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Medien 

6.10.2016, 09:40 Uhr

Die schleichende Übernahme der «Basler Zeitung»

6.10.2016, 09:40 Uhr

Die «Basler Zeitung» wird weiter umgebaut. Zu einem substanziellen Abbau kommt es im Wirtschaftsressort, wo man künftig aus Zürich beliefert wird – auch zwei Sportredaktoren verlassen das Unternehmen. Dazu machen brisante Aussagen die Runde. Von und

KEYSTONE/Andreas Frossard / Montage: Hans-Jörg Walter: Ein Mischwesen wächst heran: Der «Basler-Anzeiger».

Ein Mischwesen wächst heran: Der «Basler-Anzeiger». (Bild: KEYSTONE/Andreas Frossard / Montage: Hans-Jörg Walter)

Die «Basler Zeitung» wird zur Übernahmekandidatin fit getrimmt – diesen Eindruck erwecken die jüngsten Vorgänge im Medienhaus am Aeschenplatz. Nachdem im August eine noch engere Kooperation mit dem Zürcher Medienkonzern Tamedia publik wurde, folgen nun erste Schritte.

Die Wirtschaftsressorts halten seit Anfang Oktober gemeinsame Planungssitzungen ab, Artikel beider Redaktionen werden getauscht. Der Austausch wurde seitens der BaZ intern als «Testlauf» angekündigt, Chefredaktor Markus Somm hat diesen aber nach Informationen der TagesWoche zum Anlass genommen, das Ressort kräftig zurückzubauen. Von fünf auf zwei Personen.

Somm schafft Fakten

Künftig werden demnach noch zwei Redaktoren das Wirtschaftsgeschehen in der Region im Auge haben. Kurt Tschan wird ins Lokalressort zurückversetzt. Zwei weitere verlassen das Unternehmen: Der profilierte Wirtschaftsjournalist Daniel Zulauf schreibt künftig für die «Aargauer Zeitung» statt für die BaZ. Ressortleiter Ruedi Mäder, 2012 von der AZ zur BaZ gewechselt, wird das Haus ebenfalls verlassen.

Auf den Test-Status des Unterfangens beruft sich auch Christoph Zimmer, Sprecher von Tamedia: «Die beiden Ressorts stimmen gegenseitig die Wirtschafts-Themenplanung ab. Ob der Austausch längerfristig eingeführt wird, ist noch offen. Falls ja, könnten die Leser von einer Vor-Ort-Berichterstattung über den Banken- und Finanzplatz Zürich sowie den Pharma- und Bankenplatz Basel profitieren.»

Ob auch Tamedia die Liaison dazu nutzt, die Kosten zu senken – sprich: die Redaktion zu verkleinern –, lässt Zimmer offen: «Derzeit handelt es sich erst um einen Test, deshalb können wir diese Frage im Moment nicht beantworten.»

Abgänge im Sport

Weniger Zurückhaltung zeigt BaZ-Chefredaktor und -Miteigentümer Markus Somm. Er bestreitet sein Blatt mit immer weniger Personal. Der in Pension gegangene Kulturjournalist Siegfried Schibli wird nicht ersetzt. Um Stellen gerungen wird auch im Sportressort, das zwei Abgänge verzeichnet. Einer der besten Schreiber des Blatts, der langjährige stellvertretende Ressortleiter Andreas W. Schmid, wandert zur «Coop-Zeitung» ab, an dieselbe Stelle zieht es Sportredaktor Fabian Kern.

Auch das Politikressort muss Federn lassen. Somm hat umgeplant. Stärkte er noch vor einem Jahr seine Politikredaktion, um national jene Leser und jenen Einfluss zu gewinnen, die ihm in Basel fehlen, vollzieht er nun eine Kehrtwende und pumpt die Ressourcen zurück ins Lokalressort. Inlandredaktorin Alessandra Paone wurde ebenso ins Lokale zurückbeordert wie Christian Keller, neuerdings Leiter Region.

«Testlauf» im Feuilleton

Ein Austausch von Artikeln war ursprünglich auch im Sport geplant. Dort verhinderte heftiger Widerstand aus beiden Redaktionen ein stärkeres Zusammengehen, weshalb das Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde.

