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Design 

12.4.2016, 11:07 Uhr

Bitte setzen, wir erklären Ihnen jetzt mal Design

12.4.2016, 11:07 Uhr

Design ist nur was für Ästhetikfuzzis? Eben nicht. Zeit für eine Klarstellung. Von

Reuters/Tyrone Siu: Eben nicht nur ein gelber Schirm auf Asphalt: Symbol der Hongkonger Unruhen 2014. Und durchdachtes Design.

Eben nicht nur ein gelber Schirm auf Asphalt: Symbol der Hongkonger Unruhen 2014. Und durchdachtes Design. (Bild: Reuters/Tyrone Siu)

Über Design denkt man nur nach, wenn es einem direkt ins Gesicht lacht. Im skandinavischen Design-Laden beispielsweise, im Vitra-Shop oder in der «Hat das Stil?»-Kolumne der «NZZ am Sonntag»: Wo soll hier bitte ein Salatblatt, geschweige denn eine Tomate Platz finden? Das soll ein haushaltstauglicher Stuhl sein? Wen interessiert dieser Plunder

Design, so eine weit verbreitete Ansicht, ist etwas für die Mehrbesseren, die Schöngeister mit ihren Philippe-Starck-Orangenpressen und Coffee-Table-Büchern, die sie einmal platzieren und dann nie mehr anschauen.

In dieser Auffassung ist Design nichts weiter als überschätzte Dekoration. Unpraktische Funktionsware, die so tut als wäre sie Kunst, damit sie ähnlich überteuert daherkommen darf. 

«Eben nicht!» Matylda Krzykowski schüttelt den Kopf. Die Designerin und Betreiberin des Depot am Voltaplatz hat diese Diskussion schon gefühlte hundert Mal geführt. «Natürlich gibt es kapitalistisch getriebenes Design, solches, das dazu da ist, einen Raum zu verschönern und sich zu verkaufen. Aber der Grundgedanke von Design ist ein ganz anderer.»

Nämlich?

Der italienische Designer Giulio Iacchetti bringt es im Video «What is Design?» eines holländischen Design-Kollektivs auf den Punkt: «Der Mensch wünscht sich Einfachheit. Komplexität mag er nicht. Und genau darin liegt unsere Arbeit: Wir finden Lösungen für komplexe Dinge und machen sie einfacher, einsatzfähiger, näher an unserem Leben.»

Designer als Problemlöser also, als Menschen, die unsere Leben vereinfachen? Krzykowski nickt. Aber eigentlich geht es ihr gar nicht so sehr um die Designer, sondern vielmehr um das, was sie designen. Und zwar eben nicht das Rolf-Benz-Sofa oder den Frank-Gehry-Stuhl, sondern die ganz alltäglichen Sachen.

«Alles um uns herum ist gestaltet, Design ist überall!», sagt Krzykowski und zeigt auf die Bank auf der wir gerade sitzen. «Diese Bank ist das Resultat vieler Entscheidungen, jeder Zentimeter von ihr wurde entworfen und für diesen Ort geschaffen. Sie ist nicht nur eine Bank, sie ist ein Teil davon, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen.»

Konkret bedeutet das:

Die Welt wird durch das definiert, was in ihr steht. Das ist einerseits Natur (die wiederum für unsere Bedürfnisse in Schranken verwiesen wird – was auch als Design gelten könnte) und andererseits von Menschenhand Geschaffenes. Design fängt dabei schon da an, wo sich jemand Gedanken macht: Was sollte hier stehen? Wieso? Welche Funktion hat es? Wie entwerfen wir dieses Ding so, dass es seine Funktion so simpel wie möglich ausführen kann?

Nur Bank? Mitnichten.

Nur Bank? Mitnichten. (Bild: Naomi Gregoris)

Für das Bank-Beispiel heisst das: Hier müssen die Menschen auf den Bus warten. Menschen sind schnell erschöpft, sie werden sich also setzen wollen. Es braucht eine Bank. Es braucht eine stabile Bank, sie muss wetterfest sein und Rabauken standhalten. Dann muss sie ins Stadtbild passen, sich einfügen, die Show nicht der hübschen Kirche stehlen, die hinter ihr steht. Und so weiter. Die Bank ist nicht nur eine Bank. Die Bank ist Design.

