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Sterbehilfe 

16.11.2013, 12:30 Uhr

Streit ums Sterben

16.11.2013, 12:30 Uhr

Seit dem Freitod eines Italieners, der sich in Basel mit gefälschten Arztzeugnissen Zugang zum tödlichen Mittel erschlichen hatte, ist die Debatte um die Sterbehilfe neu aufgeflammt. Von Wolf Südbeck-Baur

Keystone: Einst als Schlafmittel benutzt, wird Pentobarbital heute von Sterbehilfeorganisationen verwendet, um den Tod durch Einschlafen und Ersticken herbeizuführen.

Einst als Schlafmittel benutzt, wird Pentobarbital heute von Sterbehilfeorganisationen verwendet, um den Tod durch Einschlafen und Ersticken herbeizuführen. (Bild: Keystone)

Letzte Woche schlug die EVP Basel-Stadt Alarm und machte den Fall eines italienischen Staatsbürgers publik. Ein 62-jähriger Italiener hatte sich mit gefälschten Arztzeugnissen aus Italien in Basel das Vertrauen der Sterbehilfeorganisation «Eternal Spirit» erschlichen und war so an die für seinen Freitod nötigen Medikamente gekommen.

Eine im Kanton Baselland prak­tizierende Ärztin von «Eternal Spirit» hatte das Rezept für die tödliche ­Dosis aufgrund der vorgelegten Diagnose einer Syphilis im Endstadium ausgestellt, obwohl das notwendige ärztliche Zweitgutachten erst einen Tag nach der Rezeptausstellung eingetroffen war. Die obligate Obduktion zeigte, dass der Verstorbene gar nicht an einer Syphilis erkrankt war. Für die Basler EVP-Grossrätin Annemarie Pfeifer besteht daher der dringende Verdacht, dass bei diesem Fall der Freitodbeihilfe «die Voraussetzungen gemäss den Ethikrichtlinien der Schweizerischen Akademie der medizinischen Wissenschaften nicht erfüllt» wurden.
Laut EVP wurden auch die Sorgfaltspflichten durch die Ärztin von «Eternal Spirit» verletzt.

Die Basler EVP will den Sterbetourismus unterbinden.

Die Behörden seien daher gefordert und müssten den Sterbehilfeorganisationen genauer auf die Finger schauen. Ausserdem fordert die EVP eine jährlich aktualisierte Statistik, die sämtliche Freitode auflistet, bei denen die Dienste von Sterbehilfeorganisationen zum Zuge kamen. Und die Partei möchte durchsetzen, dass Sterbewillige aus dem Ausland künftig ein ­ausführliches Gutachten sowie eine Mindestzahl an psychologischen Vorgesprächen vorweisen müssen.

Sterbetourismus sei zu unterbinden, und die schmerzlindernde Pflege müsse ausgebaut werden, bringt es Annemarie Pfeifer auf den Punkt. Diesen Vorstoss wird die EVP-Politikerin demnächst auch im Grossen Rat einbringen. Gleiches plant Partei­kollegin Elisabeth Augsburger im Liestaler Kantonsrat.

«Lebenssatt, betagt, gesättigt»

Anders als bei dem Italiener liegt der Fall des weltbekannten Theologen Hans Küng juristisch zweifellos im grünen Bereich, aber Küngs öffentlichkeitswirksame Inszenierung heizt die Sterbehilfe-Debatte zusätzlich an. Der Kirchenkritiker, der an Par­kinson leidet, machte bereits mehrfach publik, dass er «lebenssatt, betagt und gesättigt» sei. Gegenüber der «Solothurner Zeitung» betonte Küng, es gebe in der Bibel «kein Argument dagegen, dass sich jemand unter Umständen selber das Leben nimmt – oder besser gesagt: sein Leben Gott zurückgibt». Er wolle nicht verenden, sondern «sein Leben vollenden». Darum sei er der Sterbehilfeorganisation «Exit» beigetreten, sagt Küng, und er werde deren Dienste unter Umständen in Anspruch nehmen.

