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rotblaulive

Auch das noch 

19.4.2017, 04:51 Uhr

Für immer rot-blau – Spezialgrabstätte für FCB-Fans

19.4.2017, 04:51 Uhr

Das Herz eines FCB-Fans schlägt rot-blau. Was aber, wenn es einmal nicht mehr schlägt? Ein SVP-Grossrat aus Riehen hat einen Vorschlag, wie man über den Tod hinaus rot-blau bleiben kann. Von

Nils Fisch: «Pietätvoll konzipiert und künstlerisch anspruchsvoll gestaltet» soll nach den Vorstellungen von SVP-Grossrat Heinrich Überwasser das Grabfeld für FCB-Fans werden.

«Pietätvoll konzipiert und künstlerisch anspruchsvoll gestaltet» soll nach den Vorstellungen von SVP-Grossrat Heinrich Überwasser das Grabfeld für FCB-Fans werden. (Bild: Nils Fisch)

Im Fussballjargon haben Tod und Begräbnis ihren festen Platz. Die Schweizermeisterschaft ist wegen der Übermacht des FC Basel todlangweilig. Dennoch musste die Mannschaft ihre grossen internationalen Ambitionen beerdigen und wird im Finalspiel gegen den Cup-Killer FC Sion womöglich auch den so sehnlich erwünschten Cupsieg begraben müssen. 

Und natürlich darf man nicht vergessen, dass «bei St. Jakob» einst ganz schön heftig gestorben wurde. Aber das ist sehr lange her und hatte mit Fussball nichts zu tun.

Die eingangs genannten Beispiele sind natürlich nur Metaphern. Was aber, wenn der Tod wirklich eintritt? Älter werdenden Fans ist mit dem «Tertianum», also dem Altersheim im St. Jakob-Park, bestens gedient. Was aber ist mit den verstorbenen Fans? Denn so endlich das Fleisch ist, die Liebe zum FCB dauert natürlich ewig. «Für immer rot-blau», lautet das Motto. Und «immer» geht über den Tod hinaus.

«Wunsch nach einer Bestattungsmöglichkeit»

Das ist zumindest die Meinung des Basler beziehungsweise Riehener SVP-Grossrats (und Spielerberaters) Heinrich Ueberwasser. Er sorgt mit einer Interpellation dafür, dass sich der Regierungsrat mit der Frage der «Schaffung einer Bestattungsmöglichkeit für Fans des FC Basel in einer anzulegenden FC-Basel-Grabstätte auf dem Friedhof Hörnli» befassen muss.

Ueberwasser stellt sich einen Ort vor, der «pietätvoll konzipiert und künstlerisch anspruchsvoll» gestaltet werden soll, aber dennoch «dezent Elemente des FC Basel, des Fussballs und des Fanlebens» aufnimmt, «vielleicht mit andeutungsweisen, gestalterischen Zitaten von Spielfeld, Fankurve, Bällen usw.».

Diese Vorstellungen haben etwas Anregendes. Vielleicht könnte man statt einer gängigen Urnen-Nischenwand eine «pietätvoll konzipierte» Torwand installieren, in welche die Angehörigen die fussballförmigen Urnen der verstorbenen Fans versenken könnten.

Dieser Vorschlag ist natürlich ein böses Gedankenspiel und stammt nicht von Ueberwasser. Aber Fussball-Urnen und solche in rot-blau (Bio-Urnen!) gibt es tatsächlich bereits.

Schalke hat bereits eine Todeskurve

Wer sich nun fragt, wie um Himmels willen Ueberwasser auf solch eine absurde (oder meinetwegen geniale) Idee kommt, muss zur Kenntnis nehmen, dass diese Idee nicht neu ist. In Gelsenkirchen wurde 2012 ein spezielles Schalke-04-Grabfeld eingerichtet. Das Feld nimmt die Form der legendären Schalke-Arena auf mit den diversen Fankurven und dem Spielfeld mit zwei Toren in der Mitte.

Wenn man der Tageszeitung «Die Welt» glaubt, muss die Nachfrage nach letzten Ruhestätten auf dem «Schalke Fan-Feld» von Beginn weg gross gewesen sein. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass man vom Grabstadion aus auf das wirkliche Stadion blicken kann (was in Basel nicht möglich wäre).

