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Kunstkredit BL 

10.4.2014, 10:08 Uhr

Eine Ernte im Wert von 190'000 Franken

10.4.2014, 10:08 Uhr

Im Kunsthaus Baselland präsentiert der Landkanton seine Kunstankäufe: Ein bunter Reigen von Werken aus allen Medien mit einem Akzent auf Videokunst und Malerei. Wir stellen sieben vor. Von

190'000 Franken betrug das Budget des Kantons Baselland für Kunstankäufe im vergangenen Jahr. Wie sich zeigt, wurde ein beträchtlicher Teil davon investiert, um die Mediensammlung dotmov.bl aufzufrischen. Wer sich nun im Kunsthaus Baselland die «Ernte» ansehen geht, wird deshalb auf einige Monitore und Videoprojektionen treffen.

Ebenfalls stark vertreten ist die Malerei, wohingegen man nach installativen Arbeiten fast suchen muss. Das lässt sich vielleicht auch aus dem Zweck der Kunstkredit-Sammlung erklären: Deren Kunstwerke sollen nicht irgendwo in einem Keller versauern, sondern Verwendung finden – etwa in den Büros der Verwaltung. Und ein Bild eignet sich dafür halt einfach besser.

Die Ankäufe tätigte die Fachkommission hauptsächlich in Ateliers oder an der «Regionale 14». So verblüfft es auch nicht, dass wir manche Werke schon gesehen haben, an anderen Ausstellungsorten oder auch hier: Gina Follys Elefantenohr beispielsweise ist zurück im Kunsthaus Baselland, ebenso wie Esther Hunzikers Videoarbeit «Future» – letztere sogar am exakt selben Ort. «Er war einfach perfekt», erklärt Bernadette Hauert, die Verantwortliche des Ressorts Kunst und Musik bei kulturelles.bl.

Insgesamt sind es Werke von 28 Künstlerinnen und Künstlern, die sich in der Ausstellung finden. Sieben davon, die uns besonders beeindruckt haben, stellen wir nachfolgend näher vor.

1. Martin Chramosta

(Bild: Karen N. Gerig)

Jedes Jahr schreibt die Baselbieter Kulturabteilung kulturelles.bl einen Wettbewerb für eine Solo-Position aus. Diese ermöglicht einem Künstler eine erste Einzelausstellung in einem etablierten Kunsthaus der Region. Dieses Jahr darf Martin Chramosta die drei Kabinetträume des Kunsthaus Baselland bespielen. «Opera» nennt er seine Installation, die sich über alle drei Räume zieht – seine Bühne, um sich dem Kunstpublikum zu präsentieren. Am besten betritt man sie über die Haupttreppe und arbeitet sich zum Fenster vor, das der Birs zugewandt ist.

Als verbindendes Element zwischen den Räumen fungieren graue Wandzeichnungen. Nicht immer ist erkennbar, was sie zeigen. Es handelt sich bei ihnen um Vergrösserungen von Zeichnungen aus Chramostas Skizzenheft. «Es sind alles Ideen für mögliche Performances oder Aktionen», erklärt der Künstler. Darüber gehängt sind gerahmte Textpassagen, allesamt Auszüge aus Theaterstücken, die der 31-Jährige irgendwann angefangen hat.

Am auffälligsten im ersten Raum ist allerdings eine zentral in den Raum gebaute Bühne aus Ziegelsteinen. Wer nähertritt, merkt allerdings, dass alles nur Blendwerk ist: Die Ziegelsteine sind mehr Zierde als festes Material – ob sie eine Theatergruppe tragen würden, ist ungewiss. Weiterschreiten ist angesagt, bis in den dritten Raum, der beherrscht wird von einer hölzernen Treppe. Diese darf betreten, wer will. Und sich darauf setzen. Der Blick schweift dann durch das Fenster hinaus ins Theater der Natur, in die reale Welt. Kunstpause.

 

2. Daniel Karrer

(Bild: Karen N. Gerig)

Daniel Karrer hat die Fachkommission, beeindruckt von seinen Malereien, im Atelier besucht und gleich eine ganze Werkgruppe angekauft. Der Maler entwirft eigenartige Topografien. Ein Teppich oder ein Bettlaken beispielsweise erhalten die Form eines Bergpanoramas, ein Zelt erscheint wie ein Höhleneingang oder eine Landschaft wird mit Keramikplatten getäfert.

Karrer entwirft seine Bilder zuerst am Computer, bevor er sie malt, was derartige Kreationen erst möglich macht. Der Perserteppich etwa legte sich dank einer Funktion von Google Earth passend über die Gebirgsformation. Die Kombination von fotorealistischer und abstrakter Malerei baut ausserdem eine innerbildliche Spannung auf, in der sich der Betrachter zuerst zurechtfinden muss.

 

3. Simona Deflorin

(Bild: Karen N. Gerig)

In der neu ausgebauten, plötzlich taghellen Shedhalle im Untergeschoss fesselt eine Wand mit mehreren verschwommenen Fratzen unseren Blick. Die Aquarelle von Simona Deflorin sind definitiv ein Hingucker – und wer genau guckt, der sieht, dass sie nicht nur gemalt, sondern teilweise auch genäht sind.

