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Auch das noch 

12.8.2013, 21:05 Uhr

Die BVB schaffen Raum für Spekulationen

12.8.2013, 21:05 Uhr

Die BVB werden angeblich mit schweren Vorwürfen konfrontiert. An denen sei aber gar nichts dran, informieren die Verkehrsbetriebe selber und lassen sich dennoch von der Finanzkontrolle untersuchen. Ein neues Schmankerl aus der wirren Informationsabteilung der BVB. Von

Hans-Jörg Walter: Die BVB sorgen selber für Wirbel.

Die BVB sorgen selber für Wirbel. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Eine äusserst bizarre Meldung erreichte uns am Montagabend wieder einmal von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB). Demnach wurde dem BVB-Verwaltungsrat in jüngster Zeit «von dritter Stelle verschiedene Vermutungen zugespielt». Es sei versucht worden den Eindruck zu erwecken, die BVB würden gegen gesetzliche oder reglementarische Vorschriften verstossen, heisst es in der Mitteilung (siehe Hintergrund zum Artikel). Konkret gehe es um Fragen wie die «private Nutzung von Dienstwagen durch Mitglieder der Geschäftstsleitung und weitere Mitarbeitende, die Gewährung von Unterkunftsspesen, die Regelung von Home-Office, die Beschäftigung von Familienangehörigen von BVB-Mitarbeitenden als Praktikanten bzw. im Rahmen von Schülerjobs sowie die lückenlose öffentliche Ausschreibung von Stellen, inklusive Kaderstellen».

Der Verwaltungsrat der BVB hat sich laut Mitteilung an einer Sitzung mit den Vorwürfen auseinandergesetzt. Dabei seien in einer ersten Beurteilung keine Verstösse gegen Reglemente, Vorschriften oder Gesetze erkannt worden, heisst es weiter. Die BVB haben das Bau- und Verkehrsdepartement dennoch darum gebeten, die Finanzkontrolle mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen. Dies, «um die volle Transparenz zu erhalten». Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, wollen die BVB die Öffentlichkeit genauer über die Ergebnisse informieren.

Keine Auskunft

Dass die BVB derzeit trotz Ausbau ihrer PR-Abteilung Mühe mit der Kommunikation haben, ist nicht neu. Mit dieser Meldung setzt die Informationsabteilung allerdings einen neuen Tiefpunkt. Diffuse Vorwürfe, von unbekannter Seite? Und die sind so diffus, dass sich der Verwaltungsrat dennoch damit auseinandersetzt? Nichts findet? Und dann die Finanzkontrolle mit einer Untersuchung beauftragt? Und danach wohl auch noch zustimmt, dass die Informationsabteilung diesen ganzen wirren Vorgang in aller Ausführlichkeit der Öffentlichkeit mitteilt? Oje.

Gerne hätten wir der Medienstelle der BVB die eine odere andere Nachfrage gestellt. Wie das nun genau sei, mit den Dienstwagen und den Spesen und den öffentlichen Ausschreibungen. Und was man sich dabei gedacht habe, eine so diffuse Medienmitteilung zu veröffentlichen, die nichts anderes macht, als den Raum für Spekulationen zu öffnen.

Bis jetzt reagierte die Medienstelle allerdings weder auf unsere telefonische noch schriftliche Anfrage. Wir hätten es vielleicht mit eine paar deftigen, unbewiesenen Vorwürfen versuchen sollen.

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Reaktionen

  1. Phil Boesiger

    am 12.08.2013, 23:05

    Früher gabs mal einen Pius Marrer, der war Pressesprecher der BVB. Der hat bei Bedarf (und nur dann) in kurzen Sätzen gesagt, was der Oeffentlichkeit zu sagen war, Punkt.

    Heute gibts eine wildwüchsige Kommunikationsabteilung, eine Medienstelle, Marketing und sonst noch so ein paar geschützte Worthülsen-Diarrhoe-Werkstätten.

    Nun kämpft man plötzlich mit "Schnittstellenproblematiken", "Koordinationsproblemen", "suboptimalem Krisenmanagement" und "Kommunikationsdefiziten" und, nicht zu... ... mehrFrüher gabs mal einen Pius Marrer, der war Pressesprecher der BVB. Der hat bei Bedarf (und nur dann) in kurzen Sätzen gesagt, was der Oeffentlichkeit zu sagen war, Punkt.

    Heute gibts eine wildwüchsige Kommunikationsabteilung, eine Medienstelle, Marketing und sonst noch so ein paar geschützte Worthülsen-Diarrhoe-Werkstätten.

