LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Leben

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Zeitmaschine 

9.2.2017, 16:27 Uhr

Der Schirm: Metamorphosen eines Gebrauchsgegenstands

9.2.2017, 16:27 Uhr

Der Regenschirm entwickelte sich im letzten Jahrhundert zu einem Erfolgsmodell. Klimaerhitzung und Wetterwandel stellen ihn zunehmend vor Probleme – und könnten zu einer Renaissance des Sonnenschirms führen. Von

Jonathan Clark: Kreativ adaptiert: Am Anfang war der Sonnenschirm.

Kreativ adaptiert: Am Anfang war der Sonnenschirm. (Bild: Jonathan Clark)

Den meisten von uns hat er mehr als einmal gute Dienste erwiesen. Und doch ist seine Geschichte schlechter erforscht als das Leben der Roten Waldameise (Formica rufa). Ja, Sie ahnen es (oder auch nicht), die Rede ist vom Regenschirm (Umbrella communis utilis).

Da – wie angetönt – eine autoritative Studie fehlt, die uns bei unserer Beschäftigung mit dem Regenschirm als Referenzwerk dienen könnte, tun wir das, was man in solchen Fällen meist tut: Wir konsultieren die entsprechenden Seiten im Internet (Wikipedia et cetera). Dabei verziehen sich die Regenwolken zunächst einmal und machen Sonnenschein Platz. Denn der Regenschirm ist eigentlich ein verkappter Sonnenschirm. 

Ein Abkömmling des Sonnenschirms

Dies wird sofort klar, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass man früher in der Schweiz von «Parasol» sprach, wenn man den Regenschirm meinte. Dabei gab es so unterschiedliche dialektale Ausformungen wie «Beresol», «Barisool» und andere mehr.

In Liestal wurde daraus laut dem «Schweizerischen Idiotikon» «Parisool» beziehungsweise «Parisööl». Jedenfalls gab der Liestaler Walter Meier (1837–1901) zu Protokoll, ein Händler habe, «wo d Parisööl im Aafang vo däm Joorhundert uufchoo syy, vil rooti Parisööl vo Paris lo choo».

Parasol ist ein Lehnwort aus Frankreich, das offenbar aus dem sonnigen Süden – Italien oder Spanien – dorthin gelangt ist. In ihm sind zwei Komponenten zu einem neuen Begriff verschmolzen. Zum einen das Substantiv il sole beziehungsweise el sol (Sonne), zum andern entweder das italienische Verb parare (abwehren) oder die Präposition para im Sinne von «gegen». Sei dem, wie es wolle: Der Regenschirm ist ein Abkömmling des Sonnenschirms.

Der heute im Französischen für Regenschirm übliche Ausdruck Parapluie ist entsprechend aus der Vorsilbe para und dem Substantiv pluie (Regen) gebildet. 

Antike Ursprünge

Sonnenschirme waren schon in den alten Kulturen des Zweistromlands sowie in der griechischen und römischen Antike beliebt. Sie wurden über Potentatenhäupter gehalten oder spendeten der eleganten Dame Schatten, die sich durch ihren blassen Teint von der braun gebrannten Bauersfrau unterscheiden wollte.

Auch im fernen China war der Schirm seit alters her ein geschätzter Schutz. Zusammenfaltbare Modelle gibt es dort seit über 2000 Jahren. In Europa begann die Ära der Regenschirme im späten 17. Jahrhundert.

Ein Schreiben aus dem Jahr 800 könnte allerdings ein Beleg dafür sein, dass bei uns auch schon früher Regenschirme in Gebrauch waren. In einem Brief, den der gelehrte Abt Alkuin von Tours an Bischof Arno von Salzburg schrieb, lesen wir: «Ich sende dir ein Tentorium (ein Schutzdach? einen Schirm?), damit es von deinem verehrungswürdigen Haupte den Regen abhalte.»

Selbst wenn es sich um einen Schirm gehandelt haben sollte: Der übliche Regenschutz des Mittelalters war eine Art Kapuze. Das blieb noch lange so. In den ländlichen Gegenden des deutschsprachigen Raums setzte sich der Regenschirm erst im Laufe des 19. Jahrhunderts durch. 

Nicht für jedes Regenwetter

Bei leichtem Regen leistet der Regenschirm gute Dienste. Wenn es aber regnet und stürmt, kann es schon mal vorkommen, dass Windböen den Schirm umkehren oder dass die Hosenbeine nass werden.

Ängste, dass es einem wie dem kleinen Robert in Heinrich Hoffmanns «Struwwelpeter» gehen könnte («Seht, den Schirm erfasst der Wind und der Robert fliegt geschwind durch die Luft so hoch so weit. Niemand hört ihn, wenn er schreit.») sind allerdings unbegründet.

Mehr zu denken geben wird uns Regenschirmnutzern ein Wetterphänomen, dem Forscher der California State University auf die Spur gekommen sind. Das Fazit ihrer Untersuchung der Niederschläge im nördlichen Teil Eurasiens während der Jahre von 1966 bis 2000 gemäss NZZ: «Pro Jahrzehnt nahm der Niederschlag, der in Form von Schauern und Gewittern fiel, im untersuchten Zeitraum um 37 Liter je Quadratmeter und Jahr zu.» 

Sollte diese Entwicklung anhalten, dürfte künftig mancher den Regenschirm im Schirmständer lassen und sich stattdessen ins Gummizeug stürzen.

Gut möglich, dass andererseits an zunehmend heissen Sommertagen mit stechender Sonne wieder Sonnenschirme zu Ehren kommen.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Klimawandel, Wetter, Zeitmaschine

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Marianna Gnägi Vögtli

    am 10.02.2017, 13:45

    Guter Beitrag mit kleinem Schönheitsfehler: "Die Geschichte vom fliegenden Robert" wie alle andernGeschichten im "Struwwelpeter" auch, ist nicht von Wilhelm Busch, sondern vom Arzt Heinrich Hoffmann.

