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TagesWoche

Tages Woche

Fr, 24.05.2013

Verkehrspolitik 

15.3.2013, 16:52 Uhr

«Herzstück» kommt in entscheidende Phase

15.3.2013, 16:52 Uhr

Das Herzstück der Basler Regio-S-Bahn kommt in die politisch entscheidende Phase: Nach Abschluss der technischen Vorstudien für den Stadttunnel zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof müssen 2014 die Parlamente beider Basel 36 Millionen für das Vorprojekt bewilligen. Von sda

: Ein «Meilenstein» nennen es die Regierungen beider Basel – der Schlussbericht zum «Herzstück» liegt vor.

Ein «Meilenstein» nennen es die Regierungen beider Basel – der Schlussbericht zum «Herzstück» liegt vor.

Der Beschluss über diesen Kredit kommt für die Baselbieter Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro einem Grundsatzentscheid über das Herzstück gleich. Dieses bildet die Voraussetzung für schnelle Durchmesserlinien bei der trinationalen Regio-S-Bahn und ist aus Sicht Pegoraros ein Jahrhundertprojekt, von dem die ganze Region profitiert.

Auch allfällige Volksabstimmungen über den Vorprojekt-Kredit sollen im kommenden Jahr stattfinden, wie Pegoraro am Freitag in Basel vor den Medien bei der Vorstellung des Schlussberichts über die technischen Vorstudien sagte. Noch offen ist, ob die beiden Basel die 36 Millionen Franken allein aufbringen müssen oder ob sich weitere Partner finden lassen.

Bund entscheidet bald

Bevor die Arbeiten an Parlamentsvorlagen in Angriff genommen werden, wird die Stellungnahme des Bundes zum Herzstück-Projekt erwartet. Eingegeben wurde dieses im Agglomerationsprogramm mit Zeithorizont 2019 bis 2022.

Pegoraro rechnet mit dem Bescheid des Bundes frühestens im Mai. Die Bau- und Umweltschutzdirektorin des Kantons Baselland erwartet, dass der Bund dem Herzstück die gleiche Wertschätzung zukommen lässt wie entsprechenden Projekten in Bern und Zürich und sich ebenfalls mit 40 Prozent beteiligt. Aus welchem Topf, ist indes noch offen, denn der Agglomerationsfonds ist bald leer.

Sollte der Bund die finanzielle Beteiligung am Herzstück zeitlich hinausschieben, wäre dies nach Ansicht des baselstädtischen Bau- und Verkehrsdirektors Hans-Peters Wessels nicht schlimm. Mit dem Bau des Herzstücks könne ohnehin frühestens in zehn Jahren begonnen werden. Allein die Arbeiten am Vorprojekt nehmen rund fünf Jahre in Anspruch.

Im Vorprojekt müssen unter anderem die Anschlüsse des Tunnels bei den bestehenden Bahnhöfen in Höhe und Lage festgelegt werden. Auch die Anzahl, Lage und Gestaltung der Haltestellen mit den nötigen Zugängen und Erschliessungen sind Gegenstand des Vorprojekts, ebenso die Optimierung der gesamten Linienführung.

Variante «Mitte» für rund 1,5 Milliarden

Bereits klar ist, dass von den verschiedenen geprüften Möglichkeiten die Variante «Mitte» realisiert werden soll, die sich als beste, kostengünstigste und gut realisierbare Lösung erwiesen hat. Im Vorprojekt soll auch eine möglich Abzweigung Richtung St. Johann berücksichtigt werden als Alternative zum wenig realistischen Ausbau der Elsässerbahn.

Aufschluss geben soll das Vorprojekt, das voraussichtlich 2015 in Angriff genommen wird, auch über die Kosten mit einer Genauigkeit von plus/minus 20 Prozent. Bisher gingen die Schätzungen für die Variante «Mitte» von insgesamt 1,5 Milliarden Franken aus. Weitere 0,5 Mrd. Fr. kämen dereinst für den Y-Ast nach St. Johann hinzu.

Realisiert werden soll der zweispurige Tunnel tief unter der Oberfläche im felsigen Untergrund. Dadurch kann das Projekt bergmännisch gebaut werden. Die Innenstadt bleibt so von Baustellen weitgehend verschont.

In den Vorstudien hat sich gezeigt, dass auch unterirdische Stationen in einer Tiefe von 25 bis 50 Metern kein besonderes Problem darstellen. Vorgesehen sind zwischen den beiden Bahnhöfen zwei Innenstadtstationen, die neue Umsteigepunkte auf Tram und Bus schaffen und so namentlich auch den Bahnhof SBB entlasten.

