Open

eingeloggt als
Ausloggen


An Redaktion schreiben

  • Erlaubte Dateiformate: Bilder (jpg, png, gif) Dokumente (pdf)

eingeloggt als
Ausloggen


Mein Kommentar

Registrierung

Mit Ihrem Benutzerkonto können Sie Ihr Abo verwalten, Artikel kommentieren und mit anderen Leserinnen und Lesern in Kontakt treten.

Das Benutzerkonto ist kostenlos und kann jederzeit wieder gelöscht werden.

Bitte geben Sie Ihre E-Mail Adresse ein. Wir werden diese unter keinen Umständen an Dritte weitergeben.

Fast fertig...

Wir haben Ihnen eine E-Mail geschickt.

Bitte prüfen Sie Ihren Posteingang und aktivieren Sie Ihr Benutzerkonto, indem Sie auf den Link in der E-Mail klicken.

Sollten Sie die E-Mail innert 10 Minuten nicht erhalten haben, kontrollieren Sie, ob die E-Mail möglicherweise im Spam-Filter hängen geblieben ist. Ist die E-Mail auch dort nicht aufzufinden, schreiben Sie uns an anmelden@tageswoche.ch und wir kümmern uns darum.

Wir freuen uns, Sie in wenigen Minuten in unserer Community begrüssen zu dürfen.

Passwort wiederherstellen

TagesWoche

Tages Woche

Di, 18.06.2013

Tennis, Swiss Indoors 

26.10.2012, 07:00 Uhr

Dieser Mann muss einem zu denken geben

26.10.2012, 07:00 Uhr

Roger Federer im Herbst. Keineswegs im «Herbst seiner Karriere», sondern schlicht im Basler Herbst 2012. Eine Bestandesaufnahme und ein Blick weit voraus. Von Freddy Widmer

Ein Schatten mit Namen: Roger Federer.

Ein Schatten mit Namen: Roger Federer. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Die Swiss Indoors und Roger Federer – sein Turnier in seiner Stadt.

Die Swiss Indoors und Roger Federer – sein Turnier in seiner Stadt. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Federeres Woche: Medientermine...

Federeres Woche: Medientermine... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...ein Besuch beim Sponsor in Niederbuchsiten...

...ein Besuch beim Sponsor in Niederbuchsiten... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...für die Fans da sein...

...für die Fans da sein... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...immer wieder für die Medien...

...immer wieder für die Medien... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...und für noch mehr Fans...

...und für noch mehr Fans... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...und dazwischen Tennis spielen. Mal mühevoller...

...und dazwischen Tennis spielen. Mal mühevoller... (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

...und zwischendurch immer wieder künstlerisch wertvoll.

...und zwischendurch immer wieder künstlerisch wertvoll. (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Auch ein athletischer Rücken kann entzücken.

Auch ein athletischer Rücken kann entzücken. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Einer für Muri? Das könnte er wahrscheinlich auch noch ganz gut.

Einer für Muri? Das könnte er wahrscheinlich auch noch ganz gut. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Ganz ohne Pathos ein Privileg: Roger Federer in Basel spielen und siegen zu sehen.

Ganz ohne Pathos ein Privileg: Roger Federer in Basel spielen und siegen zu sehen. (Bild: Reuters/ARND WIEGMANN)

Und was wird bleiben, wenn er einmal geht?

Und was wird bleiben, wenn er einmal geht? (Bild: Keystone/GEORGIOS KEFALAS)

Roger Federer muss einem zu denken geben. Neinnein, falsche Fährte. Wir zweifeln nicht plötzlich an seinen Qualitäten, nur weil ihm in seinen beiden bisherigen Basler Matches der eine oder andere Lapsus zuviel unterlief, nur weil er sich nicht in fast schon gewohnter Leichtigkeit durch seine Runden gespielt hat.

Federer gegen Paire

Roger Federers Viertelfinalgegner an den Swiss Indoors ist der 23-jährige Franzose Benoit Paire (ATP 46), der sich gegen den polnischen Qualifikanten Lukasz Kubot 6:4, 6:4 durchsetzte. Federer trifft erstmals auf Paire. Die Partie ist am Freitag um 20.00 Uhr angesetzt.

Das Tableau
Der Spielplan für Freitag

Die Formel «muss einem zu denken geben» ist in diesem Fall als dickes Kompliment zu verstehen, als verkürzte Hommage und zugleich als Merci an einen ausserordentlichen Sportler. Einen solchen aus der Nähe zu sehen, zu erleben, zu beschreiben, eben über ihn nachzudenken, einen, der erst noch unseren Dialekt spricht, das ist – Vorsicht, Vorsicht vor zuviel Pathos – schon ein ausserordentliches Privileg.

