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Der politische Biber oder: Was machst du gerade?

27.10.2012, 15:17Uhr
Bundesarchiv:

(Bild: Bundesarchiv)

Wir wissen es: Soziale Netzwerke sind auf maximale Nähe ausgerichtet. Galt es in der Jugend einst den fragenden Eltern oder Lehrern zu entkommen, fragen uns Dienste wie Facebook unterdessen permanent: „Wo bist du? Und was machst du gerade?”
Nennt sich das Freiheit für jeden? Oder sind die Netzwerke, unser Schwarm aus Freunden und Freundes Freunde, die neue Form von Gouvernementalität? „Digitalen Maoismus“ nennt Jaron Lanier diesen Irrglauben, dass ein Kollektiv als intelligente Masse einem einzelnen Individuum überlegen ist. Er wendet sich damit gegen die Schwarmintelligenz, die das Individuum zu einem einzelnen an sich nutzlosen Teilchen einer Masse degradiert. Nur als ein sich gegenseitig überwachendes Team geling es beispielsweise den Bibern ihren Damm, ihre Gesellschaft bzw. ihren Staat aufzubauen und auch zu erhalten. Sind wir Menschen auch politische Tiere (zoon politikon)? Wieviel haben wir mit einem Biber gemeinsam?

Der Mewi-Blog hat Lucas Marco Gisi, mit Eva Horn der Herausgeber des Buches Schwärme. Kollektive ohne Zentrum, für ein Interview getroffen und ihn zu seinem Buch befragt:

Herr Gisi, worum geht es in dem Buch?
Mit dem Modell des Schwarms lassen sich Formen der Selbstorganisation in der Natur und des Sozialen sowie deren Modellierung in der Informatik beschreiben. Das Besondere dieser Organisationsform besteht darin, dass das Kollektiv mehr ist als die Summe seiner Teile, das heißt, dass aus ihr beeindruckende Phänomene einer kollektiven oder eben Schwarm-Intelligenz hervorgehen.

Was sind zentrale Schlagworte?
Untersucht werden Schwärme, Massen und Netzwerke als Organisationsformen, die sich selbst mit Schlagworten wie Selbstorganisation, Emergenz, Dezentralisierung oder kollektive Intelligenz bezeichnen lassen.

Was ist eine zentrale These des Buches?
Es handelt sich um einen kulturwissenschaftlichen Sammelband mit Beiträgen von Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen Disziplinen (Wissenschaftsgeschichte, Philosophie, Soziologie, Medien- und Literaturwissenschaft): Behandelt werden Themen wie die Selbstorganisation und Dezentralisierung in der politischen Philosophie oder in der Massenpsychologie, die Simulation von Netzwerken und Schwärmen, der Schwarm in der Science Fiction und – in kulturgeschichtlicher Perspektive – die politische Organisation von Tieren, etwa der Ameisen, der Bienen oder der Biber. Zusammengehalten werden die Beiträge durch die Einsicht, dass Massen, Netzwerke und insbesondere Schwärme geeignete Modelle darstellen, um über Kollektive ohne (hierarchisches) Zentrum nachzudenken.

Welche Herausforderungen stellt das Buch an die Leser?
Aufgrund der Interdisziplinarität des Themas kann man sich fragen, an wen sich das Buch richtet. Nur an Wissenschaftshistoriker? Und wozu dient dem Informatikspezialisten das historische Wissen? Oder ist es vielmehr an der Politikwissenschaftlerin, Folgerungen aus dem Dargestellten zu ziehen? Dazu kommt, dass Schwärme ein Phänomen sind, das die meisten von uns in der Natur selbst schon beobachten konnten, etwa am Beispiel von Vogelschwärmen. Durch verschiedene Filme und insbesondere durch Frank Schätzings Bestseller-Roman Der Schwarm (2004) sind Schwärme außerdem als Thema der Science Fiction einem breiten Publikum bekannt geworden. Ein weites Feld also.

