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Abgänge und Neuverpflichtungen auf der TagesWoche-Redaktion

27.03.2015, 05:01Uhr
/Montage: Nils Fisch: Felix Michel, Samuel Waldis und Dominique Spirgi sind neu an Bord, Florian Raz, Simon Jäggi und Livio Marc Stöckli suchen eine neue Herausforderung (von links).

Felix Michel, Samuel Waldis und Dominique Spirgi sind neu an Bord, Florian Raz, Simon Jäggi und Livio Marc Stöckli suchen eine neue Herausforderung (von links). (Bild: /Montage: Nils Fisch)

Im Frühling sticht manchen der Hafer, und die Keckeren unter uns zieht es auch mal zu neuen Ufern. Und so haben wir einige personelle Veränderungen in unserer Redaktion zu vermelden: Mit schweren Herzen ziehen lassen mussten wir die Redaktoren Simon Jäggi (Region), Florian Raz (Sport) und Livio Stöckli (Multimedia), die uns allesamt per Ende März verlassen.

Bereits zum Inventar gehört dafür Dominique Spirgi (Region/Kultur), der schon seit dem Start der TagesWoche als freier Mitarbeiter für uns tätig war. Nun haben wir ihn nach seiner Schwangerschaftsvertretung für Yen Duong einfach nicht mehr gehen lassen. Den unersetzlichen Florian Raz (TagesWoche-Score: 1212 Treffer*), der uns nicht als erster Mitarbeiter von den Zürchern («Tages-Anzeiger») abgeworben wurde, beerbt der regelmässigen Besuchern unserer Sportabteilung bereits bestens bekannte Samuel Waldis.

Ebenfalls bereits seit Anfang März bereichert Felix Michel unser Team, der hälftig als Redaktor und hälftig als Web-Entwickler wirkt. Etwas später im April stösst dann als neuer «Multimedianer» Jonas Grieder zu uns, den wir schon bei diversen Fasnachten als Schnitzelbangg-Filmer engagiert hatten. Wir wünschen den Abgewanderten alles Gute für die Zukunft und heissen die Neuen herzlich willkommen!

Ferner haben wir unsere Filmberichterstattung neu organisiert. Für diese zeichnet neu unser Kulturressort verantwortlich. Filmthemen, wozu neben Kritiken auch kulturpolitische Geschichten gehören, werden so noch konsequenter in unsere Kulturberichterstattung integriert. Der «Lichtspiele»-Blog von Hansjörg Betschart wird nicht mehr aktualisiert, bleibt aber zu archivarischen Zwecken online. Betschart arbeitet in den nächsten Monaten an seinem Roman über den Gotthard-Tunnel (Erscheinungsdatum Frühjahr 2016). Für die TagesWoche wird er weiterhin von diversen Filmfestivals berichten.

__
*Razens allerletztes TagesWoche-Stück ist noch in Arbeit, aber mit ein bisschen Glück kriegt er es noch vor seinem Abschiedsapéro gebacken.

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Meine Schnuppertage bei der TagesWoche

20.03.2015, 15:28Uhr
: Vladislav But, 15, hat seinen Traumberuf entdeckt. Nun muss er sich nur noch in der Schule mehr anstrengen.

Vladislav But, 15, hat seinen Traumberuf entdeckt. Nun muss er sich nur noch in der Schule mehr anstrengen.

Ich hatte das Vergnügen, während drei Tagen von morgens bis abends (für mich von 9 bis 17 Uhr) bei der TagesWoche dabei zu sein, und will hier etwas über meine frisch gesammelten Eindrücke und Erfahrungen berichten.

Als erstes fällt in der Redaktion das Chaos und der Papierkrieg auf, was jedoch keinen Mitarbeiter von der Arbeit abhält (na gut, manche vielleicht schon). Alle sind freundlich und zuvorkommend (einige geben sich Mühe so rüberzukommen), die Stimmung ist etwas hektisch und alles und jeder ist immer in Bewegung. Von der Atmosphäre her ist es trotzdem recht angenehm und es lässt sich gut arbeiten.