Und ob man will oder nicht, man fängt an zu sinnieren, wie unser Interesse an diesem Sport aussehen wird, wenn der beste im Schweizer Tennis nicht mehr Federer heisst; auch darüber zu hirnen, wie das Basler Turnier aussehen wird, wenn seine grosse Nummer nicht mehr Federer heisst.

Immer noch hoch oben

Derzeit ertappt man sich fast schon mit einem schlechten Gewissen, wenn man seine Matches gegen Benjamin Becker und Thomaz Bellucci als nicht rundum geglückt oder als nur mittelprächtig beschreibt. Aber hallo, vergessen wir bitte nicht, auf welch hohem Niveau hier Sport betrieben wird.

Ende diesen Sommers war in einer tennistechnisch durchaus kompetenten Schweizer Zeitung dieser Satz zu lesen: «...und spielte während der Woche phasenweise absolutes Spitzentennis.»

Tenniskompetent, wie gesagt. Wir hatten nicht den geringsten Zweifel an der Richtigkeit dieses Satzes, hatten uns nur gewundert, dass der Satz so, in seiner ganzen Banalität, überhaupt geschrieben werden und stehen bleiben konnte. Er schien uns nämlich so überflüssig wie ein Doppelfehler am Schluss eines Tiebreaks, wenn auch keineswegs so folgenschwer. Jaja, der Satz galt nicht irgendeinem wenig bekannten Junior bei seinem Einstieg in die ATP-Serie oder einem, der lange schon versucht, sich dort zu etablieren, etwa einem Michael Lammer oder einem Stephane Bohli, sondern galt einem, der in den Wochen zuvor eben erst das Grand Slam-Turnier in Wimbledon und eine olympische Silbermedaille gewonnen hatte.

Der permanente Superlativ

Und jetzt soll er unvermittelt «während der Woche phasenweise absolutes Spitzentennis» gespielt haben? Wir «deleten» den zitierten Satz und stellen richtig: Roger Federer spielt nicht nur phasenweise und nicht nur während einer Woche absolutes Spitzentennis, sondern er spielt seit über einem Jahrzehnt absolutes Spitzentennis, also spätestens seit jenem Tag im Jahr 2001, als er im Achtelfinal von Wimbledon Pete Sampras schlug.

Wer nicht Match für Match absolutes Spitzentennis spielt, kann nicht während fast sechs Jahren die Nummer 1 der Sparte sein. Ein paar Momente, zugegeben, nehmen wir aus diesem Dauer-Superlativ aus, etwa jenes eine Game neulich im Halbfinal von Shanghai gegen Andy Murray, als Federer in Serie drei Doppelfehler fabrizierte. Der Beleg dafür, dass Roger Federer auch nur ein Mensch ist.

Allzeit bereit

In den beiden bisherigen Basler Matches mag man gelegentlich das Gefühl bekommen haben, Federer mache nicht mehr wie von selbst in jedem Moment das Richtige, er habe das momentan Erforderliche nicht mehr jederzeit auf Abruf parat. Und im nächsten Moment widerlegt er einen nach Strich und Faden – einen Zahn zulegen gegen Benjamin Becker und der zweite Satz ist locker gewonnen, zwei Fehler Thomaz Belluccis dankbar zur Kenntnis nehmen, das Break machen und den Match gewinnen.

So ist sie im belangvollen Moment eben doch wieder da, diese scheinbare Selbstverständlichkeit, die ein hohes Mass an Talent, ein höheres Mass an Erfahrung und ein höchstes Mass an Arbeit voraussetzt. Spieler wie Becker oder Bellucci stehen letztlich doch wieder mit leeren Händen da und müssen anerkennen: Federer bleibt puncto scheinbare Leichtigkeit ein Schwergewicht.

Segen und Fluch?

Wir wollen uns nicht beteiligen an den Spekulationen darüber, ob Federer das Basler Turnier auch ein achtes oder zehntes Mal gewinnen kann. Aber wir fragen uns mal vorsichtig, wie es den Swiss Indoors ergeht, wenn seine Ära vorbei ist. Wird dann der derzeitige Federer-Segen zum Federer-Fluch? Wird man das Turnier dann nicht mehr so mögen? Wird man dann munkeln, da fehle doch etwas? Wird man vergessen haben, dass die Swiss Indoors auch dann schon ausverkaufte Hoch-Zeiten erlebten, als es einen Federer weit und breit noch nicht gab?

