LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sport

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Schachfestival 

4.1.2016, 10:46 Uhr

Yoshiharu Habu – die unerkannte Legende in Riehen

4.1.2016, 10:46 Uhr

Er ist in Japan eine Legende. In Riehen geniesst Yoshiharu Habu die westliche Variante von Shogi beim Basler Schachfestival. Und was ist schwieriger? Ein Porträt mit Antwort. Von Hartmut Metz

Hartmut Metz: Ging nicht gut aus für Yoshiharu Habu: Der Japaner verlor gegen Arkadij Naiditsch in Riehen.

Ging nicht gut aus für Yoshiharu Habu: Der Japaner verlor gegen Arkadij Naiditsch in Riehen. (Bild: Hartmut Metz)

«Ich habe etwas gelernt. Das war eine gute Erfahrung und ein Höhepunkt», sagt Yoshiharu Habu mit leiser Stimme. Den freundlichen Japaner genoss seine Partie gegen Arkadij Naiditsch, den Weltklasse-Grossmeister und Topfavoriten beim Basler Schachfestival. «Zwischenzeitlich hoffte ich auf ein Remis, aber am Schluss liess mir Naiditsch keine Chance mehr», analysiert Habu sein Duell in Runde zwei am Spitzenbrett.

Der bescheidene Japaner kam eigens nach Zürich zum Weihnachts-Open, wo er den geteilten siebten Platz mit 5:2 Punkten belegte, und zog hernach an Silvester weiter nach Riehen. Im «Landgasthof» ist der 45-Jährige als Nummer eins seines Landes an Position 14 gesetzt und liegt mit 2:2 Zählern im vorderen Mittelfeld der 56 Teilnehmer.

Die Fans tummeln sich oben auf der Bühne und verfolgen dort die Partien der Grossmeister des westlichen Schachs. Dass unten die Legende der japanischen Schach-Variante sitzt, weiss kaum einer. Yoshiharu Habu ist der Michael Jordan des Shogi – und wie der amerikanische Basketball-Superstar beim Baseball geniesst der freundliche Mann mit Brille die Ausflüge in eine andere Sportwelt.

Yoshiharu Habu ist der Michael Jordan des Shogi.

Die Rekorde des 20-fachen Spielers des Jahres in Japan sind Legende: Bereits mit 14 Jahren stieg das Wunderkind aus Tokorazawa 1985 in den erlauchten Kreis der Profis mit mindestens dem vierten Dan auf. Mit 19 gewann Habu sein erstes Grand-Slam-Turnier und hält seit einem Vierteljahrhundert immer mindestens einen Titel in Händen. Vor allem gewann der Vater zweier Töchter (16 und 18 Jahre alt) als bisher einziges Shogi-Ass einmal alle sieben Major-Wettbewerbe hintereinander! Inzwischen steht seine einsame Bestleistung bei 93 Turniersiegen.

«Obwohl es im Shogi wie im Schach ist, dass man seine besten Jahre zwischen 20 und 30 hat und mit 40 abbaut», wie Habu befindet, räumt er immer noch jedes Jahr um die 100 Millionen Yen Preisgeld ab. 2014 verdiente der seit 1996 mit der Schauspielerin und Sängerin Rie Hatada verheiratete Tokioter umgerechnet rund 945'000 Franken. Dazu gesellen sich Sponsorengelder und Einnahmen aus zahllosen Buchveröffentlichungen. Die 2500 Franken, die der Sieger beim Basler Schachfestival nach sieben Runden am Dienstag einstreicht, sind für ihn daher nur ein Taschengeld.

Mit Shogi verdient sich Habu schnell mal fast eine Million Dollar. (Bild: Hartmut Metz)

Nach Riehen zog es ihn, «weil ich es liebe, nachzudenken. Ich entdecke auch immer wieder Neues», klingt der Träger des 9. Dan zuweilen philosophisch. Westliches Schach kann er in seiner Heimat kaum spielen, ist es doch klein wie ein Bonsai. «Während zehn Millionen bei uns Shogi beherrschen und wir rund 100'000 Aktive haben, gibt es kaum Turniere mit dem westlichen Schach. In den drei letzten Jahren kam ich daher immer für zwei Wettbewerbe nach Europa», berichtet Habu. Dafür spielt die Shogi-Legende unglaublich stark mit einer Elo-Weltranglistenzahl von rund 2400, die etwa der eines Internationalen Meisters (IM) entspricht, dem zweithöchsten Titel des Schach-Weltverbandes Fide.

Noch mehr relativiert sich sein Talent dadurch, dass der freundliche Star ohne Allüren erst mit 25 Jahren die westliche Variante erlernte – heutzutage sind die Koryphäen in dem Alter wie Weltmeister Magnus Carlsen (Norwegen) schon mehr als zehn Jahre Grossmeister. Vergleiche mit den Legenden des Westens nimmt Habu mit einem Schmunzeln auf. Er selbst hält den Amerikaner Bobby Fischer für den Grössten, weil er durch Bücher des Weltmeisters von 1972 die neue Welt auf den 64 Feldern entdeckte.

Bobby Fischer im Kino: Tobey Maguire spielt die Schachlegende als paranoides Genie – eine Filmbesprechung in acht Zügen der TagesWoche.