Somit hätten wir den ersten Trugschluss aufgelöst. Aber Design zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass es omnipräsent und massgeblich unsere Umgebung gestaltet. Design kann auch weiter gehen. Und genau deshalb sitzen Krzykowski und ich auf dieser Bank und warten auf einen Bus.

Design hat spürbar mehr mit der Gesellschaft zu tun, als wir annehmen.

Der Bus bringt uns ins Vitra-Museum, in die aktuelle Ausstellung, die in der Galerie neben der grossen Alexander-Girard-Show stattfindet: «Objection! Protest by Design» heisst sie passend und dreht sich genau um jenen Moment, in dem Design spürbar mehr mit der Gesellschaft zu tun hat, als wir im ersten Moment annehmen.

Als Beispiel nimmt der Kurator Michael Leung die Hongkonger Demonstrationen von 2014, auch bekannt als die «Regenschirm-Revolution». Tausende von Menschen demonstrierten hier gegen angekündigte Wahlreformen und funktionierten dabei Alltagsgegenstände zu Barrikaden, Unterschlüpfen und Skulpturen um.

«Design ist eine kreative Übersetzung»: Designerin Matylda Krzykowski in der aktuellen Ausstellung der Vitra-Galerie.

«Design ist eine kreative Übersetzung»: Designerin Matylda Krzykowski in der aktuellen Ausstellung der Vitra-Galerie.

Branding ist alles

Symbol für die Demonstration wurden die gelben Regenschirme, die gegen die Tränengasattacken eingesetzt wurden und bereits nach kurzer Zeit als «Marke» der Revolution fungierten. «Wir wussten: Wenn diese Bewegung durchhalten will, muss man sie branden», sagt Leung in einem Video am Eingang der Ausstellung. Ohne ein verbindendes Element hätte die Protestbewegung nie so lange funktioniert. Und in diesem Fall hiess das verbindende Element Design.

Genau dieser Moment des Erfinderischen mache Design aus, meint Krzykowski. «Es ist eine kreative Übersetzung: Wie kann ich mir mit dem, was ich habe, helfen?» Sie erzählt von einer ähnlichen Situation in Istanbul während der Proteste gegen die Umbaupläne für den Gezi-Park 2013: Da bastelten sich die Demonstranten aus Petflaschen Gasmasken als Schutz gegen Tränengasattacken:

Anleitung zur Istanbuler Gasmaske, rekonstruiert vom Victoria & Albert Museum.

Anleitung zur Istanbuler Gasmaske, rekonstruiert vom Victoria & Albert Museum.

Für Schutzmassnahmen der anderen Art setzte sich in den 1960er-Jahren auch Alfred Heineken ein: Der holländische Bierbrauer hatte die Idee, ziegelförmige Flaschen zu fabrizieren, die als Bausteine für Häuser in armen Gegenden weiterverwendet werden sollten. Darauf entwarf der Architekt John Habraken die Heineken WOBO (World Bottle): klobige Flaschen, die man rutschfest aufeinanderstapeln konnte.

Damit hätte Heineken zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – er konnte den Konsumenten sein Bier und ein gutes Gewissen verkaufen und er tat etwas Sinnvolles für die Dritte Welt. Leider ging die World Bottle aber nie in Serie.

Aktuellstes Beispiel für umfunktioniertes Design ist im Moment Floor Nagler: Die Holländerin reiste als Volontärin nach Lesbos und bemerkte die Unmengen an Material – Schlauchboote und Schwimmwesten –, die am Strand liegen blieben, nachdem die Flüchtlinge angekommen waren.

Sie machte sich mit Schere, Lochzange und Nietpistole ans Werk – und bastelte aus dem hinterlassenen Material robuste Rucksäcke, die sie jetzt an die Flüchtenden verteilt. Die Rucksäcke sind schnell gemacht und kosten pro Stück gerade mal drei Dollar:

Anstatt das nächste Mal also genervt in der Stil-Beilage der «NZZ am Sonntag» zu blättern, sollten wir die lieber weglegen und den Blick auf die Welt um uns herum richten. Davon ist vieles ineffiziente Funktionsware, ohne Frage. Noch mehr ist Plunder. Aber nichts ist ohne Grund und Geschichte, und alles – ohne Ausnahme – ist Design.

