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Debatte

Der Roche-Turm ist nötig, aber nicht schön64

24.10.2014, 15:42 Uhr
Karen N Gerig

Stv

Der Roche-Turm polarisiert. Jetzt, wo er dasteht. Jetzt, wo ersichtlich wird, dass er nicht mit dem Himmel verschmelzen wird, wie uns die geschickte Visualisierung der Architekten Herzog & De Meuron (HdM) vorgaukelte. Wo früher kaum ein kritisches Wort dagegen zu hören war, werden nun Zweifel laut. Zweifel, man habe den Anblick der Stadt nachhaltig verschandelt. 

Tatsächlich ist kein anderer Bau in Basel derart markant. Nicht das Münster, das wohlgemerkt auf einer Anhöhe steht. Und auch der Novartis Campus – vielen ein Dorn im Auge – verschwindet angesichts dieser Höhen-Präsenz.

In der Stammtisch-Diskussion um den Roche-Turm geht es nicht mehr um die reine Architektur. Keinen interessiert es, ob der Turm aussen schön ist oder wie er innen aussieht. Es geht um das Stadtbild, es geht um Städtebau, um Stadtentwicklung. Um ein Steckenpferd der Architekten HdM. Und damit um ein thematisches Feld, in dem diese bereits bewiesen haben, dass es auch anders geht, besser – zum Beispiel auf dem Dreispitz oder dem Novartis Campus.

Warum also dieser Turm?

Herzog & De Meuron, so hörte man schon, seien die neuen Stadtbauer Basels. Alle wichtigen Punkte haben sie mit ihren Bauten markiert. Sei es der Wohn- und Büroturm beim St. Jakob-Stadion, sei es der Dreispitz, der grosse und ebenso umstrittene Messebau, das Gebäude am Rhein auf dem Novartis Campus oder das geplante Meret Oppenheim-Hochhaus beim Bahnhof SBB. Und nun der Roche-Turm.

Für einmal greift es zu kurz, Herzog & De Meuron Arroganz vorzuwerfen.

Egal, von wo man nach Basel einfährt, wird man mit ihren Bauten konfrontiert. In diesem Zusammenhang fiel auch schon der Vergleich mit Stadttoren. Ein Vergleich, der hinkt, waren Stadttore doch ursprünglich nicht dafür gedacht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, sondern schlicht Löcher im Schutzwall, den man um Städte zog. Hübsch verzierte Löcher oft, ja. Aber grundsätzlich funktionale Gebilde.

Natürlich hat auch der Roche-Turm eine Funktion. Er muss zigtausende Arbeiter in sich aufnehmen. Arbeiter einer Firma, die die Stadt braucht. Auf einem Areal, das begrenzt ist. Die Höhe dieses Turms (und jener, die ihm noch zur Seite gestellt werden) ist im Grunde der Kleinheit der Fläche, über die die Stadt Basel verfügen kann, geschuldet: Was nicht in die Breite wachsen kann, muss in die Höhe wachsen. Das leuchtet ein.

Für einmal greift es deshalb zu kurz, Herzog & De Meuron Arroganz vorzuwerfen, wie ihre liebsten Kritiker das gerne tun. Sie haben hier nicht ein Zeichen gesetzt. Obwohl der Roche-Turm ein Zeichen ist. Doch dieses Zeichen steht für etwas anderes als für den Grössenwahn eines Architekturbüros.

Der Roche-Turm ist auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht.

Der Roche-Turm ist heute bereits ein Mahnmal. Ein Mahnmal dafür, dass Basel nicht weiter wachsen kann. Dass man die Industrie und ihre nötigen Bauten nicht an die Peripherie schicken kann, ohne sie aus dem Kanton zu weisen und damit auf dringend nötige Steuergelder zu verzichten. Der Roche-Turm ist deshalb aber auch ein Mahnmal dafür, wie abhängig die Stadt von der Pharmabranche ist. Es wäre gar nicht möglich gewesen, nein, es wäre sogar sehr dumm und kurzsichtig gewesen, diesen Bau nicht zu erlauben.

Die Höhe des Turmes ist somit auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht. Wahrscheinlich wurde auch darum nie ein Referendum dagegen ergriffen.

Dieses Wissen mischt sich heute aber leider auch mit einer bitteren Erkenntnis: Schön ist anders. Aus Liebe zum Stadtbild hätte man gerne auf diesen Turm verzichtet. Denn Basel braucht keine Skyline, Basel hatte bereits eine. Zwar keine, die aus Hochhäusern besteht. Aber eine, die man sich gerne ansah.

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Roche, Architektur, Stadtentwicklung, Debatte, Roche-Turm, Roche-Areal

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Diskussion

  1. Stefan Heimers

    am 24.10.2014, 16:35

    Wie konnte die Stadtbildkommission sowas nur zulassen? Wegen ein paar Solarzellen auf einem alten Wohnblock wird ein riesen Aufstand gemacht, aber so ein Ungetüm mitten in Basel wird kommentarlos hingenommen. Ich bin vor zwei Wochen mal durch die Gegend gefahren, man sieht den Rocheturm von überall, und schön ist er grad gar nicht. Schöne Gebäude, die sich in das Stadtbild und die Landschaft integrieren, sind offenbar für heutige Architekten nicht mehr interessant, es geht nur noch darum... ... mehrWie konnte die Stadtbildkommission sowas nur zulassen? Wegen ein paar Solarzellen auf einem alten Wohnblock wird ein riesen Aufstand gemacht, aber so ein Ungetüm mitten in Basel wird kommentarlos hingenommen. Ich bin vor zwei Wochen mal durch die Gegend gefahren, man sieht den Rocheturm von überall, und schön ist er grad gar nicht. Schöne Gebäude, die sich in das Stadtbild und die Landschaft integrieren, sind offenbar für heutige Architekten nicht mehr interessant, es geht nur noch darum aufzufallen und sich wichtig zu machen. Besonders stossend: Den Roche-Turm bezahlen wir jeden Monat mit der Krankenkassenrechnung.

  2. s chröttli

    am 24.10.2014, 17:10

    Ein kluger gedanke, die gwinn-towers als mahnmal der resignation zu begreifen.

