LOGIN

Registrierung

  • Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

    Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

    Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Registrierung

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt. Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Kultur

Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

Kunsthaus Baselland 

7.8.2014, 11:39 Uhr

Wie man eine Kugelbahn zur Möbelherstellung nutzt

7.8.2014, 11:39 Uhr

Die Wiener Gestalter Breaded Escalope suchen im Kunsthaus Baselland einfache Lösungen für komplexe Designfragen. Eine Ausstellung, die die Grenzen zwischen Kunst und Design auslotet. Von

Da stehen sie, die drei Wiener Gestalter von Breaded Escalope (zu deutsch Wiener Schnitzel), und man denkt nach nur wenigen Augenblicken, dass das Trio in seiner Arbeit wohl vor allem die Spielfreude sucht. Hier wird getüftelt und gebastelt, und das Resultat, so scheint es, wird ganz nebensächlich. Das stimme natürlich nur bedingt, versichert uns Martin Schnabl. «Doch die Herangehensweise steht sicherlich im Fokus.» Um dies zu verstehen, hilft am besten ein Beispiel. Wir nehmen dazu jenes Werk, das im Kunsthaus Baselland als erstes ins Auge fällt.

Über die Treppe, die vom Erdgeschoss ins Untergeschoss führt, zieht sich eine halsbrecherische Holzkonstruktion. Auf die Frage, was das sei, erhält man die lapidare Antwort: «Eine Kugelbahn.» Die auch tatsächlich funktioniere, wie Kunsthaus-Direktorin Ines Goldbach mit Blick auf unsere hochgezogenen Augenbrauen rasch anfügt.

Unsere Skepsis bleibt, doch der Beweis für die Funktionstüchtigkeit des Werkes folgt ein Stockwerk tiefer. Ein Video hat dokumentiert, wie Breaded Escalope eine Kugel von rund einem halben Meter Durchmesser die Holzbahn hinunterschickten. Und wie sie heil in der hintersten Ecke des Raumes ankam.

Die Suche nach dem Mittel zum Zweck

Das Rollen der Kugel ist allerdings nicht das Werk an sich, auch nicht das Ziel. Es ist nur Mittel zum Zweck. Denn im Innern der Kugel ist eine Silikonhülle angebracht, die während des Rollens einen Hocker formt. So wird nun vor dem Start der Kugel erhitztes, flüssiges Kunstharz in diese Form gegossen, das innert weniger Minuten fest wird. Durch das Rollen der Kugel über die Bahn wird das Harz in der Form verteilt – idealerweise regelmässig. Hat die Kugel ausgerollt, kann man ihr einen fertigen Hocker entnehmen.

Die Hocker jedoch haben immer eine andere Form. Denn die Silikonform ist weich und biegsam und verändert so durch die Zentrifugalkraft in der Kugel stetig ihre Form. Mit jedem Rollen also entsteht ein Hockerunikat.

Diese «Original Stools» haben Breaded Escalope hier in Muttenz nicht zum ersten Mal hergestellt. Sie haben die Kugel zum Beispiel auch schon die Bobbahn in St. Moritz hinuntergeschickt (siehe Video). An die 60 Hocker sind bisher in diesem Verfahren entstanden. Gut möglich, dass auch ein paar darunter sind, auf denen man nicht unbedingt bequem sitzen kann. 

Design goes Kunst – oder umgekehrt

Die drei Mitglieder von Breaded Escalope (man ist versucht, hier Jungs zu schreiben) kommen zwar vom Design her, stehen nun aber nicht im zum ersten Mal im Zentrum einer Ausstellung in einer Kunstinstitution. Sie bewegen sich an der Grenze zwischen den beiden Genres – wobei es schwierig ist, diese zu ziehen. Auf die landläufige Unterscheidung, wenn etwas anwendbar ist, ist es Design, wenn nicht, Kunst, zurückzukommen, wäre zu simpel. Und sie griffe zu kurz.

Breaded Escalope ist diese Frage denn auch zu Recht Hans was Heiri. Sie machen einfach, was sie machen, auf ihre ganz eigene Art. «Wir gehen naiv an eine Sache ran», sagt Michael Tatschl. «Und suchen einfache Lösungswege.» Das dritte Escalope-Mitglied Sascha Mikel ergänzt: «Wir finden vor allem das Aneignen von Fertigkeiten spannend.»

Ein Kochtopf macht Holz biegsam

In Bezug auf ein anderes hier präsentiertes Werk hiess die Frage: Wie machen wir Holz biegsam? Die Lösung fand das Trio in einer tragbaren Kocheinheit. Eine Pfanne drauf, aus der ein Rohr den heissen Wasserdampf in ein grösseres Rohr leitet, in das man einen Holzstab legt. Je nach Dicke holt man diesen nach einer oder mehreren Stunden raus und biegt ihn um ein geeignetes Objekt, bis er die gewünschte Form erhalten hat.

Die ersten dieser Stäbe kombinierten die drei Gestalter mit industriell gefertigen Produkten – einem Monoblock-Stuhl etwa oder einer Plastikgiesskanne –, um die Unterschiede zwischen industrieller Fertigung und Handarbeit deutlich zu machen.

