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Kommentar 

17.3.2017, 04:50 Uhr

Wir brauchen mehr Verweiblichung

17.3.2017, 04:50 Uhr

Frauen – und mit ihnen viele Männer – gehen auf die Strasse. Die Bewegung heisst Women’s March. Es ist auch höchste Zeit, dass sich etwas bewegt. Von den Frauen können Männer nämlich viel lernen. Ein Kommentar von

Dina Litovsky/Redux/laif: «Die Zukunft ist weiblich»: Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York.

«Die Zukunft ist weiblich»: Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York. (Bild: Dina Litovsky/Redux/laif)

Gabriel Brönnimann Gabriel Brönnimann

Frauen haben es wahrlich nicht leicht. Man muss fast froh sein, wenn man keine ist. Frau-Sein bringt – wir Männer haben das über die Jahrhunderte so eingerichtet – noch immer viel mehr Nach- als Vorteile. Ausnahmen bestätigen höchstens die Regel, um die Realität ist es wie folgt bestellt:

Wenn eine Frau mit einem Mann zusammenlebt, ist die Gefahr, dass sie sein Opfer wird, mindestens drei Mal so hoch, als dass er zu ihrem Opfer wird. 2014 waren drei Viertel der polizeilich erfassten 8971 Opfer physischer und/oder sexueller Gewalt in der Schweiz Frauen oder Mädchen. Eine Studie der Schweizer Opferbefragung hat zudem gezeigt, dass nur rund ein Fünftel der Straftaten im häuslichen Bereich überhaupt zur Anzeige gelangt.

Das ist nur die Situation im Heim und am Herd. Draussen ist es nicht viel weniger beelendend. Frauen verdienen weniger, machen auch dann, wenn sie arbeiten, die meiste Hausarbeit, verzichten in Paarbeziehungen eher auf eine berufliche Karriere und haben im Geschäftsleben die Arschkarte auf Vorrat. Die Schweiz leistet sich den sackteuren Brain-Drain von über 50'000 studierten Frauen, die im Haushalt statt in der Berufswelt arbeiten, während sie gleichzeitig über Fachkräftemangel klönt.

Männer, die von Frauen lernen, werden nicht zu Frauen. Aber höchstwahrscheinlich zu besseren Menschen.

Auch wenn Mann froh ist, keine Frau zu sein, dürfte er von Frauen ruhig ein, zwei Dinge lernen. Mann würde deshalb nicht zur Frau. Aber höchstwahrscheinlich zu einem besseren Menschen. Warum, das zeigt schon ein Blick in die Verbrechensstatistik. Laut Schweizer Strafjustiz waren im Jahr 2015 von 109'960 abgeurteilten Personen 98'898 Männer und 11'062 Frauen. Verhältnis: 89,94 zu 10,06 Prozent.

Mit zehn Prozent liegt die Frauenquote bei den Verurteilungen noch etwas höher als die Frauenquote in Schweizer Geschäftsleitungen (2017: 8 Prozent). Letzteres ist für Männer derart unangenehm, dass man es lieber verschweigt. Jedenfalls ist das Ungleichgewicht in der Schweizer Politik und den Medien (beide von Männern dominiert) jeweils kaum mehr als fünf Minuten lang Thema. So kommt es, dass die Schweiz von allen 29 OECD-Ländern nur von der Türkei, von Japan und von Südkorea geschlagen wird. Bezüglich Ungleichbehandlung der Geschlechter am Arbeitsplatz, versteht sich.

Was also tun? Wie lernen wir von den Frauen? Zumal hierzulande eine Art von Konsens herrscht, dass Gleichberechtigung und Freiheit gegeben seien, weshalb alles sicher schon seine Richtigkeit habe, so, wie es eben ist. Wo käme man hin, würde man etwas unternehmen!

Im Kleinen anfangen

Herrschaften, die solches von sich geben, sind in Politik und Wirtschaft derzeit besonders laut hörbar. Man sollte sie statt in Manager- womöglich in Gärtnerkurse schicken: Die Idee, dass sich Kulturen prächtig entwickeln, wenn nur ja niemand unterstützend eingreift, würde ihnen dort jedenfalls rasch ausgetrieben.

