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Ein Kraftakt für Print

10.06.2012, 12:02Uhr
Hansjörg Walter: Die Quelle der Kraft? Druckfarben für die Zeitung.

Die Quelle der Kraft? Druckfarben für die Zeitung. (Bild: Hansjörg Walter)

«Das Gedruckte hat Kraft», schreibt Medienjournalist Christof Moser im heutigen «Sonntag». Seine Kolumne «Wertpapier» handelt von der Kraft der Zeitung, gegen die ihre digitalen Pendants blass aussehen würden (ich verlinke der Einfachheit halber auf die digitale Version des Artikels).

Mit einem Begriff schon lässt sich der Kolumne viel Luft ablassen. Er heisst: Self-fulfilling prophecy. Natürlich hat Print Kraft, solange ihm Kraft zugeschrieben wird. Entscheidungsträger und Meinungsführer aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik, genauso wie viele Journalisten, stammen aus einer Generation, die mit Zeitungen gross geworden ist. Die gelernt haben, dass Zeitungen Öffentlichkeit herstellen und Meinung machen, eben: Kraft haben. Sie messen dem gedruckten Wort weiterhin mehr Bedeutung zu als dem digitalen und verhelfen ihm dabei gleichzeitig zu eben dieser Bedeutung. Mit dem Papier an sich hat das herzlich wenig zu tun.

Relevanz sorgt für Relevanz sorgt für Relevanz

Nehmen wir eines der Beispiele, die Moser in seinem Text anführt um zu belegen, dass Print mehr Kraft habe als Online. Ein Interview mit Philipp Hildebrand, das die NZZ nur online publizierte, habe «null Reaktionen» hervorgerufen. Ein Interview mit Philipp Hildebrand, das der «Sonntag» heute in der Zeitung publiziert, werde einschlagen: «Schauen Sie heute mal auf den einschlägigen Online-Portalen, was los sein wird.»

Verleiht das Papier Hildebrand die nötige Relevanz? Wohl kaum. Es hat sich in der Schweiz eingebürgert, dass Geschichten aus Sonntagszeitungen überproportional oft zitiert werden (ihren wesentlichen Teil trägt die Nachrichtenagentur sda bei, die, sagen wir es mal vorsichtig, nicht zu den digitalen Pionieren dieses Landes gehört). Der «Sonntag» wird eher zitiert, weil Sonntagszeitungen in der Schweiz grundsätzlich die grössere Relevanz zugeschrieben wird als Onlineportalen. Daraus wiederum eine grössere Relevanz abzuleiten, ist ein Zirkelschluss.

Wenn die Huffington Post doch bloss eine Zeitung wäre

Als weiteres Beispiel nennt Moser die (in der Tat oft beeindruckend schlagkräftigen) Titelbilder des Economist. Diese würden «regelmässig zum weltweiten Gesprächsthema», schreibt Moser richtig, und hängt an: «Online?». Diese Frage lässt sich einfach beantworten und zwar nicht so, wie es die Kolumne suggeriert. Die Titelbilder werden unter anderem weltweit zum Gesprächsthema, weil sie sich online so schön verbreiten lassen (Moser nutzt die Möglichkeit selber gerne in seinem Facebook-Account). Mark Johnson, Community Editor beim Economist, sagte am International Journalism Festival Ende April in Perugia, dass die jüngste Titelgeschichte zu Berlusconi eine der bestgelesenen überhaupt war – weil sich das Titelbild viral im Netz verbreitet hatte.

Schaut man ausserdem ein wenig über die Schweizer Grenzen hinaus, so sieht die Lage ohnehin deutlich anders aus. Wie viele mächtige Menschen sich wohl wünschen würden, dass der Guardian, die New York Times oder die Huffington Post «nur» gedruckte Zeitungen wären?

