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Debatte

Ihre Meinung ist gefragt: Was soll die SRG bieten?27

18.6.2015, 05:01 Uhr
Andreas Schwald

Journalist BR / Autor (Politik&Gesellschaft)


Sie können statt des Formulars auch die Kommentarfunktion im Artikel benutzen. 

Der Kampf um die SRG als Teil des sogenannten Service Public im Mediensektor ist nicht nur wirtschaftlich getrieben. Den harten Auseinandersetzungen seit dem Abstimmungskampf um die RTVG-Revision liegt die alte Fehde um das Konzept einer staatlichen Grundversorgung zugrunde, die weit über die elektronischen Medien hinausgeht. Das Prinzip der Gegner: Der Staat soll die Grundversorgung nur aufs Mindeste beschränken und der Privatwirtschaft den Rest überlassen.

Wie viel SRG verträgt die Schweiz?

Die SRG, die seitens Bund den Auftrag für die Grundversorgung via elektronische Medien innehat, formuliert für sich klar. Ihr obliegt die Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Radio- und Fernsehprogrammen und die Sicherstellung der Meinungsvielfalt. Daraus leitet die SRG folgende Punkte ab:

Die SRG unterscheidet sich von kommerziellen Anbietern, weil sie

  • alle Sprachregionen sowie Mehr- und Minderheiten berücksichtigt,
  • die Vielfalt der Themen, Inhalte und Gestaltungsformen anbietet,
  • Kultur nicht nur abbildet, sondern auch Kultur schafft,
  • nicht das Streben nach Quote, sondern die Qualität, Glaubwürdigkeit und Relevanz in den Vordergrund stellt,
  • von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängig ist. 

Die SRG ist allerdings nicht nur ein Betrieb mit insgesamt 24 Radio- und Fernsehstationen, sondern auch ein privater Verein, der von einer Vielzahl von Regionalgesellschaften getragen wird. Dazu bildet sie mit ihrem Bundesauftrag einen Block in der Schweizer Medienlandschaft, der sich – dem Medienwandel anpassend – vom Radiogerät und dem Fernsehbildschirm auch ins Internet verlagert. Da setzen die Gegner an: Die SRG sorge wohl für eine Grundversorgung, nur dominiere sie die Marktfelder mit einem massiven Wettbewerbsvorteil, der staatlichen Finanzierung.

Bund will Grundsatzdebatte erst 2016

Auch der Bundesrat begleitet die Entwicklung. Er hat für die Medien eine ausserparlamentarische Kommission eingesetzt, die Eidgenössische Medienkommission (EMEK): «Mit dem Einsetzen der Medienkommission reagierte der Bundesrat auf die Entwicklung der Medien in der Schweiz, welche sich in den letzten Jahren in einem rasanten Wandel befinden», heisst es im Eigenbeschrieb auf der Website.

Präsidiert wird die Kommission vom Zürcher Publizistikprofessor Otfried Jarren. Unter seiner Leitung soll die Kommission die Grundlagen für eine nationale Debatte über diesen Service Public im Jahr 2016 ausarbeiten. Die findet nicht zufällig ein Jahr nach der RTVG-Abstimmung statt; die Reihenfolge hatte das Parlament festgelegt. Das dauert nun einigen Parlamentariern zu lange; sie wollen schon diesen Sommer darüber debattieren.

Die Kommission setzt sich demnächst wieder mit dem Service Public im Bereich der Medien auseinander. So führt sie am 3. Juli in Bern eine Anhörung zum Thema durch. Ein Gast ist Dominik Kaiser, Gründer und CEO der 3 Plus TV Network AG, der mit Produktionen wie «Bauer sucht Frau» und den Schweizer Versionen der «Bachelor»-Formate vor allem auf Unterhaltung setzt. Der zweite Gast ist Kurt Schaad, Mitgründer und Verwaltungsratspräsident des Jugendsenders «joiz».

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Diskussion

  1. Verifiziert

    Rolf Wilhelm

    am 22.06.2015, 18:18

    Tja, was soll ich sagen. Ein "klassisches" Radio im Sinne von "elektromagnetische Wellen in Frequenzmodulation (FM) in Schallwellen umwandeln" habe ich nur noch im Auto. Zuhause passiert das via Internet, was im Störfall vermutlich ebenfalls gestört ist. Und wenn es läuft, spielt es keine lokalen Sender, sondern einen aus dem Land nördlich von uns. Ob der dann Notfallinformationen überträgt?

