LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Schweiz

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Verschwörungstheoretiker 

16.3.2017, 16:14 Uhr

Eine «Presstituierte» im Shitstorm der Ganser-Gläubigen

16.3.2017, 16:14 Uhr

In seinem letzten Text hat unser Kolumnist seiner Betroffenheit darüber Ausdruck verliehen, dass Fake News und Verschwörungstheorien nicht mehr nur in dubiosen Zirkeln auf Akzeptanz stossen. Danach ist eine Welle von Hass und Diffamierung über ihn hereingebrochen. Von Knackeboul

:

Da habe ich ja eine ziemliche Büchse der Pandora geöffnet. Noch selten wurde ich so angefeindet wie von den Anhängern des Friedensforschers Daniele Ganser.

Auch in der Schweizer Rapszene melden sich aus manch Marihuana-Rauch-geschwängertem Keller Experten der Zwillingsturm-Baustatik und Geopolitik zu Wort – und hören nicht mehr auf. Ich wollte eigentlich einen Strich ziehen. Da sich aber auch zu meiner Kolumne bei der TagesWoche viele geäussert haben, zum Teil auch gebildete Leute in differenzierteren Kommentaren, dachte ich, ich gehe auf die Top-4-Einwände gegen meine Äusserungen in der TagesWoche und auf Facebook kurz ein:

«Du kannst Ganser nicht in eine Ecke mit Holocaust-Leugnern und Spinnern stellen, nur wegen gewissen Auftritten und weil braun angehauchte Plattformen seine Beiträge teilen. Er ist Doktor und Friedensforscher und deckt auf!»

Aufgrund der Häufigkeit dieses Einwands bin ich der Sache noch einmal nachgegangen – mit folgendem Resultat: Ganser tritt nicht sporadisch, sondern immer wieder vor dubiosen Gesellschaften, bei AfD- und Pegida-nahen Organisationen sowie mit Verschwörungstheoretikern, Holocaust-Leugnern und Esoterikern auf. Er leitet seine Aussagen gern ein mit Formulierungen wie «Wir Forscher…» oder «Wir Wissenschaftler…». Leider aber ist es so, dass die ernst zu nehmende Wissenschaft und Forschung den Doktor längst nicht mehr ernst nimmt und er somit fast gezwungen ist, vor braun-esoterisch-besorgtem Publikum aufzutreten.

Gansers Auftritt beim Endzeitprediger

Symptomatisch dafür ist sein Auftritt bei Ivo Saseks Anti–Zensur-Kommission. Das Video davon machte differenziert denkende Ganser-Sympathisanten dann doch etwas nachdenklich. Trotzdem betonten sie immer wieder, Ganser habe sich während des Events klar vom Endzeitprediger distanziert. Hat er das? Für mich misst sich die einzig gültige Distanzierung von so einem Event in Metern, besser noch in Kilometern: nicht hingehen!

Jeder, der diesen Ivo Sasek googelt (ich weiss schon, liebe Trolls: Google ist böse) sieht sofort: Hier wird Hitler verharmlost und der Holocaust relativiert, hier wird christlich fundamentalistisches Gedankengut gepredigt, hier wird Sektierertum getrieben. Ein Grossteil von Saseks Anhängerschaft sind bekehrte Schafe, die Liste der Redner an seinen Events liest sich wie die Besetzungsliste einer Freak-Show.

Dr. Ganser «distanziert» sich von Sasek, indem er sagt, er habe nicht gewusst, wer Sasek sei, und bei einer kurzen Recherche auch nichts gefunden, was gegen ihn sprechen würde. Zu einer Zusage bewegt habe ihn, dass sich Sasek gegen Angriffskriege ausspreche und als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert werde. Null Distanzierung also. Auch er, Ganser, werde immer wieder als Verschwörungstheoretiker diffamiert, das habe ihn motiviert. Tosender Applaus aus dem Publikum.