Klar, übertriebene Forderungen bringen kaum etwas. «Begeht weniger Verbrechen, Männer!» – das ist sehr viel leichter gesagt als durchgesetzt. Auch die fristlose Entlassung von 42 Prozent der Männer in Schweizer Geschäftsleitungen bei gleichzeitigem Ersatz durch neue weibliche Mitglieder der Geschäftsleitung ist wenig praktikabel. Zudem dürfte es dem Frieden zwischen den Geschlechtern nicht gerade dienlich sein.

Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York.

Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York. (Bild: Dina Litovsky/Redux/laif)

Anfangen muss man im Kleinen. Das ist realistischer. Und mit kleinen Veränderungen liesse sich womöglich auch manch grösseres Problem lösen.

Denn die Ungleichheiten im Verhalten in patriarchalen Gesellschaften zwischen Mann und Frau sind längst bestens erforscht. Soziolinguisten (Sprachforscher, die den Gebrauch der Sprache in sozialen, politischen kulturellen Kontexten analysieren) haben schon vor Jahrzehnten umfangreiche Studien über das Verhalten der Geschlechter in Gesprächssituationen gemacht. Es hat sich bloss noch kaum jemand die Mühe gemacht, daraus etwas zu lernen.

Einige grundlegende Erkenntnisse der soziolinguistischen Forschung, denen man so und ähnlich immer wieder begegnet:

  • Frauen legen in Konversationen Wert darauf, dass Gesprächspartner abwechselnd sprechen. Sie fördern dieses Verhalten auch gezielt in Gesprächen, etwa durch den Einsatz von Schlüsselworten und kurzen Rückfragen. Männer hingegen tendieren im Gegensatz zu Frauen dazu, an diesen Schlüsselstellen still zu bleiben – dies ganz besonders in Gesprächen mit Frauen. Probleme, Schweigen und Unterbrechungen sind programmiert.*
  • In gemischtgeschlechtlichen Gruppen wechseln Männer in Gesprächen sehr viel öfter das Thema.** Ausserdem unterbrechen Männer Frauen gerne systematisch und können so Gespräche dominieren – ein Verhalten, das Erwachsene so sonst nur gegenüber Kindern an den Tag legen.***
  • Diverse Studien haben gezeigt, dass Unterbrechungen und gleichzeitiges Sprechen in gleichgeschlechtlichen Gruppen ungefähr gleich häufig vorkommen. In gemischtgeschlechtlichen Gruppen verwandeln sich die meisten Männer in Unterbrecher.
  • In Schulklassen mit männlicher Lehrperson und überwiegend männlichen Schülern sprechen die Schüler mehr als zweieinhalb mal so viel wie die Schülerinnen. Ist die Lehrperson eine Frau, holen Schülerinnen massiv auf. In jeder der in der Studie untersuchten 24 Schulklassen – egal, ob sie aus mehr Schülern oder Schülerinnen bestand –, haben die männlichen Schüler den Unterricht dominiert.****
  • Das beschriebene Verhalten in gemischtgeschlechtlichen Gruppen trifft weder auf alle Individuen zu, noch ist es rein naturgegeben. Es ist – man kann es nicht genug betonen – auch ein Abbild der Kulturen, in denen Dialoge zwischen Mann und Frau stattfinden.*****

Das wiederum bedeutet: Es müsste schon im alltäglichen Gespräch zwischen Männern und Frauen nicht alles so sein, wie es ist. Männer könnten besser zuhören und müssten Frauen nicht so oft ins Wort fallen, wie sie dies – Studie um Studie belegt es – tun.

Einfach ist auch das nicht. Aber hier könnte man anfangen, etwas zu verändern. Wir verstehen eigentlich gut, was da läuft. Man(n) müsste nur wollen. Schon nur, indem man das eigene Kommunikationsverhalten reflektiert. Oder – zum Beispiel in Teamsitzungen – die Sache mit der Kommunikation thematisiert.

Donald Trump wäre nicht US-Präsident, hätten die Männer wie die Frauen gewählt.

Den Männern würde etwas mehr Verweiblichung guttun. Nicht nur ihnen: Es wäre für alle, vielleicht für den ganzen Planeten, eine Wohltat. Ein kleines bisschen würde schon viel helfen: Donald Trump wäre nicht US-Präsident, hätten die Männer wie die Frauen gewählt (knapp zwar, aber immerhin). Ohne die Stimmen der Frauen wäre Norbert Hofer von der FPÖ Präsident von Österreich (derselbe Hofer, der 2013 ein Buch verlegte und das Vorwort dazu verfasste, das den «Brutpflegetrieb» von Frauen beschwört und auch ansonsten abscheulichen, völkisch-nationalistischen Dreck verbreitet).