    Aber wir sind uns einig: Es braucht eine Gebühr, um qualifizierte Informationen und Nachrichten... ... mehrTja, was soll ich sagen. Ein "klassisches" Radio im Sinne von "elektromagnetische Wellen in Frequenzmodulation (FM) in Schallwellen umwandeln" habe ich nur noch im Auto. Zuhause passiert das via Internet, was im Störfall vermutlich ebenfalls gestört ist. Und wenn es läuft, spielt es keine lokalen Sender, sondern einen aus dem Land nördlich von uns. Ob der dann Notfallinformationen überträgt?

    Aber wir sind uns einig: Es braucht eine Gebühr, um qualifizierte Informationen und Nachrichten halbwegs neutral und unabhängig von Einschaltquoten zu produzieren. Und am besten auch noch in Standarddeutsch und nicht in Mundart, damit es auch jeder, der hier lebt versteht (das ist leider nicht selbstverständlich und der Grund, warum ich lokale Radios nicht höre - damit sind wir uns aber vermutlich nicht einig...)

  1. Leroy Jenkins

    am 18.06.2015, 09:48

    Ich erwarte von der SRG die Einsicht, dass das Fernsehen ein sterbendes Medium ist. Das Fernsehen hat ausgedient und immer mehr jüngere Menschen verzichten komplett darauf. Streamingdiensten wie Netflix gehört die Zukunft. Die SRG und ihre Lobby wissen das, darum wurde uns per Abstimmung ein Fernsehobligatorium aufgezwungen.

    1. Inaktiver Nutzer

      am 21.06.2015, 09:37

      leroy@ ja das sehe ich genau so. das buch "srg" soll und darf eine gute geschichte sein. doch nun ist es an der zeit uns auf den weg zu neuen, nicht immer einfachen, doch oft spannenden ufern aufzumachen. der einzigartigkeit uns menschen zum guten und weniger guten bleibt ;-)

  2. Lukas Romer

    am 18.06.2015, 10:10

    Wäre den Deutschschweizer SRG-Programmen evtl. zu empfehlen, sich an den Westschweizer Kollegen zu orientieren? Die entsprechenden Abstimmungsresultate würden das doch nahelegen. Und so ganz unter uns: Ich glaube, auch die Qualität.
    Insofern kann ich Espace 2 wärmstens empfehlen oder auch, ein Fussballspiel mal auf dem RTS zu verfolgen. Das sind schon fast Welten ...

    1. ch serena

      am 18.06.2015, 12:51

      Ich persönlich ziehe bei Fussballspielen die RSI vor, aber vermutlich aus genau den selben Gründen wie Sie RTS...

  3. Peter Philippe Weiss

    am 18.06.2015, 17:47

    ...ach wenn sich SRF nur an diese eigens formulierten Unterscheidungsmerkmalen halten würde!! Und ein wirklich originelles und charaktervolles Programm kreieren würde. Wenn SRF die Freiheit des öffentlichen Auftrags wirklich nutzen würde!! Der Mist mit den Quoten ist (in allen Bereichen), dass sie immer die Vergangenheit abbilden - also rückwärtsgerichtet sind. Sie zementieren mit der Vergangenheit die Gegenwart. Die wirkliche Gegenwart sowie die Zukunft (und Innovation) ist deshalb gar... mehr...ach wenn sich SRF nur an diese eigens formulierten Unterscheidungsmerkmalen halten würde!! Und ein wirklich originelles und charaktervolles Programm kreieren würde. Wenn SRF die Freiheit des öffentlichen Auftrags wirklich nutzen würde!! Der Mist mit den Quoten ist (in allen Bereichen), dass sie immer die Vergangenheit abbilden - also rückwärtsgerichtet sind. Sie zementieren mit der Vergangenheit die Gegenwart. Die wirkliche Gegenwart sowie die Zukunft (und Innovation) ist deshalb gar nicht auf dem Schirm.

  4. M Cesna

    am 18.06.2015, 18:47

    Was gut für die SRG wäre:
    Satelliten-Ausstrahlung!
    Die lokale Inzucht wagt kein Sender auf dem Satelliten zu versenden!
    Dann würde sich das Programm nach einer internationalen Einschaltquote richten, wie 3Sat odder Arte.
    Im weniger guten Fall halt Sat1 oder Pro7.
    Das ist immer noch erträglicher als mancher Lokalkolorit.
    Letzterer hat auf den Regionalsendern reichlich Platz.