Moser hat in seiner Kolumne zweifelsohne ein wichtiges Thema aufgegriffen: Print wird tatsächlich in vielen Kreisen, insbesondere aber unter Journalisten, noch höher gewichtet als online. Was er entweder nicht sieht oder nicht erwähnt: Diese Nicht-Entwicklung ist brandgefährlich. Denn die nächste Generation, die Journalismus konsumieren und dafür bezahlen soll, wird anderer Meinung sein.

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Reaktionen

  1. Verifiziert

    Ronnie Grob

    am 10.06.2012, 12:40

    Dass die Titelseite der NZZ so breit diskutiert wurde, liegt daran, dass es sich um die wichtigste Zeitung der Schweiz handelt, die dazu auch noch seit weit über 200 Jahren erscheint. Wenn da nun plötzlich was anders ist an der Titelseite, dann ist das ein totaler Aufreger. Fast so, als würde der Papst zugeben, regelmässig ins Puff zu gehen. Diskussionen um Veränderungen der Titelseite von Traditionszeitungen branden immer wieder auf, man erinnere sich an das erste farbige Foto bei der NZZ... ... mehrDass die Titelseite der NZZ so breit diskutiert wurde, liegt daran, dass es sich um die wichtigste Zeitung der Schweiz handelt, die dazu auch noch seit weit über 200 Jahren erscheint. Wenn da nun plötzlich was anders ist an der Titelseite, dann ist das ein totaler Aufreger. Fast so, als würde der Papst zugeben, regelmässig ins Puff zu gehen. Diskussionen um Veränderungen der Titelseite von Traditionszeitungen branden immer wieder auf, man erinnere sich an das erste farbige Foto bei der NZZ oder die Eindämmung der Frakturschrift bei der FAZ.

    Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt draufan. Ansonsten ist es genau so, wie David schreibt: Die sda und viele, viele andere Entscheidungsträger überbewerten alte Medien generell, Sonntagszeitungen im Besonderen. Aber es ist wahr: Die Leute, vor allem die Journalisten, lieben die Zeitung, und warum? Weil sie immer noch viel mit gutem Journalismus zu tun hat, mit Qualität. Ob sie sie auch tatsächlich lesen, ist eine ganz andere Frage. Dass Leute Zeitungsportale nicht lieben, hat mit der fehlenden Tradition zu tun, aber auch mit der vergleichsweise schlechten Qualität, die wiederum am vergleichweise winzigen Budget liegt.

  2. Verifiziert

    Thom Nagy

    am 11.06.2012, 09:30

    Wie Ronnie richtig bemerkt: "Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt an." Hätte Hildebrand im NZZ-Interview etwas substantiell Neues gesagt, wäre die Aufmerksamkeit eine ganz andere gewesen. Eine, die dank entsprechender Bezugnahme und Verlinkung an anderen Stellen potentiell weit über die Auflage der gedruckten Zeitung hinausgegangen wäre. Dass eine prominente Positionierung im Print-Produkt allein noch keine grosse Beachtung nach sich zieht, zeigen die... ... mehrWie Ronnie richtig bemerkt: "Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt an." Hätte Hildebrand im NZZ-Interview etwas substantiell Neues gesagt, wäre die Aufmerksamkeit eine ganz andere gewesen. Eine, die dank entsprechender Bezugnahme und Verlinkung an anderen Stellen potentiell weit über die Auflage der gedruckten Zeitung hinausgegangen wäre. Dass eine prominente Positionierung im Print-Produkt allein noch keine grosse Beachtung nach sich zieht, zeigen die Reaktionen auf das Interview im «Sonntag»: Christoph Mosers Prognose, man werde überrascht sein, was auf den einschlägigen Online-Portalen los sein werde, hat sich nach meinem Wissensstand nicht bewahrheitet.

