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Gesagt ist gesagt (6)

22.05.2012, 10:58Uhr
REUTERS/Alexander Hassenstein: Das Leiden des Arjen Robben nach dem Champions-League-Final an der Seite seiner Ehefrau Bernadien Robben.

Das Leiden des Arjen Robben nach dem Champions-League-Final an der Seite seiner Ehefrau Bernadien Robben. (Bild: REUTERS/Alexander Hassenstein)

«Niemand braucht dieses Spiel. Die Bayern nicht und wir auch nicht. Diese Partie ist überflüssig.»

Das sagt Mark van Bommel, Captain der Holländer und Schwiegersohn von Bondscoach Bert van Marwijk. Heute, Dienstagabend, spielt der FC Bayern München gegen die Nationalmannschaft der Niederlande. In der Münchner Allianz Arena. Es ist eine Partie, die der Vergleich aus einem Streit der Bayern mit dem holländischen Fussballverband, dem Koninklijke Nederlandse Voetbal Bond ist. Von der WM 2010 war Arjen Robben, ausgerechnet er, mit einem Muskelriss zurückgekehrt, der ihn lange aus dem Rennen warf, und was die Münchner Clubgewaltigen mächtig aufregte.

Der Streitwert – Robbens Lohn bei den Bayern und was nicht sonst noch alles eingerechnet wurde zur Wiedergutmachung – soll bei rund drei Millionen Euro liegen. Einen Anteil trägt das live übertragende öffentlich-rechtliche Fernsehen (20.30 Uhr in der ARD) bei, dazu kommen die Einnahmen der Bayern aus dem Ticketverkauf. Doch der läuft so schleppend, dass der Club zu einer Massnahme griff, die er noch nie nötig hatte, seit die Arena 2005 eröffnet wurde und seither bei jedem(!) Spiel restlos ausverkauft war: Die Bayern halbieren die Eintrittspreise, und wer schon ein Billet erstanden hat, bekommt jetzt noch eins dazu geschenkt.

Die Frage ist nur: Will der demoralisierte Bayern-Anhänger diese Partie auch nur geschenkt haben? Wenn schon der Präsident Uli Hoeness in seinem tief sitzenden Frust sagt: «Wenn wir gegen Chelsea gewonnen hätten, wäre das ein schöner Saisonabschluss gewesen. Aber so...» Die «Süddeutsche Zeitung» (online nicht verfügbar) sieht den Kick weit oben in der «Hitliste der sinnlosesten Spiele der Fussballgeschichte», die Münchner «Abendzeitung» nennt ihn schlicht «Käse-Kick».

Einnahmengenerierungsshowspiel dahoam

Man kann sich einerseits lebhaft vorstellen, wie es um die Lust der Bayern-Spieler steht, und sich ganz nebenbei klarmachen, dass dieses Einnahmengenerierungsshowspiel «dahoam» zur Unzeit angesetzt wurde und niemand in die Vorbereitung der am 8. Juni beginnenden Euro in Polen/Ukraine passt. Und schon gar nicht in die Gemütsverfassung von Arjen Robben, der mit seinen verschossenen Elfmetern nun als Sündenbock bei den Fans der Vize-Bayern dasteht.

«Arjen ist fix und fertig», lässt Bondscoach van Marwijk vom Genfersee verlauten, wo sich die Holländer in Lausanne auf die Europameisterschaft vorbereiten, um Dienstagmittag mal schnell nach München zu jetten. Und er sagt: «Es ist vertraglich festgelegt, dass er spielen muss. Aber es steht nirgendwo, wie lange. Ich bin der einzige, der bestimmt, wann er reinkommt.» Na, das kann ja heiter werden.

Zum Kurzbericht über das Spiel geht es hier.

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