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Porträt 

20.3.2016, 18:32 Uhr

Deirdre O'Leary: Kunst als Boden, um neue Realitäten zu schaffen

20.3.2016, 18:32 Uhr

Die Kunst ist ihr Boden: Deirdre O'Leary will verstören und neue Realitäten schaffen – so auch mit ihrer ersten selbst kuratierten Ausstellung. Von

Eleni Kougionis: «Früher habe ich viel Privates verarbeitet.» Doch für Rauminstallationen musste sich Deirdre O'Leary thematisch öffnen.

«Früher habe ich viel Privates verarbeitet.» Doch für Rauminstallationen musste sich Deirdre O'Leary thematisch öffnen. (Bild: Eleni Kougionis)

Enstpannt blinzelt Deirdre O'Leary am Fenster ihres Ateliers in die erste Frühlingssonne. Man erwartet die junge Künstlerin nervöser, kurz vor der ersten von ihr kuratierten Ausstellung. Auch ihr Arbeitsraum wirkt kaum genutzt. An der Wand stapeln sich Werke der Vormieterin, am Fenster steht ein Tisch und in der Ecke ein Bett, «wenn das Wetter zu garstig ist, um nach Hause zu gehen».

Was mehr nach Müssiggang klingt, ist O'Learys produktivstes Arbeitklima. Denn wenn die 26-Jährige in den Himmel blickt «und im Atelier nebenan Klavier gespielt wird», kommen ihr die besten Ideen.

Auf Juno, die titelgebende Figur der Ausstellung im Kasko, kam sie jedoch bei der Biennale in Venedig. Nicht die Kunstmesse selbst, sondern die in der Lagunenstadt allgegenwärtige Renaissance liess O'Leary einen Wandlungsprozess spüren. Nach der Lektüre passender Literatur, wie Ovids Metamorphosen, entwickelte sie die Figur Juno.

Die hat weniger mit der mythologischen Figur der römischen Götterkönigin gemein. Juno ist eine moderne Superheldin, «deren Fähigkeiten und Gedankengänge meine bei Weitem übersteigen». Mit drei von ihr ausgewählten Künstlern wälzte sie komplexe Theorien von Philosophen und Theoretikern. Sie diskutierten über die Möglichkeiten von Zeitsprüngen, ob Neues erfunden oder entdeckt wird, wenn Ideen doch auch Materie sein könnten, die man bloss ergreifen muss.

Kunst ist für O'Leary das Koordinatensystem, das Orientierung und Ordnung schafft.

Der Titelzusatz «Patterns of reconciliation» verweist auf die unterschiedlichen Deutungs- und Arbeitsmuster, welche die vier Kunstschaffenden in ihrer Auseinandersetzung mit Juno anwandten. O'Leary verspricht denn auch keine herkömmliche Ausstellung. Auf der Website steht: Wir zeichnen magnetische Felder, reiten auf unsichtbaren Karussellen, bis wir zurück auf der Milchstrasse stranden.

Man könnte es mit solcher Ankündigung vorschnell als Werk einer sympathischen Steiner-Schülerin kategorisieren, die als Künstlerin durch ihre multiplen Traumwelten fliegt. Sie bezeichnet sich auch als luftige Natur. Ganz im Gegensatz zur geerdeten Zwillingsschwester, die sie dafür bewundert, wie sie als Krankenschwester im Spital Verantwortung übernimmt.

Ihre Arbeit hat für O'Leary jedoch Boden. Kunst ist für sie das Koordinatensystem, das Orientierung und Ordnung schafft. Hat sie sich intellektuell intensiv mit allen Facetten eines Themas auseinandergesetzt, lenkt am Schluss das intuitive Bauchgefühl, wie sie die Bauteile ihrer multimedialen Installationen zueinander in Beziehung setzt. «Irgendwann verdichtet sich alles zu etwas sehr Präzisem – zu Kunst, die Bestand und Relevanz hat.»

«Rauminstallationen sind zwar die komplizierteste Kunstform, doch lässt das Format auch am meisten offen.»

Viele Objekte ihrer Installationen sind selbstgemacht, wie die Pelzhandschuhe, die sie in einer Brockenstube fand und mit Goldketten verband. «Die handwerkliche Präzision ist nicht vordergründig. Ich entfremde Gebrauchsobjekte, setze sie in einen neuen Kontext.» Mehr Feinarbeit investiert sie dafür in ihre Texte, Filme und Klangwelten.