    Logo, in der anflugschneise zum euroAirport hätten die dinger wohl auch gestört oder in der salina raurica – aber anders. Und das missglückte victory-zeichen hätte noch mehr fragen aufgeworfen.
    Stossend ja die duplizität der ereignisse ... 3mia vom privaten investor werden durchgewunken (müssen ja) – aber kein durchkommen für 20mio p.a. für die öffentliche Wohnstiftung: resignation/kotau der classe politique... ... mehrEin kluger gedanke, die gwinn-towers als mahnmal der resignation zu begreifen.

    Logo, in der anflugschneise zum euroAirport hätten die dinger wohl auch gestört oder in der salina raurica – aber anders. Und das missglückte victory-zeichen hätte noch mehr fragen aufgeworfen.
    Stossend ja die duplizität der ereignisse ... 3mia vom privaten investor werden durchgewunken (müssen ja) – aber kein durchkommen für 20mio p.a. für die öffentliche Wohnstiftung: resignation/kotau der classe politique angesichts der wirtschaftsdominanz.

  3. Ferdinand Wangler

    am 24.10.2014, 18:03

    @ S.Heimers. Gehen Sie doch mal nach Frankfurt, New York, Paris oder Dubai, auch dort sieht man die Türme von überall. Ja, die Touristen kaufen sogar Postkarten mit den Türmen und versenden sie in die ganze Welt.
    Weshalb kritisieren Sie eigentlich nicht die Hochkamine die in Basel rumstehen und das Stadtbild stören… finden Sie die etwa schön?

  4. Sullivan Frisch

    am 24.10.2014, 18:13

    Was heisst den " schön ist anders" ?
    Sollen neue Gebäude aussehen, wir das Rathaus, oder dass Drei König???
    Leben wir im Mittelalter? Sollen Grünflächen mit flachen Einstock-Büro Gebäude zugepflastert werden?
    Egal, ob wir um die Stadt herum 1000 km2 unbebautes Land haben, oder Landesgrenzen. Die Zulunft liegt überall in Hochbauten. um das unbebaute Naturland zu schützen! Weltweit muss dies zur Norm werden. Und dafür müssen wir die moderne Hochaus Architektur akzeptieren, wenn wir sie... ... mehrWas heisst den " schön ist anders" ?
    Sollen neue Gebäude aussehen, wir das Rathaus, oder dass Drei König???
    Leben wir im Mittelalter? Sollen Grünflächen mit flachen Einstock-Büro Gebäude zugepflastert werden?
    Egal, ob wir um die Stadt herum 1000 km2 unbebautes Land haben, oder Landesgrenzen. Die Zulunft liegt überall in Hochbauten. um das unbebaute Naturland zu schützen! Weltweit muss dies zur Norm werden. Und dafür müssen wir die moderne Hochaus Architektur akzeptieren, wenn wir sie nicht schon lieben. Ich mag sie! Sie ist modern, mit viel Glas! Was gibt es schöneres. Alte Gebäude haben ihren charm! Neue sind modern. Punkt. Und Basel darf ruhig noch ein paar mehr bauen, was Vorteile für alle bringt! Inkl. der Möglichkeit, günstigen Wohnraum zu erhalten, oder gar zu schaffen! Punkt!

  5. Markus Schöpfer

    am 24.10.2014, 18:18
  6. Alex Joester

    am 24.10.2014, 19:02

    Der Roche-Turm ist protzig. Ein neoliberales, kapitalistisches Machtsymbol! Ich finde, das passt nicht zu uns.

    Wir alle müssen schnellstens alles unternehmen um weitere Bauprojekte von Roche und Grosskonzerne zu verhindern. Da sind SP, die Grünen, BastA und der Heimatschutz in der Verpflichtung. Gemeinsam schaffen wir hier in Basel die Mehrheiten um weitere neoliberale Projekte zu stoppen.

    Wir dürfen nicht vergessen, die Pharma fällt auf durch Massenentlassungen, Abzockerlöhne,... ... mehrDer Roche-Turm ist protzig. Ein neoliberales, kapitalistisches Machtsymbol! Ich finde, das passt nicht zu uns.

    Wir alle müssen schnellstens alles unternehmen um weitere Bauprojekte von Roche und Grosskonzerne zu verhindern. Da sind SP, die Grünen, BastA und der Heimatschutz in der Verpflichtung. Gemeinsam schaffen wir hier in Basel die Mehrheiten um weitere neoliberale Projekte zu stoppen.

    Wir dürfen nicht vergessen, die Pharma fällt auf durch Massenentlassungen, Abzockerlöhne, überteuerte Medikamente, Bestrafungen durch Preisabsprachen und Umwelt- und Bodenverschmutzungen, usw. Von mir aus darf diese unsägliche Industrie wegzügeln. Dann hätten Chancen und Platz für Alternativen, wie zum Beispiel Kreativwirtschaft.

    Statt Büroflächen und arrogante HdM-Projekte benötigen wir sozialer Wohnungsbau.

  7. Inaktiver Nutzer

    am 24.10.2014, 19:20

    In Dubai gibt es keinen solchen Klotz. Nicht einen.

  8. Inaktiver Nutzer

    am 24.10.2014, 20:47

    Das Kapitol des Kapitals. Ein Völkerschlachts-Denkmal für den Sieg der Wirtschafts-Eliten über die menschliche Vernunft.

    Und das in Basel. Wir sind doch das Zentrum der Welt.

  9. Der Druide

    am 24.10.2014, 21:50

    "Die Höhe des Turmes ist somit auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht." Treffer.

    Er entspricht dem gegenwärtigen westlichen Defensivdenken. Tun, was getan werden muss. Schlimmeres abwenden. Vom Schlechten das weniger Schlechte wählen. Eine Welt, die bei Hinterfragung sofort die Instant-Alternative einfordert, die den Luxus des Innehaltens ausschlägt. Eine Sachzwang-Sklaven-Welt.

