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Plädoyer für die Pornografie

20.07.2012, 17:19Uhr

Online Plattformen wie Youporn erfahren einen enormen Zulauf; ihre Klickzahlen rangieren in derselben Liga wie Google, Wikipedia, Facebook und Co. Die Big Player des Internets verstossen das ungeliebte Kind jedoch selbst: Wer bei Google die Buchstaben P, o, r, n und o eingibt, bekommt via Google Instant keine Ergebnisse angezeigt – obwohl die grösste Suchmaschine über eine Milliarde Treffer nach dem Tippen auf die Enter-Taste liefert. Auch im App Store befinden sich keine Apps mit pornografischem Material oder solche, die das Abspielen von einschlägigen Seiten erleichtern, obwohl das Geschäft mit den kleinen Programmen enorm erfolgreich ist. Sex sells? Sicherlich, aber das gute Image scheint hier wichtiger. Die Folgen sind allerdings gravierend: Pornografie wird aus der gesellschaftlichen Diskussion gedrängt, stigmatisiert und tabuisiert. Dabei bräuchte es eine Sensibilisierung, gerade auch weil immer mehr Kinder und Jugendliche dank Internet mit Pornografie in Kontakt kommen. Sogar über Pornografie-Unterricht an Schulen wird diskutiert – Ergebnis des Online-Pornografie-Booms?

«Das Buch ‹PORN.COM: Making Sense of Online Pornography›, herausgegeben von Feona Attwood, liefert ein Plädoyer für eine Diskussion, die gesellschaftliche und politische Bereiche aller Art anspricht» – sagt Anna Schillinger, die Medienwissenschafts- und Gender-Studies Studentin, die PORN.COM hier vorstellt.

Wovon handelt das Buch? Porn.com bietet einen Querschnitt durch aktuelle Forschungsfelder der Online-Pornografie: von Fan-Communities und Möglichkeiten des file-sharings pornografischen Materials, über erotische Amateur-Literatur, sex-blogging, Swinger-Netzwerke und der Online-Bewertungssystematik von Profilbildern, bis hin zu alternativen Pornografie-Formen. Allen Beiträgen liegt ein gemeinsamer Nenner zu Grunde: Sie zeigen den Paradigmenwechsel im Verständnis von Pornografie auf. Die Pornografie avancierte vom medien-und kulturgeschichtlichen enfant terrible zum popkulturellen Sex-Lifestyle – dank Web 2.0 und dessen Individualiserungsmaschinerie. Die Partizipationsmentalität des Users zeigt sich nicht nur in der zunehmenden Bedeutung von Amateur-Pornografie, der User wird zudem mit der Frage konfrontiert: mit welchem dieser Porno-Inhalte kann ich mich identifizieren?

Schlagworte: Pornofizierung, Pornonormativität, Porn 2.0

Lieblingssatz? Die Diversität an Pornografien spiegelt sich in einer Vielfalt an Repräsentationen von Realität(en) wider. Der moderne Porno versucht eine Brücke zu schlagen, zwischen der fantastischen Sex-Welt, welche er repräsentiert, und dem alltäglichen und realen Sex, welchen der User zu erleben wünscht. Feona Attwood fasst das sehr schön in einen Satz: „The contemporary real also increasingly incorporates contradictions; desire for the real, fetishization of the real, resignation to the fact that the real is always elusive, fun in fakery, and celebration of the delights of role-play and performance.”

Zentrale These des Buches? Wir sind durch den Strudel der medialen Pornofizierung längst im Mainstream der digitalen Pop(p)kultur angekommen. Die komplexen Wechselverhältnisse und Angleichungspraktiken zwischen KonsumentInnen, ProduzentInnen und der Pornografie zeigen sich in einer generellen Verwischung ihrer Grenzen, welche die heutige Pornografie-Kultur und damit einen grossen Teil des World Wide Webs ausmacht.

Das bedeutet konkret? Die Online-Pornografie hat sich an legislative und moralisch vorgegebene Gesellschaftsstandards angepasst. Die Global Player des Internet (Google, Facebook, Apple) setzen moralische Standards durch, indem sie moralisch verwerfliche Inhalte vorenthalten (Kinderpornografie, Sodomie). Der moralisch geduldete Mainstream-Pornografie-Bereich ist hingegen an Varianz kaum zu überbieten, wobei vormals bestehende Sexualitäts- und Geschlechternormen hinterfragt werden.

Was stört? Leider fehlt eine direkte Diskussion der emanzipatorischen Implikationen des Partizipationsverhaltens der User als selbsttätige Pornofilm-RegisseurInnens. Auch die Frage nach den Gründen einer freiwilligen Exhibitionierung, sowohl in der Amateur- als auch in der Alt-Pornografie, bleibt unbeantwortet.

