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Vom digitalen Schatten zur Persönlichkeit

10.10.2012, 08:00Uhr

Ich telefoniere, lese und schreibe digital, meine Musik und meine Bilder sind auf einer Festplatte gespeichert, der Grossteil meiner Nachrichten stammt aus einer Online-Quelle. Mein Handy kann verraten, wo ich mich gerade befinde, und meine "Freunde" bei Facebook erfahren wohl doch mehr über meinen Alltag, als mir bewusst ist. Egal, was und wo ich arbeite: es gibt praktisch keine Tätigkeit mehr, die keine Datenspuren hinterlässt. Wir, als digitale Gesellschaft, erzeugen immer mehr Daten, die ausgewertet, analysiert, gefiltert und verarbeitet werden können. Was hat das für Folgen? Mit "Die Datenfresser“ zeigen Constanze Kurz und Frank Rieger, beide Mitglieder des Chaos Computer Clubs, was der Untertitel des Buches verspricht: „wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen“.

(Bild: x)

Wovon handelt das Buch? Ob wir wollen oder nicht: unser Leben wird in Bits und Bytes gespeichert. Es gibt praktisch keine Tätigkeit mehr, die keine Datenspuren hinterlässt. Dies nehmen die Autoren zum Anlass den Leser darüber aufzuklären, wer sich wo und wie am „Datensatz Mensch“ – vom Nutzer bewusst oder unbewusst – bedient.

Einige Schlagworte? „digitale Nacktheit“, Datenschutz, Geotags und einmal mehr „das Ende der Privatsphäre“

Was ist eine zentrale These des Buches? Zentral in diesem Buch sind die Daten. Eigene und fremde, und wie wir und andere damit umgehen. Die meisten Dienstleistungen im Internet sind kostenlos. „You can’t compete with free“ lautet die gängige Devise von Google und Co. Und obwohl längst bekannt ist, dass deshalb unsere Nutzerdaten zur neuen Währung des Internets wurden und die Refinanzierung von Gratisdiensten im Internet durch zielgruppengenau geschaltete Werbung gesichert ist, ist es den Autoren ein Anliegen den Leser über die Datenfresser aufzuklären: Thema sind natürlich soziale Netzwerke, Online-Buchhändler, Kundenkarten, Biometrie sowie Bewegungsprofile.

Bewegungsprofile? Die Verwendung von Bewegungsprofilen wird laut den Autoren künftig ein Kernproblem der Netzgesellschaft sein. Wo wir gerade sind und wohin wir als nächstes gehen, ist für uns und unsere Mitmenschen eine wichtige Information: schnelle Google-Maps Abfragen von unterwegs, Ferienbilder auf Facebook und Flickr, Geo-Taging sowie viele weitere Services, die uns verraten, in welcher Bar sich Freunde gerade treffen oder ob wir auf dem Heimweg mit Stau oder Blitzern zu rechnen haben, sind kaum noch aus unserem Alltag wegzudenken. Je mehr solche Bewegungsdaten aus den verschiedenen Quellen verfügbar sind und zusammengetragen werden, desto besser lassen sich Abweichungen unseres Alltages erkennen. Das alles sind Daten, die wir immerhin noch freiwillig öffentlich machen. Im Gegensatz zu beispielsweise den Bewegungsdaten des eigenen Handys.

Was mich stört: Leser, die sich mit der Thematik bereits befasst haben, werden enttäuscht sein. Das Buch richtet sich an einen Leser, der bisher wenig über „die Datenfresser“ wusste und klärt diesen darüber auf, wie teuer ‚kostenlos’ in Wahrheit tatsächlich ist und was es mit dem oft beschworenen „Ende der Privatsphäre“ auf sich hat.

Warum empfehle ich es trotzdem? Weil es sich als guter Einstieg in die Thematik der persönlichen Datensicherheit im Internet eignet. Es vermittelt in einfacher Sprache und an anschaulichen Beispielen, wo wir welche Datenspuren hinterlassen und wohin dies möglicherweise führt. Es enthält hilfreiche und zumindest im Moment noch aktuelle Tipps zu Passwörtern, Anonymität und Gastfreundschaft in sozialen Netzwerken. Positiv sehe ich weiter, dass es den Autoren gelingt, deutlich zu machen, dass wir mit geteilten Informationen dem Staat und vielen anderen privaten Unternehmen sehr viel Macht abtreten. Diese Datenfreizügigkeit bedeutet Vorhersagbarkeit, Kontrollierbarkeit und normierender Anpassungsdruck. Was wir heute zulassen und ablehnen, bestimmt die Zukunft.