Anders sieht es im Feuilleton aus, wo die Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorhanden sei. Entsprechend kündigt Tamedia-Sprecher Zimmer auch dort einen Testlauf an.

Damit wird das Verhältnis, das die beiden Medienhäuser miteinander pflegen, noch inniger. Bereits arbeitet man in der Vermarktung, beim Onlineauftritt von «Newsnetz», beim Druck der BaZ, bei den Beilagen und den Abos eng zusammen.

Somm und Supino

Und es könnte gemäss Aussagen von Somm noch kuschliger werden. Somm, dessen Inthronisierung bei der NZZ in letzter Minute verhindert werden konnte, versteht sich offenbar blendend mit Tamedia-Verwaltungsratspräsident Pietro Supino, mit dem er gemeinsam im Verlegerverband sitzt. [*]

Vor allem Somms Auftreten, seine politischen Überzeugungen und seine rigorose Personalpolitik beim Um- und Abbau der eigenen Redaktion sollen Supino imponieren. Somm will dazu, wie zu allen weiteren Fragen, keine Stellung nehmen. Tamedia-Sprecher Zimmer dementiert deutlich: «Die Ernennung des ‹Tages-Anzeiger›-Chefredaktors liegt in der Zuständigkeit des Verwaltungsrates. Ein Wechsel war weder im Verwaltungsrat noch in der Gründerfamilie je ein Thema, weil wir mit Arthur Rutishauser sehr zufrieden sind und es nie solche Gespräche mit Markus Somm gab.»

Marktlücke links der Mitte

[*] Hinweise darauf, dass nicht nur die Tagi-Leser und -Abonnenten mehrheitlich linksliberal ausgerichtet sind, sondern dass sich in der Schweizer Medienlandschaft eine grosse Marktlücke links der Mitte aufgetan hat, stossen bei Supino auf taube Ohren. Und das, obwohl Supino bis vor kurzem im Hause Tamedia den Ruf hatte, sich nur für Zahlen und weniger für Inhalte zu interessieren.

__
*An den mit [*] markierten Stellen wurden Passagen auf Forderung eines von der Tamedia beauftragten Anwaltes gelöscht.

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Markus Somm, Medien, Basler Zeitung, Journalismus

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Christoph Meury

    am 6.10.2016, 10:40

    Dass dieser Prozess eine Gesundschrumpfung wäre, kann man ja nicht sagen. Die BaZ muss zwangsläufig ihre "Grösse" nach unten korrigieren, weil sie in den letzten Jahren massiv LeserInnen eingebüßt hat. Das ist offensichtlich der Preis ihrer rechtskonservativen Ausrichtung. Ein Kurs, welcher mehrheitlich nicht goutiert wird. Da Somm & Co. sich zudem vermehrt mit Hetzkampagnen zu profilieren versuchen, wird das Blatt immer ungeniessbarer. Interessant ist Peter Knechtlis Analyse auf... mehrDass dieser Prozess eine Gesundschrumpfung wäre, kann man ja nicht sagen. Die BaZ muss zwangsläufig ihre "Grösse" nach unten korrigieren, weil sie in den letzten Jahren massiv LeserInnen eingebüßt hat. Das ist offensichtlich der Preis ihrer rechtskonservativen Ausrichtung. Ein Kurs, welcher mehrheitlich nicht goutiert wird. Da Somm & Co. sich zudem vermehrt mit Hetzkampagnen zu profilieren versuchen, wird das Blatt immer ungeniessbarer. Interessant ist Peter Knechtlis Analyse auf Onlinereports: www.onlinereports.ch/News.109+M5503224a53b.0.html zum BaZ-Engagement im laufenden Wahlkampf ("Den schärfsten Wahlkampf betreibt die Basler Zeitung"). So oder so, die Bedeutung der BaZ wird weiter schrumpfen und Somm muss den Betrieb und damit auch die Redaktion adäquat verkleinern. Das ist bedauerlich für die suspendierten RedaktorInnen, aber ein absehbarer Prozess. Damit wird die BaZ mittelfristig zu einem Übernahmekandidaten. Wenn wir uns noch etwas in Geduld üben und zuwarten bis nur noch der Titel zum Verkauf steht, können wir uns die BaZ leisten und sie zu guter Letzt sogar käuflich erwerben. Die Zeit dazwischen nutzen wir, um ein wenig Geld auf die Seite zu legen, damit wir diesen letzten Akt gemeinsam vollziehen können. Weil: Eine minimale Medienvielfalt würde dieser Region gut anstehen. Letztendlich wollen wir uns ja nicht mit medialem Fastfood und Internetgedönse zufriedengeben und zuscheissen lassen.