Ab in die Opferrolle

Applaus ertönt auch während Gansers Vortrag immer wieder. Der Vortrag handelt von verdeckter Kriegsführung. Als Friedensforscher hätte er doch – vor so einem Publikum, vor diesem Sasek und in Anbetracht der Holocaust-Leugner, die auch schon an diesem Pult sprachen – ein paar Worte über die Gefahr von Fundamentalismus, von Holocaust-Leugnerei und blinder Nachfolge verlieren können. Tat er aber nicht. Tut er selten.

Sein Verhalten lässt keine Distanzierung erkennen, sondern eine Solidarisierung mit Sasek und dessen Getreuen sowie gleichzeitig die Einnahme der altbekannten Opferrolle. Ganser weist auch seine Anhänger selten in die Schranken, wenn sie ins Irrationale driften oder rassistische Seiten und Blogs betreiben. Weil ein Grossteil seiner Anhänger eben so tickt, wie oben beschrieben.

«Du kannst doch nicht Leute, die an der offiziellen Version von 9/11 zweifeln, in einen Topf werfen mit Leuten, die an Chemtrails und Reptilien-Menschen glauben.»

Doch, kann ich. Der Topf heisst: Ich begründe mein Weltbild mit alternativen Fakten. Und glaubt mir: Ich habe versucht, völlige Wirrköpfe und differenziert Argumentierende klar zu trennen. Aber die Grenzen sind leider sehr fliessend. Immer wieder gelangte ich genau bei denjenigen Menschen und Gruppen, die mir den Vorwurf der Pauschalisierung machten, mit ein, zwei Klicks auf Verweise zu braunem, esoterischem oder hetzerischem Gedankengut.

Blanker Hass schlägt mir entgegen. Das ist genau die Reaktion von fanatischen Anhängern einer Religion, eines Kults, einer Ideologie.

Einer, der mir Pauschalisierung vorgeworfen und ein einstündiges Antwort-Video geschickt hat, verbreitet auf seinem Kanal auch Videos, in denen ein paar junge Frauen den Einsatz von Chemtrails seitens der Regierung gegen die Bevölkerung «nachweisen». Und ich könnte Dutzende solcher Kolumnen mit weiteren Beispielen dieses Paradoxons füllen.

«Wie kannst du es wagen, den Friedensforscher Ganser anzugreifen und uns als seine Jünger zu bezeichnen, du ahnungsloser Dummschwätzer!»

Dieser Einwand entlarvt sich selbst. Wie gesagt: Leute schicken mir stundenlange Videos. Ich musste einige Personen nach mehrfacher Verwarnung auf Facebook sperren. Nicht weil sie mir widersprachen, sondern weil sie Dutzende Kommentare schrieben. Blanker Hass schlägt mir entgegen. Drohungen und Verhöhnungen. Das ist genau die Reaktion von fanatischen Anhängern einer Religion, eines Kults, einer Ideologie.

Du bist vom Mainstream bezahlt, verfolgst eine Agenda, bist eine «Presstituierte», also  eine Medienhure.

Auch dieser Vorwurf entlarvt das paranoide Weltbild, derer, die ihn aussprechen.

Der Beweggrund für meine Äusserungen ist meine kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Politik. Und da beobachte ich eben eine Tendenz zur Irrationalität, die nun auch Gefilde von kritisch Denkenden und Weltverbesserern einnimmt – und das macht mir mehr Sorgen als alle bekennenden Neonazis zusammen.

Ich schwöre hiermit einen heiligen Illuminaten-Schwur, dass ich keinem Geheimbund angehöre und mit keinem Mainstream-Medium unter einer Decke stecke. Ausser vielleicht mit der TagesWoche – die scheint ja ein Lügenmedium zu sein, wenn sie meine Texte druckt.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Gesellschaft, Knackeboul

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Wenn alles Fake ist, ist alles möglich Weiterlesen