Warum empfehlen Sie uns dieses Buch?
Ich denke, dass ein interdisziplinärer Zugriff für das kulturwissenschaftliche Nachdenken über das Schwarmverhalten unabdingbar ist. Vielmehr macht gerade die Herausforderung, eine Brücke zwischen der alltäglichen Erfahrung, dem populärem Wissen und der wissenschaftlichen Erforschung zu schlagen, den Reiz des Themas und insofern auch des Buches aus. Das Thema hat aber auch einen deutlichen Gegenwartsbezug; denn es eröffnet nicht nur ein Verständnis für Organisationsformen in der Natur und deren technische Modellierung, sondern das Modell des Schwarms regt auch an zum Nachdenken über alternative Formen gesellschaftlicher Organisation.

Haben Sie einen Lieblingssatz?
Nicht nur einen Satz, sondern einen ganzen Dialog. Einen Auszug aus Gotthold Ephraim Lessings Ernst und Falk. Gespräche für Freimäurer (entstanden 1776–1778), der im Beitrag von Niels Werber analysiert und in dem der Traum der politischen Selbstorganisation durch den Hinweis auf Tiergesellschaften thematisiert wird:
»FALK. Die Ameisen leben in Gesellschaft, wie die Bienen.
ERNST. Und in einer noch wunderbarern Gesellschaft als die Bienen. Denn sie haben niemand unter sich, der sie zusammen hält und regieret.
FALK. Ordnung muss also doch auch ohne Regierung bestehen können.
ERNST. Wenn jedes einzelne sich selbst zu regieren weiss: warum nicht?
FALK. Ob es wohl auch einmal mit den Menschen dahin kommen wird?
ERNST. Wohl schwerlich!
FALK. Schade!
ERNST. Ja wohl!«

Zum Schluss: Was hat es mit dem Biber auf sich?
Das Buch erinnert daran, dass und wie das Imaginäre Veränderungen in der Natur und Kultur nicht nur begleitet und reflektiert, sondern tatsächlich auch mitbestimmt. Ein Beispiel dafür liefert eben die Kulturgeschichte des Bibers: Nachdem dieser in Europa weitgehend ausgerottet worden war, wurde er im 17. und 18. Jahrhundert in Nordamerika und Kanada in großer Anzahl, also gleichsam als Arbeitskollektiv, "wiederentdeckt". Die dadurch angeregte Beschreibung des Bibers als politisches Tier wiederum ging in der europäischen Aufklärung in das Nachdenken über die ideale Staatsform ein.

Vielen Dank!

Schwärme – Kollektive ohne Zentrum. Eine Wissensgeschichte zwischen Leben und Information. Hg. v. Eva Horn u. Lucas Marco Gisi. Bielefeld: transcript, 2009 (Masse und Medium; 7).

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Gesellschaft, Digital, Kultur, Medien, Umwelt & Natur, Wissenschaft

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  1. Schwarmfinanzierung als Chance oder Risiko?

    von Manuel Thomas am 29.10.2012 um 23:31Uhr

    Inwieweit gibt das Buch Auskunft zum aktuellen Phänomen der Schwarmfinanzierung / des Crowdfunding (dessen historische Wurzeln bis tief des 18. Jahrhunderts reichen)? Gerade wie man beim Film ("Stromberg: Der Film) oder Video Game ("Giana Sisters: Twisted Dreams") beobachten kann, sorgt die Schwarmfinanzierung für eine Zäsur in der kulturelles Produktion, die kreative Projekte fördert (http://www.kickstarter.com/) ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf die Dominanz des ökonomischen Feldes. Ist die Schwarmfinanzierung so als Chance anzusehen zur Förderung von medialen Artefakten, die (eventuell) kein Produzent durchgewinkt hätte? Oder lässt sich die Schwarmfinanzierung als Risiko ansehen, da immer mehr Amateure und oder Fan-Boys bestimmen / finanzieren, was in das kulturelle Feld hineinfliesst und schlimmstenfalls durch die Finanzierung über den Inhalt bestimmen wollen?
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  2. Ist der Schwarm weniger als seine Teile?