Tag 1: Fotoshootings und Notizen

Am ersten Tag wurde ich morgens freundlich in Empfang genommen. Bei einem Rundgang wurde ich mit meiner dreitägigen «Arbeitsumgebung» vertraut gemacht und konnte mich allen vorstellen. Kurz darauf durfte ich der Sitzung beiwohnen, in der besprochen wurde, über welche Themen an diesem Tag berichtet werden würde, was in den nächsten Tagen noch kommen soll oder was verändert werden müsste.

Danach war ich eine Weile in der Fotoabteilung und mir wurde ausgiebig einiges über die Bearbeitung von Bildern und die Gestaltung des Zeitungslayouts erklärt. Zudem konnte ich bei ein paar Fotoshootings dabei sein. Als auch das getan war, setzte ich mich hin und machte mir einige Notizen, um später den Text zu schreiben, den Sie gerade lesen.

Um etwa 12 Uhr begaben sich einige Leute der Redaktion (darunter auch ich) in die Mittagspause und kamen etwa eine Stunde später wieder zurück. Nach dem Essen verbrachte ich die meiste Zeit am PC (was mich nicht weiter störte) und fing an diesen Bericht zu verfassen. Mein erster Schnuppertag neigte sich langsam dem Ende zu.

Tag 2: Ein Motivationsschub und sinnlose Zeilen

Am nächsten Morgen hörte ich wieder in die tägliche Sitzung rein und beschäftigte mich danach kurz damit Zeitungen zu lesen (nicht weil ich nichts zu tun hätte, sondern weil es dazu gehört). Gegen 10.30 Uhr begab ich mich zum Stadthaus, um Lukas Tschopp zu der Pressekonferenz der Kampagne «Basel zeigt Haltung» zu begleiten

Die PK dauerte ungefähr eine Stunde und war informativ (wenn auch etwas langatmig). Jetzt bin ich etwas im Bild, was das Ganze betrifft. Etwa um 11.45 Uhr war die Konferenz beendet und ich ging (diesmal alleine) etwas essen. Als ich zurück kam, machte ich mich wieder ans Schreiben.

Um 16 Uhr fand die Wochensitzung statt, in der über die wichtigsten Themen der nächsten zwei Wochen geredet wurde. Bis dahin waren es (leider) noch zwei Stunden. Und weil ich in diesem Moment nicht weiter über meine Zeit bei der TagesWoche schreiben konnte (und weil ich nicht in die Zukunft sehen kann), dachte ich mir, erzähle ich Ihnen doch einfach ein bisschen etwas über mich.

Meine Name ist Vladislav (wie nur unschwer zu erraten sein kann, da mein Name ja rechts auf der Seite steht). Ich bin 15 Jahre alt und besuche zurzeit die dritte Klasse der Sekundarschule. Ich höre gerne Musik, fahre Longboard und habe einen Hund (aber genug, das hier ist ja schliesslich ein Einblick in meine Schnuppertage und nicht meine Biografie).

Hier kommt die Stelle, an der ich nicht mehr wusste, was ich schreiben sollte, weil noch immer nicht vier Uhr war, darum fing ich an, diesen etwas sinnlosen Textteil einzutippen (der Sie ungefähr so viel interessieren wird, wie die Tatsache, dass das letzte Zeichen dieses Satzes das 3430. sein wird).

Bisher erlebte ich die Redaktion und alle Mitarbeiter als sehr freundlich, egal wie sehr sie sich zum Teil voneinander unterscheiden. Schon nach eineinhalb Tagen stellte ich fest, dass diese Zeit in der Redaktion mich positiv beeinflusst und mir ein gutes und attraktives Bild dieses Berufes vermittelt hat, was bestimmt auch mit den Leuten zusammenhängt.

Zudem hat es mir meinen Wunschberuf etwas näher gebracht und mir gezeigt, dass es sich wirklich lohnen würde, wenn ich mich während meiner Schulzeit noch mehr anstrengen würde, um mich später in einem solch tollen Arbeitsumfeld wieder zu finden. Um vier Uhr fand dann die Sitzung statt, in der unterschiedliche Themen an- und besprochen wurden, die Sitzung dauerte bis kurz vor fünf Uhr. Danach durfte ich nach Hause und mich auf den nächsten und (leider auch) letzten Schnuppertag bei der TagesWoche freuen.

