LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Basel

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Sommerbeizen 

4.9.2016, 04:50 Uhr

Nasser Frühsommer vermieste die Saison

4.9.2016, 04:50 Uhr

Es gibt immer mehr Sommerbeizen am Basler Rheinufer. Das belebt die Stadt, hat aber auch seine Tücken: Die Wirte und das Personal müssen mit vielen Schwankungen leben. Von

Stefan Bohrer: So sieht das «Veronica» an sonnigen Tagen aus.

So sieht das «Veronica» an sonnigen Tagen aus. (Bild: Stefan Bohrer)

Nach ein paar sonnigen August-Wochen haben wir Konsumenten das kalte Mai- und Juni-Wetter vergessen. Saison-Gastronomen haben da ein besseres Langzeitgedächtnis: Ihnen sitzt der schlechte Frühsommer noch in den Knochen. Das spürt auch Hugo Buser, der Wirt des Restaurants Veronica im Rhybadhüsli Breite, er ist mit der laufenden Saison unzufrieden. «Im Vergleich zum Vorjahr und auch zu anderen Jahren läuft es viel schlechter!»

Das liebe Wetter ist «leider ein sehr unzuverlässiger Geschäftspartner», wie Buser sagt. Das «Veronica» ist von der Sonne noch abhängiger als andere Lokale. Es befindet sich auf einer Holz-Metallplattform direkt über dem Wasser. «Bei uns ist es windiger als am Ufer, wir sind der Witterung ausgesetzt.» Zudem werde das Veronica als Rhybadhüsli automatisch mit Badewetter assoziiert.

Von wegen Mediterranisierung

Zwar wurde das Wetter im Juli und im August schöner, doch auch Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband bestätigt: «Nach einem so verpatzten Saisonstart ist es für Sommerbeizen schwierig, noch aufzuholen.» Und Buser fügt an: «Selbst wenn der Betrieb bis Saisonende noch auf Hochtouren läuft, erzielen wir höchstens eine mittelmässige Geschäftsbilanz.

Eigentlich wäre ein schlechtes Jahr noch keine Katastrophe. «Ich wirtschafte immer über drei Jahre hinweg, allfällige Defizite dieses Jahres kann ich mit den Überschüssen vom Vorjahr wettmachen», sagt Buser. Ganz gelassen wirkt er aber trotzdem nicht, denn es ist bereits das zweite Krisenjahr innerhalb von drei Jahren –  das Jahr 2014 war noch schlechter als der Sommer 2016. «Ich habe manchmal das Gefühl, die Mediterranisierung findet nur in den Köpfen der Leute statt, aber gar nicht im Wetter», sagt Buser.

Über Wetterprobleme klagt auch Gabriel Pellicano, der erst im vergangenen Jahr seine «Veranda Pellicano» am Birsköpfli eröffnet hat. Im Jahr 2015 lief das Geschäft sonnig: «Unser Eröffnungsjahr fiel auf einen Jahrhundert-Sommer», sagt er. Das Leitungsteam beschloss daher optimistisch, dieses Jahr bereits Mitte April zu öffnen und wurde enttäuscht: «Die ersten Monate waren wetterbedingt richtig schlecht, das hat uns Angst gemacht.»

Wetter oder Überangebot?

Hugo Busers «Veronica» ist sozusagen die Urmutter der Lokale am Rhein, sie war lange Zeit das einzige Restaurant weit und breit. Vor etwa 15 Jahren war Buser massgeblich daran beteiligt, dass sich das Ufer für ein breiteres Publikum öffnete, neben der Veronica stellte er damals gemeinsam mit Tino Krattiger das Musikfloss auf die Beine, «vorher verkehrten am Rhein vor allem Junkies und Alkoholiker.»

Doch mittlerweile verstreicht kaum ein Jahr, ohne dass neue Buvetten und Lokale aufgehen, dadurch steigt auch die Konkurrenz für bestehende Betriebe. Buser sagt: «Das Angebot wächst schneller als der Kuchen, so einfach ist das!»