Warum sollten wir es trotzdem lesen? Wegen seines gendertheoretischen Schwerpunkts. Das Internet wird vermehrt als Verbreitungsplattform für sexual- und geschlechtspolitische Demokratisierungstendenzen genutzt. Vor allem durch die Arbeit von sex workern – BloggerInnen, PornoregisseurInnen, AutorInnen erotischer Literatur – findet die Queer-Bewegung neuen Aufschwung und eine weitere Repräsentationsmöglichkeit postfeministischen Aktivismus’.

Das Buch erinnert an... den Versuch der Frauenpornografie der frühen 90er, im Videomarkt Fuss zu fassen.

Anna Schillinger empfiehlt zum Weiterlesen und-sehen die Blogs von Rachel Rabbit White und Audicia Ray zum Thema sex workers und sex-positiver Feminismus. Und Zur Frauenpornographie den Youtube-Kanal von Petra Joy

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Reaktionen

  1. Natalia Stein

    am 21.07.2012, 03:58

    Ich habe den bericht mit grossem interesse gelesenen undn hätte zwei fragn:
    1. was hat es mit der pornonormativität auf sich ? gibt es beim porno eine norm?
    2 gibt es weitere gute wissenschaftliche bücher die sich mit pornografie beschäftigen? also nicht nur im internet?

  2. Anna Schillinger

    am 21.07.2012, 13:42

    Hallo Natalia,
    vielen Dank für dein Interesse. Zu deinen Fragen:
    Pornografie nimmt eine normative Zwischenstellung ein. Sie ist ein vermittelndes Medium zwischen Diskursen der Macht, der Sexualität und des Wissens. Sie nimmt nicht nur Aspekte dieser Diskurse in sich auf, sondern modifiziert und reproduziert sie in ihrer Darstellungsart mit – sie ist demnach aktiver Teil des Diskurswandels. Die Pornonormativität beschreibt dieses komplexe Wechselverhältnis, indem Pornografie sich einerseits... ... mehrHallo Natalia,
    vielen Dank für dein Interesse. Zu deinen Fragen:
    Pornografie nimmt eine normative Zwischenstellung ein. Sie ist ein vermittelndes Medium zwischen Diskursen der Macht, der Sexualität und des Wissens. Sie nimmt nicht nur Aspekte dieser Diskurse in sich auf, sondern modifiziert und reproduziert sie in ihrer Darstellungsart mit – sie ist demnach aktiver Teil des Diskurswandels. Die Pornonormativität beschreibt dieses komplexe Wechselverhältnis, indem Pornografie sich einerseits bestehenden Normen anpasst, jedoch auch gleichzeitig das Potential bietet, diese Normen zu hinterfragen und zu verändern.
    Auf die heutige Situation angewendet kann gesagt werden, dass die Mehrheit des pornografischen Webinhalts sich noch immer in traditionelle, heteronormative Repräsentationsschemata einordnen lässt – diese wurden vor allem früher von feministischer Seite stark kritisiert (hierzu Laura Mulveys Essay: „Visuelle Lust und narratives Kino“). Das Buch zeigt jedoch einen Wandel auf: diese eingefahrenen Strukturen werden heutzutage bis ins Extremste gedehnt, so dass nicht nur vormals bestehende Sexualitäts- und Geschlechternormen hinterfragt, sondern online auch neue Möglichkeiten der Weiterentwicklung alternativer Repräsentationen geschaffen werden.

    Zur Kritik an heteronormativen Repräsentationen in der Pornografie kann ich dir von Getrud Koch „Netzhautsex – Sehen als Akt“ und von Maggie Humm „Is the Gaze Feminist? Pornography, Film and Feminism“ empfehlen und als Einführung in die Thematik von Linda Williams „hard core“.