Woran es mich erinnert: Über Daten haben wir auch hier im Mewi-Blog bereits gesprochen. Ich empfehle:
Roberto Simanowski: The Net Delusion: The Dark Side of Internet Freedom
Manuel Thomas: Requiem für die Demokratie
und natürlich auch die Rezension zu Delete. Die Tugend des Vergessens in digitalen Zeiten

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Reaktionen

  1. Manuel Thomas

    am 14.10.2012, 20:16

    Da der Buchtitel es verspricht: Wie bekomme ich als User über meine Daten die Kontrolle zurück? Welche Vorschläge haben Kurz und Rieger und wie unterscheiden sich diese beispielsweise von denen Parisers? Und wie realistisch sind diese Vorschläge in einer Informationskontrollgesellschaft, die sich tagtäglich selbst updatet, die Big Player des Internets mit jeder Aktualisierung neu über Datenschutzrichtlinien bestimmen und das Bücher, die heute über das Thema geschrieben werden, morgen schon... ... mehrDa der Buchtitel es verspricht: Wie bekomme ich als User über meine Daten die Kontrolle zurück? Welche Vorschläge haben Kurz und Rieger und wie unterscheiden sich diese beispielsweise von denen Parisers? Und wie realistisch sind diese Vorschläge in einer Informationskontrollgesellschaft, die sich tagtäglich selbst updatet, die Big Player des Internets mit jeder Aktualisierung neu über Datenschutzrichtlinien bestimmen und das Bücher, die heute über das Thema geschrieben werden, morgen schon längst von gestern sind?

  2. Emre Ayaydin

    am 14.10.2012, 20:44

    Bezug auf den Artikel "Wegweiser zur digitalen Mündigkeit" auf www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1453683/

    Besonders hervorzuheben die Textpassage: "Das Buch möchte ein Wegweiser zur digitalen Mündigkeit sein. Aber den Weg dorthin beleuchtet es nur sparsam. Technische Maßnahmen, die die Datensammelwut wenigstens teilweise erschweren, finden sich kaum, obwohl es sie gibt (zum Beispiel Cookies im Browser deaktivieren, solange sie nicht nötig sind, Suchen über Scroogle statt... ... mehrBezug auf den Artikel "Wegweiser zur digitalen Mündigkeit" auf www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1453683/

    Besonders hervorzuheben die Textpassage: "Das Buch möchte ein Wegweiser zur digitalen Mündigkeit sein. Aber den Weg dorthin beleuchtet es nur sparsam. Technische Maßnahmen, die die Datensammelwut wenigstens teilweise erschweren, finden sich kaum, obwohl es sie gibt (zum Beispiel Cookies im Browser deaktivieren, solange sie nicht nötig sind, Suchen über Scroogle statt Google, Anonymisierdienste wie Tor oder JAP benutzen)."

  3. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 14.10.2012, 20:54

    Besorgnis erregt weniger, wieviel Energie in die Datenkontrolle investiert wird, als von wem. Das sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, die staatlichen Kontrollmächte, sondern alle Kreativen dieser Welt. Die alle hoffen, dass einer der großen Datenfresser dieser Welt sie schließlich aufkauft. Wie das israelische Startup face.com, das Gesichtserkennungssoftware herstellt und von Facebook dafür mit 60 Millionen Dollar belohnt wurde.... ... mehrBesorgnis erregt weniger, wieviel Energie in die Datenkontrolle investiert wird, als von wem. Das sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, die staatlichen Kontrollmächte, sondern alle Kreativen dieser Welt. Die alle hoffen, dass einer der großen Datenfresser dieser Welt sie schließlich aufkauft. Wie das israelische Startup face.com, das Gesichtserkennungssoftware herstellt und von Facebook dafür mit 60 Millionen Dollar belohnt wurde. www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/facebook-vermarktet-gesichtserkennung-ich-sehe-dir-in-die-augen-kleines-und-du-weisst-es-nicht-11791842.html

    Eine App aus dem Hause Face.com ist zum Beispiel Klik, die die Kamera des Smartphones mit Facebook verbindet und dem Gesicht noch vor der Aufnahme einen Namen zuordnet vimeo.com/41738859. Sind es mehrere Namen, kann man den richtigen auswählen, um künftige Zweifelsfälle auszuschließen. Polizeiliche Erkennungsarbeit per Bürgerhilfe? Hier geht es ‚nur’ um personen- und situationsspezifische Werbung. Wenn Facebook weiss, wer wo sich gerade fotografieren lässt, kann es diese Person gleich mit passender Werbung beglücken. Abweichende Nutzung nicht ausgeschlossen: Wer die Person, auf die man die Kamera hält, noch gar nicht kennt, kann ebenso auf Facebook zählen, und hat schnell alle Daten, die das Netz zu dieser Person bereit hält.

