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Wagenplatz 

3.6.2014, 21:48 Uhr

Video: So wurde das Migrolareal geräumt

3.6.2014, 21:48 Uhr

Das besetzte Areal im Hafen wurde von der Polizei geräumt. Die Besetzer leisteten passiven Widerstand, einige mussten weggetragen werden. Von und

 

Am Dienstagnachmittag gegen 14 Uhr lassen die Besetzer des ehemaligen Migrolareals im Kleinhüninger Hafen auch das letzte Ultimatum der Kantonspolizei verstreichen. Dann riegeln die Beamten das Areal in einer Kreisformation ab, eine Eskalation ist absehbar. Aus dem «Rückbau» wird eine «Räumung».

Zuvor hatte morgens der Rückbau der illegal errichteten Bauten ausserhalb der geduldeten Zone des Wagenplatzes begonnen. Ein erstes Ultimatum, das kurz vor 13 Uhr von drei Polizisten im persönlichen Gespräch mit den Besetzern ausgesprochen worden war, verstrich ungenutzt. Immer wieder wurden die drei Männer von Rufen und Beschimpfungen unterbrochen. Polizei und Besetzer forderten sich gegenseitig auf, friedlich zu bleiben.

Der Einsatzleiter verkündet das Ultimatum und bittet darum, friedlich zu bleiben.

Der Einsatzleiter verkündet das Ultimatum und bittet darum, friedlich zu bleiben. (Bild: Matthias Oppliger)

Die Aussagen des Einsatzleiters im Wortlaut:

Kurz vor der Räumung versucht Polizeisprecher Martin Schütz die Medien noch per polizeilicher Verfügung des Platzes zu verweisen. Nicht alle folgen dieser Anordnung.

Die Polizei geht ruhig und Schritt für Schritt vor: Zuerst wird die besetzte Fläche grosszügig eingekreist. Meter um Meter arbeiten sich die Beamten vor, in voller Montur, bewaffnet mit Reizstoff, Schlagstöcken, Schutzschildern und Gummischrot. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich nur noch eine kleine Gruppe von ungefähr dreissig Personen auf dem besetzten Areal. Rundherum auf der Strasse und bei der legalen Zwischennutzung «Landestelle» stehen jedoch unzählige weitere Sympathisanten von «Uferlos» und Wagenplatz.

Beim Rausdrängen der Besetzer kommt es kurz zu Handgreiflichkeiten.

Beim Rausdrängen der Besetzer kommt es kurz zu Handgreiflichkeiten. (Bild: Simon Krieger)

Der harte Kern sitzt am Boden in einer Reihe, die Arme untereinander eingehängt. Einige der Besetzer haben sich auf dem Dach der Bar eingerichtet, mit Sonnenschirm und Wasservorrat.

Während die Polizei weiter vorrückt, werden Rufe skandiert: «Wir sind friedlich, was seid ihr?» Dann trägt die Polizei die Besetzer einzeln vom Gelände, dabei gehen sie wenig zimperlich vor. Die Schreie der Besetzer sind wohl dennoch eher theatralischer Natur. Fotografen, die die Räumung aus nächster Nähe festhalten wollen, werden ebenfalls nicht mit Samthandschuhen angefasst. Einer davon wird gar ebenso festgenommen und mit Kabelbindern abtransportiert. Die anderen werden mit Reizstoff auf Distanz gehalten.

Die junge Frau die hier weggetragen wird, hat Reizstoff abbekommen.

Die junge Frau die hier weggetragen wird, hat Reizstoff abbekommen. (Bild: Matthias Oppliger)

Irgendwann sind nur noch die Besetzer auf dem Dach übrig, alle anderen wurden entweder festgenommen oder aus dem Areal rausgedrängt. Auf der Strasse bilden sich Sitzkreise, Mädchen singen, Jungs reissen Sprüche. Da und dort werden Polizisten mit Schimpfwörtern eingedeckt. Ein junger Mann blutet am Kopf. Eine junge Frau liegt bewusstlos am Boden, von Freunden wird sie in den Schatten gebracht. Später wird sie sie aus dem abgesperrten Bereich rausgetragen und medizinisch versorgt.

Die übriggebliebenen Besetzer werden mit der Feuerwehrleiter vom Dach geholt. Unmittelbar nachdem das Gelände vollständig geräumt ist, fahren die Bagger auf. Bis das Areal weiter gebraucht wird, wird ein Sicherheitsdispositiv aus privaten Sicherheitsleuten vor Ort sein, wie Polizeisprecher Martin Schütz sagt.

