nur schwarz und weiss gibt. Ich kann ja auch einem anderen Menschen nicht nur entweder das Sterben verbieten oder ihm statt dessen zum Suizid verhelfen. Es gibt doch auch die dritte Möglichkeit, einem leidenden Menschen aktiv ein Stück Lebenssinn zu schenken, durch entsprechende Zuwendung! Die natürlich niemals allgemein verordnet, sondern immer nur individuell geschenkt werden kann. Denn der "Wert des Lebens" ist ja nicht objektivierbar, etwa indem der Grad des vermiedenen Leidens gemessen wird: selbst Leiden kann für das Leben einen hohen Wert haben und ist ganz gewiss nicht per se und a priori "menschenunwürdig". Aber auch das kann natürlich niemand von aussen einfach so verordnen: Hier bin ich immer selber gefragt, meine Freiheit zu ergreifen, die darin besteht, aus dem Gegebenen meines Lebens das Beste zu gewinnen - auch wenn das Gegebene nicht immer das zunächst wünschbar Scheinende ist, nicht nur Glück und Sahnetorte. Nicht dass leidende Menschen vielleicht den Lebensmut verlieren und einen Todeswunsch äussern finde ich erschreckend, sondern die Tatsache, dass andere Menschen dies einfach stur und abstrakt als "Äusserung eines freien Entscheids" auffassen und dem Betreffenden dann schlicht ein Gift verabreichen - schluss, aus, Feierabend - "er hat es ja so gewollt"!

Geht die Sterbehilfe heute zu weit?

2013-11-15 21:42:55
Es gibt doch nicht nur schwarz und weiss!

Die Vorstellung, mit einer Flasche Gift einen Menschen zu besuchen, ihm dies zu überreichen und es ihn austrinken zu lassen ist für mich in höchstem Masse gruselig! Irgendwie kann ich mich mit der Vorstellung nicht anfreunden, dass dieser Mensch dem anderen einen "Dienst" erweist. Dennoch wird ja just dies behauptet, und Menschen nehmen das auf sich, investieren Zeit und Zuwendung dafür. Mir geht dann immer die Frage durch den Kopf: Wenn die gleiche Zeit und Zuwendung den Sterbewilligen in einer konstruktiven Weise geschenkt würde: Wie viel Lebensfreude und auch Lebenswillen wäre dann vielleicht in diesen Menschen doch noch zu erwecken? Was geht dadurch verloren, dass diese Aufopferung in einer solch destruktiven Weise geleistet wird? Mir will scheinen, dass es hier ja nicht nur schwarz und weiss gibt. Ich kann ja auch einem anderen Menschen nicht nur entweder das Sterben verbieten oder ihm statt dessen zum Suizid verhelfen. Es gibt doch auch die dritte Möglichkeit, einem leidenden Menschen aktiv ein Stück Lebenssinn zu schenken, durch entsprechende Zuwendung! Die natürlich niemals allgemein verordnet, sondern immer nur individuell geschenkt werden kann. Denn der "Wert des Lebens" ist ja nicht objektivierbar, etwa indem der Grad des vermiedenen Leidens gemessen wird: selbst Leiden kann für das Leben einen hohen Wert haben und ist ganz gewiss nicht per se und a priori "menschenunwürdig". Aber auch das kann natürlich niemand von aussen einfach so verordnen: Hier bin ich immer selber gefragt, meine Freiheit zu ergreifen, die darin besteht, aus dem Gegebenen meines Lebens das Beste zu gewinnen - auch wenn das Gegebene nicht immer das zunächst wünschbar Scheinende ist, nicht nur Glück und Sahnetorte. Nicht dass leidende Menschen vielleicht den Lebensmut verlieren und einen Todeswunsch äussern finde ich erschreckend, sondern die Tatsache, dass andere Menschen dies einfach stur und abstrakt als "Äusserung eines freien Entscheids" auffassen und dem Betreffenden dann schlicht ein Gift verabreichen - schluss, aus, Feierabend - "er hat es ja so gewollt"!

Geht die Sterbehilfe heute zu weit?

2013-11-15 16:31:06
Wo ist das Problem - abgesehen vom ideologischen?

Die Kommissionsmehrheit ist natürlich schon aus Prinzip gegen die Initiative, weil sie grundsätzlich von den Vorteilen eines "Marktes" für alles überzeugt ist, egal ob Kartoffeln, Boden, Arbeitsstellen oder was auch immer. Und schon einfach darum findet sie das ganze Anliegen "grundsätzlich falsch" - auch ohne eine einzige Kommissionssitzung. Und natürlich würde die Initiative zu einem "faktischen Verkaufsverbot" für Boden führen - denn das ist ja gerade der Zweck der Sache! Wieso dann aber keine "aktive Immobilienpolitik" mehr betrieben werden könne bleibt mir schleierhaft - es sei denn man versteht darunter, dass das Finanzdepartement ein wenig mit Boden und Immobilien herumspekuliert. Was in meinen Augen absolut nicht deren Job ist.

Kommission gegen Bodeninitiative

2013-11-13 23:08:38
Die haben mein vollstes Verständnis!

Mir würde es niemals einfallen, mir selber das Rauchen anzugewöhnen! Aber als Raucher würde ich es mir auch durch keine noch so tolle Volksabstimmung verbieten lassen. Klar, das Passivrauchen ist ein Thema - aber da wird man doch hoffentlich endlich mal auch eine Lösung finden können, die nicht nur auf der Schiene "demokratisch legitimierte Rechthaberei gegen unverbesserliche Vorgestrige" läuft, sondern wo man zwar vielleicht selber nicht geräuchert werden will, aber dennoch jedem das Recht zugesteht, aus seine eigene Art und Weise selig bzw. krank zu werden! Ist denn das wirklich so schwierig?

Der Kampf für Raucherbeizen geht weiter

2013-11-13 20:46:57
@Angelo Rizzi

Ach, so böse bin ich eigentlich gar nicht - vielleicht habe ich ein wenig zu sehr versucht, zu überzeugen? Mindestens ebenso stark war aber eigentlich meine Absicht, gute und vor allem auch für mich logische Gegenargumente zu provozieren! Denn das ist eigentlich mein Hauptproblem: Wenn ich mir die Sache ganz jenseits von Parteienlogik und persönlichen Sym- und Antipathien einfach so durchdenke, auch unabhängig von meiner Familiensituation, dann gelingt es mir bisher schlicht nicht, die Argumente der Initiativgegner schon nur zu kapieren. Die meisten taugen nur als "Schlag-Waffen", wenn man sein Urteil aufgrund von Sympathien/Antipathien eh schon verfestigt hat.

«Das habe ich mir so konkret nicht überlegt»

2013-11-13 08:05:35
Wo er recht hat hat er einfach recht!

Ich habe mit Sebastian Frehner wirklich selten das Heu auf der gleichen Bühne, aber wo er recht hat hat er eben doch einfach recht! Und die TaWo ist in dieser Geschichte schon auffallend tendenziös: Warum "kontert" S.F. denn die Argumente (mit Anführungsstrichen!) und kontert sie nicht einfach? Und was soll dieses unsinnige 33-Millionen-Argument? Für mich zeigt es eigentlich nur dass den Gegnern der Initiative wirklich langsam die Argumente ausgehen. Angenommen bisher könnten nur und ausschliesslich Renault-Fahrer ihre sämtlichen Auto-Unkosten von der Steuer abziehen, andere nicht. Das ist in Bezug auf die Betreuungskosten bisher eben so: nur wenn man das ausser Haus machen lässt kann man es abziehen, nicht aber wenn man es selber tut - und damit ja ebenfalls Kosten in Form von entgangenem Verdienst hat. Käme nun jemand und würde verlangen dass sämtliche Autofahrer den gleichen Abzug machen könnten wie die Renault-Fahrer wäre das selbstverständlich mit Steuerausfällen verbunden. Aber es würde immerhin einen Zustand beenden wo nur selektiv Einzelne bevorzugt behandelt wurden. Dass ich grundsätzlich einen Abzug für Autofahrer nicht befürworten würde ist zwar auch wahr, aber wiederum eine ganz andere Frage! Nämlich im anstehenden Fall die Frage ob ÜBERHAUPT Kinderbetreuung zu einem Abzug berechtigen soll, egal ob extern oder selber geleistet. Und wenn man dies bejaht stellt sich noch die weitere Frage, ob nicht ein erhöhter Kinderabzug den Zweck in einer noch gerechteren Weise erfüllen würde, weil er nicht die hohen Einkommen gegenüber den tieferen bevorteilen würde (wie es die gegenwärtige Lösung ja wohlgemerkt auch schon tut!). Das ist aber schon wieder die nächste Baustelle! Gegenüber dem bisherigen Zustand ist die SVP-Initiative sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung - auch wenn das Problem aller Steuerabzüge (Bevorteilung höherer Einkommen) damit noch nicht gelöst ist. Ist denn das so schwierig zu verstehen?

«Das habe ich mir so konkret nicht überlegt»

2013-11-08 16:23:17
Man muss das doch nur lesen können!

Die Aussage des Geheimdienstchefs bedeutet doch nur: Falls die Geheimdienste irgendetwas tun was nicht gesetzeskonform ist, dann sicher nur im Geheimen! Denn was ich nicht weiss macht mir nicht heiss. Alles in Butter? Leider nur solange kein Nestbeschmutzer wie dieser Snowden daherkommt: Der ist folglich schuld an allen Problemen!

Geheimdienstchef garantiert Gesetzestreue britischer Spione

2013-11-08 10:31:25
Recht im Unrecht - Unrecht im Recht?

Der Kommentar von Herrn Rutschmann impliziert dass es da Leute gibt, die einen legalen Weg hätten einschlagen können, die aber aus Faulheit oder sonstigen unredlichen Motiven es vorziehen, einen bequemen, aber illegalen Weg zu gehen. Wenn die Realität so einfach wäre würde ich ihm sofort zustimmen: "Es gibt kein Recht im Unrecht!" Tatsache ist aber dass wir ein Ausländerrecht haben das in vielen Punkten aus reinem Ressentiment entstanden ist, ohne Rücksicht auf Realitäten, menschlich und wirtschaftlich. Und so passiert es dann eben, dass Menschen mehr oder weniger gezwungenermassen Dinge "irgendwie illegal" tun, einfach weil es für sie einen legalen Weg einfach nicht gibt: der Fall ist im Recht nicht vorgesehen, wurde vergessen, oder z.B. zugunsten von irgendwelchen Ressentiments verdrängt. In anderen Worten: Es gibt tatsächlich auch Unrecht im Recht!

Sollen Sans-Papiers legal arbeiten können?

2013-11-05 09:22:01
Die Initiativgegner machen es einem wirklich nicht leicht!

Philipp Loser scheint sich in der TaWo ja recht ins Zeug zu legen gegen diese "Familieninitiative" - und das ist ja grundsätzlich schön so! Allerdings warte ich auch hier wie sonstwo schon lange - und leider vergeblich! - auf wirklich einleuchtende Argumente der Initiativ-Gegner. Drei falsche Argumente werden statt dessen immer wieder aufgewärmt, hier im Artikel auch wieder: 1. Es gehe den Initianten um die Propagierung eines Familienbilds, 2. Es soll ungerechterweise Geld von Leuten weggenommen werden die es nötiger haben und 3. Es gehe nur um die Entlastung von Reichen. Der dritte Punkt ist allerdings nicht wirklich falsch, aber er ist auch nicht wirklich richtig, da er nicht spezifisch ist für diese Initiative: Grundsätzlich kommt das Modell "Entlastung durch Steuerabzüge" immer den Reicheren mehr zugute als den Ärmeren, egal für was - auch im Fall der jetzt schon möglichen Abzüge für Fremdbetreuung. Langsam kristallisiert sich für mich eine Story heraus, wo die obigen "Argumente" eben nur noch das sind als was sie ja auch eingesetzt werden: emotionale Kampfparolen. Zunächst gab's da halt mal vor Jahren (und auch heute noch...) das Problem, dass es in der Schweiz für Frauen mit Kindern schwierig ist, eine bezahlte Arbeit anzunehmen, weil externe Kinderbetreuung nicht wie in so manchen anderen Ländern quasi als staatliche Dienstleistung für "quasi nichts" angeboten wird. Wo sich das dann jeder und jede auch leisten kann (sofern es dann auch wirklich klappt...). Besonders die "Linken" (die sich selber so verstehen) haben darum darauf gedrängt, dass man in irgendeiner Form die Fremdbetreuung gezielt fördern muss - und heraus kam der jetzt realisierte Steuerabzug. Der zwar - als Steuerabzug - den Schönheitsfehler hat dass er umso mehr entlastet je mehr man verdient und versteuert, aber immerhin. Man merke also: Hier geht es um die GEZIELTE und EINSEITIGE Unterstützung eines "Familienbilds". Und das ist auch so gewollt - und dazu könnte man meiner Meinung nach auch absolut stehen! (Warum aber tut es dann keiner??) Denn es ist heute in der Tat stossend, wenn Frauen durch Kinder zu Hause quasi angebunden sind. Den "Rechten" geht es auf der anderen Seite natürlich um garnichts anderes als darum, den "Linken" an den Karren zu fahren. So gesehen also einfach nur ein unsympathischer Racheakt, weil man "damals" den Abzug für externe Kinderbetreuung nicht verhindern konnte. Das Dumme ist dabei nur dass sie von der Logik her halt einfach Recht haben: In der Regel darf der Staat niemals irgendeine Bevölkerungsgruppe gegenüber einer anderen bevorteilen - "gleiches Recht für alle". Wobei es immer schon gewollte Ausnahmen gab, wenn z.B. Bauern subventioniert werden, aber Friseure nicht usw. usw. Zeitweise vielleicht durchaus sinnvoll, vor allem wenn da gesellschaftlich ein weitgehender Konsens herrscht. Und hier erst kommt der Punkt, wo auch diese Initiative einen Bezug zu einem "Familienbild" bekommt: Will man weiterhin ein "Familienbild" einseitig fördern (Frau arbeitet extern, Kinder werden extern betreut) das man als "fortschrittlich" betrachtet, etwa wie man vielleicht die verbesserte Isolierung von Häusern unterstützen würde weil man das sinnvoll findet - oder will man das eben nicht? Zu einem "konservativen Familienbild" ergibt sich allerdings auch hier noch kein Bezug, sondern die "Familienbild-Frage" ist und bleibt: Wollen wir gezielt Familien fördern, wo beide Eltern extern arbeiten gehen? Aber dieser Frage gehen die "linken Argumentatoren" scheinbar gezielt aus dem Weg - weil sie vielleicht Angst haben, auf diese Weise keine Mehrheit gewinnen zu können? Vielleicht würden sie das in der konservativen Schweiz tatsächlich nicht; sie hätten dafür allerdings wenigstens über diejenige Frage diskutiert um die es geht - anstatt über irgendwelche strategisch ausgewählten Kampf- und Scheinargumente! Selber ich da dann halt immernoch - und GERADE auch nach der Lektüre der "linken Argumente", die für mich eben keine sind! - für die Annahme dieser Initiative. Zumal die realen Familiensituationen ja sehr viel komplizierter sind als hier suggeriert wird. Und das Problem mit der "Reichen-Förderung" ja auch nur emotionalisierter Unsinn ist, weil unter diese "Reichen" ja z.B. auch schlicht jede kinderreiche Familie fällt, wo mit noch so vielen Fremdbetreuungs-Steuerabzügen eine Fremdbetreuung unerschwinglich bleibt. Und die Mutter sich dann fragt: Warum soll meine Betreuungsleistung jetzt nur darum nicht förderungswürdig sein weil ich die Kinder nicht nur betreue, sondern auch schon auf die Welt bebracht habe? Dies nur EIN Beispiel.

