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Medienkritik 

8.12.2014, 16:56 Uhr

5 Thesen zum Misstrauen gegen die Medien

8.12.2014, 16:56 Uhr

Unmoralisch, manipulativ, käuflich: Klassische Medien sehen sich im Netz mit Kritik in nie gekannter Schärfe konfrontiert. Wir gehen dem Thema auf den Grund – und brauchen dazu Ihre Hilfe. Von und

: «Spiegel»-Titelbild vom 28.7.2014 und Cover des Buches «Gekaufte Journalisten».

«Spiegel»-Titelbild vom 28.7.2014 und Cover des Buches «Gekaufte Journalisten».

Intro überspringen? Hier geht's direkt zu den Thesen.

Das schwer fassbare Unbehagen gegenüber traditionellen Medien als Welterklärer verschafft sich in den letzten Wochen und Monaten mit zunehmender Schärfe Luft im Internet, die Redaktionen stehen im Kreuzfeuer der Medienkritik.

Das haben vor uns schon einige aufgeschrieben. Stefan Niggemeier zum Beispiel, in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ):

«Viele der seriösen Medien scheinen noch nicht zu ahnen, wie gross die Erosion des Vertrauens in ihre Arbeit ist und dass dieses Vertrauen die Grundlage für alles ist. Die Gefahr für uns alle ist, dass Menschen, die ihnen nicht mehr glauben, alles glauben.»
Medienschelte: Journalismus unter Verdacht


Oder Bernhard Pörksen in der «Zeit»:

«Medien- und Fälschungsaffären, die Boulevardisierung der Berichterstattung, der Negativismus der Nachrichten, der Einfluss von PR-Agenturen und Lobbyorganisationen – all die angeblichen oder tatsächlichen Grenzüberschreitungen und Verfehlungen munitionieren den großen Verdacht.»
«Volle Ladung Hass»

Auch die TagesWoche-Redaktion sieht sich zuweilen mit diesem Misstrauen konfrontiert. Gleichzeitig sind wir auch Leserinnen und Leser anderer Medien und setzen als solche unsere eigenen Fragezeichen hinter deren Berichterstattung, insbesondere wenn es um grosse, internationale Themen wie die Ukraine-Krise oder den IS-Terror geht, wo im westlichen Blätterwald oft auffallende Einigkeit bei der Themensetzung und -einschätzung herrscht.

Und dann gibt es noch all die Bücher, die systematisch aufarbeiten, wie manipulationsanfällig unser Mediensystem insgesamt ist. Wissenschaftlich fundierte wie «Flat Earth News» vom britischen Journalisten Nick Davies ebenso wie eher zweifelhafte vom Schlag eines «Gekaufte Journalisten» von Udo Ulfkotte.

Verlust intellektueller Bezugspunkte

Es ist auch als Profi nicht einfach, mit dieser Ambivalenz umzugehen. Der Beruf des Journalisten verlangt, Quellen zu sichten, einzuordnen und auf ihre Glaubwürdigkeit zu untersuchen. Gerät jedoch das zugrundeliegende Wertesystem aus den Fugen und gehen intellektuelle Bezugspunkte verloren, wird diese Einordnungsleistung zunehmend erschwert.

Das führt immer wieder zu hitzigen Gesprächen in der Redaktion. Aus diesen heraus haben wir fünf Thesen entwickelt, die einen Versuch darstellen, das Vertrauensproblem der Medien auszuloten.

Um unsere subjektive Sichtweise mit derjenigen der Medienkonsumenten und -kritiker zu ergänzen, möchten wir unsere Thesen zur Diskussion stellen. Anmerkungen, Ergänzungen, Widerspruch, Kritik: Wir freuen uns über jeglichen Input von aussen. Entweder in der Kommentarspalte oder direkt ins Formular. Diese Diskussion soll der Beginn eines journalistischen Prozesses sein, wie ihn zum Beispiel Medienwissenschaftler Pörksen fordert wenn er schreibt, «die Aufgabe des Qualitätsjournalismus wird es sein, auf die Ad-hoc-Attacken, die Einsprüche und die Ideen der Leser und Zuschauer dialogisch und im Sinne einer kritischen Partnerschaft zu reagieren.»

Herzlichen Dank für Ihr Mitwirken.

Update 17.12.2014: Die Ergebnisse der Umfrage finden sie in diesem Artikel.