  1. Über den Sinn des Herzstücks

    von Tom Schneider am 16.03.2013 um 14:16Uhr

    Das grösste Problem des Herzstücks ist, dass die meisten Leute den Sinn dieses Projekts nicht richtig verstanden haben. Es geht nicht um Fahrten vom Bf. SBB zum Badischen Bahnhof, und für das Verständnis darf man nicht nur aus der Perspektive von BS oder nur BL denken - was sowieso an der Realität unserer - wie jeder anderer - Stadt-Land-Region vorbeiginge.

    Sinn macht das Herzstück vor allem aus zwei Gründen: Erstens geht es darum, die Leute aus dem Umland umsteigefrei in die Stadt zu bringen. Ist das nur Luxus, nur "nice-to-have"? Nein, denn jedes zusätzliche Umsteigen führt leider dazu, dass mehr Leute lieber das Auto nehmen anstatt den ÖV. Deshalb profitiert nicht nur BL, sondern eben auch BS, denn einerseits ergibt das Herzstück weniger Autoverkehr und andererseits bringt es auch vermehrt solche Leute wieder in die Innenstadt-Läden, die heute ins Grüssen oder ein anderes Shopping Center in der Agglomeration fahren. Ausserdem stärkt das Herzstück ganz wesentlich die City auch als Arbeitsort (und dort gibt es viel mehr Arbeitsplätze und Büroflächen als so manchem bewusst ist!). Damit profitiert Basel als Wirtschaftsstandort, was zusätzliche Arbeitsplätze und damit auch Steuerertrag mit sich bringt. Bestes Beispiel für diese Entwicklung ist Zürich, dessen Spitzenplatz - wirtschaftlich, und damit auch kulturell wie auch politisch - massgeblich durch deren hervorragendes S-Bahn-System mitgeprägt wurde. Klar stellt sich dann die Frage: Wollen wir - überspritzt gesagt - ein Bauerndorf bleiben, oder wollen wir in der Schweiz die Rolle als eines der wichtigsten Zentren wahrnehmen?

    Nicht zu vergessen ist übrigens, dass von allen städtischen Tramstrecken die Route Bf. SBB - Innenstadt die mit Abstand problematischste ist: Heute überlastet, morgen heillos überfüllt. Hier muss so oder so etwas geschehen. Eine U-Bahn, unterirdische Tramstrecken oder People Mover wären ebenso teuer wie das Herzstück, zusätzliche Tramlinien will niemand, würden die Innenstadt nur noch mehr verstopfen. Wer also gegen das Herzstück ist, müsste eigentlich zuerst eine realistische Alternative für die Verstopfung der Achse Bf. SBB - Innenstadt aufzeigen!

    Zweitens geht es beim Herzstück auch um die Vernetzung innerhalb unserer Region. Manche denken, die Relation Liestal - Lörrach sei unwichtig. Würde dies jemand von der Relation Dietikon - Winterthur sagen? Keinem Zürcher würde dies einfallen, weil sie aus dem Alltag wissen, wie oft sie ausserhalb der eigentlichen City unterwegs sind. In Basel ist dieses Bewusstsein durch die Grenzen (Land wie auch Kanton) wenig vorhanden. Aber Lörrach ist ein sehr schönes Städtchen, der Schwarzwald ein super Ausflugsziel, der Flughafen eine wichtige Destination, das Fricktal ein wichtiger Arbeitsort. Und durch eine bessere Vernetzung all dieser Orte kann das Potenzial der Region erheblich gesteigert werden! Gerade auch Zürich profitierte durch die Vernetzung der ganzen Region deutlich, in Basel wäre es nicht anders. Dank der Bahn ist auch die Zersiedlung gebremst worden, weil jetzt lieber bei den Bahnhöfen verdichtet wird als auf der grünen Wiese neu gebaut. Und das Zentrum ist durch diese Vernetzung nicht etwa zugunsten der Landregionen geschwächt worden, sondern hat im Zuge des allgemeinen Wachstums der Region selber auch profitiert, und wachst heute stark. Womit auch das kulturelle Leben in der Stadt profitiert hat - wer eine Zürcher Ausgeh-Agenda anschaut, ist überwältigt vom Angebot. Im Vergleich dazu ist Basel tatsächlich provinziell.