    Tatsache ist: Online droht immer der Untergang im Meer aus Informationen. Schafft man es aber, hier mit ebenso einzigartigen, wie relevanten Inhalten obenauf zu schwimmen, ist das Leser-Potential ungleich grösser. Die Mechanismen, wie Relevanz - letztendlich eine persönliche Sache - hergestellt wird, sind einfach andere. An Stelle von Bebilderung, Positionierung und Textlänge treten Verlinkung, Kommentare und andere Reaktionen, von Menschen, deren Urteil man vertraut. Meiner Meinung nach sind letztere oft treffender, da sie unabhängig von den Absendern der Inhalte funktionieren.

  3. Marcel Bernet

    am 11.06.2012, 14:32

    Ich mag Print - wohl auch weil ich alt bin. Und trotzdem finde ich es lustig, dass immer wieder "Print" als die Weiche dargestellt wird: Dort ist die Kraft, dort entscheidet sich irgendwas, dort liegt die Resonanz.
    Nein, leider ist das die falsche Denke.
    Entscheidend sind Reichweite und Relevanz. Beides liegt im Auge des Betrachters, Lesers, Abonnenten. Ich lese das, was ich will, dort wo ich will. Immer mehr tun das immer mobiler und auf immer neuen Kiosken, wozu auch Facebook, Flipboard... ... mehrIch mag Print - wohl auch weil ich alt bin. Und trotzdem finde ich es lustig, dass immer wieder "Print" als die Weiche dargestellt wird: Dort ist die Kraft, dort entscheidet sich irgendwas, dort liegt die Resonanz.
    Nein, leider ist das die falsche Denke.
    Entscheidend sind Reichweite und Relevanz. Beides liegt im Auge des Betrachters, Lesers, Abonnenten. Ich lese das, was ich will, dort wo ich will. Immer mehr tun das immer mobiler und auf immer neuen Kiosken, wozu auch Facebook, Flipboard oder GoogleNews zählen.
    Papier wird weiter gemocht werden, auch von denen, die jünger sind. Aber es wird einen ganz anderen Kontext haben, noch rarer werden, noch spezieller.

    Wer das nicht glaubt, soll sich einmal daran zurück erinnern, wie wichtig das Post-Eingangskistchen war. Was heute dort liegt, kann ich gemach irgendwann lesen.

  1. Verifiziert

    Ronnie Grob

    am 10.06.2012, 12:40

    Dass die Titelseite der NZZ so breit diskutiert wurde, liegt daran, dass es sich um die wichtigste Zeitung der Schweiz handelt, die dazu auch noch seit weit über 200 Jahren erscheint. Wenn da nun plötzlich was anders ist an der Titelseite, dann ist das ein totaler Aufreger. Fast so, als würde der Papst zugeben, regelmässig ins Puff zu gehen. Diskussionen um Veränderungen der Titelseite von Traditionszeitungen branden immer wieder auf, man erinnere sich an das erste farbige Foto bei der NZZ... mehrDass die Titelseite der NZZ so breit diskutiert wurde, liegt daran, dass es sich um die wichtigste Zeitung der Schweiz handelt, die dazu auch noch seit weit über 200 Jahren erscheint. Wenn da nun plötzlich was anders ist an der Titelseite, dann ist das ein totaler Aufreger. Fast so, als würde der Papst zugeben, regelmässig ins Puff zu gehen. Diskussionen um Veränderungen der Titelseite von Traditionszeitungen branden immer wieder auf, man erinnere sich an das erste farbige Foto bei der NZZ oder die Eindämmung der Frakturschrift bei der FAZ.

    Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt draufan. Ansonsten ist es genau so, wie David schreibt: Die sda und viele, viele andere Entscheidungsträger überbewerten alte Medien generell, Sonntagszeitungen im Besonderen. Aber es ist wahr: Die Leute, vor allem die Journalisten, lieben die Zeitung, und warum? Weil sie immer noch viel mit gutem Journalismus zu tun hat, mit Qualität. Ob sie sie auch tatsächlich lesen, ist eine ganz andere Frage. Dass Leute Zeitungsportale nicht lieben, hat mit der fehlenden Tradition zu tun, aber auch mit der vergleichsweise schlechten Qualität, die wiederum am vergleichweise winzigen Budget liegt.