Tag 3: Die Sonne verdunkelt sich und mit ihr das Gemüt

Freitags kam ich wie gewohnt in die Redaktion (insofern man sich überhaupt in zwei Tagen daran gewöhnen kann) und setzte mich in die erste Sitzung, in der zum Grossteil über die (in Kürze) anstehende Sonnenfinsternis gesprochen wurde. Die Teilnehmenden konferierten darüber, ob und wie man denn überhaupt ohne die speziellen (und raren) Schutzbrillen die Sonnenfinsternis beobachten könne. Praktisch alle ersten Ideen mussten (zum eigenen Wohl) verworfen werden, da niemand gewillt war, sein Augenlicht zu riskieren und man kam schnell überein, dass es am sichersten ist, einfach die dafür hergestellten Brillen zu verwenden.

Als alles besprochen war, was es zu besprechen gab, ging es in die nächste Sitzung, in der der Ablauf des Tages durchgegangen wurde. Ich wurde dem Kreativdirektor zugewiesen und konnte eine Weile dabei zusehen, wie der berüchtigte Fonzi behelfsmässig das Objektiv der Kamera mit mehreren Schichten Rettungsfolie abdeckte, damit man auf den Fotos später auch etwas erkennen kann.

Dummerweise verpasste ich den (zu meiner Erleichterung weniger interessanten) Anfang der Sonnenfinsternis, was in dem Moment jedoch nicht weiter tragisch war, da weder die gesamte Redaktion, noch der Optiker Fielmann in der Nähe über besagte Brillen verfügten. Glücklicherweise trafen wir etwas später auf Käthi Grossenbacher von Iseli Optik, die uns von der TagesWoche (und bedürftigen Passanten) freundlicherweise Sonnenfinsternis-Brillen anbot, um das interessante Naturschauspiel zu beobachten.

Als um 10:34 Uhr das Spektakel langsam vorbei war und die Sonne wieder ganz sichtbar wurde, verstreuten sich die Leute und wir machten uns wieder an die Arbeit. Nach dem Mittagessen schrieb ich meinen Text fertig, nahm ihn dann mit Amir teilweise auseinander, setzte ihn neu zusammen und untersuchte ihn auf Schreibfehler. Der Tag ging leider langsam zu Ende und mit ihm auch meine Schnupperzeit.

Danke an das ganze Team der TagesWoche! Mir haben die drei Tage bei euch im Betrieb sehr gefallen und ich habe es genossen, zu sehen, was bei euch so abgeht. Ihr habt mir einen Einblick in meinen Traumberuf gewährt, so dass ich mir nun ein richtiges Bild dieses Jobs machen kann. Ausserdem habt ihr mich in meiner Entscheidung bestärkt, einen solchen Berufsweg einzuschlagen. Danke noch mal an alle, die sich für mich Zeit genommen haben!

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Die Redaktion dankt Vladislav für das Interesse, auch für uns waren es spannende drei Tage. Und wir drücken ihm die Daumen für die Zukunft!

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Wochenthema: Basel baut – wie aber stehts um die Mitsprache der Bevölkerung?

16.03.2015, 10:52Uhr
Hans-Jörg Walter: Mitwirkungsprozesse: Ernst gemeintes Angebot an die Anwohner – oder bloss ein Feigenblatt für Planung von oben?

Mitwirkungsprozesse: Ernst gemeintes Angebot an die Anwohner – oder bloss ein Feigenblatt für Planung von oben? (Bild: Hans-Jörg Walter)

In Paragraf 55 der Basler Kantonsverfassung ist verankert, dass der Kanton die Quartierbevölkerung in seine Meinungs- und Willensbildung einbezieht, «sofern ihre Belange besonders betroffen sind». Doch tut die Verwaltung das wirklich?

