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Mo, 20.05.2013

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Rotblaulive.ch: Alles zur Saison des FC Basel: Berichte, Tabellen, Tweets, Videos, Statistiken und Spielszenenanalyse.

Fussball, FC Basel 

14.3.2013, 17:16 Uhr

Ein Sommer für alle Fälle – der FCB
im Viertelfinal der Europa League

14.3.2013, 17:16 Uhr (aktualisiert: 20:50)

Am Ende stand eine 0:1-Niederlage. Aber das war ein gefühlter triumphaler Sieg für den FC Basel gegen Zenit St. Petersburg. Über eine Halbzeit lang zu zehnt verteidigen die Basler das 2:0 aus dem Hinspiel. Goalie Sommer hält einen Penalty und Basel steht im Viertelfinal der Europa League. Von Florian Raz

Können solche Momente irgendwann zur Gewohnheit werden? Yann Sommer hält spielentscheidend einen Penalty. Wieder mal.

Können solche Momente irgendwann zur Gewohnheit werden? Yann Sommer hält spielentscheidend einen Penalty. Wieder mal. (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk)

Und hier die Tat noch einmal, aus der Perspektive des konsternierten Schützen Roman Schirokow.

Und hier die Tat noch einmal, aus der Perspektive des konsternierten Schützen Roman Schirokow. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Ja, Faxen hat er wieder gemacht, dieser Sommer. Aber diesmal bliebt die Zunge drin.

Ja, Faxen hat er wieder gemacht, dieser Sommer. Aber diesmal bliebt die Zunge drin. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Nein, das ist nicht nach dem Schlusspfiff. Alexander Anjukow weiss nach Schirokows vergebenem Elfmeter: Das wird heute nichts mehr für uns.

Nein, das ist nicht nach dem Schlusspfiff. Alexander Anjukow weiss nach Schirokows vergebenem Elfmeter: Das wird heute nichts mehr für uns. (Bild: AP Photo/Sergei Grits)

Und weil Anjukow recht behält, jubeln am Ende die Basler. Gut zu erkennen im allgemeinen Jubel und Trubel: Es war kalt in St. Petersburg.

Und weil Anjukow recht behält, jubeln am Ende die Basler. Gut zu erkennen im allgemeinen Jubel und Trubel: Es war kalt in St. Petersburg. (Bild: AP Photo/Sergei Grits)

Nach dem Schlusspfiff durfte auch Stürmer Marco Streller wieder auf das Feld. Er war Mitte der zweiten Halbzeit für den Innenverteidiger Gaston Sauro ausgewechselt worden.

Nach dem Schlusspfiff durfte auch Stürmer Marco Streller wieder auf das Feld. Er war Mitte der zweiten Halbzeit für den Innenverteidiger Gaston Sauro ausgewechselt worden. (Bild: Epa/Anatoly Maltsev)

Ein Männlein steht am Rande (und freut sich). Von Murat Yakin kann bislang nicht behauptet werden, dass ihm das Pech an den Trainerhänden kleben würde.

Ein Männlein steht am Rande (und freut sich). Von Murat Yakin kann bislang nicht behauptet werden, dass ihm das Pech an den Trainerhänden kleben würde. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Bei ihm sieht das etwas anders aus: Luciano Spalletti dürften schwierige Tage bevor stehen. Ob man als Zenit-Trainer ungestraft gegen Basel ausscheiden darf?

Bei ihm sieht das etwas anders aus: Luciano Spalletti dürften schwierige Tage bevor stehen. Ob man als Zenit-Trainer ungestraft gegen Basel ausscheiden darf? (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk)

Dabei hatte es nach einer halben Stunde gar nicht so schlecht ausgesehen. Axel Witsel feiert seinen Führungstreffer. Und jetzt ein Trick: Die Basler kommen aus der Unschärfe …

Dabei hatte es nach einer halben Stunde gar nicht so schlecht ausgesehen. Axel Witsel feiert seinen Führungstreffer. Und jetzt ein Trick: Die Basler kommen aus der Unschärfe … (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk )

… in die Schärfe. Gewusst wie!

… in die Schärfe. Gewusst wie! (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Noch so ein Moment, in dem das Spiel nicht für den FCB lief: Marcelo Diaz gelingt es, sich innerhalb von vier Minuten eine Gelb-Rote Karte einzuhandeln. Es läuft die 45. Minute.

