LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Leben

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Verschwörungstheorien 

20.4.2017, 04:50 Uhr

Die Faszination der blossen Vermutung

20.4.2017, 04:50 Uhr

9/11 war eine Verschwörung, Karl der Grosse hat nie gelebt und Paul McCartney ist schon 1966 gestorben – warum Verschwörungstheorien faszinieren und wie wir ihnen begegnen sollten. Von Georg Kreis

Keystone: Paul ist tot, das zeigt das Bild: McCartney ist barfuss wie ein Leichnam und Lennon trägt weiss wie ein Geistlicher. 

Paul ist tot, das zeigt das Bild: McCartney ist barfuss wie ein Leichnam und Lennon trägt weiss wie ein Geistlicher.  (Bild: Keystone)

Von Verschwörungstheorien geht offensichtlich eine Faszination aus – positiv wie negativ. Dies belegt die Aufmerksamkeit, die dem Thema in jüngster Zeit zuteil wurde. Zum einen zeigt sich dabei ein Interesse an der Frage, was Verschwörungstheorien überhaupt sind. Zum anderen ist da der Wunsch nach einer Klärung, ob bestimmte Deutungen und ihre Vertreter der Welt der Verschwörungstheorien zuzurechnen sind.

Was Verschwörungstheorien sind, lässt sich leicht erklären. Ihre zentrale Eigenschaft besteht darin, dass sie angeben, bisher wenig erkannten Aktivitäten von Geheimmächten auf die Spur gekommen zu sein; eben den Verschwörern, die zum Schaden der Menschheit ihre dunklen Geschäfte betreiben. Als solche Mächte wurden im Laufe der Zeit angesehen:

  • die Juden,
  • die Jesuiten,
  • die Freimaurer, 
  • die Tempelritter,
  • Opus Dei,
  • die hinteren Reihen des Vatikans.

In unseren Zeiten sind es noch immer: der jetzt mit einflussreichen Internet-Maschinen ausgestattete vormalige KGB und die schon seit Jahren alles bestimmende CIA, vielleicht auch in Kombination mit dem israelischen Mossad und dem angeblich viel zu wenig beachteten und immer wieder ins Spiel gebrachten Bilderberg-Club.

Die alljährlich stattfindenden Konferenzen der Bilderberger bringen einflussreiche Personen aus Wirtschaft, Politik, Militär, Medien, Hochschulen und etwas Hochadel zusammen und würden so die Geschicke der Welt steuern. Sie werden – wenig überraschend – auch für die Gründung der EU und die Schaffung des Euro verantwortlich gemacht.

Viel zu viel Aufmerksamkeit

Für die Medien sind Verschwörungsgeschichten in beiden Richtungen attraktiver Stoff. Einerseits versuchen sie, Verschwörungstheoretiker zu entlarven, andererseits beliefern sie ihr Publikum mit solchen Storys. Jüngstes Beispiel: Die «NZZ vom Ostersonntag» machte darauf aufmerksam, dass der Trump-Berater Steve Bannon mit konservativen Kardinälen – das Wort fällt – «konspiriere», um den populären Papst Franziskus zu stürzen. Andererseits betreiben die Medienleute mit ihren vielleicht auch ehrlich gemeinten Demontageversuchen unfreiwillige Promotionen dessen, dem sie entgegentreten wollen.

Verschwörungstheorien sind ein wohl eher schmales Randphänomen, das in den Genuss von viel zu viel Aufmerksamkeit kommt, vielleicht – für einen Moment und fast unvermeidlich – auch gerade jetzt mit diesen Zeilen. Google listet eine lange Reihe von angeblichen Verschwörungstheorien auf und nennt dabei zahlreiche sehr unterschiedliche «Alternativwahrheiten», die nicht die Qualität einer Theorie haben.

Ein schönes Beispiel ist die nicht nur unter Beatles-Fans kursierende «Paul is dead»-Annahme, wonach Paul McCartney 1966 verstorben und durch einen Doppelgänger ersetzt worden sei. Zur Theorie würde dies allerdings erst, wenn auch die Agenten für diese Irreführung identifiziert, deren Aktivität in eine Reihe anderer Aktionen gestellt und damit die systematische Einflussnahme auf das Weltgeschehen behauptet würde.