Misstrauen gegen die Medien

Wir widmen uns in einem Schwerpunkt dem zunehmenden Misstrauen gegenüber dem traditionellen Mediensystem. Dazu sind folgende Artikel erschienen:

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Reaktionen

  1. Der Schwob

    am 8.12.2014, 10:29

    Das war eine tolle Idee, die Thesen in einem ersten Schritt auf diese Art zu diskutieren. Ich bin gespannt, was ihr mit den Antworten macht und ob daraus weitere Artikel eurerseits zu diesem Thema entstehen werden.

  2. Alois Karl Hürlimann

    am 8.12.2014, 10:56

    Ich habe mitgemacht, weiss aber nicht, ob das bei Euch angekommen ist. Ich sehe nicht, was mit meinem "submit" passiert ist...

  3. AutorIn des Artikels

    Thom Nagy

    am 8.12.2014, 11:07
  4. s chröttli

    am 8.12.2014, 16:58

    @nagy
    hochspannend – wie geschützt ist das formular – zu den accounts? (cookies) – warum kann ich mir das ohne passwort anschauen? ...

  5. AutorIn des Artikels

    Thom Nagy

    am 8.12.2014, 17:56

    @Chröttli: Die Antworten sind absichtlich für alle einsehbar. Es geht ja schliesslich um Dialog und nicht um Datensammlung.

  6. s chröttli

    am 8.12.2014, 18:01

    @nagy
    merci!
    schoklar – dachte eher an ungewollte externe ...
    freu mich auf den multilog ;-)

  7. Inaktiver Nutzer

    am 9.12.2014, 11:13

    War das eine Blitzumfrage - oder ist die Redaktion von den vielen, seriösen Beiträgen schlicht überwältigt?
    Warum ist der Link schon nach einem Tag kaum zu finden?

    Jedenfalls staune ich über das enorm hohe Niveau und die grosse Zahl der Beiträge! Diese Grundsatzfragen interessieren offenbar viele Leser, denen das Bloggen beim politischen Empörungsrummel einfach zu blöd ist.

    Oder anders gesagt: Die Blog-Community bildet das Niveau der Leserschaft nicht adäquat ab. Das ist letztlich ein... ... mehrWar das eine Blitzumfrage - oder ist die Redaktion von den vielen, seriösen Beiträgen schlicht überwältigt?
    Warum ist der Link schon nach einem Tag kaum zu finden?

    Jedenfalls staune ich über das enorm hohe Niveau und die grosse Zahl der Beiträge! Diese Grundsatzfragen interessieren offenbar viele Leser, denen das Bloggen beim politischen Empörungsrummel einfach zu blöd ist.

    Oder anders gesagt: Die Blog-Community bildet das Niveau der Leserschaft nicht adäquat ab. Das ist letztlich ein Kompliment an die Leserschaft, aber auch ein Problem beim Ansatz, eine interaktive Leser-Zeitung zu gestalten.

  8. AutorIn des Artikels

    Thom Nagy

    am 9.12.2014, 14:50

    Wir sind daran, die Beiträge aufzuarbeiten und in eine sinnvolle Form zu bringen. Herzlichen Dank an dieser Stelle, wir sind sehr positiv überrascht über die Anzahl und Qualität der Rückmeldungen.

  9. Jaheira

    am 12.12.2014, 22:00

    Bekommen wir eine Auswertung der Antworten, als Belohnung fürs Mitmachen?

  10. AutorIn des Artikels

    Thom Nagy

    am 14.12.2014, 13:49

    Selbstverständlich. Wir haben nicht mit einem derart grossen Echo gerechnet, weswegen es etwas länger dauert, als geplant. Hier finden Sie aber schon mal die Rohdaten: docs.google.com/a/tageswoche.ch/forms/d/1aoq4qx47GB9vt-cPCSSUi9JTpTNe6jPV_AGJJ6BtV88/viewanalytics?usp=form_confirm

  1. Der Schwob

    am 8.12.2014, 10:29

    Das war eine tolle Idee, die Thesen in einem ersten Schritt auf diese Art zu diskutieren. Ich bin gespannt, was ihr mit den Antworten macht und ob daraus weitere Artikel eurerseits zu diesem Thema entstehen werden.

  2. Alois Karl Hürlimann

    am 8.12.2014, 10:56

    Ich habe mitgemacht, weiss aber nicht, ob das bei Euch angekommen ist. Ich sehe nicht, was mit meinem "submit" passiert ist...