Noch so ein Moment, in dem das Spiel nicht für den FCB lief: Marcelo Diaz gelingt es, sich innerhalb von vier Minuten eine Gelb-Rote Karte einzuhandeln. Es läuft die 45. Minute. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Da geht er. Die Laune des Chilenen dürfte sich erst mit dem Schlusspfiff wieder aufgeheitert haben.

Da geht er. Die Laune des Chilenen dürfte sich erst mit dem Schlusspfiff wieder aufgeheitert haben. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)

Er hatte genau eine Chance. Und völlig unstrellermässig liess er sie verstreichen. War aber auch egal am Schluss.

Er hatte genau eine Chance. Und völlig unstrellermässig liess er sie verstreichen. War aber auch egal am Schluss. (Bild: Keystone/Sergei Grits)

Und daraus bestand das Spiel vor allem: Zweikämpfe. Hier Philipp Degen, der das Hinspiel des Viertelfinals gelb-gesperrt verpassen wird, gegen Tomas Hubochan.

Und daraus bestand das Spiel vor allem: Zweikämpfe. Hier Philipp Degen, der das Hinspiel des Viertelfinals gelb-gesperrt verpassen wird, gegen Tomas Hubochan. (Bild: Keystone/Sergei Grits)

Cabral, der wieder einmal ein Kämpfer vor dem Herrn war, versucht mit Axel Witsel Schritt zu halten.

Cabral, der wieder einmal ein Kämpfer vor dem Herrn war, versucht mit Axel Witsel Schritt zu halten. (Bild: EPA/Anatoly Maltsev)

Er rannte erneut für drei: Mohamed Salah zuckt vor dem gestreckten Bein des Belgiers Nicolas Lombaerts zurück.

Er rannte erneut für drei: Mohamed Salah zuckt vor dem gestreckten Bein des Belgiers Nicolas Lombaerts zurück. (Bild: Keystone/Sergei Grits)

Für ihn endete der Abend früh und schmerzhaft. Valentin Stocker, in der Mitte zwischen Anjukow (r.) und Igor Denissow, musste nach einem Ellbogenschlag nach einer Viertelstunde raus.

Für ihn endete der Abend früh und schmerzhaft. Valentin Stocker, in der Mitte zwischen Anjukow (r.) und Igor Denissow, musste nach einem Ellbogenschlag nach einer Viertelstunde raus. (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk )

Haben wir Ihnen diesen jungen Mann schon vorgestellt? Haben wir. Aber Yann Sommer (oben) kann man nach so einem Spiel nicht oft genug zeigen.

Haben wir Ihnen diesen jungen Mann schon vorgestellt? Haben wir. Aber Yann Sommer (oben) kann man nach so einem Spiel nicht oft genug zeigen. (Bild: AP Photo/Sergei Grits)

Es ist zum im schlechten Rasen versinken. Danny schämt sich, nachdem er den Salah gemacht und den Ball aus vier Metern übers Tor gedroschen hat.

Es ist zum im schlechten Rasen versinken. Danny schämt sich, nachdem er den Salah gemacht und den Ball aus vier Metern übers Tor gedroschen hat. (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk)

Und zum Abschluss noch einmal die wackeren Mannen mit ihren weissen Trikots, die sich dieses Weiterkommen über etwas mehr als 180 Minuten ehrlich erarbeitet und erspielt haben.

Und zum Abschluss noch einmal die wackeren Mannen mit ihren weissen Trikots, die sich dieses Weiterkommen über etwas mehr als 180 Minuten ehrlich erarbeitet und erspielt haben. (Bild: Reuters/Alexander Demianchuk)

Yann Sommer hat Glück, dass er nicht zur Zeit der Spanischen Inquisition lebt. Ihm wäre sonst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unterstellt worden, er habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Aber wir leben ja in einer aufgeklärten Zeit – glücklicherweise. Und so dürfen wir unschuldig bewundernd rufen: Teufelskerl! Hexer!

Ja, dieser Yann Sommer. Wo wäre der FC Basel ohne ihn? Kaum im Viertelfinal der Europa League. Da kämpfen und krampfen die Basler in ihrem Rückspiel des Achtelfinals. Sie rennen sich die Lunge aus dem Leib, denn sie sind seit der 45. Minute bloss noch zu zehnt, nachdem sich Marcelo Diaz auf eher blöde Art und Weise innerhalb von vier Minuten eine gelb-rote Karte abgeholt hat.

Die eiskalte Luft im Petrowski-Stadion muss in den Bronchien stechen. Zenit rennt an und rennt an. Hulk, immer wieder der 55-Millionen-Euro-Mann, versucht es über links. In der Mitte macht der zehn Millionen Euro günstigere Axel Witsel Druck, dem nach einer halben Stunde das 1:0 für das Heimteam gelungen war.

