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Verschobene Perspektiven

31.07.2012, 11:04Uhr
Keystone/AP/Reed Saxon: Andere Länder, andere Sitten, andere Sportarten. Wer sich darauf einlässt, kann was erleben.

Andere Länder, andere Sitten, andere Sportarten. Wer sich darauf einlässt, kann was erleben. (Bild: Keystone/AP/Reed Saxon)

Wir sind diesen August seit 16 Jahren in den USA. Seit 16 Jahren in demselben Ort im nordöstlichen Ohio - Einwohnerzahl etwa 27'000. Es gibt ein College, Industrie (oder was davon übrig ist), ein landwirtschaftliches Forschungszentrum der Ohio State University und viel, viel Landwirtschaft. Was einen kulturell und in anderer Hinsicht über Wasser hält, ist die Nähe zu Cleveland und dem Erie See.

Die Stadt, aus der ich stamme, hatte, als wir gingen, ungefähr 350'000 Einwohner, liegt in der Nähe zu Frankreich, und kann, obwohl sie immer irgendwie als provinziell galt, als recht kosmopolit bezeichnet werden. Ständig gibt es Konzerte, Theateraufführungen. Überall sind Kneipen und Biergärten, die man über die sich in alle Ecken der Stadt erstreckenden Radwege oder das exzellent ausgebaute Nahverkehrsnetz problemlos erreichen kann.

Man stelle sich also die Umstellung vor, die zusätzlich zum obligatorischen Kulturschock auf mich wartete, als wir hierher zogen. Die ersten drei Jahre wollte ich eigentlich nur eines: schnell wieder weg. Dennoch, man faßt irgendwo Fuß, paßt sich an, findet Anschluß.

Viele Expats machen den Fehler, sich nicht aus ihrem sozial-ethnischen Ghetto herauszubewegen. Sie sind an einem Ort über Monate, Jahre hinweg, und machen sich doch nie die Mühe, die sie umgebende Kultur wirklich kennenzulernen. Als wir hierher zogen, gab es einige deutsche Familien am Ort, die alle aus den gleichen Gründen hier waren. Alles nette Leute, und aber man hing hauptsächlich deswegen aneinander, weil man sich auf einem einsamen deutschen Eisberg in einer großen, amerikanisch-arktischen See befand. Das schweißt notwendigerweise zusammen.

Zwischenzeitlich hat sich das für mich radikal geändert. Wir fanden Anschluß an viele Amerikaner, die ich als Freunde bezeichnen würde, und mit denen man sich übrigens ganz offen und normal unterhalten kann. Bei all ihrer Freundlichkeit sind sie nämlich eher reserviert, und es dauert eine ganze Weile bei manchen, bis sie sich öffnen. Bei Deutschen kommt das oft als «oberflächlich» an, denn obwohl einem alltäglich ein «How are you?» entgegengeschmettert wird, gilt es als äußerst rüde, Leuten Dinge ins Gesicht zu sagen. Bei Deutschen ist das dagegen «direkt» und «ehrlich».

Ich habe über Jahre hinweg gelernt, daß da, wo es für Deutsche ein «Problem» gibt, es bei Amerikanern mit «concern», einer «Besorgnis», anfängt, die sich dann zu «disappointment» oder einer «Enttäuschung» entwickelt, wenn sich die Besorgnis nicht hat aus der Welt schaffen lassen. Aus dieser wird dann ein «issue» oder eine «Angelegenheit», die nicht zur Zufriedenheit gelöst in ein «problem» (Problem) mündet. Nimmt man also von vorneherein das Wort «Problem» in den Mund - man denke hier an einen Satz wie «John, wir haben ein Problem», dann bedeutet das für einen Amerikaner, «John, Du hast total versagt, wir werden Dich feuern.»

Gleichfalls heißt «We have to have lunch sometime» (Wir müssen mal zusammen zu Mittag essen) lediglich, daß der andere Teil das Gespräch nett fand und es gerne später fortsetzen würde. Und so weiter, und so fort.

Man macht es sich in einer fremden Umgebung insgesamt leichter, wenn man davon abkommt, alles schlecht zu finden, und akzeptiert, daß es einfach nur eines ist: anders. So kann man Kritik üben, ohne alles summa summarum zu verdammen, und es entsteht eine Diskussion, aus der alle Beteiligten etwas lernen können.