    Daraus folgt: Keine Schönheit wagen. Das hiesse ein völliges Ja. Ein völliges... ... mehr"Die Höhe des Turmes ist somit auch ein Zeichen von Resignation. Vom Wissen, dass es anders nicht geht." Treffer.

    Er entspricht dem gegenwärtigen westlichen Defensivdenken. Tun, was getan werden muss. Schlimmeres abwenden. Vom Schlechten das weniger Schlechte wählen. Eine Welt, die bei Hinterfragung sofort die Instant-Alternative einfordert, die den Luxus des Innehaltens ausschlägt. Eine Sachzwang-Sklaven-Welt.

    Daraus folgt: Keine Schönheit wagen. Das hiesse ein völliges Ja. Ein völliges Ja hiesse Verantwortung übernehmen. Ein einziger Artikel im Basler Mediendschungel gegen seitenweises Triumphgeheul, der es wagt von der Hässlichkeit des Ungetüms zu reden. Das kommt mir ein bisschen vor wie des Kaisers Kleider.

  10. Alois Karl Hürlimann

    am 24.10.2014, 23:03

    Der Gedanke an ein Mahnmal hat nebst einem gewissen moralischen Zeigefingeraspekt auch den Aspekt des Trostes in sich: Man lebt weiter, was immer einen auch umgibt...

    In Berlin gibt es – bekanntlicherweise - eine regelrechte Mahnmalinflation, angefangen beim in seiner Art irgendwie grandiosen sowjetischen Siegesdenkmal im Treptower Park bis hin zur Mauergedenkstätte an der Bernauerstrasse, dazwischen die Stelen zur Erinnerung und als Mahnmal an den Holocoust zwischen Brandenburger Tor und... ... mehrDer Gedanke an ein Mahnmal hat nebst einem gewissen moralischen Zeigefingeraspekt auch den Aspekt des Trostes in sich: Man lebt weiter, was immer einen auch umgibt...

    In Berlin gibt es – bekanntlicherweise - eine regelrechte Mahnmalinflation, angefangen beim in seiner Art irgendwie grandiosen sowjetischen Siegesdenkmal im Treptower Park bis hin zur Mauergedenkstätte an der Bernauerstrasse, dazwischen die Stelen zur Erinnerung und als Mahnmal an den Holocoust zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz, sogar eine einzelne Stele am Tiergartenrand, welche an die Homosexuellenverfolgung der Nazis erinnert: Mahnmale mit dem Erinnerungsgehalt an Verbrecherisches.
    Aber auch die Siegessäule ist ein Mahnmal, genau so wie das Brandenburger Tor. Sogar der Altbau der Schweizer Botschaft neben dem Kanzleramt könnte - was die Umgebungsveränderung betrifft, welche nach der Wiedervereinigung vorgenommen worden sind – an die alte Bebauung mit Krolloper und so weiter erinnern. Könnte. Muss heute nicht mehr, hat aber während des Kalten Krieges, einsam auf der Grenzwiese zwischen Ost und West stehend, so gewirkt.

    In Basel existieren auch Mahnmale. Wenige allerdings wirken durch ihren Platz in der Stadt. Eines, welches mir seinerzeit, als ich nach Basel kam, imemr wieder in die Augen gestochen ist, befindet sich, weit herum sichtbar oder eben ins Auge springend in Dornach: Das Götheanum. Löngst ins Augen-Bild der Region Basel eigeordnet und eingewöhnt.
    Ein anderes verkündert Basel's Verbindung mit allen möglichen TV-Signalquellen, ist aber entgegen anderen verwandten Türmen in zahlreichen anderen Städten weltweit für die Bevölkerung kaum begehbar: Der Fernsehturm auf der Chrischona.
    Was Basel mit einem seiner beeindruckendsten Denkmäler während Jahrzehnten angestellt hat: nämlich der unselige Parkplatz vor dem Münster, zeigt genauso wie der Umgang mit der Kapelle zu St. Jakob, einem Mahnmal aus den Zeiten der Pest, dass die autogerechte Stadt alles andere, wirklich alles, jahrzehntelang dem Auto, genauer, dem sogenannten „Verkehrsfluss“ untergeordnet hat.

    Nun kommt das Riesengebäude in die Blicke vieler Menschen. Der Rochetrum schwingt auf eine bisher unbekannte Höhe auf. Bald werden es mehrere solche Türme sein, welche die Basler Skyline vertikal nach oben ausschlagen lassen werden. Und man wird sich an sie gewöhnen – wie das überall, wo es zu Wolkenkratzerbauten kam, zur Gewöhnung wurde, diese Gebäude alltäglich zu „erleben“: Auch in New York oder in Chicago, auch in Frankfurt am Main oder in Paris-La Défense wurde erst einmal ein erster Wolkenkratzer gebaut, der für eine gewisse Zeit halt einfach allein in der Gegend herumstand. So wie bis vior kurzem in Basel der Messeturm. Inzwischen sind viele Türme zum Beipsiel in London oder in Barcelona, sogar in Zürich oder in München zu den Erstlingen dazugekommen und haben das jeweilige Stadtbild stark verändert. Sogar in Berlin werden neuerdings höhere Bauten erstellt. Von Moskau diesbezüglich zu schweigen!

    Wie sich das alles „nah“ oder „fern“ ins Auge setzt?
    Es wird sich setzen, liebe Leute. Es wird ein Prozess der Agewöhnung hin zur Akreptanz beginnen.

    Zum Trost für alle, denen die Nähe störend auffällt, welche H&D mitbestimmt hat:

    „Auch auf dieser Höhe wiederholt sich dem Auge das herrliche Elsaß, immer dasselbe und immer neu; ebenso wie man im Amphitheater, man nehme Platz wo man wolle, das ganze Volk übersieht, nur seine Nachbarn am deutlichsrten, so ist es auch hier mit Büschen, Felsen, Hügeln, Wäldern, Feldern, Wiesen und Ortschaften in der Nähe und in der Ferne. Am Horizont wollte man uns sogar Basel zeigen; dass wir es gesehen, will ich nicht beschwören...“
    (Goethe, Dichtung und Wahrheit, Dritter Teil, Elftes Buch).

