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Interview 

3.1.2013, 14:03 Uhr

Immer diese Mäkelei!

3.1.2013, 14:03 Uhr

Olympia braucht die Schweiz – und umgekehrt, sagt Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic. Das Land müsse sich auch wieder mal mit was Positivem beschäftigen. Von

Hans-Jörg Walter: «Keiner, der aufs Maul sitzt»: Jörg Schild stört sich am Drang der Schweizer, immer und überall zuerst das Negative zu suchen.

«Keiner, der aufs Maul sitzt»: Jörg Schild stört sich am Drang der Schweizer, immer und überall zuerst das Negative zu suchen. (Bild: Hans-Jörg Walter)

Den FCB-Schal konnte Jörg Schild (66) leider nicht in sein Büro in der Berner Agglomeration mitnehmen, ohne die vielen YB-Fans im Swiss-Olympic-Haus zu verärgern. Darum hängt am Kleiderständer nun der schwarz-weisse Schal der EHC Basel Sharks. «Die Berner wissen ja zum Glück nicht, was das ist», sagt Schild und lacht.

So ist er eben, der Jögge. Der ehemalige Basler FDP-Regierungsrat und jetzige Präsident von Swiss Olympic nimmt die Probleme mit Humor, die kleinen wie die grossen. Und er spricht sie auch offen an. Die schlechte Stimmung in der Schweiz, die Exzesse im Sport, die Ahnungslosigkeit vieler Funktionäre. Umso wichtiger ist ihm das grosse und so viel versprechende Ziel: Olympia im Bündnerland, seiner neuen Heimat.

Herr Schild, die Olympia-Kampagne ist nicht besonders gut angelaufen. Im Bündnerland zeigt das Volk wenig Begeisterung und die Umweltschützer geben sich entsetzt. Und auf Bundesebene beklagen sich die Parteien von links bis rechts über die extrem kurze Vernehmlassungsfrist.

Jetzt werfen Sie alles in einen Topf. Kritik wird bei uns leider häufig undifferenziert vorgetragen, nicht profund und schon gar nicht konstruktiv. Diese Erfahrung müssen wir auch wieder mit Olympia machen. Die Gegner übernehmen weitgehend die Argumente, die schon gegen die letzten Spiele und Kandidaturen ins Feld geführt worden sind. Sie sprechen von fehlender Nachhaltigkeit, von ausufernden Kosten und überrissenen Bauprojekten. Beton und Geld, das sind ihre Themen, sonst nichts.

Das ist auch kein Wunder nach den Erfahrungen bei den letzten Spielen.

Die Kritiker sollten sich aber nicht mit den letzten Spielen auseinandersetzen, sondern mit dem konkreten Projekt, an dem wir im Bündnerland nun arbeiten. Unser Ziel ist es doch, die Spiele wieder kleiner zu machen und dorthin zurückzubringen, wo sie hingehören: in die Berge. Im Bündnerland soll es endlich wieder einmal ein Olympia der kurzen Wege geben. Spiele ohne unnötige Neubauten. Aber diese Fakten interessieren die Kritiker gar nicht. Lieber er­heben sie die altbekannten Vorwürfe, auch wenn diese in unserem Fall völlig verfehlt sind.

Offen gesagt, argumentieren auch die Promotoren immer gleich: Vor dem Grossanlass sprechen sie von Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Nutzen. Danach staunt man schon fast rituell über Kostenüberschreitungen und leer stehende Bauten. Bei der Euro 2008 war das ja übrigens auch so.

Was Basel betrifft, wurden damals keine leeren Versprechungen abgegeben und leere Bauten von damals gibt es schon gar nicht. Und zur Bünder Kandidatur kann ich Ihnen als Präsident von Swiss Olympic versichern: Unsere Kalkulationen sind so vorsichtig und so professionell wie möglich.

Fehler wurden Ihrer Ansicht nach keine gemacht?

Fehler passieren immer. Die Kommunikation war sicher nicht immer ideal, und ich verstehe den Ärger der Parteien, dass ihnen der Bund für eine Vernehmlassungsantwort nur zehn Tage Zeit gegeben hat. Aber das sind alles Fehler, die sich ausbügeln lassen. Wir sind die Kandidatur bewusst behutsam angegangen. Zuerst eine riesige Begeisterung schaffen und danach eine riesige Enttäuschung verkraften – und alles zusammen in so kurzer Zeit wie damals bei der Kandidatur von Sion –, das wollen wir nicht noch einmal erleben. Die Ausgangslage war damals aber ohnehin eine andere. Mit seinem «Freude herrscht» hat Adolf Ogi damals eine Euphorie entfacht, die heute nur noch schwer vorstellbar ist.

Dafür machen wir jetzt Ihnen eine kleine Freude und reden über Nachhaltigkeit bei Olympia. Glauben Sie tatsächlich daran?