_
«Objection! Protest by Design», Vitra Design Museum Gallery, noch bis 29. Mai 2016.

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Reaktionen

  1. Esther

    am 12.04.2016, 15:07

    Wieder ein sehr anregender Artikel, Frau Gregoris, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Vielen Dank dafür!

    Mir scheint vor allem eine Seite von Design bei uns praktisch omnipräsent.
    Und zwar, dass Menschen sich selbst darstellen, definieren und identifizieren mit den Dingen, die sie benutzen. Das geht von der Marke der Kleider, Schuhe, über Taschen, elektronische Geräte, Fahrräder, bis natürlich zur Wohnungseinrichtung, die dauernd sagt: Schau, so BIN ich!
    Hinzu kommt die Gestaltung des... ... mehrWieder ein sehr anregender Artikel, Frau Gregoris, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Vielen Dank dafür!

    Mir scheint vor allem eine Seite von Design bei uns praktisch omnipräsent.
    Und zwar, dass Menschen sich selbst darstellen, definieren und identifizieren mit den Dingen, die sie benutzen. Das geht von der Marke der Kleider, Schuhe, über Taschen, elektronische Geräte, Fahrräder, bis natürlich zur Wohnungseinrichtung, die dauernd sagt: Schau, so BIN ich!
    Hinzu kommt die Gestaltung des eigenen Körpers, der Versuch, das ganze Leben irgendwie durch zu designen – da wird bei vielen kaum etwas dem Zufall überlassen, wenn man auch den Faktor Glück oder Pech nicht ganz ausschliessen kann.

    Und da komme ich genau zu dem Punkt, den ich am spannendsten finde.
    In unserer westlichen Welt hat Design sehr viel mit Kontrolle zu tun.
    Gestaltung im Gegensatz zum Zufälligen, Natürlichen, letztlich Lebendigen.
    Wir DENKEN zuerst an die Funktion und suchen dann dafür die Gestaltungslösung und die soll möglichst perfekt sein.

    Interessant dagegen das Beispiel mit den Hongkonger Regenschirmen. Ein zufälliger, improvisierter Behelf, alles andere als perfekt – aber DANACH setzte das Design ein mit dem Branding als Revolutionssymbol.
    Auch das Beispiel von Floor Nagler ist interessant – ich hoffe einfach, diese Taschen werden nicht demnächst hier in irgendwelchen Läden angeboten unter einem dann sehr hippen Label. ;-)

    Eine weitere, nochmal andere Art der Gestaltung finden wir zB. Im japanischen Konzept des Wabi-Sabi, welches den Zufall, das nicht Perfekte und das Vergängliche anerkennt und einbezieht. Die Teeschale, die sich im Ofen verformt hat, ist für den westlichen Keramikdesigner Ausschuss, weil sie nicht so herausgekommen ist wie gedacht, für den japanischen Wabi-Sabi-Töpfer ist sie eine Teeschale. ;-)

    Ein weites Feld – und immer spannender, je mehr man sich damit befasst.

  1. Inaktiver Nutzer

    am 12.04.2016, 12:06

    Sein oder nicht sein ist Design.
    Genauso, wie GAGA, GUGUS- DADA ist.
    Hauptsache TEUER.

  2. Esther

    am 12.04.2016, 15:07

    Wieder ein sehr anregender Artikel, Frau Gregoris, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Vielen Dank dafür!

    Mir scheint vor allem eine Seite von Design bei uns praktisch omnipräsent.
    Und zwar, dass Menschen sich selbst darstellen, definieren und identifizieren mit den Dingen, die sie benutzen. Das geht von der Marke der Kleider, Schuhe, über Taschen, elektronische Geräte, Fahrräder, bis natürlich zur Wohnungseinrichtung, die dauernd sagt: Schau, so BIN ich!
    Hinzu kommt die Gestaltung des... mehrWieder ein sehr anregender Artikel, Frau Gregoris, den ich sehr gerne gelesen habe.
    Vielen Dank dafür!