    Goethe erinnerte sich an seinen Besuch auf dem Ottilienberg. Und schaute ins Land, in das man mindestens von den Türmen Base's auch hinaus- nicht hinab, aber eben hinausschauen kann. Und je mehr Türme, desto mehr Hinausschauen wird möglich sein.
    Was sich ändert? Nun, zum Beispiel der Standort. (Aber genau das ist immer wieder ein menschliches Grundbedürfnis).

  11. Maya Eldorado

    am 25.10.2014, 00:12

    Es ist schon so: Die Städte dieser Welt gleichen sich gebäude- und planmässig immer mehr wie ein Ei dem anderen.
    War da nicht mal die Rede von R(h)einhattan. In New York heisst eis Manhattan.
    Ein Turm bis bald der Vollendung nahe - sein Zwilling folgt in ein paar Jahren. In New York gibts (gabs) die Twin Towers. Soviel wie ich gehört habe, werden die wieder aufgebaut.
    Glas und Beton und Metall - am meisten Glas, so sehen die zukunftsweisenden Monomente weltweit aus. Ein bisschen langweilig... ... mehrEs ist schon so: Die Städte dieser Welt gleichen sich gebäude- und planmässig immer mehr wie ein Ei dem anderen.
    War da nicht mal die Rede von R(h)einhattan. In New York heisst eis Manhattan.
    Ein Turm bis bald der Vollendung nahe - sein Zwilling folgt in ein paar Jahren. In New York gibts (gabs) die Twin Towers. Soviel wie ich gehört habe, werden die wieder aufgebaut.
    Glas und Beton und Metall - am meisten Glas, so sehen die zukunftsweisenden Monomente weltweit aus. Ein bisschen langweilig finde ich.

    Diese Gebäude, auch Wohngebäude sind wie sozial-media. Persönlich wird man öffentlich. Das ganze Privatleben wird preisgegeben, die eigene Weltsicht - einfach alles. Diese Glas-Beton-Paläste dienen genau dem gleichen. Die Glascheiben sind so gross, dass sie das ganze Innenleben der Wohnungen von aussen sichtbar werden, so denn die Scheiben nicht verspiegelt sind.
    Ich wohne im Speckgürtel. Uns gegenüber hatte es ein altes, ein wenig verschnörkeltes Haus. Das wurde abgerissen und ein grösseres Mehrfamilienhaus mit grossen Fenstern hingestellt. Und was passiert nun. Gegenüber sind meist die Fensterläden unten. Auch bei uns wird das viel mehr gemacht. Ich meine natürlich tagsüber. Was nützen denn die grossen Fenster, wenn man sie die meiste Zeit verdeckt?

    Aber was kann man denn anderes erwarten, wenn da immer die gleichen Stararchitekten überall auf der Welt bauen und die anderen das nachmachen. Die Städte verlieren ihr persönliches Gesicht. Alles sieht immer gleicher aus.
    Ja, das Frühere ist heute altmodisch. Früher hatte jede Stadt ihr ureigenes Gesicht. Das ist vorbei. Das verschwindet jetzt.

    Mit den grossen Glasfassaden verschmelzen Innen- und Aussenraum. Drinnen wähnt man sich wie gleichzeitig draussen und von draussen sieht man hinein.
    Die älteren und alten Gebäude bilden eine weitere Hülle für den Menschen - als erste Hülle die Kleider, als zweite das Haus, das uns schützt.

  12. Redaktionsmitglied

    Dominique Spirgi

    am 25.10.2014, 00:33

    Der Roche-Turm / die Roche-Türme sind grossartig!

    Prolog: In Binningen gibt es einen Münsterplatz. Der heisst nicht so, weil Binningen ein Münster hat (oder mal eins hatte), sondern weil man von diesem Platz aus einst aufs Basler Münster sah. Das ist seit langer Zeit nicht mehr möglich. Warum das so ist, muss hier wohl nicht näher ausgeführt werden.

    Aber jetzt zu den Roche-Bauten: In ein paar Jahren, das behaupte ich jetzt ganz einfach einmal, werden wir alle – nun nicht ganz alle, aber... ... mehrDer Roche-Turm / die Roche-Türme sind grossartig!

    Prolog: In Binningen gibt es einen Münsterplatz. Der heisst nicht so, weil Binningen ein Münster hat (oder mal eins hatte), sondern weil man von diesem Platz aus einst aufs Basler Münster sah. Das ist seit langer Zeit nicht mehr möglich. Warum das so ist, muss hier wohl nicht näher ausgeführt werden.

    Aber jetzt zu den Roche-Bauten: In ein paar Jahren, das behaupte ich jetzt ganz einfach einmal, werden wir alle – nun nicht ganz alle, aber viele, auch solche, die jetzt noch für Gartezwerg-Architektur plädieren – stolz sein auf den Hochhaus-Cluster im äusseren Wettsteinquartier.

    Aber über was debattieren wir im jetzigen Zeitpunkt eigentlich? Über ein unfertiges Werk. Über eine Baustelle, die zwar schon sehr hoch ist, aber keineswegs ein abschliessendes Urteil erlaubt. Über ein sich nach oben verjüngendes Hochhaus, das aber seinen Kopf beziehungsweise eigentlich erst seinen Hals noch hinter einem hässlichen Baugerüstkragen verborgen hat. Wir massen uns also an, ein Bauwerk zu beurteilen, von dem wir erst ahnen, wie es am Schluss aussehen könnte.

    Ich tue dies jetzt aber ebenfalls. Ich freue mich auf diese Stairway to Heaven oder eben: auf diese, wie wir jetzt erfahren haben, Stairways to Heaven, die sich, sekundiert durch weitere Hochbauten, zum eleganten Tanz in Fast-Wolkenhöhe vereinigen werden. Ich freue mich auf den markanten Hochhaus-Cluster in Basel-Ost.

    Warum ich das behaupte, wo ich ja jetzt wie alle, die sich darüber so sehr in Rage schreiben, nicht weiss, wie es wirklich aussehen wird? Ich freue mich, dass sich in dieser Stadt endlich wieder mal ein Bauherr traut, eine Behauptung aufzustellen. Eine durchdachte Behauptung zumal.