Der Spruch zum Zeitgeist Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. M Fischer

    am 18.03.2017, 22:46

    Die Menschen schauen sich die Welt an und verstehen nicht, wie es soweit kommen konnte und warum niemand die doch so offensichtlichen negativen Zustände stoppt. Warum können wir z.B. die Überfischung und totale Verschmutzung der Meerenicht stoppen? Warum war und ist ein Krieg wie in Syrien immer noch möglich? Warum hetzen wir uns auf der Arbeit bis zum Burn-Out? U.s.w.
    Wer den Verschwörungstheoretikern Paroli bieten will, muss eine Erklärung liefern, warum wir unablässig am Ast sägen, auf... mehrDie Menschen schauen sich die Welt an und verstehen nicht, wie es soweit kommen konnte und warum niemand die doch so offensichtlichen negativen Zustände stoppt. Warum können wir z.B. die Überfischung und totale Verschmutzung der Meerenicht stoppen? Warum war und ist ein Krieg wie in Syrien immer noch möglich? Warum hetzen wir uns auf der Arbeit bis zum Burn-Out? U.s.w.
    Wer den Verschwörungstheoretikern Paroli bieten will, muss eine Erklärung liefern, warum wir unablässig am Ast sägen, auf dem wir sitzen. Warum wir scheinbar irgendetwas Ungreifbarem so hilflos ausgesetzt sind...

    1. heateffect

      am 18.03.2017, 23:20

      kurz und knackig gesagt:
      Weil schlussendlich jedes Land und die Mehrheit der Menschen auf sich schaut, dass es ihm gut geht. Mann denkt: "Solange es mich nicht betrifft was kratzt es mich"?

      Verschwörungstheoretikern paroli zu bieten ist meist verschwendete Energie.
      Die sind meist so verbissen und verblendet, dass mann Sie einfach reden lassen sollte.
      Denn Leute die solches Gerede gut finden gibt es immer.

    2. M Fischer

      am 19.03.2017, 08:07

      @ heateffect:
      Da habe ich die Menschen in meinem Leben aber ganz anders kennengelernt. Die ganz grosse Mehrheit denkt sehr an seine Mitmenschen. Und je kleiner ihr Besitz, desto grösser ihr Herz.
      Wenn die Menschen denken und fühlen würde, dass die Mehrheit es so haltet wie sie es beschreiben, dann hätten sie ja eine Erklärung und würden nicht über Verschwörungstheorien sinieren.

  2. Maximillian Bresse

    am 19.03.2017, 14:17
  3. JohAnst

    am 19.03.2017, 15:14

    Ich habe gerade nochmal den ursprünglichen Artikel und diesen gelesen und da komme ich nicht darum herum zu bemerken, dass beide Artikel sachliche Kritik an den Ansichten z.B. von Herrn Ganser gänzlich vermissen lassen, diese dafür aber mit Diffamierungstaktiken reichlich ausgestattet sind.

    Einige Beispiele:

    1. "Auch in der Schweizer Rapszene melden sich aus manch Marihuana-Rauch-geschwängertem Keller Experten der Zwillingsturm-Baustatik und Geopolitik zu Wort" --- Hier werden die... mehrIch habe gerade nochmal den ursprünglichen Artikel und diesen gelesen und da komme ich nicht darum herum zu bemerken, dass beide Artikel sachliche Kritik an den Ansichten z.B. von Herrn Ganser gänzlich vermissen lassen, diese dafür aber mit Diffamierungstaktiken reichlich ausgestattet sind.

    Einige Beispiele:

    1. "Auch in der Schweizer Rapszene melden sich aus manch Marihuana-Rauch-geschwängertem Keller Experten der Zwillingsturm-Baustatik und Geopolitik zu Wort" --- Hier werden die Personen angegriffen, die eine andere Ansicht über den Hergang von 9/11 vertreten, nicht aber ihre Ansicht auf der sachlichen Ebene. Es handelt sich hier um einen logischen Fehlschluss (argumentum ad hominem).