    Sind die Kreativen dieser Welt bodenlose Opportunisten, die sich weniger nach den Langzeitfolgen als dem finanziellen Ertrag ihrer Erfindungen fragen? Mit der Auskunft „sonst entwickelt es jemand anderes“ und der internen Losung: Nach mir die Sintflut. Denn mit 60 Million Dollar sorgt man sich nicht mehr darum, um potentielle Arbeitgeber den Lebenswandel im Netz kontrollieren. Obwohl: Da sind noch die Paparazzis und die Kriminellen, die ja immer gern wissen, ob die Person vor ihrer Kamera Millionär ist oder nicht.

    Und die digital natives? Die schaffen die neuen Medien durch täglichen Gebrauch. Und machen sich gar keine Sorgen?

  4. a i b

    am 15.10.2012, 22:37

    Als höchstpersönlicher digital native, dessen sozialer Zirkel auch hauptsächlich aus eben jenen besteht, habe ich mehreres beobachten können.

    Zum einen sind wir in einem unglaublichen Ausmass angewiesen auf die big player, wie beispielsweise Facebook. Meine Mutter wird telefonisch zu Geburtstagsfeiern eingeladen, obwohl sie eine Facebook-Account besitzt. Würde ich meinen löschen, so würde ich wohl in der Woche darauf in der Uni gefragt werden, wieso ich nicht da war. Aussteigen ist also... ... mehrAls höchstpersönlicher digital native, dessen sozialer Zirkel auch hauptsächlich aus eben jenen besteht, habe ich mehreres beobachten können.

    Zum einen sind wir in einem unglaublichen Ausmass angewiesen auf die big player, wie beispielsweise Facebook. Meine Mutter wird telefonisch zu Geburtstagsfeiern eingeladen, obwohl sie eine Facebook-Account besitzt. Würde ich meinen löschen, so würde ich wohl in der Woche darauf in der Uni gefragt werden, wieso ich nicht da war. Aussteigen ist also schon einmal keine Option. Bleibt also sich über die Datensammler aufzuregen und anti-time-line posts zu liken. Und dann eine group gegen Anglizismen zu founden. Der Protest hat eben wenig Chancen auf Erfolg, was interessiert es Zuckerberg wenn ein paar Männchen auf die Barrikaden gehen? Er weiss ja, dass die meisten bleiben werde. So oder so.

    Zum anderen glaube ich, dass es auch eine Problemabwandlung der "shifting baselines" ist. Also, dass wir den momentanen Zustand als Normalität empfinden, wir gewöhnen uns daran, dass Amazon uns Produkte vorschlägt und Facebook mal wieder die Datenschutzbestimmungen zu unserem Ungunsten abgeändert hat. Es ist ein schleichender Prozess, dem der grosse Paukenschlag fehlt. Die Frage ist ob der Tropfen einmal kommt, der das Fass zum überlaufen bringt.

    Ausserdem fehlt uns anscheinend die Imagination, wie die Daten missbraucht werden können. Wir sind Kinder der Demokratie, dazu gibt es in unserem Kopf keine Alternative. Was kann schon passieren, wenn FB weiss, dass ich gestern eigentlich Joggen wollte, aber dann doch mit Schokolade vor dem TV sass um mir DSDS anzuschaun? Wir denken nicht darüber nach was unsere Krankenkasse von Faulheit und unser intellektueller Chef von Casting Shows halten.

    Ich würde jetzt gerne ein schönes Schlusswort finden, aber es ist spät. Ich schau jetzt noch mal schnell auf FB vorbei und google, wo genau das Konzert morgen stattfindet (und ob man die konjugierte Form von "stattfinden" seit der Rechtschreibreform ausseinander schreibt oder nicht) und dann gehe ich schlafen ^-^

  5. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 17.10.2012, 08:40

    Mia Tulipa bringt es, implizit, auf den Punkt: „Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen.“ Und es stimmt, warum sollte man sich von den „Alten“ ein schlechtes Gewissen einreden lassen dafür, dass man zu freigiebig mit seinen Daten ist! Man kann sogar offensiver werden und aus der Not eine Tugend machen.

    Einer der Älteren zeigt, wie das geht: David Gelernter, Informatikprofessor an der Yale... ... mehrMia Tulipa bringt es, implizit, auf den Punkt: „Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen.“ Und es stimmt, warum sollte man sich von den „Alten“ ein schlechtes Gewissen einreden lassen dafür, dass man zu freigiebig mit seinen Daten ist! Man kann sogar offensiver werden und aus der Not eine Tugend machen.