Angefangen hat O'Leary mit Zeichnungen, wollte gar Illustratorin werden. An den Kunstschulen in Dresden und Basel hatte sie dann alle Kunstformen durchprobiert und Lust auf Neues bekommen. «Rauminstallationen sind zwar die komplizierteste Kunstform, doch lässt das Format auch am meisten offen. Das empfinde ich als Bereicherung.» Seit letztem Herbst macht sie in Bern den Master in Fine Arts.

Die neuen Techniken fordern auch ein Umdenken. «Früher habe ich viel Privates verarbeitet. Mit dem Bespielen eines Raumes musste ich auch thematisch offener werden.»

Die Künstlerin Deirdre O’Leary im Dachstock des Ausstellungsraums Klingental.

Ein Atelieraufenthalt in Lissabon sensibilisierte O'Leary für die «Blase, in der wir hier leben». (Bild: Eleni Kougionis)


Als politischer Mensch sucht sie nach Aussagen, «ohne in die Sprache der Plakat-Parolen zu verfallen». Die Kunst bietet ihr den Freiraum, Gegebenes in Frage zu stellen, auf Anderes hinzuweisen und neue Realitäten zu schaffen.

Daran will sie auch andere teilhaben lassen. So unterstützte sie mit einer Gruppe Jugendliche aus dem Massnahmevollzugszentrum Arxhof beim erstellen einer Radioreportage oder lancierte mit Freunden ein Projekt für die Blackboxx, das Begegnungszentrum von Kulturschaffenden mit Asylsuchenden.

Im kriegsversehrten Abchasien arbeitete O'Leary an den Übergängen von Kunst zu politischer Auseinandersetzung. Und auch die kurze Ateliererfahrung im austeritätsversehrten Lissabon letztes Jahr, sensibilisierte sie für «die Blase in der wir hier leben» und «unsere Unachtsamkeit gegenüber Missständen.»

«Musik ist mir sehr wichtig, und ich besuche öfter Konzerte als Ausstellungen.»

Basel erlebt sie als guten Boden, um sich zu entfalten. Doch empfindet sie die Gesellschaft zunehmend als beengend, da sie sich nicht vorwärts entwickelt, immer restriktiver denkt. Vielleicht aus Überforderung durch die Zunahme an Fülle wie Tempo von Medieninformation und neuen Entwicklungen. «Man ist zu abgestumpft oder abgelenkt, um mitzufühlen, mal um die Ecke zu denken und neue Visionen zu entwickeln.»

Aufmerksamkeit gewinnt man, wenn man Menschen visuell verstört. O'Leary inszenierte im Videoclip zum psychedelisch dröhnenden «Horrible Things» der Basler Band Combineharvester gerade, wie nahe sich Schönheit und Grusel stehen. Wenn Gold die Lippen und andere Körperteile von Gitarrist Marlon McNeill verklebt, während er sein horrible-adorable Mantra singt – frei nach «Kaspar Hauser oder die goldene Freiheit», ein nie realisiertes Filmsskript der Basler Surrealistin Meret Oppenheimer.

«Musik ist mir sehr wichtig, und ich besuche öfter Konzerte als Ausstellungen, da ich diese körperlichen wie räumlichen Erlebnisse liebe.» Ihre eigenen Kunstinstallationen bezeichnet sie als Kompositionen. Nur zu gerne würde sie selbst ein Instrument spielen: «Am liebsten ein Synthesizer, der ist so schön verworren und vielschichtig.»


Juno präsentiert: Patterns of reconciliation
bis 27. März,
Vernissage: Mittwoch, 23. März, 19 Uhr.
Burgweg 7, Basel
www.kasko.ch

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Ausstellung Veranstaltung, Ausstellung, Künstlerporträts

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Inaktiver Nutzer

    am 20.03.2016, 19:56

    kann Frau oder Mann bei der TAWO ein Kunst Abo Kaufen,
    welches nicht aiûf versteckter Werbung basiert?.

Informationen zum Artikel

20.3.2016, 18:32 Uhr

Deirdre O'Leary: Kunst als Boden, um neue Realitäten zu schaffen

Text

Text:

  • 31.08.2016 um 12:54
    Zum Artikel: Die Trackbike-Premiere in Riehen ist zu hip für die Basler Fixie-Szene

    Bahnvelo habe ich gerne schon zu Beginn verwendet – mit Hip-Anhang. Dann aber auch die anderen Ausdrücke verwendet, weil Track Bike und Fixie heute doch viel geläufiger sind. Ausserdem assoziieren mit Bahnrad noch viele die Mietvelos der SBB. Zumindest...

  • 16.08.2012 um 20:45
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  • 29.11.2011 um 12:06
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