    Nun kämpft man plötzlich mit "Schnittstellenproblematiken", "Koordinationsproblemen", "suboptimalem Krisenmanagement" und "Kommunikationsdefiziten" und, nicht zu vergessen, mit modernisierten (updated) Anzeigetafeln, die halt auch nicht recht funktionieren. Dazu leistet man sich immer wieder mal Lämpe mit der Partnergesellschaft BLT.

    Obs wohl gescheit war, die Direktion mit Marketing-"Spezialisten" vollzustopfen, anstatt Praktiker ranzulassen? Ich weiss schon jetzt, wie die BVB diese Probleme lösen wird - mit noch mehr Blabla-Spezialisten und hochstudierten Schönschwätzern.

  2. Verifiziert

    Pat Mächler

    am 13.08.2013, 07:42

    Wenn eine Person Whistleblower spielen möchte und halbwegs glaubwürdige (wir lassen offen ob korrekte) Belege dazu vorweist kann das auch ein PR-Debakel sein, wenn etwa die BaZ dieser vermutlich noch unbekannten Person Bühne bieten würde. Als Gegenmassnahme lässt man die Vorwürfe von Dritter Stelle entkräften und informiert die Medien über die Ansicht, dass es sich wohl um unfundierte Behauptungen handelt.
    Die W'keit, dass es sich in etwa so zugetragen hat ist vorhanden. Dann wäre die Frage... ... mehrWenn eine Person Whistleblower spielen möchte und halbwegs glaubwürdige (wir lassen offen ob korrekte) Belege dazu vorweist kann das auch ein PR-Debakel sein, wenn etwa die BaZ dieser vermutlich noch unbekannten Person Bühne bieten würde. Als Gegenmassnahme lässt man die Vorwürfe von Dritter Stelle entkräften und informiert die Medien über die Ansicht, dass es sich wohl um unfundierte Behauptungen handelt.
    Die W'keit, dass es sich in etwa so zugetragen hat ist vorhanden. Dann wäre die Frage was man besser hätte machen können.

  1. Karl Buschweiler

    am 12.08.2013, 21:15

    Was um Himmelswillen sind Dienstwägen? Ich nehme an, Sie meinen sicher Dienstwagen, oder?

  2. Inaktiver Nutzer

    am 12.08.2013, 21:21

    Zuerst wägen.

    Dann, entsprechend dem politischen Gewicht, der Wagen.

    Doch, passt.

  3. Heiner Schäublin

    am 12.08.2013, 21:35

    Da schlagen wohl 35 Jahre gelebte Bestrafungskultur durch. Seien Sie doch ein wenig nachsichtig. Wir sind hier doch nicht im Kindergarten.

  4. Andres Egger

    am 12.08.2013, 21:36

    Nein, nicht "um Himmelswillen", Herr Buschweiler...

    Sondern im Süddeutschen Raum und Oesterreich (auch in der Schweiz...) gebräuchlich ist der Plura "die Wägen".

    Duden, 25. Ausgabe: Plural: süddt. auch Wägen

    www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/germanistik/sprachwissenschaft/ada/runde_3/f02a-b/

    Es lebe die sprachliche Vielfalt auf Kosten der Einfalt!

  5. Norbert Egli

    am 12.08.2013, 21:44

    Vielleicht verwendet Frau Duong das Rechtschreibkorrekturprogramm von Herrn Raz?

  6. Karl Buschweiler

    am 12.08.2013, 21:57

    ... Ist ja gut und Herr Egger, wenn Herr Schäublin den Kindergarten erwähnt; dort ist Standarddeutsch verlangt und nicht irgendwelche Abwandlungen aus Süddeutschland oder Österreich...

  7. Karl Buschweiler

    am 12.08.2013, 22:00

    Eigentlich Herr Schäublin sollten Sie nur etwas schreiben, von dem Sie eine Ahnung haben. Und hier haben Sie nun wirklich keine Ahnung!

    1. Verifiziert

      Philipp Loser

      am 12.08.2013, 22:10

      Liebe Herren,
      die «Dienstwägen» gehen auf das Konto des Dienstchefs (was ja noch passend ist), meine Kollegin Yen hatte damit nichts zu tun.
      Und: Aus den Wägen sind nun wieder Wagen geworden. Die von den BVB-Kaderleuten privat gefahren werden oder auch nicht.

      Mit einem herzlichen Gruss in die Nacht,
      Philipp Loser

  8. Heiner Schäublin

    am 12.08.2013, 22:19

    Mein Vater hat über 40 Jahre bei den SBB gearbeitet. Was denken Sie, was der mir erzählt hat.

  9. Karl Buschweiler

    am 12.08.2013, 22:30

    Früher las ich das MAD, heute hier Ihre Kommemtare; das Amusement dabei ist das Gleiche...

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12.8.2013, 21:05 Uhr

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