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Exklusivität lässt Kassen klingeln

17.06.2012, 12:57Uhr
Keystone: Bodenkunst am Stand der Basler Galerie Nicolas Krupp an der Art Basel.

Bodenkunst am Stand der Basler Galerie Nicolas Krupp an der Art Basel. (Bild: Keystone)

Der letzte Tag der Art Basel geht zur Neige, und schon bevor er vorbei ist, zeigt sich überall Zufriedenheit mit ihrem Verlauf. Gut seien die Verkäufe gewesen, hört man von den Galeristen. Die Krise auf dem internationalen Finanzmarkt – sie kann dem Kunstmarkt noch immer nichts anhaben. Im Gegenteil, wer heute noch Geld hat, sucht dafür eine möglichst krisensichere Investment-Möglichkeit. Und Kunst gehört (zumindest in manchen Fällen) dazu. Höchstens der hohe Franken mag hier die Bilanz noch etwas trüben.

Das Augenmerk der Journalisten richtete sich 2012 jedoch nicht nur auf den Markt. Das neue System, das die Art Basel der Exklusivität zuliebe einführte, wirkte sich auch auf die schreibende Zunft aus. Und so kam es denn, dass Gespräche unter Journalisten nicht immer kritikfrei verliefen und ähnliche Worte auch in Artikeln zum Zuge kamen.

Die Art und die Stadt

Teils leicht verärgert klang es auf Basels Strassen. Man habe keine Vernissagekarte, hörte man hie und da. Tja, dann mache man halt etwas anderes am Mittwochabend, Auswahl gibts ja genug. Der Unterton solcher Aussagen war jedoch kein wohlgesinnter. Man reagiert in der Rheinstadt sensibel auf Veränderungen, die die Art Basel betreffen. Auch die UBS-Werbekampagne der beiden Art-Co-Direktoren Annette Schönholzer und Marc Spiegler stiess nicht überall auf positive Resonanz.

Spürbar war auf den Strassen Basels von der Art selbst ein weiteres Mal wenig. Vereinzelte Galeristen traf man zwar auch ausserhalb des Messegeländes an, doch der grösste Teil schottete sich an Privatanlässen ab. Auch den Weg an einige Satellitenmessen fand die Masse der Art-Besucher nicht. So hört man vor allem an den Ständen der Scope kritische Töne.

Die Stadt und Standortprobleme

Die Scope war in dieser Woche auch ein Thema in der Politik. Grossrätin Martina Bernasconi verlangt in einer Interpellation, dass die Stadt sowohl Scope wie auch der Voltashow dabei helfen solle, eine langfristige Lösung betreffend Standort zu finden, damit die beiden Messe nicht nach Zürich abwandern. Das Hafenareal im Klybeck wird für die Scope wohl wieder zum Thema werden, bei der Volta hingegen sieht man hier nicht wirklich eine Perspektive. Denn während die Scope ein Areal sucht, um ihr Zelt aufzustellen, benötigt die Volta eine Halle. Und diese ist auf der Klybeckinsel nicht zu finden.

Man darf sich natürlich fragen, ob es wirklich die Angelegenheit des Kantons ist, den beiden privaten Messen eine Lösung auf der Allmend zu präsentieren, wie das etwa die «Basler Zeitung» am Samstag in einem Kommentar verneinte. Gleichzeitig aber muss man davon abkommen, in den beiden Messen eine Konkurrenz zur Art Basel zu vermuten. Im Gegenteil: Die Satellitenmessen (und darunter schon lange nicht nur die Liste) tragen entscheidend dazu bei, dass der Kunstevent während der Art Basel sich über die ganze Stadt erstreckt. Die kleineren und volksnaheren Messen kompensieren dadurch auch ein wenig jenes Manko, das manche Bewohner darin sehen, dass sich die Art Basel zusehends exklusiver gibt.

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