Ja, weil Olympia die beste Gelegenheit fürs Bündnerland und die ganze Schweiz ist, um sich im besten Licht zu präsentieren. Schauen Sie sich unser Konzept zur Nachhaltigkeit, Innovation und Vermächtnis (NIV) an. Oder den Bereich des Tourismus. Da sind wir in den vergangenen Jahren leider links und rechts überholt worden.

Weil wir weniger freundlich sind als zum Beispiel die Österreicher, wie immer wieder gesagt wird?

Nicht überall. An einzelnen Orten habe ich diese Erfahrung aber leider auch schon gemacht. Anfang Jahr war ich zum Beispiel während der Jugendwinterspiele in Innsbruck beeindruckt von der Gastfreundschaft und dieser ebenso familiären wie freundlichen Atmosphäre. Zurück in Flims erlebte ich schon bei meinem ersten Mittagessen in einem Restaurant das pure Gegenteil. In Sachen Service muss sich schon da und dort was ändern – dringend. Das ist aber nicht der einzige positive Effekt, den man sich von Olympia erhoffen darf. Wenn ich die anderen drei auch noch erwähnen dürfte ...

Bitte.

Also: Neben dem Tourismus erhält auch das Gewerbe in den Bergtälern eine finanzielle Spritze, was zumindest kurzfristig helfen wird, die Abwanderung in die grauen Städte zu bremsen. Hinzu kommt, dass die ÖV-Verbindungen ins Bündnerland verbessert werden. Und last but not least wird der Sport in der Schweiz ganz generell profitieren.

Ist es tatsächlich sinnvoll, in den Randgebieten noch mehr Geld auszugeben? Es gibt auch Leute, welche die Abwanderung aus den kleinen Dörfern in den entlegensten Tälern als natürlichen Prozess betrachten, dank dem sich sehr viel Geld sparen lässt.

Unsere wunderschönen Bergregionen darf man doch nie und nimmer aufgeben! Die Solidarität ist ein wichtiger Bestandteil unseres föderalistischen Systems. Die Menschen aus dem Unterland können nicht ständig ihre Ferien in den Bergen verbringen – und sich nicht um die dortigen Probleme kümmern. Das geht nicht.

Halten Sie die Schweizer für zu wenig grosszügig, zu miese­petrig auch?

Mich stört vor allem diese Mentalität, dieser Drang, immer und überall zuerst das Negative zu suchen. Wenn eine neue Idee aufkommt, sagt man nicht: Toll, 90 Prozent sind schon mal sehr gut, und die restlichen zehn Prozent können wir auch noch verbessern, dann ist alles perfekt. Nein, man mäkelt einfach.

Diese Haltung bewahrt uns vor einigen unnötigen Ausgaben.

Stimmt – einerseits. Andererseits verpassen wir so auch einige sehr gute Chancen. Ein Staatswesen lebt von Solidarität, nicht von gegenseitiger Missgunst. Ich hoffe nur, dass das nicht auch bei Olympia nun alles so negativ läuft. Um das zu verhindern, werde ich nicht müde, den Menschen das Projekt so gut wie möglich zu erklären.

Mit Erfolg?

Ja, auch im Raum Basel habe ich nach einem Referat schon ein paar Mal erlebt, dass Leute zu mir kamen und sagten, sie seien zuerst zwar gegen das Projekt gewesen, nun müssten sie aber sagen: doch, super Sache.

Was bringen die Spiele denn uns Baslern – ausser Kosten? Das Fest werden die Bündner haben.

Ich sage: dieses Projekt wird der ganzen Schweiz guttun. Wir können endlich wieder einmal zusammenstehen und ein grossartiges Projekt entwickeln, anstatt uns immer nur über das Negative zu ereifern. Über die Deutschen zum Beispiel, die wieder mal das nicht wollen und jenes nicht unterschreiben. Ein gemeinsames Projekt wie Olympia würde nicht nur unserem Image, sondern auch uns selbst guttun.

Sie reden über Olympia wie andere vor ein paar Jahren über die Expo.

Expo und Olympia – das ist in dieser Hinsicht ein sehr guter Vergleich.

Sie haben tatsächlich das ­Gefühl, dass ein solch kleines, möglichst sympathisches Schweizer Projekt auch für das Internationale Olympische ­Komitee (IOC) interessant sein könnte? Die Wahl von Sotschi in Russland und Pyeongchang in Südkorea deutet doch eher darauf hin, dass es dem Komitee um neue Märkte, um Kommerz und schiere Grösse geht.