    von Roberto SimanowskiVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 2.11.2012 um 19:03Uhr

    Das Besondere an der Organisationsform des Schwarms ist, so heisst es, „dass das Kollektiv mehr ist als die Summe seiner Teile, das heißt, dass aus ihr beeindruckende Phänomene einer kollektiven oder eben Schwarm-Intelligenz hervorgehen.“

    Diese Aussage liegt so nahe wie die Vermutung, dass Netzwerke „geeignete Modelle darstellen, um über Kollektive ohne (hierarchisches) Zentrum nachzudenken“. Interessant wäre hier freilich die Konfrontation mit einer gegensätzlichen Perspektive, die auch Evgeny Morozov in seinem Buch The Net Delusion einnimmt: Der Ringelmann-Effekt, den der französische Ingenieur Maximilian Ringelmann Ende des 19. Jahrhunderts in Experimenten mit Pferden und Menschen feststellte. Demzufolge erbringen Menschen (und Pferde) in der Gruppe eine geringere Leistung, als aufgrund der summierten Einzelleistungen zu erwarten wäre. Der Ringelmann-Effekt bezeichnet also das Gegenteil von Synergie und suggeriert, dass individueller Einsatz, der sich nicht in der Gruppe verstecken kann, effektiver ist. Wenn das stimmt, wäre von den Bibern, Ameisen und Bienen noch einiges zu lernen.

    @Manuel Thomas: „Schwarmfinanzierung als Risiko“. Stossen also auch hier die neuen Medien uns auf die Grenzen der Demokratie? Auch davor warnt Jaron Lanier mit dem Begriff „Digitalen Maoismus“: dass „Schwachsinn“ sich durchsetzt mit dem Argument der Zahl. Schwarzseherei oder eine tatsächliche Gefahr?

    Direktlink zum Kommentar

  3. crowdfunding/ Schwärme

    von Emre Ayaydin am 2.11.2012 um 22:20Uhr

    Es gibt schon viele Formen des crowdfundings (SellaBand) oder auch Ferienfinanzierung nach Australien durch diese sogenannte crowdfunding: Man fragt sich, wieso fremde Leute einem mittellosem mid- 20's couple gewillt sind, die teuren Ferien zu finanzieren: das Kollektiv steuert zum Glück der Individuen bei. Die Motive sind mir schleierhaft, vielleicht spielt der Faktor "Macht" eine Rolle: je nach Spende kann das Paar besser und leichter um den Globus oder auch nicht. Vielleicht spielt auch die Faszination eine Rolle.

    Das Kollektiv bzgl. das "zusammen sein/ leben" birgt nicht nur für die Bieber Vorteile. Das Schwarmverhalten schützt die Tiere zum Beispiel von möglichen Feinden/ Angreifern, eine kollektive Wachsamkeit + Hilfe bei der Nahrungssuche.

    Spielt denn die Masse nicht immer auch eine grössere Rolle in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook? Wo es zur Bildung des Klout Score zum Beispiel wichtiger ist möglich viele Likes zu haben: Quantität geht vor Qualität.

    Oder gibt es eine Tendenz in der Zukunft die besagt: Allein sind wir stark, zusammen sind wir unschlagbar?
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  4. Crowdfunding im DRS

    von Roberto SimanowskiVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 3.11.2012 um 18:44Uhr

    Hier eine Sendung des DRS 2 zum Crowdfunding vom Anfang des Jahres:
    www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/reflexe/2741.sh10212803.html
    Direktlink zum Kommentar

