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Ein Mythos am Ende 

3.2.2013, 13:16 Uhr

Villa Rosenau nach Brand weitgehend zerstört

3.2.2013, 13:16 Uhr (aktualisiert: 4.2., 18:00)

Sie wurde geliebt und sie wurde gehasst, die Villa Rosenau. Und nun ist sie durch ein Feuer schwer beschädigt worden. Die Polizei schliesst einen politischen Hintergrund nicht aus. Entsprechend gross war das Aufgebot am Brandort. Von

Es ist ein strenges Wochenende für die Basler Feuerwehrleute. Am Samstag: Grossbrand in einem Wohnhaus am Kembserweg. Dann heute, Sonntagmorgen: Brand in der Villa Rosenau.

Villa Rosenau!

Genau, das besetzte Haus bei der Flughafen- und Neudorfstrasse, für die einen ein Skandal, für die anderen der letzte Hort der Freiheit in dem nach und nach durchgentrifizierten Basel (mehr dazu im Kasten unten).

Fast logisch also, dass die Sicherheitkräfte eine politisch motivierte Racheaktion für möglich hielten, als am Sonntagmorgen, 7 Uhr, die Brandmeldung von der Flughafenstrasse einging. Polizeikommandant Gerhard Lips und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr wurden umgehend informiert. Und für beide war klar, dass sie sich auch persönlich ein Bild vom Brand machen sollten. So legte der neue Sicherheitsdirektor am dritten Tag an seiner neuen Arbeitsstätte bereits die zweite Sonderschicht ein (nach dem verpassten freien Freitagmorgen).

Feuerwehr und Bezirksfeuerwehr, Sanität und mehrere Polizeipatrouillen, das war es, was Dürr und Lips bei ihrem Sondereinzsatz zu sehen bekamen neben den zwölf Rosenaubewohnern, die sich selbst aus dem brennenden Haus retten konnten. Eine Person wurde dabei leicht verletzt. (Die Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft ist auf der Rückseite dieses Artikels zu finden.)

Besetzer räumen die Villa

Nach den ersten Abklärungen kann eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Für wahrscheinlicher halten die Ermittler aber offenbar eine andere Brandursache. Irgendeine Ungeschicklichkeit. Oder ein technisches Problem. «In den kalten Monaten kann es wegen irgendwelchen Problemen mit den Heizungen schon mal zu einer Häufung von Brandfällen kommen, so wie wir sie über diesses Wochenende registrieren mussten», sagt René Gsell, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, nach dem Brand am Kembserweg und in der Villa Rosenau. Die Ermittlungen laufen allerdings weiter.

Feststeht dagegen, dass die Villa bis auf weiteres nicht mehr bewohnt werden kann, weil die linke Hälfte Seite ausgebrannt ist. Und vielleicht wird auch gar nie mehr irgendjemand ins Haus einziehen können. «Wegen der Statik», wie es bei der Staatanwaltschaft heisst. Am Sonntagmittag räumten die Besetzer jedenfalls schon mal das Handwerkszeug, die Drehbank, die Maschinen aus dem Kraftraum und sonst noch so das eine oder andere aus der Villa. Darum herum waren Polizisten und Feuerwehrleute mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Drei Bewohner bereits wieder eingezogen

Ganz so schnell wollen die Besetzer die Villa Rosenau aber offenbar nicht aufgeben. Am Montag berichtete das SRF-Regionaljournal, dass drei Bewohner bereits wieder in die beschädigte Villa eingezogen seien. Dies, obwohl die kriminaltechnischen Abklärungen zur Brandursache noch nicht geklärt und der Zutritt zur Villa deswegen noch gesperrt ist. Gegenüber den Regionaljournal sagten die Besetzer: «Wir bleiben hier und bauen die Villa wieder auf.»

Derzeit kursiert aber auch ein Spendenaufruf des Vereins OFF für die nun obdachlosen Bewohner der Villa Rosenau. Darin steht, dass die Bewohner  «längerfristig auf der Suche nach einem neuen Wohnraum» seien, «der zulässt, dass sich das Kollektiv von 7-10 Leuten nicht trennen muss.» 

Ist sie nun ein Übel oder ein letzter Hort der Freiheit? Die Betrachtungsweise der Villa Rosenau hängt ganz offensichtlich stark von der eigenen politischen Haltung ab: Für die rechte Basler Zeitung ist das Haus «ein rechtsfreier Raum», von dem Gewalt und Krawall ausgeht, für die linke Wochenzeitung (WoZ) eine «Bastion der Lebendigen», in der Kultur, Kreativität und Freigeist daheim sind. Interessant zu lesen sind beide Darstellungen. Aber auch richtig? Zumindest nach Aussage der Staatsanwaltschaft gibt es das in Basel nicht, einen rechtsfreien Raum.
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Unglücksfälle und Verbrechen, Brand, Basel

