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PISA 

19.4.2017, 17:10 Uhr

Schweiz schneidet bei PISA im «Wohlbefinden» gut ab

19.4.2017, 17:10 Uhr

Die 15-Jährigen in der Schweiz sind zufrieden mit ihrem Leben – zufriedener als Gleichaltrige in den meisten anderen OECD-Ländern. Das zeigt eine am Mittwoch veröffentlichte PISA-Studie. Von sda

sda: Die OECD hat das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schüler untersucht. Gemäss der Studie sind 15-Jährige in der Schweiz ziemlich zufrieden mit ihrem Leben.

Die OECD hat das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schüler untersucht. Gemäss der Studie sind 15-Jährige in der Schweiz ziemlich zufrieden mit ihrem Leben. (Bild: sda)

«PISA» steht für den Vergleich von Leistungen. In der neusten Studie aber geht es um das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler. Gute Leistungen machen nicht zwingend glücklich: In manchen Ländern bringen die Jugendlichen Top-Leistungen in Mathematik und Naturwissenschaft, sind aber relativ unzufrieden mit ihrem Leben.

Das trifft auf die Schweiz jedoch nicht zu: «Finnland, den Niederlanden und der Schweiz scheint es zu gelingen, gute Lernergebnisse mit einer hohen Zufriedenheit zu verbinden», heisst es im Vorwort zur Studie.

Rang 5 in Zufriedenheit

Auf einer Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 gaben die Schülerinnen und Schüler in der Schweiz im Schnitt 7,72 an. Im Vergleich der 35 OECD-Staaten ist das ein hoher Wert: Zufriedener sind nur die Jugendlichen in Mexiko, Finnland, den Niederlanden und Island.

39,6 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler sind mit ihrem Leben «sehr zufrieden» (9 oder 10 auf der Skala). Im Durchschnitt der OECD-Länder sind lediglich 34,1 Prozent sehr zufrieden. Unzufrieden (0 bis 4 auf der Skala) zeigten sich in der Schweiz 7,4 Prozent. Im Durchschnitt der OECD-Ländern sind es 11,8 Prozent.

Prüfungsangst verbreitet

Schweizer Jugendliche gehen auch vergleichsweise entspannt mit Prüfungen in der Schule um. Zwar gaben 33,5 Prozent an, auch dann vor einem Test sehr nervös zu sein, wenn sie gut vorbereitet seien. Im Durchschnitt der OECD-Länder sagten das aber mehr als die Hälfte (55,5 Prozent). In sämtlichen Ländern haben Mädchen grössere Angst vor Prüfungen und schlechten Noten als Knaben.

Zufriedenheit, Unzufriedenheit und Angst hängen laut der Studie nicht mit der Anzahl Schulstunden oder Prüfungen zusammen. Wichtig sei dagegen eine gute Beziehung zu den Lehrerinnen und Lehrern, schreiben die Autoren.

Unterstützung der Eltern

Auch die Eltern spielen eine zentrale Rolle. Diese sollten sich für Schulisches interessieren und die Jugendlichen ermuntern, an ihre Fähigkeiten zu glauben. Teenager wünschten sich starke soziale Bindungen, Verständnis und Unterstützung, heisst es in der Studie. Sie möchten sich nicht ausgeschlossen fühlen.

In der Schweiz tun das die meisten auch nicht: Über 88 Prozent zeigten sich überhaupt nicht einverstanden mit der Aussage «ich fühle mich wie ein Aussenseiter». Nur in Spanien, Italien, Südkorea und den Niederlanden fühlen sich noch weniger Jugendliche ausgeschlossen.

Mobbing und Gewalt

Mobbing ist für Jugendliche in der Schweiz aber ein ähnlich grosses Problem wie für ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Ländern. 16,8 Prozent gaben an, in der Schule regelmässig gemobbt zu werden, beispielsweise ausgelacht. Im Durchschnitt der OECD-Länder sind es 18,7 Prozent.

Regelmässig geschlagen oder geschubst werden laut der Studie 2,8 Prozent der 15-Jährigen in der Schweiz. Im Durchschnitt der OECD-Länder sagten 4,3 Prozent, solches geschehe ihnen mehrmals im Monat. Die Untersuchung kommt zum Schluss, dass Mobbing weniger verbreitet ist an Schulen, in welchen die Schülerinnen und Schüler gute Beziehungen zu ihren Lehrern haben.

Weniger ehrgeizig

Ferner zeigt die Studie, dass die Schülerinnen und Schüler hierzulande weniger ehrgeizig sind als anderswo: Nur 40 Prozent wollen zu den Besten der Klasse gehören. Im Durchschnitt der OEDC-Länder sind es fast 60 Prozent.

Markant unter dem Durchschnitt liegen die Jugendlichen in der Schweiz ausserdem bezüglich ihrer Bildungserwartungen. Nur 27 Prozent gehen davon aus, einen Universitätsabschluss zu erlangen. Das dürfte mit dem dualen Bildungssystem zusammenhängen. Im Durchschnitt der OECD-Länder erwarten über 44 Prozent einen Universitätsabschluss.

Sport statt Internet

Untersucht wurde auch der Umgang mit dem Internet. Die 15-Jährigen in der Schweiz verbringen ausserhalb der Schule weniger Zeit im Internet als Gleichaltrige in anderen Ländern. Während der Woche sind es 126 Minuten am Tag, an Wochenenden 168 Minuten.

Der OECD-Durchschnitt liegt bei 146 beziehungsweise 184 Minuten. Am wenigsten Freizeit im Internet verbringen Jugendliche in Südkorea und Japan mit 90 beziehungsweise 55 Minuten an Wochentagen.

Während andere im Internet surfen, treiben Schweizer Jugendliche Sport. 73,1 Prozent gaben an, vor oder nach der Schule zu trainieren. Im OEDC-Durchschnitt sind es 69,8 Prozent. Den höchsten Wert erzielte Ungarn mit 80,2 Prozent Sportlichen.

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19.4.2017, 17:10 Uhr

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Text: sda

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