LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Basel

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Demo in Basel 

16.2.2017, 16:05 Uhr

UBS und CS wegen Öl-Pipeline unter Beschuss

16.2.2017, 16:05 Uhr

Die Beteiligung der Schweizer Grossbanken an der umstrittenen Dakota Access Pipeline, die durch das sechstgrösste Reservat nordamerikanischer Ureinwohner führen soll, sorgt für laute Kritik. Von Nicole Gisler

Reuters/Montage: Nils Fisch: Proteste bei der Standing Rock Indian Reservation im US-Bundesstaat North Dakota gegen die Dakota Access Pipeline: UBS und CS sind finanziell verstrickt.

Proteste bei der Standing Rock Indian Reservation im US-Bundesstaat North Dakota gegen die Dakota Access Pipeline: UBS und CS sind finanziell verstrickt. (Bild: Reuters/Montage: Nils Fisch)

Es war die Möglichkeit zu einer Wende im Drama rund um die Dakota Access Pipeline (DAPL): Im vergangenen Dezember teilte das US Army Corps of Engineers mit, dass es die Baubewilligung für den umstrittensten Abschnitt der Erdölpipeline durch das Gebiet des Standing Rock Sioux-Stammes in North Dakota nicht erteile, und veranlasste die Prüfung einer Alternativroute sowie eine Umweltverträglichkeitsanalyse.

Die milliardenteure Pipeline, die durch Fracking gewonnenes Öl von der kanadischen Grenze quer durch die USA transportieren soll, erreichte Bekanntheit durch zahlreiche Proteste von Indigenen, UmweltaktivistInnen und NGOs.

Trump erstickte die Hoffnungen im Keim

Doch die aufkeimende Hoffnung wurde im Keim erstickt. Ende Januar unterzeichnete Präsident Trump ein Dekret zur Fertigstellung der Pipeline, das vom US Army Corps of Engineers ohne vollzogene Prüfungen genehmigt wurde. «Das schnelle Bewilligungsverfahren steht in einem krassen Widerspruch mit der vorherigen Absicht der zuständigen Behörden», erklärt Roberto Lopez, Mitgründer von «Standing with Standing Rock – Basel».

Die Aktivistengruppe organisiert am Freitag zum zweiten Mal eine Protestaktion. Denn der Entscheid der neuen US-Regierung mache deutlich, dass von dieser Seite keine Hilfe mehr erwartet werden könne. «Ein Projektabbruch kann nur noch auf wirtschaftlichem Wege erfolgen», sagt Lopez.

Mit einer Aktion vor dem Basler UBS-Hauptsitz versucht die Aktivistengruppe deshalb, lokal Aufmerksamkeit zu erreichen. Denn: «Viele Personen in der Schweiz wissen zwar von den anhaltenden Protesten, jedoch sind nur wenige über den Zusammenhang des Projekts mit den Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse informiert.»

Schweizer Investitionen

Öffentlich zugänglichen Statistiken zufolge gewährten die UBS und die Credit Suisse drei von vier ins Pipeline-Projekt involvierten Firmen Kredite im Umfang von insgesamt rund 676 Millionen US-Dollar und halten an diesen ausserdem Aktienpakete im Wert von rund 1,5 Milliarden US-Dollar (Stand: 16. Februar).

Sebastian Kistner, Pressesprecher der CS, antwortete auf Anfrage der TagesWoche schriftlich: «Die Credit Suisse leistet keine Finanzierung für die Dakota Access Pipeline. Richtig ist, dass wir – wie zahlreiche andere Banken auch – Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen pflegen, die in den USA landesweite Öl- und Gasinfrastrukturen betreiben. (...) Kundennamen und damit verbundene Zahlen kommentieren wir grundsätzlich nicht.»

Die UBS verneint eine Beteiligung an der Projektfinanzierung ebenfalls: «Von Seite der UBS gibt es diesbezüglich nicht viel zu sagen. Wir sind nicht Teil derjenigen 17 Banken, die direkt in die Pipeline investieren», erklärt Mediensprecherin Lisa Kneubühler am Telefon.

