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TagesWoche

Tages Woche

Mi, 22.05.2013

Prostitution 

31.10.2012, 11:52 Uhr

Grosser Menschenhändlerring im Kanton Bern aufgeflogen

31.10.2012, 11:52 Uhr

Im Kanton Bern ist ein grosser Menschenhändlerring aufgeflogen. Über 50 Frauen und Transsexuelle aus Thailand wurden gezwungen, sich in der Schweiz zu prostituieren. Die Opfer stammten meist aus ärmlichen Verhältnissen und mussten für ihre Peiniger Schulden abarbeiten. Von sda

sda: Eine thailändische Prostituierte (Symbolbild)

Eine thailändische Prostituierte (Symbolbild) (Bild: sda)

Der Polizei in Bern ist ein Schlag gegen einen Menschenhändlerring gelungen. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, nachdem sich 2010 eine Betroffene bei der Berner Kantonspolizei meldete, wie die Staatsanwaltschaft für Besondere Aufgaben und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilten. Rasch zeigte sich, dass sich das Menschenhändlernetzwerk weit über Bern in andere Kantone, insbesondere Luzern, Solothurn und Thurgau, ausgebreitet hatte.

Die Hauptangeschuldigte, eine 42-jährige Thailänderin mit Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz, wurde 2011 in Deutschland festgenommen und an die Schweiz ausgeliefert. Neben ihr sind sechs weitere Frauen und Männer angeschuldigt. Sie befinden sich zum Teil noch in Untersuchungshaft.

Beteiligung an Strafverfahren

Die Hauptangeschuldigte war seit Ende 2008 aktiv und betrieb selber ein Bordell, in welchem sie illegal anwesende, thailändische Prostituierte beschäftigte. Diese mussten Schulden für die Einreise in die Schweiz abarbeiten. In mehreren Fällen mussten die Betroffenen bis zu 90'000 Franken erwirtschaften, bevor sie etwas eigenes Geld behalten konnten.

Die meisten Opfer sind in ihre Heimat zurückgekehrt, wie aus der Mitteilung der Behörden weiter hervorgeht. Sie wollen sich nicht als Privatkläger am Strafverfahren beteiligen. Ein Opfer, das sich am Strafverfahren beteiligt, ist noch in der Schweiz und wird in einer speziellen Einrichtung betreut.

Die Hauptangeschuldigte wird sich im Kanton Thurgau für 26 Opfer, in den Kantonen Bern, Solothurn, Luzern, Basel Stadt und Zürich für weitere 31 Opfer verantworten müssen.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Menschenhandel

    von Thommen_63 um 6.11.2012 um 18:13Uhr

    Es wäre falsch, die Prostitution erneut zu kriminalisieren, denn sie hat mit Menschenhandel ebensowenig zu tun, wie die Arbeiter, die zu Billigstlöhnen unter Tarif hier arbeiten/müssen!
    Direktlink zum Kommentar

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