«Das Angebot wächst schneller, als der Kuchen grösser wird.»
 Hugo Buser, Wirt der Veronica

Gabriel Pellicano dagegen ist überzeugt, dass sich die beiden Restaurants gegenseitig bereichern. «Durch unsere zwei Angebote wird der Standort als Ganzes attraktiver». Gerade das sonst eher ruhige Breite-Quartier könne dies brauchen.

Der Standort «Rhein» reicht schon lange nicht mehr als Alleinstellungsmerkmal. «Um sich im Konkurrenzkampf zu behaupten, muss man authentisch sein», sagt Buser. Entgegen des zunehmenden Fastfood-Trends setzt die Veronica deshalb noch immer auf raffinierte, nicht ganz preiswerte Küche.

Verschiebung im Apéro-Geschäft

Zum eigenen Stil stehen ist auch das Erfolgsrezept der Gastronomin Claudia Granacher. Ihr «Rostiger Anker» befindet sich ein paar Kilometer flussabwärts, auf der anderen Seite des Ufers. Im Kleinbasler Hafengelände hinter dem Ostquai liegt das Lokal etwas abseits des trendigen Gastrotreibens an der Uferstrasse. Die Dekoration versprüht mehr Herz als Design, im Aussenbereich stehen Kräuterbeete. «Hierher kommen eher Leute, die ein gemütliches Lokal mit guter Küche suchen, abseits vom Trubel», sagt die 38-Jährige.

Bei schlechtem Wetter hat auch sie weniger Gäste, trotzdem beklagt sich Granacher kaum über den schlechten Mai und Juni. Das mag daran liegen, dass der «Rostige Anker» nicht nur vom Sommerbetrieb abhängig ist; die Saison dauert bis Ende Dezember, dann macht Granacher zwei Monate Betriebsferien. Im Innenraum finden 35 Leute Platz. Die Konkurrenz durch Buvetten, Restaurants und Bars im Hafengebiet spürt sie höchstens ein bisschen: «Früher hatten wir häufiger Leute, die nur zum Apéro kamen, da hat eine Verschiebung stattgefunden.»

Mittlerweile ist die gelernte Köchin im Service und in der Administration tätig. Sie koche zwar gerne, aber als Wirtin sei Kundenkontakt wichtig, ein schöner Standort und eine gute Küche genügten nicht: «Basel hat so eine spannende Gastrolandschaft. Da sind Freundlichkeit und Kundennähe ein entscheidender Pluspunkt.» Gäste, die einmal unbegründet angeschnauzt wurden, kämen vielleicht nicht wieder – «denn Alternativen hat es in dieser Stadt genug.»

Zwischenstation Saisongastronomie

In Saisonbetrieben ist es allerdings schwierig, eine Beziehung zu Stammkunden aufzubauen. Buser vom Restaurant Veronica sagt: «Wir haben fast jedes Jahr ein neues Team, das beansprucht die Nerven enorm.» Selten bleibe jemand länger als eine Saison dabei.

Denn auch für die Mitarbeitenden hat eine saisonale Anstellung Nachteile: Laura Rediger (Name geändert) arbeitet seit mehreren Jahre in Sommerbetrieben, sie erzählt: «Bei schlechtem Wetter muss ich herumsitzen, da ich nicht gebraucht wurde.» Doch dann, wenn sie gerne mit ihren Freunden in der Sonne sitzen würde, muss sie arbeiten. Der grösste Nachteil: Auch der Lohn hängt vom Wetter ab, ein festes Einkommen hat Rediger nicht. Viele Serviceangestellte sehen Sommerbetriebe deshalb höchstens als Zwischenstation zu einer festen Jahresstelle.

Hugo Buser denkt aber nicht daran, aufzuhören. Seine Schmerzensgrenze ist erst erreicht, wenn er aus der eigenen Tasche draufzahlen muss. «Die Beiz muss sich zumindest selbst tragen, das war bei mir schon immer die Regel.»