    1. AutorIn des Artikels

      Thom Nagy

      am 8.12.2014, 11:07
    2. s chröttli

      am 8.12.2014, 16:58

      @nagy
      hochspannend – wie geschützt ist das formular – zu den accounts? (cookies) – warum kann ich mir das ohne passwort anschauen? ...

    3. AutorIn des Artikels

      Thom Nagy

      am 8.12.2014, 17:56

      @Chröttli: Die Antworten sind absichtlich für alle einsehbar. Es geht ja schliesslich um Dialog und nicht um Datensammlung.

    4. s chröttli

      am 8.12.2014, 18:01

      @nagy
      merci!
      schoklar – dachte eher an ungewollte externe ...
      freu mich auf den multilog ;-)

  3. Inaktiver Nutzer

    am 9.12.2014, 11:13

    War das eine Blitzumfrage - oder ist die Redaktion von den vielen, seriösen Beiträgen schlicht überwältigt?
    Warum ist der Link schon nach einem Tag kaum zu finden?

    Jedenfalls staune ich über das enorm hohe Niveau und die grosse Zahl der Beiträge! Diese Grundsatzfragen interessieren offenbar viele Leser, denen das Bloggen beim politischen Empörungsrummel einfach zu blöd ist.

    Oder anders gesagt: Die Blog-Community bildet das Niveau der Leserschaft nicht adäquat ab. Das ist letztlich ein... mehrWar das eine Blitzumfrage - oder ist die Redaktion von den vielen, seriösen Beiträgen schlicht überwältigt?
    Warum ist der Link schon nach einem Tag kaum zu finden?

    Jedenfalls staune ich über das enorm hohe Niveau und die grosse Zahl der Beiträge! Diese Grundsatzfragen interessieren offenbar viele Leser, denen das Bloggen beim politischen Empörungsrummel einfach zu blöd ist.

    Oder anders gesagt: Die Blog-Community bildet das Niveau der Leserschaft nicht adäquat ab. Das ist letztlich ein Kompliment an die Leserschaft, aber auch ein Problem beim Ansatz, eine interaktive Leser-Zeitung zu gestalten.

    1. AutorIn des Artikels

      Thom Nagy

      am 9.12.2014, 14:50

      Wir sind daran, die Beiträge aufzuarbeiten und in eine sinnvolle Form zu bringen. Herzlichen Dank an dieser Stelle, wir sind sehr positiv überrascht über die Anzahl und Qualität der Rückmeldungen.

  4. s chröttli

    am 9.12.2014, 12:10
  5. dominiquevocat

    am 9.12.2014, 15:32

    Der geneigte Leser und Journalist sollte vielleicht die Antwort zum FAZ Artikel lesen:
    propagandaschau.wordpress.com/2014/11/03/faz-journalismus-unter-verdacht/
    Angesichts der täglichen Verfehlungen der "Qualitätsmedien" die gerne auch mal unter "Verhetzung" aufgeführt werden könnten, mindestens aber grob parteiisch sind sprechen aber ohne punkt und aber für sich.

Informationen zum Artikel

8.12.2014, 16:56 Uhr

5 Thesen zum Misstrauen gegen die Medien

Text

Text:

  • 20.06.2016 um 12:23
    Brexit: Alles was Sie zur Schicksalsentscheidung der EU wissen müssen

    Am 23. Juni 2016 stimmen die Briten darüber ab, ob das Land in der EU bleiben soll oder nicht. Das Resultat wird die Zukunft der EU nachhaltig prägen.

  • 31.05.2016 um 13:29
    Facebook Live-Map: Das Echtzeit-Fenster zur Welt

    Seit einigen Monaten bietet Facebook die Möglichkeit, via Mobiltelefon die Welt mit einem Livestream zu bereichern. Eine Übersichtskarte sammelt diese Streams – und vermittelt damit ein faszinierendes Gefühl von globaler Gleichzeitigkeit.

  • 02.05.2016 um 15:37
    Die fünf besten Links zum Grundeinkommen

    Am 2. Mai findet im Theater Basel die Lange Nacht des Grundeinkommens statt. Um für den Diskussionsmarathon – und die Abstimmung am 5. Juni – gewappnet zu sein, sollten Sie diese Links angeklickt haben.

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