LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Wahltag

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

  • Bitte beachten Sie unseren Community-Leitfaden.

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Occupy Wall Street feiert ersten Geburtstag

17.09.2012, 11:56Uhr

«Mic check!» Der Ruf soll am 17. September erneut durch die Strassen im Finanzdistrikt von New York hallen. Exakt ein Jahr zuvor haben die BesetzerInnen vom Zuccotti-Park diese Methode der öffentlichen Rede populär gemacht. Sie durften weder Lautsprecher noch Megaphone benutzen. Also rief, wer etwas sagen wollte, zur Eröffnung: «Mic check» in die Runde. Die Umstehenden wiederholten jedes einzelne Wort. So lange, bis die komplette Rede bis in die letzte Reihe von oft großen Menschenmengen vorgedrungen war.

Das «menschliche Mikrofon» ist eine von vielen Hinterlassenschaften der Occupy Wall Street Bewegung. Ebenfalls dazu gehört die Einteilung der US-Gesellschaft in «1%» und «99%». Sowie eine radikale Kehrtwende im öffentlichen Diskurs der USA. Wo sich zuvor alles um Haushaltsdefizit und die Notwendigkeit von Sparen und Steuersenkungen drehte, haben die jungen BesetzerInnen es geschafft, etwas für US-Verhältnisse so Subversives wie soziale Gerechtigkeit in die Debatte zu bringen. 

Einige der BesetzerInnen der erste Stunde des Zuccotti-Parks haben mir im Herbst 2011 ihre Motive erklärt.

Ein Jahr nach der ersten Besetzung wollen manche BesetzerInnen nun an den Ort des Geschehens zurückkehren. Wollen erneut mit «menschlichem Megaphon» und anderen gewaltfreien Methoden soziale Gerechtigkeit und mehr Demokratie einfordern.

«Die Revolution geht weltweit weiter», heisst es auf einer Webseite, die zu einem Aktionstag «gegen Finanzielle Gier und Korruption» aufruft. Der Montag, 17. September, trägt den Arbeitstitel: «#S17». Doch auch die Polizei umzingelt die Wall Street am Jahrestag. Schon am Wochenende zuvor hat sie Dutzende von DemonstrantInnen in New York City festgenommen.

Nachdem die ProtagonistInnen der Occupy Wall Street im Herbst 2011 erst den Zuccotti-Park und dann Hunderte von anderen Plätzen quer durch die USA besetzt und wochenlang Schlagzeilen gemacht hatten, sind sie im Winter aus der Öffentlichkeit verschwunden. Die Polizei hat die meisten besetzten Plätze geräumt. An manchen Orten brutal. Die Medien wendeten sich anderen Themen zu. Und die verbleibenden AktivistInnen konzentrierten sich auf kleinere, weniger spektakuläre Aktionen. Eine davon ist es, HausbesitzerInnen, die ihre Raten an die Bank nicht mehr zahlen können, vor der Räumung zu bewahren. Sie nennen es: «Occupy our homes». 

In diesem Spätsommer sind erneut ein paar Busse quer durch das Land getourt, um bei den Parteitagen der Republikanischen und der Demokratischen Partei zu protestieren. Trotz Hurricane-Warnung sind sie nach Tampa in Florida gefahren und haben eine Zeltstadt namens «Romney-Ville» aufgeschlagen. Doch echter Enthusiasmus kam nicht auf. Die Polizei hatte 10 bis 15000 DemonstrantInnen gegen den Republikanischen Parteitag erwartet, ein Jahr lang Anti-Aufstandstechniken geübt und die komplette Innenstadt von Tampa mit Zäunen und Barrikaden verrammelt. Am Ende kamen nur 500 DemonstrantInnen.

Ein paar Tage später, in Charlotte, in North-Carolina, bauten die Aufrechten wieder eine Zeltstadt auf. Sie nannten sie «Obama-Ville». Und demonstrierten erneut gegen die «Parteien der 1%». 