    Mir scheint vor allem eine Seite von Design bei uns praktisch omnipräsent.
    Und zwar, dass Menschen sich selbst darstellen, definieren und identifizieren mit den Dingen, die sie benutzen. Das geht von der Marke der Kleider, Schuhe, über Taschen, elektronische Geräte, Fahrräder, bis natürlich zur Wohnungseinrichtung, die dauernd sagt: Schau, so BIN ich!
    Hinzu kommt die Gestaltung des eigenen Körpers, der Versuch, das ganze Leben irgendwie durch zu designen – da wird bei vielen kaum etwas dem Zufall überlassen, wenn man auch den Faktor Glück oder Pech nicht ganz ausschliessen kann.

    Und da komme ich genau zu dem Punkt, den ich am spannendsten finde.
    In unserer westlichen Welt hat Design sehr viel mit Kontrolle zu tun.
    Gestaltung im Gegensatz zum Zufälligen, Natürlichen, letztlich Lebendigen.
    Wir DENKEN zuerst an die Funktion und suchen dann dafür die Gestaltungslösung und die soll möglichst perfekt sein.

    Interessant dagegen das Beispiel mit den Hongkonger Regenschirmen. Ein zufälliger, improvisierter Behelf, alles andere als perfekt – aber DANACH setzte das Design ein mit dem Branding als Revolutionssymbol.
    Auch das Beispiel von Floor Nagler ist interessant – ich hoffe einfach, diese Taschen werden nicht demnächst hier in irgendwelchen Läden angeboten unter einem dann sehr hippen Label. ;-)

    Eine weitere, nochmal andere Art der Gestaltung finden wir zB. Im japanischen Konzept des Wabi-Sabi, welches den Zufall, das nicht Perfekte und das Vergängliche anerkennt und einbezieht. Die Teeschale, die sich im Ofen verformt hat, ist für den westlichen Keramikdesigner Ausschuss, weil sie nicht so herausgekommen ist wie gedacht, für den japanischen Wabi-Sabi-Töpfer ist sie eine Teeschale. ;-)

    Ein weites Feld – und immer spannender, je mehr man sich damit befasst.

  3. Inaktiver Nutzer

    am 12.04.2016, 15:31

    "Design ist Kunst, die sich nützlich macht."
    Stimmt nicht immer und nicht nur, klingt aber gut.
    Ein cooler Aphorismus ist auch "Design".

    Design ist mit dem unenglischen udn folglich uncoolen Wort "Gestaltung" ganz gut zu übersetzen.

    Ein Beispiel aus dem prallen Leben einiger Designallergiker, das uns all betrifft:

    Design das ist das, von dem bei der BVB niemand einen Ahnung hat...
    Nein, das ist ungerecht. Sagen wir es so: Die, die bei der BVB Ahnung haben, arbeiten nicht zusammen udn... mehr"Design ist Kunst, die sich nützlich macht."
    Stimmt nicht immer und nicht nur, klingt aber gut.
    Ein cooler Aphorismus ist auch "Design".

    Design ist mit dem unenglischen udn folglich uncoolen Wort "Gestaltung" ganz gut zu übersetzen.

    Ein Beispiel aus dem prallen Leben einiger Designallergiker, das uns all betrifft:

    Design das ist das, von dem bei der BVB niemand einen Ahnung hat...
    Nein, das ist ungerecht. Sagen wir es so: Die, die bei der BVB Ahnung haben, arbeiten nicht zusammen udn darum ist das Design der Haltestellen der BVB das pure Gegenteil von gutem Design.

    Einer designt (wie schreibst man das?) ... also ... einer GESTALTET ein süsses Tramhäuschen... und nach ein paar Jahren gestaltet ein anderer ein anderes, das überhaupt nicht zum ersten passt.

    Und einer gestaltet eine elektronische Anzeigetafel.