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  1. Ein schwarzer Basler Tag

    von Nicolas E am 3.02.2013 um 14:17Uhr

    Den 3. Februar 2013 werde ich wohl leider lange nicht vergessen können, denn es ist schon sehr schade das genau heute das Schiff schloss (club), doch dass jetzt auch noch die Villa starb, hinterlässt ein riesiges Loch. Einer der schönsten Basler Orte, verbrannt. Sie hinterlässt eine grosse Leere.
    Immerhin wusste die Tageswoche adequat darüber zu berichten und nicht bloss zu titulieren, das "Baschi" heute morgen überzeit leisten musste. Nun können Sie sich beweisen, Herr Dürr!
    Direktlink zum Kommentar

  2. Schon wieder ein alternativer Wohnraum weg!

    von Maya Eldorado am 3.02.2013 um 14:35Uhr

    Dabei ist das so notwendig in unserer normierten und konformen Welt.
    Es gibt Menschen die sich da nicht einfügen können oder wollen.
    Vielleicht ist es auch ein selbstgewählter Lebensentwurf, wo normale Mieten nicht drin liegen.
    Dabei sind es gerade die Menschen, die sich etwas ausserhalb bewegen, die der Stadt einen farbigen Tupfer geben.
    Direktlink zum Kommentar

  3. Nicht aufgeben.

    von Jeremy Löw am 3.02.2013 um 16:21Uhr

    Trotz der Tragik der Ereignisse, wieso reden alle vom Ende? DIe Villa gibts schon so lange, es ging drunter und drüber, viel geschah in und um sie herum und trotzdem steht sie noch! Wortwörtlich! Ich denke nicht, dass dieser Ort so schnell aufgegeben wird....
    Direktlink zum Kommentar

  4. Brandschutz?

    von Wahrsager am 3.02.2013 um 16:38Uhr

    Gabs Feuerlöscher-Brandmelder? Letztere kann ein Brandstifter allerdings entfernen.
    Direktlink zum Kommentar

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    von Nicolas E am 3.02.2013 um 14:17Uhr

    Den 3. Februar 2013 werde ich wohl leider lange nicht vergessen können, denn es ist schon sehr schade das genau heute das Schiff schloss (club), doch dass jetzt auch noch die Villa starb, hinterlässt ein riesiges Loch. Einer der schönsten Basler Orte, verbrannt. Sie hinterlässt eine grosse Leere.
    Immerhin wusste die Tageswoche adequat darüber zu berichten und nicht bloss zu titulieren, das "Baschi" heute morgen überzeit leisten musste. Nun können Sie sich beweisen, Herr Dürr!
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  2. Schon wieder ein alternativer Wohnraum weg!

    von Maya Eldorado am 3.02.2013 um 14:35Uhr

    Dabei ist das so notwendig in unserer normierten und konformen Welt.
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    Vielleicht ist es auch ein selbstgewählter Lebensentwurf, wo normale Mieten nicht drin liegen.
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  3. Nicht aufgeben.

    von Jeremy Löw am 3.02.2013 um 16:21Uhr

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  4. Brandschutz?

    von Wahrsager am 3.02.2013 um 16:38Uhr

    Gabs Feuerlöscher-Brandmelder? Letztere kann ein Brandstifter allerdings entfernen.
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  5. Phoenix aus der Asche ...

    von PWD am 3.02.2013 um 18:57Uhr

    Nach der StaGä kam das Union, nach dem Union das NT-Areal. Die Villa Rosenau kannte ich nicht mehr. Trotzdem schade um jeden alternativen Raum, der verschwindet. Irgendwo gibt es sicher wieder einen neuen Platz. Nur Mut, wo etwas zerstört wird, wachst andernorts etwas Neues. Wie die Phoenix aus der Asche.
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  6. Ciao Bella Ciao =)

    von Nicolas Saameli am 4.02.2013 um 13:12Uhr

    Wo Stehen in Basel eigentlich noch Häuser frei? Wird mal wieder Zeit für etwas grösseres!
    Direktlink zum Kommentar

  7. Ende!?

    von Michael S Vökt am 5.02.2013 um 13:06Uhr

    Jetzt ist es an der Zeit das Ganze zu beenden. - Oder etwas Legales daraus zu machen.
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Informationen zum Artikel

3.2.2013, 13:16 Uhr

Villa Rosenau nach Brand weitgehend zerstört

Text

Text:

  • 16.04.2014 um 16:49
    Giezendanners Spielchen mit den Gewerkschaften

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    Na ja, manchmal ist ein Korrekturprogramm halt auch eher das Gegenteil von dem, was der Name verspricht. Danke darum für den Hinweis!

  • 27.01.2014 um 12:21
    @Luethi
    Zum Artikel: Frauenquote: Die falschen Angaben der Befürworter

    Lieber Herr Luethi. Ich persönlich finde die Verteilung, so wie sie heute ist, selbstverständlich auch nicht in Ordnung und schon gar nicht gerecht. Nur glaube ich nicht, dass sich dieses Problem bei mehrkantonalen und teilweise sogar binationalen Inst...

  • 27.01.2014 um 09:59
    @Thüring
    Zum Artikel: Frauenquote: Die falschen Angaben der Befürworter

    Danke für den Hinweis. Ist mir schleierhaft, wie das in den Lead kam.

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