  2. Verifiziert

    Thom Nagy

    am 11.06.2012, 09:30

    Wie Ronnie richtig bemerkt: "Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt an." Hätte Hildebrand im NZZ-Interview etwas substantiell Neues gesagt, wäre die Aufmerksamkeit eine ganz andere gewesen. Eine, die dank entsprechender Bezugnahme und Verlinkung an anderen Stellen potentiell weit über die Auflage der gedruckten Zeitung hinausgegangen wäre. Dass eine prominente Positionierung im Print-Produkt allein noch keine grosse Beachtung nach sich zieht, zeigen die... mehrWie Ronnie richtig bemerkt: "Das Gedruckte an sich hat natürlich keine Kraft, es kommt auf den Inhalt an." Hätte Hildebrand im NZZ-Interview etwas substantiell Neues gesagt, wäre die Aufmerksamkeit eine ganz andere gewesen. Eine, die dank entsprechender Bezugnahme und Verlinkung an anderen Stellen potentiell weit über die Auflage der gedruckten Zeitung hinausgegangen wäre. Dass eine prominente Positionierung im Print-Produkt allein noch keine grosse Beachtung nach sich zieht, zeigen die Reaktionen auf das Interview im «Sonntag»: Christoph Mosers Prognose, man werde überrascht sein, was auf den einschlägigen Online-Portalen los sein werde, hat sich nach meinem Wissensstand nicht bewahrheitet.

    Tatsache ist: Online droht immer der Untergang im Meer aus Informationen. Schafft man es aber, hier mit ebenso einzigartigen, wie relevanten Inhalten obenauf zu schwimmen, ist das Leser-Potential ungleich grösser. Die Mechanismen, wie Relevanz - letztendlich eine persönliche Sache - hergestellt wird, sind einfach andere. An Stelle von Bebilderung, Positionierung und Textlänge treten Verlinkung, Kommentare und andere Reaktionen, von Menschen, deren Urteil man vertraut. Meiner Meinung nach sind letztere oft treffender, da sie unabhängig von den Absendern der Inhalte funktionieren.

  3. Marcel Bernet

    am 11.06.2012, 14:32

    Ich mag Print - wohl auch weil ich alt bin. Und trotzdem finde ich es lustig, dass immer wieder "Print" als die Weiche dargestellt wird: Dort ist die Kraft, dort entscheidet sich irgendwas, dort liegt die Resonanz.
    Nein, leider ist das die falsche Denke.
    Entscheidend sind Reichweite und Relevanz. Beides liegt im Auge des Betrachters, Lesers, Abonnenten. Ich lese das, was ich will, dort wo ich will. Immer mehr tun das immer mobiler und auf immer neuen Kiosken, wozu auch Facebook, Flipboard... mehrIch mag Print - wohl auch weil ich alt bin. Und trotzdem finde ich es lustig, dass immer wieder "Print" als die Weiche dargestellt wird: Dort ist die Kraft, dort entscheidet sich irgendwas, dort liegt die Resonanz.
    Nein, leider ist das die falsche Denke.
    Entscheidend sind Reichweite und Relevanz. Beides liegt im Auge des Betrachters, Lesers, Abonnenten. Ich lese das, was ich will, dort wo ich will. Immer mehr tun das immer mobiler und auf immer neuen Kiosken, wozu auch Facebook, Flipboard oder GoogleNews zählen.
    Papier wird weiter gemocht werden, auch von denen, die jünger sind. Aber es wird einen ganz anderen Kontext haben, noch rarer werden, noch spezieller.

    Wer das nicht glaubt, soll sich einmal daran zurück erinnern, wie wichtig das Post-Eingangskistchen war. Was heute dort liegt, kann ich gemach irgendwann lesen.

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