  5. Facebook without the numbers

    von lorenz h am 5.11.2012 um 10:20Uhr

    @Emre Ayaydin: Betreffend "Quantität vor Qualität" hat der Künstler Benjamin Grosser eine interessante Add-On Software für jeden Internet Browser entwickelt, er nennt es den "Facebook Demetricator". Hier vorbeischauen und selber das Experiment machen: bengrosser.com/projects/facebook-demetricator/
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  1. Schwarmfinanzierung als Chance oder Risiko?

    von Manuel Thomas am 29.10.2012 um 23:31Uhr

    Inwieweit gibt das Buch Auskunft zum aktuellen Phänomen der Schwarmfinanzierung / des Crowdfunding (dessen historische Wurzeln bis tief des 18. Jahrhunderts reichen)? Gerade wie man beim Film ("Stromberg: Der Film) oder Video Game ("Giana Sisters: Twisted Dreams") beobachten kann, sorgt die Schwarmfinanzierung für eine Zäsur in der kulturelles Produktion, die kreative Projekte fördert (http://www.kickstarter.com/) ohne Rücksicht nehmen zu müssen auf die Dominanz des ökonomischen Feldes. Ist die Schwarmfinanzierung so als Chance anzusehen zur Förderung von medialen Artefakten, die (eventuell) kein Produzent durchgewinkt hätte? Oder lässt sich die Schwarmfinanzierung als Risiko ansehen, da immer mehr Amateure und oder Fan-Boys bestimmen / finanzieren, was in das kulturelle Feld hineinfliesst und schlimmstenfalls durch die Finanzierung über den Inhalt bestimmen wollen?
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  2. Ist der Schwarm weniger als seine Teile?

    von Roberto SimanowskiVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 2.11.2012 um 19:03Uhr

    Das Besondere an der Organisationsform des Schwarms ist, so heisst es, „dass das Kollektiv mehr ist als die Summe seiner Teile, das heißt, dass aus ihr beeindruckende Phänomene einer kollektiven oder eben Schwarm-Intelligenz hervorgehen.“

    Diese Aussage liegt so nahe wie die Vermutung, dass Netzwerke „geeignete Modelle darstellen, um über Kollektive ohne (hierarchisches) Zentrum nachzudenken“. Interessant wäre hier freilich die Konfrontation mit einer gegensätzlichen Perspektive, die auch Evgeny Morozov in seinem Buch The Net Delusion einnimmt: Der Ringelmann-Effekt, den der französische Ingenieur Maximilian Ringelmann Ende des 19. Jahrhunderts in Experimenten mit Pferden und Menschen feststellte. Demzufolge erbringen Menschen (und Pferde) in der Gruppe eine geringere Leistung, als aufgrund der summierten Einzelleistungen zu erwarten wäre. Der Ringelmann-Effekt bezeichnet also das Gegenteil von Synergie und suggeriert, dass individueller Einsatz, der sich nicht in der Gruppe verstecken kann, effektiver ist. Wenn das stimmt, wäre von den Bibern, Ameisen und Bienen noch einiges zu lernen.

    @Manuel Thomas: „Schwarmfinanzierung als Risiko“. Stossen also auch hier die neuen Medien uns auf die Grenzen der Demokratie? Auch davor warnt Jaron Lanier mit dem Begriff „Digitalen Maoismus“: dass „Schwachsinn“ sich durchsetzt mit dem Argument der Zahl. Schwarzseherei oder eine tatsächliche Gefahr?

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  3. crowdfunding/ Schwärme

    von Emre Ayaydin am 2.11.2012 um 22:20Uhr

    Es gibt schon viele Formen des crowdfundings (SellaBand) oder auch Ferienfinanzierung nach Australien durch diese sogenannte crowdfunding: Man fragt sich, wieso fremde Leute einem mittellosem mid- 20's couple gewillt sind, die teuren Ferien zu finanzieren: das Kollektiv steuert zum Glück der Individuen bei. Die Motive sind mir schleierhaft, vielleicht spielt der Faktor "Macht" eine Rolle: je nach Spende kann das Paar besser und leichter um den Globus oder auch nicht. Vielleicht spielt auch die Faszination eine Rolle.