    1. s chröttli

      am 7.10.2016, 09:18

      @meury

      «die baz muss zwangsläufig ihre „grösse“ nach unten korrigieren ...»

      eine echte tschälläntsch – zum glück gibt’s die nanotechnologie ...

  2. s chröttli

    am 6.10.2016, 11:22

    am bedenklichsten erscheint, dass der sommarisch bekennende basel-verächter die (wirtschaftliche) info von zürich her fluten will.

    basel steht ein leitmedium zu, das die – hier: wirtschaftlich – speziell solide regio stützt, nicht unterminiert.

    hohe zeit, dass der chefkleckser selbst endlich leine zieht.
    (einer zieht ja eh schon immer an seiner leine: bei fuss!)

  3. Inaktiver Nutzer

    am 6.10.2016, 11:29

    Ich bin mit Herrn Meurys Analyse durchaus einverstanden, sehe aber auch einige Probleme.
    Erfreulich wärs ja gewesen wenn die Abonnentszahlen der TaWo im Umfang des Rückgangs derselben bei der BaZ gestiegen wären. Es deutet allerdings nicht viel darauf hin, dass die abgesprungenen BaZ-Leser in der Mehrheit bei der TaWo gelandet sind.
    Es würde wahrscheinlich eine breitere politische und gesellschaftliche Basis als die bei der TaWo jetzt vorhandene brauchen, um den Titel BaZ zu übernehmen. Ob... mehrIch bin mit Herrn Meurys Analyse durchaus einverstanden, sehe aber auch einige Probleme.
    Erfreulich wärs ja gewesen wenn die Abonnentszahlen der TaWo im Umfang des Rückgangs derselben bei der BaZ gestiegen wären. Es deutet allerdings nicht viel darauf hin, dass die abgesprungenen BaZ-Leser in der Mehrheit bei der TaWo gelandet sind.
    Es würde wahrscheinlich eine breitere politische und gesellschaftliche Basis als die bei der TaWo jetzt vorhandene brauchen, um den Titel BaZ zu übernehmen. Ob die Besitzer - obwohl Erzkapitalisten mit unerschütterlichem Glauben an den selbstregulierenden Markt - sich auch bei einem Höchstangebot, das platzfremde Mitbieter aus dem Rennen werfen würde, dieses Einflussmittel politisch Linken (oder evt. wirklich Liberalen...) zu überlassen, ist zu bezweifeln.

    1. Phil Boesiger

      am 6.10.2016, 11:46

      Herr Seiler, ich frage mich, warum immer nur zwischen TaWo und BaZ verglichen wird. Der BaZ-Mitbewerber in der Nordwestschweiz ist nicht die Tawo mit ihrer Print-Wochenzeitung, sondern die täglich erscheindende BZ. Die BZ hat seit der Sommisierung der BaZ in unserer Region LeserInnen und Kontur gewonnen - als parteienneutrales Informationsmedium.

      Nun ist es offensichtlich, dass seit dem Aufstieg des Internets und der Online-Medien sämtliche Printmedien Auflagenrückgänge zu verzeichnen... mehrHerr Seiler, ich frage mich, warum immer nur zwischen TaWo und BaZ verglichen wird. Der BaZ-Mitbewerber in der Nordwestschweiz ist nicht die Tawo mit ihrer Print-Wochenzeitung, sondern die täglich erscheindende BZ. Die BZ hat seit der Sommisierung der BaZ in unserer Region LeserInnen und Kontur gewonnen - als parteienneutrales Informationsmedium.