  3. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 22.07.2012, 15:12

    Erinnert sich noch jemand an Jennifer Ringley, die 1996 als 19jährige begann, per Webcam Bilder nonstop und unzensiert aus allen Räumen ihres Apartments und zu allen erdenkbaren Situationen (einschließlich Geschlechtsverkehr und Masturbation) ins Netz zu laden? Oder Josh Harris’ Projekt “Quiet: We Live in Public” von 1999, das 100 Leute in einem Keller unter permanenter Kameraüberwachung zusammenleben ließ, was natürlich auch viel sexuelles Material produzierte. Das galt damals als Subkultur... ... mehrErinnert sich noch jemand an Jennifer Ringley, die 1996 als 19jährige begann, per Webcam Bilder nonstop und unzensiert aus allen Räumen ihres Apartments und zu allen erdenkbaren Situationen (einschließlich Geschlechtsverkehr und Masturbation) ins Netz zu laden? Oder Josh Harris’ Projekt “Quiet: We Live in Public” von 1999, das 100 Leute in einem Keller unter permanenter Kameraüberwachung zusammenleben ließ, was natürlich auch viel sexuelles Material produzierte. Das galt damals als Subkultur und Avantgarde. Weswegen Jennifer schliesslich in die Late Show von David Letterman kam. Der allerdings ihren Domainnamen falsch angab: jennycam.net statt jenicam.org. Was sich wiederum die Pornoindustrie nicht entgehen liess: Unter der bis zu diesem Versprecher unbesetzten URL jennicam.net fanden Besucher daraufhin (und noch heute) ein pornographisches Angebot mit den Begrüßungsworten „Thanks Dave“. Erstaunlich wie sich in der Geschichte die Wege der Pornografie und Subkultur immer wieder kreuzen.

  4. Manuel Thomas

    am 24.07.2012, 01:24

    In der Tat erstaunlich wie Pornografie ihre Wurzeln in relativ unbekannter avantgardistischer Kunst fand, besteht das Internet heute doch zur Hälfte aus pornografischem Material besteht (wenn auch manche Forscher von einer niedrigeren Quote ausgehen) und leben wir doch tatsächlich in einer Pop(p)kultur - kaum das man eine Werbeanzeige sieht, springt einem Sex ins Auge und im Fernsehen geschieht dies dann gar ihm Sekundentakt und läuft zur besten Sendezeit; Pro Sieben zeigt so bald "Den... ... mehrIn der Tat erstaunlich wie Pornografie ihre Wurzeln in relativ unbekannter avantgardistischer Kunst fand, besteht das Internet heute doch zur Hälfte aus pornografischem Material besteht (wenn auch manche Forscher von einer niedrigeren Quote ausgehen) und leben wir doch tatsächlich in einer Pop(p)kultur - kaum das man eine Werbeanzeige sieht, springt einem Sex ins Auge und im Fernsehen geschieht dies dann gar ihm Sekundentakt und läuft zur besten Sendezeit; Pro Sieben zeigt so bald "Den besten Sex der Welt" (http://www.prosieben.de/tv/unter-fremden-decken/) und waren gewisse "Feuchtgebiete" einst ein riesiger Erfolg, sind es nun die "Shades of Grey".

    Wie man damit umgeht finde ich ein dringliches Anliegen, finden sich nicht nur nur überall sexualisierte Inhalte, sondern selbst pornografische Inhalte sind im Internet nur einen Kick weit entfernt für Minderjährige ("Klicken Sie wenn sie über 18 Jahre alt sind" ... jaja), die mit diesem gar rein gesetzlich gar nicht konfrontiert werden dürften. Ein Problem: Ja, aber wo liegt die Lösung? Pornos verbieten? Abgesehen von der Zensur-Debatte vermute ich wenn man im Netz die Pornos verbieten würde, gebe es bald nur noch eine Webseite mit dem Titel "Gebt uns die Pornos wieder" (wem das bekannt vorkommt: www.youtube.com/watch?v=U-rWiILL2Ic). Die URL-Endung ändern (statt .com eventuell .porn) wie es einige fordern, gefordert haben? Klar, die Seiten wären eventuell vermeidbar, aber auch leichter überwachbar. Ohne die Verantwortung auf Lehrer schieben zu wollen, finde ich es wichtig Pornos in den Aufklärungsunterricht zu bringen (mit Rücksprache der Eltern), finden sich im Mainstream-Porno doch Repräsentationen, die mit gewöhnlichen Sex in der Regel nichts zu tun haben: Die Frau als Objekt die zur Triebbefriedigung des männlichen Subjekts herhalten darf und natürlich auf alles steht, was er macht - vom deep throat bis zum Fisten. Jungs nehmen sich Studien zufolge daran ein Beispiel und behandeln ihre Freundinnen zu deren Leidwesen im Bett ähnlich (und bekommen noch Komplexe wenn sie nicht 40Minuten ohne Pause mit dem Tempo eines Kaninchens können). Das dies nicht passiert und Porno prinzipiell nicht schlecht ist, aber mit richtigem Sex in der Regel wenig am Hut hat, kann meiner Meinung nach gar nicht früh genug im Reifeprozess der Teenies diskutiert werden.

    In diesem Zusammenhang kann das besprochene Buch gar nicht hoch angeschätzt werden, dass es für eine reife Diskussion des Thema plädiert und gleichzeitig zeigt, was Porno auch sein kann: gerade Frauenpornos zeigen so ein differenzierteres und emanzipiertes Bild von Sex und statt plumper Masturbationsvorlagen oder die Möglichkeit obskure Praktiken ("Dirty Sanchez") zu vebreiten finden sich im Web durchaus erotische Literatur und die Möglichkeit zur sexuellen Entfaltung (in ggfs. sexuell repressiven Systemen) und Identifikation.