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Reaktionen

  1. Markus Troendle

    am 1.08.2012, 13:50

    Nach aufmerksamer Lektüre dieses Artikels weiss ich nun, dass die Autorin Freunde auf dem alten und dem neuen Kontinent hat, seit 16 Jahren in den USA lebt und sich in dieser Zeit sogar Bekanntschaften mit Amerikanern ergeben haben. Wenn das kein Zeitungsartikel wert ist.

  2. Alois Karl Hürlimann

    am 2.08.2012, 09:35

    wer sind "Amerikaner" oder gar "die" Amerikaner?
    Genau so wenig wie "die Amerikaner" in der 27'000 Einwohner zählenden Stadt in Ohio, in der sie laut ihrem Artikel leben, "die" Amerikaner an und für sich ausmachen dürften, werden die Expat-Deutschen bei Ihnen "die" Deutschen schlechthin sein. Allenfalls sind Sie und Ihre Deutschen in Ihrer Stadt nahe Cleveland Menschen, welche sich auf ein Deutschland oder - welch Wort, ich weiss - ein Deutschtum verlassen, welches in Deutschland vielleicht... ... mehrwer sind "Amerikaner" oder gar "die" Amerikaner?
    Genau so wenig wie "die Amerikaner" in der 27'000 Einwohner zählenden Stadt in Ohio, in der sie laut ihrem Artikel leben, "die" Amerikaner an und für sich ausmachen dürften, werden die Expat-Deutschen bei Ihnen "die" Deutschen schlechthin sein. Allenfalls sind Sie und Ihre Deutschen in Ihrer Stadt nahe Cleveland Menschen, welche sich auf ein Deutschland oder - welch Wort, ich weiss - ein Deutschtum verlassen, welches in Deutschland vielleicht gar nicht mehr so typisch ist, wie man es nach 16 Jahren Abwesenheit annimmt, verkörpern.

    Ich bin "Schweizer", aber auch "Expat", denn ich lebe seit Jahren in Deutschland, in Berlin. Jedes Mal, wenn ich in die Schweiz reise, was etwa alle 6 Monate vorkommt, stelle ich fest, dass ich vieles, was dort gerade aktuell ist, worüber dort diskutiert wird, was meine Freunde dort bewegt, zwar durchaus wahrnehmen, aber häufig nicht auf Anhieb verstehen kann. Damit meine ich nicht bloss "Politisches" oder meinetwegen Geldgeschichten, "Fremdenangst" und dergleichen mehr, sondern ganz und gar Alltägliches. Ich stelle beispielsweise immer wieder fest, dass sich Alltagssprachliches verändert hat - so wie ich meine Alltagssprache im Lauf der Jahre mit Begriffen aus meiner Berliner Umgebung angereichert habe. Kurz: Meine Schweizer Mundart hat viele der im Verlauf der Jahre in der Deutschschweiz, genauer: in Basel angereicherten Begriffe nicht präsent, weil ich sie alltäglich wegen meiner Expat-Situation gar nicht aufnehmen konnte. Ein Beispiel für meine Abwesenheit ist der Begriff "Expat", dem man in der Berliner Alltagssprache nicht begegnet, in der Schweiz aber offensichtlich seit einiger Zeit sehr wohl. Mir ist dieser Begriff erstmals kürzlich bei der Lektüre eines Artikels der Tageswoche im Zusammenhang mit Entscheidungen des Regierungsrates von Basel-Landschaft über Spracherwerb für Migranten aufgefallen.

    Was ich mit diesen Ausführungen zum Ausdruck bringen will:
    Die Beobachtung Ihres Amerika ist geprägt durch Ihren Wohnort. Meine Beobachtungen zu Deutschland sind geprägt durch meinen Wohnort. Ihr Wohnort mag für Ohio repräsentativ sein, genauer, für eine Kleinstadt in Ohio. Mein Wohnort, Berlin, ist wohl nicht "typisch" für Deutschland, aber vielleicht "typisch" für eine europäische Metropole. Mich würde interessieren, wie die Bevölkerung Ihres Wohnortes zusammengesetzt ist. Gibt es dort auch lateinamerikanische Expats ? Chinesische, japanische, oder beschränkt sich dieser Bevölkerungsteil auf "Deutsche"? Gibt es ein Weiss-Farbiges Problemfeld, wie man es in den USA doch recht häufig beobachten kann? Wie steht es in Ihrer Stadt um die Auseinandersetzung über so etwas wie die "Schwulenehe" oder den privaten Waffenbesitz ? Wer regiert in Ihrer Stadt ?
    Kurz: Ihr Artikel ist für einen interessierten Leser tatsächlich etwas gar oberflächlich. Vor allem, wenn man anderswo immer wieder liest, dass Ohio ein so genannter Swingstaat ist, wenn es um Wahlen geht. Da würde mich als Leser zum Beispiel das Erscheinen von Tea-Party-Leuten in lokalen Verhältnissen interessieren, um allenfalls diese ganze Bewegung etwas besser verstehen zu können...