      Nun ist es offensichtlich, dass seit dem Aufstieg des Internets und der Online-Medien sämtliche Printmedien Auflagenrückgänge zu verzeichnen haben. Glücklicherweise aber nicht in dem Ausmass wie die sich allmählich marginalisierende BaZ mit konkretem Umerziehungsauftrag aus Herrliberg.

      Ich glaube schon, dass auch Printmedien heute noch zur Meinungsbildung beitragen, aber wenn sie so plump daher kommen wie die BaZ, dann fühle ich mich als Bewohner unserer Region schon sehr unterschätzt.....

    2. Marcel Pfister

      am 6.10.2016, 11:47

      Fragt sich, ob es heutzutage wirklich noch "lokale" Printmedien braucht. Eigentlich sollte der Lokalteil von Internetmedien oder Lokalfernsehen übernommen werden. Das Programm von TeleBasel ist wirr organisiert und strukturiert und ist vollgepropft von Advertorials.Bei TeleBasel gibt es 10 Minuten (!!!) Nachrichten, Sport und Wetter und dann noch 10 Minuten (!!!) Börseninformationen auf Baseldytsch. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Blocherpresse (WeWo, BaZ, BZ, Bund) ist ungeniessbar... mehrFragt sich, ob es heutzutage wirklich noch "lokale" Printmedien braucht. Eigentlich sollte der Lokalteil von Internetmedien oder Lokalfernsehen übernommen werden. Das Programm von TeleBasel ist wirr organisiert und strukturiert und ist vollgepropft von Advertorials.Bei TeleBasel gibt es 10 Minuten (!!!) Nachrichten, Sport und Wetter und dann noch 10 Minuten (!!!) Börseninformationen auf Baseldytsch. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Blocherpresse (WeWo, BaZ, BZ, Bund) ist ungeniessbar und tendenziös. Und nun will diese unsägliche Natalie Rickli noch unsere SRG angreifen. Ohne mich.

    3. s chröttli

      am 6.10.2016, 11:47

      @seiler
      absolut einverstanden.
      ich kann leider keinen klaren willen/auftrag, keine klare langfristige vision, keine gezielte mittelfristige positionierung/profilierung diesbezüglich bei der tawo erkennen.

      indem man selbst auf der suche nach der leserschaft die gehaltvolleren beiträge schleichend reduziert – und vermehrt auf süffiges kurzfutter setzt (mit löblichen ausnahmen – i.e. wahlbegleitung in zusammenarbeit mit weiteren – aber auch der personellen besetzung), präsentiert man sich... mehr@seiler
      absolut einverstanden.
      ich kann leider keinen klaren willen/auftrag, keine klare langfristige vision, keine gezielte mittelfristige positionierung/profilierung diesbezüglich bei der tawo erkennen.

      indem man selbst auf der suche nach der leserschaft die gehaltvolleren beiträge schleichend reduziert – und vermehrt auf süffiges kurzfutter setzt (mit löblichen ausnahmen – i.e. wahlbegleitung in zusammenarbeit mit weiteren – aber auch der personellen besetzung), präsentiert man sich nicht wirklich als ernstzunehmende alternative (joint venture!).
      und wie Sie schreiben: bleibt dabei noch völlig unbeantwortet, ob die spielenden milliardäre sowas überhaupt zulassen würden (kotz!).