Den Einsatz mag Schütz auf Anfrage nicht bewerten. Er sagt lediglich: «Uns wäre es lieber gewesen, wenn die Stimmung den ganzen Tag so friedlich geblieben wäre wie am Morgen.» Das Ziel, die Besetzer zu entfernen und den Rückbau fortzuführen, sei jedoch erreicht worden. «Insgesamt wurden 36 Personen für eine genaue Personenkontrolle angehalten», sagt Schütz. Es habe ausserdem diverse Verzeigungen wegen Hausfriedensbruch, Behinderung einer Amtshandlung, Nichtbefolgen polizeilicher Anordnungen und Landfriedensbruch gegeben. In zwei Fällen sei Pfefferspray eingesetzt worden, um das Durchbrechen einer Barrikade zu verhindern. «Das Gewaltpotential auf Seiten der Besetzer war zumindest verbal gut spürbar.»

Am Abend zogen rund 400 Demonstranten durch die Basler Innenstadt, um gegen die Räumung zu demonstrieren.

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Eine Bildreportage der Räumung ist hier zu finden.

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Reaktionen

  1. Petr Meir

    am 3.06.2014, 23:31

    Dieses Video löst in mir genau ein einziges Gefühl aus: totale Fremdscham. Wer mit so viel Theatralik um seine/ihre Sache schreit, dazu noch so sehr hochstehende Parolen skandidiert wie "Mir sin friedlich, was sind ihr?", der kann ja gar nicht ernst genommen werden. Und das sollten sie auch nicht. Die Zwischennutzung für die eine Gruppe an Günstlingen ist nun halt zum Teil zu Ende. Darum heisst es wohl auch Zwischennutzung. Sozial ist ja auch, wenn andere ebenfalls mal dürfen. Und die... ... mehrDieses Video löst in mir genau ein einziges Gefühl aus: totale Fremdscham. Wer mit so viel Theatralik um seine/ihre Sache schreit, dazu noch so sehr hochstehende Parolen skandidiert wie "Mir sin friedlich, was sind ihr?", der kann ja gar nicht ernst genommen werden. Und das sollten sie auch nicht. Die Zwischennutzung für die eine Gruppe an Günstlingen ist nun halt zum Teil zu Ende. Darum heisst es wohl auch Zwischennutzung. Sozial ist ja auch, wenn andere ebenfalls mal dürfen. Und die Wagenplätzler wollen sicher als sehr sozial wahrgenommen werden. Vielleicht bin ich aber auch von Vorurteilen zu einem falschen Schluss verleitet worden.

  2. F Jaton

    am 4.06.2014, 07:54

    Einleitend festzuhalten, das die den Wagenleuten zugesprochene Fläche von 2500qm nicht geräumt wurde, nimmt dem Artikel unter Umständen an Dramatik, würde aber in meinen Augen sehr klärend wirken.

  1. Kaspar Tanner

    am 4.06.2014, 10:15

    Muss schon Scheisse sein: Da bemüht man sich mit allen Kräften (Schreien am Spiess, provokative Transparente, Bebbisack-Werfen vor fahrenden Autos, Abschleppen lassen, verächtliches Lachen - und zu guter Letzt: Verzweifelte tätliche Angriffe...) sein Feindbild aufleben zu lassen und - bitte, bitte! - eine Überreaktion der Polizei auszulösen.
    Und da kommt einfach nichts! Scheiss-Basler Polizisten! Wann setzen die endlich Gummiknüppel ein oder begrapschen die Titten der am Bpdem schreienden... mehrMuss schon Scheisse sein: Da bemüht man sich mit allen Kräften (Schreien am Spiess, provokative Transparente, Bebbisack-Werfen vor fahrenden Autos, Abschleppen lassen, verächtliches Lachen - und zu guter Letzt: Verzweifelte tätliche Angriffe...) sein Feindbild aufleben zu lassen und - bitte, bitte! - eine Überreaktion der Polizei auszulösen.
    Und da kommt einfach nichts! Scheiss-Basler Polizisten! Wann setzen die endlich Gummiknüppel ein oder begrapschen die Titten der am Bpdem schreienden Tussen! Das ist einfach unfair! Das ist unlauter, Baschi Dürr! DAS GEHT NICHT! Wir wollen echte Fascho-Polizisten, damit wir uns moralisch überlegen fühlen können!

    Im Ernst: Wenn man mit grösster Verzweiflung eine Negativreaktion auszulösen versucht, um dann endlich als "Opfer der faschistoiden Polizeigewalt und des neoliberalen Systems" (oder ähnliche Verlautbarungen aus dem anarchistischen Paralleluniversum) dazustehen, hat man wirklich nichts zu melden.
    Zwischen den FCB-Hooligangs und diesen "Aktivisten" gibt's keinen Unterschied. Sie missbrauchen ein eigentlich positives Anliegen und ihr einziges Ziel ist Randale.
    (Gekürzt. Bitte unterlassen Sie Beleidigungen. Danke. Die Redaktion)
    Es geht nicht um Freiräume, sondern um zu viel Testosteron.