  3. AutorIn des Artikels

    Sofie Dittmann

    am 2.08.2012, 15:35

    Das Problem mit einem Blogartikel ist immer die Länge - schreibt man zuviel, verlieren die Leute schnell das Interesse; schreibt man zuwenig, läßt man Interessantes weg. Dieser Artikel hätte gut und gerne zu einer 10-teilige Serie ausgedehnt werden können, und selbst dann hätte ich höchstens die Oberfläche angekratzt.

    Ja, "die Amerikaner" sind zwar hauptsächlich die hier in unserem Kaff in Ohio, aber wir haben genügend andere aus allen Ecken kennengelernt, um bestimmte Dinge überall... ... mehrDas Problem mit einem Blogartikel ist immer die Länge - schreibt man zuviel, verlieren die Leute schnell das Interesse; schreibt man zuwenig, läßt man Interessantes weg. Dieser Artikel hätte gut und gerne zu einer 10-teilige Serie ausgedehnt werden können, und selbst dann hätte ich höchstens die Oberfläche angekratzt.

    Ja, "die Amerikaner" sind zwar hauptsächlich die hier in unserem Kaff in Ohio, aber wir haben genügend andere aus allen Ecken kennengelernt, um bestimmte Dinge überall wiederzufinden (deshalb das Beispiel mit dem "Problem"). Der Auslöser für den Beitrag war hauptsächlich das Bedürfnis, den Leuten mal ein anderes Bild zu bieten, und ein paar Hintergründe zu beleuchten, wie Amerikaner eigentlich sind. Vorurteile ("Alle Amerikaner sind oberflächlich.") und Verallgemeinerungen ("Alle Amerikaner sind naiv."), wie ich sie allzu häufig lesen muß, verzerren die Dinge unnötig.

    Ich kann mir vorstellen, daß Sie es als deutschsprachiger "Ausländer" in Berlin nicht leicht haben - viele Dinge sind ähnlich, aber die Nuancen sind doch da. Uns ging es hier auch so, allerdings auf einer anderen Ebene. Wenn man nach China kommt, erwartet man irgendwo, daß ALLES anders ist. Hier ist es anders, aber manchmal nicht genug, um es gleich zu begreifen ("Wir müssen mal zusammen zu Mittag essen." ist für Deutsche eine Einladung).

    Auch in Karlsruhe, meiner Geburtsstadt, sind die Dinge nicht stehengeblieben. Ich komme höchstens alle paar Jahre mal hin, wenn ich Glück habe. Da hat sich nicht nur alles Mögliche an Gebäuden verändert, die Stadt ist mittlerweile vielfarbig, was die Leute angeht, und die Innenstadt verkommt immer mehr zu einem Ein-Euro-Geschäft. Ein paar coole Ausdrücke schnappe ich hier und da auf, aber nicht genug, um Schritt halten zu können. (Wenn ich mir eine Stadt in D-Land aussuchen könnte, wäre es übrigens Berlin. Und ich stimme mit Ihnen vollkommen überein, Berlin ist was Besonderes.)

    Die Stadt, in der ich hier in Ohio wohne ist sehr weiß, sehr konservativ, sehr ländlich. Wenn es das College nicht gäbe, die Demokraten wären noch mehr in der Minderheit. Viele Leute, mit denen wir befreundet sind, sind nicht hier aufgewachsen - was sich so ergeben hat. Erst gestern schrieb jemand auf Facebook, sie wünschte, Chick-Fil-A käme nach Wooster, und wir sollten doch alle eine Petition unterschreiben. Statt dessen kommentierte ich, Eiferer kochten nicht gut und nein danke. Daraufhin hat sie den Kommentar gelöscht und ich dann eben sie.

    Obwohl die USA immer noch sehr einem verfehlten Rassebegriff anhängen - als Beispiel hier die Berichterstattung über Trayvon Martin und George Zimmerman, wo von einem "unbewaffneten schwarzen Teenager" und einem "weißen Hispanic" die Rede war, ist es der Generation meiner Kinder so ziemlich egal, was für eine Hautfarbe die Leute haben, ob sie schwul sind etc. Das ist für meine Generation vielleicht noch wichtig, aber ich habe die Hoffnung, daß es langsam verblassen wird. Und damit hoffentlich auch das Bedürfnis, mit den Menschenrechten anderer Leute - hier Schwulenehe und Abtreibung etwa - Politik zu machen.