Das Erweckungserlebnis stellt einen Wert an sich dar, weil man jetzt zu denen gehört, welche die Dinge so sehen können, wie sie «wirklich» sind.

Wichtig am Verdacht auf Täuschung ist das schöne Gefühl, zu den wenigen Aufgeklärten zu gehören, die sich nicht hinters Licht führen lassen. Das Aufdeckungs- bzw. Erweckungserlebnis stellt einen Wert an sich dar, weil man jetzt zu denen gehört, welche die Dinge so sehen können, wie sie «wirklich» sind.

Manche Anhänger von angeblichen Verschwörungstheorien begnügen sich damit, in unverbindlicher Weise etablierte Einsichten und vermeintliche Gewissheiten als fragwürdig vorgeführt zu bekommen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Gegenwahrheiten per se bloss von beschränktem Interesse sind und man sogar mehrere und unter Umständen sich widersprechende Erklärungsvarianten eher akzeptiert als die über offizielle Verlautbarungen vermittelten, zu schnell einleuchtenden Erklärungen: Hier haben wir sie, die Attraktivität und die Faszination Vermutung.

Wir müssen uns von den Verfechtern «alternativen Wissens» nicht dazu drängen lassen, uns mit ihren An- und Einsichten zu beschäftigen.

Dann ist da die zentrale Vermutung zu «9/11». Am Attentat vom 11. September 2001 auf die Zwillingstürme des World Trade Centers in New York hängt ein wichtiger Teil des weiteren Verlaufs des Weltgeschehens. Also müsste es doch geklärt werden. Da darf es nicht gleichgültig sein, wer die Täter (vor allem die Hintermänner hinter den Ausführenden) waren. Bei dieser Frage, scheint es, sollte man schon eine gewisse Obsession entwickeln dürfen. Zur Bekräftigung werden noch und noch Indizien herbeigeschafft, trotzdem bleibt es bei Vermutungen.

Dürfen wir uns da Gleichgültigkeit leisten? Müssen wir uns nicht mit den mitunter ausführlichen Beweisführungen auseinandersetzen? Sowohl die Verkünder als auch die Anhänger der «alternativen Wahrheiten» erwarten, dass wir uns mit ihren An- und Einsichten beschäftigen. Dazu steht auch das Generalargument zur Verfügung, dass sich im Laufe der Geschichte schon viele als abwegig abgetane Auffassungen nachträglich als richtig erwiesen hätten.

Wir müssen uns von den Verfechtern «alternativen Wissens» nicht dazu drängen lassen, uns mit ihren An- und Einsichten zu beschäftigen. Es genügt und ist ergiebiger, wenn wir, die Nichtexperten und gewöhnlichen Erdenbürger, uns mit den sehr offensichtlichen Anschlusshandlungen und deren Folgen auseinandersetzen und zum Beispiel zur Irakinvasion von 2003 eine Meinung haben.

Misstrauen kann pathologische Züge annehmen – oder für sich in Anspruch nehmen, gesund zu sein.

Zu Verschwörungsvermutungen gehört indessen, dass sie mehr oder weniger leicht zur Meinung führen, dass da «etwas dran» sein könnte. Auch im Falle der dem russischen Geheimdienst zugeschriebenen Hackerangriffe und Internetmanipulationen im Vorfeld der letzten US-Präsidentenwahl. Sie begünstigen jedoch eine enorme Überschätzung des vermuteten Phänomens und lenken von anderen «Faktoren» ab, zum Beispiel von den anderen und offensichtlicheren Gründen, warum der groteske Donald Trump als Präsident der USA gewählt wurde.

Von Verschwörungstheorien wird gesagt, dass sie Menschen bedienen, die gerne an einfache Wahrheiten glaubten. Das mag teilweise so sein. Mindestens so sehr wird aber ein Publikum bedient, das komplizierte Wahrheiten wünscht. Ihnen ist die wirkliche Welt zu simpel, sie brauchen konstruierte Komplexität und allenfalls eine nicht selbstverständliche, beinahe überraschende Theorie. Damit kann höherer oder tieferer Sinn gewonnen werden.

