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Was der Quilt nicht erzählt

16.07.2012, 13:25Uhr
Dorothea Hahn: Das Aids-Quilt in der Mall in Washington DC. Es ist 50 Meilen lang. Und wächst weiter.

Das Aids-Quilt in der Mall in Washington DC. Es ist 50 Meilen lang. Und wächst weiter. (Bild: Dorothea Hahn)

Der Quilt erzählt die zerstörerische Spur der Aids-Epidemie durch die USA in Nadelstichen, Collagen und Fotos. Er ist ein Monument aus Textil. Inzwischen ist es auf 48'000 Einzelteile angewachsen und auf 50 Meilen Länge. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Längst ist kein Platz in den USA mehr groß genug für den kompletten Quilt. Aber die Mall - die riesige Grünfläche zwischen Kapitol und Lincoln Memorial im Herzen der US-Haupstadt - bietet immerhin den nötigen Raum, um bedeutende Teile davon zu zeigen.

Anfang Juli transportieren Laster der Quilt von Atlanta in Georgia, wo es in Kühlräumen aufbewahrt wird, nach Washington. Während der neun Tage des Smithsonian Folk Festivals breiten ArbeiterInnen morgens den schweren Stoff auf dem Rasen der Mall aus. Mitten auf dem Platz stehen Menschen vor einem kleinen Zeltdach, das kaum Schatten bietet, Schlange, um Din-A-4-Seiten abzuholen, auf denen jeweils 60 Namen von Aids-Opfern stehen. Dann treten sie in die nächste Schlange und warten geduldig, bis sie an ein Mikrofon treten können, um die Namen von ihrer Seite verlesen zu können.

Risse und Tabus der US-Gesellschaft eingearbeitet

Während die Namen der Toten in den Stimmen von lebenden Schulkindern, Erwachsenen und GreisInnen über die vor Hitze glühende Mall hallen, trotzen einzelne Mutige den Temperaturen und spazieren an den gestickten Lebensgeschichten und Adieus vorbei. Fast alle handeln von jungen, weissen Männern, die in den 30er oder 40er Jahren ihres Lebens gestorben sind.

Der Quilt ist ein textilenes Beispiel jener besonderen us-amerikanischen Fähigkeit, Tragödien mit Namen und mit Gesichtern, mit persönlichen Geschichten und mit Gefühl zu füllen.

Doch zugleich sind in den Quilt die tiefen Risse und Tabus der US-Gesellschaft eingearbeitet. Auf den 50 Meilen des Quilt machen schwarze Aids-Opfer nicht einmal eine halbe Meile aus.

Im vierten Jahrzehnt der Aids-Epidemie wird fast die Hälfte (44 Prozent) aller neuen HIV-Infektionen in den USA bei AfroamerikanerInnen diagnostiziert - bei einer Minderheit, die nur 14 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Immer stärker sind afroamerikanische Frauen betroffen. Viele sind von Männern angesteckt worden, die ein Doppelleben führen. Von Männern, die ihre Homosexualität - weiterhin ein Tabu in Teilen der afroamerikanischen Minderheit - geheim halten.

Washington hat hächste HIV-Rate

Die Hauptstadt der USA hat nicht nur den größten Platz in ihrem Zentrum, sondern auch die höchste HIV-Rate der USA. Drei Prozent der Haupstadt-Bevölkerung sind HIV-positiv getestet. Die Dunkelziffer dürfte um nochmal ein bis zwei Prozent höher liegen. In einigen mehrheitlich afroamerikanisch bewohnten Stadtteilen ist die HIV-Rate so hoch wie in den weltweit am stärksten von der Epidemie betroffenen Gebieten des südlichen Afrikas.

In diesem Katastrophengebiet beginnt am 22. Juli die Internationale Aids-Konferenz. Mehr als 20'000 TeilnehmerInnen werden erwartet.

Während der Ausstellung Anfang Juli in der Mall arbeiten AfroamerikanerInnen unter einem Zeltdach an neuen Teilen für den Quilt. Call my name heisst das Projekt, an dem sich auch prominente schwarze SchriftstellerInnen und MusikerInnen beteiligen. Das Projekt hat zwei Ziele: die fehlenden afroamerikanischen Namen in der Quilt hineinsticken. Und das Stigma in der der afroamerikanischen Community beenden.

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Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. wer ist schuld?

    von Thommen_63 am 16.07.2012 um 15:05Uhr

    Besten Dank für diesen interessanten Artikel. Allerdings schleicht sich - da die Herkunft von AIDS noch immer unbekannt ist - immer wieder ganz heimlich die Frage nach der "Schuld" hinein:
    "Von Männern, die ihre Homosexualität - weiterhin ein Tabu in Teilen der afroamerikanischen Minderheit - geheim halten."

    Warum halten sie ihre Sexualkontakte geheim? Eben weil sie dazu von der Gesellschaft und ihren Partnerinnen gezwungen werden!
    Frauen, die Erbkrankheiten an ihre Kinder weitergeben, können ja auch nicht als "Schuldige" festgemacht werden!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Ein Virus kennt keine Homo- oder Heterosexualität

    von Kulturbetrachter Basel am 16.07.2012 um 16:13Uhr

    Ein Satz aus den Achzigern:
    "Ich bin ja nicht schwul, also kann ich auch kein HIV bekommen"

    Ein Virus wird übertragen, wenn man(n) & Frau sich nicht schützen.
    Jeder One-Night-Stand der zu einer Schwangerschaft geführt hat, hätte auch zu HIV führen können und dies hat nur wirlich nichts mit Homosexualität zu tun.

    Heute muss sich in Europa niemand mehr mit HIV infizieren, die Übertragungswege sind geklärt, die Risiken auch und die Verhaltensweisen welche daraus folgern müssten, eben auch. Trotzdem stecken sich immer wieder erneut Menschen an.

    Wenn sich ein Afroamerikaner durch Fremdgehen bei einer Afroamerikanerin ansteckt, kann dies auch nicht mit Homosexualität in Verbindung gebracht werden. Das Doppelleben findet eben auch in Afrika in heterosexuellen Kreisen statt.
    Meist leben Homosexuelle Paare viel offener - ohne Doppelleben - als Heteropaare.

    Das HIV in Verbindung mit "Schwulsein" gleichgesetzt wurde, liegt daran, dass der Erreger erst bei einer bestimmten Bevölkerungsgruppe auftrat und sich dort unter den sexuell Aktiven schnell ausbreitete, weil man damals nicht wusste, wer, wie, was, warum!

    Wäre damals der Erreger zuerst bei weissen, absolut heterosexuellen Menschen aufgetreten, hätten die Schwulen in den Achzigern sagen können: " HIV? ich nicht, ich bin ja schwul!"

    Man darf die Begriffe eben in der heutigen Zeit nicht mehr so einfach miteinander vermischen - weil man es besser weis.

    Wieso es in der heutigen Zeit Barebacking gibt, obwohl man genau weiss, worauf man sich einlässt, wird mir wohl ewig unerklärlich bleiben.
    Aber ich glaube, dies erwähnte ich schon mal im Zusammenhang mit HIV.

    Und noch ein Spruch für diesen Tag:

    BSE ist für die Veganer der gleiche Segen, wie Aids für die Katholiken: Es schenkt die Hoffnung, daß die Andersgläubigen ihre "gerechte" Strafe bekommen.
    © Peter Becker *1949, deutscher Informatiker
    Direktlink zum Kommentar

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