Auch das Wahlverhalten von Schweizer Frauen zeigt Unterschiede zu dem der Schweizer Männer: Rechtspopulisten kommen bei Frauen weniger gut an als bei Männern. Beim Abstimmungsverhalten sind die Unterschiede laut gfs.bern kleiner. Allerdings stellte das Institut fest, dass Schweizerinnen sich an der Urne etwas stärker für Umwelt, Service Public und Benachteiligte einsetzen als Schweizer.

Aber mal halblang. Ein guter Anfang wäre, wie angetönt, schon nur, dass man sich besser zuhört. Während Sitzungen würden sich nicht alle ständig ins Wort fallen. Themen würden nicht wild gewechselt, Beschlüsse erst dann gefällt, wenn die Mehrheit grundsätzlich einverstanden ist.

Konsens, Mann. Fuck yeah!

Mann trägt Pussy-Hat: Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York.

Mann trägt Pussy-Hat: Eindrücke vom women's strike am Weltfrauentag, 8. März 2017, in New York. (Bild: Dina Litovsky/Redux/laif)

Für die, die längst «Gender-Wahn» schreien (eine Wortkreation, die übrigens einzig und allein von Leuten verwendet wird, die an Gender-Wahn leiden – sonst hat den niemand), sei an dieser Stelle gerne noch einmal betont: Mann würde mit etwas Verweiblichung nicht zur Frau werden. Mann- oder Frau-Sein ist nicht mit männlichen und weiblichen sozialen Gepflogenheiten zu verwechseln. Das machen höchstens die, die ängstlich auf ihren imaginären Planeten Mars oder Venus hocken bleiben.

__
* DeFrancisco, Victoria (1991). «The sound of silence: how men silence women in marital relationships.» Discourse and Society 2 (4): 413-24.

** Fishman, Pamela. (1980). «Interactional shitwork.» Heresies 2: 99-101.

*** Zimmerman, Don and West, Candace. (1975) «Sex roles, interruptions and silences in conversation.» In Thorne, Barrie and Henly, Nancy (eds.) Language and Sex: Difference and Dominance: 105-29. Rowley, Massachusetts: Newbury.

**** Krupnick, Catherine. «Women and Men in the Classroom: Inequality and Its Remedies.» On Teaching and Learning 1.

***** Scherzer, Joel. 1987. «A diversity of voices: men’s and women’s speech in ethnographic perspective.» Language, Gender, and Sex in Comparative Perspective. ed. Philips, Susan U.; Steele, Susan; and Tanz, Christine. 95-120. Cambridge University Press.

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Albert Kurz

    am 17.03.2017, 07:53
  2. Beat Droll

    am 17.03.2017, 08:17

    Ich finde, was die Männer am meisten von Frauen lernen können, ist, für ihre Rechte und Gleichberechtigung zu kämpfen.

    Während die Frauen in den letzten 60 Jahren riesige Fortschritte gmacht haben, was ihre rechtliche Gleichstellung, faktische Gleichberechtigung und Freiheit bei der Wahl ihres Lebensmodells oder bei ihrem Aussehen und ihrer Kleidung betrifft, sind die Männer in dieser Zeit stehen geblieben oder haben sogar einen Rückschritt gemacht.

    Nicht nur, dass die Diskriminierung von... mehrIch finde, was die Männer am meisten von Frauen lernen können, ist, für ihre Rechte und Gleichberechtigung zu kämpfen.

    Während die Frauen in den letzten 60 Jahren riesige Fortschritte gmacht haben, was ihre rechtliche Gleichstellung, faktische Gleichberechtigung und Freiheit bei der Wahl ihres Lebensmodells oder bei ihrem Aussehen und ihrer Kleidung betrifft, sind die Männer in dieser Zeit stehen geblieben oder haben sogar einen Rückschritt gemacht.

    Nicht nur, dass die Diskriminierung von Männern bei z.B. der Wehrpflicht und dem
    Sorgerecht bestehen bleibt, es
    ist sogar verpönt, dies
    anzusprechen (ähnliIch wie Frauenrechte vor 60 Jahren).