    Das Kollektiv bzgl. das "zusammen sein/ leben" birgt nicht nur für die Bieber Vorteile. Das Schwarmverhalten schützt die Tiere zum Beispiel von möglichen Feinden/ Angreifern, eine kollektive Wachsamkeit + Hilfe bei der Nahrungssuche.

    Spielt denn die Masse nicht immer auch eine grössere Rolle in sozialen Netzwerken wie z. B. Facebook? Wo es zur Bildung des Klout Score zum Beispiel wichtiger ist möglich viele Likes zu haben: Quantität geht vor Qualität.

    Oder gibt es eine Tendenz in der Zukunft die besagt: Allein sind wir stark, zusammen sind wir unschlagbar?
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  4. Crowdfunding im DRS

    von Roberto SimanowskiVon der TagesWoche verifiziertes Profil am 3.11.2012 um 18:44Uhr

    Hier eine Sendung des DRS 2 zum Crowdfunding vom Anfang des Jahres:
    www.drs2.ch/www/de/drs2/sendungen/reflexe/2741.sh10212803.html
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  5. Facebook without the numbers

    von lorenz h am 5.11.2012 um 10:20Uhr

    @Emre Ayaydin: Betreffend "Quantität vor Qualität" hat der Künstler Benjamin Grosser eine interessante Add-On Software für jeden Internet Browser entwickelt, er nennt es den "Facebook Demetricator". Hier vorbeischauen und selber das Experiment machen: bengrosser.com/projects/facebook-demetricator/
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  6. Der Schwarm mag zwar weniger als seine Teile sein, sein Ergebnis könnte aber grösser sein als das eines Einzelnen ausserhalb des Schwarms (?

    von Juri Fischer am 13.11.2012 um 00:07Uhr

    @ R. Simanowski
    Es stellt sich dann bei angeführtem Experiment von Ringelmann die Frage nach dem heutigen Nutzen eines solchen. Ich nehme an Ringelmann hat versucht die physikalisch messbare körperliche Effizienz von Menschen und Pferden asuzuwerten. Es ist auch sicher erklärbar, warum das Experiment so ausgegangen ist und nicht wie erwartet. Dennoch ein interessanter Gedanke, das Ringelmann-Experiment, zumindest stellt sich mir die Frage, ob Gruppen/Schwärme, und dann vorallem beim Online-Menschen, wirklich effektiver sind als Einzelindividuen.

    Heute aber geht es ja nicht unbedingt um die körperliche Kraft (Leistung gemessen in PS), sondern um eine "gemeinsame Intelligenz", die, wie @Emre Ayaydin schon erwähnte, in sozialen Netzwerken eine wohl immer grössere Rolle spielen wird.
    Der online-soziale Einzelgänger wird nicht erfolgreich sein (oder eben einen tieferen Klout-Score haben), jeder wird auf die Masse, den Schwarm angewiesen sein um Erfolg zu haben. Zumindest wenn man den Schwarm auch wieder als "Kollektiv ohne (hierarchisches) Zentrum" in Betracht zieht.

    Der Aspekt der Bieber (und Ameisen und Bienen) liesse sich noch weiter überlegen, ob diese Tiere nicht eine genialere Form des Schwarms gefunden haben, nämlich die individuelle Leistung für die Gruppe (nicht versteckt in der Gruppe, und mit voller Zufriedenheit und Effizienz geleistet) und der Leistung des Schwarms für den Einzelnen (Schutz/Nahrung/Anerkennung).
    Weiter geführt würde das bedeuten, dass wir uns nicht zu einem grossen Schwarm zusammenschliessen sollten, und jeder lieber für sich etwas leistet, damit aber dem grossen Ganzen etwas beifügt. Das verhindert eine Gleichschaltung des Schwarms (die im übrigen nicht unbedingt wünschenswert wäre).
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  7. Crowdfunding

    von a i b am 20.11.2012 um 15:38Uhr

    Um noch mal auf kickstarter & co zurückzukommen: www.buffed.de/Star-Citizen-PC-256428/News/Star-Citizen-Crowdfunding-Rekord-ueber-6-Millionen-US-Dollar-1036458/ . In dem Artikel geht es um einen neuen Crowdfunding-Rekord auf (über 6 Millionen US-Dollar) für das Spiel Star Citizen. Es lassen sich also unglaubliche Summen akkumulieren.