  5. Anna Schillinger

    am 24.07.2012, 22:35

    @ Roberto Simanowksi

    Erinnert sei hier auch an das Format „Big Brother“, welches ein Jahr später, im Jahr 2000, im Hauptabendprogramm des deutschsprachigen Fernsehens ausgestrahlt wurde und auch welchen Skandal es auslöste, als Alex und Kerstin den ersten Sex im Big Brother Haus hatten – dass Kerstin jedoch professionelle Schauspielerin ist, war damals niemandem bekannt. Alles inszeniert? Auch hier wurden diverse (Nachsicht)Kameras installiert, die jede sexuelle Handlung aufzeichneten und... ... mehr@ Roberto Simanowksi

    Erinnert sei hier auch an das Format „Big Brother“, welches ein Jahr später, im Jahr 2000, im Hauptabendprogramm des deutschsprachigen Fernsehens ausgestrahlt wurde und auch welchen Skandal es auslöste, als Alex und Kerstin den ersten Sex im Big Brother Haus hatten – dass Kerstin jedoch professionelle Schauspielerin ist, war damals niemandem bekannt. Alles inszeniert? Auch hier wurden diverse (Nachsicht)Kameras installiert, die jede sexuelle Handlung aufzeichneten und einem Millionenpublikum vorführten. Die kritische Resonanz in der Presse war dementsprechend gross und löste Diskussion über mediale Moralvorstellungen aus. Wenn dies damals schon für Furore sorgte, wo stehen wir dann heute – 12 Jahre später – wenn eine wackelnde Bettdecke bei Youporn wohl nicht mehr für entrüstete Aufschreie, sondern eher für gelangweiltes Wegklicken sorgen würde?

    @ Manuel Thomas

    Sowohl bei „Feuchtgebiete“ als auch bei „Shades of Grey“ wurde aktiv mit deren provokanter Darstellung gesellschaftlicher Tabus geworben – „Feuchtgebiete“ als Antwort auf die weibliche Hygienehysterie und in „Shades of Grey“ mit deren expliziter Schilderung div. SM-Techniken. Interessant, dass es in beiden Fällen junge Frauen sind, die ihre Sexualität frei ausleben wollen – Ausdruck einer Generation?

    Ich stimme dir zu, dass radikale Porno-Zensur nicht die Lösung des Problems sein kann – wäre das Unerreichbare nicht umso begehrenswerter? Vor allem unter Jugendlichen, die sich mit einer Flut pornografischer/sexualisierter Bilder konfrontiert sehen, sollte der Umgang bzw. deren Einordnung näher gebracht werden. Das Internet ist Aufklärungsmedium; Dr. Sommer beantwortet längst nicht mehr alle Fragen und die Scham Eltern oder Freunde zu fragen wird durch einen Klick erspart. Wie du schon beschrieben hast, ist der pornografische Inhalt – speziell im heterosexuellen Männerporno – sehr kritikwürdig. Die Gefahr ist gross, dass Jugendliche, die diesen Inhalt ohne Anleitung nicht zu lesen wissen ggfs. in ihr eigenes Sexualleben übertragen. Doch wo soll man die Schnittstelle zwischen Repräsentation und realem Sex setzen? Kann man Sex und Porno überhaupt voneinander trennen? Wie viel Porno haben wir bereits verinnerlicht? Hierzu die Webseite eines Unternehmens, welches versucht Porno-Mythen zu entkräften: makelovenotporn.com/

  1. Natalia Stein

    am 21.07.2012, 03:58

    Ich habe den bericht mit grossem interesse gelesenen undn hätte zwei fragn:
    1. was hat es mit der pornonormativität auf sich ? gibt es beim porno eine norm?
    2 gibt es weitere gute wissenschaftliche bücher die sich mit pornografie beschäftigen? also nicht nur im internet?