Verschwörungsfantasien speisen sich aus dem wachsenden Misstrauen gegenüber etablierten Institutionen und Gewissheiten. Dieses Misstrauen kann pathologische Züge annehmen. Es kann für sich aber auch in Anspruch nehmen, gesundes Misstrauen zu sein. Auch in diesem Punkt besteht Uneindeutigkeit. Während die einen im Zweifel und Misstrauen gegen eine etablierte Meinung den «perfekten Humus» für Verschwörungstheorien sehen, betonen andere, Zweifeln gehöre zum Humus einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft – und der Wissenschaft.

Das erfundene Mittelalter

Die Wissenschaft lassen wir besser aus dem Spiel, obwohl hochspekulative Deutungen mit ihren Belegsammlungen und dichten, Stringenz beanspruchenden Argumentationen sich gerne als wissenschaftlich präsentieren und sich ihre Autoren, sofern ihnen diese zur Verfügung steht, auch auf ihre akademische Ausbildung berufen.

So kommt es dann, dass auch eine quasi historische Verschwörungstheorie akademisch ummantelt wird. Es gibt nämlich die These, dass es das Mittelalter nie gegeben habe, genauer die Zeit zwischen 614 bis 911 eine Phantomzeit sei, also der berühmte Karl der Grosse nie oder zu einer anderen Zeit gelebt habe.

Diese These wird nicht wahrer, weil ihr Autor ein studierter Germanist, ein Dr. phil. Heribert Illig, ist. Überhaupt ist das «erfundene Mittelalter» nicht von Bedeutung für unsere Gegenwart, während die Suche nach den Hinterleuten der Attacken auf das Symbol des Weltkapitalismus doch relevanter erscheint.

Ist man nur auf bestätigende Indizien bedacht, lässt sich leicht finden, was man sucht.

Wissenschaft darf zwar, sie soll vielleicht sogar in der Ausgangsphase spekulative Überlegungen anstellen. Die anschliessenden Abklärungen sollten dann die getroffenen Hypothesen bestätigen – verifizieren. Wissenschaft ist keineswegs frei von kontradiktorischen Auseinandersetzungen um Methoden und Resultate. Sie lebt zu einem wichtigen Teil auch von unterschiedlichen Auffassungen. Aber sie hat solide handwerkliche Regeln als gemeinsamen Grund, die in erster Linie darin bestehen, dass die Untersuchung eines Gegenstands nicht zu einem wesentlichen Teil im Bereich der Vermutungen bleibt.

Ist man, von Vermutungen ausgehend, nur auf bestätigende Indizien bedacht, lässt sich unter Umständen leicht finden, was man sucht. Darum müssten auch falsifizierende Gegenproben angestellt werden, welche die eigenen Annahmen in Frage stellen. In dieser Beziehung haben es Bearbeiter allgemein anerkannter Forschungsfelder mit ihren vielleicht etwas langweilig erscheinenden und entsprechend weniger beachteten Untersuchungen leichter als die von einem grossen Laienpublikum stark beachteten Verkünder «unorthodoxer» Wahrheiten.

Lichtjahre vom Planeten der Wissenschaft entfernt

Diese beiden Communities, die traditionelle Wissenschaft und die Produzenten von nicht erhärtbaren Grossthesen, leben in zwei verschiedenen Welten und kommunizieren in ihren je eigenen Sphären. Aufschlussreich ist, wer sich mit wem in der diffusen Welt der Gegenwahrheiten austauscht. Da kommt sehr vieles zusammen, das Lichtjahre vom Planeten der Wissenschaft entfernt ist.

Während die klassische Wissenschaft weitgehend abgehoben vom grossen Publikum mit ihren Forschungsfragen ringt, ist es das Geschäft der Populärwissenschaft, dieses Publikum zu bedienen. Ob man das eine oder das andere tut, könnte auch von dem bestimmt sein, was wir Mentalität nennen.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Georg Kreis, Geschichte

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Wenn alles Fake ist, ist alles möglich Weiterlesen

