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TagesWoche

Tages Woche

Mo, 20.05.2013

AVO Session Basel 

27.10.2012, 17:13 Uhr

Leichtfüssiger Auftakt im Zeichen des Easy Listening

27.10.2012, 17:13 Uhr

Mit dem belgischen Singer-Songwriter Milow und der US-amerikanischen Sängerin Dionne Warwick wurde die AVO Session 2012 in der «Übergangslösung» Musical Theater eröffnet. Milow und Warwick sind zwar beide im weitesten Sinn dem Easy Listening verpflichtet, dennoch offenbarten sich grosse Unterschiede in Stil, Repertoire und Grandezza. Von Marc Krebs

«What the World needs now is Love, sweet Love»: Dionne Warwick.

«What the World needs now is Love, sweet Love»: Dionne Warwick. (Bild: Dominik Plüss)

Elektrokerzen und Reihenbestuhlung: Die AVO Session 2012 findet im Ausweichsaal des Musical Theaters statt.

Elektrokerzen und Reihenbestuhlung: Die AVO Session 2012 findet im Ausweichsaal des Musical Theaters statt. (Bild: Dominik Plüss)

Diskret, aber auf den Punkt genau wird Warwick begleitet.

Diskret, aber auf den Punkt genau wird Warwick begleitet. (Bild: Dominik Plüss)

Willkommen zur AVO Session 2012: Für einmal pilgern die geladenen Gäste – von Bernhard Heusler, Kurt Aeschbacher über Guy Morin bis Helmut Hubacher – nicht zum Messeplatz, sondern lassen die Baustelle links liegen und strömen durch die Eingangstüren des Basler Musical Theaters. Die AVO Session ist im Übergangsjahr angekommen, auch, weil sie zum letzten Mal unter diesem Namen stattfindet. Im nächsten Jahr wird Baloise den Namen der Reihe prägen. So fungiert auch Avo Uvezian, der libanesische Zigarrenhersteller, ein letztes Mal als Maskottchen des Anlasses, sitzt wie immer in der vordersten Reihe, für einmal aber nicht an einem Tischchen: Die Konzertbestuhlung im Musical Theater ist nach Sitzreihen gegliedert und nach hinten stufenweise erhöht. Das ist von grossem Vorteil, wie sich am Eröffnungsabend zeigt. Die Sicht zur Bühne ist auch in den hinteren Reihen bedeutend besser als im Festsaal (selig), und der Raum akustisch weitaus geeigneter. Ginge es an der AVO Session nur um die Musik, würde wenig gegen das Musical Theater als Location sprechen. Man wird die neue Messehalle auch an diesem Kriterium messen müssen.

Sympathischer Belgier in Röhrchenjeans

Die Intimität, die sich diese Konzertreihe auf die Fahne geschrieben hat wie kaum eine andere, ist an diesem Eröffnungsabend so greifbar wie nie zuvor. Als Milow erscheint, sieht man auch in den hinteren Reihen bestens zur Bühne (und nicht wie bisher seitlich nach oben, wo die Grossleinwände Close-Ups liefern – diese scheinen heuer gar nicht unbedingt nötig). 

Milow, der belgische Singer-Songwriter, gewinnt das Publikum im Nu mit seinen simpeln Lagerfeuerliedern und seinem überaus sympatischen Auftreten. Er schwärmt glaubwürdig von der Schweiz, wo er seine ersten grossen Erfolge ausserhalb seiner Heimat feiern konnte, erinnert sich an seinen letzten Auftritt in Basel, im Volkshaus, aber auch an seine Anfänge, als er in einem Zürcher Café vor 64 Zuschauern spielte. Kurz: Der 31-jährige Jonathan Vandenbroeck, der mit seinem Karohemd und den Röhrchenjeans noch immer wie ein konventioneller Strassenmusiker auftritt, hat das Publikum im Musical Theater charmant im Sack.

Clever verpasst er seinem Auftritt Dramaturgie, indem er solo beginnt und zunehmend Begleitmusiker auf die Bühne holt, die  simplen Lumpenlieder mit Chorgesängen anreichert und an Druck zulegt. Den Eindruck aber, es handle sich bei ihm um die kontinentaleuropäische Variante von James Blunt – um ein Three-Hit-Wonder also – mag er in den 75 Minuten seines Auftritts nicht von der Bühne zu wischen. Obschon er seit zehn Jahren seine Karriere vorantreibt, findet sich da noch einiges Streichmaterial im Repertoire, etwa das im 6/8-Takt schunkelnde Stück «Move to Town»,  eine viel zu brave Annäherung an den feurigen Irish Folk. Nicht das einzige Lied, das man sogleich wieder vergessen hat. «Building Bridges» ist ein Stück das trotz Band nie richtig vom Fleck kommt, ebenso «Car Wreck in the Lake», das bestenfalls wie eine B-Seite von Chris de Burgh klingt.  