Die Gesichter verstören. Sie sind deformiert, teilweise bereits dem Verfall ausgesetzt oder wirken gequält. Die Aquarelle bilden keine Ausnahme im Werk der 48-jährigen Künstlerin: Sie beschäftigt sich mit Menschen und figurativer Malerei, und Schönheit scheint dabei immer nebensächlich – zum Glück.

 

4. Simon Wunderlich

(Bild: Karen N. Gerig)

Zwei grosse Installationen finden sich in der «Ernte 2014»: Die Arbeit «Hoch über die Berge der Weg» von Catrin Lüthi K und Simon Wunderlichs Arbeit «Membranes», die im Untergeschoss einen ganzen Raum einnimmt. Es ist wohl die am sinnlichsten wahrnehmbare Arbeit dieser Schau, weil sie auch das Taktile mit einbindet.

Wunderlich geht es um Beziehungen, um die Frage, wie diese stattfinden können. Ventilatoren blasen zwei hauchdünne Kunststoffplanen auf. Sie berühren sich, wenn sie voll aufgeblasen sind. Wird die eine grösser, bildet sich die andere zurück. Distanzierung, Annäherung, Berührung – all dies wird hier erfahrbar, auf ganz fragile und poetische Art und Weise.

 

5. Patrick Steffen

(Bild: Karen N. Gerig)

Patrick Steffens Arbeit «4057/4132» ist etwas für Sprachtüftler. An ihrem Anfang stand ein Satz: «Verdammt sind heute viele Bullen unterwegs...». Diese Worte standen während Monaten an eine Hauswand im Kleinbasel geschrieben. Seither hat der Künstler zahlreiche Anagramme des Satzes erstellt. Drei davon findet man im Kunsthaus Baselland. Alle Anagramme haben stets einen ortsspezifischen Bezug, so auch diese hier – sie sind extra für die Ausstellung entstanden.

 

6. Christoph Oertli

(Bild: Karen N. Gerig)

Elf Werke wurden im 2013 für die Sammlung Neue Medien Baselland dotmov.bl angekauft – zwei davon stammen von Christoph Oertli. Sie gehören zu jenen Werken, die man sich hier in der Ausstellung ansehen sollte, auch wenn sie nachher an der Computerstation im Kunsthaus BL ständig zur Verfügung stehen. Doch wie andere Videoarbeiten auch wirken diese in der grossen Projektion besser als auf einem Bildschirm.

Im Film «M. René» zum Beispiel fährt die Kamera durch eine Wohnung, die von unten bis oben vollgestopft ist mit allerhand Kram. Eine junger Mann schläft mittendrin. Er kommt hierher, um zu schlafen, denn wohnen tut hier keiner mehr. Oertlis Arbeit liegt eine wahre Geschichte zugrunde. In seinem Film kreiert er eine neue Realität, eine Welt, zu der wir keinen Bezug haben – die uns aber trotzdem berührt.

 

7. Hildegard Spielhofer

(Bild: Karen N. Gerig)

Hypnotisieren lassen kann man sich von Hildegard Spielhofers Videoarbeit «16 x in 24 Stunden». Farbige konzentrische Kreise auf einem Monitor verändern langsam ihre Grösse und Farbigkeit, aus dem Kopfhörer erklingt dazu eine monotone Stimme, die unterschiedliche Zustände von Schwerelosigkeit beschreibt. Anfangs hört man noch zu – bis man mehr und mehr wegdriftet. Es gibt nichts Besseres, um abzuschalten.

Alle Ankäufe:
Solo Position: Martin Chramosta.
Atelierankäufe: Simona Deflorin, Daniel Karrer, Patrick Steffen, Julia Steiner, Maria Magdalena Z'Graggen.
Ankäufe an der Regionale 14: Marion Cros, Judith Deschamps (mit Diane Augier), Gina Folly, Rodrigo Hernández, Esther Hunziker, Georgine Ingold, Catrin Lüthi K, Mobileskino, Oliver Schuss, Nadine Seeger, David Siepert, Bruno Steiner, Nicole A. Wietlisbach, Simon Wunderlich.
Ankäufe für dotmov.bl: Silvia Bergmann, Nicole Schuck & Beat Brogle, Saskia Edens, Thomas Isler, Dirk Koy, Sebastian Mundwiler, Christoph Oertli, Monika Rechsteiner, Hildegard Spielhofer.

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Kunsthaus Baselland, Muttenz. 12. April bis 4. Mai 2014.
Vernissage Freitag, 11. April, 19 Uhr.

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Kunst, Ausstellung, Museen, Kulturpolitik, Kulturförderung

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10.4.2014, 10:08 Uhr

Eine Ernte im Wert von 190'000 Franken

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Text:

  • 09.12.2016 um 15:18
    Zum Artikel: Bürgerlicher Bückling vor fremden Firmen

    Lieber Herr Hürlimann, Mist, der ist mir beim Gegenlesen auch durch die Lappen! Wird natürlich sofort korrigiert! LG Karen N. Gerig

  • 06.12.2016 um 13:15
    Zum Artikel: PISA 2015: Ärger über Methode statt Freude an Resultaten

    Lieber M Cesna, wir hatten dazu vorher schon einen Artikel online: http://www.tageswoche.ch/de/2016_50/schweiz/736826/Schweizer-Sch%C3%BCler-sind-besser-im-Rechnen-als-im-Schreiben.htm Darin finden Sie auch den gewünschten Link zur OECD. Freundliche G...

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