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Energiewende 

3.5.2017, 04:50 Uhr

Das Windkraft-Fiasko auf dem Chall

3.5.2017, 04:50 Uhr

Seit sieben Jahren ist der Windpark nahe von Röschenz in Planung. Ob und wann gebaut wird, ist völlig offen. Der Streit um Windräder auf dem Chall zeigt, was bei der Energiewende schiefläuft. Von

Keystone: Windenergie aus luftiger Höh: Am Chall ist das noch Zukunftsmusik.(Symbolbild)

Windenergie aus luftiger Höh: Am Chall ist das noch Zukunftsmusik.(Symbolbild) (Bild: Keystone)

Ob ich mir das wirklich antun möchte, hat Remo Oser mich gefragt. «Klar», habe ich gesagt und sollte es später bereuen.

Es ist ein Tag Ende April, auf dem Chall nahe Röschenz liegt Schnee. Hier will ich herausfinden, warum die Schweiz bei der Energiewende nicht mitzieht. Zumindest nicht bei der Windkraft, die den Wechsel zu sauberem Strom am sichtbarsten zeigt. 

Deutschland und China pumpen Milliarden in den Bau von Windanlagen. In den meisten europäischen Ländern boomt die Windenergie. Selbst Bulgarien und Rumänien investieren ein Vielfaches mehr in Windräder als die reiche Schweiz (mehr dazu hier). 

Erkenntnisse auf dem Challhöhenweg

Warum ist das so? Eine Antwort weiss der Gemeindepräsident von Röschenz, Remo Oser. Es liege an der Mitwirkung der Bevölkerung, sagt er, während er sein Hybrid-Auto auf die Hauptstrasse gen Chall steuert. «In Frankreich stellst du ein Windrad in zwei Jahren auf, in der Schweiz können die Bürger mitentscheiden. Das dauert seine Zeit, aber es ist bestimmt besser so.»

Der 47-Jährige ist nicht nur Gemeindepräsident. Er ist Energiewende-Enthusiast. Als Mitbegründer des Forums Erneuerbare Energien Laufental setzt er sich seit sieben Jahren dafür ein, dass auf der Anhöhe neben seinem Dorf Windräder gebaut werden. Als Gemeindepräsident sei es ihm wichtig, dass die Röschenzer Einwohner «sachlich fundiert über das Projekt abstimmen können».

Er und die Gemeinde profitieren vom Windpark nicht direkt. Die Burgerkorporation – der Zusammenschluss einiger Röschenzer Ureinwohner – besitzt das Land, auf dem eines Tages Windräder stehen sollen. Sie würde einen Pachtzins dafür erhalten.

Remo Oser auf dem Challhöhenweg.

Remo Oser auf dem Challhöhenweg. (Bild: Jeremias Schulthess)

Oser fährt von der Strasse ab und hält den Wagen auf einem Schotterweglein. Von hier aus stapfen wir zu Fuss durch den Schnee. Um uns gibt es nichts als Wald, ein paar geschlagene Bäume, Vogelgezwitscher.

Früher Atommüll, heute Windkraft

Der Widerstand war gross, als die Windkraftpläne 2010 bekannt wurden. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Röschenzer für ihren Chall einsetzen. In den 1980er-Jahren gab es bereits Widerstand – damals gegen ein Atommüll-Endlager.

Früher gegen Atommüll, heute gegen Windkraft – so will es die Ironie der Röschenzer Geschichte.

Das Gesicht der Windkraft-Gegner ist der 74-jährige Hobbypilot Marx Mamie. Als er erfuhr, dass der Basler Stromerzeuger IWB Windräder auf dem Chall bauen will, sei er dreimal in der Woche mit dem Velo hochgefahren und habe geschaut, ob da überhaupt Wind weht. Dann habe er gefunden: «Spinnen die eigentlich? Dort zieht es gar nicht!» 

Mamie gründete daraufhin den Verein «wind-still» und bekämpfte die Windräder – «bis aufs Blut», wie er einmal zur «Solothurner Zeitung» sagte.

Windmessung und absurde Beschwerden

Für seinen Verein fand er bald über 100 Mitglieder, die sich wo immer möglich gegen die Windräder engagierten. Zum Beispiel indem sie 23 gleichlautende Beschwerden  einreichten gegen eine Anlage, mit der die Windverhältnisse auf dem Chall gemessen werden sollten.

«Absurd», findet das Remo Oser. Eine Beschwerde sei aus Roggenburg bekommen, das zehn Kilometer Luftlinie vom Chall entfernt liegt. «Zuerst sagen die Gegner: Messt doch, es gibt sowieso keinen Wind! Und dann wollen sie verhindern, dass gemessen wird.»

Die Messanlage durfte trotz Beschwerden für ein Jahr auf dem Chall stehen. Die IWB sprachen danach von guten Windbedingungen auf dem Chall. Mamie wetterte trotzdem weiter. Oser fand, «wind-still» müsse jetzt seinen Namen ändern.

20 tote Vögel pro Jahr

Eines der gängigen Argumente gegen Windkraft lautet: Wo Windräder stehen, sterben Vögel – etwa 20 pro Turbine und Jahr, das ergab eine Studie des Bundes, die kürzlich erschien.

Oser sagt, man müsse die Relationen sehen: «Jede durchschnittlich trainierte Hauskatze vertilgt etwa so viele Vögel wie eine Windturbine!» Wer die Vogelwelt schützen wolle, der müsse sich für Wind- und Solarenergie einsetzen, weil fossile Brennstoffe einen Grossteil der Vogelarten bedrohe.

Für Mamie ist der Vogelschlag nicht der zentrale Kritikpunkt. Er meint, die Turbinen würden Vibrationen erzeugen, die Mensch und Tier schaden würden. Es gebe Kühe, die aufgrund dieses Infraschalls weniger Milch gäben. Und Menschen, die davon Depressionen kriegten.

Verunsichern und verhindern

In Internetforen wie windwahn.de wimmelt es von solchen Theorien. Wissenschaftlich belegt ist keine davon. Bei den Leuten, die wenig über Windräder wissen, würden die Theorien aber verfangen, sagt Oser. «Die Strategie der Gegner ist es, die Leute zu verunsichern und diffuse Ängste zu schüren.»

Das Thema Windkraft weckt Emotionen. Dabei sind die Windräder, dort wo sie bereits stehen, gar kein Problem. Im Gegenteil: Die Anwohner von Windparks sind eher dafür, die Windenergie auszubauen. Das ergab eine Befragung der Universität St. Gallen.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 besagt, dass Anwohner, die im Umkreis von fünf Kilometern zu einer Windanlage wohnen, kaum Einwände gegen diese haben. Annähernd 80 Prozent der Befragten äusserten sich positiv zu den Windrädern.

Der Weg ist mit Schnee bedeckt.

Der Weg zum Chall ist mit Schnee bedeckt. (Bild: Jeremias Schulthess)

Wohl meldeten 4,5 Prozent der Befragten Stresssymptome oder Schlafprobleme. Das sei meist auf «mehrere ungünstige Faktoren» wie Lärm- oder Lichtempfindlichkeiten zurückzuführen, urteilen die Studien-Autoren.

Laut der Studie setzen sich die Windkraftgegner, die eine Minderheit sind, häufiger politisch ein als die Befürworter.

Ämter-Wirrwarr

Wer verstehen will, warum ein Ende der Planung am Chall nach sieben Jahren noch nicht in Sicht ist, muss sich auch über die Ämter ein Bild machen, die das Projekt betreuen.

Weil der Chall auf der Kantonsgrenze zwischen Baselland und Solothurn liegt, sind zwei Kantone involviert. Dazu kommen drei Gemeinden, die einzeln darüber befinden müssen, sowie der Bund.

Beim Kanton Baselland ist das Projekt bereits durch. Der Kanton hat seinen Richtplan 2015 angepasst, so dass auf dem Chall gebaut werden kann. Die Genehmigung des Kantons Solothurn steht noch aus. 2011, just nachdem das IWB-Projekt spruchreif war, hat der Kanton seinen Richtplan angepasst.

Doppelspurigkeiten bei Prüfung

Mit der Energiestrategie 2050, über die am 21. Mai abgestimmt wird, sollen die Bewilligungsverfahren bei den Kantonen beschleunigt werden. Erneuerbaren Energien soll ein nationales Interesse zukommen. Windkraftgegner hätten damit schlechtere Karten, wenn ein Gericht über eine Beschwerde urteilt. Ausserdem soll der Förderfonds für erneuerbare Energien (KEV) erhöht werden. Damit können in Zukunft mehr Windräder gebaut werden. Um die Ziele der Energiestrategie zu erreichen, müssten in der Schweiz etwa 1000 Windräder gebaut werden.

Man würde den Richtplan nicht alle paar Jahre anpassen, heisst es in Solothurn auf Anfrage. Man sei im Moment jedoch daran, zu prüfen, ob die Windräder auf dem Chall gebaut werden könnten.

Die Kantonsangestellten klären ab, ob im Wald gerodet werden darf und was das Bundesamt für Zivilluftfahrt zu allfälligen Windrädern sagt – alles, was der Kanton Baselland für den Standort bereits prüfte, passiert nun in Solothurn mehrere Jahre später.

Möglich, dass Solothurn noch dieses Jahr grünes Licht gibt, möglich auch, dass sich das Verfahren noch Jahre hinzieht – keiner weiss das so genau.

Erst der Anfang

Und die Richtplananpassung ist nur der Anfang. Danach muss eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden und die Gemeinden müssen noch ihren Zonenplan anpassen. Die Röschenzer stimmen dann darüber ab, ob sie das Gebiet für Windenergie freigeben wollen oder nicht. Danach erst können die IWB ein Baugesuch einreichen, das wiederum den Verein wind-still wieder auf den Plan rufen dürfte.

Offen ist auch, ob die IWB in zwei, drei oder vier Jahren immer noch am Chall interessiert sind. Mediensprecher Erik Rummer äussert sich dazu nicht konkret. Man sei «zuversichtlich, dass die raumplanerischen Voraussetzungen im Kanton Solothurn geschaffen werden», schreibt er.

Glaube nicht verloren

Nach einer halben Stunde bin ich mit Remo Oser am Ort angelangt, wo der Windpark dereinst stehen könnte. Die Schuhe sind nass, zu sehen gibt es nichts. «Man kann noch nicht sagen, wo die einzelnen Windräder zu stehen kommen.»

Auf dem Rückweg erklärt Oser: «Es ist einfach so: Je länger man an einem Projekt plant, desto mehr Zeit hat man, das Projekt zu kritisieren.» Oser glaubt fest daran, dass die Windräder noch gebaut werden. Darum tut er sich den mühsamen Kampf für die Windenergie an.

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Kol Simcha

    am 3.05.2017, 14:04

    «Ehre» wem Ehre gebührt: Ich empfehle trotzdem sich die Zeit zu nehmen, und sich eine Übersicht über die Argumente der Gegner zu verschaffen:

    www.wind-still.ch/immissionen_gesundheit.html

    Nicht jeder ist ein Dorftrottel, nur weil der Zeitgeist weht.

  2. Juerg Thuering

    am 3.05.2017, 15:39

    Neben den Argumenten betreffend Immissionen erscheinen mir die grundsätzlichen Probleme der Windenergie, und ganz allgemein der Erneuerbaren immer wieder übersehen zu werden: Zu wenig effizient, zu wenig planbar da nicht speicherbar, energetisch uninteressant wegen vergleichsweise riesigem Aufwand an grauer Energie.
    Auch hier braucht man nicht weit zu suchen sondern findet sie auf der im Artikel genannten Seite:
    www.wind-still.ch/effizienz_oekonomie.html

    Und bevor hier jemand "Fake... mehrNeben den Argumenten betreffend Immissionen erscheinen mir die grundsätzlichen Probleme der Windenergie, und ganz allgemein der Erneuerbaren immer wieder übersehen zu werden: Zu wenig effizient, zu wenig planbar da nicht speicherbar, energetisch uninteressant wegen vergleichsweise riesigem Aufwand an grauer Energie.
    Auch hier braucht man nicht weit zu suchen sondern findet sie auf der im Artikel genannten Seite:
    www.wind-still.ch/effizienz_oekonomie.html

    Und bevor hier jemand "Fake news" ruft: Ich bin Elektroingenieur und kann die genanten Angaben durchaus nachvollziehen...

    1. M Cesna

      am 3.05.2017, 22:39

      @ Hr. Thuering
      Der Link unter treibt die Strom bestehen gelösten der AKWs aber ziemlich gehörig. Da durften die Entsorgungskosten der Brennstäbe irgendwie verloren gegangen sein. Auch der Abriss eines alten AKWs dürfte darin noch fehlen.
      Eventuell kann man über den Daumen gepeilt die Waldgebiete mal sich genauer ansehen, die schon der Sturm "Lothar" gut verwüstet hat.
      Dann finden sich in der Windkarte doch diverse exponierte Alpen spitzen, die sich auch noch eignen könnten. Das Problem... mehr@ Hr. Thuering
      Der Link unter treibt die Strom bestehen gelösten der AKWs aber ziemlich gehörig. Da durften die Entsorgungskosten der Brennstäbe irgendwie verloren gegangen sein. Auch der Abriss eines alten AKWs dürfte darin noch fehlen.
      Eventuell kann man über den Daumen gepeilt die Waldgebiete mal sich genauer ansehen, die schon der Sturm "Lothar" gut verwüstet hat.
      Dann finden sich in der Windkarte doch diverse exponierte Alpen spitzen, die sich auch noch eignen könnten. Das Problem könnte sein, dass Westwindlagen häufiger sind als Föhnlagen.

    2. Stefan Heimers

      am 4.05.2017, 08:01

      Das mit der grauen Energie ist ein Märchen, das immer wieder kommt. Ein Solarpanel ist nach ca. 1.5 Jahren amortisiert. Während seiner Lebensdauer produziert es mehr als 10 mal so viel Energie, wie es bei der Produktion brauchte. www.eb-region-winterthur.ch/graue-energie-von-pv-modulen/

    3. Stefan Heimers

      am 4.05.2017, 08:23

      Den Solarstrom braucht man übrigens gar nicht zu speichern. Die Produktion übersteigt den Bedarf nicht und kommt zudem während der Verbrauchsspitze über Mittag. Realistisch gesehen reduziert Solarstrom sogar den Speicherbedarf, und auch die Netzverluste, da er dezentral in der Nähe der Verbraucher eingespiesen wird. Ganz im Gegensatz dazu der Strom aus Kernkraftwerken. Der kommt zur Hälfte nachts, muss dann in Pumpspeicherkraftwerken zwischengespeichert werden um ihn am Tag wieder zu... mehrDen Solarstrom braucht man übrigens gar nicht zu speichern. Die Produktion übersteigt den Bedarf nicht und kommt zudem während der Verbrauchsspitze über Mittag. Realistisch gesehen reduziert Solarstrom sogar den Speicherbedarf, und auch die Netzverluste, da er dezentral in der Nähe der Verbraucher eingespiesen wird. Ganz im Gegensatz dazu der Strom aus Kernkraftwerken. Der kommt zur Hälfte nachts, muss dann in Pumpspeicherkraftwerken zwischengespeichert werden um ihn am Tag wieder zu verkaufen. Das gibt Verluste sowohl im Kraftwerk als auch beim weiten Transport über Hochspannungsleitungen.

    4. Stefan Heimers

      am 4.05.2017, 08:34

      Entschuldigung, ich habe wohl das Thema verfehlt, hier geht es ja um Wind, nicht Solar. Allerdings sieht es auch da wesentlich besser aus als uns Juerg Thuering einreden will. Sogar noch besser als bei der Photovoltaik. Erntefaktor 30 - 50. Also wird ein vielfaches der aufgewendeten Energie als Strom zurückgegeben. de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor#Windkraftanlagen

    5. s chröttli

      am 5.05.2017, 11:42

      @thuering
      Sie präsentieren jetzt bitte augenblicklich die perfekte lösung für die ENDLAGERUNG sämtlicher glimmstengel!
      die graue energie der akw’s ist diesbezüglich schier unermesslich.
      und indem Sie Ihre propagandalüge hier endlos erneuerbar und nachwachsend präsentieren, machen Sie die aussage leider auch nicht wahrer.