    Einer der Älteren zeigt, wie das geht: David Gelernter, Informatikprofessor an der Yale University, Jahrgang 1955. In einem SPIEGEL-Essay im Mai 2012 www.spiegel.de/spiegel/print/d-85734105.html fragt er: „Wie soll sich eine Jugend verhalten, wenn sie merkt, dass ihre ehrenwerten Eltern Exhibitionisten waren, die die sexuelle Revolution so weit getrieben haben, wie es nur ging?“ Seine Antwort: Die Jugend radikalisiert den Exhibitionismus ihrer Eltern (und Grosseltern), indem sie das Privateste öffentlich macht. Damit erhält der Selbstoffenbarungsdrang der Facebook-Generation eine psychologische Aufwertung als Fortführung der von der 68er Generation begonnenen Kulturrevolution. Die Warnung der „Alten“ vor dem Verlust der Privatsphäre beweist dann, dass der Aufstand gelungen ist. Datenexhibitionismus als vorangetriebene sexuelle Revolution?

  6. AutorIn des Artikels

    Marion Regenscheit

    am 18.10.2012, 09:32

    Eine interessante Frage und Weiterführung des Gedankens. Wir werden also nicht zum gläsernen Menschen, sondern machen uns selber zu einem? Aber sind wir tatsächlich aktiv genug, um eine Revolution weiter vorantreiben zu können? Dies würde ja bedeuten, dass bewusst und gewollt keine Daten zurückgehalten würden. Bloss um „die Alten“ zu provozieren?
    Was meinen Sie mit „psychologischer Aufwertung“?

  7. Juri Fischer

    am 18.10.2012, 09:50

    Ich denke auch, das die "Empörung" über das Sammeln der Daten in gewisser Weise übertrieben ist. Schlussendlich ist es zweierlei, die vorhandene Empörung ist immer dieselbe (zu viele Daten werden gesammelt, gläserner User etc.) andererseits ist es kein echter Aufstand. Wenn wir wirklich wollten, dass unsere Daten nicht gesammelt werden, dann könnten wir, ganz salopp gesagt, auch mal etwas dagegen tun (und nicht nur eine Datenschutzbehörde regelmässig bei Google Beschwerde einlegen).
    Ich kann... ... mehrIch denke auch, das die "Empörung" über das Sammeln der Daten in gewisser Weise übertrieben ist. Schlussendlich ist es zweierlei, die vorhandene Empörung ist immer dieselbe (zu viele Daten werden gesammelt, gläserner User etc.) andererseits ist es kein echter Aufstand. Wenn wir wirklich wollten, dass unsere Daten nicht gesammelt werden, dann könnten wir, ganz salopp gesagt, auch mal etwas dagegen tun (und nicht nur eine Datenschutzbehörde regelmässig bei Google Beschwerde einlegen).
    Ich kann jetzt keinen grossen Bezug auf das Buch nehmen (da ichs nicht gelesen habe), aber ich denke, dass es nicht wirklich sinnvoll ist, zu schreiben, "wie Internetfirmen sich unsere persönlichen Daten einverleiben" und vorallem nicht "wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen". Wichtiger wäre doch eigentlich, von vornherein zu informieren, wie man umgehen kann, dass sämtliche Daten - so man das nicht will - gesammelt werden. Kontrolle über einmal abgegebenes erlangen wir sowieso nicht mehr zurück, denn wer würde schon sein einmal erlangtes Wissen wieder hergeben wollen? Wir nicht, und Google oder Facebook erst recht nicht.

  8. Barbara Seiler

    am 19.10.2012, 09:31

    Internet ist eine grossartige Sache und ich würde es nicht missen wollen. Ganz besonders nicht jene Angebote, die beinhalten, dass ich selbst was schreiben kann und mich auf diese Weise mit anderen Leuten unterhalten kann.

    die Frage ist für mich also nicht, OB ich eine Datenspur hinterlasse, sondern sie ist, WIE ich diese Datenspur gestalte. Ausgehend vom Prinzip, dass alles, was online ist, grundsätzlich öffentlich ist, gibt es Themen, über die ich im Internet schreibe, und die zB ein... ... mehrInternet ist eine grossartige Sache und ich würde es nicht missen wollen. Ganz besonders nicht jene Angebote, die beinhalten, dass ich selbst was schreiben kann und mich auf diese Weise mit anderen Leuten unterhalten kann.

    die Frage ist für mich also nicht, OB ich eine Datenspur hinterlasse, sondern sie ist, WIE ich diese Datenspur gestalte. Ausgehend vom Prinzip, dass alles, was online ist, grundsätzlich öffentlich ist, gibt es Themen, über die ich im Internet schreibe, und die zB ein zukünftiger Arbeitgeber ergooglen kann, und es gibt Themen, die kommen im Internet einfach nicht vor.