    Aber das ist es ja eben: Wollen wir dies bleiben oder nicht - das ist die Frage, an der sich das Schicksal des Herzstück eigentlich entscheidet...
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  2. Wagen wir es!

    von David Heimgartner am 19.03.2013 um 21:24Uhr

    Ich bin überzeugt, dass dieses Stück 'U-Bahn' dieser Region gut tun würde.

    Zürich hat vor vielen Jahren entschieden ein grosses S-Bahn Netz, einen Haupt-Bahnhof mit unterirdischen Geleisen sowie eine unterirdische Durchmesser-Linie zu bauen. Wahrscheinlich hatte es damals auch viele Einwohner, die dies nicht für notwendig erachteten. Der Mut es trotzdem zu wagen, hat Zürich einen Entwicklungsschub gegeben, von dem viele (natürlich nicht alle) profitieren.

    Haben die hohen Mieten im Stadtzentrum etwas damit zu tun? Möglicherweise schon - aber auch in Genf (das diesen Schub noch nicht hatte) stiegen die Mieten in ähnliche Höhen wie in Zürich.

    Können wir voraussehen wie das Umfeld in 10-15 Jahren sein wird mit und ohne dieses unterirdische OeV-Verbindungsstück? Nein das können wir nicht - ich bin aber überzeugt, dass wir mit diesem Bau die besseren Trümpfe in den Händen als ohne ihn.

    Deshalb - wagen wir es!
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  1. "Man soll den Furz ...

    von Fritz Hochhuth um 16.03.2013 um 12:01Uhr

    ... nicht grösser lassen als das A....loch ist." Bitte entschuldigen Sie diese hässliche Ausdrucksweise, aber diese drastische Lebensweisheit passt hier einfach hi
    wie die Faust auf`s Auge (oder der A.... auf den Eimer).

    Wenn Wessels und Pegoraro von 1,5 Mia. sprechen, dann können wir jetzt schon Wetten annehmen, dass das mindestens doppelt so teuer wird. Dies, um nur sehr wenige Minuten Fahrzeit-Verkürzung zu gewinnen. Fahrzeit-Verkürzung für Leute aus dem Baselbiet und aus dem Schwarzwald und dem Elsass.
    Die finanzielle Hauptlast trägt aber der Basel-Städtische Steuerzahler. Oder glaubt irgendwer im Ernst, Bern, Paris, Stuttgart oder Liestal würden ordentlich Geld locker machen für ein Loch quer durch Basel? Zahlt Liestal? Die sind doch eh pleite, dank "vorausschauender" Misswirtschaft durch die erbärmliche BüZa-Politik der letzten Jahre und schränken als Sparmassnahme den ÖV im eigenen Kanton ein...

    - Eine direkte Bahn-Verbindung via Schwarzwaldbrücke besteht bereits. die ist sehr schnell. Warum kann man nicht diese ausbauen, eventuell als zweistöckige Hochbahn oder -Brücke über der bereits bestehenden Trasse? (Genau wie die Route Richtung Bahnhof St. Johann und Frankreich!)

    - Von der Schwarzwald-Brücke aus wäre eine Fähr-Verbindung denkbar, wo ein grosser "Vaporetto" den Rhein rauf und runter fährt und somit das Roche-Arreal, das Dalbeloch, die Schifflände, die Kaserne und den Novartis-Campus verbindet. Das wäre nicht nur praktisch, sondern auch schön: Eine schnelle Fahrt übers Wasser und durch die Stadt...

    - Die Tram-Verbindung der beiden grossen Bahnhöfe durch die Linie 2 bietet bereits heute die beste und direkteste Verbindung. Keine 10 Minuten dauert die Fahrzeit.
    Und auch hier könnte man noch optimieren: Die Elisabethenstrasse von Autos (und somit von Staus) befreien, die Haltestellen Kirschgarten, Kunstmuseum und Gewerbeschule aufheben...

    -Dem Tram 2 auf der Brücke zwischen Margarethenstrasse und Markthalle direkte Anbindung zu den darunter liegenden Bahngeleisen des SBB verschaffen, um den Centralbahnplatz zu entlasten.

    - Eventuell auch den 10er und 11er aus der Richtung Dreispitz auf Gleis 1 in den SBB hinein führen, damit Pendler bereits im Bahnhof einsteigen könnten und die beiden Tramlinien von dort aus auf die jetzige 2er Trasse führen... Damit wäre der Weg zum Badischen Bahnhof noch mal deutlich kürzer und direkter, aber kosten würde das nur einen Bruchteil des "Herzstücks"...