    4. Alois Karl Hürlimann

      am 6.10.2016, 11:50

      Tatsache ist, dass auch so bedeutende Printveranstaltungen wie die NZZ seit Jahren massiv Abonnenten verliert. Man kann annehmen, dass diese Verluste teilweise auf die Tatsache zurückzuführen sind, dass immer weniger jüngere Leute Zeitungsabonnements abschliessen. Da hat sich auch einer wie Blocher ganz gehörig getäuscht: Man kann sich heute mit dogmatisiertem Parteizeitungsjournalismus angesichts dessen,was an Nachrichtenfülle und Nachrichtenmöglichkeiten für die gesamte interessierte... mehrTatsache ist, dass auch so bedeutende Printveranstaltungen wie die NZZ seit Jahren massiv Abonnenten verliert. Man kann annehmen, dass diese Verluste teilweise auf die Tatsache zurückzuführen sind, dass immer weniger jüngere Leute Zeitungsabonnements abschliessen. Da hat sich auch einer wie Blocher ganz gehörig getäuscht: Man kann sich heute mit dogmatisiertem Parteizeitungsjournalismus angesichts dessen,was an Nachrichtenfülle und Nachrichtenmöglichkeiten für die gesamte interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung steht, bloss lächerlich machen.
      Und: Auflagenzahlen von Printmedien sind genau gleich wie Abonnementszahlen keineswegs mehr quasi unumstössliche Hinweise auf die Bedeutung, also den Nachrichten - und den Publizitätswert eines Medienerzeugnisses. FB oder Twitter, auch Onlinepräsenz sind inzwischen Alltag. Insofern ist die BaZ so, wie sie sich heute darstellt, auf verlorenem Posten. Ob die Tamedia sich auf ein Spielchen à la vorgestriger Blocherqualität einlassen, wird schlussendlich nicht an "rechts" oder"links" oder "liberal" entschieden, sondern durch den Werbekuchenanteil. Und der richtet sich durchaus auch nach den über alle Medien ansprechbaren vermuteten und potentiellen Kunden. Da ist die Vermutung durchaus gegeben, dass die Kaufkraft der "Blochergläubigen" weit weniger attraktiv ist als jene der "sozialliberalen" Mehrheit, welche nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Westeuropa eine eindrückliche Gesellschaftsmehrheit darstellt. Heterogenität in Gesellschaften ist wirtschaftlich bedeuten interessanter als Uniformität und Xenophobentum.

    5. Inaktiver Nutzer

      am 6.10.2016, 12:12

      @an alle. Ich spreche AUSDRÜCKLICH vom TITEL BaZ, also sozusagen dem Namen der Zeitung.
      Nichts gegen die Basellandschäftliche - durchaus gute Qualiät - aber in der Stadt ist der Name ein Nachteil.
      Was die Werbung - vulgo den Kuchen - angeht: Wie will man die online messen ? Ich kenne mich da nicht aus. Ich kann mir auch nicht vorstellen wie man das in ein zukünftiges Projekt wegen der Marktchancen hineinprojizieren soll ?
      Wenn wir den online-Teil der Leser, der ja sicher steigen wird, als... mehr@an alle. Ich spreche AUSDRÜCKLICH vom TITEL BaZ, also sozusagen dem Namen der Zeitung.
      Nichts gegen die Basellandschäftliche - durchaus gute Qualiät - aber in der Stadt ist der Name ein Nachteil.
      Was die Werbung - vulgo den Kuchen - angeht: Wie will man die online messen ? Ich kenne mich da nicht aus. Ich kann mir auch nicht vorstellen wie man das in ein zukünftiges Projekt wegen der Marktchancen hineinprojizieren soll ?
      Wenn wir den online-Teil der Leser, der ja sicher steigen wird, als Indikator nehmen, könnte man eine Chancenabwägung vielleicht über ein Crowd-Funding vornehmen ?