Kampf um die heilige Familie

2013-11-01 09:27:35
@ Angelo Rizzi

Natürlich sind "Betreuung" und "Erziehung" verschiedene Dinge, aber als Eltern tut man doch schlicht und einfach beides! Dass Sie das hier so sehr trennen wollen scheint mir eine Art Hilfskonstrukt, um etwas zu verstehen was ich hierzulande einfach nicht kapieren kann - siehe weiter unten. Und klar kann man der Meinung sein, dass auch alles beides "Privatsache" sei. Nach dem Motto "selber schuld wenn ihr Kinder habt". Was ja auch stimmt wenn man sich vorher irgendwas dabei gedacht hat. Zu Recht sieht der Gesetzgeber aber Kinder trotzdem nicht NUR als persönliches Hobby an das man sich halt leisten können muss, sondern AUCH als eigenständige Personen, die niemandem "gehören", aber Zuwendung brauchen. Und er sieht diese Zuwendung nicht zwingend NUR als den Job der Eltern an (z.B. indem er Schulgeld zahlt, jedenfalls solange man die Kinder in eine staatliche Schule schickt) - und über die Frage "wie viel", die ja auch eine Ermessenssache der Gemeinschaft ist, stimmen wir jetzt letzlich ab. Da kann man mit gutem Recht verschiedene Ansichten haben. Was für mich aber eine irgendwie "typisch schweizerische Blockade" ist ist die Annahme, dass selber geleistete Arbeit "nichts kostet". Dabei wäre die Rechnung rein ökonomisch doch sehr einfach: Wer nicht extern (gegen Geld) betreuen lässt, sondern statt dessen selber betreut, verzichtet in dieser Zeit auf ein Einkommen. Dass man im Alltag nicht immer so rechnet (wenn man z.B. die billigen Ikea-Möbel selber zusammensetzt usw.) bedeutet noch lange nicht dass die Rechnung nicht ökonomisch trotzdem stimmt! Aber aus mir völlig unerfindlichen Gründen scheint so etwas hierzulande nicht verstanden zu werden - in einem Land wo man in ökonomischen Dingen sonst eigentlich recht realistisch denkt! Ein anderes Beispiel in die gleiche Richtung: Wenn ich meine alten Eltern betreue bekomme ich keinen Rappen von niemandem. Ok, vielleicht Steuerabzüge - aber sicher nicht das was möglich wäre wenn ich dafür jemanden anstelle. Und das gleiche dann wiederum wenn es darum geht, etwa eine Frau in den Wochen nach einer Geburt zu entlasten: nur wenn ich es extern machen lasse wird dafür etwas bezahlt, nicht wenn ich dafür z.B. auf Einkommen verzichte indem ich unbezahlten Urlaub nehme... Für mich von der Logik her alles sehr ähnlich gelagerte Fälle: Man kann in jedem Fall darüber streiten ob dafür die Allgemeinheit etwas beitragen soll, aber meines Erachtens sollte die Eigenleistung dann mit der Fremdleistung doch immer gleichwertig gesehen werden!

«Staatsmütter» gegen «Staatskinder»

2013-10-31 21:41:13
@ Alex Schaub apropos kriminelle Ausländer

Die SVP arbeitet hier natürlich nicht mit völlig freien Erfindungen, sondern mit Halbwahrheiten - und die sind oft noch perfider und wirkungsvoller als volle platte Lügen!

«Staatsmütter» gegen «Staatskinder»

2013-10-31 21:30:34
Zweierlei Wohnungen

Es gibt bekanntlich zweierlei Wohnungen: solche zum wohnen und solche für die Kapitalrendite. Dumm nur wenn man das Pech hat, in einer Wohnung von der zweiten Kategorie auch noch wohnen zu wollen! Und Pech auch dass das einen Grossteil der Bevölkerung betrifft... Zum Verständnis: Wohnungen (oder eher Häuser) zum wohnen werden in erster Linie verkauft, und Wohnungen für die Rendite werden vermietet. Mit Ausnahmen: Eigentumswohnungen bauen und verkaufen für den ganz schnellen Reibach, oder vermietete Wohnungen, die (noch?) nicht "professionell bewirtschaftet", sondern einfach ganz altmodisch mit gesundem Menschenverstand vermietet werden: da haben die Mieter dann (noch?) Glück!

Preise für Wohneigentum steigen moderater als die Mietpreise

2013-10-31 13:39:08
Leider kann man es auch hier nicht besser kapieren!

Ich bin ja wahrhaft kein SVP-Liebhaber - insbesondere wenn sie wieder zu einer neuen Ausländer-Hatz blasen oder ihre "Mein-Auto-fährt-auch-ohne-Wald"-Ideologie vertreten. Aber in diesem speziellen Punkt kann ich bis heute nicht verstehen, wieso diese "Familieninitiative" irgendwelche "Familienmodelle" bevorzugen soll!? Und wenn ich dann lese, dass "vor allem gutsituierte Einverdiener-Fami­lien profitieren" dann muss ich sagen: hier lässt sich die Argumentation wahrhaft auf SVP-Niveau hinab: Es mag diese Familien zwar AUCH geben, und sie mögen AUCH profitieren, aber es gibt sehr wohl auch Einverdiener-Familien, die keineswegs so wahnsinnig gut situiert sind - und die sich Fremdbetreuung trotzdem nicht leisten können, beispielsweise weil sie mehr als 2 oder 3 Kinder haben! NB: Was ich hier konkret mit SVP-Niveau meine ist: Man erfindet sich irgendein Feindbild (z.B. die "kriminellen Ausländer"), lädt es irgendwie emotional auf und schlägt dann darauf ein, völlig unabhängig von dessen realer Relevanz. Dass am Ende natürlich die Gefahr droht dass der gleiche Topf auf mehr Familien verteilt wird ist vielleicht für diejenigen ärgerlich, die im Moment profitieren - während es bisher eher für diejenigen ärgerlich war die nicht profitiert haben. Und dass tatsächlich ganz besonders Bedürftige am Ende nichts bekommen werden liegt ja wiederum nicht daran, sondern am Konzept: wer eh schon keine Steuern mehr bezalt profitiert auch von keinem zusätzlichen Abzug mehr! Aber das ist wieder ein anderes Problem. Kurz: ein für mich ziemlich unsachlicher Artikel - der bei mir eine vielleicht etwas zu emotionale Reaktion hervorgerufen hat...

«Staatsmütter» gegen «Staatskinder»

2013-10-30 11:36:10
"latentes Risiko einer ungeplanten Ausserbetriebnahme"

Dann hoffen wir mal dass in den nächsten 6 Jahren dieses "latente Risiko einer ungeplanten Ausserbetriebnahme" dieses Uralt-Reaktors nicht doch noch in Form eines Unfalls zuschlägt!

In sechs Jahren stellt die BKW das Atomkraftwerk Mühleberg ab

2013-10-27 21:22:24
Das ist doch gerade das Problem, Frau Schneeberger

"Der Lohn in einem Unternehmen hängt davon ab, wie die Firma wirtschaftet. Ist sie sehr erfolgreich, resultieren für alle höhere Löhne als in einer Branche oder einem Sektor, dem es nicht so gut geht." Das mag ja grundsätzlich stimmen, aber entscheidend ist doch, dass über die letzten Jahrzehnte der Zuwachs an Produktivität im Durchschnitt eben NICHT allen zugute kam, sondern bevorzugt denen die schon vorher viel mehr hatten! Dass also die Dynamik eine falsche ist, dass die Entwicklung in die falsche Richtung läuft. Und dass diese zwar auch Steuern und Sozialabgaben ist ja schön und gut, aber schlecht geht es ihnen darum ja noch lange nicht. Im Gegenteil besteht doch ein Problem genau darin, dass sich Wohlhabende ab einem gewissen Niveau - ob nun genau 1:12 oder 1:20 oder was auch immer - schlicht nicht mehr wirklich vorstellen können dass andere das Geld tatsächlich zum Lebensunterhalt benötigen! Dass es also nicht eine Frage des Prestiges ist, mehr als der andere zu bekommen, sondern dass die Frage schlicht und einfach die ist, ob man sich die nächste KK-Prämien-Erhöhung noch leisten kann! Und in diesem Auseinanderdriften, das seit einigen Jahrzehnten in der CH sich beschleunigt, liegt Sprengstoff für die Zukunft. Und lieber als eine 1:12-Initiative wäre es mir ja auch, wenn die von Ihnen so sehr verteidigten Unternehmer und CEOs das selber begreifen würden und entsprechend handeln! Dass sie also FREIWILLIG SOZIALE VERANTWORTUNG übernehmen würden - und nicht nur zähneknirschend ihre Steuern und Sozialabgaben "abdrücken". Um dann im Parlament bei nächster Gelegenheit für eine Senkung des Spitzensteuersatzes zu lobbyieren... Man kann auch sagen: Anstatt dass die sog. "Drittwelt-Länder" sich den "Erstwelt-Ländern" annähern, die sich nicht zuletzt im Verhältnis zwischen Spitzen- und Niedriglöhnen unterscheiden, geht die Entwicklung in die umgekehrte Richtung: auch die Schweiz entwickelt sich in Richtung "Dritte Welt", mit eingemauerten, bewachten und gesicherten Reichen-Ghettos, und daneben eine wachsende Zahl von "working poor", bisher meist noch ziemlich gut versteckt in diesem Lande. Anstatt hier gegen die 1:12-Initiative zu weibeln: Sagen Sie Ihren Wirtschaftsfreunden doch mal dass sie auch eine soziale Verantwortung haben - und dass sie damit solche tatsächlich nicht sehr "schönen" Initiativen schlicht unnötig machen könnten! Schönes Manager-Blabla über "Verantwortung" usw. hören wir ja schon immer wieder, aber es reicht halt leider nicht wenn dann keine wirklichen Taten folgen, sondern am Ende doch wieder nur der Aktienwert und die Kapitalrendite als einzige wahre Ziele verfolgt werden (und der Rest geht an die "Corporate Communication"-Abteilung...)

Soll sich der Staat in die Wirtschaft einmischen?

2013-10-27 21:01:08
@Alois Karl Hürlimann

Ich finde Ihr Beispiel wunderbar! Es würde einen jetzt noch interessieren, ob es eigentlich schon "1:12-relevant" wäre. Anders gesagt: Verdient der Herr Professor Abteilungsleiter mehr als 12x den Lohn einer Anfänger-Pflegekraft oder nicht? Ich würde mich nicht einmal wundern wenn selbst hier diese Relation noch nicht ganz erreicht wäre, oder wenn sie nur unwesentlich überschritten würde! In anderen Worten: Ich vermute, dass die Exzesse eher nicht bei den Spezialisten stattfinden, sondern einzig und allein bei denjenigen Leuten, deren Hauptqualifikation deren Nähe zu den Geldtöpfen ist - aus denen sie sich dann quasi selber bedienen können.

Notwehr oder Frontalangriff?