    Über 80% aller Opfer von Gewaltverbrechen sind Männer. Und für viele ist es akzeptabel zu sagen, dass die Männer selbst schuld seien. Nirgendwo sonst wäre es akzeptabel den Opfern die Schuld zu geben.

    Vor 60 Jahren wurden Frauen in Hosen als Mannsweiber
    oder Lesben verschrien. Heute können sich Frauen anziehen, wie sie wollen, sich schminken oder auch nicht, Karriere machen oder auch nicht, Kinder haben oder auch nicht. Kurz sie haben sich befreit und emanzipiert. Dieser Prozess ist zwar nicht abgschlossen, aber im Vergleich dazu haben die Männer ihre Situation noch nicht einmal begriffen.

    Sie sind rechtlich diskriminiert und erhalten für die gleichen Verbrechen viel höhere Strafen. Hausmänner werden hinter vorgehaltener Hand belächelt. Und wenn man sich als Mann die Fingernägel lackiert, explodieren reihenweise die Köpfe.

    Ja, ich hoffe die Männer lernen von den Frauen und setzen sich endlich für ihre Rechte und Freiheiten ein!

  3. Nilving

    am 17.03.2017, 09:00

    Starke, gebildete, moderne, selbstbewusste und emanzipierte Frauen wollen starke Partner/Männer auf Augenhöhe um ihre Ziele zu erreichen. Also eher ein Vorteil für mich als Mann.

  4. Thomas Morus

    am 17.03.2017, 09:05

    Zum Thema Medien: Wie sieht es eigentlich bei der TaWo diesbezüglich aus? Wie viele Frauen, wie viele Männer in der Redaktion?

  5. Albert Kurz

    am 17.03.2017, 09:08

    Schon mal die "Gewalt" jedweder Art einer Frau erlebt? Dann lieber mal was auf den Grind von einem Mann bekommen...

  6. Nilving

    am 17.03.2017, 09:10

    P.S.
    Trump wäre nicht Präsident wenn soviel Frauen für ihn gewählt hätten…

    1. mindyou

      am 17.03.2017, 16:53

      "Trump wäre nicht Präsident wenn soviel Frauen für ihn gewählt hätten…"

      Wie viele Frauen hätten denn für Trump wählen sollen, damit er der Präsi wäre?

  7. N.G

    am 17.03.2017, 09:11

    Gleichberechtigung ist ein Muss - aber das Mann-Sein abstreifen wegen den Frauen ist ein Graus. Mann-Sein bedeutet nicht gleichzeitig die Unterdrückung der Frauen.

  8. Benedikt Herzog

    am 17.03.2017, 09:30

    Lasst uns doch bitte "Mann- oder Frau-Sein" von der Unterscheidung in "männliche und weibliche sozialen Gepflogenheiten" trennen, wie dies der Autor auch anspricht.
    Ein wichtiger Schritt dazu wäre, endlich eine andere Benennung für die letzteren Attribute zu finden und gebrauchen.

    Das in der Gender-Diskussion durchaus erforderliche Gegenüberstellen sieht mit den alten Benennungn nämlich so aus:
    "weibliches /männliches Verhalten eines Mannes", "männliches/weibliches Verhalten einer... mehrLasst uns doch bitte "Mann- oder Frau-Sein" von der Unterscheidung in "männliche und weibliche sozialen Gepflogenheiten" trennen, wie dies der Autor auch anspricht.
    Ein wichtiger Schritt dazu wäre, endlich eine andere Benennung für die letzteren Attribute zu finden und gebrauchen.

    Das in der Gender-Diskussion durchaus erforderliche Gegenüberstellen sieht mit den alten Benennungn nämlich so aus:
    "weibliches /männliches Verhalten eines Mannes", "männliches/weibliches Verhalten einer Frau".
    Damit fühlen sich die Einen in ihrer Rolle angegriffen oder reduziert, Andere finden sich in den Schemen erst gar nicht wieder.

    Würden wir das, was wir als weiblich/männlich bezeichnen,
    sich aber nicht direkt auf unsere körperliche Ausstattung bezieht,
    mit geschlechts-neutralen Begriffen bezeichnen, wäre die Diskussion viel (!!) einfacher.

