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Das Land der grossen Freiheit

21.06.2012, 10:58Uhr
Bettina Egli: Passwang: Ab durch Wiese (aber bitte erst, wenn sie gemäht ist).

Passwang: Ab durch Wiese (aber bitte erst, wenn sie gemäht ist). (Bild: Bettina Egli)

Man kann es sich als Zentraleuropäer fast nicht vorstellen: Strassen, die sich in unendlichen Weiten (am Horizont) verlieren. Von hier bis dort ausser der Strasse kein Anzeichen menschlicher Zivilisation. Auf den ersten rein touristischen Fahrten ist es eine Sensation, nach mehrfacher Wiederholung oder gar auf Zweck-Reisen (muss mal eben von San Francisco an die CES nach Las Vegas) wird es zur Gewissheit: Vor, hinter oder neben mir erstrecken sich Tausende von Meilen wilden Landes und wilder Landschaften. Das blosse Wissen darum, dass man zwei Tage im Auto unterwegs sein kann, ohne an irgendeine Art von Grenze oder Begrenzung zu stossen, sinkt langsam ins Bewusstsein ein und schafft dieses unerklärliche Freiheitsgefühl, das man gerne mit Amerika und wildem Westen verbindet.

Aber manchmal muss man zurückkommen, um zu erkennen, was man vorher nicht als Qualität seines Ursprungslandes gesehen hat. Das fängt beim öffentlichen Verkehr an, und es hört bei den unendlichen Weiten nicht auf.

Mit Freiheit haben diese Weiten nämlich herzlich wenig zu tun. Entlang der hunderte von Meilen langen Strasse prangt, ausser in den Nationalparks, meist beidseitig ein ebenso langer Zaun. Und daran findet man nicht selten Schilder des Inhalts «Kein Durchgang», «Privatbesitz», «Betreten auf eigene Gefahr» und «Auf Eindringlinge wird ohne Warnung geschossen».

Die meinen das ernst.

Die meinen das ernst.

Die Besitzer meinen, was sie schreiben. Jagen und Fischen, auch Klettern, Wandern und Biken ist ausschliesslich in den State- und National Parks und unbewirtschafteten Staatsländereien, «Wilderness» genannt,  möglich – und entsprechend überfüllt sind die Parks, wie der Yosemite in der Sierra Nevada, wo sommers die Touristen nur per Tropfenzähler eingelassen und verpflichtet werden, binnen sieben Tagen wieder zu gehen.

Wer dort als Schweizer unterwegs ist und die Massen an Kletterern, Wanderern, Bikern, Fischern, Fotografen und sonstigen Aktivitätshungrigen auf einem Haufen gesehen hat, muss als nächstes seinen Begriff von Nationalpark überdenken. In der Schweiz ist der Nationalpark ein Gelände, in dem die Tiere Ruhe haben und den Menschen fast alles ausser Wandern verboten ist. In den USA ist es genau umgekehrt.

Das ist mein Punkt: Die grösste Freiheit geniessen wir Schweizer (oder allenfalls sogar wir Europäer – so genau weiss ich das nicht). Denn während die Kalifornier aus ihren goldenen Hügeln ausgesperrt sind und sich nur in den Parks tummeln dürfen, haben wir das Recht, den Wald und die Wiesen nach (Wanderers) Lust und Laune zu durchqueren.

Das ist mir auf einer unserer jüngsten Biketouren durchs obere Baselbiet klargeworden, auch wenn das Recht auf Zutritt (ZGB Art. 699) wirklich nur ein solches auf -tritt ist und Mountainbikes nicht generell einschliesst: Jede Weide, jede abgemähte Wiese (für die genauen Bestimmungen, wann Kulturland nicht betreten werden darf, gibt's laut Experten kantonale Regeln) und jedenfalls der ganze Wald (abgesehen von Schutz- und Aufforstgebieten und dem Nationalpark) darf zu Fuss betreten werden. Egal, ob es Privatbesitz oder Eigentum einer Bürgergemeinde ist. Zur Absicherung des Zivilgesetzbuches steht es sogar nochmals ausdrücklich im Waldgesetz: Die Kantone haben dafür zu sorgen, dass der Wald zugänglich bleibt.

Nur die Ruine Farnsburg, die ist jetzt geschlossen. Aber die ist ja auch weder Wald noch Wiese, sondern Steinhaufen.

Gute Arbeit! Teilen und mehr lesen.

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USA, Freizeit, Raumplanung

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Reaktionen

  1. urbankuster

    am 1.08.2012, 12:19

    In unserem kleinräumig segmentierten und dicht bewohnten Land stossen umherstreifende Menschen rascher auf Hindernisse aller Art. Eine grössere Freiheit gibt es beispielsweise im weiträumigen Schweden. Dort gibt es von Alters her überliefert das "Almansrät", welches ZGB Art. 699 entsprechen dürfte.
    Steckt hinter diesen Unterschieden eine ganz andere Rechtsauffassung von Besitz respektive Landbesitz?

  1. Yves Schneider

    am 16.07.2012, 17:34

    Ja es ist zwar Faszinierend durchdas Land zu trampen, aber eben achtung, wenn Du hier Deinen Garten, Rasen mähst und anschliessend genüsslich ein wohlverdientes Bierchen trinks interessiertdas kein Mensch, in den USA begehst Du ja schon eine Straftat. Gehe mal zB. in Baltimore in ein Lokal und verlange ein Bier, ohne Essen keine Chance. Sicherlich gibt es noch viele solche Verbote, über die wir hier nur den Kopf schütteln können. Eben die sog. grosse Freiheit.

  2. urbankuster

    am 1.08.2012, 12:19

    In unserem kleinräumig segmentierten und dicht bewohnten Land stossen umherstreifende Menschen rascher auf Hindernisse aller Art. Eine grössere Freiheit gibt es beispielsweise im weiträumigen Schweden. Dort gibt es von Alters her überliefert das "Almansrät", welches ZGB Art. 699 entsprechen dürfte.
    Steckt hinter diesen Unterschieden eine ganz andere Rechtsauffassung von Besitz respektive Landbesitz?