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Gastronomie

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Lauschige Beizen für laue Sommerabende Weiterlesen

In diesen Bars wird der Sommerabend zur Nacht Weiterlesen

Für neun Gartenbeizen ist um 20 Uhr Schluss Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. David Klein

    am 4.09.2016, 08:01

    "Gäste, die einmal unbegründet angeschnauzt wurden, kämen vielleicht nicht wieder"

    Darf man daraus schliessen, dass man als Gast angeschnauzt werden darf, wenn es dem Personal als "begründet" erscheint?

  2. peter meier1

    am 4.09.2016, 10:30

    Der Kuchen ist halt immer gleich Gross, man kann einfach mehr und schmalere Teile schneiden. Es sind ja vermutlich in etwa immer dieselben Leute die in diese Lokale gehen. Um mehr Besucher auch von uswäts anzulocken muss man sich halt Auch Gedanken zur Verkehrs- und Parkplatzsituation machen. Wenn jemand in eine Bulette will muss er erst mal einen PP in der Nähe finden und willig sein für 3 Stunden 10 CHF zu bezahlen, so zum Beispiel im Kleinbasel abends/nachts. Es gäbe durchaus Potential... mehrDer Kuchen ist halt immer gleich Gross, man kann einfach mehr und schmalere Teile schneiden. Es sind ja vermutlich in etwa immer dieselben Leute die in diese Lokale gehen. Um mehr Besucher auch von uswäts anzulocken muss man sich halt Auch Gedanken zur Verkehrs- und Parkplatzsituation machen. Wenn jemand in eine Bulette will muss er erst mal einen PP in der Nähe finden und willig sein für 3 Stunden 10 CHF zu bezahlen, so zum Beispiel im Kleinbasel abends/nachts. Es gäbe durchaus Potential zum Beispiel im Hafen unten, da eine Gastromeile mit Bars und Restaurants ums Hafenbecken wäre eine Bereicherung fürs Quartier und die Stadt.

    1. Stefan König

      am 4.09.2016, 17:31

      Ach...
      Wenn's mal irgendwo nicht läuft, dann liegt's bei gewissen Leuten immer gleich an fehlenden Parkplätzen. Erstens kenne ich im Kleinbasel keinen Strassenzug ohne Parkplätze. Zweitens ist auch das Kleinbasel von Tram und Bus erschlossen. Drittens gilt dasselbe auch für Quartiere und Gegenden ausserhalb Kleinbasels. Viertens darf man die öffentlichen Verkehrsmittel auch besoffen benutzen. Fünftens und sechstens und siebtens.

  3. Albert Kurz

    am 4.09.2016, 10:31

    Ruhige Breite??? Autobahn, lärmige Eisenbahnbrücke und Zürcherstrasse reichen vollkommen aus, Danke! Mehr braucht es nicht...

    1. Walter Meier

      am 4.09.2016, 10:49

      Ich empfehle Nusshof, Nuglar oder Blauen; da ist es sehr schön - und ruhig.

  4. Albert Kurz

    am 4.09.2016, 10:34

    ... Und im Rhybadhysli unfreundlich bedient zu werden hätte auch mir den Sommer vermiesen können, hat es aber nicht... man muss ja nicht hingehen...