    1. Verifiziert

      Rolf Wilhelm

      am 20.06.2015, 14:13

      Die Fernsehprogramme der SRG sind über Satellit empfangbar, allerdings braucht es eine Decoderkarte dafür, die problemlos mit schweizer Wohnsitz bestellt werden kann.

      Offizieller Grund für die Verschlüsselung: Die Senderechte für Filmmaterial wird nur für die Schweiz erworben.

  5. Wahrsager

    am 18.06.2015, 18:47

    Solange immer die ewiggleichen Leute dort arbeiten mit jährlichen Lohnerhöhung wird die Kreativität nie einziehen. Politik(er)gesteuerte Medien machen es auch nicht besser. Zuviele Duckmäuser in diesem Land!

  6. r.o

    am 18.06.2015, 20:12

    Solange SRF das ganze Land und Volk bespassen muss, wird es langweilig bleiben, da es gar keine Zielgruppe hat auf die es sich spezialisieren könnte und das ist auch nicht änderbar.

    Ich erwarte vom SRF:
    - gute, objektive und kritische Nachrichten / Reportagen
    - "Lernfernsehen" / Hintergrundberichte für Kinder und Jugendliche
    - Allgemeine Wissensvermittlung
    - Berichte über Randsportarten
    - Live-Konzertübertragungen
    - Theater/ Kabarett / Satire
    - Musiksendungen
    - korrekter Wetterbericht

    Also... mehrSolange SRF das ganze Land und Volk bespassen muss, wird es langweilig bleiben, da es gar keine Zielgruppe hat auf die es sich spezialisieren könnte und das ist auch nicht änderbar.

    Ich erwarte vom SRF:
    - gute, objektive und kritische Nachrichten / Reportagen
    - "Lernfernsehen" / Hintergrundberichte für Kinder und Jugendliche
    - Allgemeine Wissensvermittlung
    - Berichte über Randsportarten
    - Live-Konzertübertragungen
    - Theater/ Kabarett / Satire
    - Musiksendungen
    - korrekter Wetterbericht

    Also eher eine Konzentration auf das, was kein privater Sender anbietet oder eben nur in mieser Qualität. Viele von den Angeboten bietet SRF schon heute. Aber es hat noch zuviel von niederschwelliger Unterhaltung wie Spielshows oder Breitensport. Das können die Privaten genauso gut oder noch besser. Auch Werbung möchte ich keine sehen müssen, wenn wir dieser Organisation schon eine Milliarde Franken pro Jahr geben! Einen zweiten Kanal braucht auch niemand, da können die Privaten einspringen und seit es Breitband und Podcasts gibt, ist auch der Infokanal überflüssig...

  7. Inaktiver Nutzer

    am 18.06.2015, 21:47

    Die “Grundsätze” der SRG habe ich aufgebrochen, sonst aber wörtlich wiedergegeben. Wir lesen:

    1.) alle Sprachregionen sowie Mehr- und Minderheiten berücksichtigt,
    2.) die Vielfalt der Themen, Inhalte und Gestaltungsformen anbietet,
    3.) Kultur nicht nur abbildet, sondern auch Kultur schafft,
    4.) nicht das Streben nach Quote, sondern die
    5.) Qualität,
    6.) Glaubwürdigkeit und
    7.) Relevanz in den Vordergrund stellt,
    8.) von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängig ist.

    Und so... mehrDie “Grundsätze” der SRG habe ich aufgebrochen, sonst aber wörtlich wiedergegeben. Wir lesen:

    1.) alle Sprachregionen sowie Mehr- und Minderheiten berücksichtigt,
    2.) die Vielfalt der Themen, Inhalte und Gestaltungsformen anbietet,
    3.) Kultur nicht nur abbildet, sondern auch Kultur schafft,
    4.) nicht das Streben nach Quote, sondern die
    5.) Qualität,
    6.) Glaubwürdigkeit und
    7.) Relevanz in den Vordergrund stellt,
    8.) von politischen und wirtschaftlichen Interessen unabhängig ist.

    Und so schlecht klingt das als Ziel des Service Public vorerst gar nicht. Denn es geht darum, der Schweiz als kulturelle Einheit zu helfen, die eigene Identität (unsere permanente Baustelle!) zu finden und diese, nach vorne gerichtet, an der Realität zu kalibrieren, auszubauen und zu pflegen.