    2. Ganser wird in diesem Aritkel angegriffen, weil er auch vor "dubiosen" Leuten spricht. Wieder das Gleiche, es wird die Person angegriffen und nicht der sachliche Standpunkt. Ob sich Herr Ganser von gewissen Menschen distanziert oder nicht hat aber überhaupt keinen Einfluss darauf, ob seine sachlichen Behauptungen zutreffen oder nicht. Wenn Sie der Meinung sind, dass Herr Gansers Ansichten nicht zutreffen, dann greifen Sie diese doch bitte auf der sachlichen Ebene an.

    3. Laut diesem Artikel gibt es Menschen, die sowohl die offizielle Version von 9/11 anzweifeln und an Chemtrails glauben, deshalb ist es laut Ihnen auch völlig ok, alle in einen Topf zu werfen. Auf die Gefahr hin, dass mich hier wiederhole, aber Sie greifen damit erneut die Person(en) an und nicht die Sache. Sauber und hilfreich wäre, wenn Sie aufzeigen könnten, warum das eine oder das andere eben stimmt oder nicht.

    4. Im Ursprungs-Artikel wird die Bericht-Erstattung von Russia Today angegriffen mit dem Argument, dass RT von Menschen mit "homophobem und paranoidem Gedankengut" betrieben wird. Und schon wieder dasselbe, zeigen Sie doch bitte auf, wo die Berichterstattung SACHLICH inkorrekt ist, anstatt einfach die Menschen anzugreifen. Sie wiederholen den gleichen logischen Fehlschluss wieder und wieder und wieder.

    Ich kann gerne weitermachen, es finden sich noch genügend Beispiele in nur diesen zwei kurzen Artikeln, allerdings findet sich kein einziges sachliches, solides Argument. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich mal über logische Fehlschlüsse zu informieren, z.B. hier www.skeptiker.ch/themen/logische-fehlschluesse/ oder hier en.wikipedia.org/wiki/List_of_fallacies oder auch hier yourlogicalfallacyis.com/ .

    1. B Esser Wysser

      am 19.03.2017, 16:09

      @JohAnst: Vielen Dank, Sie haben mir soeben einiges an Arbeit abgenommen. Gehe völlig mit Ihnen einig.

      @Knackeboul: Leider verstehe ich nicht abschliessend, worauf Sie mit Ihren Texten hinauswollen. Herr Ganser vermag ausgezeichnet, komplexe Themen so weit runter zu brechen, dass auch ein breiteres Publikum etwas mitbekommt. Sie schreiben im Vergleich komplizierter und also weniger verständlich. Oder Sie schreiben satirisch und ich realisiere das nicht.

      @Sensenmann: Sie loben Gansers Werk... mehr@JohAnst: Vielen Dank, Sie haben mir soeben einiges an Arbeit abgenommen. Gehe völlig mit Ihnen einig.

      @Knackeboul: Leider verstehe ich nicht abschliessend, worauf Sie mit Ihren Texten hinauswollen. Herr Ganser vermag ausgezeichnet, komplexe Themen so weit runter zu brechen, dass auch ein breiteres Publikum etwas mitbekommt. Sie schreiben im Vergleich komplizierter und also weniger verständlich. Oder Sie schreiben satirisch und ich realisiere das nicht.

      @Sensenmann: Sie loben Gansers Werk über die Geheimarmeen in Europa und orten dann aber seltsame geistige Irrwege in den letzten Jahren. Sie nehmen damit ein Fazit vorweg, ohne der interessierten Leserschaft auch nur annährend den Weg dorthin aufgezeigt zu haben. Beziehen Sie sich z.B. auf Ganser Buch über illegale Kriege? Niemand weiss es.
      Aus meiner Sicht agiert Ganser in erster Linie als Aufklärer: Er recherchiert, analysiert, trägt zusammen und beschreibt, was er gefunden hat. Was er uns erzählt rüttelt allem Anschein nach an den Grundwerten zahlreicher Personen. Kein Wunder, wenn er sich damit unbeliebt macht. Aktion und Reaktion eben.
      Soweit ich mitbekommen habe, geht Ganser mit Interpretationen behutsam um und Wertungen kenne ich von ihm kaum. Wenn er erklärt, wieso die USA aus seiner Sicht ein Imperium sind, dann kennt man am Schluss seine Sichtweise, seine Gründe und kann gleicher oder anderer Meinung sein. Ob es gut oder schlecht ist, dass die USA ein Imperium sind, dazu äussert sich Ganser nicht. Es ist eben so, wie es ist (aber es ist nicht zufällig so, füge ich da selber an).
      Also, Sensenmann, zeigen Sie uns die seltsamen geistigen Irrwege von Ganser auf. Ich bin gespannt.