    DIe Roche-Türme sind keine eitlen Symbole der Macht. Die Architektur, das heisst die Baustruktur und die Materialität, nimmt das auf, was heute schon auf dem Gelände vorhanden ist. Allem voran die der Salvisberg-Bauten auf der Rheinseite. Es sind keine dunkelhäutigen Glasgurken, keine silbernen Muschelgeschwüre, sondern Bauten, die zwar hoch sind (oder werden), die aber durch ihre Rechtwinkligkeit und durch ihre Materialität in die umgebende Architektur aufnehmen.

    Es ist nicht die Idee, eine verquirlte Doppelhelix in den Himel wachsen zu lassen – ein origineller Ansatz, der aber wohl rasch nicht mehr viel mehr als eben ein origineller Ansatz geblieben wäre. Es ist gute Architektur, die in den Himmel wächst, weil das Bedürfnis nach dem entsprechenden Raum einfach da ist. Es ist gute Architektur, weil sie ihre Grösse aber nicht verbergen will (aber auch gar nicht kann), aber alles andere als demonsrativer Selbstzweck ist.

    Aber eben: Wirklich berurteilen werden wir das Bild erst können, wenn die Bauten stehen werden. Wirklich urteilen werden wir eh erst können, wenn sie ein paar Jahre dort gestanden haben werden. Genau so, wie es den Baslerinnen und Baslern im 15. Jahrhundert ergangen ist, als sie sich an die beiden Turmneubauten des Basler Münsters gewöhnen mussten.

  13. Esther

    am 25.10.2014, 01:45

    Man wird sich auch daran mit der Zeit gewöhnen, wie an jede Veränderung.
    Man mag dies als Resignation deuten - doch was bleibt anderes übrig, als sich mit den Entwicklungen, Veränderungen abzufinden.
    Wer sich Veränderung verweigert ist schon tot. Und das ist schlussendlich die ultimative, durch nichts zu überbietende Resignation.
    Andererseits: Es ist dich einfach nur ein ziemlich grosses Haus. Also: Cool bleiben...

  14. Tilmann Schor

    am 25.10.2014, 10:06

    Ästhetik also: Nötig aber nicht schön. Genau das trifft auf den Claraturm zu, welcher völlig schepps an der falschen Ecke zu stehen kommt. Vom stark frequentierten Riehenring aus ein Schatten, dunkel und abweisend. Ich wünsche Bernauer von Herzen viel Erfolg beim Bundesgericht, das Hochhaus am Riehenring verhindern zu können.

  15. Sullivan Frisch

    am 25.10.2014, 12:28

    Wann wird Novartis die praktische und vernünftige Bauweise übernehmen. Auf dem Campus ist auch nicht grenzenlos Platz!

  16. Dachshaarrasierpinselbenutzer

    am 25.10.2014, 15:45

    Gegen Abend, bei Sonnenuntergang, sieht das weisse Hochhaus von der mittleren Brücke aus gesehen echt schön aus. Am Tag nicht so. Wenn es weitere Hochhäuser geben sollte, dann hoffentlich mit ausgefallenerer Architektur.

  17. Christoph Meury

    am 26.10.2014, 11:49

    Was mich wundert bei der Büroturm-Diskussion ist die Fokussierung auf ästhetische Argumente und die Frage nach der Akzeptanz für das Stadtbild in seiner Gesamtwahrnehmung. Als städteplanerisches Projekt wird der Rocheturm, werden die Rochetürme, wenig in einem Gesamtkontext diskutiert. Warum nur wird hier nur über die Gefälligkeit, Originalität, oder je nach Blickwinkel: über die Genialität, der Baukörper diskutiert? Das städteplanerische Projekt der Roche heisst doch im Klartext: Wir... ... mehrWas mich wundert bei der Büroturm-Diskussion ist die Fokussierung auf ästhetische Argumente und die Frage nach der Akzeptanz für das Stadtbild in seiner Gesamtwahrnehmung. Als städteplanerisches Projekt wird der Rocheturm, werden die Rochetürme, wenig in einem Gesamtkontext diskutiert. Warum nur wird hier nur über die Gefälligkeit, Originalität, oder je nach Blickwinkel: über die Genialität, der Baukörper diskutiert? Das städteplanerische Projekt der Roche heisst doch im Klartext: Wir schaffen mitten in der Stadt ein paar Tausend Arbeitsplätze und diese Arbeitsplätze schichten wir über einander, um die knappe Resource Land zu optimieren.
    Damit stellen sich doch vorerst Fragen, welche darauf abzielen zu fragen, ob es sinnvoll ist so viele Arbeitsplätze mitten in der Stadt zu etablieren? Ist es verkehrstechnisch und logistisch realistisch und effizient so viele neue Arbeitsplätze praktisch im Zentrum einer Stadt zu konzentrieren? Fragen, ob Arbeitsplätze für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesen Türmen zumutbar sind?

    Wenn die staatlichen Vertreter auf das Roche-Projekt reagieren, dann positiv im Sinne der Bekräftigung des Standortes Basel und der längerfristigen Sicherung von Arbeitsplätzen. RR Christoph Brutschin agiert bereits als Pressesprecher der Firma Roche, wenn er das Bauprojekt positiv kommuniziert und sowohl Wichtigkeit und Relevanz vor laufender Kamera erläutert. Dabei fehlt mir die vorsichtige Skepsis des Staatsvertreters, welche die Wohnbevölkerung in der näheren Umgebung in Schutz nimm und auch deren Interesse relevant vertritt. Immerhin müssen hier Bewohnerinnen und Bewohner einen Industriekoloss in unmittelbarer Nähe tolerieren (mit jahrelangem Baulärm und Verkehrsbeeinträchtigung). Das hat Auswirkungen auf die Wohnqualität, auf die Bodenpreise, auf die Mieten, auf das Verkehrsaufkommen, usw.