Daniel Kurmann, Ex-Mitglied der «Begleitgruppe Hafen- und Stadtentwicklung 3Land» bezweifelt dies. «Mittlerweile arbeiten wir in der Begleitgruppe an den Themen Verkehr, Nachhaltigkeit, Städtebau und Quartierentwicklung, ohne dass wir wissen, was diese Arbeit bewirken könnte», beklagte sich der Klybeck-Anwohner im «Speaker’s Corner» der TagesWoche zum Mitwirkungsprozess bei der Hafenneugestaltung: «Wir erhalten keinerlei Planungsinformationen der Behörden zu den jeweiligen Themen. Immer wieder finden Krisensitzungen statt, weil zugesagte Informationen nicht geliefert werden.»

Mitwirkung gegen Gentrifizierung

Die Skepsis gegenüber der Hafenplanung ist gross, vor allem in Kleinhüningen und im Klybeckquartier. Anwohner befürchten, dass am Basler Hafen ein neues Schickimicki-Viertel entstehen könnte und die Wohnungen im Quartier bald unbezahlbar werden. Andere Aufwertungsprojekte wie Volta West im ­St. Johann oder die Überbauung Erlenmatt geben dem Unbehagen Nahrung: Es wird wohl Jahre dauern, bis in diesen toten Vierteln neues Leben erwacht.

  • Können Fehlplanungen dank verbesserten Mitwirkungsmöglichkeiten verhindert werden?
  • Sind die Mitwirkungsprobleme am Hafen symptomatisch für andere städtische Entwicklungsprojekte?
  • Stimmt es wirklich, dass Anwohner kaum eine Stimme haben? Wenn ja: Warum tut sich die Verwaltung so schwer mit dem Einbezug der Bevölkerung in die Planungsprozesse?
  • Welche Rolle spielen die Stadtteilsekretariate?
  • Und wie steht es um den Mitgestaltungswillen der Anwohnerinnen und Anwohner?

Diesen Fragen gehen wir in den kommenden Tagen in unserem aktuellen Wochenthema auf den Grund. Falls Sie Anregungen oder Inputs geben möchten, liebe Leserinnen und Leser – wirken Sie mit und schicken Sie Ihre Informationen und Anliegen an: dienstpult@tageswoche.ch

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Der Schwerpunkt interessiert Sie? Nichts verpassen und auf dem Laufenden bleiben mit unserem Dossier zum Thema.

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Wochenthema: Wie schwach macht uns die Frankenstärke?

11.03.2015, 21:18Uhr
GEORGIOS KEFALAS:

(Bild: GEORGIOS KEFALAS)

Man nennt es auch «Managersprech»: In der Welt der Wirtschaft kommt es darauf an, wie gut man sich verkauft. Und vor allem auch, wie gut man schlechte Nachrichten verkauft.

In diesen Tagen läuft die Verschleierungs­maschine wieder auf Hochtouren, wie wir in unserem aktuellen Wochenthema zeigen. Stellenabbau wird als «Effizienzsteigerung» verharmlost, Entlassungen firmieren unter «Kostenopti­mi­erung». Und ist von «strategischen Restrukturierungen» die Rede, ist schlicht Sparen gemeint. Praktisch ist auch, dass man sich rasch auf einen Sündenbock geeinigt hat: die Schweizerische Nationalbank (SNB), die zu Jahresbeginn entschied, den Euro-Mindestkurs aufzuheben.

Auffällig ist, wie rasch manche Firmen auf die Frankenstärke reagieren. Verdächtig rasch – das kritisieren nicht nur Gewerkschafter, sondern auch liberale Ökonomen wie etwa George Sheldon. «Wer jetzt personell stark abbaut, hatte ­vermutlich schon vor dem 15. Januar Probleme», sagt der Basler ­Arbeitsmarktexperte. Und Handelskammer-Chef Franz Saladin meint, dass in ­Zeiten des Fachkräftemangels kaum eine Firma bloss aus konjunkturellen Gründen Leute entlasse.

Wochenthema Frankenstärke

Nationalrat: Sonderdebatte zur Frankenstärke: Massnahmen statt Gesprächstherapie
Vorstoss: SP will Steuer gegen Frankenspekulation
Regionale Wirtschaft: Der starke Franken wird in der Region Basel weitere Jobs kosten
Arbeitsmarkt: Jobabbau im Namen des starken Frankens
In unserem Dossier finden Sie im Lauf dieser Woche weitere Artikel zum Thema.