Im Shitstorm der Ganser-Gläubigen Weiterlesen

7 amerikanische Verschwörungstheorien Weiterlesen

Kultwerk #106: White Album Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Andreas Hagenbach

    am 20.04.2017, 09:51

    Ein Beitrag, der das Thema nicht wirklich mit neuen Einsichten beglückt. Was hier augenfällig wird, dass vor allem die sogenannten Eliten selbst für eine von der Realität abgelösten 'confirmation bias' anfällig sind. Also für die etablierten Verschwörungstheorien. "Wir wissen schon, was richtig ist", aber genau hier wird der Schleier des Meinungsmanagement übersehen, meist geflissentlich, um umso besser über die Wissenschaftsfeindlichkeit zu schnöden. Diese hat in der Tat komische... mehrEin Beitrag, der das Thema nicht wirklich mit neuen Einsichten beglückt. Was hier augenfällig wird, dass vor allem die sogenannten Eliten selbst für eine von der Realität abgelösten 'confirmation bias' anfällig sind. Also für die etablierten Verschwörungstheorien. "Wir wissen schon, was richtig ist", aber genau hier wird der Schleier des Meinungsmanagement übersehen, meist geflissentlich, um umso besser über die Wissenschaftsfeindlichkeit zu schnöden. Diese hat in der Tat komische Dimensionen angenommen, dass aber das Wort "Verschwörungstheorie" von der CIA geprägt wurde, um gewisse politisch induzierte Vorgänge nicht hinterfragbar zu machen, wird in diesem Artikel natürlich nicht erwähnt. Das in der Wissenschaft etablierte Meinungen hinterfragt werden dürfen, ist ja wissenschaftlich per se, auch wenn sich die dadurch Hinterfragten wehren, was ja immer wieder zu Richtungsstreitigkeiten führt. Aber der Oldtimer des staatstragenden Duktus muss immer wieder mal aus der Garage geholt werden, um Standschäden vorzubeugen.

    1. s chröttli

      am 20.04.2017, 10:03

      @hagenbach

      zumindest, was das land der unmöglichen begrenztheiten betrifft:
      die offizielle doktrin ist ja zuweilen gradezu haarsträubend plump&doof ... mëik ämericä grëit ägäin, yeahyeah ... und derlei vorgröhler sind halt traditionell praktisch hinter jedem zweiten bush zu finden ...
      klar, bin laden ist der ultimative obersauhund, der ganz amerika in schutt&asche legen wollte mit seinem fünfdimensional vernetzten weltzugriff, nicht wahr? saddam? dito: auf ihn mit gebrüll!

      bref:... mehr@hagenbach

      zumindest, was das land der unmöglichen begrenztheiten betrifft:
      die offizielle doktrin ist ja zuweilen gradezu haarsträubend plump&doof ... mëik ämericä grëit ägäin, yeahyeah ... und derlei vorgröhler sind halt traditionell praktisch hinter jedem zweiten bush zu finden ...
      klar, bin laden ist der ultimative obersauhund, der ganz amerika in schutt&asche legen wollte mit seinem fünfdimensional vernetzten weltzugriff, nicht wahr? saddam? dito: auf ihn mit gebrüll!

      bref: wer derlei klarsichtige vorgaben in die welt pflanzt, ruft automatisch die nach- und querdenker auf den plan.

      nix als (zwangs)logisch, dass die usa gleichzeitig auch das land der unbegrenzten verschwörungstheoretiker ist – gängsöfu.

      (bizzli komplexer als die vorgabe ist die materie schon, zum bergier!)

    2. Andreas Hagenbach

      am 20.04.2017, 11:23

      @ lurchentier - auch wenns nicht so klarsichtige dummheiten sind, die in unseren qualitätserzeugnissen vorzufinden sind: die machtelite betet ihr eigenes geschwurbel so oft hinunter, dass man angesichts des fehlenden realitätsbezugs in mitleid versinken könnte, wenn da nicht die wut wäre, dass es um existenzbedingungen von menschen geht, über die in einem zustand von hybris entschieden wird.