    2. Thomi Sennhauser

      am 19.03.2017, 20:05

      @B Esser Wysser

      Die doch sehr weit her geholte Behauptung, der Syrienkonflikt sei nur wegen des Gases und einer Pipeline ausgebrochen und gefördert worden, kann man mit wenig recherchieren ins Reich der Verschwörungstheorien verbannen.

    3. B Esser Wysser

      am 19.03.2017, 20:57

      @Sensenmann: Sorry, habe ein Verständnisproblem. Das Buch über die illegalen Kriege ist 2016 erschienen.

      @Thomi Sennhauser: Wir sind uns wohl einig, dass auch der Syrienkonflikt nicht ein Produkt des Zufalls ist. Ganser behauptet auch nicht, dass der Konflikt nur wegen des Gases und einer Pipeline ausgebrochen ist. Er schildert den Interessenskonflikt im Zusammenhang mit einem Gasfeld, das von zwei Seiten angezapft wird und dem Wunsche zweier konträrer Seiten, je eine Pipeline zu bauen.... mehr@Sensenmann: Sorry, habe ein Verständnisproblem. Das Buch über die illegalen Kriege ist 2016 erschienen.

      @Thomi Sennhauser: Wir sind uns wohl einig, dass auch der Syrienkonflikt nicht ein Produkt des Zufalls ist. Ganser behauptet auch nicht, dass der Konflikt nur wegen des Gases und einer Pipeline ausgebrochen ist. Er schildert den Interessenskonflikt im Zusammenhang mit einem Gasfeld, das von zwei Seiten angezapft wird und dem Wunsche zweier konträrer Seiten, je eine Pipeline zu bauen. Die eine wäre im Interesse der USA, die andere nicht. Der Versuch eines inszenierten Regime Change (durch die USA) klingt wenigstens plausibel beim Versuch, einen Grund für den Konflikt zu finden. Dass es weitere Gründe gibt, ist naheliegend.

    4. Thomas Zett

      am 21.03.2017, 18:56

      @JohAnst Vielen Dank, dass Sie sich für diese Analyse Zeit genommen haben. Es war mir eine Freude sie hier zu finden. Ich kann Ihnen nur zustimmen.

      @Knackeboul Dass ihre unsachliche Kritik an Herrn Ganser Ihnen unsachliche Antworten auf ihren Artikel einbringt, bedauere ich. Auch wenn ich diese Reaktion nachvollziehen kann, heisst es doch: Wie es in den Wald hineinruft,...