    Noch keine Lösung, aber zumindest ein Vorschlag in die Richtung:
    e.g. gesamtheitlich(er) (w) rationell(er) (m);
    (wobei die Verwendung von absoluten Begriffen wiederum problematisch ist, und die relative Form ungewohnt).

  9. s chröttli

    am 17.03.2017, 10:13

    ein vorzüglicher kommentar –
    existenziell wichtig und im wortsinn not-wenig!

    gute alte soziolinguistik, die am meisten vernachlässigte grösse im alltagsgebrabbel.

    (by-the-way: sehr mutig, eine leider etwas in die jahre gekommene bibliografie anzuführen! merke: der neueste {letzte} gedanke ist nicht zwangsläufig der tiefschürfendste/wichtigste ... ganz im gegenteil, aktuell)

    find ich einfach genial, dass hier sowas von einem mann festgehalten wird.
    «mannomann, herr @brönnimann!»
    (man... mehrein vorzüglicher kommentar –
    existenziell wichtig und im wortsinn not-wenig!

    gute alte soziolinguistik, die am meisten vernachlässigte grösse im alltagsgebrabbel.

    (by-the-way: sehr mutig, eine leider etwas in die jahre gekommene bibliografie anzuführen! merke: der neueste {letzte} gedanke ist nicht zwangsläufig der tiefschürfendste/wichtigste ... ganz im gegenteil, aktuell)

    find ich einfach genial, dass hier sowas von einem mann festgehalten wird.
    «mannomann, herr @brönnimann!»
    (man stelle sich nur all die notorisch brüllenden alphatierli vor, wenn hier frau sowas vermerkt hätte – und erst die tobend kompensierenden deltamännli, seufz)

    klar, die reaktionen werden nicht ausbleiben («frauenversteher!» – fast schon so vernichtend wie «gutmensch!») – @irgendeiner wird subito nachschieben, dass bei alldem immer mami tschuld bleibt (soit disant das grimmige trump-mami, das hitler-mami, das erdogan-grossmutti)

    tja, dieser reguläre gebärneid aber auch (hoffentlich schaffen’s die reproduktiven genmechaniker & fetalen stammzellenschlosser endlich – vielleicht ist dann ja mal ruhe im befruchtungskartong ...).
    bleibt aber immer noch die andere hunzgemeine biologische begünstigung der frauen mit ihrem schier unerschöpflichen stock an eiern.
    (eiei)

    @droll
    ja, eine eigentliche – öffentliche – männliche emanzipation steht leider immer noch aus.
    mal flapsig formuliert: «mann ist leider keine unterdrückte minderheit» oder besser: sich seiner eigenen unterdrückung (selbstkasteiung) viel zu wenig bewusst.

Informationen zum Artikel

17.3.2017, 04:50 Uhr

Wir brauchen mehr Verweiblichung

Text

Text:

  • 22.04.2017 um 04:50
    Wie wird Journalismus finanziert? Die Antwort

    Ein Leser oder eine Leserin wollte wissen: Wer bezahlt das eigentlich, was ich hier lese? Wir, die Bezahlten, sind der Frage nachgegangen.

  • 20.04.2017 um 14:35
    Diskutieren ohne Scheuklappen

    Die Bildungspolitik muss hin und wieder neue Wege beschreiten. Das ist unbestritten. Ob es mit dem Lehrplan 21 in die richtige Richtung geht, wissen wir allerdings noch nicht. Zweifel sind erlaubt – frei von ideologischen Scheuklappen.

  • 10.04.2017 um 16:52
    Diese Fragen können wir beantworten – und diese nicht

    Der Testlauf zu unserer neuen Rubrik «Stadtgespräch» stösst auf erfreulich grosse Resonanz bei Leserinnen und Lesern. Was passiert genau mit den Fragen, die Sie uns stellen? Hier steht, wies geht.

  • 10.04.2017 um 11:12
    Zum Artikel: Trump: Fluch oder Segen für Basels Wirtschaft?

    Bei den Medikamenten in den USA liesse sich allerdings wirklich einiges sparen, aber nicht nur dort (das Gesundheitssystem ist dort derart bescheuert, sprich fast doppelt so teuer wie das nächst teuere – unseres – und dies obwohl es nicht doppelt so gu...

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  • 06.03.2017 um 08:09
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    Ich fand's auch ein bisschen wenig, die 13 Liter, aber genau wird man's, da haben Sie vollkommen recht, kaum je herausfinden können.

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