    1. Redaktionsmitglied

      Felix Michel

      am 11.02.2017, 16:46

      Liebe Frau Gnägi Vögtli,
      vielen Dank für die Anmerkung, ich habe den Artikel entsprechend korrigiert.
      Freundliche Grüsse
      Felix Michel

    2. AutorIn des Artikels

      Martin Stohler

      am 11.02.2017, 18:34

      Vielen Dank für die Richtigstellung. Da wandelte ich etwas zu sehr auf den Spuren von Hans Guckindieluft... Asche auf mein Haupt!

  2. Maya Eldorado

    am 11.02.2017, 21:37

    Meine Mutter benutzte sogar beim Velofahren den Schirm wenn es regnete. Ja, das ist schon lange her und nicht in der Stadt.
    Dann, als sie mich Velofahren lernte, brachte sie mir bei, dass man immer mit beiden Händen die Lenkstange halten muss, ausser beim Zeichen geben.
    Da konnte ich mir nicht verkneifen, als ich sie dann einhändig Velofahren sah in der anderen Hand den Schirm, ihr eins auszuwischen.
    "Du musst mit beiden Händen die Lenkstange halten!"
    Sie schaute mich darauf ganz böse an.

Informationen zum Artikel

9.2.2017, 16:27 Uhr

Der Schirm: Metamorphosen eines Gebrauchsgegenstands

Text

Text:

  • 24.05.2017 um 15:52
    Von Ruhu und anderen Buben

    Historische Lehrmittel veralten zwangsläufig. Man kann trotzdem etwas aus ihnen lernen.

  • 18.05.2017 um 04:50
    Junger Mann mit Hut

    Der Zuwanderer Herman Greulich war der erste Schweizer Arbeitersekretär und eine prägende Figur der Sozialdemokratie.

  • 11.05.2017 um 04:50
    Zwei Freunde gegen das Kapital

    In den 1840er-Jahren stecken Karl Marx und Friedrich Engels die Köpfe zusammen und verfassen das «Kommunistische Manifest». Der Film «Der junge Karl Marx» erzählt, wie es dazu kam.

  • 21.05.2017 um 19:38
    Zum Artikel: Der 25-Millionen-Ring war schlicht zu wenig sexy

    M Fischer bezieht sich auf die sprachlich ältere Fassung des Anfangssatzes von Dominique Spirgis Kommentar. Ich habe ihn inzwischen etwas "modernisiert". Der Korrektor.

  • 12.05.2017 um 09:04
    Zum Artikel: Zwei Freunde gegen das Kapital

    Ich denke, Marx und Engels haben die Triebkräfte der Geschichte etwas anders aufgefasst, als Kol Simcha das wähnt. Tönt eher etwas nach Bakunin.

  • 04.05.2017 um 10:07
    Zum Artikel: Die Geschichte des Basler Rathausturms

    Als Baselbieter (kein Ziefener Stohler) erschliessen sich mir halt die Eigenwilligkeiten der Basler Orthographie nicht immer...

Aktuell

Daniela Frutiger/freshfocus: ER macht den Unterschied: Matias Delgado (links) bringt den FCB im Cupfinal von Genf in der 47. Minute in Führung. Rechts Renato Steffen.
2

Schweizer Cup 

3:0 – der FCB knackt Sion

Der FC Basel war bereit für die letzte grosse Aufgabe der Saison: Matias Delgado, Adama Traoré und Michael Lang schiessen im Cupfinal nach der Pause die Tore zum klaren und verdienten 3:0-Sieg. Damit ist der vielbesungene Mythos des FC Sion nach 13 gewonnenen Finals gebrochen, und der FCB feiert nach dem 20. Meistertitel auch noch den zwölften Cupsieg seiner Clubgeschichte.Von Christoph Kieslich und Samuel Waldis. Weiterlesen2 Kommentare

Hans-Jörg Walter:

Schweizer Cup 

Alles zum Final zwischen Basel und Sion

Noch ein letztes Mal geht es für den FC Basel unter Trainer Urs Fischer auf dem Rasen um einen Titel. Gegner am Donnerstag im Stade de Genève (16 Uhr) ist der Mythos FC Sion. Hier lesen Sie nicht alles, aber vieles, was es vor dem Spiel an Wissenswertem gibt.Von Samuel Waldis. Weiterlesen

Keystone: ALS VORSCHAU AUF DEN SCHWEIZER CUPFINAL ZWISCHEN DEM FC SION UND DEM FC BASEL AM DONNERSTAG, 25. MAI 2017, IM STADE DE GENEVE IN GENF STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der FC Basel gewinnt den Cupfinal 1975 gegen den FC Winterthur und wird Schweizer Cupsieger. Der Basler Captain Karl Odermatt streckt den Pokal in die Hoehe, links von ihm stehen Wenger und Stohler, rechts Bundesrat Willi Ritschard und Hitzfeld, waehrend Demarmels (Nr. 4) und Tanner (Nr. 13) auf der Treppe warten, aufgenommen am 31. Maerz 1975 in Bern. (KEYSTONE/Str)

Schweizer Cup 

Weisch no? Die Galerie der Basler Cup-Siege

Wer hat die meisten Tore für den FC Basel in Endspielen um den Schweizer Cup erzielt? Und welcher Trainer hat sämtliche vier Finals, die er mit dem FCB erreicht hat, auch gewonnen? Ein kleiner Gang durch den Basler Teil der Cup-Geschichte und die Bilder von den elf Cup-Siegen.Von Christoph Kieslich und Keystone. Weiterlesen