    Beim zweiten Blick sehe ich aber eine mit Zielkonflikten vollgestopfte, eierlegende Wollmilchsau:

    zu 3.) Kultur:
    Kultur zu schaffen, ist ein hehres Ziel. Immerhin gibt es valable Ansätze. Problem: Neue Kultur überfordert die Gewohnheitstiere, also die grosse Mehrheit. Daher wird man dort v.a. kleinere Eliten ansprechen können.
    Wirklich problematisch finde ich die Abbildung unserer Kultur bei SRF. Uralte Heimatfilme zementieren ein Selbstbild der Schweiz, das uns geradezu hindert, uns mit der Gegenwart (oder, Achtung: Der Zukunft!) befassen können.

    zu 4.) Die SRG soll also allen möglichst alles bieten. Und wie wird dann gemessen, ob man “alle” zufriedengestellt hat? Klaro, man misst die Quoten. Und endet logischerweise beim absoluten Minimum, muss sich also bei den Trash-Sendern orientieren, von denen man sich eben gerade absetzen will. Klar auch, dass die Betreiber von Privatmedien sauer werden.

    zu 5.) Die Qualität finde ich meistens recht hoch. Man kann ja wohl nicht die Standards der BBC zum Masstab nehmen. Sendungen wie “SF bi de Lüüt”, oder “Eusi Badi” haben allerdings nur noch die Qualität der totalen Belanglosigkeit und sind daher nur noch peinlich, nicht viel anders als gewisse geistlose Quiz-Sendungen.

    zu 6.) Die Glaubwürdigkeit der Nachrichtensendungen unterliegt dem Problem aller modernen Medien: Wir werden mit Fragmenten und Schlagworten zugemüllt, im Affentempo vom Börsentickern. Die Nachrichtensendungen sind irrelevant, die dort heruntergeleierten Fakten und Agenturmeldungen werden der Komplexität der Fragen bei Weitem nicht gerecht. Ein wunderbres Spielfeld für Populisten! Sobald sich der Herr Mörgeli und seine Kumpanen ein neues Sörgeli ausgedacht haben, wird es zu einer Nachricht aufgeblasen, und sie können kann dann im Live-Interview deren Kampfparolen als “Information” breitschlagen. Völlig frei von Fakten oder Kritik, so einfach aus dem Bauch heraus.
    Hintergrundinformationen sind an sich nicht massentauglich, müssen allenfalls emotionalisiert und skandalisiert werden wie im unsäglichen Betroffenheits- Journalismus.
    Für Debatten war die Arena populär und wurde weit herum für einen Massstab gehalten. Sie war aber keineswegs etwas wie ein Leuchtturm in unserer Wüste der CH-Debattierkultur. Die neue Form der Arena ist ein anerkennenswerter Schritt in die bessere Richtung. Immerhin.

    zu 7.) Es gibt unglaublich viel beliebiges und belangloses Zeugs im Angebot, wie unter 4.) aufgezählt. Entweder sind Eigenproduktionen und eingekaufte gute Dokumentationen zu teuer, oder der Quotendruck ist derart gross, dass man uns halt solchen Trash meint zumuten zu müssen.

    zu 8.) Die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit wird von der Werbefinanzierung angekratzt. Noch wichtiger aber wäre es, dass sich die SRG, solange sie als Service Public versteht, politisch motivierte Einmischungen und Kritik selbstbewusster ablehnt, etwa im Sinne der Gewaltentrennung, welche unsere Populisten an jeder möglichen Front unterlaufen wollen. Die UBI muss in diesem Sinn stark bleiben.

    Mein Fazit:
    Die Bespassung der Gesellschaft können wir getrost den kommerziellen Medien überlassen. Die Quote ist komplett unwichtig, daher können wir auch die Werbung nicht zulassen.
    Anders als Leroy Jenkins halte ich das Fernsehen nicht für ein sterbendes Medium. Woher sollen Laien im gigantischen Datenstrom des Web solide Informationen, von echten Journalisten heraussortiert und aufbereitet, finden? Wie immer finden wir im Web 98% Schrott, dagegen 2% enorm wichtige Aufklärung und wertvolle Fakten.
    Ich finde im Gegenteil durchaus, dass es Sinn macht, ordentlichen professionellen Journalismus als Service Public anzubieten. Die Themen sind Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Technik, und die Lebensqualtität, also alles was unsere Gesellschaft ausmacht.
    Guter Journalismus gibt uns die Orientierung und hilft uns, die Identität zu finden und vielleicht Gegensteuer gegen die grassierende Infantilisierung der Gesellschaft zu geben.

    Eine vornehme Aufgabe, welche die kommerziellen Medien total überfordert!