    Ich kann nicht kontrollieren, was andere über mich schreiben, aber ich kann ziemlich gut kontrollieren, dass bei einer Suche nach mir zuerst jene Informationen erscheinen, die ich selbst erstellt und gestaltet habe.

    Ich kann die Entscheidung treffen, mich nicht mit Familienmitgliedern auf social networks zu befreunden, denn ich erachte Familie als Teil der Privatsphäre, die Facebook & Co. nicht kennen muss. Ich kann die Entscheidung treffen, nicht alle meine Daten an einem einzigen Ort versammelt zu haben, und sensible Daten schon gar nicht in einer Cloud online, sondern auf Geräten, die sich in meinem physischen Besitz befinden. Und, warum auch nicht, teilweise auch auf Papier, nach wie vor seine Vorteile hat gegenüber elektronischen Geräten.

  1. Manuel Thomas

    am 14.10.2012, 20:16

    Da der Buchtitel es verspricht: Wie bekomme ich als User über meine Daten die Kontrolle zurück? Welche Vorschläge haben Kurz und Rieger und wie unterscheiden sich diese beispielsweise von denen Parisers? Und wie realistisch sind diese Vorschläge in einer Informationskontrollgesellschaft, die sich tagtäglich selbst updatet, die Big Player des Internets mit jeder Aktualisierung neu über Datenschutzrichtlinien bestimmen und das Bücher, die heute über das Thema geschrieben werden, morgen schon... mehrDa der Buchtitel es verspricht: Wie bekomme ich als User über meine Daten die Kontrolle zurück? Welche Vorschläge haben Kurz und Rieger und wie unterscheiden sich diese beispielsweise von denen Parisers? Und wie realistisch sind diese Vorschläge in einer Informationskontrollgesellschaft, die sich tagtäglich selbst updatet, die Big Player des Internets mit jeder Aktualisierung neu über Datenschutzrichtlinien bestimmen und das Bücher, die heute über das Thema geschrieben werden, morgen schon längst von gestern sind?

  2. Emre Ayaydin

    am 14.10.2012, 20:44

    Bezug auf den Artikel "Wegweiser zur digitalen Mündigkeit" auf www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1453683/

    Besonders hervorzuheben die Textpassage: "Das Buch möchte ein Wegweiser zur digitalen Mündigkeit sein. Aber den Weg dorthin beleuchtet es nur sparsam. Technische Maßnahmen, die die Datensammelwut wenigstens teilweise erschweren, finden sich kaum, obwohl es sie gibt (zum Beispiel Cookies im Browser deaktivieren, solange sie nicht nötig sind, Suchen über Scroogle statt... mehrBezug auf den Artikel "Wegweiser zur digitalen Mündigkeit" auf www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1453683/

    Besonders hervorzuheben die Textpassage: "Das Buch möchte ein Wegweiser zur digitalen Mündigkeit sein. Aber den Weg dorthin beleuchtet es nur sparsam. Technische Maßnahmen, die die Datensammelwut wenigstens teilweise erschweren, finden sich kaum, obwohl es sie gibt (zum Beispiel Cookies im Browser deaktivieren, solange sie nicht nötig sind, Suchen über Scroogle statt Google, Anonymisierdienste wie Tor oder JAP benutzen)."

  3. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 14.10.2012, 20:54

    Besorgnis erregt weniger, wieviel Energie in die Datenkontrolle investiert wird, als von wem. Das sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, die staatlichen Kontrollmächte, sondern alle Kreativen dieser Welt. Die alle hoffen, dass einer der großen Datenfresser dieser Welt sie schließlich aufkauft. Wie das israelische Startup face.com, das Gesichtserkennungssoftware herstellt und von Facebook dafür mit 60 Millionen Dollar belohnt wurde.... mehrBesorgnis erregt weniger, wieviel Energie in die Datenkontrolle investiert wird, als von wem. Das sind nicht nur die üblichen Verdächtigen, die staatlichen Kontrollmächte, sondern alle Kreativen dieser Welt. Die alle hoffen, dass einer der großen Datenfresser dieser Welt sie schließlich aufkauft. Wie das israelische Startup face.com, das Gesichtserkennungssoftware herstellt und von Facebook dafür mit 60 Millionen Dollar belohnt wurde. www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/digitales-denken/facebook-vermarktet-gesichtserkennung-ich-sehe-dir-in-die-augen-kleines-und-du-weisst-es-nicht-11791842.html