  2. Anna Schillinger

    am 21.07.2012, 13:42

    Hallo Natalia,
    vielen Dank für dein Interesse. Zu deinen Fragen:
    Pornografie nimmt eine normative Zwischenstellung ein. Sie ist ein vermittelndes Medium zwischen Diskursen der Macht, der Sexualität und des Wissens. Sie nimmt nicht nur Aspekte dieser Diskurse in sich auf, sondern modifiziert und reproduziert sie in ihrer Darstellungsart mit – sie ist demnach aktiver Teil des Diskurswandels. Die Pornonormativität beschreibt dieses komplexe Wechselverhältnis, indem Pornografie sich einerseits... mehrHallo Natalia,
    vielen Dank für dein Interesse. Zu deinen Fragen:
    Pornografie nimmt eine normative Zwischenstellung ein. Sie ist ein vermittelndes Medium zwischen Diskursen der Macht, der Sexualität und des Wissens. Sie nimmt nicht nur Aspekte dieser Diskurse in sich auf, sondern modifiziert und reproduziert sie in ihrer Darstellungsart mit – sie ist demnach aktiver Teil des Diskurswandels. Die Pornonormativität beschreibt dieses komplexe Wechselverhältnis, indem Pornografie sich einerseits bestehenden Normen anpasst, jedoch auch gleichzeitig das Potential bietet, diese Normen zu hinterfragen und zu verändern.
    Auf die heutige Situation angewendet kann gesagt werden, dass die Mehrheit des pornografischen Webinhalts sich noch immer in traditionelle, heteronormative Repräsentationsschemata einordnen lässt – diese wurden vor allem früher von feministischer Seite stark kritisiert (hierzu Laura Mulveys Essay: „Visuelle Lust und narratives Kino“). Das Buch zeigt jedoch einen Wandel auf: diese eingefahrenen Strukturen werden heutzutage bis ins Extremste gedehnt, so dass nicht nur vormals bestehende Sexualitäts- und Geschlechternormen hinterfragt, sondern online auch neue Möglichkeiten der Weiterentwicklung alternativer Repräsentationen geschaffen werden.

    Zur Kritik an heteronormativen Repräsentationen in der Pornografie kann ich dir von Getrud Koch „Netzhautsex – Sehen als Akt“ und von Maggie Humm „Is the Gaze Feminist? Pornography, Film and Feminism“ empfehlen und als Einführung in die Thematik von Linda Williams „hard core“.

  3. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 22.07.2012, 15:12

    Erinnert sich noch jemand an Jennifer Ringley, die 1996 als 19jährige begann, per Webcam Bilder nonstop und unzensiert aus allen Räumen ihres Apartments und zu allen erdenkbaren Situationen (einschließlich Geschlechtsverkehr und Masturbation) ins Netz zu laden? Oder Josh Harris’ Projekt “Quiet: We Live in Public” von 1999, das 100 Leute in einem Keller unter permanenter Kameraüberwachung zusammenleben ließ, was natürlich auch viel sexuelles Material produzierte. Das galt damals als Subkultur... mehrErinnert sich noch jemand an Jennifer Ringley, die 1996 als 19jährige begann, per Webcam Bilder nonstop und unzensiert aus allen Räumen ihres Apartments und zu allen erdenkbaren Situationen (einschließlich Geschlechtsverkehr und Masturbation) ins Netz zu laden? Oder Josh Harris’ Projekt “Quiet: We Live in Public” von 1999, das 100 Leute in einem Keller unter permanenter Kameraüberwachung zusammenleben ließ, was natürlich auch viel sexuelles Material produzierte. Das galt damals als Subkultur und Avantgarde. Weswegen Jennifer schliesslich in die Late Show von David Letterman kam. Der allerdings ihren Domainnamen falsch angab: jennycam.net statt jenicam.org. Was sich wiederum die Pornoindustrie nicht entgehen liess: Unter der bis zu diesem Versprecher unbesetzten URL jennicam.net fanden Besucher daraufhin (und noch heute) ein pornographisches Angebot mit den Begrüßungsworten „Thanks Dave“. Erstaunlich wie sich in der Geschichte die Wege der Pornografie und Subkultur immer wieder kreuzen.

  4. Manuel Thomas

    am 24.07.2012, 01:24

    In der Tat erstaunlich wie Pornografie ihre Wurzeln in relativ unbekannter avantgardistischer Kunst fand, besteht das Internet heute doch zur Hälfte aus pornografischem Material besteht (wenn auch manche Forscher von einer niedrigeren Quote ausgehen) und leben wir doch tatsächlich in einer Pop(p)kultur - kaum das man eine Werbeanzeige sieht, springt einem Sex ins Auge und im Fernsehen geschieht dies dann gar ihm Sekundentakt und läuft zur besten Sendezeit; Pro Sieben zeigt so bald "Den... mehrIn der Tat erstaunlich wie Pornografie ihre Wurzeln in relativ unbekannter avantgardistischer Kunst fand, besteht das Internet heute doch zur Hälfte aus pornografischem Material besteht (wenn auch manche Forscher von einer niedrigeren Quote ausgehen) und leben wir doch tatsächlich in einer Pop(p)kultur - kaum das man eine Werbeanzeige sieht, springt einem Sex ins Auge und im Fernsehen geschieht dies dann gar ihm Sekundentakt und läuft zur besten Sendezeit; Pro Sieben zeigt so bald "Den besten Sex der Welt" (http://www.prosieben.de/tv/unter-fremden-decken/) und waren gewisse "Feuchtgebiete" einst ein riesiger Erfolg, sind es nun die "Shades of Grey".