    Ein Regierungsrat hat auch die Aufgabe die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner zu schützen. Das Arbeitsplatz- und Wirtschaftsförderungsargument kann nicht in absoluter Priorität gepusht werden. Zudem würde ich von der Stadt, respektive der Stadtplanung, gerne hören, wie sie die infrastrukturellen Problem dieses riesigen Projektes bewältigt. Hier werden täglich 1'000 bis 3'000 zusätzliche Arbeitskräfte mit dem öffentlichen Verkehrsmittel und im privaten Auto anrauschen. Wie wird dieses Verkehrsaufkommen orchestriert? Kein Mensch wird glauben, dass die bisherigen Situation an der Grenzacherstrasse genügt, um dieses Verkehrsaufkommen anständig und umweltverträglich zu bewältigen. Gibt es zusätzliche Busse, einen firmeneigen Busbahnhof, Anschlüsse an die S-Bahn, Unter- und Überführungen für die Fussgängerinnen und Fussgänger, Naherholungszonen, Restaurants, Cafés, usw. für die zusätzlichen tausenden von Menschen, welche hier täglich ihre Arbeitszeit verbringen. Hier entsteht ein neues Zentrum, einen Umstrukturierung eines bestehenden Quartiers, notabene Wohnquartiers, aber kein Mensch kommuniziert allfällige flankierende Massnahmen, welche das Quartier neu definieren und Lebensqualitäten sichern
    .
    Es gibt auch banale Fragen in Bezug auf die Infrastruktur: Wie sicher ist zukünftig die Stromversorgung, die Zulieferung von Trinkwasser, genügt das Abwassersystem den neuen Anforderungen, Fragen zur Sicherheit (immerhin reden wir hier von einer pharmazeutischen Industrieanlage), usw. Eine Stadt besteht wesentlich auch aus diesen Infrastrukturen. Verkehrsflüsse müssen geregelt sein. Darüber erfahre ich von städtischer Seite kaum etwas. Insofern sind die Roche-Türme keine Privatangelegenheit der Firma Roche, sondern werfen auch städtische Fragen über die Belastbarkeit eines Quartiers und der Konzentration von Arbeitsplätzen mitten in der Stadt auf.

    Mich interessieren solche Fragestellungen. Ob dabei das Verhältnis zum Münsterhügel und der Altstadt gewährt ist, ist mir ehrlicherweise egal. Ich fühle mich auch nicht befähig über die Ästhetik der Turm-Architketur mir ein abschliessendes Urteil zu bilden. Persönlich finde ich diese Architektur wenig originell und protzig. Herzog & deMeuron könnten besser sein. Aber für den Diskurs ist meine persönliche Meinung eigentlich egal. Eine basisdemokratische Architektur wäre mir aber in jedem Fall ein Gräuel.

  18. Nadine Rohner

    am 26.10.2014, 18:03

    Tja, bald steht er in seiner ganzen Pracht da, Roche-Turm «Bau 1» mit seinen 178 Metern Höhe und 41 Stockwerken. Folgen wird ihm der 205 Meter hohe Turm «Bau 2».

    Schade kam noch niemand auf die Idee eine tolle Fotomontage mit einem integrierten Tower von Norman Foster zu kreieren. Beispielsweise dem in London stehenden 30 St Mary Axe, the Gherkin (Essiggurke), auch Swiss-Re-Tower genannt mit 180 m Höhe und 41 Stockwerken. Auch als "Erotische Gurke" bezeichnet. Vielleicht würde ja Basel's... ... mehrTja, bald steht er in seiner ganzen Pracht da, Roche-Turm «Bau 1» mit seinen 178 Metern Höhe und 41 Stockwerken. Folgen wird ihm der 205 Meter hohe Turm «Bau 2».

    Schade kam noch niemand auf die Idee eine tolle Fotomontage mit einem integrierten Tower von Norman Foster zu kreieren. Beispielsweise dem in London stehenden 30 St Mary Axe, the Gherkin (Essiggurke), auch Swiss-Re-Tower genannt mit 180 m Höhe und 41 Stockwerken. Auch als "Erotische Gurke" bezeichnet. Vielleicht würde ja Basel's Skyline ein wenig Erotik ganz guttun .....

    Einen Foster-Turm in dieser Art hätte ich mir bereits als Gefährten des ersten Turms von Herzog & De Meuron gewünscht. Oder einen Tower in der Art des Hearst Building in New York mit 182 m Höhe und 46 Stockwerken, ebenfalls von Norman Foster, bzw. Foster + Partners. Seine ungewöhnliche Fassade sieht aus wie ein roh geschliffener Diamant.

    Die 2 Türme sind gesetzt, beide von HdM, in den aktuellen, lokalen Medien als Blüten des Biederen, als Käseraffeln bis hin zu „ein Stapel von Schachteln“ bezeichnet. Dieser Meinung möchte ich mich nicht anschliessen. Ich finde es toll, dass Basel in die Höhe wächst und dass der Pharmakonzern Roche im grossen Stil in den Standort Basel investiert macht Mut für die Zukunft unserer Stadt.

    Ich übernehme jetzt mal den Ausdruck Himmelstreppen für die Roche-Türme 1 und 2. Man stelle sich Foster's Gherkin, die "Erotische Gurke" mit den Himmelstreppen als Ensemble vor .... Die Himmelstreppen würden in ihrer weissen Schlichtheit im wahrsten Sinn über sich selbst hinauswachsen, die "Erotische Gurke" stolz ihren Platz behaupten.

    Es ist nie zu spät, was sich zweit das drittet sich bekanntlich. Die Herren Herzog, De Meuron und Foster könnten sich gemeinsam mit Roche CEO Severin Schwan genüsslich und stolz diesen dannzumal wohl grossartigstenTeil der Basler Skyline von der Pfalz aus „reinziehn“.