    3. B Esser Wysser

      am 20.04.2017, 14:02

      @Andreas Hagenbach: Mag sein, dass uns Herr Kreis nicht wirklich mit neuen Einsichten beglückt. Für andere mag der Beitrag durchaus zu neuen Einsichten führen, denn Herr Kreis erklärt einleitend, worum es sich bei einer Verschwörungstheorie handelt und weist später darauf hin, dass in der Wissenschaft zwischen Untersuchung und anschliessender Interpretation (Diskussion) der Ergebnisse sehr wohl einen Unterschied gibt. Ich erachte es als eine höhere Kunst, einen Sachverhalt zuerst einmal... mehr@Andreas Hagenbach: Mag sein, dass uns Herr Kreis nicht wirklich mit neuen Einsichten beglückt. Für andere mag der Beitrag durchaus zu neuen Einsichten führen, denn Herr Kreis erklärt einleitend, worum es sich bei einer Verschwörungstheorie handelt und weist später darauf hin, dass in der Wissenschaft zwischen Untersuchung und anschliessender Interpretation (Diskussion) der Ergebnisse sehr wohl einen Unterschied gibt. Ich erachte es als eine höhere Kunst, einen Sachverhalt zuerst einmal gründlich zu studieren und zu beschreiben und erst danach mit den Ergebnissen und deren Interpretation aufzuwarten. Braucht zwar mehr Zeit, als Meinungen per Twitter zu verbreiten, ist aber seriöser. Aber da sage ich Ihnen ja nichts Neues.

  2. alfim

    am 20.04.2017, 16:31

    Danke für den anregenden Artikel. Die Bereitschaft, irgendwelchen abstrusen Theorien Glauben zu schenken, scheint in einer Welt, in der viele Menschen sich nicht mehr orientieren können, gross zu sein; Mike Shiva und andere Gurus und Volksverdummer haben schon seit einiger Zeit Hochkonjunktur.
    Der Bildung von Spekulationen und Verschwörungstheorien liegen aber spezielle Ursachen zugrunde. Die klassischen Medien (Zeitungen, Radio, Fernsehen) können ihrer Informationspflicht kaum mehr... mehrDanke für den anregenden Artikel. Die Bereitschaft, irgendwelchen abstrusen Theorien Glauben zu schenken, scheint in einer Welt, in der viele Menschen sich nicht mehr orientieren können, gross zu sein; Mike Shiva und andere Gurus und Volksverdummer haben schon seit einiger Zeit Hochkonjunktur.
    Der Bildung von Spekulationen und Verschwörungstheorien liegen aber spezielle Ursachen zugrunde. Die klassischen Medien (Zeitungen, Radio, Fernsehen) können ihrer Informationspflicht kaum mehr nachkommen und befriedigen vor allem die Sensationsgier. Zuschauer- und Leserquoten bestimmen letztlich über die Existenz eines Mediums, ein sorgfältiger Recherchierjournalismus bekommt Seltenheitswert. Wo nur noch Agenturmeldungen aufgemöbelt und Hintergrundberichte wenn einmal dann erst zu später Stunde gesendet werden, wird die Informationspflicht arg vernachlässigt und ein weites Feld für Spekulationen und die Bildung von sog.Verschwörungstheorien geebnet. Ein zweiter Aspekt ist die Tatsache, dass wir uns in letzter Zeit an die Lügen von Politikern und Institutionen gewöhnen mussten; Kunststück, dass für viele Menschen deren Verlautbarungen unglaubwürdig geworden sind. Spekulationen sind oft auch Ausdruck für das Unbehagen angesichts der bestehenden Misere im Journalismus und dem Bedürfnis, politische Fakten und Zusammenhänge zu begreifen.
    Wo aber Menschen (Wissenschafter, investigative Journalisten), welche öffentlich die Verlautbarungen von Regenten und andern "Offiziellen" in Frage stellen, wie es eigentlich die Kernaufgabe der Medien wäre, als Verschwörungstheoretiker verunglimpft werden, entlarven sich deren Urheber selber entweder als Ignoranten und/oder böswillige Tatsachenverdreher.

  3. M Cesna

    am 20.04.2017, 18:32

    Ich glaube, manchen Leuten machte auch einfach Spass, schiefe Ideen in die Welt zu setzen und mal zu gucken, wieviel Leute diese schiefe Idee dann glauben. Usus ist ja sowas am 1. April,wo so manche Zeitung eine spezielle brandaktuelle News den Lesern unterschiebt, die dann teilweise auch geglaubt wird.

    - Relativ einfach ist, zwei parallele Dinge ursächlich zusammen zu hängen, und dann noch anders herum als üblich. So tauchen überall Ampeln auf, wo es Staus gibt. Wenn man die Ampeln... mehrIch glaube, manchen Leuten machte auch einfach Spass, schiefe Ideen in die Welt zu setzen und mal zu gucken, wieviel Leute diese schiefe Idee dann glauben. Usus ist ja sowas am 1. April,wo so manche Zeitung eine spezielle brandaktuelle News den Lesern unterschiebt, die dann teilweise auch geglaubt wird.