Als nächstes ist die Geburtstagsparty an der Wall Street in New York an der Reihe. Ein Jahr später gibt es genauso viele Argumente für die Occupy Wall Street Bewegung wie zuvor. Die Probleme sind jetzt zwar benannt, aber keines ist gelöst.

Doch die Lage für eine ausserparlamentarische Bewegung ist härter geworden. Denn der Präsidentschaftswahlkampf absorbiert die meisten politischen Kräfte. Unter ehemaligen BesetzerInnen sind viele weiterhin nicht von Barack Obamas Politik überzeugt. Aber einen Präsidenten Mitt Romney wollen auch sie nicht.

Den alten und neuen ProtragonistInnen der Occupy Wall Street Bewegung wünsche ich einen «happy birthday».

 

PS am Tag danach: Die New Yorker Polizei hat allein am Aktionstag über 180 Personen festgenommen. Darunter mehrere ReporterInnen. Rund um den Finanzdistrikt von Manhattan fanden Dutzende von Blockaden, Demonstrationen und Teach-Ins statt. Ein stolzes Resultat für eine vielfach tot gesagte Bewegung.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

Teilen und weiterleiten

Mehr zum Thema

USA, Occupy-Bewegung, Barack Obama

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Eine Begegnung mit Harry Belafonte Weiterlesen

Guantánamo mitten in den USA Weiterlesen

Jung, hochqualifiziert und desillusioniert Weiterlesen

Tageswoche honorieren

Alternativen:

Postfinance, Paypal, Flattr

  1. Auch Occupy Basel feiert bald Geburtstag

    von Occupy Basel lebt am 17.09.2012 um 19:02Uhr

    Auch in Basel ist Occupy nachwievor aktiv.

    Nicht in der Form eines Camps, sondern zum Beispiel mit lehrreichen Filmabenden für interessierte und engagierte Leute. Aber auch bei Demos wie der 1. Mai-Demo oder der Anti-Acta-Demo war Occupy Basel aktiv mit dabei.

    Auch Occupy Basel wird den einjährigen Geburtstag feiern, voraussichtlich am 13. Oktober! Die Planungen dazu sind gerade in vollem Gange.

    www.occupy-basel.ch.vu; www.facebook.com/occupyinbasel
    Kontakt und Newsletter: occupy@occupybasel.ch
    Direktlink zum Kommentar

  1. aktuell

    von Maya Eldorado am 17.09.2012 um 18:52Uhr

    Die Occupy-Bewegung ist nötiger denn je!
    Das Geld hat seine ursprüngliche Bedeutung als Tauschmittel beinahe völlig verloren. Es wird immer mehr zur Macht-Demo. Dem ist wirklich Einhalt zu gebieten!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Auch Occupy Basel feiert bald Geburtstag

    von Occupy Basel lebt am 17.09.2012 um 19:02Uhr

    Auch in Basel ist Occupy nachwievor aktiv.

    Nicht in der Form eines Camps, sondern zum Beispiel mit lehrreichen Filmabenden für interessierte und engagierte Leute. Aber auch bei Demos wie der 1. Mai-Demo oder der Anti-Acta-Demo war Occupy Basel aktiv mit dabei.

    Auch Occupy Basel wird den einjährigen Geburtstag feiern, voraussichtlich am 13. Oktober! Die Planungen dazu sind gerade in vollem Gange.

    www.occupy-basel.ch.vu; www.facebook.com/occupyinbasel
    Kontakt und Newsletter: occupy@occupybasel.ch
    Direktlink zum Kommentar

  3. Danke für die Information!

    von Maya Eldorado am 17.09.2012 um 19:08Uhr

    Ich wollte schon lange mal an einer Eurer Filmabende, war aber bis jetzt immer irgendwie verhindert. Eure mails kriege ich ja schon.
    Den 13. Oktober werde ich mir mal vormerken. Danke für die Information!
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren