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FC Basel 

19.4.2017, 04:50 Uhr

Eine provisorische Verabredung auf dem Barfi für Sonntag nach halb vier

19.4.2017, 04:50 Uhr

Dank der gütigen Mithilfe der Young Boys rückt der Moment der 20. Meisterschaft für den FC Basel immer näher. Holt der FCB am Samstagabend gegen Vaduz drei Punkte und gewinnt YB tags darauf nicht gegen Lugano, dann sind die Basler am Sonntagnachmittag gegen 15.30 Uhr nicht mehr einzuholen. Was dann passiert, darüber will der FC Basel im Laufe der Woche Bescheid geben. Von

Nils Fisch/Collage: Trägt er seinen Teil mit einem Heimsieg gegen Vaduz bei und gewinnt YB am Tag darauf nicht gegen Lugano, ist der Sack zu – dann ist der FC Basel zum 20. Mal Meister, und das so früh wie nie eine Schweizer Mannschaft zuvor.  

Trägt er seinen Teil mit einem Heimsieg gegen Vaduz bei und gewinnt YB am Tag darauf nicht gegen Lugano, ist der Sack zu – dann ist der FC Basel zum 20. Mal Meister, und das so früh wie nie eine Schweizer Mannschaft zuvor.   (Bild: Nils Fisch/Collage)

Eine Saison in der Super League, die an Eintönigkeit und Eindeutigkeit nur noch schwer zu übertreffen (oder je nach Sichtweise: zu unterbieten) sein wird, neigt sich dem Ende entgegen. Zwar ist erst eine Partie des letzten Quartals von 36 Runden gespielt, aber schon am Sonntag könnte die Meisterschaft auch rechnerisch entschieden sein. 

» Wann, wie und wo der FCB seit 2001 Meister geworden ist

Dann, wenn der FC Basel sein Heimspiel am Samstagabend (20 Uhr) gegen den FC Vaduz gewinnt und das Zweitplatzierte YB daheim Lugano nicht besiegen kann. Dann wüchse der Basler Vorsprung auf 22 (bei einem Berner Remis) oder 23 Punkte (bei einer Berner Niederlage) an, bei noch 21 zu vergebenen Punkten.

Nicht gegen Lugano zu gewinnen – das ist den Young Boys unbedingt zuzutrauen in einer einmal mehr wechselhaften Saison, der 30. hintereinander ohne Berner Titelgewinn. Und damit würde dem FCB etwas passieren, was ihm so noch nicht widerfahren ist: Er würde an einem spielfreien Tag, quasi mit hochgelegten Beinen zum Meister werden.

Auf dem Barfi wird niemand im Stich gelassen

Bei früheren Gelegenheiten übte sich der offizielle FCB in allergrösster Zurückhaltung und hätte sich lieber auf die Zunge gebissen, als über Vorkehrungen für eine spontane Meisterfeier in der Stadt zu reden. Oder man fand so schöne Formeln wie einst Mediensprecher Josef Zindel: «Von unserer Seite ist nichts geplant. Doch falls der Barfi voller Fans sein sollte, werden wir sie nicht im Stich lassen und mit ihnen feiern.»

17.05.2015; Basel; Fussball Super League - FC Basel Meisterfeier; Matias Delgado (Basel) bei der Meisterfeier auf dem Barfuesserplatz (Urs Lindt/freshfocus)

Ein Beispiel von vielen in den vergangenen Jahren: Matias Delgado am 17. Mai 2015 auf dem Balkon des Stadtcasinos, unten die Fans auf dem Barfüsserplatz bei der spontanen Meisterfeier. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Das war 2012 in einem höchst komplizierten Meisterschaftsfinale, in dem der FCB einen ähnlich krassen Vorsprung hatte. Die mühsamen Umstände damals waren einerseits der Xamax-Konkurs, weswegen die restlichen Teams in der Rückrunde jeweils zwei Spiele weniger auszutragen hatten. Und andererseits ging Sion-Präsident Christian Constantin der Fussball-Schweiz schwer auf die Nerven mit einem unendlichen Rechtsstreit durch alle Instanzen – um dann am Ende doch eine drakonische Strafe von 36 Punkten Abzug akzeptieren zu müssen.

Um rechnerisch in jedem erdenklichen Fall auf der sicheren Seite sein, reichte dem FCB seinerzeit ein 3:0-Sieg in Sitten in der 30. Runde noch nicht ganz. In trockenen Tüchern war der Titel eine Woche später mit einem 3:1 gegen Lausanne, was den schönen Nebeneffekt hatte, dass sich nach Abpfiff ein grosser Teil der 36'000 Zuschauer vom ausverkauften Joggeli auf den Weg zur Party in der Innenstadt machen konnte.

Der FCB will rechtzeitig informieren

Ganz so spontan fiele der Sonntag diesmal nicht aus. Ausserdem hat sich nach sieben Meisterschaften in Serie eine gewisse Routine eingestellt, und die ganz grossen, ausgelassenen Partys wurden zuletzt auf dem Barfi nicht mehr gefeiert.

Beim FC Basel macht man sich selbstredend Gedanken darüber, wie man die Situation handhaben will. Angesichts des riesigen Vorsprungs sagt Andrea Roth, Josef Zindels Nachfolgerin als Kommunikationschefin: «Wir wollen uns nicht lächerlich machen, und wir können die Leute ja nicht für dumm verkaufen.»

Am Donnerstag will man beim FCB zusammensitzen und dann die Fans rechtzeitig informieren. Klar ist, dass die Mannschaft am Sonntagvormittag ihr obligatorisches Auslauftraining nach einem Spiel absolviert. Denkbar ist zum Beispiel, dass die Mannschaft anschliessend gemeinsam im Stadion die Partie YB-Lugano (Anpfiff: 13.45 Uhr) verfolgt, um sich dann im Fall der Fälle ins Stadtcasino aufzumachen.

Die historische Marke

Am 29. Spieltag, also sieben Runden vor Saisonende, den Meistertitel zu feiern, wäre einmalig in der Geschichte der höchsten Schweizer Liga. Und was die Super League betrifft (seit 2003) wäre der FCB auch so früh dran wie nie. Lange vor den Eisheiligen jedenfalls, die es dieses Jahr ja offenbar auch eiliger haben. Am zeitigsten Meister war der FCB bisher am 24. April 2002, einem Mittwochabend im Berner Stadion Neufeld.

* am Saisonende | ** mit Punktehalbierung und Finalrunde, total ebenfalls 36 Runden
Wann der FC Basel wie Meister wurde
Saison
Runde
Datum
Partie
Vorsprung *
Zweiter  *
2001/02 ** 33. Mi, 24.4.02 YB–FCB (0:3) 10 GC
2003/04 32. So,  2.5.04 Thun–FCB (0:2) 13 YB
2004/05 33. Mi, 11.5.05 FCB–St. Gallen (3:1) 10 Thun
2007/08 36. Sa, 10.5.08 FCB–YB (2:0)   4 YB
2009/10 36. So, 16.5.10 YB–FCB (0:2)   3 YB
2010/11 36. Mi, 25.5.11 FCB–Luzern (3:0)   1 FCZ
2011/12 31. So, 29.4.12 FCB-Lausanne (3:1) 20 Luzern
2012/13 36. Sa,   1.6.13 FCB–St. Gallen (1:0)   3 GC
2013/14 35. Do, 15.5.14 Aarau–FCB (1:3)   7 GC
2014/15 33. So, 17.5.15 FCB–YB (0:0) 12 YB
2015/16 31. Sa, 30.4.16 FCB-Sion (2:1) 14 YB

Die Grasshoppers waren 1998 am 33. Spieltag und nach einem Derbysieg Meister. Sie wiesen am Ende 16 Punkte Vorsprung auf Servette Genf auf, und zweistellige Abstände zum Nächstplatzierten erreichten nur noch zwei weitere Meister: der FCZ 1974 (12 Punkte auf GC) sowie zweimal Servette 1961 (10 auf YB) und 1940 (13 auf Grenchen).

Der FC Basel hat das inklusive 2002 in den zurückliegenden Jahren sechsmal geschafft. Der Rekord steht bei jenen 20 Punkten plus auf Luzern 2011/12. Als der FCB wie oben beschrieben schon nach der 31. Runde als Meister feststand. Das hat er in der vorigen Saison 2015/16 wiederholt.

Sollte es an diesem Wochenende aus welchen Gründen auch immer noch nicht reichen, gibt es am Freitag darauf im vorgezogenen Spiel in Luzern die nächste Gelegenheit. Gewinnt der FCB beide Spiele, ist es egal, was die Young Boys machen.

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19.4.2017, 04:50 Uhr

Eine provisorische Verabredung auf dem Barfi für Sonntag nach halb vier

Text

Text:

  • 28.04.2017 um 23:17
    Krönung eines Weitgereisten

    Er hat schon eine ganze Menge gewonnen in seiner Karriere. Schweizer Meister ist er erst seit dem 2:1-Sieg des FC Basel in Luzern. Dazu trägt Seydou Doumbia einen Treffer bei – und vielleicht geht ja doch noch etwas im Rennen um seine dritte Torjägerkrone.

  • 28.04.2017 um 23:09
    Ein meisterlicher FCB in Sektlaune – die Bilder aus Luzern

    Einem Spiel, das früh in die gewünschten Bahnen gelenkt war, folgt in Luzern eine Feier in Sektlaune mit knallroten Meister-Shirts und den beiden Sternen, mit denen sich der FC Basel nun schmücken darf. Eine Bildergalerie aus Luzern.

  • 28.04.2017 um 22:05
    Das muss noch nicht das Ende sein

    Die Unersättlichkeit des FC Basel mündet fast zwangsläufig im achten Meistertitel in Serie. Das trägt ihm den symbolträchtigen zweiten Stern ein. Und nicht einmal der komplette Führungswechsel deutet auf eine Ende der Basler Alleinherrschaft im Schweizer Fussball hin.

  • 05.04.2017 um 14:09
    Zum Artikel: Der Cup, der FCB und der Nachholbedarf

    Danke, Peter 1893, für den Hinweis. Die Bildunterschrift ist dementsprechend korrigiert bzw. angepasst. Bleiben Sie uns gewogen

  • 10.03.2017 um 15:50
    Zum Artikel: Ein episches Spiel für Übergeschnappte

    Werter Marcel Pfeiffer, nur zum Verständnis: Unser Autor lebt in Barcelona und wohnt quasi im Camp Nou. Nix für ungut - und bleiben sie uns gewogen!

  • 13.01.2017 um 13:15
    Zum Artikel: So trainiert und logiert der FCB unter der Sonne des Südens

    Halb so wild, werte Frau Grossmann, in diesem Fall bin ich, eher als Nachteule veranlagt, ein Schreibtischtäter in Basel gewesen... Und hier ist es doch auch schön, oder? Bleiben Sie uns gewogen

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