2013-10-27 20:52:10
Lieber Daniel Hage

Ich glaube ich habe Sie ganz gut verstanden - und hatte auch nicht die Absicht, Ihnen zu widersprechen! Ich wollte die Sache nur noch einmal von einer anderen Seite beleuchten - aber ich war mir durchaus bewusst dass es auch so noch immer die gleiche Sache ist. Aber ich habe auch früher im Leben oft gemerkt, dass die Leute einen oft nicht recht verstehen wenn man ihnen zustimmt: Man ist Kritik viel mehr gewohnt und erwartet oft nichts anderes... Kein Problem also!

Notwehr oder Frontalangriff?

2013-10-27 11:16:18
@Daniel Hage

Man kann Ihre Logik auch umdrehen: dadurch wird sie zwar nicht besser (im Gegenteil!), aber es springt noch eine kleine Erkenntnis dabei heraus. Man kann sich nämlich fragen: Wenn man von einem Gegensatz von "Staat" und "Wirtschaft" spricht, meint man ja ganz offensichtlich implizit NICHT dass es sich da um die gleiche Gesamtheit handelt! Was dann aber sonst? Offensichtlich schaut man da nur auf die prominentesten Vertreter, die "Führungsfiguren", also einerseits CEOs, Verwaltungsräte, Financiers usw., und andererseits die Vertreter von Exekutive, Legislative und Judikative. Und da ist es eigentlich sogar ganz gut wenn es sich nicht um die gleichen Personen handelt! Andernfalls würde man von "Filz" sprechen. Hingegen ist es sehr wohl wichtig, dass die beiden Seiten sich GEGENSEITIG in ihren jeweiligen Rollen respektieren und akzeptieren. Leider ist das zur Zeit immer weniger der Fall, bzw. es ist immer einseitiger. Die Regierung, die dafür zuständig wäre, in erster Linie das Gemeinwohl im Sinn zu haben - "gleiche Rechte und Pflichten für alle" - lässt sich ihre Agenda immer mehr von den Wirtschaftsführern diktieren (siehe "Stockholmsyndrom der Basler SP-Regierungsräte in der aktuellen TaWo), und diese wiederum schauen, wie sie es drüben in Amerika wieder mal so treiben. Egal ob das nun sinnvoll ist oder nicht! Und allein schon aus dieser permanenten Faszination für alles was von dort drüben kommt ergibt sich ein gewisser Sog - am Ende einfach doch gleich auch dorthin auszuwandern, den Geschäftssitz zu verlegen, usw. Da wäre dann eine angenommene 1:12-Initiative nur noch eine willkommene Ausrede, das zu tun was man am liebsten eh schon immer wollte!

Notwehr oder Frontalangriff?

2013-10-25 13:53:07
@Maya Eldorado

Marc Bürgi fasst die heute gängigen Zielvorstellungen für "Schulbildung" doch schön zusammen (neben seinem ideologischen Credo, das damit aber wenig zu tun hat: von der SP bis zur SVP herrscht doch der gleiche Staats- und Wirtschaftsglaube!): "Man" erwartet heute von den Schulen, dass sie möglichst gezielt für die Wirtschaft "produzieren". Das war nicht immer so: Es gab auch mal eine Zeit - vor vielleicht 100 Jahren oder so - wo die Schule für den Staat "produzieren" sollte. "Gute Staatsbürger". Oder in einigen Ländern auch Kanonenfutter. Es ist zu hoffen dass es irgendwann auch mal Mainstream sein wird, die Entwicklung der jungen Menschen SELBER als primäres Ziel der Schulbildung zu definieren! Denn was geht es schon uns alte Knochen an was unsere Kinder gelegentlich mal aus ihrem Leben machen wollen? Unser Job ist es nicht, sie auf irgendeine bestimmte, von uns ausgedachte Zukunft hin zu trimmen, sondern ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, einmal ihr Leben selber in die Hand zu nehmen. Egal was irgendwelche Behörden oder Manager dazu sagen.

Das Baselbiet will seinen Gymnasiasten PPP verwehren

2013-10-25 09:16:07
NEIN, der Staat soll sich nicht ganz generell einmischen, aber...

Der Staat soll und muss sich in die Wirtschaft nur genau da einmischen wo deren Akteure es nicht fertig bringen, selber ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen! Sprich: Wenn sie sich schamlos aus den Kassen der Firmen bedienen (natürlich nicht direkt, sondern mit Hilfe von "Spezis", denen man es dann bei Gelegenheit zurückzahlt...) anstatt die Gewinne dort einzusetzen wo sie der Wirtschaft = dem Gemeinwohl (nicht nur den Aktionären!) am meisten dienen. Es gibt das schöne altmodische Wort "Eigentum verpflichtet": Leider ist nicht nur das Wort, sondern auch dessen Inhalt heute ein wenig verloren gegangen. Wäre es das nicht dann bräuchte es auch keine 1:12-Initiative. Denn dass die Vielverdiener auch viel Steuern zahlen ist zwar teilweise richtig - aber meist eher nicht deren Sinn für das Gemeinwohl zu verdanken: Oft genug ist es ja auch nur noch die "Reststeuer", die sich nicht wegoptimieren lies... (Wobei ich bewusst "meist" und "oft" schreibe, da es vermutlich auch heute noch Wohlhabende gibt, die sehr wohl einen Sinn für's Gemeinwohl haben - und denen man Unrecht täte wenn man auch sie in diesen Topf werfen würde!) NB: Dass Frau Schneeberger sich nicht für Umverteilung einsetzen würde ist ja wohl nicht ganz richtig - solange nur die Umverteilung von unten nach oben geht!

Soll sich der Staat in die Wirtschaft einmischen?

2013-10-25 08:04:16
Da kann ich mir doch einen Hinweis nicht verklemmen...

Irgendwie kommen einem solche Diskussionen so eigenartig vor nachdem die Bevölkerung doch die Initiative für freie Schulwahl so haushoch verworfen hat: Man konnte fast meinen, die Leute wollten sich wirklich von ihren Bildungsbehörden alles vorschreiben lassen! Scheint ja nicht wirklich so zu sein... Aber interessant ist da der erste Reflex dieser Behörden: Nicht etwa einem aufkommenden Wunsch oder Bedürfnis in irgendeiner Form entgegen kommen (wie es sich für eine solche Behörde gehören würde die sich als "Dienstleister für die Bevölkerung" versteht!), sondern erst mal ein Verbot aussprechen. Ja, auch in der "freien Schweiz" wollen Freiheiten immer wieder neu erkämpft sein!

Das Baselbiet will seinen Gymnasiasten PPP verwehren

2013-10-24 13:39:33
Ist der Verursacher eines Unglücks oder dessen Verkünder zu beschuldigen?

Mir will scheinen, dass Sheldon hier die Verhältnisse ein wenig umdreht! Wer gefährdet denn hier den Tariffrieden? Seiner Meinung nach sind es dumme Menschen, die zu Unrecht massvolle und bescheidene Schweizer Topmanager beschuldigen, Lohnexzessen im US-Stil zu frönen - und keineswegs diese Topmanager selber, die sich tatsächlich von US-Exzessen zu eigenen Lohnexzessen anregen lassen! Er macht also den Boten für das Unglück verantwortlich dessen Verkünder er nur ist. Denn dass ein sich immer mehr öffnendes Lohnband ein Unglück für die gesamte Gesellschaft ist halte ich für sehr wahrscheinlich - und es ist meines Erachtens auch nicht einfach nur Sache der Firmenbesitzer (Aktionäre), hier über das rechte Mass zu entscheiden: grosse Firmen sind Organisationen, die die Öffentlichkeit sehr wohl auch etwas angehen! Aber da gehen die Meinungen ganz offenbar weit auseinander (und die "Abzocker-Initiative" war hier eindeutig ein Schritt in die falsche Richtung - angenommen durch eine Bevölkerung, die vermutlich genau das Gegenteil zu tun meinte...).

«Es droht der Überwachungsstaat»

2013-10-22 08:44:33
Recht so - schlagt diese höheren Löhne auf die Kleiderpreise bei uns!

Auch wenn die Monatslöhne auf 75 EUR erhöht würden und diese Kosten voll auf die Kleiderpreise geschlagen würden wäre das für uns noch kaum zu bemerken! Während den Näherinnen zumindest ein kleines Stück weit geholfen wäre. Möglich ist höchstens dass die internationalen Modeketten den Aufschlag prozentual immer auch auf ihre eigenen Margen anwenden: Nur so würden sich für uns die Preise merklich erhöhen. Dann allerdings nicht mehr zugunsten der wirklich Bedürftigen - auch wenn es sicher auch in diesem Fall so verkauft würde!

Textil-Mindestlohn in Bangladesch soll angehoben werden

2013-10-18 12:57:21
Lizenz-Einnahmen!

Aus der gemeinsamen Forschung zwischen Uni und Firmen können sich ja auch finanzielle Gewinne ergeben, und wie auch mit diesem Thema scheinbar fahrlässig umgegangen wird habe ich erst hier gelernt: http://infam.antville.org/stories/2123426/

Jetzt muss die Uni Basel nachziehen

2013-10-14 10:21:08
Vertrauen - Hoffnungen - Befürchtungen

Es ist klar: In dieser Debatte geht es nicht um Fakten, sondern um Hoffnungen und Befürchtungen - und letztlich um Vertrauen. Und dieses Vertrauen verdienen die fleissigen Datensammler in meinen Augen nicht in der pauschalen Form wie es hier (wieder einmal!) gefragt ist! Selbstverständlich ist es sinnvoll, wenn der Datenaustausch zwischen Ärzten und Spitälern zuverlässiger und kompletter funktioniert als bisher, wie Herr Martens in seinem Kommentar schreibt. Nur wäre das doch selbstverständlich auf den Kreis derjenigen Personen zu begrenzen, die unter das Arztgeheimnis fallen; Apotheken wären also schon nicht dabei! Von Pharmafirmen usw. völlig zu schweigen, selbst in "anonymisierter Form", denn diese Anonymisierung ist bei den anvisierten Datenmengen (und Verknüpfungsmöglichkeiten!) sowieso illusorisch. Schliesslich ist gerade das von Herr Stolz so sehr betonte Konzept des "Datenschutzes auf Anfrage" in meinen Augen nicht praxistauglich: Wer weiss denn überhaupt was wo über ihn oder sie in irgendwelchen Datenbanken gespeichert ist? Und selbst wenn es irgendwelche Kanäle gäbe, über die das in Erfahrung zu bringen wäre: Wie viele Leute werden Zeit und Aufwand betreiben können, um da wirklich ihre qualifizierten Einstellungen machen zu können? Der Normalsterbliche ist ja schon bei den Tarifen der Mobiltelefongesellschaften am Ende seines Lateins! Drum meine pauschale Antwort auf die pauschale Frage: Nein! In ganz spezifischen Anwencungen (z.B. Datenaustausch zwischen Ärzten und Spitälern) sehe ich hingegen sehr wohl ein positives Potential.

Nützen Personendatenbanken der Bevölkerung?

2013-09-25 08:15:52
@ T. Loetscher zum Thema Religionsfreiheit

Durch einen Kleiderzwang (Burka-Verbot) jemanden von einem Kleiderzwang (Burka tragen müssen) "befreien" zu wollen ist einfach nur pervers. Denn anstatt anderen Religionsfreiheit zu bringen schaffen wir sie hier bei uns ab - "im Namen der Freiheit"! Soll das etwa ein Fortschritt sein?

Französischer Geschäftsmann will im Tessin Burka-Busse übernehmen

2013-09-24 07:39:51
@ Heiner Schäublin

Sie wollen also sagen, Frauen seien nur zu Geplapper und Dampfgeplauder fähig ?? Haben Sie schon mal eine echte lebende Frau gesehen? Oder gar mit ihr gesprochen??

Die Quotenkillerinnen legen los

2013-09-23 20:42:14
Gerade drum!

Gerade WEIL ich überzeugt bin, dass Frauen in höheren Management-Positionen gewiss ebenso viel leisten können wie Männer bin ich FÜR eine Geschlechterquote! Denn die Tatsache dass die Frauen TROTZ ihren durchaus ja vorhandenen Fähigkeiten derart krass untervertreten sind beweist ja gerade, dass das mit der "Leistungs-Aulese" eben überhaupt nicht stimmt.

Die Quotenkillerinnen legen los

2013-09-22 21:27:21
Für so ein Ergebnis muss man sich einfach nur schämen!

Was ist die praktische Folge dieses Entscheids? 1. Im Tessin wird es praktisch keine haben, weil eh praktisch niemand mit einer Burka herumläuft. 2. Die Geschichte wird aber durch die Weltpresse gehen - und als das genommen werden was sie ist: ein Ausdruck einer irrationalen und ganz allgemeinen Islamfeindlichkeit. Kurz: Alles genauso wie bei der Minarett-Initiative! Klar, es gibt viele andere auf der Welt, die so intolerant denken - durchaus auch in muslimischen Ländern. Nicht zuletzt aber auch unter Menschen, die sich selber "christlich" nennen, obwohl eine solch intolerante Gesinnung jeglichem christlichen Geist diametral widerspricht. Wollen wir uns wirklich in diese schlechte Gesellschaft von religiösen Hetzern begeben?? Auch wenn wir als BS-Bewohner sagen können, wir hätten das gleiche Ansinnen ja wenigstens abgelehnt: Wir werden dennoch in den gleichen Topf geworfen werden - denn wer kennt sich in Djakarta, New York oder Lagos schon aus mit solchen Finessen der CH-Geographie?