Konsequente Niederländer und Norweger, stumme Schweizer

Dieselbe Argumentation benützt auch die niederländische Bank ABN AMRO. «ABN AMRO ist nicht involviert in die Finanzierung der Pipeline-Konstruktion», ist in einer Stellungnahme vom 2. Februar zu lesen. Allerdings konstatiert die Bank, finanzielle Beziehungen mit der Energy Transfer Equity (ETE) zu haben, und fordert von der Firma, sich für eine gewaltlose Lösung zwischen allen beteiligten Parteien, darunter auch der Stamm der Standing Rock Sioux, einzusetzen. ETE ist eine der drei Pipeline-Firmen, die auch von CS und UBS finanziell unterstützt wird.

Bezugnehmend auf den Grundsatz des Free Prior and Informed Consent (FPIC), wonach Projekte mit Auswirkungen auf indigene Gemeinschaften durch entsprechende Konsultationsverfahren abgesegnet werden müssen, schreibt die niederländische Bank weiter: «Falls eine solche Lösung nicht erreicht wird, wird die Geschäftsbeziehung als Konsequenz nicht weitergeführt. ABN AMRO wird keine neuen Geschäfte mit ETE unterhalten, bis die Situation sich geklärt hat und ein akzeptables Resultat erreicht wurde.»

Die Norwegische Bank (DNB) hat ihre Beteiligungen an Unternehmen, die sich an der DAPL beteiligen, bereits verkauft. «Eine Stellungnahme und öffentliche Verurteilung der Situation vor Ort sowie des Umgangs mit den Sioux wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung», sagt Julia Büsser von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV).

Ende Dezember übergab die Organisation der UBS und CS eine Petition, die laut eigenen Angaben von rund 6500 Personen unterzeichnet worden war. Diese fordert die beiden Banken neben einer klaren Stellungnahme dazu auf, zugunsten einer friedlichen Lösung Druck auf die beteiligten Firmen auszuüben und andernfalls die Kredite und Aktien zurückzuziehen, respektive zu verkaufen.

Auf eine Antwort wartet die GfbV seither vergeblich.

Eigene Richtlinien vs. Investitionsverhalten

«Die UBS ist im Gespräch mit verschiedensten NGOs, in Bezug zu Dakota kann ich jedoch keine konkreten Beispiele nennen», erklärt Mediensprecherin Lisa Kneubühler und verweist auf die von der UBS verfassten Richtlinien zu Umwelt- und Sozialrisiken.

Auf der dritten Seite steht da, die UBS werde «wissentlich keine Finanz- oder Beratungsdienstleistungen für Firmenkunden erbringen, deren primäre Geschäftstätigkeit oder geplante Transaktion gravierende ökologische oder gesellschaftliche Schäden nach sich zieht an (...) Rechten der indigenen Bevölkerung».

«Das sind blosse Lippenbekenntnisse», meint Julia Büsser von der GfbV zu den betreffenden Richtlinien und weist auf die Missachtung von Grund- und Menschenrechten vor Ort hin. So stellte ein Experte der Uno im vergangenen November grobe Menschenrechtsverletzungen bei den Protesten fest. Zudem veröffentlichte Reuters eine Analyse von Regierungsdaten, in der das Unternehmen Sunoco Logistics im Vergleich zu seinen Konkurrenten mit mehr als 200 Öllecks alleine seit 2010 die meisten Unfälle aufweist.

Dieser Pipelinebetreiber ist im Besitz des Pipeline-Haupteigentümers Energy Transfer Partners. Die beiden Firmen gehören zusammen mit der bereits erwähnten ETE zu den drei Firmen, die von der UBS und Credit Suisse finanziell unterstützt werden. Träte ein Ölleck in der Pipeline auf, die den Lake Oahe unterquert, so würde die Trinkwasserquelle der Bewohner des Standing-Rock-Reservats vernichtet.

__
Am Freitag, 17. Februar, organisiert die Organisation «Standing with Standing Rock – Basel» um 13.00 Uhr eine Protestaktion am UBS- Hauptsitz (Aeschenvorstadt 1). Die Aktion soll auf die prekäre Situation der Bevölkerung vor Ort sowie die Beteiligung der UBS und der CS am Projekt aufmerksam machen.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Nordamerika, Banken, USA, Umwelt & Natur, Finanzwirtschaft

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

US-Armee ebnet Weg für Ölpipeline Weiterlesen

Ein Knall mit Widerhall im Idyll Weiterlesen

Sioux kämpfen gegen die «Schwarze Schlange» Weiterlesen

Umstrittene Pipeline sucht andere Wege Weiterlesen

Festnahmen nach Zusammenstössen bei Protesten gegen US-Ölpipeline Weiterlesen

US-Regierung stoppt Arbeit an Pipeline nach Protest von Sioux Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Piet Westdijk

    am 16.02.2017, 21:20

    Danke für die klare Berichterstattung in einer Situation, wo die Schweizer Beteiligung offenbar unklar ist. Es wäre schön, wenn die Schweizer auch konsequent würden! Es wäre mal ein kleines Zeichen dafür, dass sich nicht alle Leute ab dem Trump erfreuen!

