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Fahren (ohne zu testen)

13.08.2012, 11:27Uhr

Er hat Jahrgang 1994, ist in Mexico gebaut worden und hat mit seinen deutschen Vettern nur wenig gemeinsam: Vier Räder und fünf Türen, fünf Sitzplätze und einen Tank. Mein Golf, den ich in San Francisco (wo es sommers nie regnet) im November 2004 nur wenige Tage nach einer Motorrad-Fahrt für 1600 Dollar gekauft habe (weil ich auf einer Fahrt zu einem Interview bis auf die Knochen verregnet worden war). Ich kannte mich mit den amerikanischen Automodellen noch nicht aus, wollte aber was Kleines – und der Golf mit 190'000 Meilen auf dem Tacho war in verhältnismässig gutem Zustand.

Verhältnismässig insofern, als ich zuvor auf den einschlägigen Rubrikinserate-Websites wie Craigslist «Fahrzeuge» mit Beschreibungen wie «Leichter Unfallschaden: Steuerung nach rechts braucht etwas Kraft - alles in allem aber gut fahrbar» oder «beide Fronttüren fehlen, für Outdoor-Freaks wohl kein Problem» gesehen hatte. Und Cops auf der Strasse, die Lenker nach einer Verwarnung für irgendein kleines Vergehen in Kisten hatten weiterfahren lassen, für die es hierzulande wahrscheinlich eine Zwangsverschrottungs-Verordnung gibt.

Amerikaner mögen es nicht, wenn ihnen der Staat in irgendwas dreinredet, das ihn nach ihrer Meinung nichts angeht. Und dazu gehört, dass ich bitte selber bestimmen kann, ob die knarrende Lenkung meines Wagens ein Risiko darstellt.

Da ist Europa mit Typenprüfungen und technischen Kontrollen ein ganz anderes Pflaster – keine Modifizierung des Serienzustands, den Vater Staat nicht überprüfen will. Selbst die passgenau auf mein Auto hin gefertigte, mit Anbausatz und detaillierter Montageanleitung gelieferte Anhängerkupplung muss von den strengen Experten der MFK «abgenommen» werden. Auch dann, wenn ich sie von (staatlich geprüften und Lizenzierten) Mechanikern in der Werkstatt habe anbauen lassen. Ich muss das Fahrzeug ja sogar dann alle vier (oder im fortgeschrittenen Alter meines Golfs) alle zwei Jahre «vorführen» wenn ich nichts daran verändert habe. 

Sowas kennt man auch in Kalifornien. Allerdings dient es nicht der Sicherheit von Individuen, sondern jener der ganzen Gesellschaft - die einzige Domäne, in der sich Amerikaner zähneknirschend vom Staat dreinreden lassen. Der zweijährliche «Smog-Check» ist das Vorbild für unseren Abgastest. Er schützt die Umwelt. Jedenfalls ist das sein Zweck: Dass mein Golf auf 1000 Meilen gut und gerne einen Liter Getriebeöl verbrannte, war bei den Besuchen an einem der Vertrags-Checkpoints des «Department of Motor Vehicles» nie ein Problem. 

Und wenn die Bremsen nicht funktioniert hätten – der Tester hätte mir für meine 80 Dollar mein Papier und dem DMV die elektronische Bestätigung gegeben, dass mein Golf keine Gefahr für die Umwelt darstelle.

Eine Gefahr für andere? Ja, vielleicht. Aber hier liegt eine leichte Verschiebung der Prioritäten vor. Während in Europa allem vorgebeugt wird, was gefährlich sein könnte, gehen die Amerikaner zuerst einmal frisch fröhlich drauflos. Das ist Freiheit, Selbstverantwortung. Da braucht man keinen Staat.

Und wenn was schief geht? Nun, dafür gibt's gesetzliche Regelungen. Es ist nämlich nicht so, dass ich grundsätzlich mit defekten Bremsen fahren darf. Bloss werde ich erst zur Verantwortung gezogen, wenn etwas passiert ist. Vornehmlich auf dem zivilgerichtlichen Weg. Und wenn ich dann den Schaden bezahlen soll und es nicht kann, weil ich nur eine rudimentäre oder gar keine Haftpflichtversicherung habe, weil der Staat auch das nur ansatzweise kontrolliert, dann hat der Geschädigte zwar Recht, aber gleichzeitig auch Pech.

 

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