Und schliesslich: Wird nach der Ära des Spielers Roger Federer und der Ära des Turnierdirektors Roger Brennwald eine Ära des Turnierdirektors Roger Federer beginnen? Würde ja passen. Denn das Basler Tennisturnier gehört zu Roger Federers Biografie, seit er als Drittklässler durch die Strassen Münchensteins zog und Indoors-Löösli verkaufte; danach war er Ballbub, 1997 versuchte er sich erstmals (erfolglos) in der Qualifikation, und seit 1998 ist er im Hauptturnier – theoretisch – immer dabei; 2003 bis 2005 musste er wegen Verletzungen aufgeben oder kurzfristig absagen.

In seinen übrigen Teilnahmen hat er mehr Basler Finals verloren als jeder andere, nämlich drei, aber auch mehr gewonnen als jeder andere, nämlich fünf. Jetzt ist der mehrjährige Vertrag zwischen dem Turnier und dem Unternehmen Federer ausgelaufen.

Ob es einen neuen oder weiterlaufenden längerfristigen Vertrag gibt oder geben wird, darüber ist noch nichts bekannt geworden. Aber man müsste sich schon die Augen reiben, sollte Federer noch ein paar Jahre lang auf allen möglichen Turnieren spielen, nur in Basel nicht. Das würde einem tatsächlich zu denken geben, und die beiden Partner müssten uns das schon sehr plausibel erklären können. Oder ganz schlicht ausgedrückt: Wir wären ziemlich beleidigt.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Tennis Swiss Indoors

    von Lucie Zaugg um 28.10.2012 um 00:54Uhr

    Merci Herr Widmer,
    für Ihre Bestandesaufnahme zum Herbst der Karriere Federer. Ich kann jede Zeile, die Sie schreiben nachvollziehen, ich empfinde es sehr ähnlich wie Sie mit den ständigen Erwartungen an Roger Federer und sein nur noch teilweise vorhandenes Spitzentennis. Die Massstäbe an ihn sind dauernd hochgeschraubt. Ich freue mich einfach, dass er noch immer auf so hohem Niveau spielt und weiss nicht, ob mich das Tennis nach der Aera Federer noch so interessieren wird wie jetzt.
    Vielen Dank für Ihre Zeilen,
    L.Zaugg
    Direktlink zum Kommentar

Kommentieren

Informationen zum Artikel

26.10.2012, 07:00 Uhr

Dieser Mann muss einem zu denken geben

Text

Text: Freddy Widmer

  • 21.02.2013 um 09:34
    Passion für Berge und Bilder

    Robert Bösch gehört weltweit zu den renommiertesten Outdoorfotografen. Sein Spezialgebiet: Berge und Bergsport. Mit seinem neuen Buch «Moments» allerdings beweist er, dass er nicht auf Wände und Darsteller angewiesen ist, sondern sich in allen Landschaften und allen Umgebungen wohlfühlt. Jetzt auch live auf der Bühne: Am Dienstag, 26. Februar, präsentiert er in Basel seine Schau «Passion für Berge».

  • 27.12.2012 um 16:40
    Nichts zwischen mir und dem Berg

    Es gibt mehr Gründe, auf einen Berg zu steigen, als nur den, wieder herunterzukommen.

  • 26.10.2012 um 22:45
    Im dritten Match erwacht

    Roger Federer ist auf gutem Weg in seinen siebten Swiss Indoors-Final in Serie, auf gutem Weg zu seinem sechsten Basler Titel. Im Viertelfinal schlug er den Franzosen Benoit Paire mit 6:2, 6:2; im samstäglichen Halbfinal trifft er auf den Franzosen Paul-Henri Mathieu.

Aktuell

SRF: Ivo Adam (l.) kocht mit Murat Yakin.

Doppelspitze 

Meze mit Murat, Werben mit Wagen

Was liegt näher, als unter dem Titel «Schwiizer Chuchi» mit Murat Yakin türkische Meze zu kochen? Höchstens noch, einen Kesselwagen mit FCB-Logo zu versehen. Gut, wurde gleich beides getan.Von Florian Raz. Weiterlesen

Keystone/Walter Bieri: Der Franzose Christophe Girard ,links, versucht bei Stefan Angehrn, rechts, einen Treffer zu landen beim Hauptkampf der St. Galler Boxnacht am Freitag 31. Maerz 2000 in St. Gallen. Stefan Angehrn gab in der zehnten Runde auf. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Boxen 

Mindestens grandios, natürlich

Auf nicht weniger als 799 Seiten spricht der Autor des Buchs «Ready to Rumble» mit Akteuren aus dem Boxsport. Zum Beispiel mit dem Schweizer Stefan Angehrn, der zugibt, sich manchmal gefragt zu haben: «Wie blöd kann man sein, in den Ring zu gehen, um sich auf die Fresse hauen zu lassen?»Von Bertram Job. Weiterlesen