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Wirtschaft 

11.11.2014, 15:50 Uhr

Schweizer Unternehmen entdecken den kubanischen Markt

11.11.2014, 15:50 Uhr

Kuba öffnet seine Wirtschaft für ausländische Unternehmen: Die 32. Internationale Messe in Havanna stand ganz im Zeichen des neuen kubanischen Investitionsgesetzes. Auch Schweizer Unternehmen zeigen reges Interesse. Ein Augenschein. Von Andreas Knobloch

Andreas Winkler sieht zufrieden aus. «Das hat jetzt eine andere Dynamik hier», sagt der Präsident der Schweizerisch-Kubanischen Handels- und Industriekammer. Er repräsentiert derzeit 54 eidgenössische Unternehmen mit Geschäftsinteressen auf Kuba und hat gerade den Schweizer Auftritt auf der eben zu Ende gegangenen 32. Internationalen Havanna-Messe (FIHAV 2014) organisiert.

Auf mehr als 18'000 Quadratmetern präsentierten sich dort in der vergangenen Woche rund 2'000 Unternehmen aus 60 Ländern. Waren im Vorjahr noch drei Unternehmen an dem Schweizer Stand vertreten, so sind es in diesem Jahr bereits sechs gewesen. Grosse Konzerne wie Nestlé oder ABB haben darüber hinaus eigene Stände. «Im nächsten Jahr wollen wir weiter wachsen», sagt Winkler.

Das Interesse an Kuba hat zugenommen. Das Land befindet sich im Umbruch und bietet neue Geschäftsmöglichkeiten.

Zum ersten Mal auf der Messe vertreten war die Edelweiss Air AG aus Zürich, eine Tochter der Lufthansa und Schwestergesellschaft der Swiss. Früher war die Fluglinie eine reine Chartergesellschaft, das aber hat sich nach dem Verkauf an die Lufthansa geändert. Das klassische Veranstaltergeschäft macht heute weniger als 50 Prozent des Umsatzes aus. «Wir wollen die Airline in Kuba bekannt machen», sagt Development Manager Benedikt Escher zur Erwartungshaltung an die Messe.

«Wir wollen die Airline in Kuba bekannt machen», sagt Benedikt Escher von der Edelweiss Air AG. (Bild: Andreas Knobloch)

Das Interesse an Kuba hat zugenommen. Es hat sich herumgesprochen, dass sich das Land im Umbruch befindet und neue Geschäftsmöglichkeiten bietet. Seit einigen Jahren vollzieht die Karibikinsel einen vorsichtigen Prozess wirtschaftlicher Anpassung. Unter dem Leitspruch der «Aktualisierung des sozialistischen Modells» wurden Beschränkungen beim Auto- und Immobilienkauf beseitigt und mehr privatwirtschaftliche Initiative zugelassen.

Vor zwei Jahren gewährte die kubanische Regierung ihren Bürgern Reisefreiheit. Zwar benötigen Kubaner für die meisten Länder weiterhin ein Einreisevisum, aber die zuvor obligatorische Ausreisegenehmigung (carta blanca) wurde abgeschafft. Seit der Aufhebung der Reisebeschränkungen sei die Nachfrage spürbar gestiegen, sagt Escher. «Kubanische Reisende sind nun als Kundengruppe hinzugekommen, vor allem Kubaner mit Familie in Europa.»

Zweiter Direktflug aus der Schweiz geplant

Seit Mai fliegt Edelweiss ein Mal in der Woche die Strecke Zürich–Havanna und zurück. Es ist der einzige Direktflug in die Schweiz. Ab Mai 2015 soll ein zweiter wöchentlicher Flug hinzukommen. Diese Tatsache spricht für sich. Allerdings sei der Markt für Einzelreisende wegen der fehlenden Kaufkraft vieler Kubaner derzeit noch recht beschränkt, sagt Escher. Einen wichtigen Anteil haben aber Geschäftsreisende europäischer Unternehmen und kubanischer Staatsbetriebe. Vor allem seit sich Kubas Wirtschaft öffnet.