  1. Stefan Heimers

    am 24.10.2014, 16:35

    Wie konnte die Stadtbildkommission sowas nur zulassen? Wegen ein paar Solarzellen auf einem alten Wohnblock wird ein riesen Aufstand gemacht, aber so ein Ungetüm mitten in Basel wird kommentarlos hingenommen. Ich bin vor zwei Wochen mal durch die Gegend gefahren, man sieht den Rocheturm von überall, und schön ist er grad gar nicht. Schöne Gebäude, die sich in das Stadtbild und die Landschaft integrieren, sind offenbar für heutige Architekten nicht mehr interessant, es geht nur noch darum... mehrWie konnte die Stadtbildkommission sowas nur zulassen? Wegen ein paar Solarzellen auf einem alten Wohnblock wird ein riesen Aufstand gemacht, aber so ein Ungetüm mitten in Basel wird kommentarlos hingenommen. Ich bin vor zwei Wochen mal durch die Gegend gefahren, man sieht den Rocheturm von überall, und schön ist er grad gar nicht. Schöne Gebäude, die sich in das Stadtbild und die Landschaft integrieren, sind offenbar für heutige Architekten nicht mehr interessant, es geht nur noch darum aufzufallen und sich wichtig zu machen. Besonders stossend: Den Roche-Turm bezahlen wir jeden Monat mit der Krankenkassenrechnung.

    1. Ferdinand Wangler

      am 24.10.2014, 18:03

      @ S.Heimers. Gehen Sie doch mal nach Frankfurt, New York, Paris oder Dubai, auch dort sieht man die Türme von überall. Ja, die Touristen kaufen sogar Postkarten mit den Türmen und versenden sie in die ganze Welt.
      Weshalb kritisieren Sie eigentlich nicht die Hochkamine die in Basel rumstehen und das Stadtbild stören… finden Sie die etwa schön?

    2. Inaktiver Nutzer

      am 24.10.2014, 19:20

      In Dubai gibt es keinen solchen Klotz. Nicht einen.

    3. s chröttli

      am 24.10.2014, 20:00

      @wangler

      mein absolutes lieblingsargument.
      woody a. zu annie: «dochdoch, dein mantel ist sehr schön – den sieht man jetzt überall»
      fehlt eigentlich nur noch, dass die schliesslich höher sind als die von züri – mit bestem gruss an frau langkilde.

  2. s chröttli

    am 24.10.2014, 17:10

    Ein kluger gedanke, die gwinn-towers als mahnmal der resignation zu begreifen.

    Logo, in der anflugschneise zum euroAirport hätten die dinger wohl auch gestört oder in der salina raurica – aber anders. Und das missglückte victory-zeichen hätte noch mehr fragen aufgeworfen.
    Stossend ja die duplizität der ereignisse ... 3mia vom privaten investor werden durchgewunken (müssen ja) – aber kein durchkommen für 20mio p.a. für die öffentliche Wohnstiftung: resignation/kotau der classe politique... mehrEin kluger gedanke, die gwinn-towers als mahnmal der resignation zu begreifen.

    Logo, in der anflugschneise zum euroAirport hätten die dinger wohl auch gestört oder in der salina raurica – aber anders. Und das missglückte victory-zeichen hätte noch mehr fragen aufgeworfen.
    Stossend ja die duplizität der ereignisse ... 3mia vom privaten investor werden durchgewunken (müssen ja) – aber kein durchkommen für 20mio p.a. für die öffentliche Wohnstiftung: resignation/kotau der classe politique angesichts der wirtschaftsdominanz.

  3. LukasGruntz

    am 24.10.2014, 17:54

    Hier ist ein verborgener Kommentar. Das mit dem "schön oder nicht schön" ist immer so eine Sache. Man erinnert sich noch dunkel an den frühen Doppelhelix-Entwurf für den Roche-Turm. War er schöner? Ästethischer? Angemessener? Auf dieser Ebene führt die Diskussion ins Luftleere..

    Ein Hochhaus hat als Gebäudetyp immer etwas selbstbezogenes. Es kommt ohne Kontext aus - zumindest auf städtebaulicher Ebene. Ein aus Nordamerika importierter Typus. Die ersten "Hochhäuser" in Europa suchten eine vermittelnde Rolle. Das "Turmhaus" am...
    mehrHier ist ein verborgener Kommentar.Das mit dem "schön oder nicht schön" ist immer so eine Sache. Man erinnert sich noch dunkel an den frühen Doppelhelix-Entwurf für den Roche-Turm. War er schöner? Ästethischer? Angemessener? Auf dieser Ebene führt die Diskussion ins Luftleere..

    Ein Hochhaus hat als Gebäudetyp immer etwas selbstbezogenes. Es kommt ohne Kontext aus - zumindest auf städtebaulicher Ebene. Ein aus Nordamerika importierter Typus. Die ersten "Hochhäuser" in Europa suchten eine vermittelnde Rolle. Das "Turmhaus" am Aeschenplatz ist dafür ein gutes Beispiel. Mit der Zeit wurden auch bei uns die Häuser höher. Der in den 70ern erbaute BIZ-Turm beispielsweise wirkt wie ein am Centralbahnplatz gelandetes unförmiges Ufo, ein völliger Fremdkörper.

    Es stellt sich die Frageb welche Rolle das Hochhaus in der Mitteleuropäischen Stadt als

  4. Sullivan Frisch

    am 24.10.2014, 18:13

    Was heisst den " schön ist anders" ?
    Sollen neue Gebäude aussehen, wir das Rathaus, oder dass Drei König???
    Leben wir im Mittelalter? Sollen Grünflächen mit flachen Einstock-Büro Gebäude zugepflastert werden?
    Egal, ob wir um die Stadt herum 1000 km2 unbebautes Land haben, oder Landesgrenzen. Die Zulunft liegt überall in Hochbauten. um das unbebaute Naturland zu schützen! Weltweit muss dies zur Norm werden. Und dafür müssen wir die moderne Hochaus Architektur akzeptieren, wenn wir sie... mehrWas heisst den " schön ist anders" ?
    Sollen neue Gebäude aussehen, wir das Rathaus, oder dass Drei König???
    Leben wir im Mittelalter? Sollen Grünflächen mit flachen Einstock-Büro Gebäude zugepflastert werden?
    Egal, ob wir um die Stadt herum 1000 km2 unbebautes Land haben, oder Landesgrenzen. Die Zulunft liegt überall in Hochbauten. um das unbebaute Naturland zu schützen! Weltweit muss dies zur Norm werden. Und dafür müssen wir die moderne Hochaus Architektur akzeptieren, wenn wir sie nicht schon lieben. Ich mag sie! Sie ist modern, mit viel Glas! Was gibt es schöneres. Alte Gebäude haben ihren charm! Neue sind modern. Punkt. Und Basel darf ruhig noch ein paar mehr bauen, was Vorteile für alle bringt! Inkl. der Möglichkeit, günstigen Wohnraum zu erhalten, oder gar zu schaffen! Punkt!