Doch nicht nur mancher Unternehmer nutzt derzeit die Gunst der Stunde. Die wachsende ­Besorgnis der Bevölkerung lässt sich im Wahljahr auch politisch gut ummünzen. Kommende ­Woche wird das Parlament über nicht ­weniger als sieben dringliche ­Inter­pellationen zur Frankenstärke debattieren.

Viel Hoffnung sollte man aus derlei Aktio­nismus nicht schöpfen. Schon 2011 diskutierte das Parlament in einer Sonderdebatte ausgiebig über den starken Franken – ohne vernünftige ­Resultate zu erzielen.

Linderung brachten erst die regulatorischen Eingriffe der SNB. Sollte sich die Frankenkrise ­weiter verschärfen, wird wohl erneut nur das Anwerfen der Geldpresse helfen.

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«Feminismus, fuck yeah!»: Volles Haus bei «Mittendrin»

12.02.2015, 16:39Uhr

«Warum brauchen wir Feminismus?», fragte Anne Wizorek gestern Abend in den vollen Rossstall der Kaserne Basel. Um die 100 Leute waren gekommen, um sich die Meinung der deutschen Feministin und Erfinderin des Hashtags #aufschrei anzuhören.

Wizorek hatte sich zusammen mit der Aargauer Nationalrätin und Präsidentin der SP Frauen Schweiz, Yvonne Feri, in der Kaserne eingefunden, um über ein Thema zu sprechen, das ständig aktuell ist, aber selten genug zur Diskussion steht: Feminismus. 

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage gab Wizorek dann auch gleich selbst – vorgelesen aus ihrem kürzlich erschienen Buch «Weil ein #aufschrei nicht reicht»:



«Jetzt sind hoffentlich die ersten wütend», meinte Moderatorin Natascha Wey schmunzelnd und übergab das Wort Yvonne Feri, die Wizorek beipflichtete. «Ich habe einige Déjà-Vus wenn ich Anne Wizorek zuhöre. Da gibt es viele Beispiele. Wenn ich etwa darauf beharre, dass in einem Text die Sprache angepasst wird und die Frauen auch erwähnt werden, dann heisst es immer: Solange das immer wieder geschieht, haben wir die wirkliche Gleichstellung noch nicht erreicht. Das wäre für mich Feminismus: Wenn wir nicht darüber reden müssten, dass alle Geschlechter die gleichen Chancen haben.» 

Damit hatte es die Politikerin auf den Punkt gebracht: Feminismus ist kein Thema, das sich schnell mal in ein paar Stunden abhandeln lässt. Es spielt in alle möglichen Lebenssituationen hinein, taucht immer wieder auf und verdient in den verschiedensten Bereichen Aufmerksamkeit. Dasselbe gilt für einen Bericht darüber, hier also der Versuch einer Gliederung: Der Abend in acht Schwerpunkten.

1. «Ihr provoziert es doch!»: Sexismus und sexualisierte Gewalt.

Es sei mehr als notwendig, Sexismus und sexualisierte Gewalt im Zusammenhang zu diskutieren, denn sexualisierte Gewalt sei ein Symptom einer sexistischen Gesellschaft, so Wizorek: 

(Bild: Alexander Preobrajenski)


2. Einmal Strauss und Hui – Sexismus in der Werbung.

Einfache Gleichung: Schenk ihr die richtigen Blumen und sie wird aus lauter Dankbarkeit ganz viel Sex mit dir haben.

Einfache Gleichung: Schenk ihr die richtigen Blumen und sie wird aus lauter Dankbarkeit ganz viel Sex mit dir haben.

Anders bei der Gleichstellung, wo die Gesetzeslage in der Schweiz nicht so schlecht aussehe, sei bei Medien und Werbung noch einiges zu tun, meinte Feri:

(Bild: Alexander Preobrajenski)


3. Was es heisst, ein guter Verbündeter zu sein: Männer.

Männer dürfen in der Diskussion nicht fehlen («sonst heisst es wieder...»), meint Wizorek und startete in ihrem Buch einen Appell an die Männer und ihre Verantwortung gegenüber den Frauen:

(Bild: Alexander Preobrajenski)

Es fange bei der Selbstreflexion an, so Wizorek. Männer, die sensibler für diese Themen seien, denen falle es auch leichter, Ungerechtigkeit zu erkennen. Und zu merken: Feminismus ist ein Gewinn, für Frauen und für Männer.