    So, ich hoffe das erhellt ein paar Punkte, die Sie aufgeworfen haben. Ich wäre sehr daran interessiert, noch mehr von Ihren Erfahrungen in Berlin zu hören.

    LG,

    Sofie Dittmann

  4. Alois Karl Hürlimann

    am 3.08.2012, 10:34

    für Ihre Antwort bedanke ich mich. Es ist schon so, dass die Lesbarkeit von Artikeln in einem Blogg von Verfasserinnen und Verfassern Entscheidungen erfordert, was man denn nun antönen will, was man vernachlässigen könnte und so weiter. Ein Artikel wird immer eine Verkürzung bleiben. Mehrere Artikel von mehreren Verfasserinnen oder Verfassern zu einem gewählten Thema aber können mindestens einzelne Aspekte eines "Problems", über das man schreibt, berühren.Nicht "lösen" oder gar in eine... ... mehrfür Ihre Antwort bedanke ich mich. Es ist schon so, dass die Lesbarkeit von Artikeln in einem Blogg von Verfasserinnen und Verfassern Entscheidungen erfordert, was man denn nun antönen will, was man vernachlässigen könnte und so weiter. Ein Artikel wird immer eine Verkürzung bleiben. Mehrere Artikel von mehreren Verfasserinnen oder Verfassern zu einem gewählten Thema aber können mindestens einzelne Aspekte eines "Problems", über das man schreibt, berühren.Nicht "lösen" oder gar in eine endgültige Festlegung führen, sondern "berühren" und in Kommunikation führen.

    Ich habe Ihre Beschreibung sprachlicher Gewohnheiten in Ihrer alltäglichen Umgebung als Wissensgewinn wahrgenommen. In meiner Umgebung bestehen solche durchaus vielbedeutende sprachliche Reguliergewohnheiten selbstredend auch. Sie sind mir teilweise bewusst, undefiniert, rein gefühlsmässig. Ich nehme den Tonfall wahr, in dem mich jemand anspricht, ich sortiere Ernsthaftigkeit und Geschwätz quasi automatisch auseinander, ich erinnere mich nach Gesprächssituationen an Gesprächslinien, welche ich während des Gesprächs vielleicht gar nicht bemerkt habe.
    Unter der Voraussetzung des eben Geschriebenen beschreibe ich - erst einmal für mich - Phänomene des sozialen, des wirtschaftlichpolitischen, des kulturellen Lebens in der Stadt, in der ich lebe.
    Erst einmal:
    Berlin ist derart komplex zu erfahren, dass es meiner Meinung nach keinerlei "Allgemeingültigkeit" gibt, welche einfach so gilt. Jede Festlegung über das Stadtleben ist eine Einschränkung.
    Als Zuwanderer in Berlin, der keine sprachlichen Probleme hat, weil eben deutschsprachig, kann es mir passieren, dass ich trotzdem alltäglich mit sprachliche Problemen konfrontiert werde, weil ich jemanden kennen lerne, der beispielsweise vor allem Spanisch spricht. In Berlin begegne ich, ohne dass ich solches bewusst plane, oft einer Mehrsprachigkeit, welche kommunikativ nicht ohne weiteres mit Hilfe einer übergeordneten Hauptsprache, Deutsch, eingeebnet werden kann. Oft weicht man dann auf Englisch aus. Dabei gehen wichtige Zwischentöne verloren. Die "Fremdsprache" Englisch erscheint mir oft wie ein Vehikel, mit dessen Hilfe man sich zwar verständigen kann, aber auf einem ziemlich oberflächlichen, oft schlicht nichtssagenden, gar entpersönlichtem Niveau. Diese Beobachtung führt mich dazu, der Forderung nach totaler sprachlicher "Integration" mit Skepsis zu begegnen. Sprachliche Integration ist kaum ein allgemeiner Vorgang, den man bestellen kann, sondern ein gesellschaflticher Prozess, der vor allem viel Zeit braucht. Ehrlicherweise müsste man für Berlin festhalten, dass es auf Grund der Vielfalt von "Muttersprachen", welche in der Stadt gesprochen werden, eine multisprachliche Realität gibt, welche einfach existiert, ob man das nun wahrnehmen will oder nicht. Im meinem Alltag spielen dann häufig einerseits die deutsche Sprache in Form lernender Erweiterung durch ihre Benutzer und anderseits das Englische als Hilfssprache zur oberflächlichen Kurz-Verständigung sprachliche Hauptrollen. Daneben aber existieren zahlreiche andere Kommunikationsmittel respektive -Automatismen, welche meine Wahrnehmungen beherrschen: Bilder ganz allgemein, Ikonen der Werbung etwas spezieller, Musiksprachen, Kleidermoden und so weiter. Die meiner Ansicht nach sehr läppische Diskussion um das "Kopftuch" oder die "Burka" zeigt, dass gerade die äussere Erscheinung eines Menschen oftmals in uniforme Gleichschaltung gezwungen wird, Mode genannt. Wer sich nicht an solche Zwänge hält, und sei er rein körperlich nicht dazu in der Lage, fällt auf, wird als "Fremdkörper" wahrgenommen und abgelehnt.
    Von wem abgelehnt?
    Von der so genannten Öffentlichkeit. Die dann "Integration" ruft, die erklärt: Wenn Du schon hier leben willst, dann passe Dich gefälligst an.
    In einer Stadt von der Grösse und der Vielfältigkeit Berlins spielen allerdings solche Reflexe alltäglich eine weniger ausschliessliche Rolle als in Kleinstädten, in Dörfern usw. Die vielen Eindrücke im großstädtischen Alltag werden kaum so verarbeitet wie dort, wo es weniger Eindrücke gibt, denke ich.
    Hinter der Sprache, meiner Muttersprache konkret, steht natürlich die "Kultur", aus der sie stammt. An der Sprache hängt die Geschichte, hängt das Selbstwahrnehmungsbewusstsein, hängen die Träume...
    In Berlin erfahre ich, dass Sprache erweiterbar ist, wenn ich mich nicht dagegen wehre, meine Umgebung als heterogen wahrzunehmen, sondern allenfalls als interessant oder, im guten Fall, als spannend, als bereichernd.