Tessin sagt als erster Kanton Ja zu Verhüllungsverbot in Verfassung

2013-09-20 12:55:35
Immer nur werden die "Basis-Prämien" diskutiert!

Dabei ist gerade für Leute, die sich schon lange keine niedrigen Franchisen mehr leisten können die Frage viel wichtiger: Wie hoch wird der Anstieg sein bei der maximal möglichen Franchise? Denn das betrifft die Leute denen es am meisten "weh tun" wird!

Krankenkassenprämien steigen wohl stärker als angenommen

2013-09-19 08:02:13
Die Schweiz als "Hort der Freiheit" ist ein deutscher Traum!

In vieler Hinsicht geht es mir ja ähnlich wie Herrn Teuwsen, nur dass ich nicht erst mit 6 Jahren, sondern seit Geburt in der Schweiz lebe - allerdings mit einem deutschen Familien-Hintergrund: Man muss sich in gewisser Weise die Schweiz tatsächlich erst "erarbeiten"! In einem Punkt muss ich Herrn Teuwsen aber widersprechen, und zwar wenn er sagt "Die Schweiz sollte ihre Stellung ausserhalb der EU nutzen, um sich als ein Land zu profilieren, wo der Bürger frei ist." Denn meinem Verständnis nach herrscht genau hier ein ganz riesiges Missverständnis zwischen Deutschen und Schweizern: Die Freiheit, die man sich als Deutscher wünscht ist keineswegs die Freiheit, die die Schweizer haben oder überhaupt nur haben wollen! In jedem Fall ist es nicht die Freiheit des Bürgers, also etwa im Sinne von: Ich nehme mir die Freiheit, gewisse Dinge anders zu tun als mein Nachbar - und ich gönne es dem Nachbarn von Herzen, dies ebenfalls zu tun! Die Freiheit, die man in der Schweiz versteht, ist einerseits der reine Wirtschaftsliberalismus (allerdings in einem Land mit zum Teil noch sehr stark kartellartigen Wirtschaftsstrukturen), und andererseits die politische Mitbestimmung. Ist die Abstimmung allerdings gelaufen, dann verhält man sich als "Untertan", nicht als "freier Bürger"! Auch bei den Parteien findet man als Liebhaber von "Bürgerfreiheiten" in der Schweiz keine Verbündeten: Rechts: Die "Freiheit", von der man bei der SVP redet, ist reine Folklore! Im Sinne des "Blocher-Prinzips" hat der Angestellte/Untertan ja sowieso nichts zu melden - ausser seinem Chef zuzujubeln. "Bürgerliche Mitte", also FDP bis CVP & Co.: Als ich einmal bei einer Podiumsdiskussion über die freie Schulwahl dabei war, sass auch unser Basler "Erziehungsminister" Christoph Eymann mit auf dem Podium. "Liberal" seinem Parteibüchlein nach! Was er da aber vertrat hätte dem strammsten SED-Funktionär zur Ehre gereicht. Auch nur ein Hauch Verständnis für das Anliegen war schlicht nicht vorhanden. Hier ist "Liberalismus" also reiner Wirtschafts-Liberalismus: Firmen können weitgehend tun und lassen was sie wollen - intern funktionieren sie aber wie eine Monarchie im 18./19. Jahrhundert. Und wie sich zeigte ist Herr Eymann damit in der Schweiz voll im "Mainstream": Wo immer über das Anliegen "freie Schulwahl" abgestimmt wurde war die Ablehnung mit rund 80% haushoch! Schaut man zuletzt noch nach links (SP, Grüne, die sich ja seltsamerweise ebenfalls als "links" verstehen), dann findet man auch da durchaus "Freiheits-Rhetorik", sogar zum Teil im Sinne von Bürgerfreiheiten (Beispiel: Datenschutz). Aber zugleich sind die Leute an diesem Ende des Spektrums auch von Ideen (zum Teil durchaus guten!) oder gar Idealismus getrieben - und wenn's drauf ankommt sind diese Ideen dann am Ende immer doch noch wichtiger als die Freiheit des EInzelnen: viele kleine Möchtegern-Hugo-Chavez sind da am Werk! Kurz: die Schweiz als "Hort der Freiheit" ist ein deutscher Traum! Nicht zuletzt ist ja auch "Wilhelm Tell" den Schweizern von einem Deutschen "untergejubelt" worden!

«Ich musste mir die Schweiz erarbeiten»

2013-09-18 13:16:44
Vorteile der Einheitskasse - und deren Ausgestaltung

Die Argumente 1. und 3. von Frau Fehr für eine Einheitskasse sind natürlich absolut überzeugend - und reichen eigentlich auch schon aus. Ob es (im Sinne von Argument 2.) einen "Wettbewerb um gute Qualität" gäbe kann ich allerdings weniger sehen: Sie setzen also voraus, dass diese Kasse immer noch kantonal geregelt wäre, mit weiterhin kantonal/regional unterschiedlichen Prämien? Und die sollen dann miteinander "konkurrieren"?? Auf der anderen Seite meint Herr de Courten, die Einheitskasse sei ein "Schritt hin zur Staatsmedizin": Mit Verlaub - diesen Schritt haben wir längst getan - mit der Einführung des KK-Obligatoriums! Die Frage ist doch nur noch, ob jetzt jemand an diesem staatlich garantierten Monopol-Topf sich auch noch - privat! - eine goldene Nase verdienen darf (auf unsere Kosten!) oder ob hier endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden. Denn auch so nur lässt sich die Risikoselektion wirklich eindämmen, wie Sie das fordern: Bisher ist doch die einzig wirklich wirksame Art, wie KK sich voneinander abheben können, ein kleiner Vorsprung in der Disziplin "Risikoselektion" - um immer ein wenig schneller zu sein als der sogenannte "Risikoausgleich". Ganz gleich wie der "Wettbewerb" zwischen Spammern und Spamfilter-Herstellern. Zuletzt sei allerdings auch erwähnt dass das System der Prämienentlastung natürlich ebenfalls abgeschafft gehört: Warum sollen wir neben dem hochkomplexen System der Steuererhebung noch ein zusätzliches System aufbauen welches ebenfalls ein Stück weit Einkommensabhängigkeit erzeugen soll? Konsequent wäre da meines Erachtens nur: Prämien direkt via Steuern bezahlen! Auch dies ist doch nur eine logische Folge des vor Jahren beschlossenen ersten Schritts: der Einführung des KK-Obligatoriums.

Braucht die Schweiz eine Einheitskasse?

2013-09-17 08:31:26
Nagelprobe

Eine Nagelprobe ob die Basler Regierung ihr Engagement wirklich ernst meint - oder nur das Geld des Sponsors sieht: Wird auch das Fibl eingeladen, im Basler Stand einen Beitrag zu leisten? Immerhin ist das auch ein "Markenzeichen der Region Basel"! Natürlich sind aus dieser Richtung keine Sponsorengelder zu erwarten, sondern es bräuchte vielmehr eine finanzielle Unterstützung, um so etwas möglich zu machen... Wir werden sehen!

Mit Syngenta für eine bessere Welt

2013-09-17 08:28:58
Einerseits und andererseits...

Klar - auch bei mir geht eine rote Flagge hoch wenn ich schon nur den Namen "Syngenta" höre! Aber eigentlich ist das natürlich dumm: man sollte sich in seine Feindbilder ja auch nicht zu sehr verlieben. Grossen Konzernen geht es "at the end of the day" (um im amerikanischen Slang zu sprechen) ja immer nur um eins: Geld verdienen. Ob man zu diesem Zweck Naturlandschaften pflegt oder seine Grossmutter verkauft ist dabei herzlich egal. So unsympathisch dieser Zynismus ist, so sehr ist darin doch auch eine Offenheit enthalten: Man würde sofort auch Bioprodukte herstellen, fördern, vertreiben... - wenn bzw. sobald damit ein Geschäft zu machen ist! Grundsätzlich halte ich also auch für möglich, dass irgendwann selbst Firmen wie Syngenta auf diesen Zug aufspringen werden. Wenn man dann aber das im Artikel verlinkte Porträt von Michael Mack in der bz (wieder) liest dann ist allerdings auch klar: So weit sind wir noch nicht! Hier ist ganz offensichlich ein Überzeugungstäter am Werk, vielleicht fast ein Fanatiker, sicher aber ein Schmalspur-Denker - und die oben als Möglichkeit angesprochene Offenheit ist wohl unter diesem CEO kaum zu erwarten. Schade!

Mit Syngenta für eine bessere Welt

2013-09-16 10:04:40
Schon wieder ein neues Wundermittel!

In der Medizin ist man heute ja stolz darauf, dass man den Leuten Mittel und Therapien verschreibt deren Nutzen einigermassen erwiesen ist. (Auf Fragen von Schul- und Alternativmedizin will ich mich hier jetzt nicht einlassen.) Geht es aber ums Gesundheitswesen scheint jede Art von Quacksalberei willkommen um Therapien zu vermeiden die wirklich etwas nützen würden! Wir hatten da in den letzten Jahren die "Managed Care", jetzt die "Fallpauschalen" in den Spitälern - und vieles mehr. Und genau nach einer neuen solchen Quacksalberei sieht für mich diese Idee des einheitlichen Gesundheitsdatensystems aus (selbst wenn es vielleicht den einen oder anderen praktischen Vorteil wirklich haben kann). Da haben irgendwelche amerikanischen Forscher irgendwelche Statistiken gemacht, die einen Effekt irgendwie "beweisen" usw. usw... Voraussichtliche weitere Entwicklung: Die Idee wird nach einigem Hin und Her in ein neues Gesetz gegossen (denn Ideen wo am Ende eine Datenbank entsteht sind heute per se am Ende "überzeugend"!) und umgesetzt. Und dann wird die Einführung der e-Patientenkarte als "Grund" herhalten müssen für die nächste 20-prozentige Steigerung der KK-Prämien! Was fehlt: Anstatt Wundermittel zu suchen und durchzudrücken wäre es ausgesprochen hilfreich, einfach einmal die Probleme transparent zu machen: Wo entstehen die hohen Kosten? Wo steigen sei am meisten? Und warum ist das wirklich so? Und dann keine Therapien vorschlagen ohne dass am Anfang eine klare Diagnose steht. (In diesem Sinne ist die aktuelle TaWo ein kleiner Anfang...) Zum Glück gehen die Ärzte mit uns Patienten nicht so fahrlässig um wie die Politiker und Lobbyisten mit dem Gesundheitssystem!

Wie Patientendaten das Schweizer Gesundheitssystem günstiger machen sollen

2013-09-13 20:48:54
Träume gegen Träume

Wenn man die beiden Plädoyers hier liest scheint es fast als wäre das hier eine Art Wett-Träumen! Dass uns eine Einheitskasse - ohne weitere Massnahmen, die aber seit Jahren keiner durchführen will! - die Kosten derart drastisch senken würde wie Jaqueline Fehr das glauben machen will kann ich mir kaum vorstellen - und dass die Bürokratie abnähme eigentlich ebenso wenig. Auf der anderen Seite weiss ich aber auch nicht, wo sich das Sozialparadies befindet, das Thomas de Courten beschreibt: hier in der Schweiz kann es ja wohl kaum sein, denn hier kenne ich doch die Verhältnisse! Bleibt für mich einfach die Grundsatzüberlegung, dass es ja wohl nicht sein kann dass irgendwer - z.B. private Krankenversicherer - einen Gewinn erwirtschaften dürfen mit der Tatsache, dass wir alle zwangsweise bei einer dieser Kassen uns versichern müssen: Wenn schon Obligatorium, dann muss die Kasse logischerweise ohne Gewinnorientierung geführt werden! Und da bietet sich im Prinzip entweder eine Einheitskasse oder eine Art Stiftungsmodell an. Also kurz: Mein Plädoyer geht auch eher in Richtung Ja, auch wenn ich an Frau Fehrs Gründe nicht wirklich glauben kann!

Braucht die Schweiz eine Einheitskasse?

2013-09-12 08:39:43
Das "Konzept" ist wirklich keins!

Die Verlegung des 36-ers ist kein "Verkehrskonzept", sondern ein konzeptionsloses Gebastel! Und zwar vollkommen am Problem vorbei. Genau genommen sind es ja eigentlich zwei: 1) Die Gundeldinger- und die Dornacherstrasse, die seit den 70-ern als Durchgangsachsen und Autobahnzubringer "geopfert" wurden. Daran liesse sich nur aus einer grösseren als einer reinen Gundeli-Perspektive etwas ändern. 2) Die Güterstrasse, wo bisher das Motto ("Konzept" ??) gilt: Alles reinstopfen, Vollgas geben - und das dann entstehende Chaos nennen wir dann einfach "Boulevard". Eine gewisse Logik im Sinne eines "Konzepts" hätte es für mich, aus der Güterstrasse den Autoverkehr ganz heraus zu nehmen: Immerhin hat man ja die beiden anderen Längsachsen dem Autoverkehr schon praktisch komplett geopfert - und die Güterstrasse hätte so dann wenigstens die Chance, wirklich ein wenig "Boulevard" zu werden! Dass auch das lange nicht alle glücklich machen würde ist klar, aber das Gundeli ist halt eben "Stadt" und nicht "grüne Oase".

Das Gundeli wehrt sich gegen neues Verkehrskonzept

2013-09-03 20:52:59
Da kann man doch einfach nur entschieden JA sagen!

Soll man einen Spazierweg am Grossbasler Rheinufer bauen, wenn jemand sogar Geld dafür aufwirft? Da kann man doch nur klar und entschieden JA dazu sagen! Auch wenn irgendwelche Kreise da ihre seltsamen Bedenken haben: Irgendwann wird es hoffentlich dann doch mal gelingen: Entweder erlebe ich es noch selber, oder meine Kinder oder Enkel...

Basler Regierung gegen Initiative für Steg am Münsterhügel

2013-08-28 11:37:55
Die RAVs haben einen unmöglichen Doppeljob

Die RAVs haben zwei Aufgaben: 1. Beratung des Stellensuchenden 2. Kontrollieren des Stellensuchenden. Diese zwei Jobs schliessen sich aber gegenseitig aus! Denn wie soll ich als Stellensuchender dieser Institution Vertrauen entgegen bringen (welches für die "Beratung" absolut grundlegend wäre) wenn ich gleichzeitig weiss dass jede meiner Äusserungen AUCH gegen mich verwendet werden kann? Es wäre nicht nur eine Frage des Datenschutzes (und der allgemeinen Menschenfreundlichkeit sowieso!) diese Praxis zu ändern, sondern es würde die Stellensuche wohl auch sehr viel effektiver machen, weil dann tatsächlich Beratung geleistet werden könnte die diesen Namen auch verdient. Denn so wie die Sache jetzt steht ist jeder Stellensuchende gut beraten, dem RAV nicht alle seine Karten auf den Tisch zu legen - letztlich dann wohl auch der Grund, warum die RAVs sich "hinten herum" Zugang zu ihren Kunden verschaffen wollen. Nur leider gerade die komplett falsche Reaktion! Und aus Sicht der RAV-Berater besteht ein Loyalitätskonflikt: Soll ich dem Stellensuchenden bestmöglich helfen, oder soll ich der Kasse dienen indem ich möglichst viele Gründe suche, wie ich ihm Taggelder sperren kann? Leider geht die Loyalität dann oft genug in die zweite Richtung, denn von dorther kommen schliesslich auch die Brötchen... Kurz: Die Sache ist nur Symptom für einen deutlich grösseren Missstand bzw. Konstruktionsfehler!

Basler RAV spioniert Bewerber bei der Stellensuche aus

2013-08-16 07:58:14
Geburtsdatum als Demutsbezeugung

In wie vielen offiziellen und sonstigen Formularen wird doch nach dem Geburtstag gefragt - ganz ohne jeden Sinn und Zweck? Ich empfinde es immer als eine Art Demutsbezeugung gegenüber den Behörden wenn ich diese Frage mal wieder vorgelegt bekomme! Meine Antwort ist dann im Zweifelsfall so etwas wie 1.1.1900 - und das wird oft genug auch "geschluckt". Wenn nicht kann man ja auch mal 1.1.2013 probieren...

Mit wie vielen anderen in der Schweiz teilen Sie den Geburtstag?

2013-08-14 20:23:27
Absurdität der Bodenrenten

Absurd ist doch vor allem die Tatsache, dass "wohnen" nicht nur die tatsächlichen Kosten verursacht, sondern auch noch "Geldanlegern" zum leistungslosen Wachstum ihres Kapitals verhelfen soll! Und ein guter Teil dieses Kapitals steckt ja rein nur im Boden - der allein darum immer teurer wird weil er so gute "Renditen" verspricht, ganz ohne Leistung, allein durch sein Da-Sein. Und weil dann auf diesem teuren Boden auch niemand mehr billigen Wohnraum bauen kann zieht eins das andere nach sich... Kurz: Wir bezahlen für's Wohnen schlicht zu viel. Und selbst wenn wir in einer Art Recycling-Verfahren zum Teil unsere eigene Pension auf diese Weise speisen ist dies eine sinnlose Herumschaufelei von Geldern. Wenn in Zukunft die Menschen tatsächlich wieder enger wohnen, dann wird das weder aus ökologischen oder sozialen noch aus Gründen des Platzmangels geschehen: Es wird allein darum geschehen weil die Mietpreise einfach nicht mehr bezahlbar sein werden! Es sei denn wir kommen wieder herunter von diesem "Wohnen für Investoren"-Wahn.

«Die Menschen werden in Zukunft andere Wohnformen ausprobieren»

2013-08-14 07:46:40
Inkonsequenz

Loderers Haltung ist nicht zu Ende gedacht (aber er ist damit in guter Gesellschaft): Er geht davon aus dass die Anwesenheit von "Menschen" mehr oder weniger immer zerstörerisch wirkt in der Landschaft - und hat damit ja oft genug richtig beobachtet. Nur vergisst er dabei sich selber - als engagierten Menschen, der eben gerade alles dafür tut um die Landschaft zu schützen! Denn selbst wenn er "konsequenterweise" jetzt keine Ferien mehr macht: Irgendwann muss er die Landschaft, die er so energisch schützen will, ja einmal gesehen haben, dass sich seine Liebe daran so stark hat entzünden lassen! Und warum soll genau das wiederum anderen Menschen verwehrt sein?

Der Kampf um den sanften Touristen

2013-08-13 11:31:06
@ Nandu Ndoglu: Fahrplanmässige Haltezeiten

Liestal 1 Minute - Olten 4 Minuten... Für mich macht das durchaus Sinn, weil Liestal ja einfach nur ein "Durchfahr-Bahnhof" ist, während man in Olten je nachdem in vielfältiger Weise umsteigen kann. Und ob die Fahrt nun 1 Minute oder 4 Minuten länger dauert ist mir eigentlich ziemlich egal, denn als täglicher Bahnfahrer messe ich Verspätung nicht in Minuten, sondern sondern nach dem Motto "Verspätung ist wenn ich den Anschlusszug verpasse". Kurz: Wenn die SBB in Olten einen Halt (oder Zeitpuffer) von 4 Minuten einplant ist die Chance gross dass für ein paar mehr Bahnfahrer der Tag gerettet ist - indem sie einen Anschluss nicht verpassen!

Sollen Bahnreisende schneller ein- und aussteigen?

2013-08-13 08:10:37
"Lösung" am Problem vorbei

Als täglicher Bahnpendler kann ich mir den positiven Nutzen der vorgesehenen präziseren Haltepunkte irgendwie nicht so recht vorstellen! Die Idee ist ja, die Haltepunkte der Türen klar zum Voraus erkennbar zu machen, damit die Leute dort Platz frei lassen. Nur besteht doch das Problem auch heute nicht etwa darin, dass die Leute die Türen nicht erkennen! Es besteht doch vielmehr darin, dass sich vor den Türen Trauben bilden, sodass die Aussteiger nicht hinaus können. Oder zwar hinaus, aber dann nicht zur Treppe, usw. Kurz: der Vergleich von Reto Schärli stimmt genau: Es ist wie bei den Rolltreppen, wo es um eine Anpassung von kollektiven Gewohnheiten geht - und das ist (wie bei individuellen Gewohnheiten!) immer schwierig. Und so wie es auch bei den Rolltreppen zumindest in Basel auch sehr oft noch überhaupt nicht klappt so wird es auch bei der Aus-/Einsteig-Disziplin wohl noch eine ganze Menge Geduld brauchen...

Sollen Bahnreisende schneller ein- und aussteigen?

2013-08-13 07:56:01
Zweifel angebracht

Ob ausgerechnet Karrer die Economiesuisse "in ruhigere Gewässer führen" wird - da sind Zweifel doch sehr angebracht! Wird er sich gebärden wie bisher bei Axpo, dann dürfte Economiesuisse noch mehr polarisieren - und auch in sich polarisiert werden. Dass er "gute Kenntnisse des politischen Systems der Schweiz" hat glaube ich gern: Er war immerhin ein äusserst aktiver und umtriebiger Lobbyist für eine möglichst un-innovative und rückwärtsgewandte Energiepolitik in diesem Land! "Dialog" und irgendwie einen frischen Wind würde ich also nicht wirklich erwarten, sondern eher hitzige politische Debatten über die künftige Wirtschafts- und sonstige Politik - bei zunehmender Polarisierung und sinkendem Niveau. (Hoffen wir dass ich nicht allzu recht bekommen werde...)

Axpo-Chef Heinz Karrer als Economiesuisse-Präsident nominiert

2013-08-09 07:57:34
Offenbar gewollter Schwachpunkt des ganzen Email-Systems

Ganz am Anfang - so ca. in den 70-er Jahren - wurde das Email-System als Möglichkeit konzipiert, mit der sich die paar wenigen Benutzer des damaligen Internet-Vorläufers ohne viele Umstände Nachrichten schicken können. Zuerst war das das US-Militär, dann ging es eher in den universitären Bereich - und war immer eine eher exklusive Angelegenheit; man kann fast sagen "man kannte sich eh", und es war "Ehrensache" dass man die Offenheit des Systems nicht missbraucht. Ab den 90-ern wurde das Internet dann weit herum populär - und schon gleich fragten sich viele Kenner der Techniken, warum man da nicht ein etwas weniger offenes System einsetzt! Ein Minimum - und technisch sehr einfach realisierbar - wäre die flächendeckende und wirksame Verschlüsselung von Mails und eine sichere Verifizierbarkeit der Herkunft. Ein Problem wäre höchstens, dass das Ganze nicht funktioniert wenn nicht alle mitmachen! Das hätten aber grosse Firmen wie IBM, Microsoft etc. ohne grosse Schwierigkeiten durchsetzen können: Warum haben sie es nicht gemacht? Mit den Folgen leben wir jetzt: Ein Mailsystem das im Spam erstickt (von wegen "Ehrensache"!), und das so offen ist dass unterwegs jeder alles überall mitlesen kann - verbunden mit der stillen, aber irrationalen Hoffnung, dass es trotzdem nicht geschieht... Wer Verschwörungstheorien liebt hat natürlich schon damals gleich gesagt: Da steht der Geheimdienst dahinter, der eine Verbesserung der Technik verhindern will! Vorsichtigere haben vielleicht vermutet, dass die Firmen einfach "zu faul" dazu waren: Eine solche Einführung hätte ja ein gewisses Engagement erfordert, und zudem eine Einigung auf einen Standard - und hätte ausser Kosten für die Firmen nichts gebracht. Ist also auch so plausibel warum da nichts geschehen ist. Kleinere Firmen und engagierte Gruppen haben zwar Versuche in die Richtung gemacht; sie hatten aber nie die Durchsetzungsfähigkeit, um ihre Lösungen als Standard zu etablieren. Wer hat aber nun recht? Nach dieser Nachricht muss man wohl sagen: Ein dicker Punkt für die Verschwörungstheoretiker! Oder geben wir ihnen vielleicht gleich 10: Das muss ihnen selbst der nun zugestehen der sie absolut nicht liebt...

Verschlüsselter E-Maildienst in den USA zur Schliessung gezwungen

2013-08-08 08:24:09
Prinzipielle Ungerechtigkeit des "Steuerwettbewerbs"

Eigentlich ist die Idee ja bestechend, dass jeder Kanton und jede Gemeinde ihre Steuern selber festlegt - und nicht einfach nur Geld verputzt das sie von irgendeiner Autorität in Bern "ganz weit oben" zugewiesen bekommt: Es bedeutet, auch die Verantwortung dort zu lassen wo die Entscheide gefällt werden. Der "Steuerwettbewerb" geht allerdings einen entscheidenden Schritt weiter: Man versucht, den anderen Kantonen und Gemeinden die guten Steuerzahler weg zu schnappen. Die Ideologie dazu behauptet, dass dadurch für alle die Steuern so tief wie möglich sinken würden. Was aber leider nicht stimmt: Es entsteht dadurch nur eben die Spaltung, die wir auch tatsächlich beobachten: Kantone, die zunächst vielleicht nur wenig tiefere Steuern hatten als der Durchschnitt werden rein wegen dieser Tatsache mehr "gute Steuerzahler" (sprich: Reiche und Briefkastenfirmen) anziehen - wodurch sie weiter senken können. Wo hingegen die Steuersätze überdurchschnittlich sind - etwa wegen hohen Zentrumslasten - tritt dagegen der gegenteilige Effekt auf. Und dagegen können diese Kantone und Gemeinden je länger je weniger unternehmen, auch wenn sie die Steuern noch so senken: sie werden dadurch immer nur den Durchschnitt senken (und zugleich ihre Schulden erhöhen), aber niemals darunter kommen! Kurz: Es ist rein logisch nicht möglich, dass alle Kantone und Gemeinden unterdurchschnittliche Steuersätze haben - und dadurch alle gleichermassen attraktiv sind.

Grosse Unterschiede bei der kantonalen Steuerlast

2013-08-08 08:09:27
Offene Fragen

Obwohl ich in Bahndingen "reiner Benutzer" ohne technische Detailkenntnisse bin scheint mir die Logik von Markus Kappeler ganz richtig: Einen Zug auf den Meter genau alle paar Minuten zu stoppen muss eine gewaltige technische Herausforderung sein! Ob es darum "unmöglich" ist weiss ich nicht; es bräuchte gewiss technische Hilfsmittel: Genügen die bisher vorgesehenen? Denn mir scheint auch das Sicherheitsargument nicht ganz aus der Luft gegriffen: Immerhin bedeutet "einfahren in einen Bahnhof", mit einer kaum manövrierbaren Riesenmaschine ganz dicht an Hunderten von "herumhühnernden" Menschen entlang zu fahren - ohne irgendwelche Abschrankung oder irgendwas. Kurz: Es fehlt mir (und vermutlich den meisten!) schlicht der Sachverstand, um diesen Fall zu beurteilen: Haben hier nur technik-fremde Manager einen Entscheid gefällt, von dem sie jetzt einfach aus Imagegründen nicht mehr herunter können - einfach weil sie sonst als "nicht genügend durchsetzungsfähig" (spricht: stur) gelten würden? (Merke: "gute Manager" hören ihren Mitarbeitern zwar zu, aber sie lassen sich dadurch niemals in ihren Beschlüssen beeinflussen!) Oder ist die Lokführer-Gewerkschaft - wie einige hier im Forum behaupten! - einfach ein "Jammer-Verein"?