  4. alfim

    am 19.03.2017, 17:04

    Lieber Knockeboul
    Ich habe Ihr Video ganz gehört und bin mit vielem, was Sie darin äussern, einverstanden. Eines verstehe ich nicht: Sie reden von den rechten Verschwörungstheoretikern und deren Pauschalisierungen, und von den Gefahren, die von Ihnen ausgehen: Einverstanden, sehe ich auch so. Aber daraus auch Ganser in die rechte Schmuddelecke abzuschieben, geht doch nicht an. In der Arena wurde Ganser explizit als „umstrittener“ Historiker vorgestellt, weshalb Zanetti nicht als... mehrLieber Knockeboul
    Ich habe Ihr Video ganz gehört und bin mit vielem, was Sie darin äussern, einverstanden. Eines verstehe ich nicht: Sie reden von den rechten Verschwörungstheoretikern und deren Pauschalisierungen, und von den Gefahren, die von Ihnen ausgehen: Einverstanden, sehe ich auch so. Aber daraus auch Ganser in die rechte Schmuddelecke abzuschieben, geht doch nicht an. In der Arena wurde Ganser explizit als „umstrittener“ Historiker vorgestellt, weshalb Zanetti nicht als umstrittener Politiker, Schawinsky als umstrittener Journalist? Es geht nicht an, einen Historiker, der in Wahrnehmung seiner Aufgabe offizielle Verlautbarungen wie den 9/11 Bericht hinterfragt und eine von diesem Bericht abweichende Theorie als Möglichkeit in Betracht zieht, als Verschwörungstheoretiker zu verunglimpfen. Sonst würde das Prädikat wohl auch gelten für einen unverdächtigen Kritiker der amerikanischen Aussenpolitik wie Noam Chomsky! Dieser hat die Lügen amerikanischer Politiker oft erst nach Jahren belegen können, weil die Dokumente lange geheim und unter Verschluss gehalten wurden. Es wäre sogar Pflicht der Medien, wenn sie ihre Aufgabe ernst nehmen, offizielle Verlautbarungen kritisch zu hinterfragen. Ist dies etwa geschehen im Zusammenhang mit 9/11?
    Sie singen fast ein Hohelied über die Medienschaffenden, wissen aber spätestens seit der damaligen Anstalt-Sendung mit Uthoff, dass sehr wohl ein Filz besteht zwischen Redaktoren und Chefs deutscher „Qualitätsmedien“ und amerikanischen Vereinigungen der Rüstungslobby (siehe dazu: Uwe Krüger, Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse ,Bd. 09 Institut für Praktische Journalismus- und Kommunikationsforschung, 2013).
    Naiv ist es nicht nur, den sog. Verschwörungstheoretikern hinterher zu laufen, ebenso naiv ist es, real existierende Verschwörungen nicht wahrnehmen zu wollen.
    Bis jetzt habe ich die Arbeiten von Ganser nach ihrem Aufklärungswert beurteilt. Und Sie werden die in seinen Büchern beschriebenen Zusammenhänge und Erkenntnisse kaum in Frage stellen wollen. Weshalb wird er jetzt identifiziert mit dem extrem rechten Teil seiner Anhängerschaft? Das ist in etwa so dumm, wie die Friedensbewegung als rechtsradikal abzustempeln, bloss, weil auch ein paar rechte Anhänger gegen Wiederaufrüstung und TTIP sind. Weshalb ist es denn so schwierig, eine Unterscheidung zu machen zwischen Menschen, die um wissenschaftliche Erkenntnisse und Wahrheitsfindung bemüht sind und einer dumpf brüllenden vorurteilsbesessenen rassistischen Meute? Die rechten Gefahren gehen doch wohl kaum von Gansers Erkenntnissen aus, vielmehr ist in diesem Zusammenhang auch zu fragen, in wessen Interesse die Verunglimpfung seiner Person geschieht. Ganser im Zusammenhang mit Hitler zu nennen finde ich infam, und es trägt dazu bei , seine notwendige aufklärerische Arbeit zu diskreditieren.
    Meiner Meinung nach ist es legitim, gewisse persönliche Handlungen und Verhaltensweisen eines Menschen zu kritisieren, aber es geht nicht an, diese Kritik als Argument gegen die Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zu benutzen.
    Besinnen wir uns doch darauf, wo die wirklichen Feinde unserer demokratischen Errungenschaften zu orten sind, bemühen wir uns um eine differenzierte Sichtweise weg vom Schwarz-Weiss-Denken.

    1. Thomi Sennhauser

      am 19.03.2017, 20:36

      "Bis jetzt habe ich die Arbeiten von Ganser nach ihrem Aufklärungswert beurteilt. Und Sie werden die in seinen Büchern beschriebenen Zusammenhänge und Erkenntnisse kaum in Frage stellen wollen."