    Eine App aus dem Hause Face.com ist zum Beispiel Klik, die die Kamera des Smartphones mit Facebook verbindet und dem Gesicht noch vor der Aufnahme einen Namen zuordnet vimeo.com/41738859. Sind es mehrere Namen, kann man den richtigen auswählen, um künftige Zweifelsfälle auszuschließen. Polizeiliche Erkennungsarbeit per Bürgerhilfe? Hier geht es ‚nur’ um personen- und situationsspezifische Werbung. Wenn Facebook weiss, wer wo sich gerade fotografieren lässt, kann es diese Person gleich mit passender Werbung beglücken. Abweichende Nutzung nicht ausgeschlossen: Wer die Person, auf die man die Kamera hält, noch gar nicht kennt, kann ebenso auf Facebook zählen, und hat schnell alle Daten, die das Netz zu dieser Person bereit hält.

    Sind die Kreativen dieser Welt bodenlose Opportunisten, die sich weniger nach den Langzeitfolgen als dem finanziellen Ertrag ihrer Erfindungen fragen? Mit der Auskunft „sonst entwickelt es jemand anderes“ und der internen Losung: Nach mir die Sintflut. Denn mit 60 Million Dollar sorgt man sich nicht mehr darum, um potentielle Arbeitgeber den Lebenswandel im Netz kontrollieren. Obwohl: Da sind noch die Paparazzis und die Kriminellen, die ja immer gern wissen, ob die Person vor ihrer Kamera Millionär ist oder nicht.

    Und die digital natives? Die schaffen die neuen Medien durch täglichen Gebrauch. Und machen sich gar keine Sorgen?

  4. a i b

    am 15.10.2012, 22:37

    Als höchstpersönlicher digital native, dessen sozialer Zirkel auch hauptsächlich aus eben jenen besteht, habe ich mehreres beobachten können.

    Zum einen sind wir in einem unglaublichen Ausmass angewiesen auf die big player, wie beispielsweise Facebook. Meine Mutter wird telefonisch zu Geburtstagsfeiern eingeladen, obwohl sie eine Facebook-Account besitzt. Würde ich meinen löschen, so würde ich wohl in der Woche darauf in der Uni gefragt werden, wieso ich nicht da war. Aussteigen ist also... mehrAls höchstpersönlicher digital native, dessen sozialer Zirkel auch hauptsächlich aus eben jenen besteht, habe ich mehreres beobachten können.

    Zum einen sind wir in einem unglaublichen Ausmass angewiesen auf die big player, wie beispielsweise Facebook. Meine Mutter wird telefonisch zu Geburtstagsfeiern eingeladen, obwohl sie eine Facebook-Account besitzt. Würde ich meinen löschen, so würde ich wohl in der Woche darauf in der Uni gefragt werden, wieso ich nicht da war. Aussteigen ist also schon einmal keine Option. Bleibt also sich über die Datensammler aufzuregen und anti-time-line posts zu liken. Und dann eine group gegen Anglizismen zu founden. Der Protest hat eben wenig Chancen auf Erfolg, was interessiert es Zuckerberg wenn ein paar Männchen auf die Barrikaden gehen? Er weiss ja, dass die meisten bleiben werde. So oder so.

    Zum anderen glaube ich, dass es auch eine Problemabwandlung der "shifting baselines" ist. Also, dass wir den momentanen Zustand als Normalität empfinden, wir gewöhnen uns daran, dass Amazon uns Produkte vorschlägt und Facebook mal wieder die Datenschutzbestimmungen zu unserem Ungunsten abgeändert hat. Es ist ein schleichender Prozess, dem der grosse Paukenschlag fehlt. Die Frage ist ob der Tropfen einmal kommt, der das Fass zum überlaufen bringt.

    Ausserdem fehlt uns anscheinend die Imagination, wie die Daten missbraucht werden können. Wir sind Kinder der Demokratie, dazu gibt es in unserem Kopf keine Alternative. Was kann schon passieren, wenn FB weiss, dass ich gestern eigentlich Joggen wollte, aber dann doch mit Schokolade vor dem TV sass um mir DSDS anzuschaun? Wir denken nicht darüber nach was unsere Krankenkasse von Faulheit und unser intellektueller Chef von Casting Shows halten.