      die kernenergie ist in ihrem gesamtcharakter nicht nur tief grau – sie ist sogar grauenhaft.
      nur wird die energie-relevante frage des rückbaus/der korrekten! stilllegung... mehr@thuering
      Sie präsentieren jetzt bitte augenblicklich die perfekte lösung für die ENDLAGERUNG sämtlicher glimmstengel!
      die graue energie der akw’s ist diesbezüglich schier unermesslich.
      und indem Sie Ihre propagandalüge hier endlos erneuerbar und nachwachsend präsentieren, machen Sie die aussage leider auch nicht wahrer.

      die kernenergie ist in ihrem gesamtcharakter nicht nur tief grau – sie ist sogar grauenhaft.
      nur wird die energie-relevante frage des rückbaus/der korrekten! stilllegung von der diskussion durch die atomlobby perfekt abgespalten:
      nomen est omen

      eines tages werden die chinesen die adäquate technologie entwickeln – den recyklierenden, dezentralen langsamen endbrüter (gefüttert mit den ca 50millionen glimmstengeln) – bis dahin: bitte in anstand (und unverstand) schweigen.

    6. Juerg Thuering

      am 5.05.2017, 11:23

      @M Cesna
      In Zusammenhang mit AKW von grauer Energie zu reden ist ein schlechter Witz. Das ist das letzte Problem was die Kernenergie hat. Der Energieertag ist derart gewaltig, dass graue Energie schlicht kaum ins Gewicht fällt.

      @Stefan Heimers
      Sie operieren mit Zahlen von Interessengruppen und Befürwortern. Ich habe meine Informationen weder von Befürwortern noch Gegnern, sondern ich habe eben einmal selber nachgerechnet, was mir als Ingenieur nicht wirklich schwer fällt. Und ich habe... mehr@M Cesna
      In Zusammenhang mit AKW von grauer Energie zu reden ist ein schlechter Witz. Das ist das letzte Problem was die Kernenergie hat. Der Energieertag ist derart gewaltig, dass graue Energie schlicht kaum ins Gewicht fällt.

      @Stefan Heimers
      Sie operieren mit Zahlen von Interessengruppen und Befürwortern. Ich habe meine Informationen weder von Befürwortern noch Gegnern, sondern ich habe eben einmal selber nachgerechnet, was mir als Ingenieur nicht wirklich schwer fällt. Und ich habe meine Resultate mit anderen Quellen wie zum Beispiel universitären Studien verglichen.
      Wenn man ein nacktes Solarpanel mit einer Kartonkiste unterstellt auf den Rasen stellt und alles was dahinter kommt vergisst, dann stimmen ihre knapp zwei Jahre Amortisation. Aber es kommt noch eine Unterkonstruktion dazu, viel Kabel mit relativ grossem Querschnitt, Umrichter, Batterien und so weiter. Und dann ist man eher bei 5 Jahren Betrieb bis sich die Sache energetisch zurückgezahlt hat.
      Und die Stromkosten liegen subventionsbereinigt um einen Faktor 4-5 höher.

      Was die Speicherbarkeit angeht: Sie behaupten, dass Solarstrom nicht gespeichert werden muss. Gehen Sie denn bei Sonnenuntergang ins Bett? Oder müssen Sie nicht doch eher noch irgendwoher Strom beziehen? Zum Beispiel Strom der am Mittag (bei vielleicht scheinender Sonne) gespeichert worden ist?
      Kommt dazu, dass Speichermöglichkeit entscheidend ist für die Stabilität eines Versorgungsnetzes. Man kann nicht einfach nur unkoordiniert einspeisen (aber das zu erklären geht jetzt zu weit, Google kann helfen)

    7. Stefan Heimers

      am 5.05.2017, 15:46

      @Juerg Thuering: Den Grossteil der Elektrizität werden wir auch in Zukunft aus der Wasserkraft beziehen. Ich werde also keineswegs nachts im Dunkeln sitzen. Tatsache ist aber, dass der Stromverbrauch am Tag wesentlich höher ist als nachts. Und genau da hilft die Solarenergie, ohne Speicherbedarf. Allenfalls für ein paar Tage Schlechtwetter kann man die bereits bestehenden Speicherkraftwerke (Stauseen) verwenden. Sind Sie wirklich Ingenieur und warum fragen Sie so naiv?