Die Gefahr, dass er beide Spiele bei seinen Einsätzen verwechselt und ihn ablenken, sieht der Familienvater nicht. «Ich darf nur nicht an einem Tag beides spielen», stellte er fest. Ja, westliches Schach trug womöglich dazu bei, dass sich Habu seit drei Jahrzehnten im Kreis der 160 Profis halten kann und nie vom Abstieg bedroht war. Der Verband schickt altgediente Dan-Würdenträger nämlich in Zwangsrente, wenn die Erfolge nachlassen und jüngere Talente nachdrängen und einen der raren Plätze begehren.

Die beiden Schach-Arten scheinen sein Spiel eher gegenseitig zu befruchten. «Durch das westliche Schach lernte ich, auch mal Abwartezüge zu machen.» Während man beim Shogi zunehmend mehr «draufgeht» und das Duell am Schluss an Fahrt gewinnt, weil es nur noch ums Mattsetzen geht, ist es auch beim Turnier in Basel oft vernünftig, einen ruhigen Zug zu machen, um zu sehen, was der Gegner plant. «Bevor ich Schach lernte, dachte ich, beide Spiele seien sehr ähnlich.» Im Shogi sei der Läufer ausserdem viel stärker als der Springer, vergleicht Habu die fast gleichwertigen Schachfiguren.

Der Computer beherrscht es aber noch lange nicht so wie die abendländische Variante, in der Menschen keine Chance mehr haben. «Mit einer guten Anti-Computer-Taktik kann man sie im Shogi immer noch schlagen. Bei Mattproblemen, sogenannten Tsume Shogi, sind die Rechner aber mittlerweile stärker. Vor fünf Jahren bezwang ein Programm erstmals einen Profi. Derzeit holen sie so um die 50 Prozent der Punkte», berichtet Habu, dass die Elektronenhirne weniger dominieren, auch wenn es mittlerweile umfangreiche Eröffnungs-Datenbanken beim japanischen Spiel gibt. Habu sieht dieses im Übrigen weniger als Denksport, sondern Shogi eher als einen Teil der Kultur seines Landes. Welches Spiel «komplexer» sei, vermag er nicht einzuschätzen.

An sein Karriereende hat die Legende schon gedacht, bevor er endgültig zum Shogi-«Dino» mutiert. Vielleicht nach seinem 100. Turniersieg als weiteren Meilenstein?

Habu lächelt wieder sibyllinisch und gibt zu: «Es ist schwierig, so lange immer die Anspannung zu halten. Ich plane nur noch immer ein, zwei Jahre voraus. Also mal sehen, wie lange ich noch die Kraft aufbringe.»

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Schach

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

High Heels kosten Punkte Weiterlesen

Schachfestival zum ersten Mal in Riehen Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Miss St. Johann

    am 4.01.2016, 14:38

    Shogi? 4. oder 9. Dan?? Nie gehört... könnten Sie das Spiel selbst auch noch vorstellen:-)? Danke!

    1. Esther

      am 4.01.2016, 14:57

      @Miss St. Johann
      Da ist im dritten Abschnitt ein Link versteckt, der alles erklärt - oder mindestens zur Erklärung nach Wikipedia führt. ;-)

  2. nmoriyan

    am 6.01.2016, 16:21

    Vielen Dank für eine tolle Beitrag!

    If you're interested in Habu or Shogi (or both), please visit this website : mainichi.jp/feature/shougi/ohsho/ (though they require you to login).
    From Jan 10, the 65th Ohsho title match between Gouda Ohsho and Habu 4 crowns is scheduled to be held in Japan.

    Danke.

Informationen zum Artikel

4.1.2016, 10:46 Uhr

Yoshiharu Habu – die unerkannte Legende in Riehen

Text

Text: Hartmut Metz

  • 08.01.2017 um 23:21
    Ein aserischer Friedensschluss beschert Safarli den Sieg

    Nach zwölf Zügen hat der aserbaidschanische Grossmeister Eltaj Safarli am Sonntagmorgen den Siegerscheck am Basler Schachfestival in der Tasche, wohingegen das Turnier für den Schweizer Vorzeigespieler Yannick Pelletier mit einer grossen Enttäuschung endet. Und Festival-Organisator Bruno Zanetti gibt das Festival in andere Hände.

  • 04.01.2017 um 13:00
    2017 überzeugt mit zahlreichen Überraschungen

    Scheiternde Grossmeister und ein fast doppelt so grosses Teilnehmerfeld wie im vergangenen Jahr: Schachfestival-Organisator Bruno Zanetti verabschiedet sich mit einem erfolgreichen Turnier.

  • 31.12.2016 um 04:50
    Das Basler Schachfestival mausert sich zur Nummer drei im Land

    Mehr als 200 Spieler haben sich für das nach Riehen dislozierte Basler Schachfestival gemeldet, das hinter Zürich und Biel zur dritten Turnierkraft in der Schweiz geworden ist. Als Favorit auf die 2500 Franken Siegerprämie gilt der Aserbaidschaner Eltaj Safarli, einer unter 15 gemeldeten Grossmeistern, die sich in der ersten Januar-Woche ans Brett setzen.

Aktuell

Dominique Spirgi: Eine neues Gartenrestaurant am Rhein.

Zwischennutzung 

«Parterre» besetzt Filet Kasernen-Hauptbau

Das Gastrounternehmen «Parterre» bezieht die Räumlichkeiten der ehemaligen Abwartswohnung im Kasernen-Hauptbau am Rhein. Aber nur vorübergehend, weil das Stammhaus an der Klybeckstrasse saniert werden muss.Von Dominique Spirgi. Weiterlesen