4. «Sie werden beklatscht für etwas, was Frauen seit Jahren machen»: Männer in der Politik und als Vorbild.

Wie sieht diese Selbstreflexion der Männer in der Politik aus? Yvonne Feri:

Klar brauche es Vorbilder, aber nicht nur Frauen, sondern auch Männer, kam der Kommentar aus dem Publikum. «Das würde ich sofort unterschreiben», so Wizorek. «Aber schwierig wird es dann, wenn die Männer so tun, als wären sie die ersten mit ihrer Einstellung».

Yvonne Feri sah es genauso: «Es sind einfach ausschliesslich Männer, die aber mediale Plattformen bekommen, und das ist sehr schwierig, auch für junge Frauen, die Vorbilder brauchen.» Diese Vorbilder könnten auch ganz normale Hausfrauen sein, das Wichtigste sei dabei eine Vorbildfunktion ohne Stereotypisierung.

5. «Warum wählen Frauen keine Frauen?»: Solidarität unter Frauen.

Wie komme es, so eine Frage aus dem Publikum, dass Frauen, sobald ein neuer Mann am Horizont auftauche, oft aus dem Blickfeld entschwinden? Mangelnde Solidarität unter Frauen, meinte darauf Wizorek, beginne oftmals schon im Kleinen: Frauen, die über die Nachbarin lästern, die einen neuen Freund hat, oder junge Frauen, die sich ob der sexuellen Offenheit ihrer Freundinnen nerven. In solchen Situationen sei oftmals Neid im Spiel. Hier laute die Devise: «Akzeptiert andere Lebensentwürfe! Ich kann andere Frauen abfeiern und muss mich selber dabei nicht kleiner fühlen.»

Für Yvonne Feri ist fehlende Solidarität auch ein Problem in der Politik. Wenn sie in die Parlamente schaue, sässen da viele Männer, die von Frauen gewählt wurden. Wieso das so sei, wisse sie nicht, meinte sie und fügte hinzu: «Aber am 7. März gibt es die Möglichkeit, gemeinsam ein Zeichen für Solidarität zu setzen: An der Demo für Lohngleichheit

6. Feminismus ist Emanzipation, wo müssen sich die Frauen heute noch emanzipieren?

Anne Wizorek: «Die Frauen sollen es nicht allen Recht machen wollen. Sie sollen den Mut haben, unbequem zu sein.» 

Yvonne Feri: «Die Frauen sollen ihre Rechte einfordern, überall wo sie sind. Und sie sollen aufschreien.» 

7. Hass-Kommentare im Internet: Selbstschutz. 

Im Internet trauten sich weit mehr Personen, sich zu schwierigen Themen zu äussern, so Feri. Trotzdem sei der Schritt, sich im realen Leben zu äussern, meist sehr schwer. «Klar. Aber gleichzeitig besprechen wir im Internet genauso reale Themen, die uns betreffen», entgegnete Wizorek, «wir erreichen viele Menschen und können durchs Netz politisieren.»

Was ihre feministische Analyse betreffend der Dating-App Tinder sei, bei der sich Menschen anhand von Bildern gegenseitig bewerten und meistens auch auf Dates treffen, fragte jemand aus dem Publikum. Wizorek sahs gelassen: «Frauen können bei Tinder eine gewisse Form von Selbstbestimmung verneinen und eine passive Rolle einnehmen. Wenn das bewusst geschieht, dann ist das doch wunderbar.» Sie selbst brauche die App aber nicht, schliesslich habe sie einen Freund.


Der Freund ist auch zuständig für Wizoreks E-Mail-Account. Die diversen Hasstiraden, die täglich in der Mailbox der jungen Aktivisten landen, werden so gezielt ignoriert.

Es brauche Strategien, um sich zu schützen, das sieht auch Yvonne Feri so. Auch die Mails der Nationalrätin werden erst vorsondiert, bevor sie sie beantwortet. Hass-Mails, so sind sich die Frauen einig, würden sie beide nicht lesen, das erhalte die geistige Gesundheit.