    1. M Cesna

      am 19.06.2015, 10:15

      @ Hr. Martens:
      Ach Gott, Sie haben sich soviel Mühe gemacht, sich und uns darzulegen, wie es besser werden könnte.
      Man soll die Hoffnung ja nicht verlieren, ..... aber meine Hoffnung auf Besserung ist halt dennoch begrenzt.
      Die Prognose könnte von der Qualität des hausinternen Käses abhängen.

      Da fällt mir gerade Franz Hohler ein:
      "http://www.rolandzoss.com/kinderland/schulpool/chaeslied_spiel.pdf"

    2. Inaktiver Nutzer

      am 19.06.2015, 10:39

      @Cesna:
      Ihren Pessimismus teile ich natürlich. DIe SRG Inhaltsdebatte wird sicher genau so tragikomisch sein wir die gestrige Parlamentsdebatte über die Armeereform, also ziel- und konzeptlos, beherrscht von Ratlosigkeit und Inkompetenz. Basisdemokratisch eben, unterstützt von Kommissionen, in denen Parteien und Lobbys auskäsen können, wo's lang gehen soll.

      Von Niklas Luhmann habe ich aufgeschnappt, dass wir die Gesellschaft als komplexes, selbstorganisierendes System verstehen sollten,... mehr@Cesna:
      Ihren Pessimismus teile ich natürlich. DIe SRG Inhaltsdebatte wird sicher genau so tragikomisch sein wir die gestrige Parlamentsdebatte über die Armeereform, also ziel- und konzeptlos, beherrscht von Ratlosigkeit und Inkompetenz. Basisdemokratisch eben, unterstützt von Kommissionen, in denen Parteien und Lobbys auskäsen können, wo's lang gehen soll.

      Von Niklas Luhmann habe ich aufgeschnappt, dass wir die Gesellschaft als komplexes, selbstorganisierendes System verstehen sollten, etwa vergleichbar mit dem menschlichen Immunsystem. Es gibt darin keinen Gubernator, es optimiert sich selbst und reagiert auf äussere Einflüsse so gut es eben geht. Jede naive, rationale Regulierung oder gar Planung kann nur scheitern.
      Er ging so weit zu sagen, dass die Regierungen eigentlich entbehrlich seien, und nur Gallionsfiguren oder Projektionsflächen darstellen.

      Wichtig ist mir aber sein Fazit: Uns bleibt dennoch gar nichts anderes übrig, als so zu tun, als könnten wir regieren, nicht nur reagieren.
      Mein Grund, um nicht ganz zu resignieren.

      Hoffnungslos, aber nicht ernst, ist die Lage halt.

    3. M Cesna

      am 19.06.2015, 10:56

      @ Hr. Martens:
      War glaube ich Nietzsche, der sagte, dass wir unseren Gott notfalls auch selber erfinden würden.
      Projektion macht, dass man weniger einsam ist, sich besser mit anderen verbunden fühlen kann.

      Wofür brauche ich eine böse SVP, üerhaupt eine SRG?
      Es soll ja Suppen geben, wo man das Haar tunlichst drin schwimmen lassen soll, da sie ansonsten üerhaupt keinen Geschmack hätten.

    4. s chröttli

      am 19.06.2015, 11:17

      @cesna

      aber nein – ich hab zb @martens’ verdienstvolle sinnige auffassung sehr wohl gesehen ...
      das bringt was! ... und rein zufällig weiss ich, mit wie wenig konkretem feedback da einzelne wirken – und womöglich hat es dieser oder jene ja gleichfalls gerne gelesen ...

      @martens und @esther könnten den laden eigentlich zämme schmeissen – dann kommt’s richtig gut.

      «kanal profund» – «seriöskanal» oder meinetwegen halt «seriosity tschännel» ...
      das rennen um den letzten (luschtigen) schrei... mehr@cesna

      aber nein – ich hab zb @martens’ verdienstvolle sinnige auffassung sehr wohl gesehen ...
      das bringt was! ... und rein zufällig weiss ich, mit wie wenig konkretem feedback da einzelne wirken – und womöglich hat es dieser oder jene ja gleichfalls gerne gelesen ...

      @martens und @esther könnten den laden eigentlich zämme schmeissen – dann kommt’s richtig gut.

      «kanal profund» – «seriöskanal» oder meinetwegen halt «seriosity tschännel» ...
      das rennen um den letzten (luschtigen) schrei würd ich jedenfalls locker forfait geben – müsste mal in der quotenrennbahn leutschenbach ankommen.