  2. Minister

    am 17.02.2017, 08:54

    Druck auf diese Banken ist wichtig. Sie sollen merken, dass die Macht des Geldes für "saubere" Projekte eingesetzt werden soll. Weissgeldstrategie und ethische und ökologische Prüfung von Projekten wären wichtig.

  3. Roland Steiner

    am 18.02.2017, 20:06

    Besonders anstössig ist die Routenänderung der Pipeline, die zuvor in Nähe der Stadt Bismarck verlaufen sollte. Erst nach Protesten der vorwiegend weissen Bevölkerung dort wegen Bedrohung ihrer Wasserversorgung wurde der Verlauf der Pipeline entlang des Indianer-Reservates der Sioux von Standing Rock umgeplant.
    Dasselbe Argument gegen den Verlauf der Pipeline gilt nur für die weisse Bevölkerung, nicht aber für die Sioux. ?

    1. Kol Simcha

      am 18.02.2017, 23:07

      "Trinkwasser" ist Trinkwasser. Also hört endlich auf so zu tun, als ob es Trinkwasser für Sioux und Trinkwasser für Weisse gäbe (das ist tatsächliche "geistige Apartheit").

      Seit kosequent: Kündigt eure Konten bei UBS, kündigt eure Konten bei CS

Informationen zum Artikel

16.2.2017, 16:05 Uhr

UBS und CS wegen Öl-Pipeline unter Beschuss

Text

Text: Nicole Gisler

  • 16.02.2017 um 16:05
    UBS und CS wegen Öl-Pipeline unter Beschuss

    Die Beteiligung der Schweizer Grossbanken an der umstrittenen Dakota Access Pipeline, die durch das sechstgrösste Reservat nordamerikanischer Ureinwohner führen soll, sorgt für laute Kritik.

  • 20.08.2016 um 04:50
    La Grassa – wo man abendfüllend über Rezepte diskutiert

    Unter Arkaden wandeln, deftig und doch bio essen und Utopien diskutieren – das alles bietet die oft übersehene Stadt in Norditalien.

  • 05.06.2016 um 05:00
    Eine Identität zum Ausprobieren

    Laura Bispuris Debütfilm «Vergine giurata», eine vielschichtige Geschichte über Identität, glänzt dank eindrucksreichen Bildern und einer wunderbaren Alba Rohrwacher in der Hauptrolle. Zu sehen ist er im Stadtkino Basel.

Aktuell

Hans-Jörg Walter : In der Nacht auf Samstag nahmen 20 Taxi-Chauffeure einzelne Uber-Fahrer in die Mangel – bis die Polizei einschritt. 
3

Taxifahrer vs. Uber 

Polizeieinsatz bei Aktion der Taxifahrer

Der Kampf der Basler Taxifahrer gegen UberPop erreicht einen hässlichen Tiefpunkt: In der Nacht auf Samstag gingen an der Heuwaage 20 Taxi-Chauffeure verbal auf einzelne Uber-Fahrer los. Die Polizei löste die «Aktion» auf und begab sich daraufhin auf die Suche nach mutmasslichen Uber-Fahrern.Von Ronja Beck. Weiterlesen3 Kommentare

Alexander Preobrajenski: Der Tellplatz ist Kulminationspunkt des Quartiers.
3

Inside Gundeli 

So erleben Bewohner den Wandel

Eine Studentin kämpft um ihre Wohnung, ein Pensionär ist auf der Suche, und ein Romantiker aus Langenthal mixt hier noble Cocktails. Sie alle nehmen den Wandel in ihrem Quartier wahr – aber alle etwas anders. Wir haben ihnen zugehört.Von Jeremias Schulthess und Ronja Beck. Weiterlesen3 Kommentare