    Wie man damit umgeht finde ich ein dringliches Anliegen, finden sich nicht nur nur überall sexualisierte Inhalte, sondern selbst pornografische Inhalte sind im Internet nur einen Kick weit entfernt für Minderjährige ("Klicken Sie wenn sie über 18 Jahre alt sind" ... jaja), die mit diesem gar rein gesetzlich gar nicht konfrontiert werden dürften. Ein Problem: Ja, aber wo liegt die Lösung? Pornos verbieten? Abgesehen von der Zensur-Debatte vermute ich wenn man im Netz die Pornos verbieten würde, gebe es bald nur noch eine Webseite mit dem Titel "Gebt uns die Pornos wieder" (wem das bekannt vorkommt: www.youtube.com/watch?v=U-rWiILL2Ic). Die URL-Endung ändern (statt .com eventuell .porn) wie es einige fordern, gefordert haben? Klar, die Seiten wären eventuell vermeidbar, aber auch leichter überwachbar. Ohne die Verantwortung auf Lehrer schieben zu wollen, finde ich es wichtig Pornos in den Aufklärungsunterricht zu bringen (mit Rücksprache der Eltern), finden sich im Mainstream-Porno doch Repräsentationen, die mit gewöhnlichen Sex in der Regel nichts zu tun haben: Die Frau als Objekt die zur Triebbefriedigung des männlichen Subjekts herhalten darf und natürlich auf alles steht, was er macht - vom deep throat bis zum Fisten. Jungs nehmen sich Studien zufolge daran ein Beispiel und behandeln ihre Freundinnen zu deren Leidwesen im Bett ähnlich (und bekommen noch Komplexe wenn sie nicht 40Minuten ohne Pause mit dem Tempo eines Kaninchens können). Das dies nicht passiert und Porno prinzipiell nicht schlecht ist, aber mit richtigem Sex in der Regel wenig am Hut hat, kann meiner Meinung nach gar nicht früh genug im Reifeprozess der Teenies diskutiert werden.

    In diesem Zusammenhang kann das besprochene Buch gar nicht hoch angeschätzt werden, dass es für eine reife Diskussion des Thema plädiert und gleichzeitig zeigt, was Porno auch sein kann: gerade Frauenpornos zeigen so ein differenzierteres und emanzipiertes Bild von Sex und statt plumper Masturbationsvorlagen oder die Möglichkeit obskure Praktiken ("Dirty Sanchez") zu vebreiten finden sich im Web durchaus erotische Literatur und die Möglichkeit zur sexuellen Entfaltung (in ggfs. sexuell repressiven Systemen) und Identifikation.

  5. Anna Schillinger

    am 24.07.2012, 22:35

    @ Roberto Simanowksi

    Erinnert sei hier auch an das Format „Big Brother“, welches ein Jahr später, im Jahr 2000, im Hauptabendprogramm des deutschsprachigen Fernsehens ausgestrahlt wurde und auch welchen Skandal es auslöste, als Alex und Kerstin den ersten Sex im Big Brother Haus hatten – dass Kerstin jedoch professionelle Schauspielerin ist, war damals niemandem bekannt. Alles inszeniert? Auch hier wurden diverse (Nachsicht)Kameras installiert, die jede sexuelle Handlung aufzeichneten und... mehr@ Roberto Simanowksi

    Erinnert sei hier auch an das Format „Big Brother“, welches ein Jahr später, im Jahr 2000, im Hauptabendprogramm des deutschsprachigen Fernsehens ausgestrahlt wurde und auch welchen Skandal es auslöste, als Alex und Kerstin den ersten Sex im Big Brother Haus hatten – dass Kerstin jedoch professionelle Schauspielerin ist, war damals niemandem bekannt. Alles inszeniert? Auch hier wurden diverse (Nachsicht)Kameras installiert, die jede sexuelle Handlung aufzeichneten und einem Millionenpublikum vorführten. Die kritische Resonanz in der Presse war dementsprechend gross und löste Diskussion über mediale Moralvorstellungen aus. Wenn dies damals schon für Furore sorgte, wo stehen wir dann heute – 12 Jahre später – wenn eine wackelnde Bettdecke bei Youporn wohl nicht mehr für entrüstete Aufschreie, sondern eher für gelangweiltes Wegklicken sorgen würde?