    So viel für dieses Mal.
    Mit freundlichem Gruß
    Alois-Karl Hürlimann

  1. Markus Troendle

    am 1.08.2012, 13:50

    Nach aufmerksamer Lektüre dieses Artikels weiss ich nun, dass die Autorin Freunde auf dem alten und dem neuen Kontinent hat, seit 16 Jahren in den USA lebt und sich in dieser Zeit sogar Bekanntschaften mit Amerikanern ergeben haben. Wenn das kein Zeitungsartikel wert ist.

  2. AutorIn des Artikels

    Sofie Dittmann

    am 1.08.2012, 19:37

    Gleichfalls. Nach Lektüre Ihres Kommentars weiß ich, daß Sie den Artikel nicht wirklich gelesen haben.

  3. Alois Karl Hürlimann

    am 2.08.2012, 09:35

    wer sind "Amerikaner" oder gar "die" Amerikaner?
    Genau so wenig wie "die Amerikaner" in der 27'000 Einwohner zählenden Stadt in Ohio, in der sie laut ihrem Artikel leben, "die" Amerikaner an und für sich ausmachen dürften, werden die Expat-Deutschen bei Ihnen "die" Deutschen schlechthin sein. Allenfalls sind Sie und Ihre Deutschen in Ihrer Stadt nahe Cleveland Menschen, welche sich auf ein Deutschland oder - welch Wort, ich weiss - ein Deutschtum verlassen, welches in Deutschland vielleicht... mehrwer sind "Amerikaner" oder gar "die" Amerikaner?
    Genau so wenig wie "die Amerikaner" in der 27'000 Einwohner zählenden Stadt in Ohio, in der sie laut ihrem Artikel leben, "die" Amerikaner an und für sich ausmachen dürften, werden die Expat-Deutschen bei Ihnen "die" Deutschen schlechthin sein. Allenfalls sind Sie und Ihre Deutschen in Ihrer Stadt nahe Cleveland Menschen, welche sich auf ein Deutschland oder - welch Wort, ich weiss - ein Deutschtum verlassen, welches in Deutschland vielleicht gar nicht mehr so typisch ist, wie man es nach 16 Jahren Abwesenheit annimmt, verkörpern.