    - Die Anbindung der Innenstadt wäre ebenfalls gegeben, denn die Route führt ja am Bankverein und am Wettsteinplatz vorbei. Vom Bankverein zum Marktplatz sind es 5 Minuten Fussweg, vom Wettsteinplatz zum Claraplatz ebenfalls. Wer meint, 5 Minuten Fussweg in der City sei unzumutbar, der verkennt, dass Shopping immer voraussetzt, dass die Leute ein wenig flanieren müssen und auch wollen. Wer keine 5 Min. mehr laufen mag, der geht sowieso nicht in die Stadt zum Shoppen, sondern in eine Mall am Stadtrand oder in der baselbieter Pampa.

    - Auch dass man beim "Herzstück" zwei Bahnhöfe auf halber Strecke plant, einen unter dem Marktplatz und einen unter dem Claraplatz, zeigt doch, wie sehr die Planer die Relationen verloren haben und unnötig Geld zum Fenster raus schmeissen wollen... Vom Markt- zum Claraplatz sind`s auch nur 5 Min. und etwa 400 Meter. Und dafür "muss" man nun zwei Tiefbahnhöfe bauen mit Rolltreppen und Not- und Fluchtwegen und all dem Riesen-Aufwand? Wenn das Herzstück schon sein muss, dann würde doch EINE Zwischenstation genügen. Denn zwei mal Halten verlängert ja auch die Fahrzeit unnötig.

    Lieber Herr Baulobby-Wessels, nehmen Sie doch bitte mal zur Kenntnis, wie KLEIN unser Basel, wie kurz die Distanzen sind. Der Vergleich zu richtigen Metropolen und richtig grossen Städten zeigt doch klar auf: Bei uns gibt es bereits ein extrem dichtes und gut ausgebautes ÖV -Netz. Die Tram-Stationen sind beinahe in Steinwurf-Entfernung von einander. Da brauchen wir doch nicht noch mehr Gemoste und noch mehr Bahnhöfe und Stationen in der kleinen, kleinen Innenstadt mit Ihrer berüchtigten "Tramwand".
    (In dem Zusammenhang auch die Frage nach dem Grund, warum man beim Kunstmuseum ein Parking "braucht", wo das Elisabethen- und das Drachen-Parking doch so nah sind und auch meistens Platz haben.)

    Lieber Herr Wessels, nur weil man Baudirektor ist, heisst das nicht, dass man unbedingt bauen MUSS. Ich finde, die Basler Behörden sind in dem Punkt wirklich völlig irre geleitet. Ist da irgend was im Trinkwasser?

    Wird irgend eine Partei dann auch ein Referendum ergreifen gegen diesen gernegrossen Tunnelbohr-Verhältnisblödsinn?
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  2. also

    von weedon news um 16.03.2013 um 13:24Uhr

    ich finds cool.
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  3. Über den Sinn des Herzstücks

    von Tom Schneider um 16.03.2013 um 14:16Uhr

    Das grösste Problem des Herzstücks ist, dass die meisten Leute den Sinn dieses Projekts nicht richtig verstanden haben. Es geht nicht um Fahrten vom Bf. SBB zum Badischen Bahnhof, und für das Verständnis darf man nicht nur aus der Perspektive von BS oder nur BL denken - was sowieso an der Realität unserer - wie jeder anderer - Stadt-Land-Region vorbeiginge.

    Sinn macht das Herzstück vor allem aus zwei Gründen: Erstens geht es darum, die Leute aus dem Umland umsteigefrei in die Stadt zu bringen. Ist das nur Luxus, nur "nice-to-have"? Nein, denn jedes zusätzliche Umsteigen führt leider dazu, dass mehr Leute lieber das Auto nehmen anstatt den ÖV. Deshalb profitiert nicht nur BL, sondern eben auch BS, denn einerseits ergibt das Herzstück weniger Autoverkehr und andererseits bringt es auch vermehrt solche Leute wieder in die Innenstadt-Läden, die heute ins Grüssen oder ein anderes Shopping Center in der Agglomeration fahren. Ausserdem stärkt das Herzstück ganz wesentlich die City auch als Arbeitsort (und dort gibt es viel mehr Arbeitsplätze und Büroflächen als so manchem bewusst ist!). Damit profitiert Basel als Wirtschaftsstandort, was zusätzliche Arbeitsplätze und damit auch Steuerertrag mit sich bringt. Bestes Beispiel für diese Entwicklung ist Zürich, dessen Spitzenplatz - wirtschaftlich, und damit auch kulturell wie auch politisch - massgeblich durch deren hervorragendes S-Bahn-System mitgeprägt wurde. Klar stellt sich dann die Frage: Wollen wir - überspritzt gesagt - ein Bauerndorf bleiben, oder wollen wir in der Schweiz die Rolle als eines der wichtigsten Zentren wahrnehmen?