    Und ein dritter BVBler, jemand der blind ist, nur einen unterdurchschnittlichen Teil seines Gehirns im berufsleben einsetzt und eindeutig lieber Auto fährt, der stellt dann die elektronische Anzeigentafel an der Haltestelle so neben das Tramhäuschen, dass das Dach des Häuschens den Blick auf die Anzeigetafel verwehrt.
    Von fast überall aus.
    Basels Tramstationen bieten diese beeindruckende Verneinung jeglichen gesunden Menschenvertandes zuhauf... Wer sich drauf achtet, der wird bald über Selbstmord oder Amoklauf nachdenken wollen: Kann manudn will man in einer Stadt leben, wo solche idiotischen Schildbürgerstreiche alltäglich sind?

    Du musst die ganze vermaledeite Traminsel von zuhinterst bis ganz nach vorne abschreiten weil die Anzeigetafel ganz, ganz vorne steht, vor dem Tramhäuschen, am Kopf der Haltestelle, dort , wo die Tramspitze zum Stehen kommen wird.
    Unter dem Dach des Wartehäuschens stehend, musst Du Dich als Erwachsener dann bücken, um die Anzeigetafel ablesen zu können.

    Was für ein Glück für die Macher solchen "Haltestellen-Designs", dass man in Zeitungskommentaren keine Beleidugungen hinterlassen darf, denn sonst würde ich hier noch deuticher werden...

    Allein schon die "Überlegung", dass die Anzeigetafel ganz vorne steht ist Quatsch. sie bewirkt damit dass dsie Leute nach vorne gehen. Also gibt es vorne eher ein Gedränge auf den teils nur handtuchschmalen Traminseln. Stünde die Anzeigetafel ind er Mitte , wäre sie ein besserer Garant für eine gleichmässige "Personenverteilung" auf der Traminsel... Aber nein, solche Gedanken sind vermutlich zu akademisch für die BVB... udn für all die Spitzenbeamten im Deppartement Wessels, die auf Mitdenken könnten. Es aber offensichtlich nicht müssen.

    Aber was soll`s? Unlängst hat ja ein anderer Designer eine total schicke Stele entworfen, die Hampe Wessels und seine blinden Freunde von der BVB überall aufstellen dürfen. Damit sie chick aussieht - und ja: Das tut sie wirklich! - ist sie sehr schmal und hoch. Total elegant!
    Da sie aber so schmal ist, müssen die Beschriftung der Stele und die daran befestigten Fahrpläne ebenfalls relativ schmal ausfallen, also recht kleingedruckt sein. ... also nicht soooo übertrieben gut zum Lesen ...

    Aber egal: Sieht toll aus. Muss man ja nicht lesen können, oder? ist doch ur ein Fahrplan.

    Und weil die Stelen so schmal sind, kann man auch nicht zwei Fahrpläne nebeneinander dran aufhängen. Man hängt sie also untereinander. Der untere hängt dann recht tief. Man muss sich also bücken, um den lesen zu können, zumal er ja recht klein gedruckt ist ... aber das macht auch nix, denn es sieht toll aus! Wie gesagt.

    Ein besserwisserischer Dauernörgler und Möchtegern-Designer wie ich denkt nun also: Die Stelen sind wirklich viel schöner als die alten Schilder, aber sie erfüllen ihren Zweck nicht ganz so gut. Ist das dann noch "gutes Design"?

    Ausserdem frage ich mich: Warum ist keiner bei der BVB auf die simple Idee gekommen, dass die Anzeigetafeln und die Stelen irgendwie zusammen gehören könnten?
    Wäre die Anzeigetafel oben in der Stele integriert, fände ich das praktischer und irgendwie auch logischer. Denn warum soll man drei völlig unterschiedlich gestaltete Elemente an den Haltestellen aufstellen, die sich gegenseitig behindern und stören, wenn es nur zwei sein könnten: Ein Häuschen und eine Stele MIT eingebauter Anzeigetafel...?
    Und dann der Geistesblitz: Warum nicht das Wartehäuschen, die Anzeigetafel und die übrigen Fahrgastinfos, die auf der Stele stehen zu EINEM einzigen Haltestellen-Bauwerk vereinen?
    Hey, eine Anzeigetafel, die UNTER dem Dach des Wartehäuschens hängt, könnte vom ganzen Taminselchen aus gesehen werden. Was für ein Luxus!!!
    Ein Stückchen Design, das seinen Zweck erfüllt ...und das bei der BVB!
    Unvorstellbar.