  5. David Friedmann

    am 4.09.2016, 12:04

    Ich möchte einmal die Gelegenheit nutzen, den Wirten zu danken, welche unsere Stadt mit den tollen Sommerangeboten am Rhein bereichern. Ich habe durchwegs nur gute Erfahrungen gemacht....im Rhybadhüsli mit toller Linzertorte und immer freundlicher Bedienung und im Rostigen Anker mit einer mega kundenorientierten Wirtin (hatte zuwenig Geld dabei und konnte den Rest später bringen). Was Gabriel Pellicano mit dem ruhigen Breite Quartier meint, ist der Umstand, dass das Gewerbe (Läden und... mehrIch möchte einmal die Gelegenheit nutzen, den Wirten zu danken, welche unsere Stadt mit den tollen Sommerangeboten am Rhein bereichern. Ich habe durchwegs nur gute Erfahrungen gemacht....im Rhybadhüsli mit toller Linzertorte und immer freundlicher Bedienung und im Rostigen Anker mit einer mega kundenorientierten Wirtin (hatte zuwenig Geld dabei und konnte den Rest später bringen). Was Gabriel Pellicano mit dem ruhigen Breite Quartier meint, ist der Umstand, dass das Gewerbe (Läden und Restaurants) nicht mehr rentieren...er und ich konnten dies als Ladenbesitzer an der Zürcherstrasse deutlich spüren... Ich freue mich, dass Basel lebt und attraktiv ist, danke an alle, die jeden Tag dafür arbeiten.

  6. Albert Kurz

    am 4.09.2016, 12:13

    @davidfriedmann... Sie haben völlig recht! Sorry für den Zynismus...

  7. willi11

    am 4.09.2016, 13:14

    Wer immer noch zum kolleriger Hugo essen geht ist selber Schuld. Würde dieser Schwätzer endlich das Veronika verlassen,dann kämen viel frühere Gäste zurück! Entlässt er Köche, nur weil die Creme Brule einmal so heiss wie gedacht, gohts no? Zum guten Glück gibts in Basel viele Sommer-Alternativen! Schade aber um die tolle Location, Standort und Geschichte des Breite-Badhysli!

  8. peter meier1

    am 4.09.2016, 18:22

    @König
    Nicht jeder sauft sich in der Freizeit unter den Tisch. Sie haben recht, dass es überall Parkplätze hat und ich erkenne, dass sie da noch nie parkiert oder eine Parkuhr gefüttert haben. Nachts in der Blauen Zone wird man richtig abgezockt.

Informationen zum Artikel

4.9.2016, 04:50 Uhr

Nasser Frühsommer vermieste die Saison

Text

Text:

  • 31.01.2016 um 21:02
    Zum Artikel: Eine fesselnde Irrfahrt durch den Amazonas

    Sorry für die missverständliche Angabe (und die späte Reaktion...) - ich hatte lediglich die Presseinformationen zur Hand, und dort stand ab dem 28. Scheint mir aber auch etwas komisch, dass er nur einmal läuft, ich erkundige mich morgen noch im kultki...

  • 01.09.2015 um 12:43
    Zum Artikel: Wirklich so schlimm? Stimmen aus dem Frauenbad im Eglisee

    Ich werte nicht, ich stelle fest: Viele Frauen haben sich in dem Konflikt bisher aufgeregt über die elsässischen Musliminnen (wahrscheinlich in den meisten Fällen zu Recht), dann gibt es aber auch andere, die sich nicht so sehr aufregen.

  • 01.09.2015 um 12:09
    Zum Artikel: Wirklich so schlimm? Stimmen aus dem Frauenbad im Eglisee

    @Buschweiler: Dass es sich um meine persönliche, individuelle Sichtweise handelt, will ich nicht bestreiten, aber ich halte dies nicht für journalistisch problematisch, da es transparent im Artikel auch so kommuniziert wird. Aber diese stützt sich nich...

Aktuell

Alexander Preobrajenski: Noëmi Lerch, hier ausnahmsweise unterwegs zwischen grauen Häuserschluchten. Stadtluft ist Ferienluft, meint die gebürtige Aargauerin.

Literatur 

Noëmi Lerch: Autorin zwischen zwei Welten

Nach ihrem erfolgreichen Erstling «Die Pürin» legt Noëmi Lerch nach und nimmt mit «Grit» wieder atypische weibliche Lebensentwürfe in den Blick. Ist das noch Zufall oder schon Programm? Porträt einer Autorin, die sich nicht auf simple Botschaften beschränken mag.Von Daniel Faulhaber. Weiterlesen