      @esther: jede einzelne tv sendung kostet ein x-faches der von Ihnen erwähnten ... leider ist das publikum zwar fein – aber nobiz klein.
      dass «drs II» eben seit urzeiten in bs daheim war/ist, während das tv gen leutschenbach zog, schreib ich jetzt nicht ;-)

    5. s chröttli

      am 19.06.2015, 11:39

      @martens

      wenn Sie luhmann im umkehrschluss ernst nehmen: die NICHT wahrgenommene eigene rolle/funktion wirkt genauso systemisch zurück – insofern: feel free to write!

    6. M Cesna

      am 19.06.2015, 11:54

      @Chröttli:
      Die beiden würden sicher was Differenzierteres als "SVP-1" (gemäss Karikatur vom Tages-Anzeiger) zustande bringen.

      Beim Radio gibt es den Spruch, dass es halt tatsächlich ins Ohr und nicht nur ins Auge geht, bzw. am Auge vorbei ins Ohr geht.

    7. Inaktiver Nutzer

      am 19.06.2015, 11:54

      @Cesna:
      Nietzsche oder wer immer: Ich würde das heute anders formulieren. Ich gehöre zu denen, die über transzendente Instanzen schweigen müssen. Also spreche ich vom Sinn. A priori gibt es keinen Sinn des Lebens oder der Welt. Die moderne Freiheit hat uns aber verantwortlich gemacht. Also müssen wir den Sinn schon selber machen, in allem was wir tun - halt endlich erwachsen werden und die Konsequenzen mittragen.

      Projektionen sehe ich auch recht gelassen, sie gehören zu unserem Selbstbild,... mehr@Cesna:
      Nietzsche oder wer immer: Ich würde das heute anders formulieren. Ich gehöre zu denen, die über transzendente Instanzen schweigen müssen. Also spreche ich vom Sinn. A priori gibt es keinen Sinn des Lebens oder der Welt. Die moderne Freiheit hat uns aber verantwortlich gemacht. Also müssen wir den Sinn schon selber machen, in allem was wir tun - halt endlich erwachsen werden und die Konsequenzen mittragen.

      Projektionen sehe ich auch recht gelassen, sie gehören zu unserem Selbstbild, das ohne sie, gekoppelt mit einer Portion von Selbsttäuschung und Schönfärberei unerträglich wäre. Schliesslich kann niemand konstruktiv handeln, wenn er nur mit Lupe im Spiegel seine Pickel im Gesicht und der Seele analysiert.
      Was aber nicht heisst, dass das CH-Selbstbild gut&xund sei! Im Gegenteil. Das Selbstbild basiert auf einem Lernprozess, auch wenn viele Traditionalisten so unerträglich lernresistent auftreten.
      Der mediale Service Public ist (nein, wäre) also eine kulturelle Aufgabe ersten Ranges: Es geht um Identität oder deren Verlust.
      Ich finde schon, dass die 400 Stutz pro Haushalt gut investiert wären. Man sollte sie schlicht in einen steuerlich finanzierten Kulturbeitrag umbauen. Wär mal lustig nachzuschauen, welchen anderen Unsinn wir in der Kulturpolitik durchfuttern. Konsequenterweise müsste man z.B. unsere Arbeitslosenunterstützung des Bauernstandes aka Landwirtschaftssubvention von schlappen 5 Mia pro Jahr als Heidiland-Kulturbeitrag bewerten.

      @Chröttli: Danke, ich fühle mich verstanden! Der ganze Mist den wir tun, fühlen und denken wirkt rückbezüglich. Wir sind eben Teil dieses ganzen Puffs.

    8. M Cesna

      am 19.06.2015, 13:25

      @ Hr. Martens:
      Es ist nicht ganz einfach: Manchmal kommt man mit Vernunft und Denken irgendwie nicht weiter. Die Argumente stimmen, die Logik ist logisch, .... und doch, es geht nicht.
      Die Karikatur vom Tages-Anzeiger finde ich daher genial, da sie nicht vernünftig argumentiert.
      Ebenso sind Katzenvideos in, weil sie ausschliesslich emotional ansprechen.

      Wenn die SRG die Quote verliert und alle unzufrieden werden, könnte ein TV-Streik mal interessant sein mit vierwöchigem Wechsel der... mehr@ Hr. Martens:
      Es ist nicht ganz einfach: Manchmal kommt man mit Vernunft und Denken irgendwie nicht weiter. Die Argumente stimmen, die Logik ist logisch, .... und doch, es geht nicht.
      Die Karikatur vom Tages-Anzeiger finde ich daher genial, da sie nicht vernünftig argumentiert.
      Ebenso sind Katzenvideos in, weil sie ausschliesslich emotional ansprechen.