Zu gefährlich: Lokführer fordern Abbruch des Pilotversuchs

2013-07-26 08:01:51
Massstäbe?

Gut ist natürlich, dass "Ästhetik" beim Bauen eine Rolle spielen soll, aber die Auswahl und die Kriterien der Beurteilung sind doch häufig schleierhaft - im Zweifelsfall wohl am ehesten "Altes nicht verändern". Ein ganz besonderes ästhetisches Highlight (im negativen Sinne!) ist für mich die total überdimensionierte Werbetafel beim M-Park Dreispitz: Da galt dann wohl als Massstab "Gewerbezone = eh hässlich = kommt nicht mehr drauf an..." Ein Beispiel im gleichen Sinn: die alte Halle des Bahnhof SBB wird vor aggressiver Werbung geschützt - letztlich weil sie alt ist. Die eigentlich ästhetisch durchaus gelungene Passerelle darf hingegen mit riesiger Videowerbung und hängenden Reklamen hemmungslos verschandelt werden - "ist eh neu, also wurscht..." !?? Diese Willkür, zusammen mit der (von Ausnahemen abgesehen!) Endgültigkeit der Entscheide ist es was schwer goutierbar ist!

Die etwas entmachteten Ästhetiker

2013-07-23 09:46:47
Sicherheitsgefühl

Jeder will heute "Sicherheit" - überall und immer. Und nichts repräsentiert das Gefühl der Sicherheit mehr als der feste Erdboden, auf dem wir stehen können - im grössten Chaos - egal was sonst passiert! Folglich erschüttert auch nichts so existentiell wie die Erfahrung eines Erdbebens - und sei es auch noch so schwach. Und selbst dann wenn "objektiv" kaum nennenswerten materiellen Schäden entstanden sind - von Personenschäden ganz zu schweigen. Das weckt zumindest - und reflexartig schreien alle laut auf! Die Risiken der Nuklearenergie sind von ganz anderer Natur - unsichtbar, schleichend - und vielleicht haben "wir Schweizer" ja sogar Glück und werden wieder einmal verschont?? Das schläfert ein - und lässt uns weiter vom ewigen technischen Fortschritt ohne menschlichen Preis träumen...

«Uns war bewusst, dass spürbare Erschütterungen entstehen können»

2013-06-24 08:43:31
Wir leben doch in einer Statistik-wütigen Zeit!

Aber hallo: Man stelle sich doch nur mal vor, Guy Morin käme daher und würde behaupten, dass in Basel viele Familien finanziell in engen Verhältnissen leben. Oder dass es neben den Autobahnen in der Breite lärmig und stinkig ist. Einfach so, ohne Statistik und "wissenschaftliche Erhebung"! Womöglich gar einzig und allein gestützt auf seine direkte Wahrnehmung und den gesunden Menschenverstand!! So einen Präsidenten würde doch heutzutage kein Mensch ernst nehmen. Dass er dann halt Daten über jeden privaten Mist sammeln muss ist doch eigentlich nur konsequent - egal ob diese Daten nachher irgendwer wirklich zu irgend etwas verwenden kann oder nicht...

Neugier ohne gesetzliche Grundlage

2013-06-17 11:25:06
@Martens

Klar kann die "Lineare Optimierung" mehrere Parameter (und sogar sehr viele!) BERÜCKSICHTIGEN! Am Ende wird aber immer nur EINE "Zielfunktion" maximiert oder minimiert. Alle anderen Parameter fliesen in die "Randbedingungen" ein - die wiederum im Falle der realen Ökonomie ja auch nicht einfach starr sind - womit wir eben mathematisch an dem Punkt wären den ich meine: Ich müsste also sagen dass nicht mehrere voneinander unabhängige Zielfunktionen gleichzeitig existieren können. Oder weniger mathematisch ausgedrückt: der Unterschied zwischen einer Maschine, die man auf irgendeinen Parameter optimiert und der Wirtschaft besteht schlicht und einfach darin dass wir bei Letzterer selber ein Teil der Sache sind!

«Unsere Demokratien werden das nicht überleben»

2013-06-17 08:15:03
Nur EIN Parameter optimierbar

Klar, man kann immer sagen dass Politiker dumm und Manager gierig sind - und dass "wir" es natürlich auch schon immer gewusst haben. Fragt sich nur was denn eigentlich? Bleiben wir bei den Ökonomen, denn die Politiker gebärden sich zur Zeit eh fast nur als deren Anhängsel. Was - zu Recht! - kritisiert wird ist fundamental: die Wirtschaft kommt ihren eigentlichen Aufgaben nicht nach. Diese wären u.a.: die Bedürfnisse der gesamten Bevölkerung befriedigen, die Produktion sicherstellen, ein funktionierendes Geldwesen schaffen, für fairen Aussenhandel sorgen (idealerweise weder Überschuss noch Defizit), einen Beitrag an die Sozialwerke und andere gemeinschaftliche Aufgaben leisten (Stichwort Steuern) und last but not least auch noch ein kulturelles Leben ermöglichen. Und noch einiges mehr! Als Ökonom lernt man aber, dass es "am Ende des Tages" nur auf eins ankommt: dass man Geld verdient. Und wer mehr verdient macht seinen Job besser. Das kann man an sich schon "böse" finden, ist aber meiner Meinung nach nicht so trivial, denn all die zuerst genannten "eigentlichen Ziele" des Wirtschaftens können ja immer nur erreicht werden wenn die einzelnen wirtschaftlichen Betriebe tatsächlich "genügend" Geld verdienen. Der Knackpunkt liegt für mich dann auch "nur" noch im Unterschied zwischen den Ausdrücken "genügend" und "so viel wie möglich". Und hier kommt für die Ökonomie die Denkschwierigkeit, denn wie andere Wissenschaftler wollen ja auch die Ökonomen ihre Aufgabe rationell angehen, und das heisst: wenn "maximal Geld verdienen" das Ein-und-Alles-Ziel des Wirtschaftens ist dann lässt es sich als eine Art grosse mathematische Optimierungsaufgabe darstellen - und am Ende kommt heraus wie alles andere eingestellt werden muss damit eben dieses Ziel (bzw. mathematisch: dieser Parameter) maximiert werden kann. Es trifft sich gut dass die mathematische Optimierungsrechnung auch genau dies leistet: sie kann EINEN Parameter maximieren oder minimieren, nicht mehrere. (Und wer sagt dass sie es doch kann mache sich einmal klar dass er zu diesem Zweck eben die mehreren Parameter wiederum zu einem einzigen, vielleicht rein abstrakt-synthetischen, zusammenfassen muss - diese als Nebenbemerkung für mathematisch Bewanderte.) Das Resultat ist in jedem Fall dass z.B. Löhne, Steuern, Beiträge an Sozialwerke, Stiftungen usw. so weit wie möglich reduziert werden müssen. Dass dann im Extrem auch die Gesamtwirtschaft kollabieren muss weil keine Käufer ihrer Leistungen mehr da sind ist insofern irrelevant als es ja immer nur darum geht, tiefer zu gehen als alle anderen, und weil durch den Gesetzgeber und die Geduld der Bevölkerung gewisse Grenzen gesetzt werden: Ohne diese wäre der Zusammenbruch logischerweise blitzartig erreicht, weil alle Werte auf 0 fallen müssten! (Mathematisch ist das dann keine "Katastrophe" wie im realen Leben, sondern einfach nur eine "triviale Lösung"...). Will man nun aber NICHT nur einen Parameter optimieren (zuerst mathematisch, dann praktisch...), sondern alle oben genannten und ungenannten Ziele auch rational angehen, dann ist die mathematische Optimierungsrechnung höchstens noch ein Mittel zum Zweck: Sie kann dann keine "Lösungen" mehr fertig liefern, sondern höchstens noch Entscheidungshilfen - und MENSCHEN sind gefragt, um die verschiedenen, sich zum Teil widersprechenden Ziele in das "richtige" Gleichgewicht zu bringen. Wobei "richtig" wiederum kein allgemein gültiger Wert sein kann, sondern in gewisser Weise "ausgehandelt" werden muss im Rahmen von entsprechenden Gremien. (Den "Staatsgläubigen" - ob nun "links" oder "rechts" - sei gesagt: meines Erachtens ist der Staat NICHT das dafür geeignete Gremium, denn das Aushandeln von wirtschaftlichen Gleichgewichten muss ja täglich neu geschehen; das können staatliche Gremien nicht leisten, wie die Geschichte Osteuropas wohl hoffentlich zur Genüge durch die Praxis bewiesen hat!)

«Unsere Demokratien werden das nicht überleben»

2013-06-11 11:50:33
Ein Bravo für den Schulrat!

Ein kleiner Sieg des gesunden Menschenverstands und der Menschlichkeit - der hoffentlich nicht noch wieder umgestossen wird von "höherer Stelle"!

Unterrichtsverbot für somalische Mädchen aufgehoben

2013-06-05 10:26:59
Beruhigung ohne Beruhigung ??

Nach dieser sicher nicht ganz billigen Operation ist das Gundeli wahrscheinlich ebenso "beruhigt" wie die Güterstrasse jetzt ein "Boulevard" ist!

Neue Linienführung für den 36er geplant

2013-05-31 12:56:03
Unterschiedliche Interessen

Dass eine rein marktorientierte Wohnbaupolitik nirgends in Städten wirklich funktioniert ist für mich eigentlich kein Wunder. Rein kommerziell orientierte Anbieter = Immobilien-Investoren haben ja nicht in erster Linie ein Interesse an "genügend Wohnraum", sondern sie brauchen Rendite. Und das heisst, die Mietpreise sollten so hoch wie möglich sein. Und dafür wiederum ist eine gewisse Knappheit nur von Vorteil. Genossenschaftliches Bauen, wie es die Stadt nun hoffentlich vermehrt wieder fördern will, hätte in diesem Kontext zwei positive Wirkungen: 1. Für die Genossenschafter ist das Wohnen nicht teurer als die eigentlichen Liegenschaftskosten, d.h. es muss nicht noch zusätzlich Rendite für irgendwen finanziert werden. 2. Der Wohnungsmarkt wird entspannt - mit positiven Wirkungen auch auf die Mieten der "kommerziell Mietenden". Die Stadt ist da dann allerdings im Clinch - und entsprechend wird da scheinbar auch herumlaviert: - Im Sinne ihrer Bürger müsste sie, wie gesagt, genossenschafliche Bauprojekte fördern. Aus den oben genannten Gründen. - Die Stadt ist aber auch Liegenschaftsverwalterin und hat so, im Interesse ihrer eigenen Finanzen, auch ein Interesse an guten Renditen! Und dafür ist es dann wiederum gut wenn eine gewisse Knappheit erhalten bleibt... Ich weiss dass Letzteres niemand offen zugeben würde, aber wenn man Immobilien verwalten soll und dabei einen gewissen budgetierten Betrag erwirtschaften dann ist das automatisch die Interessenlage!

Abschied von den Gutbetuchten

2013-05-30 07:58:48
Langjährige Erfahrung

Es hat sich doch durch die Jahre immer wieder erwiesen dass die Kosten der Behandlung von Kosten immer am Ende noch viel höher sind als man vorher behauptet hat - selbst wenn die Behandlung ursprünglich zu einer Kostensenkung hätte führen sollen!

Keine kleinen Erwachsenen

2013-05-29 15:44:43
Reine Willkür und Unverschämtheit!

Seit Jahren bezahlen ich brav 160 CHF pro Jahr - nur um morgens für eine Viertelstunde ein wenig Musik zu hören während dem Frühstück. Und jetzt soll mich dieser Spass in Zukunft 400 CHF kosten! Dass ich theoretisch auch via Internet Fernsehen und Radio hören kann ist ja kein echtes Argument: Niemand MUSS die Programme ja ohne Bezahlschranke ins Internet stellen; wir sollen also einfach für die Faulheit der Anbieter bezahlen!? Und warum sollen in dem Betrag zwar alle möglichen Dudelsender inbegriffen sein, aber nicht beispielsweise die Tageszeitung meiner Wahl? Gibt es einen Grund, warum elektronische Medien staatlich subventioniert sein müssen und Zeitungen nicht? Am Ende wird auch noch ein wenig die Demokratie pervertiert, indem man der fernsehenden Mehrheit als Zückerchen eine kleine Gebührensenkung "schenkt" - auf Kosten der nicht-fernsehenden Minderheit, die man in Zukunft zur Kasse bitten (bzw. schleifen) will... Kurz: Willkür und Unverschämtheit! Klar, nicht zuletzt weil ich im negativen Sinn massiv betroffen sein werde - aber ich finde es auch ganz generell nicht wirklich eine gerechte Lösung.

Auch Nichtbesitzer müssen Radio- und Fernseh-Gebühren zahlen

2013-05-28 07:59:45
Gewalt oder nicht?