    - Relativ einfach ist, zwei parallele Dinge ursächlich zusammen zu hängen, und dann noch anders herum als üblich. So tauchen überall Ampeln auf, wo es Staus gibt. Wenn man die Ampeln abschafft, wird es ergo keine Staus mehr auf den Strassen geben.

    - Man kann auch irgendein Detail zum Hauptfaktor erheben. Das ist seit Bekanntwerden des "Schmetterlingseffekts" nun noch leichter geworden.
    "Wäre das letzte Glas Schnaps nicht schlecht gewesen, wäre ich viel besser Auto gefahren, ohne Unfall!"

    - Die religiösen Bücher eignen sich aufgrund ihrer Unbestimmtheit bezüglich Zukunft hervorragend als Interpretationshilfe für Aktualereignisse. Hier in der Gegend wird besonders gerne die Johannes-Apokalypse verwendet. Infolge Tod des ursprünglichen Autors garantiert unwiderlegbar!

    - Starke Gefühle, besonders Hass ist eine hervorragende Hilfe für allerlei alternative Fakes! So müssen dunkjelhäutige Ausländer schon aus Prinzip schlechtere Menschen sein. Sonst wären sie ja hellhäutig!

    - Single-Beobachtungen lassen sich gut generalisieren: Ein langsamer voraus fahrendes Auto mit Berner Kennzeichen ist so der klare Indiz, dass hier alle zu langsam sind.

    - Es gibt nicht nur Kleider, die Leute machen, auch mit Erzählungen kann man selber zu einer Relevan kommen, die man sonst oder vorher nie hatte.
    Je abstruser abenteuerlicher die Geschichte, desto interessanter der Erzähler
    So soll etwa die Geschichte von Harry Potter entstanden sein.

    - Implikationen können verführerisch sein: "Ich arbeite auf der chirurgischen Intensivstation neben dem Operationssaal" besagt ja eigentlich nichts über die Profession, die man dort ausübt. So zwischen Hilfsreinigungskraft und Chefarzt-Stellvertreter ist wohl so alles möglich.

    Naja, Menschen lassen sich gerne Geshichten und Geschichtchen erzählen.

  4. M Fischer

    am 20.04.2017, 20:09

    "Mindestens so sehr wird aber ein Publikum bedient, das komplizierte Wahrheiten wünscht. "
    Ja, und Herr Kreis bedient manchmal ein Publikum, dass kompliziert geschriebene Artikel wünscht.Damit kann zwar weder höherer noch tieferer Sinn gewonnen werden, dafür einen brummenden Schädel... ?

    1. Sacha R

      am 20.04.2017, 23:31
  5. Sensenmann

    am 20.04.2017, 22:31

    Und weshalb erwähnt der Herr Prof. Kreis dann eigentlich die erstaunlichste Geheimorganisation unserer Zeit nicht, die AUNS ?
    Die "Aktion für eine Unmögliche und Noch Nie existiert habende Schweiz", ist doch das Exempel schlechthin, wenn man erklären möchte, worin für schlichte Gemüter die ewige Faszination solcher Dumpfbacken-Schwachmaten-Erleuchtungs-Zirkel besteht !...

  6. Sacha R

    am 20.04.2017, 23:54

    "Was Verschwörungstheorien sind, lässt sich leicht erklären."

    Naja, nach diesem Artikel besteht da eher Zweifel daran als vorher.

    Als meiner Sicht liegt eine Hauptproblematik darin, dass zu viel in den Topf mit der Aufschrift "Verschwörungstheorie" geschmissen wird was, wie hier wohl richtig festgestellt, den Titel Theorie nicht mal ansatzweise verdient. Und so andererseits ein eigentlich relevanter Begriff und die damit verbundene Thematik abgewertet wird. Wie eben dieser Artikel das auch... mehr"Was Verschwörungstheorien sind, lässt sich leicht erklären."

    Naja, nach diesem Artikel besteht da eher Zweifel daran als vorher.