    @ Manuel Thomas

    Sowohl bei „Feuchtgebiete“ als auch bei „Shades of Grey“ wurde aktiv mit deren provokanter Darstellung gesellschaftlicher Tabus geworben – „Feuchtgebiete“ als Antwort auf die weibliche Hygienehysterie und in „Shades of Grey“ mit deren expliziter Schilderung div. SM-Techniken. Interessant, dass es in beiden Fällen junge Frauen sind, die ihre Sexualität frei ausleben wollen – Ausdruck einer Generation?

    Ich stimme dir zu, dass radikale Porno-Zensur nicht die Lösung des Problems sein kann – wäre das Unerreichbare nicht umso begehrenswerter? Vor allem unter Jugendlichen, die sich mit einer Flut pornografischer/sexualisierter Bilder konfrontiert sehen, sollte der Umgang bzw. deren Einordnung näher gebracht werden. Das Internet ist Aufklärungsmedium; Dr. Sommer beantwortet längst nicht mehr alle Fragen und die Scham Eltern oder Freunde zu fragen wird durch einen Klick erspart. Wie du schon beschrieben hast, ist der pornografische Inhalt – speziell im heterosexuellen Männerporno – sehr kritikwürdig. Die Gefahr ist gross, dass Jugendliche, die diesen Inhalt ohne Anleitung nicht zu lesen wissen ggfs. in ihr eigenes Sexualleben übertragen. Doch wo soll man die Schnittstelle zwischen Repräsentation und realem Sex setzen? Kann man Sex und Porno überhaupt voneinander trennen? Wie viel Porno haben wir bereits verinnerlicht? Hierzu die Webseite eines Unternehmens, welches versucht Porno-Mythen zu entkräften: makelovenotporn.com/

  6. Verifiziert

    Roberto Simanowski

    am 26.07.2012, 14:10

    @ “wackelnde Bettdecke bei Youporn“ und „Flut pornografischer/sexualisierter Bilder“

    Es heisst, Facebook zensiere Bilder von stillenden Müttern, die zuviel Brust zeigen. Zumindest ist bekannt, dass der Apple Store keine Sex-Apps zulässt, nicht einmal als Witz. So wies Apple die BILD-App „Girl zum Schütteln“ (ein Striptease per Handy-Rütteln) ab, woraufhin sich BILD an den Zeitungsverlegerverband wandte und zum Kampf für die Pressefreiheit aufrief. Was soll man von dieser Politik der neuen... mehr@ “wackelnde Bettdecke bei Youporn“ und „Flut pornografischer/sexualisierter Bilder“

    Es heisst, Facebook zensiere Bilder von stillenden Müttern, die zuviel Brust zeigen. Zumindest ist bekannt, dass der Apple Store keine Sex-Apps zulässt, nicht einmal als Witz. So wies Apple die BILD-App „Girl zum Schütteln“ (ein Striptease per Handy-Rütteln) ab, woraufhin sich BILD an den Zeitungsverlegerverband wandte und zum Kampf für die Pressefreiheit aufrief. Was soll man von dieser Politik der neuen Global Player in Ökonomie und Kultur halten? Beifall klatschen, dass sie der nervenden Versexualisierung des Alltags mit dem Entscheidungsmonopol ihrer Technologie entgegentreten? Oder soll man (weil Apple und Facebook ihre Produkte ja vor allem deswegen jugendfrei halten, weil sie die Minderjährigen nicht als Kunden verlieren wollen) im Sexuellen/Pornografischen einen nötigen Protest gegen das radikale Konsummodell sehen und mit BILD auf die Strasse gehen?

  7. samesamebutbetter

    am 24.09.2012, 20:11

    Tenor der Jugendsexforschung: später, konservativer. bit.ly/QzNyAp

    Aufklärung. bit.ly/Q8BwAE - Generation P schon Schnee von gestern?

    Porno jenseits von Tauschbörsen so gut wie monopolisiert. bit.ly/V0ib57

  8. samesamebutbetter

    am 24.09.2012, 21:06

    Cindy Gallop (Makelovenotporn.com) 5min Talk inkl. interessante Kommentare. bit.ly/cRXW7E

  9. dodorondi

    am 20.11.2012, 11:15

    @ Anna Schillinger

    "Porn World" - "Real World" :D Porno Mythen die für viele Menschen in Verbindung mit "Sex" normal sind; traurig aber wahr!

    Beobachtet man die Entwicklung, kann man bald davon ausgehen das sich diese Differenzierung schon bald in Luft aufgelöst hat!
    Die Pornoindustrie boomt und Heutzutage hat jeder 12 jährige und mit der Pubertät startende Max Mustermann einen Internetanschluss ("der auch ganz sicher von den Eltern bestens überwacht wird"), mit dem er sich direkt all die... mehr@ Anna Schillinger

    "Porn World" - "Real World" :D Porno Mythen die für viele Menschen in Verbindung mit "Sex" normal sind; traurig aber wahr!

