LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Comic 

5.1.2016, 15:45 Uhr

Graphic Novel «Venustransit»: Berlin mal anders

5.1.2016, 15:45 Uhr

In seiner neuen Graphic Novel erzählt Comicautor Hamed Eshrat vom Leben in Berlin. Das könnte unfassbar bedeutungslos sein. Ist es aber nicht. Von

Avant-Verlag: Feine Stadt in feinem Strich: Berlin, aus dem Stift von Hamed Eshrat.

Feine Stadt in feinem Strich: Berlin, aus dem Stift von Hamed Eshrat. (Bild: Avant-Verlag)

Es gibt sie zuhauf: Geschichten über junge Menschen in Berlin, die versuchen, mit ihren «harten» Leben klarzukommen. Überfordert und überfressen vom Buffet des Lebens, denken sie, die Welt würde sie mit ihren kleinen Problemen versöhnen, wenn sie sie nur in sie hinaustragen: Mässig erzählt und ohne Selbstironie werden halbgare Lebensweisheiten hinausposaunt und wird konstruktives Mitgefühl erwartet. Was selten eintritt, denn die Reaktion auf solche Texte ist so gut wie programmiert: Nicht schon wieder Gen Y, nicht schon wieder Hipsterbart, und vor allem nicht schon wieder Berlin.

«Venustransit» des deutsch-iranischen Zeichners Hamed Eshrat ist auf den ersten Blick eine davon: Der Protagonist ein junger Zeichner in Berlin, Quarterlife-Crisis, Tage im Spätkauf, Nächte im Berghain. Urgh.

Bis man die erste Seite aufschlägt.

Eine Hochzeit, das Brautpaar schneidet den Kuchen an, ist nervös, hackt versehentlich der kleinen Bräutigam-Tortendeko den Arm ab. Im nächsten Panel ein junger Mann mit dunklen Locken und weissem Hemd, der die Figur sorgfältig wieder an ihren Platz stellt, während alle anderen Gäste smalltalken und Kuchen essen. Die Weichen sind gestellt, die Story angerissen: Der Mann im Hemd ist Ben, leidenschaftlicher Comiczeichner und leidenschaftsloser Bürogummi, der im Verlauf von «Venustransit» immer wieder versuchen wird, sein eigenes Figürchen an den richtigen Platz im Leben zu stellen, während alle um ihn herum mit ihren eigenen Situationen klarzukommen scheinen. 

Ausschnitt aus «Venustransit».

Ausschnitt aus «Venustransit». (Bild: Avant-Verlag)

Die Geschichte um Bens Suche beginnt in der Beziehung zu Julia, die mit seiner Verdriesslichkeit nicht klarkommt. Ben gibt sein Bestes, aber die Beziehung hält nicht. Gleich darauf kommt der Venustransit, vom traurigen Ben und seinen beiden Kumpels im Spätkauf am Bildschirm beobachtet: Die Venus, wie sie an der aufgehenden Sonne vorbeizieht, dazu der Nachrichtensprecher: «Unsere nächste Nachbarin, die Venus, blieb im All lange ein Rätsel. Inzwischen wissen wir, die Venus ist eine brodelnde Hölle, ein einziges Inferno.» 

Hamed Eshrat


geboren 1979 in Teheran, studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Berlin Weissensee und an der Massey Universität in Wellington, Neuseeland. Er arbeitet als Designer, freischaffender Künstler und Autor in Berlin. 

Wo Worte nicht hinreichen: Ausschnitt aus «Venustransit».

Wo Worte nicht hinreichen: Ausschnitt aus «Venustransit».



Starke Indien-Reise

Die erbarmungslose Venus ist der Auftakt zu Bens Leben nach der grossen Liebe: Frauen, Eskapaden, trübe Tage im grauen Berlin und eine Reise nach Indien, die die ganze Geschichte auf einen Schlag grausam verkitschen könnte. Eshrat aber wählt einen anderen Weg, der den Indien-Teil zum stärksten Kapitel von «Venustransit» macht: direkt in die Novel hinein kopierte Skizzenbucheinträge mit Tickets, Visitenkarten und fantastischen Figurenskizzen, die ersichtlich machen, wieso für manche Geschichten kein Wort der Welt ausreicht.

Mittlerweile hat sich sanft und klug die Geschichte von Imma in die Story reingeschlichen, mit kleinen alltäglichen Zwischenfällen, die sie immer wieder an Ben heranführen. Nach seiner Indienreise treffen die beiden aufeinander und eine Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf, die ganz ohne Pathos und Gedöns auskommt. Die Venus ist kein Inferno mehr, das Leben ist weitergegangen, das Figürchen hat erkannt, dass sein Platz nicht unbedingt auf der Hochzeitstorte sein muss. Und der Leser stellt fest: Comic, Gen Y, Bartträger, Berlin? Mehr davon! 

_
«Venustransit» von Hamed Eshrat, erschienen im Avant-Verlag.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kultur, Literatur & Lyrik, Comic

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Harte Welt in feinem Strich Weiterlesen

Per Motorbike durch die zugemüllte Galaxis Weiterlesen

Reto Gloor zeichnet seine Krankheit Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

5.1.2016, 15:45 Uhr

Graphic Novel «Venustransit»: Berlin mal anders

Text

Text:

Aktuell

Reuters/Rob Schumacher: Stimmungstest im Morgengrauen: Zuschauer beim 41. Ryder Cup im Hazeltine National Golf Club von Minnesota.

Golf 

Der Reiz des Duells von Alter und Neuer Welt

Der Ryder Cup, das Teamduell USA gegen Europa, ist pure Emotion, Mythos, Prestigekampf: Aus sonst so kontrollierten Golfspielern werden zwischen brüllenden Wanderdünen herumtobende Golf-Hooligans. Dieses Wochenende zum 41. Mal aufgeführt im Hazeltine National Golf Club von Minnesota.Von Bernd Müllender. Weiterlesen

Keystone: Das Motto nach der Niederlage in der Champions League und vor dem Wochenende: zurück zum Erfolg. Der Tabellenletzte FC Thun kommt für Matias Delgado (links) und Luca Zuffi gerade recht.

FC Basel 

Rückkehr in die Komfortzone Super League

Am Samstag trifft der FC Basel im St.-Jakob-Park auf den Tabellenletzten FC Thun (20 Uhr). Urs Fischer hat auf die Analyse der Niederlage gegen Arsenal verzichtet, um seine Spieler für die kommende Aufgabe frei zu machen.Von Samuel Waldis. Weiterlesen

Keystone/DOMINIC STEINMANN: Valentin Stocker vor dem Training der Schweizer Fussball Nationalmannschaft in Freienbach, am Mittwoch, 2. September 2015. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Fussball, Nationalteam 

Wieder mit Shaqiri, weiterhin ohne Inler

Nationaltrainer Vladimir Petkovic setzt seinen Kurs fort und hält trotz Granit Xhakas Sperre gegen Ungarn an seiner weitgehend eingespielten Crew fest. Xherdan Shaqiri und Valentin Stocker kehren zurück. Von sda. Weiterlesen