Mir scheint, hier müsste die Frage nach der Gewalt noch etwas klarer gestellt werden! So wie es für mich aussieht gibt es da eine fast automatische Abfolge von Ereignissen, die - nicht nur in der Schweiz! - von "Gewalt durch einige Wenige" zu "Stärkung der Staatsgewalt" führt. Ob man da eher an die vielen Beispiele denkt wo Revolutionen in Diktaturen geendet haben oder an den Ruf nach mehr Polizei nach Ereignissen wie am vorigen Wochenende in Bern - das Muster bleibt sich gleich. Gegenbeispiele gäbe es im Bereich "grüne Bewegung" (seit den 70-ern), oder "Arbeiterbewegung" (noch viel früher), wo gewisse Anliegen tatsächlich ein Stück weit in die Allgemeinheit durchgedrungen sind - (fast) ohne Gewalt, dennoch mit viel Mut (denn seinen Job hat man dabei noch allemal riskiert!) und Beharrlichkeit. Interessant ist die Frage ob man die "gierigen Manager" auch zu den "Gewalttätigen" rechnen muss: Etwa einfach schon darum weil sie ihre Macht missbrauchen?

Diktatur der Idioten

2013-05-28 07:40:41
Ist der Spassfaktor wirklich hoch genug?

Ist der Spassfaktor wirklich hoch genug um sich extra dafür ein Smartphone anzuschaffen? Wenn man all die Leute auf der Strasse mit diesen Dingern herumspielen sieht kann man an den Spass eigentlich schon lange nicht mehr glauben...

Faulheit ist keine Ausrede mehr

2013-05-28 07:34:05
Da bleibt doch eigentlich nur noch eine Frage offen...

Warum baut man heute - mit all den Mitteln die man hätte! - trotzdem fast nur Schuhschachteln (und sonst höchsten noch mal ein Aquarium)?

Wohnen hinter dem bekanntesten Fenster der Stadt

2013-05-26 20:50:50
Interessant - und erschreckend

Klar ist dieser Artikel wohl in erster Linie provozierend gemeint - und klar wird er auch entsprechende Leserreaktionen auslösen: so weit nichts Neues. Wirklich interessant war für mich die Tatsache, dass ich hier den Eindruck bekam: Hier lebt jemand zwar wie ich in der Schweiz - und dennoch offensichtlich in einem anderen Kosmos! Die Angst vor einer "Nivellierung", die Rede vom "Wirtschaftskrieg" - nein, das sind wirklich nicht meine vordringlichsten Ängste! Was nicht heisst dass ich keine hätte, aber die sind völlig anderer Art. Beispielsweise wenn ich erlebe, wie "die da oben" - und zwar nicht die in Bern, sondern die in meiner Firma! - wieder mal über die Köpfe von allen hinweg irgendwelche schwerwiegenden Entscheide fällen. Angeblich zwingend notwendige Entscheide - für die Investoren. Dass man dabei gelegentlich auch aus voll ausgelasteten Abteilungen Mitarbeiter entlassen "muss" scheint für die Ratingagenturen dazu zu gehören: Die Manager müssen ihren "Sparwillen" zeigen, um irgendein Rating nicht zu verlieren. In anderen Worten: die Geldgeber wollen einfach von Zeit zu Zeit immer mal wieder Blut sehen - und sie bekommen es. So eine Art von heidnischen Menschenopfern, die da für den heiligen Mammon zu bringen sind. Das Gehalt ist da schliesslich nur einer von vielen Punkten wo man seine Hilflosigkeit vorgeführt bekommt - etwa wenn Leute mit Millionensalären ohne rot zu werden davon schwadronieren, dass Löhne unter dem Existenzminimum für einige eben auch eine "wirtschaftliche Notwendigkeit" seien - z.B. damit "der Wohlstand nicht ins Ausland fliesst": wessen Wohlstand?? Und warum herrscht "globaler Wirtschaftskrieg"? Doch nicht zuletzt darum, weil man auch in den "Schwellenländern" wie China, Indien etc. den Leuten tendenziell zu geringe Löhne zahlt. Die "tiefen Lohnkosten" werden als "Waffe" eingesetzt, um den Export anzukurbeln und in diesen Ländern ein paar wenige superreich zu machen. Was selbstverständlich zugleich für unsere Wirtschaft bedrohlich ist. Würde man sich statt dessen dafür einsetzen dass auch in diesen Ländern vernünftige Löhne gezahlt werden, dann würden einerseits deren Produkte teurer (zunächst allerdings nur sehr wenig!) - ein Vorteil für unsere Wirtschaft! - und andererseits würden die Menschen in diesen Ländern nicht nur als Produzenten, sondern auch als Konsumenten Teil der globalisierten Wirtschaft. Denn es ist ja nicht einzusehen dass Milliarden Menschen in China nur produzieren sollen, um unsere Wirtschaft zu ruinieren - und auch in diesen Ländern wieder nur ein paar wenigen Superreichen die Taschen zu füllen! In anderen Worten: Ob jetzt 1:12 bei uns oder 1:20 in Deutschland oder wenigstens einmal 1:100 in Indien - all dies wären kleine Schritte in die richtige Richtung - für uns und alle anderen! In einem muss ich Herrn Büttiker allerdings Recht geben: dass das zu weiteren staatlichen Regulierungen führt ist stossend! Viel schöner wäre es in der Tat, wenn Schritte in diese Richtung ohne staatlichen Zwang geschehen könnten...

«It’s the economy, stupid!»

2013-05-23 11:33:46
Ein sehr viel grösseres Problem mit dem Bundesrat...

...als die Wahl durch das Parlament ist die Tatsache, dass er keiner Verfassungsgerichtsbarkeit untersteht! Gemäss dem wohlbekannten und allseits als sinnvoll anerkannten Prinzip der Gewaltentrennung sprechen wir ja von Exekutive, Legislative und Judikative (Gerichtsbarkeit). Wahl des Bundesrats durch das Parlament bedeutet in diesem Kontext: die Exekutive wird durch das Organ der Legislative gewählt. Also der Gesetzgeber wählt sich seinen Gesetzes-Anwender selber - eine Konstruktion, die in vielen Ländern so besteht und eigentlich kaum zu Problemen Anlass gibt. Die Volkswahl würde auch daran nichts ändern, denn gerade in der Schweiz ist ja das Volk mehr als in den meisten anderen Ländern auch die oberste Legislative, dank direkter Demokratie! Das eigentliche Problem in der Schweiz liegt meiner Ansicht nach aber nicht in der "falschen Legitimation" des Bundesrats, sondern in der Tatsache dass seine Entscheide praktisch nicht der Verfassung unterliegen! Theoretisch natürlich schon, aber da selbst das Bundesgericht (=Verfassungsgericht) Entscheide des Bundesrats nicht überprüfen kann steht der Bundesrat de facto eigentlich über der Verfassung. Er kann also verfassungswidrige Entscheide fällen - und niemand kann etwas dagegen tun. Und das ist meines Erachtens wirklich ungesund!

Volkswahl ist nicht gleich Volkswahl

2013-05-23 11:17:34
@Rudi Bachmann

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Es geht mir nicht darum, sämtliche Vermieter als "Absahner ohne Risiko" hinzustellen! Mein Argument war nur: Man kann nicht GLEICHZEITIG auf maximale Rendite UND auf "maximale Bewohnbarkeit" optimieren - das ist einfach ein Widerspruch - logisch und real! Natürlich ist mir auch klar dass es auch Vermieter gibt die das genauso sehen - und zum Glück ist unserer ein gutes Stück weit ein solcher! Das heisst dann aber dass er nicht einfach nur die maximale Rendite herauspresst, sondern auch viele Dinge im Sinne der "Bewohnbarkeit" tut - auch wenn das seine reine Rendite zwangsläufig ein wenig schmälert. Und Sie mögen auch damit Recht haben dass ein Vermieter über die Mieteinnahmen auch ein Stück weit sein finanzielles Risiko "versichern" muss. Dennoch halte ich die Idee, Häuser als Geldanlage zu "bewirtschaften" für grundsätzlich verkehrt, und darum sind in meinen Augen Genossenschaften im Prinzip genau das Richtige: keine "sozialistische Staatslösung" (die dann z.B. zu künstlich derartig niedrigen Mieten führt dass kein Unterhalt mehr möglich ist - Beispiele aus vielen Ländern lassen grüssen!), aber eben auch keine Gewinnorientierung: der Mieter oder eben dann Genossenschafter muss nur für den realen Unterhalts- usw. -Bedarf der Liegenschaft bezahlen und darüber hinaus für niemanden noch eine Rendite erwirtschaften. Seien wir unterdessen aber froh dass es auch eine Menge Vermieter gibt die (noch?) Augenmass walten lassen! Je "professioneller" die Verwaltungen allerdings werden desto weniger können wir damit rechnen - und hoffen wir dass der "Markt", der ständig zu Übertreibungen neigt, nicht noch mehr überhitzt als er es besonders bei Neuvermietungen jetzt eh schon ist...

Der Mieter ist nur Renditeobjekt

2013-05-22 13:06:39
@Fritz Weber

Sie sagen es genau: Genossenschaften sind unter diesem Askekt wirklich die einzig vernünftige Art, Häuser und Wohnungen "en gros" zu bauen! Natürlich findet es jeder Kapitalbesitzer toll wenn sich sein Geld ohne sein Zutun einfach so vermehrt. (Wobei ich ja, wie gesagt, voraussetze dass das "Zutun" mit der Abgeltung für Verwaltungsaufwand durchaus schon bezahlt ist: niemand soll gratis arbeiten!) Nur für den der diese automatische Geldvermehrung finanzieren soll ist es halt weniger lustig: Unter dem Aspekt der "Bewohnbarkeit" ist die "Rendite" wirklich ein komplett unnötiges Extra, das auf die eigentlich gerechtfertigte Miete oben drauf geschlagen wird! Und achten Sie doch mal darauf: "Häuser zum Wohnen" sehen schon rein äusserlich immer deutlich anders aus als "Häuser zur Kapitalvermehrung"! Das ist eben ganz einfach nicht dasselbe.

Der Mieter ist nur Renditeobjekt

2013-05-22 10:48:47
Zielkonflikt

Man kann nicht grundsätzlich nicht zwei Parameter gleichzeitig maximieren! Das ist in der Mathematik völlig klar - und zeigt sich auch immer wieder in der Realität. Wohnhäuser und Wohnungen sind sind ja eigentlich in erster Linie zum Wohnen da! Und wenn ich selber Besitzer meines Heims bin dann ist auch völlig klar in welche Richtung ich "optimieren" werde: Ich werde für den nötigen Unterhalt sorgen und ggf. hier und da vielleicht in kleine Verbesserungen investieren. Das kostet mich dauernd einen gewissen Betrag. Meist kommen auch noch Kapitalkosten (= Zinsen) dazu. Insgesamt maximiere ich also auf "so viel Bewohnbarkeit wie möglich für das vorhandene Geld". Wenn ich nun miete ist es klar dass der Besitzer von mir einen monatlichen Betrag erhalten muss - um eben diese Dinge ebenfalls finanzieren zu können. Plus meinetwegen noch ein kleiner Betrag für den Verwaltungsaufwand. Alles was nun über dies hinaus geht ist für den Vermieter "Rendite" - und für den eigentlichen Zweck der ganzen Übung vollkommen sinnlos: Es ist einfach Geld das ich als Mieter ZUSÄTZLICH ausgeben muss, sozusagen als "Strafe" dafür dass ich nicht reich genug bin um mir selber ein Heim zu kaufen! Werden Immobilien nun rein als Geldanlage bewirtschaftet dann ist es klar: maximale "Rendite" ist das erste Ziel. Und darunter wird immer und überall die "Bewohnbarkeit" leiden! Beides zugleich geht nicht. PS: Unser Pensionskassensystem ist ja übrigens auch zu einem guten Teil auf diesem Unsinns-System der "Immobilien als Geldanlage" gegründet: Als Mieter bezahlen wir da die "Kapitalrendite" unseres eigenen Kapitals - und für die der Hausbesitzer auch gleich noch dazu!

Der Mieter ist nur Renditeobjekt

2013-05-17 16:09:13
Nur einen kleiner Schönheitsfehler...

...hat die Argumentation von Herrn Jacquet - ansonsten bin ich absolut mit ihm einverstanden: Ich mag auch keine Gewerkschaften und keine Staatslösungen wo es auch anders geht, beispielsweise mit Sozialpartnerschaft und mit vereinbarten Löhnen auf betrieblicher Ebene. Nur eben: Wenn bei diesen "innerbetrieblichen Vereinbarungen" Löhne herausschauen, von denen der betreffende Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin schlicht sein/ihr Leben nicht bestreiten kann, dann heisst das doch nur eins: die Spiesse in den Verhandlungen sind nicht gleich lang - und der Arbeitgeber nutzt diese Tatsache schamlos aus! In diesem Fall kann also weder von "Partnerschaft" noch von "Vereinbarung" die Rede sein, sondern es handelt sich schlicht um Erpressung: Die Notlage eines Menschen wird dazu missbraucht, diesen zu übervorteilen, denn freiwillig würde ja keiner eine solche "Vereinbarung" unterzeichnen! Und weil dies eben vorkommt gehört es gesetzlich verboten. So wie Betrug, Raub, Hausfriedensbuch und vieles andere mehr eben auch verboten sind! Nichts anderes bezweckt die Mindestlohn-Initiative.