    Nicht zu vergessen ist übrigens, dass von allen städtischen Tramstrecken die Route Bf. SBB - Innenstadt die mit Abstand problematischste ist: Heute überlastet, morgen heillos überfüllt. Hier muss so oder so etwas geschehen. Eine U-Bahn, unterirdische Tramstrecken oder People Mover wären ebenso teuer wie das Herzstück, zusätzliche Tramlinien will niemand, würden die Innenstadt nur noch mehr verstopfen. Wer also gegen das Herzstück ist, müsste eigentlich zuerst eine realistische Alternative für die Verstopfung der Achse Bf. SBB - Innenstadt aufzeigen!

    Zweitens geht es beim Herzstück auch um die Vernetzung innerhalb unserer Region. Manche denken, die Relation Liestal - Lörrach sei unwichtig. Würde dies jemand von der Relation Dietikon - Winterthur sagen? Keinem Zürcher würde dies einfallen, weil sie aus dem Alltag wissen, wie oft sie ausserhalb der eigentlichen City unterwegs sind. In Basel ist dieses Bewusstsein durch die Grenzen (Land wie auch Kanton) wenig vorhanden. Aber Lörrach ist ein sehr schönes Städtchen, der Schwarzwald ein super Ausflugsziel, der Flughafen eine wichtige Destination, das Fricktal ein wichtiger Arbeitsort. Und durch eine bessere Vernetzung all dieser Orte kann das Potenzial der Region erheblich gesteigert werden! Gerade auch Zürich profitierte durch die Vernetzung der ganzen Region deutlich, in Basel wäre es nicht anders. Dank der Bahn ist auch die Zersiedlung gebremst worden, weil jetzt lieber bei den Bahnhöfen verdichtet wird als auf der grünen Wiese neu gebaut. Und das Zentrum ist durch diese Vernetzung nicht etwa zugunsten der Landregionen geschwächt worden, sondern hat im Zuge des allgemeinen Wachstums der Region selber auch profitiert, und wachst heute stark. Womit auch das kulturelle Leben in der Stadt profitiert hat - wer eine Zürcher Ausgeh-Agenda anschaut, ist überwältigt vom Angebot. Im Vergleich dazu ist Basel tatsächlich provinziell.

    Aber das ist es ja eben: Wollen wir dies bleiben oder nicht - das ist die Frage, an der sich das Schicksal des Herzstück eigentlich entscheidet...
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  4. @Tom Schneider

    von Fritz Hochhuth um 16.03.2013 um 15:40Uhr

    Ich möchte nur einen Punkt in Frage stellen, den Sie ansprechen: Das "Herzstücks" stärke "ganz wesentlich die City", also die Basler Innenstadt, als Arbeitsort und "bringe vermehrt Leute in die Innenstadt-Läden, die heute ins Grüssen oder ein anderes Shopping Center in der Agglo fahren."

    Ihr Beispiel geht nicht auf. In der Basler Innenstadt hat zB. der Möbel Pfister nach vielen Jahrzehnten den Laden zu gemacht und betreibt sein Geschäft jetzt nur noch im Grüssen-Gebiet in Pratteln. Warum? Geschäfte, die viel Platz, viel Ausstellungsfläche, brauchen, können sich die immer teurer werdenden Standorte in der City nicht mehr leisten.
    Warum also sollen wir dafür sorgen, dass diese City noch attraktiver wird? Damit ist doch gesagt, dass sie auch immer teurer werden wird. Diese Entwicklung und die negativen Folgen davon gibt es bereits: Beispiel "Botty". Das Schuhgeschäft konnte den Standort Freie Strasse nicht mehr zahlen... Oder wie hiess dieser Kleiderladen in der Gerbergasse, der aus dem selben Grund aufgeben musste?
    Je "attraktiver" die City wird, umso mehr treffen wir dort nur noch Riesige Internationale Mode-Ketten und Luxus-Waren an. Die Mieten werden mehr und mehr steigen und somit auch viele, viele Arbeitsplätze vernichten!!!

    Die Basler City ist heute schon voll mit ungenutztem, nicht vermietbarem Büroraum. All diese Top-Büros sind zu teuer für das heimische Gewerbe. Die ziehen lieber aufs Land oder an den Stadtrand...
    Was wir also bräuchten, um die City attraktiver zu machen, wäre eine Massnahme, die die Mieten in der City dämpft!