Rund um den mit brasilianischen Geldern ausgebauten Hafen Mariel, 45 Kilometer westlich von Havanna, hat die kubanische Regierung eine Sonderwirtschaftszone eingerichtet. Staatsunternehmen erhalten mehr Autonomie, und seit Ende Juni ist ein neues Gesetz zu Auslandsinvestitionen in Kraft, das ausländischen Unternehmen ermöglicht, in alle Sektoren der kubanischen Wirtschaft zu investieren. Ausgenommen bleiben die Bereiche Gesundheit, Bildung und Militär.

Seit Juni können ausländische Unternehmen in alle Sektoren der Wirtschaft investieren.

Die Messe in Havanna stand denn auch ganz im Zeichen des neuen Investitionsgesetzes. Das soll dringend benötigtes Kapital ins Land bringen. Ausländische Geldgeber werden im Gegenzug mit zahlreichen Anreizen, wie Steuervorteilen und Investitionsschutz, angelockt.

Die Erwartungen sind enorm – auf allen Seiten. «Kuba investiert stark, um von den Vorteilen zu profitieren, die mit ausländischen Investitionen verbunden sind, um seine Entwicklung anzustossen», sagte Kubas Minister für Aussenhandel und ausländische Investitionen, Rodrigo Malmierca Díaz, als er am Montag (3.11.) auf der Messe offiziell den 8,7 Milliarden US-Dollar schweren Investitionskatalog der Regierung vorstellte. Dieser enthält 246 Projekte – von Hühnerzucht über die Herstellung von Impfstoffen bis hin zur Errichtung von Windparks – verteilt über die ganze Insel.

Kuba braucht zwei Milliarden jährlich

«Die Kubaner haben lange in der Theorie verharrt. Mariel, das Investitionsgesetz – das war alles abstrakt», sagt Andreas Winkler. Mit der Vorstellung des Katalogs seien sie endlich in die Praxis gegangen. «Es ist die wiederholte Manifestation von höchster Regierungsebene, dass Investitionen benötigt werden.» Und weiter: «Sie müssen damit Erfolg haben.» Denn jährlich rund zwei Milliarden US-Dollar an ausländischen Investitionen benötigt die Karibikinsel laut Aussenhandelsminister Malmierca, um ihr Wirtschaftswachstum wie angestrebt auf fünf Prozent gegenüber derzeit einem Prozent zu steigern. «Dafür aber muss der Anfang gut sein», sagt Winkler.

«Das Interesse wächst», sagt Andreas Winkler. Er präsidiert die Schweizerisch-Kubanische Handesl- und Industriekammer. (Bild: Andreas Knobloch)

In jedem Fall herrscht eine neue Offenheit. Wurde ausländisches Kapital von der Regierung in Havanna früher als «ergänzend» verstanden, soll es jetzt in einigen Sektoren eine «fundamentale» Rolle spielen, vor allem in der Lebensmittelproduktion, der Landwirtschaft, im Baugewerbe, im Bereich Erneuerbare Energien sowie im Tourismus.

«Zu Beginn der Messe waren die Erwartungen bei Schweizer Unternehmern sehr verhalten», erzählt Winkler, «doch seit der Veröffentlichung des Projektkatalogs gibt es eine Riesendynamik.» Ständig riefen Geschäftsleute bei ihm an.

Aus der Schweiz kommen Pharmaprodukte

Für Edelweiss hat das neue Investitionsgesetz dagegen in erster Linie nachgelagerte Effekte, wie Benedikt Escher erklärt. Die wirtschaftliche Öffnung mache sich vor allem im Frachtgeschäft bemerkbar. «Dort besteht eine grosse Nachfrage.» Aus der Schweiz werden Pharmaprodukte oder Maschinenteile nach Kuba transportiert, den umgekehrten Weg nehmen Südfrüchte oder Zigarren. «Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung.»

«Am Ende wird nicht zu heiss gegessen», sagt Winkler: «Die Euphorie wird abklingen, aber die Richtung ist gegeben.» Interessant werde es im kommenden Jahr; dann werde Bilanz gezogen. «Der Deckel ist auf. Wir werden sehen, wie es läuft …»

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11.11.2014, 15:50 Uhr

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Text

Text: Andreas Knobloch

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