      Wenn die SRG die Quote verliert und alle unzufrieden werden, könnte ein TV-Streik mal interessant sein mit vierwöchigem Wechsel der Zielgruppe: Haustier-Fernsehen.
      Eine Schweiz in Richtung Heidiland hat per SRG auch einen Bildungsauftrag in diese Richtung: Jodelkurse am TV, Reportagen über die Kuh Lisbeth von der Ober-Alp, Naturnahes Bauen mit Bruch- und Feldsteinen, oder auch die Anleitung der Präparation eines Hasen zwecks kulinarischem Gebrauch inkl. Rheumadecke.
      Im DiY-Bereich gerade auch für die einfachere Bevölkerung könnten Variationen von Käsemenüs oder 30 Variationen der Zubereitung einer Dose Ravioli viele kulinarische Probleme günstig lösen.
      Die konsequente Beruhigung der Bevölkerung (was ja eigentlich Erst- und Letztziel der Medien ist), liesse sich durch selektive Nachrichtensetzung mit Auslassung sämtlicher beunruhigenden Aspekte erzielen.
      Sendungen wie "Besser gekonnt Nichtwählen" würden sehr zur allgemeinen Beruhigung der politischen Diskussionskultur beitragen. Es handelt sich dabei ja doch um die grösste Bevölkerungsgruppe, die eigentlich noch zu vergrössern wäre.
      Die Verminderung des morgendlichen Dichtestresses könnte mit Sendungen wie "Frühaufstehen ist ungesund" oder "Ausschlafen bis halb elf".gefördert werden.
      Auch die Hektik liesse sich TV-mässig beeinflussen mit Sendungen wie "mit 85 konstant über die Autobahn" oder "Wiedereinführung von Kofsteinpflaster als ökologischer Strassenbelag".
      Selbst die horrenden Ausgaben im Bildungswesen könnten gesenkt werden mit Fortsetzungsreihen der Rubrik "6 Jahre Schule waren auch früher genug" mit ausführlicher Selbstdarstellung erfolgreicher Mitbürger mit entsprechender Bildung.

      Man sieht, die SRG hätte durchaus einen bedeutenden Bildungsauftrag, der politisch auch immer wieder gefordert wird.

    9. Esther

      am 19.06.2015, 14:38

      @ chröttli:
      Gerade weil Fernsehen teuer ist, wäre doch die Qualität wichtig. Und ich vermute mal, eine Minute Belanglosigkeit zu produzieren kostet nicht weniger, als eine Minute mit Substanz. Ich meine, wir HABEN ja die guten Journis, klugen Köpfe, die etwas zu sagen haben, wir leisten uns tolle Auslandkorrespondenten, die einen sehr guten Job machen.

      Beim Radio schätze ich, dass mir als Hörerin etwas zugemutet wird, dass man mir zutraut, etwas zu verstehen, auch wenn es ein wenig... mehr@ chröttli:
      Gerade weil Fernsehen teuer ist, wäre doch die Qualität wichtig. Und ich vermute mal, eine Minute Belanglosigkeit zu produzieren kostet nicht weniger, als eine Minute mit Substanz. Ich meine, wir HABEN ja die guten Journis, klugen Köpfe, die etwas zu sagen haben, wir leisten uns tolle Auslandkorrespondenten, die einen sehr guten Job machen.

      Beim Radio schätze ich, dass mir als Hörerin etwas zugemutet wird, dass man mir zutraut, etwas zu verstehen, auch wenn es ein wenig komplexer ist. Man mutet mir zu, manchmal eine ganze Stunde ohne Musikunterbrechung zu einem einzigen Thema etwas zu hören, von vielen Seiten beleuchtet aber nicht auf reines Unterhaltungsformat heruntergeblödelt.

      Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Leute sehr viel intelligenter sind, als ihnen zugetraut wird. Aber wenn ich für einfältig gehalten und entsprechend nur mit geistiger Schonkost versorgt werde, dann werde ich vielleicht tatsächlich mit der Zeit etwas träge im Kopf? Jedenfalls brauche ich dafür kein staatlich finanziertes Fernsehen, sondern das bekomme ich ja sonst überall.