8. Feminismus in den Medien

Was können die Medien und die TagesWoche zur Debatte beitragen, fragte Redaktionsleiter Dani Winter zum Schluss. Die drei Frauen, inklusive Moderatorin Natascha Wey, waren sich einig: Mehr Frauen, nicht nur als Angestellte, sondern auch als Gesprächspartnerinnen und Expertinnen. Nicht nur in Geschlechterfragen.

Sie wolle Veränderung von Machtstrukturen, keinen reinen feministischen Debattierclub, schrieb Wizorek kurz vor der Erscheinung ihres Buches in einem Kommentar in der «Zeit». Aber am Anfang steht immer die Diskussion. «Warum brauchen wir Feminismus?», hatte Wizorek gefragt. Ihre Frage wurde an diesem Abend erfolgreich beantwortet.

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Georg Buchers Porto – eine Serie vor dem grossen Spiel des FC Basel

9.02.2015, 16:32Uhr
: Porto – hier blieb der Theologiestudent und Journalist Georg Bucher in den späten 80er Jahren hängen und berichtet seither für die NZZ über Fussball.

Porto – hier blieb der Theologiestudent und Journalist Georg Bucher in den späten 80er Jahren hängen und berichtet seither für die NZZ über Fussball.

» Ohne Umschweife zur achtteiligen Serie

Als ich begann, die NZZ nicht nur als etwas grau und verstaubt wahrzunehmen, sondern dem Ratschlag eines guten Bekannten, dem Freiburger Musikdozenten und grossen Fussball- wie Weinkenner Hansjörg Koch folgte, auch den Sportteil genauer zu studieren, da bin ich unter anderem auf Georg Bucher gestossen. Seither ist die Dienstagsausgabe mit der Seite voller Auslandsfussball ein Muss. Nicht nur wegen Georg Buchers Beiträgen über den iberischen oder südamerikanischen Fussball, aber eben auch deswegen.

Georg Bucher

Georg Bucher

Das hängt natürlich auch mit einem persönlichen Zusammentreffen zusammen. Es war an der Euro 2004 in Portugal. NZZ-Sportchef Felix Reidhaar selig schlug zwischen Viertel- und Halbfinal spontan ein Abendessen in seinem Lieblingslokal (und er hatte in jeder Stadt dieser Welt eines) in Porto vor. In diesem Fall: die «Casa Mariazinha» an der Rua Belomonte.

Georg Bucher, der damals schon jahrelang in einem Pensionszimmer in Porto lebte, stiess kurzfristig hinzu. Es war schliesslich eine Art Heimspiel für ihn. Es wurde ein wundervoller Abend, und das nicht nur wegen des Mehrgängers. (Wer mehr erfahren möchte: Es gibt einen Link zu einer Randnotiz des Geniessers Felix Reidhaar)

Georg Bucher war auch in Basel immer wieder einmal publizistisch präsent. Wenn der FCB in den vergangenen Jahren gegen Sporting oder Benfica spielte, als Portugal der Gegner der Schweiz bei der Euro 2008 war – der Kontakt aus den Tagen von Porto hielt, und Georg Bucher half mir – damals noch bei der «Basler Zeitung» – mit Informationen oder Texten.

Bucher kennt den FC Porto wie kaum ein anderer Autor

Was lag also näher, als an ihn zu denken, als das Los den FC Basel und den FC Porto in der Champions League zusammenführte. Da Georg Bucher als Korrespondent der NZZ verpflichtet ist, war auch in diesem Fall der erste Weg jener zu den Kollegen an der Zürcher Falkenstrasse. Die Idee war, dass Georg Bucher aus seinem Leben erzählt und über den FC Porto, den er wie kaum ein anderer deutschsprachiger Autor über mehrere Dekaden verfolgt hat.

Die NZZ-Sportkollegen stimmten der vorübergehenden Ausleihe unkompliziert zu – dafür sei ihnen auch an dieser Stelle noch einmal gedankt. Georg Bucher hat sich also hinter seinen Laptop geklemmt, und für die TagesWoche in mehreren Teilen seine Geschichte und Geschichten zum FC Porto verfasst. Seine eigene, wie es seiner zurückhaltenden Art entspricht, kurz und knapp, die über den grossen Fussballclub der Stadt in aller Tiefe.