    Man muss sich allerdings fragen, an wen dieses Geld geht. Gedacht war die Plattform ja, um bisher unbekannten Künstlern eine Möglichkeit zu bieten ihre Projekte vorzustellen und bei Interesse der Zielgruppe zu finanzieren. Was man aber v.a. im Games-Bereich immer öfter beobachtet ist, dass es eher etablierte, aber in die Jahre gekommene Entwickler sind, die irgendwelche Uralt-Hits wieder ausgraben. Die Nostalgie der Gamer ermöglicht es eben jenen sich noch einmal zu versuchen. Ob das die Innovation fördert...
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  8. Der Begriff „Digitaler Maoismus“

    von Urs Endhardt am 23.11.2012 um 18:42Uhr

    sollte eigentlich spätestens seit dem Nationalsozialismus, als es die Bezeichnung freilich noch nicht gab, und nach dem Betrachten solcher Videos
    www.youtube.com/watch?&v=8O6IMYSSs7c mit äusserster Vorsicht genossen werden.

    Natürlich kann der Mensch manchmal erst in der Masse zu grösstmöglichen Leistungen fähig sein (z.B. beim Bau von Pyramiden). Doch eine Intelligenz geht dadurch noch lange nicht hervor.

    Im Gegenteil gibt jedes Teilchen eines solchen Schwarms seine Intelligenz eher ab und orientiert sich nur noch an der Person vor sich und deren Verhalten. Das führt dann nicht nur im Tierreich, wo sich Fische schön zu einem Schwarm verdichten lassen nur um dann besser gefressen werden zu können, zu unglücklichen Ausgängen.Beim Menschen führt es zu Massenpaniken, welche oft durch triviale Anlässe entstehen, welche eigentlich gar keine Gefährdung darstellen würden. Durch die Weitergabe der Panik potenziert sich diese jedoch, mit den bekannten Konsequenzen.
    Das mit der menschlichen Bequemlichkeit einhergehende Ausschalten des eignenen Denkens und der Weitergabe der Verantwortung an andere hat unter anderem zur Verbeitung mörderischer Ideologien beigetragen.

    Und auch bei randalierenden Buspassagieren, wie jüngst in Basel, traut sich die einer Einzelperson überlegene Masse nich einzugreifen weil jeder die Verantwortung an eine andere Person weitergibt und sich schliesslich alle von dem passiven Verhalten des jeweils anderen anstecken lassen (ein bekannter psychologischer Effekt).

    Ich denke deshalb nicht dass Schwarmintelligenz eine Lösung der mit der digitalen Revolution einhergehenden Probleme sein kann. Natürlich heisst das aber nicht dass eine breite Masse nicht auch positive Effekt haben kann. Crowdfunding und Briefaktionen von Amnesty International beweisen das Gegenteil. Nur steckt dahinter keine ominöse Intelligenz, sondern das aufopferungsvolle Arbeiten einiger weniger Idealisten welche sich Bemühen das Beste aus einer grossen Anzahl von Menschen hervorzuholen.

    Zudem sollte man generell vorsichtig damit sein den Menschen mit dem Tier zu vergleichen. Denn wenn man dies weiterführt wird man feststellen dass Menschen nicht nur wie Biber im Verbund Grossartiges vollbringen können, sondern sich auch oftmals wie Lemminge über Klippen stürzen.
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