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Vocoder

28.10.2011, 15:12Uhr
Musikalisch-militärische Mensch-Maschine: der Vocoder.

 

Das Shift Festival präsentierte bis zum 30. Oktober «Of Birds and Wires – Stimmen unter Strom». Konzerte, Installationen, Vorträge: Das Festival für elektronische Künste rückte die menschliche Stimme und ihre Manipulation ins Zentrum seiner fünften Ausgabe. Ein Kenner auf diesem Gebiet ist der amerikanische Journalist Dave Tompkins, der ein Buch über die Geschichte des Vocoders geschrieben hat.

Diese Stimm-Manipulation wurde bereits Ende der 1920er-Jahre erfunden, stiess dabei vor allem bei den Geheimdiensten und Militärs auf Interesse: Im Zweiten Weltkrieg verwendete Winston Churchill einen Vocoder zur Codierung von Sprache. In der Popmusik wurde der Vocoder erst salonfähig, als die Geräte erschwinglicher wurden: In den 1970er-Jahren.   

Zum Start unseres Kultur-Blogs «Listomania» präsentieren wir an dieser Stelle sieben Songs, bei denen Stimm-Mutation zu einem Hauptcharakteristikum gehört.

 

1. Kraftwerk: «Autobahn» (1974)

Die deutsche Elektronik-Band Kraftwerk war experimentierfreudig, aber nicht stimmgewaltig. Was tun, wenn man dennoch mit Wörtern arbeiten möchte? Die Lösung fanden Kraftwerk in der Vocodertechnik. Nach ihrem Erfolg mit dem repetitiven Stück «Autobahn» verwendeten die Düsseldorfer den Vocoder exzessiv – die Roboter-Stimmen trugen dazu bei, dass Kraftwerk ihr Mensch-Maschinen-Konzept perfektionieren konnten.  



2. ELO: «Mr. Blue Sky» (1977)

Die britische Band Electric Light Orchestra sparte nicht an Effekten: «Der Vocoder war unsere Hauptmaschine», wird die Band in Dave Tompkins’ Buch zitiert. ELO schleusten nicht nur Stimmen durch den Vocoder sondern auch Instrumente. Und das auch live, was dazu führte, dass die Background-Sänger von ELO vor der darauffolgenden Tour das Handtuch warfen – weil sie bei den Proben festgestellt hatten, dass der Vocoder grundsätzlich ihren Job machte.



3. Styx: «Mr. Roboto» (1983)

Darüber scheiden sich die Geister: Für die einen ist «Mr. Roboto» der brillanteste Song, den Styx aus Chicago je veröffentlicht haben. Andere sehen darin ein progressiv-rockiges Ungetüm, das als Opener eines hanebüchenen Konzeptalbums diente. Meine Meinung: Diesen Song nicht so ernst nehmen, seien wir ehrlich, er ist ähnlich kurios wie manche Lieder der Sparks (remember «This Town Ain’t Big Enough For The Both Of Us»?!) Das repetitiv verwendete «Domo arigato Misuta Roboto» ist übrigens japanisch und heisst scheinbar «Vielen Dank, Herr Roboter». 


4. Afrika Bambaataa: «Planet Rock» (1982)

Irgendwie verrückt, die Vorstellung, dass erste Hip-Hop-Grössen wie Afrika Bambaataa bereits 54-jährig sind. Der New Yorker DJ mischte in den 1970er-Jahren Platten zusammen und brachte so die Kids in der Bronx zum tanzen. Auf offene Ohren stiessen dabei die reduzierten Instrumentalteile von Kraftwerk. Bambaataa mischte Passagen aus «Trans Europa Express» mit Vocoder-Stimmen zusammen und schuf so einen frühen Hip-Hop-Klassiker.

 

 

5. Air: «Sexy Boy» (1998)

Wer die 1990er-Jahre erlebt hat, wird sich an dieses starke Debütalbum erinnern: «Moon Safari» von Air machte den Easy Listening wieder salonfähig. Das Duo aus Versailles überraschte mit kosmisch guten Nummern, darunter auch «Sexy Boy».
Air rückten den leicht in Vergessenheit geratenen Vocodereffekt wieder ins kollektive Bewusstsein – und brachten ihn auch auf die Bühne. Bei ihrem ersten Schweizer Konzert, ich glaube es war 1998, auf jeden Fall im Freiburger Fri-Son, staunten Hunderte Schweizer Musikfans angesichts des Arsenals an Retro-Effektgeräten und Synthesizern, die Air live einsetzten.

 

 

6. Daft Punk: «Harder Better Faster Stronger» (2001)

Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem Christo – für solche Fälle gibt es Pseudonyme: Daft Punk. Wie Air stammt dieses Duo aus Frankreich, schaffte ebenfalls in den 90er-Jahren den internationalen Durchbruch. Allerdings weniger mit sphärischem Easy Listening und vielmehr mit pumpendem House. Daft Punk führten Kraftwerks Konzept von Mensch-Maschinen weiter: Sie verkleideten sich als Roboter und schleusten ihre Stimmen durch den Vocoder. Zudem haben sie immer wieder auch mit der Talk Box gearbeitet, einem artverwandten Gesangseffekt. 

 

 

7. Cher: «Believe» (1996)

Quasi das Kuckucksei in dieser Liste, denn Chers Stimm-Modulation wurde nicht mittels Vocoder erzeugt, sondern war auf ein neu entwickeltes Computer-Programm zurückzuführen: Auto-Tune. Diese automatische Tonhöhenkorrektur wird seither gerne und – meiner Meinung nach – übertrieben häufig in der Popmusik eingesetzt. Der Überraschungseffekt hat sich dadurch längst erschöpft.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

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