    1. fusnist

      am 4.06.2014, 12:27

      (Da wir den Kommentar, auf den Sie sich beziehen, um das Zitat gekürzt haben, haben wir auch Ihren Kommentar gekürzt. Danke für Ihr Verständnis.)
      Hr. Tanner, mit verlaub, sie sind widerlich!

  2. Tortelloni

    am 3.06.2014, 22:58

    Wenn Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

  3. Inaktiver Nutzer

    am 3.06.2014, 23:04

    unrecht ist recht in vielen kommentaren
    der TAWO
    es ist zeit den wägelern die kosten der räumung
    in rechnung zustellen.
    und ach an die gut leut kommentare schreiber zahlt
    ihr steuern- dann macht ihr was falsch- die anarchie
    hat ausgedient und mit kunst haben die wägeler
    gar nichts am hut.

    1. Inaktiver Nutzer

      am 3.06.2014, 23:30

      Anarchie ist auch, zuzulassen, dass jeder seinen Kommentar zum Zeitgeschehen abgeben kann.

      Das nennt sich manchmal Basisdemokratie, manchmal auch Kommentar.

      Nicht jeder Kommentar ist kunstvoll, und auch nicht jeder ist durchdacht.

      Es zuzulassen nennt man Toleranz. Aber ich gebe zu: Nicht jeder kann damit umgehen.

  4. Inaktiver Nutzer

    am 3.06.2014, 23:23

    Nun, Tortelloni, dieses Zitat kommt aus einer anderen Zeit, und es ist auch anders gemeint.

    Wir sollten nie übertreiben. Heute war nicht viel. Aber es könnte jedem Selbstgerechten eine Lehre sein, dass es ihm vielleicht irgendwann auch so gehen kann.

    Und wenn es nur bedeutet, dass man ihm die Rente bis unter das Existenzminimum kürzt.

  5. Petr Meir

    am 3.06.2014, 23:31

    Dieses Video löst in mir genau ein einziges Gefühl aus: totale Fremdscham. Wer mit so viel Theatralik um seine/ihre Sache schreit, dazu noch so sehr hochstehende Parolen skandidiert wie "Mir sin friedlich, was sind ihr?", der kann ja gar nicht ernst genommen werden. Und das sollten sie auch nicht. Die Zwischennutzung für die eine Gruppe an Günstlingen ist nun halt zum Teil zu Ende. Darum heisst es wohl auch Zwischennutzung. Sozial ist ja auch, wenn andere ebenfalls mal dürfen. Und die... mehrDieses Video löst in mir genau ein einziges Gefühl aus: totale Fremdscham. Wer mit so viel Theatralik um seine/ihre Sache schreit, dazu noch so sehr hochstehende Parolen skandidiert wie "Mir sin friedlich, was sind ihr?", der kann ja gar nicht ernst genommen werden. Und das sollten sie auch nicht. Die Zwischennutzung für die eine Gruppe an Günstlingen ist nun halt zum Teil zu Ende. Darum heisst es wohl auch Zwischennutzung. Sozial ist ja auch, wenn andere ebenfalls mal dürfen. Und die Wagenplätzler wollen sicher als sehr sozial wahrgenommen werden. Vielleicht bin ich aber auch von Vorurteilen zu einem falschen Schluss verleitet worden.

  6. chrigel meier

    am 3.06.2014, 23:50

    Nun haben die Robocops also doch noch ihren Auftritt erhalten. Schade. Schade, um die Steuergelder, die mit diesem Einsatz wieder mal den Rhein runtergehen. Aber noch viel mehr, da ein Freiraumprojekt, welches funktionierte, heute zerstört wurde.

    Was jetzt auf der Brache geschehen wird, liegt im Dunkeln. Shiftmode haben bei vielen Menschen jegliche Unterstützung verloren. Ich gehe davon aus, dass es eine schwierige Nachbarschaft werden wird. Denn auch Menschen aus der Landestelle und dem... mehrNun haben die Robocops also doch noch ihren Auftritt erhalten. Schade. Schade, um die Steuergelder, die mit diesem Einsatz wieder mal den Rhein runtergehen. Aber noch viel mehr, da ein Freiraumprojekt, welches funktionierte, heute zerstört wurde.

    Was jetzt auf der Brache geschehen wird, liegt im Dunkeln. Shiftmode haben bei vielen Menschen jegliche Unterstützung verloren. Ich gehe davon aus, dass es eine schwierige Nachbarschaft werden wird. Denn auch Menschen aus der Landestelle und dem Ex-Esso-Areal pflegten eine gegenseitig schätzende Nachbarschaft (Sie TaWo an anderer Stelle). Für shiftmode ist das nicht günstig.