    Was Wohnungen angeht, haben wir bereits eine heftige Gentrifizierung. Die Stadt wird zu teuer für normale Menschen. Was Gewerberaum angeht, wird das auch mehr und mehr passieren, je leichter es ist, in die Innenstadt zu kommen.
    Irgendwann ist die Immobilien- und Miet- und Wohn-Situation in Basel dann auch so unmöglich wie in Genf oder Zürich. (Oder Paris, London und NY?)
    Wer will denn das wirklich, ausser den Hausbesitzern in der Freien Strasse?

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  5. @Hochhuth

    von Tom Schneider um 17.03.2013 um 01:09Uhr

    Das Problem der Mietpreise, das Sie ansprechen, ist in der Tat delikat. Allerdings zeigt das Beispiel Zürich, dass dieses Problem nur bestimmte Teile der City betreffen: In der direkten Umgebung der Bahnhöfe findet man tatsächlich überwiegend (aber nicht ausschliesslich) Filialen von eher finanzstarken Ketten. Aber schon wenige hundert Meter weiter weg gibt es Krämerläden und weniger profitable Geschäfte. Zwei Tramstationen weiter kann man bereits verhältnismässig billigen Wohnraum finden.
    In Basel muss in erster Linie hinsichtlich der Stationsausgänge gefragt werden, wo der vereinfachte Zugang überhaupt sinnvoll ist. Während beim Marktplatz/Freie Strasse ein Ausgang sinnvoll ist, stelle ich bei einem Ausgang Lyss ein grosses Fragezeichen - gerade am Spalenberg sollten die Mieten nicht zu sehr unter Druck geraten! Die in manchen Expertisen angeregte "Erweiterung der Innenstadt" in diese Gebiete erachte ich als kontraproduktiv. Ausserdem wäre ein Ausgang beim Kantonsspital und in Richtung Petersplatz und Bernoullianum eh' sinnvoller.
    Freilich muss auch gesagt sein, dass höhere Mieten durch die erhöhten Kundenfrequenzen - und damit auch des erhöhten Umsatzes gerechtfertigt werden können. Dies setzt natürlich einiges an Unternehmergeist und eine gewisse Risikobereitschaft voraus, was nicht jedermanns Sache ist. Ausserdem, auch wenn viele von uns das nicht unbedingt gerne sehen: Läden wie h&m, Tally Wejl, Manor oder der Apple Store sind in der Bevölkerung beliebt und gefragt - also nicht per se schlecht. Jedenfalls solange es auch Gebiete in der Innenstadt gibt, wo alternative Läden überleben können.
    Schliesslich ist das Problem der Mieterhöhungen ganz offensichtlich nicht vom Herzstück abhängig. Dieses ist politisch noch völlig in der Schwebe und Jahrzehnte entfernt, trotzdem sind Botty und Möbel Pfister weggezogen. Eine Lösung dieser Problematik muss also sowieso angegangen werden. Egal ob das Herzstück kommt - und eben auch, wenn es nicht kommt.

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  6. Wagen wir es!

    von David Heimgartner um 19.03.2013 um 21:24Uhr

    Ich bin überzeugt, dass dieses Stück 'U-Bahn' dieser Region gut tun würde.

    Zürich hat vor vielen Jahren entschieden ein grosses S-Bahn Netz, einen Haupt-Bahnhof mit unterirdischen Geleisen sowie eine unterirdische Durchmesser-Linie zu bauen. Wahrscheinlich hatte es damals auch viele Einwohner, die dies nicht für notwendig erachteten. Der Mut es trotzdem zu wagen, hat Zürich einen Entwicklungsschub gegeben, von dem viele (natürlich nicht alle) profitieren.

    Haben die hohen Mieten im Stadtzentrum etwas damit zu tun? Möglicherweise schon - aber auch in Genf (das diesen Schub noch nicht hatte) stiegen die Mieten in ähnliche Höhen wie in Zürich.

    Können wir voraussehen wie das Umfeld in 10-15 Jahren sein wird mit und ohne dieses unterirdische OeV-Verbindungsstück? Nein das können wir nicht - ich bin aber überzeugt, dass wir mit diesem Bau die besseren Trümpfe in den Händen als ohne ihn.

    Deshalb - wagen wir es!
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15.3.2013, 16:52 Uhr

«Herzstück» kommt in entscheidende Phase

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Text: sda

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