    Ich bin "Schweizer", aber auch "Expat", denn ich lebe seit Jahren in Deutschland, in Berlin. Jedes Mal, wenn ich in die Schweiz reise, was etwa alle 6 Monate vorkommt, stelle ich fest, dass ich vieles, was dort gerade aktuell ist, worüber dort diskutiert wird, was meine Freunde dort bewegt, zwar durchaus wahrnehmen, aber häufig nicht auf Anhieb verstehen kann. Damit meine ich nicht bloss "Politisches" oder meinetwegen Geldgeschichten, "Fremdenangst" und dergleichen mehr, sondern ganz und gar Alltägliches. Ich stelle beispielsweise immer wieder fest, dass sich Alltagssprachliches verändert hat - so wie ich meine Alltagssprache im Lauf der Jahre mit Begriffen aus meiner Berliner Umgebung angereichert habe. Kurz: Meine Schweizer Mundart hat viele der im Verlauf der Jahre in der Deutschschweiz, genauer: in Basel angereicherten Begriffe nicht präsent, weil ich sie alltäglich wegen meiner Expat-Situation gar nicht aufnehmen konnte. Ein Beispiel für meine Abwesenheit ist der Begriff "Expat", dem man in der Berliner Alltagssprache nicht begegnet, in der Schweiz aber offensichtlich seit einiger Zeit sehr wohl. Mir ist dieser Begriff erstmals kürzlich bei der Lektüre eines Artikels der Tageswoche im Zusammenhang mit Entscheidungen des Regierungsrates von Basel-Landschaft über Spracherwerb für Migranten aufgefallen.

    Was ich mit diesen Ausführungen zum Ausdruck bringen will:
    Die Beobachtung Ihres Amerika ist geprägt durch Ihren Wohnort. Meine Beobachtungen zu Deutschland sind geprägt durch meinen Wohnort. Ihr Wohnort mag für Ohio repräsentativ sein, genauer, für eine Kleinstadt in Ohio. Mein Wohnort, Berlin, ist wohl nicht "typisch" für Deutschland, aber vielleicht "typisch" für eine europäische Metropole. Mich würde interessieren, wie die Bevölkerung Ihres Wohnortes zusammengesetzt ist. Gibt es dort auch lateinamerikanische Expats ? Chinesische, japanische, oder beschränkt sich dieser Bevölkerungsteil auf "Deutsche"? Gibt es ein Weiss-Farbiges Problemfeld, wie man es in den USA doch recht häufig beobachten kann? Wie steht es in Ihrer Stadt um die Auseinandersetzung über so etwas wie die "Schwulenehe" oder den privaten Waffenbesitz ? Wer regiert in Ihrer Stadt ?
    Kurz: Ihr Artikel ist für einen interessierten Leser tatsächlich etwas gar oberflächlich. Vor allem, wenn man anderswo immer wieder liest, dass Ohio ein so genannter Swingstaat ist, wenn es um Wahlen geht. Da würde mich als Leser zum Beispiel das Erscheinen von Tea-Party-Leuten in lokalen Verhältnissen interessieren, um allenfalls diese ganze Bewegung etwas besser verstehen zu können...

  4. AutorIn des Artikels

    Sofie Dittmann

    am 2.08.2012, 15:35

    Das Problem mit einem Blogartikel ist immer die Länge - schreibt man zuviel, verlieren die Leute schnell das Interesse; schreibt man zuwenig, läßt man Interessantes weg. Dieser Artikel hätte gut und gerne zu einer 10-teilige Serie ausgedehnt werden können, und selbst dann hätte ich höchstens die Oberfläche angekratzt.

    Ja, "die Amerikaner" sind zwar hauptsächlich die hier in unserem Kaff in Ohio, aber wir haben genügend andere aus allen Ecken kennengelernt, um bestimmte Dinge überall... mehrDas Problem mit einem Blogartikel ist immer die Länge - schreibt man zuviel, verlieren die Leute schnell das Interesse; schreibt man zuwenig, läßt man Interessantes weg. Dieser Artikel hätte gut und gerne zu einer 10-teilige Serie ausgedehnt werden können, und selbst dann hätte ich höchstens die Oberfläche angekratzt.

    Ja, "die Amerikaner" sind zwar hauptsächlich die hier in unserem Kaff in Ohio, aber wir haben genügend andere aus allen Ecken kennengelernt, um bestimmte Dinge überall wiederzufinden (deshalb das Beispiel mit dem "Problem"). Der Auslöser für den Beitrag war hauptsächlich das Bedürfnis, den Leuten mal ein anderes Bild zu bieten, und ein paar Hintergründe zu beleuchten, wie Amerikaner eigentlich sind. Vorurteile ("Alle Amerikaner sind oberflächlich.") und Verallgemeinerungen ("Alle Amerikaner sind naiv."), wie ich sie allzu häufig lesen muß, verzerren die Dinge unnötig.

