LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

«The OA» 

19.12.2016, 12:01 Uhr

Engelsgleiche Science-Fiction auf Netflix

19.12.2016, 12:01 Uhr

Mit der Mystery-Serie «The OA» hat Netflix mal wieder einen Volltreffer gelandet, der uns auf uns selber zurückwirft. Von

©Netflix: Das Mädchen Prairie erzählt nur im kleinen Kreis, was ihr widerfahren ist, und rekrutiert die Zuhörer als Helfer in der Not.

Das Mädchen Prairie erzählt nur im kleinen Kreis, was ihr widerfahren ist, und rekrutiert die Zuhörer als Helfer in der Not. (Bild: ©Netflix)

Es beginnt mit einem Video: Eine blonde Frau in einem Abendkleid rennt verwirrt auf einer Autobahnbrücke hin und her, stolpert auf den Rand zu, klettert über die Brüstung, schaut noch einmal zurück und lässt los.

Ein paar Tage später öffnet sie auf einer Intensivstation in St. Louis die Augen. «Können Sie mir sagen, wer sie sind?», fragt die Krankenschwester. «I am the OA», antwortet The OA, die eigentlich Prairie und noch eigentlicher Nina heisst. Aber das erfahren wir erst später. Jetzt ist erstmal Verwirrung angesagt.

Denn die junge Frau weiss offensichtlich weder richtig wer sie ist, noch wo sie ist, und auch ihre Adoptiveltern, die nach kurzer Zeit ins Krankenhaus geeilt kommen, erkennt sie nicht. Erst als sie das Gesicht der Mutter in die Hände nimmt, erkennt sie, wer vor ihr sitzt. Denn Prairie, so heisst sie für ihre Adoptiveltern, ist eigentlich blind.

Nach sieben Jahren sehend wieder aufgetaucht

Beziehungsweise war. Jetzt, nachdem sie sieben Jahre lang verschwunden war, kann Prairie wieder sehen. Und nennt sich «The OA». Und sagt so komische Sachen wie «I need to go back to them.» «Die, die dich gefangen gehalten haben?», fragt das FBI. The OA nickt. Deshalb sei sie auch von der Brücke gesprungen. Um sie zu finden. Danach zieht sie sich in ihr Zimmer zurück, nimmt ihre Videokamera hervor und redet mit einem gewissen Homer, zu dem sie zurückkehren will. «But sometimes I'm scared I only made you up.»

Man merkt, sich diese Serie erklären zu wollen, führt nach einem ersten Augenschein zu einzig zwei Möglichkeiten: irre Klapsengeschichte oder irre Aliengeschichte. Als The OA schliesslich fünf Menschen um sich schart, um ihnen ihre Geschichte zu erzählen und sie als Helfer in der Not zu rekrutieren, kommt noch eine dritte Möglichkeit dazu. Diese scheint auf den ersten Blick die plausibelste, wenn man nur nicht immer wieder das Gefühl hätte, von diesem blonden Engel (so wird sie auch diverse Male genannt), in die Irre, beziehungsweise Hölle geführt zu werden.

Angenehm unterschwellig

Der blonde Engel wird gespielt von Brit Marling, die zusammen mit Regisseur Zal Batmanglij auch das Drehbuch zur achtteiligen Serie geschrieben hat. Marling hat ein Händchen für fantastisches Storytelling, wie sie bereits mit dem Science-Fiction-Drama «Another Earth» bewiesen hat. Darin spielte sie ein traumatisiertes Mädchen, das sich von einer zweiten Erde, die plötzlich am Firmament auftaucht, Erlösung erhofft. Marling schrieb das Drehbuch und schuf damit einen Film, der sich vom grassierenden Sci-Fi-Gedöns abhob: eine zarte, lebensnahe Leidensgeschichte, wo das Futuristische nicht als polternder Protagonist, sondern als subtiler Katalysator auftrat. 