  3. Marco Bernardi

    am 3.05.2017, 22:27

    Gerade heute gab es ein Interview im deutschen Radio (NDR Info) mit bdem Medienwissenschaftler Norbert Bolz.
    Er fordert eine strickte Trennung von Information und Meinung. Recht hat er!
    In diesem Beitrag findet diese Trennung leider nicht statt.
    Abgesehen von offensichtlichem Blödsinn:
    "Oser sagt, man müsse die Relationen sehen: «Jede durchschnittlich trainierte Hauskatze vertilgt etwa so viele Vögel wie eine Windturbine!»" - Wer hat schon einmal eine Katze einen Rotmilan, einen Seeadler... mehrGerade heute gab es ein Interview im deutschen Radio (NDR Info) mit bdem Medienwissenschaftler Norbert Bolz.
    Er fordert eine strickte Trennung von Information und Meinung. Recht hat er!
    In diesem Beitrag findet diese Trennung leider nicht statt.
    Abgesehen von offensichtlichem Blödsinn:
    "Oser sagt, man müsse die Relationen sehen: «Jede durchschnittlich trainierte Hauskatze vertilgt etwa so viele Vögel wie eine Windturbine!»" - Wer hat schon einmal eine Katze einen Rotmilan, einen Seeadler oder eine Kornweihe töten sehen?,
    wird vom Autor ohne erkennbare Recherche behauptet, dass auf www.windwahn.de (oder aktueller www.windwahn.com) verwurbelte Theorien verbreitet werden.
    Herr Schulthess kann gerne einmal mit Dr. Salt von der Washington University in St. Louis, einem der führenden Otologen weltweit unterhalten, oder mit der NASA, oder sich die die Studie über die toxische Wirkung von Infraschall auf das Immunsystem knien.
    Bei seinem medizinischen Wissen, wird er diese Studien ohne Probleme ad absurdum führen können.

    1. AutorIn des Artikels

      Jeremias Schulthess

      am 4.05.2017, 10:25

      Sie erwähnen, Katzen würden keinen Rotmilan oder Seeadler reissen. Da stimme ich Ihnen zu. Aber warum sind diese Vogelarten höher zu gewichten als beispielsweise kleinere Arten, deren Bestände bedroht sind? Katzen können «zum Erlöschen lokaler Populationen führen», schreibt die schweizerische Vogelwarte (hier: www.vogelwarte.ch/de/voegel/ratgeber/gefahren-fuer-voegel/katzen-und-voegel.html).

    2. Fabienne Moerik

      am 8.05.2017, 10:03

      Es ist nicht nur für Katzen sondern ganz allgemein sehr schwierig, in der Schweiz einen Seeadler auch nur schon zu sichten.

Informationen zum Artikel

3.5.2017, 04:50 Uhr

Das Windkraft-Fiasko auf dem Chall

Text

Text:

  • 04.05.2017 um 10:26
    Zum Artikel: Das Windkraft-Fiasko auf dem Chall

    Merci für den Input. Was Sie erwähnen, ist eigentlich recht gut durch die Befragung der Uni St. Gallen abgedeckt. Dort wurden annähernd 500 Personen befragt, die im Umkreis von 5 km von einem Windpark wohnen. Einige Kernaussagen werden im Artikel erwä...

  • 04.05.2017 um 10:25
    Zum Artikel: Das Windkraft-Fiasko auf dem Chall

    Sie erwähnen, Katzen würden keinen Rotmilan oder Seeadler reissen. Da stimme ich Ihnen zu. Aber warum sind diese Vogelarten höher zu gewichten als beispielsweise kleinere Arten, deren Bestände bedroht sind? Katzen können «zum Erlöschen lokaler Populati...

  • 20.04.2017 um 10:37
    Zum Artikel: 7 Alternativen zur Meisterfeier auf dem Barfi

    Wohl wahr. Aber ich darf Sie in ebensolcher Besserwisser-Manier belehren: Die "spontane" Feier wäre am Sonntag, die offizielle jedoch an einem Freitag oder Samstag.

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