    Ich kann mir vorstellen, daß Sie es als deutschsprachiger "Ausländer" in Berlin nicht leicht haben - viele Dinge sind ähnlich, aber die Nuancen sind doch da. Uns ging es hier auch so, allerdings auf einer anderen Ebene. Wenn man nach China kommt, erwartet man irgendwo, daß ALLES anders ist. Hier ist es anders, aber manchmal nicht genug, um es gleich zu begreifen ("Wir müssen mal zusammen zu Mittag essen." ist für Deutsche eine Einladung).

    Auch in Karlsruhe, meiner Geburtsstadt, sind die Dinge nicht stehengeblieben. Ich komme höchstens alle paar Jahre mal hin, wenn ich Glück habe. Da hat sich nicht nur alles Mögliche an Gebäuden verändert, die Stadt ist mittlerweile vielfarbig, was die Leute angeht, und die Innenstadt verkommt immer mehr zu einem Ein-Euro-Geschäft. Ein paar coole Ausdrücke schnappe ich hier und da auf, aber nicht genug, um Schritt halten zu können. (Wenn ich mir eine Stadt in D-Land aussuchen könnte, wäre es übrigens Berlin. Und ich stimme mit Ihnen vollkommen überein, Berlin ist was Besonderes.)

    Die Stadt, in der ich hier in Ohio wohne ist sehr weiß, sehr konservativ, sehr ländlich. Wenn es das College nicht gäbe, die Demokraten wären noch mehr in der Minderheit. Viele Leute, mit denen wir befreundet sind, sind nicht hier aufgewachsen - was sich so ergeben hat. Erst gestern schrieb jemand auf Facebook, sie wünschte, Chick-Fil-A käme nach Wooster, und wir sollten doch alle eine Petition unterschreiben. Statt dessen kommentierte ich, Eiferer kochten nicht gut und nein danke. Daraufhin hat sie den Kommentar gelöscht und ich dann eben sie.

    Obwohl die USA immer noch sehr einem verfehlten Rassebegriff anhängen - als Beispiel hier die Berichterstattung über Trayvon Martin und George Zimmerman, wo von einem "unbewaffneten schwarzen Teenager" und einem "weißen Hispanic" die Rede war, ist es der Generation meiner Kinder so ziemlich egal, was für eine Hautfarbe die Leute haben, ob sie schwul sind etc. Das ist für meine Generation vielleicht noch wichtig, aber ich habe die Hoffnung, daß es langsam verblassen wird. Und damit hoffentlich auch das Bedürfnis, mit den Menschenrechten anderer Leute - hier Schwulenehe und Abtreibung etwa - Politik zu machen.

    So, ich hoffe das erhellt ein paar Punkte, die Sie aufgeworfen haben. Ich wäre sehr daran interessiert, noch mehr von Ihren Erfahrungen in Berlin zu hören.

    LG,

    Sofie Dittmann

  5. Alois Karl Hürlimann

    am 3.08.2012, 10:34

    für Ihre Antwort bedanke ich mich. Es ist schon so, dass die Lesbarkeit von Artikeln in einem Blogg von Verfasserinnen und Verfassern Entscheidungen erfordert, was man denn nun antönen will, was man vernachlässigen könnte und so weiter. Ein Artikel wird immer eine Verkürzung bleiben. Mehrere Artikel von mehreren Verfasserinnen oder Verfassern zu einem gewählten Thema aber können mindestens einzelne Aspekte eines "Problems", über das man schreibt, berühren.Nicht "lösen" oder gar in eine... mehrfür Ihre Antwort bedanke ich mich. Es ist schon so, dass die Lesbarkeit von Artikeln in einem Blogg von Verfasserinnen und Verfassern Entscheidungen erfordert, was man denn nun antönen will, was man vernachlässigen könnte und so weiter. Ein Artikel wird immer eine Verkürzung bleiben. Mehrere Artikel von mehreren Verfasserinnen oder Verfassern zu einem gewählten Thema aber können mindestens einzelne Aspekte eines "Problems", über das man schreibt, berühren.Nicht "lösen" oder gar in eine endgültige Festlegung führen, sondern "berühren" und in Kommunikation führen.