    1. Daniel Hage

      am 24.10.2014, 19:15

      Ah Ja... "Hochhausarchitektur- Modern mit viel Glas"...
      Findet man z.b. auch am Messeplatz- und im vergelich Potzehässlichen ultralangweiligen Grauenhaft-Grün-Verglasten Messeturm ist der Roche-Tower eine wirkliche Schönheit geworden- im Ernst! (Vergleichweise jedenfalls) Warum wurde damals bei der Verschandelung Kleinbasels und des Rosentalquartiers kein ähnliches Gewese gemacht ? Für mich ist das ganze daher keine Frage des "ob" sondern des "wie"!- und da gibt es wahrhaft schlimmere... mehrAh Ja... "Hochhausarchitektur- Modern mit viel Glas"...
      Findet man z.b. auch am Messeplatz- und im vergelich Potzehässlichen ultralangweiligen Grauenhaft-Grün-Verglasten Messeturm ist der Roche-Tower eine wirkliche Schönheit geworden- im Ernst! (Vergleichweise jedenfalls) Warum wurde damals bei der Verschandelung Kleinbasels und des Rosentalquartiers kein ähnliches Gewese gemacht ? Für mich ist das ganze daher keine Frage des "ob" sondern des "wie"!- und da gibt es wahrhaft schlimmere Verbrechen als die von HdM- nicht wahr Diener und Diener et al. ?

    2. AutorIn des Artikels

      Karen N Gerig

      am 25.10.2014, 10:30

      Lieber Herr Frisch,

      Nein, neue Gebäude müssen gar nicht aussehen wie die alten. Ich mag neue Architektur, sehr sogar. Ich hätte mir beispielsweise auch den Zaha-Hadid-Bau an den Barfüsserplatz gewünscht.
      Was mich am Roche-Turm stört, ist seine Grösse, seine Omnipräsenz. Nicht seine Architektur. In einer anderen, grösseren Stadt, würde mir der Turm vielleicht gefallen. In Basel – so finde ich – ist er überdimensioniert und passt nicht ins Bild.

      Freundliche Grüsse,
      Karen N. GerigmehrLieber Herr Frisch,

      Nein, neue Gebäude müssen gar nicht aussehen wie die alten. Ich mag neue Architektur, sehr sogar. Ich hätte mir beispielsweise auch den Zaha-Hadid-Bau an den Barfüsserplatz gewünscht.
      Was mich am Roche-Turm stört, ist seine Grösse, seine Omnipräsenz. Nicht seine Architektur. In einer anderen, grösseren Stadt, würde mir der Turm vielleicht gefallen. In Basel – so finde ich – ist er überdimensioniert und passt nicht ins Bild.

      Freundliche Grüsse,
      Karen N. Gerig

    3. s chröttli

      am 25.10.2014, 11:12

      @gerig

      Calatrava: njet, zaha-hadid: njet
      warum denn, zum thor?

      Tja, Ihre auffassung zum gegenstand trifft sich offensichtlich mit meiner.
      Zu omnipräsent – insofern zu beliebig.

      Die argu ist dabei so schräg: alle haben doch das, seufz– «iwlllau!»

      Im standortmarketing-slang:
      Braucht luzern zwingend eine unbrennbare superbrücke (hat sein kkl)– skyline für venedig?
      Wenn diese dinger fast überall ins kraut schiessen, braucht’s sie u. umständen an speziellen orten grade NICHT:... mehr@gerig

      Calatrava: njet, zaha-hadid: njet
      warum denn, zum thor?

      Tja, Ihre auffassung zum gegenstand trifft sich offensichtlich mit meiner.
      Zu omnipräsent – insofern zu beliebig.

      Die argu ist dabei so schräg: alle haben doch das, seufz– «iwlllau!»

      Im standortmarketing-slang:
      Braucht luzern zwingend eine unbrennbare superbrücke (hat sein kkl)– skyline für venedig?
      Wenn diese dinger fast überall ins kraut schiessen, braucht’s sie u. umständen an speziellen orten grade NICHT: alleinstellungsmerkmal – USP

      Ich seh darin halt keine aufwertung, sondern den langfristigen angleich ans mittelmass.
      Um in dieser denke hervor-ragendes zu erreichen, müsste der turm mittlerweile stolze 800m erreichen ...

      Was ich – von anderer seite her – sehr schwierig finde: wenn mir jemand damit kommt: «wir müssen eben, wir werden uns daran gewöhnen, wir werden stolz sein»
      Von welchem «wir» ist da die rede?
      Anmassende infantilisierung.

    4. Sullivan Frisch

      am 27.10.2014, 20:22

      @Hr. Hage.
      Oh, wenn nun die Geschmacksdebatte losgeht, werden wir nie mehr fertig, und die 180000 Einwohner von Basel wünschen sich 180000 verschiedene Hochhäuser.

      Wenn man den Messeturm wüst findet, ist das ok. Abe 90% der modernen Hochhäuser sehen so oder ähnlich aus. D.h., man sollte lieber nach Venedig als nach Hong Kong um eine Sight Seeing Tour zu machen.

    5. Sullivan Frisch

      am 27.10.2014, 20:28

      Liebe Frau Gehrig,

      Die Zeit des beschaulichen Basels ist vorbei (und aus meiner Sicht, nicht "leider"). Und, ich finde gerade den Gegensatz und die Höhe perfekt für Basel. Mir gefallen Gegensätze. Ihnen nicht, oder nicht auf diese Weise. Ok. Aber das ist auch nur eine Meinung, undter tausenden, wie meine....

      In diesem Sinne, bleiben Sie keck (oder frisch).

      Freundliche Grüsse.
      S.F.