«Abgestumpfte Gesellschaft»

In seiner Haltung scheine der 85-jährige Theologe die Unverfügbarkeit des Lebens gerade auch in seiner letzten Phase zu verwechseln mit einem jederzeit verfügbaren Anspruch auf Selbstbestimmung, geben Kritikerinnen und Kritiker wie etwa Monika Renz zu bedenken. Die Theologin und Psycho-Onkologin, die im St. Galler Kantonsspital seit Jahren Sterbende begleitet, lehnt die Sterbehilfe ab und kritisiert die zunehmende «Abge­stumpft­­heit der Gesellschaft» gegenüber dem Leiden: «Immer mehr Menschen lassen ihr Angewiesensein kaum mehr zu und meinen, bis ins Letzte Macht und Kontrolle über das Leben haben zu können.»

Ohne dass Renz die Selbstbestimmung als Grundwert des Menschseins infrage stellen will, weist sie darauf hin, dass «ein Menschenrecht nicht identisch ist mit einer generellen Ansprüchlichkeit im Gegenüber der Natur». Laut der Sterbeforscherin gelte es zu verstehen, was im Sterbeprozess «an Loslassen und innerer Erfahrung von Würde» geschieht. Häufig ereigne sich im Sterbeprozess nicht nur aufgrund von Medikamenten, «sondern natürlicherweise ein Hinübergleiten über eine Bewusstseinsschwelle».
Kritisch in Richtung Hans Küng sagt Renz auch: «In das Gottesbild absoluter Barmherzigkeit mischt sich unbemerkt eine Respektlosigkeit im Gegenüber letzter Geheimnisse ein.» So wüssten wir weder, was nach dem Tod kommt, noch ob oder wie Gott sei.

Ein Leben, das unerträglich wird

Anderer Meinung ist Hansruedi Stoll, leitender Onkologie-Pfleger im Universitätsspital Basel. Er hat viel Verständnis für den Todeswunsch von Krebspatienten, bei denen «die Medizin die Schmerzen nicht mehr in den Griff» bekommen kann. Die Patientinnen und Patienten verstünden diesen Schritt immer als letzten Ausweg, «wenn das Leben nicht mehr erträglich ist», schreibt Stoll im Buch «Am Ende des Weges blüht der Garten der Ewigkeit» (Reinhardt Basel, 2007).

Unterdessen konterte «Exit» den EVP-Vorstoss mit dem Verweis auf die Abstimmungsresultate der letzten Jahrzehnte. Stets habe sich die Mehrheit für die Sterbehilfe ausgesprochen, argumentiert die Sterbehilfe­organisation.

Diskutieren Sie mit in der Wochendebatte zum Thema «Geht die Sterbehilfe heute zu weit?»

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Reaktionen

Bisher wurden noch keine Beiträge von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Josef Meyer

    am 18.11.2013, 10:24

    und hier offenbar die meist achso nette und liebe EVP wieder einmal ihr religiös-fundamentalistisches Gesicht! Nur weil die Sterbehilfe ihren religiösen Ansichten wiederspricht soll sie für alle verboten werden obwol sich die Bevölkerung der Schweiz mehrfach für dieses Recht geäussert hat.