    Ich habe Ihre Beschreibung sprachlicher Gewohnheiten in Ihrer alltäglichen Umgebung als Wissensgewinn wahrgenommen. In meiner Umgebung bestehen solche durchaus vielbedeutende sprachliche Reguliergewohnheiten selbstredend auch. Sie sind mir teilweise bewusst, undefiniert, rein gefühlsmässig. Ich nehme den Tonfall wahr, in dem mich jemand anspricht, ich sortiere Ernsthaftigkeit und Geschwätz quasi automatisch auseinander, ich erinnere mich nach Gesprächssituationen an Gesprächslinien, welche ich während des Gesprächs vielleicht gar nicht bemerkt habe.
    Unter der Voraussetzung des eben Geschriebenen beschreibe ich - erst einmal für mich - Phänomene des sozialen, des wirtschaftlichpolitischen, des kulturellen Lebens in der Stadt, in der ich lebe.
    Erst einmal:
    Berlin ist derart komplex zu erfahren, dass es meiner Meinung nach keinerlei "Allgemeingültigkeit" gibt, welche einfach so gilt. Jede Festlegung über das Stadtleben ist eine Einschränkung.
    Als Zuwanderer in Berlin, der keine sprachlichen Probleme hat, weil eben deutschsprachig, kann es mir passieren, dass ich trotzdem alltäglich mit sprachliche Problemen konfrontiert werde, weil ich jemanden kennen lerne, der beispielsweise vor allem Spanisch spricht. In Berlin begegne ich, ohne dass ich solches bewusst plane, oft einer Mehrsprachigkeit, welche kommunikativ nicht ohne weiteres mit Hilfe einer übergeordneten Hauptsprache, Deutsch, eingeebnet werden kann. Oft weicht man dann auf Englisch aus. Dabei gehen wichtige Zwischentöne verloren. Die "Fremdsprache" Englisch erscheint mir oft wie ein Vehikel, mit dessen Hilfe man sich zwar verständigen kann, aber auf einem ziemlich oberflächlichen, oft schlicht nichtssagenden, gar entpersönlichtem Niveau. Diese Beobachtung führt mich dazu, der Forderung nach totaler sprachlicher "Integration" mit Skepsis zu begegnen. Sprachliche Integration ist kaum ein allgemeiner Vorgang, den man bestellen kann, sondern ein gesellschaflticher Prozess, der vor allem viel Zeit braucht. Ehrlicherweise müsste man für Berlin festhalten, dass es auf Grund der Vielfalt von "Muttersprachen", welche in der Stadt gesprochen werden, eine multisprachliche Realität gibt, welche einfach existiert, ob man das nun wahrnehmen will oder nicht. Im meinem Alltag spielen dann häufig einerseits die deutsche Sprache in Form lernender Erweiterung durch ihre Benutzer und anderseits das Englische als Hilfssprache zur oberflächlichen Kurz-Verständigung sprachliche Hauptrollen. Daneben aber existieren zahlreiche andere Kommunikationsmittel respektive -Automatismen, welche meine Wahrnehmungen beherrschen: Bilder ganz allgemein, Ikonen der Werbung etwas spezieller, Musiksprachen, Kleidermoden und so weiter. Die meiner Ansicht nach sehr läppische Diskussion um das "Kopftuch" oder die "Burka" zeigt, dass gerade die äussere Erscheinung eines Menschen oftmals in uniforme Gleichschaltung gezwungen wird, Mode genannt. Wer sich nicht an solche Zwänge hält, und sei er rein körperlich nicht dazu in der Lage, fällt auf, wird als "Fremdkörper" wahrgenommen und abgelehnt.
    Von wem abgelehnt?
    Von der so genannten Öffentlichkeit. Die dann "Integration" ruft, die erklärt: Wenn Du schon hier leben willst, dann passe Dich gefälligst an.
    In einer Stadt von der Grösse und der Vielfältigkeit Berlins spielen allerdings solche Reflexe alltäglich eine weniger ausschliessliche Rolle als in Kleinstädten, in Dörfern usw. Die vielen Eindrücke im großstädtischen Alltag werden kaum so verarbeitet wie dort, wo es weniger Eindrücke gibt, denke ich.
    Hinter der Sprache, meiner Muttersprache konkret, steht natürlich die "Kultur", aus der sie stammt. An der Sprache hängt die Geschichte, hängt das Selbstwahrnehmungsbewusstsein, hängen die Träume...
    In Berlin erfahre ich, dass Sprache erweiterbar ist, wenn ich mich nicht dagegen wehre, meine Umgebung als heterogen wahrzunehmen, sondern allenfalls als interessant oder, im guten Fall, als spannend, als bereichernd.

    So viel für dieses Mal.
    Mit freundlichem Gruß
    Alois-Karl Hürlimann