    Zudem, liebe TaWo-Kommentatorinnen und Kommentatoren, die ihr nichts anderes wisst, als rumzunörgeln und Vorurteil zu posten: hört auf! Es geht um mehr als um die völlig unbedeutende Steuergelddiskussion, es geht auch nicht darum, wer arbeitet und wer nicht. Es geht für die Menschen um Selbstbestimmung (Ein Credo übrigens auch von SVP und FDP), um die Gestaltung von eigenen Räumen, die von der Stadt dann in 20-30 Jahren gelobt werden.

    Zu den Zitaten: Man könnte auch sagen, "Wo Ungewisses zur Gewissheit wird, da darf zu Recht gezweifelt werden." (S. Lobo).
    Brechts oder Goehes Zitat (Wer auch immer der Urheber ist), ist gar nicht so schlecht platziert. Denn im Kontext der Brache kann doch tatsächlich darüber nachgedacht werden, ob eine gut funktionierende, basisdemokratische Belebung nicht doch rechtens ist und die Zerstörung derselben unrechtens geschehen ist. Widerstand als Pflicht, Freiräume nicht einfach kampflos (im Sinne einer Besetzung) aufzugeben, ist bei der vorliegenden Geschichte auch angebracht.

  7. Kami

    am 3.06.2014, 23:55

    Jene, welche an Ort und Stelle waren und sahen, wie Menschen mit viel Kreativität, Freude und dem Wunsch das alles mit anderen Menschen zu teilen ohne persönlichen Profit daraus zu schlagen und dieses Ufer in den letzten Monaten aufgewertet haben, jene Zeugen wissen nun, dass Basel einen weiteren freien Raum verloren hat.

  8. Christoph Meury

    am 4.06.2014, 01:12

    Irgendwann haben mir ein paar Leute erklärt, dass die ganzen Aktionen an der Uferstrasse politisch motiviert seien, dass es angeblich um fehlgeleitete Stadtentwicklung gehe. Leider habe ich davon bis dato öffentlich keinen erinnerbaren Satz gehört. In meiner Wahrnehmung geht es um Quadratmeter, welche man bespielt oder eben nicht bespielt. Es geht um eine Bar, welche am falschen Platz steht. Es geht um einen Grillplatz und öffentlichen Treffpunkt für Leute, welche zum Beispiel Ayleen und... mehrIrgendwann haben mir ein paar Leute erklärt, dass die ganzen Aktionen an der Uferstrasse politisch motiviert seien, dass es angeblich um fehlgeleitete Stadtentwicklung gehe. Leider habe ich davon bis dato öffentlich keinen erinnerbaren Satz gehört. In meiner Wahrnehmung geht es um Quadratmeter, welche man bespielt oder eben nicht bespielt. Es geht um eine Bar, welche am falschen Platz steht. Es geht um einen Grillplatz und öffentlichen Treffpunkt für Leute, welche zum Beispiel Ayleen und Thomas heissen. Um mehr geht es nicht. Man hat keine Botschaft, ausser, dass man bleiben will und dafür soundsoviel Quadratmeter beansprucht. Keinen Satz wider die zukünftige Stadtentwicklung, kein Protest mit der Absicht eine Alternative plausibel zu machen, kein Diskurs über zukünftige Wohnbauspekulationen an attraktiver Rheinlage, kein Widerstand gegen Luxuswohnprojekte, kein Widerstand gegen die Gentrifizierung von Kleinhünigen, kein Aufbegehren gegen die undemokratische Stadtplanung, etc. Rein gar nichts! Nada.
    Lediglich die schmale Botschaft: Wir wollen hier gratis kampieren, wir wollen unsere uferlos-Bar zurück und wir wollen hier unseren Freiraum-Spielplatz. Dass dies so nicht realisiert werden kann, respektive verhindert wird, unterstellt man - nach scharfer Analyse und je nach Blickwinkel - den bösen Shiftmode-Leuten, den unnachgiebigen Scope-MacherInnen, der unkooperativen Verwaltung und den bösen Kapitalisten allgemein. Soviel Scharfsinn haut mich um.
    Leute, welche mir weismachen wollen, dass ein alternativer Lebensstil auch beinhaltet, dass ich meinen Nachbarn "Shiftmode" bei Bedarf oder Nicht-Gefallen plötzlich platt machen darf. Aber hallo! Ich bin im falschen Film. Ich würde diese Übung jetzt sofort abbrechen. Den Film zurückspulen und nochmals bei den Gesprächen und den Verhandlungen anfangen. Man war ja kurz davor Vernunft und Toleranz walten zu lassen....

Informationen zum Artikel

3.6.2014, 21:48 Uhr

Video: So wurde das Migrolareal geräumt

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Video

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