Auch in «The OA» ist Science-Fiction am Start, allerdings noch weit unterschwelliger als bei «Another Earth». Man fühlt sich an «Stranger Things» erinnert, die Serie, mit der Netflix im Herbst Gruselfans und Sci-Fi-Nerds begeisterte. Auch in «The OA» geschehen unerklärliche Dinge, allerdings wird ziemlich schnell klar, dass die dafür verantwortlichen Ungeheuer wohl nicht aus einer dunklen Parallelwelt stammen, sondern aus den Tiefen der Psyche der Protagonistin selbst.

Dazu kommen poetische Einstellungen, gute Dialoge und eine Menschlichkeit, die einem bei «Stranger Things» gefehlt hat. «The OA» schleicht sich schmerzlich nah an den Zuschauer ran und hakt sich fest. Abgründe gehen auf und Einsichten präsentieren sich, auch eigene. 

Was kann uns verwöhnte Netflixer heute noch überzeugen, wenn an allen Ecken perfekt produzierte Serien mit wilden Geschichten aufwarten? Vielleicht ist es genau das: Geschichten, die uns auf uns selbst zurückwerfen. Sich in die menschliche Psyche hinunterwagen, engelsgleich verführen und verdammen. Wenn dem so ist, dann ist «The OA» momentan ganz hoch im Rennen.

_
«The OA», ab sofort auf Netflix

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Medien, Netflix, Serien

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. stephan herzog

    am 19.12.2016, 15:48

    Dirk Gently's Hollistic Detective Agency ist auch ganz hübsch, wenn wir schon bei neuen Netflix Serien sind. Originell und herrlich absurd, wenngleich auch etwas zu amerikanisiert...

Informationen zum Artikel

19.12.2016, 12:01 Uhr

Engelsgleiche Science-Fiction auf Netflix

Text

Text:

  • 24.04.2017 um 05:00
    Signore Navarras Geheimnis

    Eigentlich wollen wir nur kurz Herrn Navarra in seinem Laden für technische Fussorthopädie besuchen, den er nach über 30 Jahren schliesst. Aber dann führt uns der 82-Jährige in seinen Keller.

  • 23.04.2017 um 06:00
    Die Papeterie Hug an der Metzerstrasse schliesst nach 35 Jahren

    35 Jahre lang haben Elisabeth und Marcel Hug im St. Johann ihre Papeterie geführt. Nun schliessen sie ihren Laden an der Ecke Krayenrain/Metzerstrasse.

  • 19.04.2017 um 04:52
    In der Freien Strasse gibts bald frische Pasta

    Nudelfans aufgepasst: Anfang Mai eröffnet in der Freien Strasse die erste Schweizer Filiale des Frischpasta-Herstellers Anton&Konsorten.

Aktuell

Gabriel Brönnimann: Ein typischer Vorgarten von Werentzhouse: Der Fantasie bei der Gartengestaltung...

Elsass 

Bei unseren Nachbarn, den Frontisten

Nur wenige Autominuten hinter der Schweizer Grenze rückt die politische Landschaft scharf nach rechts. Ein Besuch in Werentzhouse, der Elsässer Hochburg von Marine Le Pens Front National.Von Renato Beck und Gabriel Brönnimann. Weiterlesen

Herzog & de Meuron: Station Mitte der Regio-S-Bahn: Wer hier aus- und einsteigen möchte, muss hoffen, dass der Bund mehr Geld für die weiteren Ausbauschritte der Bahninfrastruktur zur Verfügung stellt.

Bahnausbau 2030/35 

Das Rennen um Bundesgelder ist lanciert

Das Bundesamt für Verkehr hat zwei Varianten für den Bahnausbau-Schritt 2030/35 präsentiert: An erster Stelle Ausbauten auf der Ost-West-Achse. Basel muss mit seinem Herzstück auf die erweiterte und teurere Variante 2035 hoffen und sich auch dann hinter einem Ausbau des Zürcher Bahnhofs Stadelhofen anstellen. Von TaWo und sda. Weiterlesen