Fertige Produkte nutzen sie immer wieder, zum Beispiel auch für das Werk «Your clock»: Eine Faltblattuhr wird derart modifiziert, dass sie die aktuelle Zeit erst anzeigt, wenn man an einer Schnur zieht. Man kann dann einerseits zusehen, wie viele Momente verronnen sind, seit man das letzte Mal auf die Uhr geblickt hat. Und man diktiert der Uhr den Zeitfluss und nicht umgekehrt.

Gegossene Erinnerungen

Für Basel haben sich Breaded Escalope aber auch noch etwas Neues einfallen lassen. Im späten Frühling riefen sie die lokale Bevölkerung dazu auf, ihre liebsten Alltagsgegenstände ins Kunsthaus zu bringen. Aus den gesammelten Gegenständen wollten sie Möbelstücke bauen – Möbel, deren Kern aus Erinnerungen besteht.

Eine Sitzbank ist es geworden, dazu eine Lampe mit Schirm. Was darin verborgen ist, lässt sich nur noch erahnen. Man sieht die Umrisse eines Fahrrads, dann ein Surfbrett vielleicht? Auf Zetteln kann man nachlesen, was die Leute hinterliessen. Und auf zwei Bildschirmen sehen und hören, wer welches Objekt abgegeben hat und warum. So erfährt man beispielsweise, dass Philippe Bischof, der Abteilungsleiter Kultur Basel-Stadt, eine Honigsammlung besitzt.

Das Spielerische, das man ab dem ersten Moment in den Werken von Breaded Escalope vermutet, das ist auch am Schluss des Ausstellungsrundganges noch da. Dahinter hat man aber noch viele weitere Facetten entdeckt, die das Schaffen der Wiener ausmachen. Hintersinniges und auch Gesellschaftskritisches. Die Gedanken, die sie sich machen, lassen sich teilweise handfest nachvollziehen. Und machen diese Ausstellung so spannend.

_
Breaded Escalope, Kunsthaus Baselland, 8. August bis 7. September 2014. Vernissage Donnerstag, 7. August, 18.30 Uhr.

Eine zweite Ausstellung widmet sich parallel dazu der Sammlung des Kunstvereins Baselland sowie erneut der Sammlung Neue Medien dotmov.bl. Daraus wurden Werke von Alex Silber, Manon Bellet und Sonja Feldmeier ausgewählt. Eine Besprechung dieser Ausstellung folgt.

Werbung

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema

Kunst, Ausstellung, Design, Museen

Die Geschichten des Tages

Abonnieren Sie unseren Newsletter. Die Geschichten des Tages, jeweils um 17 Uhr bequem und kostenlos per Mail geliefert.

Verwandte Artikel

Die Kunst des Umkrempelns Weiterlesen

Auf der Videospur der Region Weiterlesen

Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

Noch keine Beiträge. Schreiben Sie den ersten.

Informationen zum Artikel

7.8.2014, 11:39 Uhr

Wie man eine Kugelbahn zur Möbelherstellung nutzt

Text

Text:

  • 09.12.2016 um 15:18
    Zum Artikel: Bürgerlicher Bückling vor fremden Firmen

    Lieber Herr Hürlimann, Mist, der ist mir beim Gegenlesen auch durch die Lappen! Wird natürlich sofort korrigiert! LG Karen N. Gerig

  • 06.12.2016 um 13:15
    Zum Artikel: PISA 2015: Ärger über Methode statt Freude an Resultaten

    Lieber M Cesna, wir hatten dazu vorher schon einen Artikel online: http://www.tageswoche.ch/de/2016_50/schweiz/736826/Schweizer-Sch%C3%BCler-sind-besser-im-Rechnen-als-im-Schreiben.htm Darin finden Sie auch den gewünschten Link zur OECD. Freundliche G...

  • 19.11.2016 um 16:20
    Zum Artikel: Marc Fehlmann tritt an, den Ruf des Historischen Museums zu retten

    Lieber Christoph, ein paar Dinge muss ich nun doch noch klarstellen. Marc Fehlmann muss mit keinem Defizit starten – sondern bei Null. Die Reserven des Museums sind aufgebraucht, aber es sind keine Schulden vorhanden. Er wird deshalb bis zur nächsten ...

Aktuell

sda: Die Zweielternfamilie ist immer noch im Trend, auch wenn Familien in der Schweiz zunehmend bunter werden. Dies zeigt der Familienbericht 2017, den der Bundesrat verabschiedet hat.

Familien-Bericht 2017 

Die Ehe ist kein Auslaufmodell

Familien in der Schweiz werden bunter, aber die Zweielternfamilie bleibt der häufigste Fall. Dies zeigt der Familienbericht 2017, den der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat. Für ihn hat die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Priorität. Von sda. Weiterlesen

sda: Die Initiative «Raus aus der Sackgasse» (RASA) will den Zuwanderungsartikel aus der Verfassung streichen. Der Bundesrat will daran festhalten: Er lehnt die Initiative ab und verzichtet auf einen Gegenvorschlag. (Symbolbild)

Zuwanderung 

Kein Gegenvorschlag zu RASA

Der Bundesrat will dem Stimmvolk nun doch keinen Gegenvorschlag zur RASA-Initiative vorlegen. Er hat am Mittwoch beschlossen, darauf zu verzichten. Die Kehrtwende begründet er mit den negativen Reaktionen in der Vernehmlassung.Von sda. Weiterlesen