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Säuerliche Stretch-Limo Cosmopolis

12.07.2012, 13:51Uhr
: Cosmopolis

Cosmopolis

David Cronenberg macht keine pflegeleichten Filme.  «Existenz» ist gerade deshalb Kult. «A History of Violence» bleibt eines seiner brilliantesten Statements. In «A Dangerous Method» hat er bewiesen, dass er Schauspielerinen sich auch bis auf s Blut blamieren lassen kann: Wie er dort Sara Knightley als Geliebte C.G.Jungs schäumen und knurren und geifern liess, zwang uns zum fremdschämen – um dieses hippe Wort hier mal zu verwenden. 

Was kriegen wir in «Cosmopolis» vorgesetzt? Fast zwei Stunden Aufenthalt in einer Stretch-Limousine. Der Eigner, Eric Packer, das dürfen wir seinem postdramatischen Erörterungen entnehmen, ist ein Big Shot: Geld machen, Geld haben, und Geld vermehren scheint sein Alltag. Während er durch die Welt fährt, die nur noch aus New York zu bestehen scheint, liegt rundum die Finanzwelt in Schieflage. What a Neuigkeit! 

Es scheint, als käme der Belzebub in unterschiedlichsten Erscheinungsformen bei Packer zu Besuch: Mal als Killer. Mal als Rapper, mal als Hure, mal als Geliebte, mal als Politaktivist dringt die Aussenwelt in die Innenwelt. Handlung ergibt das kaum, zumindest macht nicht vieles wirklich Sinn. Aber eines wird klar: Auf den Strassen ausserhalb der Stretch-Limousine ist der Teufel los. What a Neuigkeit! 

Entsprechend lang  - wie Packers Auto - wird uns die Zeit: Sehr lang. Als dann auch noch Juliette Binoche ihre Limo in der Limousine verschüttet, und mit verqueren finanzökonomischen Statements auf den Lippen zum coitalen Gewinnoptimieren ansetzt, sind wir wieder beim Fremdschämen angelangt. 

In dieser Kunstwelt ist nichts wirklich wirklich. Selbst die Menschen sind seit der Postmoderne etwas aus der Mode gekommen. Nur als das Urviech Paul Giamatti auf Leinwand loslegt, dürfen wir dann doch noch wenigstens einem Schauspieler dabei zuschauen, wie man auch aus den hohlsten Gedankengebäuden noch etwas Vernunftähnliches bastelt. 

De Lillos postmoderner Roman wäre in den Achzigerjahren ein geeigneter Brüllteppich für eine italienische Avantgarde-Truppe gewesen. Aber für den Film fehlt ihm eines: Die Affinität zu Bilderwelt, oder die Sprengkraft von sprachlichen Bildern: Eines was ihm eingefallen ist: «Ratten sind die neue Weltwährung»

Cronenberg Drehbuch wäre immerhin ein rätselvoller Hörfunk-Text für einen Pop-Kongress von  Verschwörungstheoretikern. Peter Schuschitzkys Bilder sind einem ultrahippen Neunzigerjahre Rap-Video entliehen. Wenn man sich schliesslich an den letzten Strohhalm filmischer Begeisterung klammern möchte – an die Schauspieler mit prominenten Namen, wer tritt einem entgegen? Twilight. Hat man erst einmal kapiert, dass das ja Pattinson ist, ist es bereits zu spät. Falls man wegen ihm in «Cosmopolis» gegangen ist, kriegt man jetzt die Überdosis. Einstellung für Einstellung, Schuss für Schuss, gibt es jetzt kein Entkommen mehr aus der Strech-Limo.

Pattinson muss zum guten Glück nur machen, was er kann, d.h. seine bessere Profilseite in die Kamera halten. Aber leider muss er auch sprechen, ganze Sätze sprechen, die, selbst wenn Peter Sloterdijk sie vor uns aufbauen würde, uns nicht ganz leicht zugänglich würden. Das klingt dann bei  Pattinson als Packer so, als würde Dieter Bohlen Elfriede Jelinek vorlesen: Laut für Laut ganz laut am Sinn vorbei.

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