Und dann passiert es

Die Basler schwanken, die Basler wanken. Noch sind sie dank ihres 2:0-Heimsiegs im Hinspiel eine Runde weiter. Wladimir Bistrow trifft aus vielleicht zehn Metern den rechten Innenpfosten, Hulk schiesst knapp am linken oberen Toreck vorbei. Noch fünf Minuten müssen die Basler überstehen.

Und dann passiert es. Joo Ho Park, dieser beinahe zierliche Südkoreaner, der sich im Duell mit dem neben ihm noch viel riesiger erscheinenden Hulk so bravourös gehalten hat, verliert für einen kurzen Moment den Überblick. Er denkt, er könne einen hohen Ball aus der Drehung heraus aus dem eigenen Strafraum dreschen.

Kann er nicht. Denn da ist Bistrow, der schneller an der Kugel ist. Park haut trotzdem zu, trifft Bistrow mit voller Wucht. Nein, man kann Schiedsrichter Pawel Gil keinen Vorwurf machen, dass er auf den Elfmeterpunkt zeigt.

Dieses Buch würde er nicht einmal mit Handschuhen anfassen

Es legt sich den Ball bereit – nein, nicht Hulk. Obwohl ihm zugetraut werden kann, dass er den Ball bei einem Elfmeter ohne Federlesens einfach mit dem gegnerischen Goalie zusammen durchs Netz hindurch dreschen könnte. Es ist Roman Schirokow, die Nummer 15 des russischen Meisters.

Hat er einen Plan? Vielleicht. Ganz sicher aber hat er einen Mann gegen sich, dem wir jetzt einfach mal unterstellen, dass er von Peter Handke vielleicht ein paar Bücher gelesen hat. Aber «Die Angst des Tormanns beim Elfmeter»? Nein, dieses Buch würde Sommer nicht einmal mit seinen Handschuhen anfassen.

Denn Sommer hat keine Angst bei Elfmetern. Er nicht. Im Gegenteil. Ihm scheinen sie allergrösstes Vergnügen zu bereiten. Schon einmal in dieser Saison stand der FCB mit eineinhalb Beinen vor dem Aus in einem Europacup-Duell. Magne Hoseth vom FK Molde war damals sein Gegenspieler im Rückspiel der dritten Runde in der Qualifikation zur Champions League. Sommer hielt.

Diesmal ohne Zunge

Schirokow trabt an, Sommer macht Faxen. Nicht mit Zunge, wie im Mai 2012, als er im Cupfinal den Ball des Luzerners Florian Stahel hielt. Aber offenbar genug, um Schirokow aus dem Konzept zu bringen. Oder hatte der Russe gar nie eins? Egal.

Schirokow versucht sich mit irgendwas. Halb ist es ein Panenka, halb ist es ein einfach schlecht getretener Elfmeter. Sommer ist schon auf dem Weg in seine linke Ecke, als er den Ball in die Mitte seines Tores fliegen sieht. Sein linkes Bein schnellt in die Höhe. Sommer hält, hält, hält.

Es ist der Moment, in dem das Herz der Russen gebrochen wird. Acht Minuten werden danach noch gespielt. Aber die Schüsse, die Dribblings, die Flanken von Zenit kommen nur mehr mit Verzweiflung statt Überzeugung.

All die natürlichen Dopamine, die den Körper fluten

Und dann ist es soweit. Schiedsrichter Gil pfeift ab. Die blauen St. Petersburger sinken zu Boden. Die weissen Basler mit ihren feschen rotblauen Streifen auf den Trikots können sich wohl nur dank des Adrenalins und all der natürlichen Dopamine, die ihren Körper fluten, auf den Beinen halten.

Sie haben es geschafft, tatsächlich. Mit letzter Kraft und Glück und Yann Sommer. Der FC Basel steht im Viertelfinal der Europa League. Das Abenteuer geht weiter. Und immer dabei: Ein Sommer für alle Fälle.

Europa League, Achtelfinal-Rückspiel
Zenit St. Petersburg–FC Basel 1:0 (1:0)

Petrowski. – SR Pawel Gil (Polen).

Tore: 30. Witsel 1:0 (Hulk tritt die Ecke, Lombaerts verlängert mit dem Kopf auf Witsel, der einköpfelt).
Verwarnungen: 15. Kerschakow (Foul), 41. Diaz (Halten), 56. Degen (Foul/im nächsten Spiel gesperrt), 72. Denisov (Halten), 78. Schirokow (Unsportlichkeit), 78. Fabian Frei (Foul), 78. Witsel (Foul). 85. Park (Foul/im nächsten Spiel gesperrt).
Platzverweis: 45. Diaz (Foul).