      Doch, denn damit tue ich genau das, was Ganser selber in der Arena gefordert hat, nämlich hinterfragen und wer das tut, wird schnell fündig. Man ist heute, was die Dokumente angeht, um einiges weiter. Für mich irritierend ist, dass sich Ganser offenbar nicht die Mühe macht, diese zu beachten.... mehr"Bis jetzt habe ich die Arbeiten von Ganser nach ihrem Aufklärungswert beurteilt. Und Sie werden die in seinen Büchern beschriebenen Zusammenhänge und Erkenntnisse kaum in Frage stellen wollen."

      Doch, denn damit tue ich genau das, was Ganser selber in der Arena gefordert hat, nämlich hinterfragen und wer das tut, wird schnell fündig. Man ist heute, was die Dokumente angeht, um einiges weiter. Für mich irritierend ist, dass sich Ganser offenbar nicht die Mühe macht, diese zu beachten. Vielmehr vertritt er immer noch die gleichen Ansichten, wie 2005. Historiker sollten meiner Meinung nach, geschichtliche Tatsachen erforschen und diese zu veröffentlichen. Dabei auch noch Theorien aufstellen, die nicht belegbar sind, gehört für mich nicht dazu.
      Zu Krüger eine Anmerkung: er selber räumt ein, dass Kontakte zu Organisationen oder Gesprächspartner die Berichterstattung tatsächlich nicht unbedingt beeinflussen. Es ist eine Netzwerkanalyse, deren wissenschaftlicher Wert man getrost hinterfragen sollte.

Informationen zum Artikel

16.3.2017, 16:14 Uhr

Eine «Presstituierte» im Shitstorm der Ganser-Gläubigen

Text

Text: Knackeboul

  • 22.06.2017 um 11:17
    Wurst-Therapie gegen Gewissensbisse

    Knackeboul hat es aufgegeben, Vegetarier werden zu wollen. Seinen Kater Machiavelli knuddelt er noch immer gern, Seelenverwandte kann er in Tieren aber beim besten Willen nicht erkennen.

  • 12.06.2017 um 04:50
    Die wohltuende Züchtigung des strengen Vaters

    Gewalttätige Schwulenhasser drängen zurück an die Macht. Und die Gesellschaft von heute empfängt die starken Männer aus der Vergangenheit mit offenen Armen.

  • 26.05.2017 um 04:50
    Ein wilder Trip durch ein verrücktes Europa der Vorurteile

    Schweizer essen Schoggi, Deutsche haben keinen Humor und Griechen sind faul. Für den TV-Sender Arte hat Knackeboul Klischees und Vorurteile überprüft.

Aktuell

Christoph Kieslich: Ein Blick durch den Zaun auf die Übungsplätze des FC Basel, der an diesem Donnerstag wieder den Trainingsalltag aufnimmt.
2

FC Basel 

Trainingsstart beim FCB ohne Sporar

Zwanzig Tage nach dem letzten Spiel beginnt an diesem Donnerstag die Vorbereitung beim FC Basel auf die am 22. Juli beginnende neue Saison. Die einzige Neuverpflichtung, die der neue FCB-Trainer Raphael Wicky begrüssen wird, ist Stürmer Ricky van Wolfswinkel.Von Christoph Kieslich. Weiterlesen2 Kommentare

Keystone/ALESSANDRO DELLA VALLE: Als Spieler des FC Basel begeistert Walter Samuel die Anhängerschaft. Als Assistenztrainer des FC Lugano kehrt er zum Schweizer Meister zurück.

FC Lugano 

Samuel kehrt im August nach Basel zurück

Am Mittwoch wurde Pierluigi Tami als Trainer des FC Lugano vorgestellt. Der prickelnde Moment für alle Fussballfans war aber, als der Europa-League-Teilnehmer verkündete, dass Walter Samuel Tamis Assistent wird. Der 39-jährige Argentinier kehrt in die Super League zurück, in der er seine Spielerkarriere beim FC Basel vor gut einem Jahr beendet hat.Von Samuel Waldis. Weiterlesen