    Ich glaube, den Zürchern ist diese Idee schon vor Jahrzehnten gekommen. Aber Wessels und seine BV-Bären jetten ja lieber nach Stockholm, um Stadtplanung zu studieren ...

    Und an der Innen- und an den Seitenwänden des Wartehäuschens könnten die Fahrpläne hängen (Genau so, wie das ja heute noch bei einigen Häuschen der Fall ist.)
    Was für eine gute Idee!
    Leider hat man sich bei der BVB von dieser guten Idee verabschiedet, denn die Stele funktioniert zwar nicht besser, sieht aber doch so geil aus!

    Also auch das ist Design: unpraktischer Schwachsinn, der sich durchsetzt, weil er besser aussieht als praktischer Sachsinn.

    1. M Cesna

      am 12.04.2016, 17:15

      @ Liebchen:
      Die elektronische Azeigetafel sollte so aufgehängt sein, dass man sie lesen kann, aber auch so, dass nicht ein Hobyschrauber sie nach dem letzten Drämmli dann abschraubt. Auch sollte sie so hängen, dass sie nicht einfach zerkratzt oder mit SVP-Plakaten überklebt werden kann.
      Die Stele wird später wohl nur noch eine Art Schachspiel tragen, heisst glaube ich QR-Code, da Smartphönchen obligatorisch ab 4-jährig (auch zwecks Bürgerüberwachung).
      Bei den Sitzbänken ist es immer das... mehr@ Liebchen:
      Die elektronische Azeigetafel sollte so aufgehängt sein, dass man sie lesen kann, aber auch so, dass nicht ein Hobyschrauber sie nach dem letzten Drämmli dann abschraubt. Auch sollte sie so hängen, dass sie nicht einfach zerkratzt oder mit SVP-Plakaten überklebt werden kann.
      Die Stele wird später wohl nur noch eine Art Schachspiel tragen, heisst glaube ich QR-Code, da Smartphönchen obligatorisch ab 4-jährig (auch zwecks Bürgerüberwachung).
      Bei den Sitzbänken ist es immer das gleiche: Sollte so sein, dass man sie nicht wegtragen kann, Holz geht nicht, da sonst im Cheminee verfeuert, ansonsten liegen dann abends die Unnüchternen längsseits da drauf. Das bedeutet, eine gewisse Unbequemlichkeit muss sein.
      Auch die Drämmlihäusschen dürfen nicht dazu verleiten, sie in nächtliche Datschen umzufunktionieren. Auch Hobbyschrauber dürfen nicht auf die Idee kommen, sie in ihren Schrebergarten umzuplatzieren. Undurchsichtige Wände würden nur ängstliche junge Frauen verängstigen vor potentiellen Vergewaltigern, daher müssen sie auch adäquat und etwas unattraktiv beleuchtet sein. Ein potentieller Vergewaltiger darf sich nicht darin verstecken können bis....
      Auch sollten die Häusschen vom Drämmlistand überblickbar sein, sodass da nicht plötzlich eine Horde FCB-Muttenzerkurven-Fans ins Tram stürmen können, die man vorher gar nicht sah.

      Sie sehen, die Anforderungen an so ein simples Ding sind weitaus höher, als der Laie denkt.

      P.S.: Was meinen Sie, warum sind Wasserflaschen so gebaut, dass sie sich nicht zur Selbstbefriedigung eignen?

  4. M Cesna

    am 12.04.2016, 17:18

    Die Idee nmit der Bierfasche ist selbstlimitierend!
    Die Menge Bier für auch nur ein Gartenhäusschen kann kein Profi-Säufer trinken, will er noch vor Fertigstellung des Häusschens nicht ein ganz anderes Häusschen nötig haben (das Sechskant-tiefergelegt-Modell).

    Gotteidank ging dieser geistige Unsinn nie in Produktion!

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12.4.2016, 11:07 Uhr

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