Aufstellung FCB: Sommer; P. Degen (90. Steinhöfer), Schär, Dragovic, Park; Cabral,  Elneny; Salah, Diaz, Stocker (18. Fabian Frei); Streller (65. Sauro).
Aufstellung Zenit: Schewnow; Anyukow, Alves (73. Bistrow), Lombaerts, Hubocan; Witsel (90. Bucharow), Denisow, Schirokow; Hulk, Danny (Fajzulin); Kerschakow.
Bemerkungen: FCB ohne D. Degen, Jevtic (beide verletzt), Serey Die (gesperrt) und Bobadilla (nicht spielberechtigt). Zenit ohne Luis Neto (gesperrt) und Wjatscheslaw Malafejew (verletzt). – 86. Sommer hält einen Penalty von Schirokow.

Live-Tweets zum Spiel bei twitter.com

Auslosung (Viertel- und Halbfinals): 15. März, 12.40 Uhr
Viertelfinals: 4./11. April | Halbfinals: 25. April/2. Mai
Final: 15. Mai in Amsterdam
Europa League
Achtelfinals Hinspiele Rückspiele
FC Basel Zenit St. Petersburg 2:0 0:1
Viktoria Pilsen Fenerbahçe 0:1 1:1
Benfica Lissabon Girondins Bordeaux 1:0 3:2
Anschi Machatschkala Newcastle United 0:0 0:1
VfB Stuttgart Lazio Rom 0:2 1:3
Tottenham Hotspur Inter Mailand 3:0 1:4
Levante UD Rubin Kasan 0:0 0:2
Steaua Bukarest Chelsea FC 1:0 1:3

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Informationen zum Artikel

14.3.2013, 17:16 Uhr

Ein Sommer für alle Fälle – der FCB
im Viertelfinal der Europa League

Text

Text:

  • 18.05.2013 um 00:01
    Der Chef und sein Zuträger

    Der eine sorgt mit schnellem Antritt für Aufsehen und geht mit Torchancen bisweilen etwas gar verschwenderisch um. Der andere verrichtet seine Arbeit schon fast still und leise. Mohamed Salah und Mohamed Elneny bestimmen den Puls des FC Basel mit. Im Cupfinal gegen die Grasshoppers wird Salah allerdings gesperrt fehlen.

  • 17.05.2013 um 06:08
    «Jetzt soll mal der Schär hinten bleiben»

    Fabian Frei hat einen Lauf. Beim 2:0 gegen Lausanne schiesst er beide Tore – und am Pfingstmontag dürfte er erstmals in seiner Karriere einen Cupfinal bestreiten.

  • 17.05.2013 um 00:01
    Miezekatzen, Testläufer und ein auf die Probe gestellter Werbespruch

    Fabian Frei und Valentin Stocker erledigten Arbeit und Vorarbeit des Toreschiessens. Andere konnten die Kräfte für den Cupfinal schonen. Die Einzelkritiken zum 2:0 des FC Basel gegen Lausanne.

  • 16.05.2013 um 18:35
    Eishockey
    Zum Artikel: Schweiz nach Sieg gegen Tschechien im Halbfinal

    Lieber Herr Hochhuth, glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass nicht eine halbe lokale Geschichte weniger geschrieben wurde wegen dieses Eishockey-Artikels? Der Text kommt über Agentur, der Dienstchef (der sowieso Dienst schieben muss) hat ihn von d...

  • 13.05.2013 um 18:51
    Das mit der Tribüne
    Zum Artikel: Constantin kehrt mit dem Stahlbesen

    Meist sitzt das von ihnen angesprochene Problem ja nicht auf der Tribüne, sondern dirigiert (das Team) und desavouiert (den Trainer) von seinem Stammplatz neben der Ersatzbank aus.

  • 13.05.2013 um 17:13
    Seldwyla
    Zum Artikel: Das Ende eines Clublokals – Stadt stellt Italiener auf die Strasse

    Weil die Stadt Basel eine leere Immobilie wollte, wird der bisherige Mieter rausgeworfen. Und jetzt sucht die Stadt Basel einen Zwischennutzer, weil sie gerne einen Mieter für ihre leere Immobilie hätte. Warum dreht sich bei mir plötzlich alles im Kopf?

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