Georg Bucher, Jahrgang 1956 und im Saarland gebürtig, bereiste Portugal als 16-Jähriger erstmals mit einem Interrail-Ticket. Er lebte in verschiedenen deutschen Städten, studierte Theologie unter anderem in Montpellier und blieb 1985 bei einem längeren Aufenthalt in Portugal hängen.

Davon handelt die erste Folge unser Serie, die wir ganz unbescheiden «Buchers Porto» nennen, die am Montag, 9. Februar, beginnt, und bis nächste Woche täglich fortgesetzt wird – als Einstimmung auf das Hinspiel in der Champions League zwischen dem FC Basel und dem FC Porto.

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Buchers Porto – die acht Folgen:

Porto – man kann schon verstehen, dass man sich in diese Stadt verlieben kann.

Porto – man kann schon verstehen, dass man sich in diese Stadt verlieben kann.

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Wochenthema: Was ist «weiblich», «männlich», sexistisch?

5.02.2015, 10:56Uhr
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Es war eine jener Redaktionssitzungen, die im Gedächtnis haften bleiben. Vielleicht wegen der besonderen Lebhaftigkeit der Diskussion. Sicher auch wegen des behut­samen Abwägens und Konterns der Argumente. Vor allem aber wegen der Offenheit und der Einsicht aller, bei ­diesem Thema etwas über­fordert zu sein. 

Wochenthema Feminismus

Lesen Sie mehr über Geschlechteridentität und Gleichberechtigung in unserem Dossier.

Haben Sie Anregungen?
Dann schicken Sie Ihre Inputs bitte an: valentin.kimstedt@tageswoche.ch

Dabei war zunächst alles ganz klar. Wir ­ver­dan­ken dem Feminismus viel – die Frauen und die Männer. Das Stimm- und Wahlrecht, die Fristenregelung, die ökonomische Unab­hän­gigkeit und das Recht der Frauen auf Erwerbs­arbeit – all ­diese Errungenschaften sind heute nicht mehr wegzudenken.

Unbestritten ist aber auch: Noch ist es ein langer Weg bis zur gelebten Gleich­berech­tigung, zur angemessenen Teil­nahme der Frauen an der politischen Macht und in den wirtschaftlichen Entscheidungsgremien, zu ­geschlechterunabhängigen Löhnen.

«Staatsfeminismus» und «Lohnpolizei»

Letzteres wird auch wieder am Frauentag vom 8. März gefordert werden. Das ist nötig, denn es zeigen sich Backlash-Erscheinungen. In den Medien machen Begriffe wie «Staats­feminis­mus» oder «Lohnpolizei» die Runde. Und äussern Frauen ihren Anspruch auf längst verbriefte Rechte, müssen sie mit gehässigen ­Anwürfen rechnen. Dagegen gilt es sich zu wehren; Frauen tun das bereits erfolgreich im Internet.

Was aber macht der Feminismus im ganz persönlichen Alltag mit uns Frauen und Männern? Was ist weiblich, männlich, sexistisch? Welche Rolle spielen wir in Zeiten der dekon­struierten Rollenbilder? In der Redaktions­runde wurde rasch klar – vieles ist unklar.

«Mittendrin»-Anlass über Geschlechteridentität und Gleichberechtigung

In unserem Wochenthema versuchen wir, ­etwas Licht in dieses Dunkel zu bringen. Weiter vertiefen werden wir das Thema im Tages­Woche-«Mittendrin» vom kommenden Mittwoch in der Kaserne Basel. Als Teilnehmerinen konnten wir die Autorin Anne Wizorek (#Aufschrei) und Yvonne Frei, Nationalrätin und Präsidentin der SP Frauen Schweiz, gewinnen. Es moderiert die Historikerin und Feministin Natascha Wey.

Wir heissen Sie dazu herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Leser!

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TagesWoche-«Mittendrin»: Feminismus; 11. Februar, 19 Uhr, anschliessend Bar im «Rossstall», Kaserne Basel, Klybeckstrasse 1b.


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