Ich bin nun auch schon seit sechs Jahren in diesem Kuchen drin und höre dabei immer mehr Leute, die sagen, man müsse sich wieder zurückbesinnen auf die Ursprünge und die alten olympischen Werte, auf die Charta von Baron de Coubertin. Es kann ja nicht sein, dass nur noch Marktüberlegungen zählen wie beim Entscheid für Sotschi, wo jetzt wirklich nur reinbetoniert wird. Bis vor Kurzem gab es dort nicht mehr als einen einzigen Sessellift. Dann sagte Putin, Russland wolle die Spiele, um im eigenen Land ein neues St. Moritz zu schaffen. Und jetzt wird die ganze Infrastruktur einfach aus dem Boden gestampft. Unglaublich! Gehen Sie doch mal hin und schauen Sie sich das an!

Sotschi wird auf meiner nächsten längeren Reise kaum die ­erste Destination sein.

Verständlich. Aber Sie könnten ja auch an die türkische Schwarzmeerseite gehen – sehr schön, wirklich!

Danke für den Tipp, auch wenn wir jetzt gerade etwas vom ­Thema abgekommen sind: der Chancen einer Schweizer Kandidatur.

Die grösste Hürde ist die Abstimmung vom 3. März im Bündnerland. Wenn wir die gewinnen, haben wir gegenüber dem IOC gute Argumente: Immerhin haben wir schon ein St. Moritz.

Und davon wird sich das IOC bei der Endauswahl überzeugen lassen?

Das ist schwierig zu sagen. Die Vertreter der Nationalen Olympischen Komitees (NOK), der internationalen Verbände und der Athleten sind im IOC ja deutlich in der Minderheit. Die meisten Mitglieder sind handverlesen – wie in einem Serviceclub. Zum Wintersport hat die Mehrheit gar keinen Bezug. Insofern ist die Wahl etwa so berechenbar wie die Lotterie Romande.

Daran können Sie keine Freude haben.

Natürlich nicht. Darum hat Swiss Olympic vor drei Jahren am Olympischen Kongress in Kopenhagen auch zwei Anträge gestellt. Erstens wünschten wir, dass die über zweihundert NOK im über hundertköpfigen IOC nicht länger nur mit 15 Mitgliedern vertreten sein sollen. Und zweitens, dass bei der Vergabe der Olympischen Spiele unter anderem auch die Menschenrechtssituation in die Beurteilung miteinbezogen wird. Leider haben es unsere Anträge aber nicht auf die Traktandenliste geschafft. Nicht einmal eine Antwort haben wir aus Lausanne erhalten. Damit müssen wir uns abfinden. Jedenfalls ist es nicht so, dass wir Schweizer unsere Bedenken einfach mit uns rumtragen und uns in Schweigen hüllen.

Sigi Asprion, der Gemeindepräsident von St. Moritz, hat in einem Interview mit uns gesagt, es werde wohl nie mehr kleine, sympathische Spiele geben, wenn das IOC nicht einmal von diesem tollen Bündner Projekt etwas wissen wolle.

So absolut würde ich das vielleicht nicht gerade sagen. Aber klar ist: eine Chance wie jetzt wird es lange nicht mehr geben, weder für die Schweiz noch für die Olympische Bewegung.

Machen Sie sich eigentlich manchmal auch um den Sport ganz generell Sorgen?

Ja, dafür muss man nur kurz an einen Stammtisch sitzen und ein Bier trinken – es muss ja nicht immer mit Baschi Dürr sein, falls es wieder mal Freitag ist und der was anderes vorhat. Dann werden Sie bald einmal merken, dass der Stammtisch nicht nur über sportliche Spitzenleistungen redet, sondern auch über Doping, Wettbetrug, Riesensaläre, konkursite Clubs, korrupte Funktionäre und so weiter. Und offen gesagt, verstehe ich den Ärger sogar, den ein hart arbeitender und ehrlich verdienender Vater verspürt, wenn er sieht, was im Sport alles vor sich geht. Und welche Unsummen dabei verdient werden, zum Teil schon von ganz jungen Athleten. Darunter leidet die Glaubwürdigkeit des Sports ­allgemein. Und das ist auch der Grund dafür, warum die Leute ­sagen: Hört doch auf, den Sportlern noch mehr Geld hinterherzuwerfen. Dabei geht leider häufig vergessen, dass die Mehrheit der Olympioniken nicht im Geld schwimmt. Und es wird auch übersehen, wie unglaublich viel und unglaublich wichtige Arbeit in den Vereinen geleistet wird, obwohl die Finanzierung ­häufig sehr schwierig ist.

Sind das Probleme, die sich überhaupt noch lösen lassen?

Nur, wenn Politik und Sport vermehrt zusammenspannen. Darum halte ich die Forderung gewisser Kritiker, Politik und Sport keinesfalls zu vermischen, auch für blanken Unsinn und heuchlerisch. Gesamtgesellschaftliche Probleme wie etwa auch die Gewalt rund um Sportveranstaltungen lassen sich nur gemeinsam lösen. Darum stören mich auch die Politiker, die so tun, als müsse nun der Sport die Probleme lösen, bei denen sie selbst jahrelang nicht weitergekommen sind. Genauso ärgere ich mich natürlich auch über Sportfunktionäre, die sich aus der Politik prinzipiell raushalten, aus Angst, auch mal ein heisses Eisen anzulangen.