«Ich kenne die Sorgen und Nöte meiner Mitarbeiter»

2013-05-13 13:08:40
Arbeitsmigration und Löhne...

Ist schon interessant, diese Zusammenhänge einmal so beleuchtet zu sehen! Und es stellen sich mir doch gleich auch weiter reichende Fragen. Da wird z.B. festgestellt, dass ein grosser Teil dieser Remittances nicht "nachhaltig" seien, und damit wird dann gemeint: Sie fliessen nicht in Investitionen, sondern direkt in den Konsum. Aber heisst das wirklich dass sie "nicht nachhaltig" sind deswegen? Im Prinzip muss man doch einmal davon ausgehen dass die Gelder eben dorthin fliessen wo sie am meisten gebraucht werden. Und wenn man dann mal die Einteilung im Artikel zugrunde legt und ein wenig umbenennt gäbe es eben drei mögliche Arten von Geld die in diesen Ländern fehlen können: 1. Konsumgeld, 2. Investitionsgeld und 3. Infrastrukturgeld (inkl. Bildung etc.). Und von diesen mangelt es offenbar am meisten bei 1. Woraus man doch wiederum schliessen muss: In den betreffenden Ländern werden zu geringe Löhne bezahlt, d.h. solche von denen man selbst dort nicht wirklich leben kann! Da könnten dann Investitionen (im Sinne von 2.) sogar kontraproduktiv wirken, weil sie noch mehr Menschen aus der Landwirtschaft abziehen und in eine Lohnabhängigkeit treiben, von der sie dann wiederum doch nicht leben können. Da die Industrie eben in diesen Ländern viel zu oft "cheap labor" als einen ihrer tollsten "Standortvorteile" betrachtet - und nach Kräften zu erhalten versucht! Was dann wiederum zur Folge hat dass diese Menschen ihr Glück in anderen Ländern versuchen. Oder genauer: versuchen müssen! Um quasi das Geld, welches ihnen - als Teilnehmer einer globalen Wirtschaft - eigentlich zustehen würde eben quasi direkt abzuholen. Und dann heim zu schicken: Stichwort "Remittances". Oder in anderen Worten: Wer die Zuwanderung in die Schweiz begrenzen will müsste sich konsequenterweise vor allem einmal für "fair trade" engagieren!

Milliarden aus der Fremde

2013-05-13 11:39:36
Aussage gegen Aussage in einer reinen Tatsachenbehauptung

Wir lesen also bei Frau Gorrengourt: "...ist ein reiner Zweckbau zu marktüblichen Preisen." Bei Herrn Richterich steht hingegen: "...Die Kosten ... betragen rund das Zwei- bis Dreifache eines marktüblichen Projekts." Als Nicht-Baufachmann kann ich hier nicht beurteilen wer Recht hat bzw. was ein Projekt dieser Grössenordnung "marktüblich" kosten würde. Ich kann allerdings sehen dass ganz klar die eine oder andere Seite Unrecht haben MUSS, denn es geht um eine Tatsachenbehauptung, nicht um eine Meinung (wo man halt verschiedene haben kann). Wieso haben sich dann aber diejenigen, die das Projekt angeblich so viel billiger durchführen können, nicht im Rahmen der Ausschreibung gemeldet mit einer um 50-70% günstigeren Offerte? Ich bin sicher dass sie damit den Zuschlag sofort bekommen hätten!

Lassen die Baselbieter den Römerschatz vergammeln?

2013-05-10 13:00:11
Was heisst hier schon "wir"?

Dürfen die mich einen "Heuchler" schimpfen - selbst wenn ich einer bin? Brauchen sie das "wir", weil sie eigentlich "ihr" sagen wollten, dies aber durch Einbezug von sich selber dann wieder ein wenig abmildern? Oder wollten sie eigentlich "ich" sagen, aber das klang dann ein wenig zu pathetisch? Hmm - also ich mag solche pseudo-moralisierenden und erst noch total pauschalisierenden "Wir-Texte" einfach nicht: damit ist niemandem irgendwie geholfen, kein Problem gelöst, kein moralischer Impuls ausgelöst oder was auch immer passiert! Konkret sieht die Sache doch eher so aus, dass jeder und jede auf seine/ihre Art eine gute Mischung aus Konsequenz, Heuchelei und Spontaneität irgendwie lebt, aber alle ein Stück anders als die anderen, also gewiss kein "wir"! Und schon garnicht "alle immer nur Heuchler"! Und auf dieser konkreten Ebene kann man mit dem Dilemma durchaus auch umgehen: Schreibt über konkrete Beispiele, wo ein wenig mehr Hintergrundwissen eine andere Sicht vermittelt. Ok, tut ihr ja auch - Beispiel Bergbau in Drittweltländern usw. Und dann muss eben jeder und jede schauen, wie weit man daraus Konsequenzen ziehen kann, muss oder will! Die "Ach-was-sind-wir-doch-allle-für-Heuchler"-Pose hingegen tut so als könnten wir nur entweder alle Probleme der Welt auf einmal lösen - dann sind wir "konsequent" - oder eben nichts - dann sind wir einfach "ehrliche Heuchler", und sonst garnichts...

Wir Heuchler!

2013-05-09 13:04:16
Sehr dankenswert, diese klaren Worte!

Selbstverständlich sind mit Arbeitsmigration und Flüchtlingsströmen Probleme verbunden, die auf sachliche Art und Weise zu lösen sind. Hier wird aber endlich einmal der Finger auf die Tatsache gelegt, dass all die Verschärfungen durch die Jahre rein garnichts mit lösungsorientierten Verbesserungen in diesem Sinne zu tun haben: sie sind Ausdruck von Ängsten und Aggressionen. Dieses Problem besteht überall im Bereich des Sozialwesens: am extremsten im Asylbereich, aber auch im Bereich Arbeitslosigkeit (RAV), Sozialhilfe etc. Überall stehen bedürftige Menschen anderen Menschen gegenüber, die die "Staatsgewalt" repräsentieren. Da bestehen aber immer Ermessens-Spielräume, die entweder mehr im Sinne von Vernunft und Menschlichkeit ausgelebt werden können - oder eben im Sinne von mehr oder weniger subtilen Schikanen, Ressentiment und Ausleben von Aggressionen an Menschen, die sich kaum wehren können. Das Stichwort der "Renitenz" wäre nun genau so ein Ansatzpunkt für die Willkürherrschaft von "Staats-Repräsentanten", etwa nach dem Motto: Ich verweigere dir zwar jetzt etwas was dir zustehen würde, aber wenn du mir widersprichst erkläre ich dich einfach für "renitent"! Kurz: Diese Bestimmung hat das Potential, zum Machtmittel für kleine Tyrannen zu werden - und ich bin sicher, sie würde auch genau dazu regelmässig missbraucht. Eine Möglichkeit, sich zu wehren, haben Menschen in dieser Situation in der Regel nicht, selbst wenn sie im Recht wären: Recht haben und Recht bekommen sind ja nicht das gleiche! Auch kaum ein Politiker würde sich getrauen, sich da zu engagieren: das könnte ihn die Wiederwahl kosten! Und gewählt wird er ja nicht von den Asylbewerbern... Und das führt zuletzt wieder zur "Stimmung im Volk", die durch die typischen SVP-Abstimmungskämpfe immer wieder gepäppelt wird - vom Minarett-Verbot über die Ausschaffungsinitiative bis hin zu jetzt anstehenden "Asylrechts-Verschärfung": Ein übles Spiel das es zu durchschauen und mit klaren Worten zu bekämpfen gilt!

Wider die Abschaffung des Asylrechts

2013-05-03 22:22:49
Na, dann machen wir's doch einfach mal!

Ja stimmen zur Initiative, dann den Steg bauen - und ab und zu einen Gang am Wasser entlang geniessen!

Braucht es am Grossbasler Rheinufer einen Fussweg?

2013-05-03 22:15:37
Wieso soll eigentlich Intransparenz zu Kostensenkungen führen?

Pauschalen bedeuten ja immer, dass irgendwer mit irgendwelchen Formeln irgendwelche realen Kosten zu fiktiven Beträgen zusammen verwurstet. Im Fall des Gesundheitswesens sind diese Formeln derart kompliziert dass sie vermutlich kaum überhaupt jemand durchschaut. Ob es die Politiker und Beamten tun, die die Tarife schliesslich genehmigen müssen, ist zwar zu hoffen, aber kaum zu glauben. Und schon garnicht ist es einsichtig, warum das ganze Gemauschel am Ende für uns Versicherte einen Kostenvorteil bringen soll! Völlig abstrus wird ja die Sache wenn man dan auch noch erfährt dass die "fallbasierten Pauschalen" nicht einmal schweizweit einheitlich sind: Hier ist der Willkür doch Tür und Tor geöffnet! Bei den Prämien haben wir uns ja schon fast daran gewöhnt dass selbstverständlich ein Arlesheimer weniger bezahlen muss als ein Basler - vielleicht weil wir hier keine "Frischluftpartei" haben die für frische, gesunde Luft sorgt? Wer's glaubt ist selber schuld... Ich glaube ja eher dass man da einfach zu faul ist, die Zentrumsleistungen, die auch für Externe erbracht werden, aus den Kosten heraus zu rechnen - aber wer will das schon so genau wissen? Irgendwie träume ich manchmal, dass die Sache doch auch einfach halbwegs durchschaubar sein könnte!? Zunächst indem man einmal einfach eine Einheitskrankenkasse hat mit einheitlichen Tarifen für die ganze Schweiz: warum eigentlich nicht? Warum sollen da noch irgendwelche gewinnorientierten Finanz-Intermediäre einen Gewinn abschöpfen? Und dann werden Leistungen einfach so weit wie möglich so verrechnet wie sie erbracht werden. Also keine Fallpauschalen oder Tagespauschalen, sondern z.B. ein Grundbetrag für die reine Spitalunterkunft, Verpflegung und Basispflege, auf die dann wiederum tatsächliche Leistungen dazu gerechnet werden: Visiten, spezielle Analysen und Untersuchungen, usw. Und warum nicht Labors und technische Gerätschaften schlicht und einfach vom Spital organisatorisch trennen? Dann müsste das Spital die z.B. nicht mehr "amortisieren", sondern es könnte Leistungen nach Bedarf beziehen. Usw. usf. Und die Geräteanbieter könnten wiederum auch selbständigen Ärzten oder Praxisgemeinschaften die Leistungen anbieten, zu gleichen Konditionen. Und am Ende könnte man ausrechnen wo die grösseren und kleineren Kosten wirklich entstehen, wie viel sie steigen oder sinken. Als Basis für mögliche Verbesserungen. Ein Traum, ich weiss. Völlig unrealistisch! So wie die Sache jetzt läuft blickt hingegen niemand durch! Mit jeder Veränderung werden uns zunächst Kostensenkungen versprochen - und am Ende dienen sie als Begründung für das Gegenteil! Und was wirklich stimmt werden wir niemals erfahren...

Auf Kosten der Prämienzahler

2013-04-30 08:28:36
Medienfinanzierung

Der Medienkonsum verlagert sich, und die Geldflüsse können nicht folgen! Werbegelder sind da noch am flexibelsten: Sie gehen dorthin wo ein Medium auch konsumiert ist, ob nun Fernsehen, Radio, Internet oder gedruckte Zeitungen. Am meisten verdient wer nur einen billigen "Köder" auslegt der Konsumenten anzieht - und dann reichlich Werbegelder abkassiert. Die "klassischen Medien" - Zeitungen, Radio und Fernsehen - haben darüber hinaus Einnahmen über Abos. Das hat den Vorteil dass wirklich für den eigentlichen Medien-Inhalt bezahlt wird - und wer's nicht haben will lässt's eben sein. Das Internet kann das alles auch (Schrift, Ton und bewegtes Bild), und die gleichen Bezahlmodelle wären möglich - nur fürchten sich die Anbieter vor dem Verlust von Reichweite und Werbeeinnahmen! Das Problem ist also das gleiche wie wenn "20 Minuten" plötzlich etwas kosten würde - und hat mit "Gratismentalität" rein garnichts zu tun, sondern mit dem Dilemma von Unternehmern: Wo bekomme ich mehr Geld herein? Der einzige "kreative" Schritt in die Zukunft der Medienfinanzierung in der CH ist bisher ziemlich hilflos: Die Einführung einer neuen Mediensteuer oder -abgabe. Radio und Fernsehen werden damit dann frei nutzbar (Abos fallen weg), aber inkonsequenterweise bleiben die Zeitungen bei diesem Schritt aussen vor! Wer also lieber Zeitung liest als Fernsehen schaut darf in Zukunft doppelt zahlen: Warum? Irgendwie kann das in dieser Form auch noch nicht das "Modell der Zukunft" sein! Was immer deutlicher wird: "Qualitätsjournalismus" (über die reine Schnellverwurstung von Agenturmeldungen hinaus) ist "Kultur" - und teilt mit der Kulturszene auch deren Finanzierungsprobleme und -optionen: staatliche Förderung (mit dem Problem der Kriterienfindung), Mäzenatentum, Spenden, Stiftungen und vieles mehr - mühsam und wenig lukrativ! Da müssen sich Zeitungsverleger allerdings erst daran gewöhnen: Bisher verstanden sie sich als Unternehmer, die durch ihr Unternehmen reich werden konnten - und auf einmal sehen sie sich im gleichen Boot mit Kleintheatern und Autorenfilmern...

Oh Tannenbaum!