    6. Verifiziert

      Karl Linder

      am 6.10.2016, 13:17

      Ist in der Tat so, dass die zahlenden Zeitungsleser abnehmen, überall im übrigen. Das hat nicht zwingend etwas mit der Qualität eines Printmediums zu tun und nur marginal etwas mit der politischen Ausrichtung. Wenn ich hier so Dinge lese wie, dann können wir die Zeitung übernehmen - wenn sie nichts mehr kostet, dann frage ich mich schon, wie wollen dann solche Besserwisser eine Zeitung gewinnbringend? Mussten Sie schon irgendwann im Leben etwas gewinnbringend führen?
      Es hat sehr viel mit... mehrIst in der Tat so, dass die zahlenden Zeitungsleser abnehmen, überall im übrigen. Das hat nicht zwingend etwas mit der Qualität eines Printmediums zu tun und nur marginal etwas mit der politischen Ausrichtung. Wenn ich hier so Dinge lese wie, dann können wir die Zeitung übernehmen - wenn sie nichts mehr kostet, dann frage ich mich schon, wie wollen dann solche Besserwisser eine Zeitung gewinnbringend? Mussten Sie schon irgendwann im Leben etwas gewinnbringend führen?
      Es hat sehr viel mit online zu tun, klar, dass es für Print-Medien eng wird. Aber auch sehr viel mit der Veränderung der Gesellschaft. Früher heiratete man mit 30, hatte Kinder und leistete sich ein Zeitungs Abo. Heute sind die Lebens Optionen viel heterogener, und ein Zeitungs-Abo ist kein Must mehr. Und seien wir ehrlich: Für die meisten Leute reichen 20 Min zur Information, plus Fernsehen plus Internet. Ich war letzte Woche in London, und die haben doch dieselben Probleme: Die Qualitätszeitung Guardian steckt finanziell in der Krise z.B. Wenn man sieht, was man dort als U-Bahn Zeitungen kriegt im Format mit 'Evening Standard' abends und 'Metro' am Morgen, dann ist das so viel Lesestoff, wie es nicht mal eine bezahlte Tageszeitung bei uns leisten kann. Was wir hier, vor allem aber in Basel nicht gecheckt haben: Unser Denken ist derart kleinräumig (von links bis rechts), dass wir automatisch implizieren, dass es für die Stadt und die Region eine eigene Tageszeitung braucht. Anderswo im Ausland reichen Tageszeitungen für viel grössere geografische Dimensionen. Mit Kopfblätter und regionalen Seiten. Man google mal die Reichweite der Badischen Zeitung, wird publiziert von Weil am Rhein bis Donaueschingen.

Informationen zum Artikel

6.10.2016, 09:40 Uhr

Die schleichende Übernahme der «Basler Zeitung»

Text

Text:

  • 16.06.2017 um 15:34
    @moerik
    Zum Artikel: Basler Regierung sagt Feier wegen Sicherheitsbedenken ab

    Danke für die, wie immer, wertvollen Hinweise. Im Eifer des Gefechts entstanden.

  • 12.06.2017 um 16:12
    Zum Artikel: Was hat diese Messe mit Kunst zu tun – und was mit Basel?

    Sie haben vollkommen Recht mit Ihrer Nachfrage. Weshalb ich zu dieser Aussage komme? Käufer und Verkäufer sind anonym, viele Deals werden mit Bargeld abgewickelt. Während mittlerweile strenge Geldwäschereivorschriften im Finanzmarkt gelten, ist der Kun...

  • 12.05.2017 um 10:27
    Zum Artikel: «Wir machen nichts, was Korallenriffe gefährdet»

    Wenn Sie auf «Statistikmethode» klicken, erhalten Sie Informationen dazu. Demnach ist es der «fakturierte Preis», wie es heisst. Also der Preis, den der Empfänger einer Sendung bezahlt. Warum Süsswasserfische teurer sind pro Kilo, weiss ich auch nicht....

Text

Text:

  • 15.05.2017 um 14:34
    Zum Artikel: Sunrise schickt sensible Kundendaten in die Türkei

    Ganz so unproblematisch ist es leider nicht, wie Sie es schildern. Jedenfalls hätten CH-Behörden es ja eigentlich gerne, wenn Server / Angestellte etc. nicht im Ausland wären in solchen Fällen. Aber das wollte halt niemand, politisch, so eine «Überregu...

  • 04.05.2017 um 15:01
    Zum Artikel: Viel Wind von falschen Vogelfreunden, oder warum man eher Katzen verbieten müsste

    @willi11 Sie haben Recht: Lieber den verdätschten Spatz in der Hand als das Poulet vom Gefrierfach - also ich weiss nicht.

  • 10.04.2017 um 11:12
    Zum Artikel: Trump: Fluch oder Segen für Basels Wirtschaft?

    Bei den Medikamenten in den USA liesse sich allerdings wirklich einiges sparen, aber nicht nur dort (das Gesundheitssystem ist dort derart bescheuert, sprich fast doppelt so teuer wie das nächst teuere – unseres – und dies obwohl es nicht doppelt so gu...

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