    Ich würde jetzt gerne ein schönes Schlusswort finden, aber es ist spät. Ich schau jetzt noch mal schnell auf FB vorbei und google, wo genau das Konzert morgen stattfindet (und ob man die konjugierte Form von "stattfinden" seit der Rechtschreibreform ausseinander schreibt oder nicht) und dann gehe ich schlafen ^-^

  5. Mia Tulipa

    am 16.10.2012, 21:24

    Müssen wir uns denn wirklich so Sorgen machen, wie uns (entschuldigung) die "alten" immer weiss machen wollen? Dass wir im allgemeinen zu wenig über die Konsequenzen unserer digitalen Datenspur nachdenken, scheint mir schon auch ein verbreitetes Phänomen.
    Woran das liegt? Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen. Warum so viel Energie auf das Vertuschen der persönlichen Daten verwenden, wenn... mehrMüssen wir uns denn wirklich so Sorgen machen, wie uns (entschuldigung) die "alten" immer weiss machen wollen? Dass wir im allgemeinen zu wenig über die Konsequenzen unserer digitalen Datenspur nachdenken, scheint mir schon auch ein verbreitetes Phänomen.
    Woran das liegt? Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen. Warum so viel Energie auf das Vertuschen der persönlichen Daten verwenden, wenn man a) sowieso nicht darum herum kommt, sich überall zu registrieren (ja, sogar um hier einen Kommentar schreiben zu können muss man registriert sein. Dabei seid ihr von der TagesWoche noch gnädig. Eine Mailadresse reicht euch. Aber vielleicht wollt ihr auch bald mein Geburtsdatum dazu und danach eine Handynummer) und b) selbst wenn ich keine oder falsche Angaben mache: über meine IP und mac Adresse kann schnell herausgefunden werden wo und wer ich bin.

  6. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 17.10.2012, 08:40

    Mia Tulipa bringt es, implizit, auf den Punkt: „Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen.“ Und es stimmt, warum sollte man sich von den „Alten“ ein schlechtes Gewissen einreden lassen dafür, dass man zu freigiebig mit seinen Daten ist! Man kann sogar offensiver werden und aus der Not eine Tugend machen.

    Einer der Älteren zeigt, wie das geht: David Gelernter, Informatikprofessor an der Yale... mehrMia Tulipa bringt es, implizit, auf den Punkt: „Vielleicht sind wir zu wenig informiert ja, vielleicht auch einfach zu faul, aber vielleicht mögen wir diese Transparenz sogar ein bisschen.“ Und es stimmt, warum sollte man sich von den „Alten“ ein schlechtes Gewissen einreden lassen dafür, dass man zu freigiebig mit seinen Daten ist! Man kann sogar offensiver werden und aus der Not eine Tugend machen.

    Einer der Älteren zeigt, wie das geht: David Gelernter, Informatikprofessor an der Yale University, Jahrgang 1955. In einem SPIEGEL-Essay im Mai 2012 www.spiegel.de/spiegel/print/d-85734105.html fragt er: „Wie soll sich eine Jugend verhalten, wenn sie merkt, dass ihre ehrenwerten Eltern Exhibitionisten waren, die die sexuelle Revolution so weit getrieben haben, wie es nur ging?“ Seine Antwort: Die Jugend radikalisiert den Exhibitionismus ihrer Eltern (und Grosseltern), indem sie das Privateste öffentlich macht. Damit erhält der Selbstoffenbarungsdrang der Facebook-Generation eine psychologische Aufwertung als Fortführung der von der 68er Generation begonnenen Kulturrevolution. Die Warnung der „Alten“ vor dem Verlust der Privatsphäre beweist dann, dass der Aufstand gelungen ist. Datenexhibitionismus als vorangetriebene sexuelle Revolution?

  7. AutorIn des Artikels

    Marion Regenscheit

    am 18.10.2012, 09:32

    Eine interessante Frage und Weiterführung des Gedankens. Wir werden also nicht zum gläsernen Menschen, sondern machen uns selber zu einem? Aber sind wir tatsächlich aktiv genug, um eine Revolution weiter vorantreiben zu können? Dies würde ja bedeuten, dass bewusst und gewollt keine Daten zurückgehalten würden. Bloss um „die Alten“ zu provozieren?
    Was meinen Sie mit „psychologischer Aufwertung“?