      Und deshalb stimme ich @Martens zu: Quoten müssen egal sein!
      Service Public heisst nicht, dass es jedem gefallen muss, sondern dass diejenigen, die Interesse und ein gewisses geistiges Engagement aufbringen wollen um sich in dieser komplexen Gesellschaft zu orientieren und zu positionieren, ein Angebot bekommen, genau dies zu tun.

    10. Inaktiver Nutzer

      am 19.06.2015, 19:32

      Lieber Herr Cesna,

      in der Tat: Einfach ist letztlich nichts.
      Die Vernunft hat uns seit der Aufklärung mit der Naturwissenschaftlichen Methode (NWM) die Technisch-Wissenschaftliche Revolution und damit jede Menge von echten Fortschritten beschert, dazu aber auch viele neue Probleme, ohne Zweifel. Aber das war nur die halbe Miete, denn die Vernunft funktioniert ohne die emotionale Basis überhaupt nicht, wie uns die Neurowissenschaftler aufgezeigt haben. Und eben, ganz wesentliche Bereiche... mehrLieber Herr Cesna,

      in der Tat: Einfach ist letztlich nichts.
      Die Vernunft hat uns seit der Aufklärung mit der Naturwissenschaftlichen Methode (NWM) die Technisch-Wissenschaftliche Revolution und damit jede Menge von echten Fortschritten beschert, dazu aber auch viele neue Probleme, ohne Zweifel. Aber das war nur die halbe Miete, denn die Vernunft funktioniert ohne die emotionale Basis überhaupt nicht, wie uns die Neurowissenschaftler aufgezeigt haben. Und eben, ganz wesentliche Bereiche unserer Gesellschaft entziehen sich der NWM, weil es keine experimentelle Nachprüfung in isolierten Systemen geben kann.
      So kommt es, dass die klugen Imperative der Religion und Philosophie letztlich wirkungslos bleiben, wenn es um die hohen Grundwerte der Aufklärung geht! Insofern hat die Aufklärung glatt versagt. Friede und Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Gleichheit wurden nicht erreicht, höchstens in ein paar kleinen Gemeinschaften.
      Oder wie der Bayer sagt: Kenna dat me scho, aba megn dua ma net.

      Doch resignieren möchte ich nicht. Machen wir doch gelassen das Beste draus.
      Mein Motto heisst daher: Konstruktiv weiterwursteln!
      Das bringt mehr als Empörung, Sarkasmus oder Verbitterung darüber, dass die Wirklichkeit nicht geruht, unseren Vorstellungen zu entsprechen. Darin lag doch der Denkfehler der aufklärerischen Vernunft: Mit Information und Einsicht werde dann alles gut, wir brauchen nur den guten Regeln von Platon bis Kant zu folgen. Auch mit den Religionen konnten wir die gerechte Ordnung bisher nicht einrichten.

      Erst in neuerer Zeit haben die Klügsten erkannt, dass wir das menschliche Verhalten zuerst untersuchen und verstehen sollten, bevor wir Imperative herausposaunen. Kant musste auch erst mal alt werden, bevor er dies erkannt hatte: Unsere Institutionen müssen so eingerichtet werden, dass auch böswillige (etwa auf Eigennutz zum Schaden der Gemeinschaft bedachte) Menschen sie nicht missbrauchen können, schrieb er sinngemäss 1798.
      Oder modern gesagt: Zuerst brauchen wir eine robuste Sozialpsychologie und dann können wir uns um die Ideal kümmern. Die Entstehung der öffentlichen Meinung in einer demokratischen Gesellschaft, befreit von Manipulation ist dann noch eine andere Grossbaustelle der schwierigen Demokratie!

      Folgerichtig unternimmt der Neoliberalismus alles, um Regulierungen zu verhindern und schlecht zu reden. Als ob Freiheit in sich und alleine einen Sinn finden kann. Der neoliberale Freisinn ist insofern ganz schön Sinn-frei.

      Guter Punkt: Die Beruhigung des Volchs als Ziel! Das tun aber primär die Politiker, und die simpleren Medien trotten brav hinterher.
      Noch ein tiefer, innerer Widerspruch:
      Der Politiker soll voraussehend lenken helfen, wird aber, sobald er schlechte Nachrichten überbringt, gemäss langer Tradition kurzerhand geköpft. Dann ist endlich RUHE!
      Daher bleibe ich als Pragmatiker moderat optimistisch: Wenn wir nicht einmal versuchen, wenigstens an klaren Konzepten zu arbeiten, dann verlieren wir todsicher.