    Als meiner Sicht liegt eine Hauptproblematik darin, dass zu viel in den Topf mit der Aufschrift "Verschwörungstheorie" geschmissen wird was, wie hier wohl richtig festgestellt, den Titel Theorie nicht mal ansatzweise verdient. Und so andererseits ein eigentlich relevanter Begriff und die damit verbundene Thematik abgewertet wird. Wie eben dieser Artikel das auch tut.

    Nimmt man die Grundaussage auseinander ist das hier quasi ein Aufruf, nur noch in vorgegebenen Strukturen und den für Leiten legitimen Grenzen zu denken.

    Man muss sich heut zu tage zwangsläufig einen sensibilisierten Filter aufbauen um mit der ganzen medialen und anderer Informationsflut umgehen zu können. Deshalb ist man kaum mehr geschockt, wenn für jedes Thema 20 unterschiedliche "Thesen" kursieren. Der individuelle Umgang damit gehört heute zum erwachsen werden.

    1. Sacha R

      am 21.04.2017, 00:02

      Könnte man in der mobilen Version im Text Feld navigieren oder hätte halt ein größeres Text Feld, könnte ich die Auto Korrektur Schäden beheben bevor ich nur noch auf posten drücken kann. Ich muss künftig wohl die Kommentare vorbearbeiten und dann copy-pasten.

      Also wenn da keine Verwörung dahinter steckt!

Informationen zum Artikel

20.4.2017, 04:50 Uhr

Die Faszination der blossen Vermutung

Text

Text: Georg Kreis

  • 20.04.2017 um 04:50
    Die Faszination der blossen Vermutung

    9/11 war eine Verschwörung, Karl der Grosse hat nie gelebt und Paul McCartney ist schon 1966 gestorben – warum Verschwörungstheorien faszinieren und wie wir ihnen begegnen sollten.

  • 12.04.2017 um 15:51
    Die Schweiz – ein goldener Hase

    Wir leben im reichsten Land der Welt. Ein paar Gründe, wie es dazu kam und warum es noch immer so ist.

  • 06.04.2017 um 18:09
    Neuer Streit um die Personenfreizügigkeit

    Innerhalb der EU sind die Grenzen für Waren, Kapital, Dienstleistungen und auch für Menschen offen. Doch nach dem Ja zum Brexit wird der freie Personenverkehr wieder vermehrt infrage gestellt.

Aktuell

Keystone/GEORGIOS KEFALAS: Diskussionen nach der entscheidenden Szene der Partie: Die Vaduzer versuchen Schiedsrichter Adrien Jaccottet noch umzustimmen, der entscheidet aber auf Tor, der FC Basel holt sich in der Nachspielzeit doch noch einen Punkt.
5

Super League 

Mit dem Kopf woanders

So schwach hat man den FC Basel kaum je gesehen in dieser Saison. Der Meister sichert sich in der Nachspielzeit mit einem viel diskutierten Tor durch Seydou Doumbia einen Punkt gegen den FC Vaduz. Die Meisterparty ist vertagt nach einer Leistung, mit der Trainer Urs Fischer ganz und gar nicht zufrieden ist. Mit ein Grund dafür sind für den Trainer die vielen Nebenschauplätze.Von Samuel Waldis und Christoph Kieslich. Weiterlesen5 Kommentare

Keystone/Georgios Kefalas: Sinnbild für einen quälenden Auftritt des FC Basel: Marc Janko (rechts) nimmt in dieser Szene dem besser postierten Michael Lang den Ball weg.
3

FC Basel, Einzelkritik 

Einmal ohne alles

Eine Mannschaft ohne Spannkraft liefert einen Fussball ab, dem jegliche Dringlichkeit abgeht. Die Spieler des FC Basel scheinen mit dem Kopf irgendwo anders gewesen zu sein – und kommen gegen Vaduz noch mit einem Ausgleichstor unter höchst glückhaften Umständen davon.Von Christoph Kieslich und Samuel Waldis. Weiterlesen3 Kommentare

sda: Pablo Brägger gewann als erster Schweizer seit 21 Jahren wieder einen EM-Titel.

Turnen 

Historischer Triumph für die Turner

Pablo Brägger und Oliver Hegi feiern an den Europameisterschaften in Cluj-Napoca am Reck einen historischen Triumph. Die beiden holen am Königsgerät den ersten Schweizer-Doppelsieg in der Geschichte.Von sda. Weiterlesen