  2. Renée Schluep

    am 18.11.2013, 17:32

    Es wird schwierig in dieser Debatte, wenn wir nicht unterscheiden zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe: Gerade die aktive Sterbehilfe, wo ein Mensch selbstbestimmt aus dem Leben scheiden kann, wenn er will, ruft grosse ethische Probleme auf: Egal ob man ein christliches oder atheistisches Weltbild hat, die Folgen einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ist ein Dammbruch in der Gesellschaft. Wird Leben nicht mehr geschützt, werden alte Menschen, die sich selbst nicht mehr versorgen... mehrEs wird schwierig in dieser Debatte, wenn wir nicht unterscheiden zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe: Gerade die aktive Sterbehilfe, wo ein Mensch selbstbestimmt aus dem Leben scheiden kann, wenn er will, ruft grosse ethische Probleme auf: Egal ob man ein christliches oder atheistisches Weltbild hat, die Folgen einer Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ist ein Dammbruch in der Gesellschaft. Wird Leben nicht mehr geschützt, werden alte Menschen, die sich selbst nicht mehr versorgen können und keine Angehörigen haben, unter einen enormen finanziellen Druck geraten, sich töten zu lassen, um der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen. Es werden wahrscheinlich auch Menschen mit letalen Erkrankungen von den Kassen durch Leistungskürzung gedrängt, einen begleiteten Suizid zu wählen, um die künftigen Behandlungskosten zu kürze. Es wird zu einer Zweiklassengesellschaft kommen: Diejenigen, die Geld auf der Seite haben, deren Leben wird verschont, all die Kranken und arme Alte, die lediglich Kostenfaktoren geworden sind, werden sich gedrängt fühlen, den Weg des Suizides zu gehen.

    Oft wird die Debatte vor allem von den Gebildeten gesunden Stoikern geführt, die mit Würde abtreten wollen, ohne zu wissen, wie die Geschichte dann wirklich ausgeht, wenn sie tatsächlich dran sind abzutreten. Aktive Sterbehilfe ist ein Fass ohne Boden und arme Alten Menschen werden die ersten sein, die über die Klinge springen. Dann werden chronisch Kranke folgen und Behinderte. Und alles unter dem Deckmantel humanitärer Würde. Ich kann nur vor dieser Entwicklung warnen, denn keiner von uns weiss, ob er später die Behandlungskosten noch zahlen kann, wenn es so weit ist und dann ist ein Suizid oftmals Kostengünstiger. Die Mechanismen, die dann einen Menschen zur aktiven Sterbehilfe führen sind dann nicht mehr selbstgewählte Freiheit zu sterben, sondern die Dominanz des Geldes.

  3. Inaktiver Nutzer

    am 18.11.2013, 18:03

    Frau Schluep, Sie entwerfen hier das Bild, dass sich diese Gesellschaft in Richtung «Euthanasie» entwickelt.

    Das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Aber ich nehme an, Sie sind auch gegen Abtreibung.

  4. Roland Stucki

    am 18.11.2013, 18:19
  5. Roland Stucki

    am 18.11.2013, 18:30

    Ich versteh nicht was Geld damit zu tun haben soll. Wenn ich todkrank bin so will ich sterben auch wenn ich Millionen habe nützen sie mir nichts wenn es keine Therapie gibt die mir hilft.

    Ich bin keiner von diesen gesunden Stoikern wie Sie es nennen, ich kenne die Krankenwelt aus eigener Erfahrung zur Genüge und kann Ihnen versichern dass ich diese Möglichkeit benutze wenn ich das Gefühl habe dass mein Leben nicht mehr den Sinn für mich hat den ich als für mich möchte.
    Ich weiss nicht warum... mehrIch versteh nicht was Geld damit zu tun haben soll. Wenn ich todkrank bin so will ich sterben auch wenn ich Millionen habe nützen sie mir nichts wenn es keine Therapie gibt die mir hilft.

    Ich bin keiner von diesen gesunden Stoikern wie Sie es nennen, ich kenne die Krankenwelt aus eigener Erfahrung zur Genüge und kann Ihnen versichern dass ich diese Möglichkeit benutze wenn ich das Gefühl habe dass mein Leben nicht mehr den Sinn für mich hat den ich als für mich möchte.
    Ich weiss nicht warum Sie das so vehement ablehnen.
    Glauben Sie dass Sterben so schlimm ist oder haben Sie einfach Angst davor ?
    Sterben ist ein ganz normaler täglicher Vorgang
    Offenbar muss es auf der andern Seite nicht so schlimm sein, ich kenne niemanden der bewusst zurückgekommen ist.

Informationen zum Artikel

16.11.2013, 12:30 Uhr

Streit ums Sterben

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Text: Wolf Südbeck-Baur

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