    Beobachtet man die Entwicklung, kann man bald davon ausgehen das sich diese Differenzierung schon bald in Luft aufgelöst hat!
    Die Pornoindustrie boomt und Heutzutage hat jeder 12 jährige und mit der Pubertät startende Max Mustermann einen Internetanschluss ("der auch ganz sicher von den Eltern bestens überwacht wird"), mit dem er sich direkt all die "HOW TO ..."-Videos direkt auf youporn anschauen kann. Nichts mit lernen, erforschen und experimentieren am unbekannten Körper "Frau".
    Es wird direkt Analsex, Gangbang, Fisting, SM und weiteres in den Köpfen geprägt.
    Wie soll so ein Junge ja in den nächsten 10 Jahren eine genaue Unterscheidung zwischen dem was in Erotikfilmen gezeigt wird, von dem Unterscheiden was Zuhause abläuft?; wenn Pornos Heutzutage sowas wie die "Lehrer des Sexes" sind und man sich die Sexuelle Basis auf "obszöne" Szenen aufbaut. Klar gilt das nicht für jeden; aber die grosse Leichtigkeit sich Heutzutage mit einem Click und das auch noch kostenlos und sogar auf dem Smartphone, Pornos anzusehen - hat das Grunddenken und Wissen über die Sexualität wie sie noch vor 10 Jahren war grundlegend verändert. Klar gab es auch schon vor 10-20 JahrenSM und Natursekt Fetischisten; diese aber nicht in so einer Blütezeit wie Momentan, bei der jeder an der Fantasie anderer teilnhemen kann und das mit ein Paar einfachen Clicks.
    Ich glaube wir haben bereits zu viel "Porno" verinnerlicht...

  10. dodorondi

    am 27.11.2012, 17:02

    „porn world“ – „real world“ , traurig, aber immer häufig auftretende Realität die sich beobachten lässt.

    Ich bin der Meinung wir haben in unserem Jahrzehnt schon viel zu viel Pornographie verinnerlicht; Tendenz weiter steigend. Schaut man sich Heutzutage den „Standard 15-Jährigen und mit der Pubertät beginnenden Max Mustermann“ an; so folgt dieser Junge Bursch dem schematischen Trend des „Aufklärungsclicks“ auf Erotikseiten im Netz. Nichts mit Sexualkunde in der Schule, Eltern fragen... mehr„porn world“ – „real world“ , traurig, aber immer häufig auftretende Realität die sich beobachten lässt.

    Ich bin der Meinung wir haben in unserem Jahrzehnt schon viel zu viel Pornographie verinnerlicht; Tendenz weiter steigend. Schaut man sich Heutzutage den „Standard 15-Jährigen und mit der Pubertät beginnenden Max Mustermann“ an; so folgt dieser Junge Bursch dem schematischen Trend des „Aufklärungsclicks“ auf Erotikseiten im Netz. Nichts mit Sexualkunde in der Schule, Eltern fragen oder das Erforschen des Unbekannten in langsamen Schritten. „Gang Bang“, „Analsex“ und „Doggystyle“ sind Begriffe mit dem die Jugend aufwächst (da überall präsent und auf vielen Seiten auch kostenlos) und mit dem die größere Menge was anfangen kann; Pornsites als Aufklärer der Neuzeit. Jugendliche absorbieren solches und können kaum noch eine Unterscheidung machen, wie es sie zum Beispiel vor 10 Jahren gab; bei dem die Sexuellen und eventuellen Perversen Fantasien und Vorlieben einzelner nur daheim praktiziert wurden. Ekelige „Natursektclips“ auf den Smartphones der Jugendlichen; Potenzsteigerungsmittel im Jungen Alter und damit verbunden der Potenzdruck beim Verkehr; Die Dauer des Verkehrs und natürlich die Länge des zweiten Gehirns eines Mannes. Sexuelle Werte und Muster die durch Pornografie beeinflusst werden und die Grenzen umsomehr unklarer werden lassen. Somit stimme ich der Zentralen These des Buches zu.

    Das „Was ist wie richtig?“, taucht immer mehr auf, da es immer mehr Untergeht.

    Ob diese Art der häufigen Selbstaufklärung die richtige ist, darüber lässt es sich streiten. Erzeugt wird dadurch ein immer „offeneres“, „neues“ Sexuelles denken das als Basis und Maßstab in Bezug auf die Sexualität verwendet wird, was den neuen Generationen viel zu leicht Geboten wird und viel zu schnell in die eigene Sexualwelt übertragen wird.