Trotz dieses Ärgers dünkt mich, Sie sehen fast jünger aus als früher, zu Ihrer Zeit als Basler Polizei­direktor.

Bei Swiss Olympic fühle ich mich auch sehr wohl. Wir haben seit unserem Umzug vor bald fünf Jahren gute Büros, wir haben motivierte Mitarbeiter, und ich bin wieder zurück im Sport, der mir schon immer wichtig war – nicht nur, aber zum Beispiel Handball, Eishockey, Fussball und natürlich auch Skifahren. Darum habe ich auch das Bündnerland so gerne. Schon als kleiner Bub war ich in den Ferien sehr häufig dort.

Als Polizeidirektor hatten Sie nicht mehr so viel Freude an der Arbeit?

Im Gegenteil. Ich wusste einfach, wann ich aufhören musste. Man hat mir manchmal nachgesagt, ich sei amtsmüde. Ich führe das aber in ­erster Linie auf meine Körperhaltung zurück. Und auf meine Rücken­probleme.

Inzwischen gibt es in der Region Regierungsräte, die noch ganz anders im Stuhl fläzen.

(Lacht.) Ich kann nur von mir reden. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich sehr gerne Regierungsrat war – wie vorher auch Staatsanwalt.

Dabei konnten Sie auch mal recht unwirsch werden.

Natürlich. Ich bin keiner, der den Ärger in sich hineinfrisst. Darum habe ich im Grossen Rat auch darauf hingewiesen, dass ich im Sicherheitsbereich keine weiteren linearen Sparmassnahmen mehr mittragen könne und irgendwann die Verantwortung ablehnen müsse. Das wurde mir übel genommen. Die Geschäftsprüfungskommission hat mich hinterher gerüffelt, ich würde die Baslerinnen und Basler mit solchen Aussagen nur verunsichern. Aber so bin ich nun mal. Ich bin keiner, der aufs Maul sitzt. Lieber spreche ich die Probleme offen an.

Dann halten Sie die Sicherheitsdebatte für berechtigt, die in ­Basel im Wahlkampfherbst sehr eifrig geführt worden ist?

Mir ging es nicht nur um die Polizei, sondern auch um andere Dienste – die Feuerwehr vor allem. Die Debatte in diesem Herbst, die war meines Erachtens zum grossen Teil pressemässig gesteuert. Das werden Sie ja kaum gross anders sehen – oder? Aber halt: Man darf den Journalisten ja keine Fragen stellen, sondern nur Antwort geben. Pardon.

Diese Frage beantworte ich ­Ihnen gerne: Ich sehe das ­genauso.

Eben. Und Sie sind ja noch näher dran. Ich bekomme diese Debatten meistens nur noch von aussen her mit. Meine Frau und ich sind die meiste Zeit im Bündnerland, in Flims. Dort ist es so wunderbar ruhig – ausser über Weihnachten vielleicht.

Zurück im Sport – endlich

Jörg Schild (66) ist eine besondere Figur, mal charmant, mal recht deutlich, meistens sehr einnehmend, aber nie ganz leicht einzuschätzen. Das war schon immer so. Bei seinen ersten Tätigkeiten in der Basler Staatsanwaltschaft und der Bundesanwaltschaft handelte er sich den Ruf eines Hardliners ein. Nach seiner Wahl in die Regierung 1992 merkte der Freisinnige dann aber bald, dass dem Drogenelend mit Repression allein nicht beizukommen ist.

Seine neuen Ideen wurden auch in Bundesbern mit Interesse zur Kenntnis genommen. 1994 wählte ihn der Bundesrat zum Präsidenten der Expertenkommission für die Revision des Betäubungsmittelgesetzes. Das Ergebnis war das Konzept der «vier Säulen», nebst Repression auch Prävention, Überlebenshilfe und Therapie. Das war eine sehr fortschrittliche Drogenpolitik, die weit über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen sorgte.

Schilds unideologisches Denken ist ein Grund, warum er über die Parteigrenzen hinweg beliebt ist. Ein anderer ist seine humorvolle Art. Seine launigen Auftritt bei den Entlassungsfeiern aus dem Wehrdienst sind schon fast legendär. Mit den Jahren schien ihm die Freude am Amt des Polizeidirektors aber dennoch etwas abhanden gekommen zu sein. Umso zufriedener wirkt er jetzt wieder, nach 2005 und seiner Wahl zum Präsidenten von Swiss Olympic. Mit dieser Aufgabe schliesst sich für Schild der Kreis: Er war früher Spitzenhandballer und Skilehrer.

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