  8. Juri Fischer

    am 18.10.2012, 09:50

    Ich denke auch, das die "Empörung" über das Sammeln der Daten in gewisser Weise übertrieben ist. Schlussendlich ist es zweierlei, die vorhandene Empörung ist immer dieselbe (zu viele Daten werden gesammelt, gläserner User etc.) andererseits ist es kein echter Aufstand. Wenn wir wirklich wollten, dass unsere Daten nicht gesammelt werden, dann könnten wir, ganz salopp gesagt, auch mal etwas dagegen tun (und nicht nur eine Datenschutzbehörde regelmässig bei Google Beschwerde einlegen).
    Ich kann... mehrIch denke auch, das die "Empörung" über das Sammeln der Daten in gewisser Weise übertrieben ist. Schlussendlich ist es zweierlei, die vorhandene Empörung ist immer dieselbe (zu viele Daten werden gesammelt, gläserner User etc.) andererseits ist es kein echter Aufstand. Wenn wir wirklich wollten, dass unsere Daten nicht gesammelt werden, dann könnten wir, ganz salopp gesagt, auch mal etwas dagegen tun (und nicht nur eine Datenschutzbehörde regelmässig bei Google Beschwerde einlegen).
    Ich kann jetzt keinen grossen Bezug auf das Buch nehmen (da ichs nicht gelesen habe), aber ich denke, dass es nicht wirklich sinnvoll ist, zu schreiben, "wie Internetfirmen sich unsere persönlichen Daten einverleiben" und vorallem nicht "wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen". Wichtiger wäre doch eigentlich, von vornherein zu informieren, wie man umgehen kann, dass sämtliche Daten - so man das nicht will - gesammelt werden. Kontrolle über einmal abgegebenes erlangen wir sowieso nicht mehr zurück, denn wer würde schon sein einmal erlangtes Wissen wieder hergeben wollen? Wir nicht, und Google oder Facebook erst recht nicht.

  9. Barbara Seiler

    am 19.10.2012, 09:31

    Internet ist eine grossartige Sache und ich würde es nicht missen wollen. Ganz besonders nicht jene Angebote, die beinhalten, dass ich selbst was schreiben kann und mich auf diese Weise mit anderen Leuten unterhalten kann.

    die Frage ist für mich also nicht, OB ich eine Datenspur hinterlasse, sondern sie ist, WIE ich diese Datenspur gestalte. Ausgehend vom Prinzip, dass alles, was online ist, grundsätzlich öffentlich ist, gibt es Themen, über die ich im Internet schreibe, und die zB ein... mehrInternet ist eine grossartige Sache und ich würde es nicht missen wollen. Ganz besonders nicht jene Angebote, die beinhalten, dass ich selbst was schreiben kann und mich auf diese Weise mit anderen Leuten unterhalten kann.

    die Frage ist für mich also nicht, OB ich eine Datenspur hinterlasse, sondern sie ist, WIE ich diese Datenspur gestalte. Ausgehend vom Prinzip, dass alles, was online ist, grundsätzlich öffentlich ist, gibt es Themen, über die ich im Internet schreibe, und die zB ein zukünftiger Arbeitgeber ergooglen kann, und es gibt Themen, die kommen im Internet einfach nicht vor.

    Ich kann nicht kontrollieren, was andere über mich schreiben, aber ich kann ziemlich gut kontrollieren, dass bei einer Suche nach mir zuerst jene Informationen erscheinen, die ich selbst erstellt und gestaltet habe.

    Ich kann die Entscheidung treffen, mich nicht mit Familienmitgliedern auf social networks zu befreunden, denn ich erachte Familie als Teil der Privatsphäre, die Facebook & Co. nicht kennen muss. Ich kann die Entscheidung treffen, nicht alle meine Daten an einem einzigen Ort versammelt zu haben, und sensible Daten schon gar nicht in einer Cloud online, sondern auf Geräten, die sich in meinem physischen Besitz befinden. Und, warum auch nicht, teilweise auch auf Papier, nach wie vor seine Vorteile hat gegenüber elektronischen Geräten.

  10. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 22.10.2012, 08:31

    @Regenscheit: "Was meinen Sie mit 'psychologischer Aufwertung'?" Genau die Verwandlung des Opfers des Datensammelns zum aktiven Datenüberlasser, die Sie in Frage stellen. Sie ist auch in der Tat nicht zu sehen, jedenfalls nicht als bewusste Handlung. Aber vielleicht als unbewusste? Denn wenn, wie Juri Fischer schreibt, kein echter Aufstand gegen das Sammeln von Daten besteht, liegt in diesem Defizit (in dieser Abwesenheit einer Handlung) vielleicht schon eine Entscheidung: Eine Rebellion,... mehr@Regenscheit: "Was meinen Sie mit 'psychologischer Aufwertung'?" Genau die Verwandlung des Opfers des Datensammelns zum aktiven Datenüberlasser, die Sie in Frage stellen. Sie ist auch in der Tat nicht zu sehen, jedenfalls nicht als bewusste Handlung. Aber vielleicht als unbewusste? Denn wenn, wie Juri Fischer schreibt, kein echter Aufstand gegen das Sammeln von Daten besteht, liegt in diesem Defizit (in dieser Abwesenheit einer Handlung) vielleicht schon eine Entscheidung: Eine Rebellion, über die man sich nicht im Klaren ist.