Der fehlende Blick auf St. Jakob dürfte ein grosses Handicap für ein FCB-Grabfeld sein. Aber auch sonst haben Fussball-Grabstätten keine Erfolgsgarantie. Das Grabfeld des Hamburger Sportvereins HSV, das bereits 2008 eröffnet wurde, ist – wiederum laut «Die Welt» – trotz Stadionnähe wenig beliebt. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Todessymbolik im Hamburger Fussball bereits von einem anderen Verein in Beschlag genommen wird.

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Andres Egger

    am 19.04.2017, 13:17
    1. AutorIn des Artikels

      Dominique Spirgi

      am 19.04.2017, 13:53

      Nicht doch eher neues Bier in alten Fässern?

  2. Kol Simcha

    am 19.04.2017, 14:14
  3. Leimentaler

    am 20.04.2017, 00:53

    Vielleicht erhofft sich dieser Herr SVP-Überwasser im Gegenzug die Unterstützung durch das FCB-Volk, wenn er eine Initiative zwecks Erschaffung eines SVP-Fan-Gemeinschaftsgrab initiiert... meine Stimme hätt er in diesem Fall.

  4. M Cesna

    am 21.04.2017, 15:37

    Wenn die Wissenschaft herausfinden würde, dass menschliche Asche ein hervorragendes Düngemittel für Fussballrasen wäre, ...dann wäre das Problem ja gelöst: Bei jedem Fussballschbild des FCB immer mitten dabei!
    Ganz nah!!

Informationen zum Artikel

19.4.2017, 04:51 Uhr

Für immer rot-blau – Spezialgrabstätte für FCB-Fans

Text

Text:

  • 28.04.2017 um 17:29
    Basel gegen Luzern auch bei der Bahninfrastruktur

    Das Bundesamt für Verkehr hat gesprochen: Absolute Priorität beim Ausbau der Bahninfrastruktur hat die Ost-West-Achse und Zürich. Dahinter dürfen sich andere Regionen wie Basel (Herzstück) und Luzern (Durchgangsbahnhof) um die restlichen Milliarden prügeln.

  • 28.04.2017 um 15:15
    Gudrun Piller übernimmt neue Kuratorenstelle

    Das Historische Museum Basel schafft neue Kuratoren- und Konservatorenstellen für Basler Geschichte und Zeitgeschichte. Besetzt werden sie mit der gegenwärtigen Interimsdirektorin und Kunsthistorikerin Gudrun Piller und dem Basler Historiker Patrick Moser.

  • 26.04.2017 um 16:51
    Nächster Halt: Basel Mitte – das Herzstück schlägt neu einen kühnen Bogen

    Die beiden Basel präsentieren einen überraschenden neuen Vorschlag für das Herzstück der Regio-S-Bahn: Die Verbindung zwischen den beiden grossen Bahnhöfen neu in einem kühnen Bogen zum Zentrum. Das ganze Paket inklusive Anschlüsse aus der Region kostet rund 4,26 Milliarden Franken.

  • 19.04.2017 um 13:53
    Zum Artikel: Für immer rot-blau – Spezialgrabstätte für FCB-Fans

    Nicht doch eher neues Bier in alten Fässern?

  • 06.04.2017 um 14:58
    Zum Artikel: Bierernstes und Weinseliges zum Begriff «ehrenwert»

    Ganz genau gesehen haben Sie recht (wenn Sie aus dem «ehrenwert» ein «Ehren» machen). Aber sagen Sie das den Rebleuten, die sich selber als «die E.E. Zunft» vorstellen (wie übrigens viele andere Zünfte). Ich habe mich an die Formulierung der Rebleute g...

  • 06.04.2017 um 14:11
    Zum Artikel: Bierernstes und Weinseliges zum Begriff «ehrenwert»

    Es heisst offiziell E.E. Zunft, was ausgeschrieben «Eine Ehren Zunft» heisst, was einer aufmerksamen Leserin nicht entgangen wäre, weil es im Artikel vorher ausgedeutscht wird. Diese etwas altertümlich klingende Bezeichnung ist in der Männerdomäne Zunf...

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