Kerzen wie an einem Kindergeburtstag

Dennoch begeistert Milow die Zuschauer: Seine gefällige Ausstrahlung und Stimme machen das Manko an zwingenden Songwriting-Ideen wett, die schlichte Lieblichkeit anderer Songs löst Instant-Gefallen aus: «Little in the Middle» etwa, dieses flockige Radiolied, zu dem man gut gelaunt mitschaukelt. Und in «Ayo Technology», seinem 50-Cent-Cover, mit dem ihm vor drei Jahren der grosse Durchbruch gelang, zückt der Saal auf Geheiss des Sängers die elektrischen Kerzen, die an den Sitzen befestigt sind und schwingt sie freudig mit, sodass man sich an einem Kindergeburtstag wähnt. Auch «You and Me (In My Pocket)», das schon fast als Plagiat eines Paul Simon-Stücks durchgeht, wird mit grosser Freude beklatscht. 

Wie die Intimität im Musical Theater herausragend genutzt werden kann, führt er schliesslich im Zugablock vor. Er stellt sich mitten ins Publikum und singt akustisch, was berührt und ihn so nahbar macht, dass es offenbar kaum wen stört, dass darunter Bruce Springsteens starker Song «The Promise» völlig weichgespült dargeboten wird.

Unfreiwillige Komik

Just nachdem sich Milow verabschiedet hat, erscheint Festivalpräsident Matthias Müller auf den Leinwänden und erwähnt «Moritz Suter und seine 42 Verrückte». Irritiert fragt man sich «Aber hello?», ehe man realisiert, dass es sich hier lediglich um eine Videoeinspielung einer Aufzeichnung handelt. Ein unfreiwillig komischer Moment, angesichts der unglücklichen Rolle, die Suter in den letzten Monaten gespielt hat. Vor einem Jahr noch wurde er in der Stadt gefeiert: Damals etwa für seine Arbeit im Vorstand des Gönnervereins der AVO Session, der den Auftritt von Paul Anka ermöglicht hatte.

So wie Paul Anka lädt auch heuer eine erfolgsverwöhnte Stimme des amerikanischen Musikgeschichte zur grossen Revue: Dionne Warwick. Die 71-Jährige blickt zurück auf 50 Jahre Showbusiness und bringt die geballte Erfahrung einer grossen Entertainerin auf die Bühne. Das verdeutlicht sie gleich zu Beginn, als der Techniker vergisst, ihren Gesangskanal aufzudrehen. Gekonnt winkt sie ihre vierköpfige Band ab, wiederholt ihre Begrüssungsrede, als wir sie Front of House endlich hören können und setzt schliesslich zu «Walk on By» an, eines der vielen Lieder aus der Feder von Songwriter Burt Bacharach, mit denen die US-Amerikanerin die Billboard-Charts erobert und zahlreiche Cocktail-Partys untermalt hat.

Harziger Start der grossen Entertainerin

So herrlich zärtlich dieses Lied auch ist, so divenhaft Warwick in ihrer Erscheinung wirkt und ganz nonchalant die Fotografen wegscheucht, weil diese in ihren Augen im Weg stehen: Es ist auch nach dem technischen Fauxpas kein Start nach Mass. Ihr Gesang kratzt und reibt zunächst, im zweiten Lied «Anyone who had a Heart» lässt sie die Intonation und Artikulation schleifen, sodass man sich fragt, ob ihre Stimme nach 50 Jahren ernsthaft gelitten hat. Und ob Warwick – so wie ihre Cousine Whitney Houston zuletzt – nicht mehr ihre Gesangsqualitäten abrufen kann.

Stilsicherer Auftritt, aber synthetische Bläser 

Zum Glück widerlegt sie die Befürchtungen. Warwicks Gesang wird immer kräftiger, wärmer und stilsicherer. Lässig setzt sie sich mal auf einen Barhocker und lehnt sich an den Flügel oder schreitet dem Bühnenrand entlang und singt sich durch Easy-Listening-Nummern, die zu den besten dieses Fingerschnipp-Genres gehören. Zwischen den vielen Bacharach/David-Kompositionen erinnert sie an ihre Jahre in Brasilien, einem «magischen und spirituellen Ort», wie sie sagt und mit ihren Randbemerkungen den Humor und die Souveränität einer grossen Entertainerin auf die Bühne bringt. «When you hear brasilian music, you are compelled to move … something», sagt sie verschmitzt. Und stimmt daraufhin Bossa-Nova und Samba-Nummern an, in denen ihre vier Musiker aufdrehen, zur Freude der Frontfrau, die ihnen in Solopassagen ein Lächeln schenkt. Es ist herrlich, dieser Band zuzuhören, die ungemein souverän aufspielt, den Easy-Listening so leichtfüssig auf den Punkt bringt, was eine nicht zu unterschätzende Kunst ist – und die Melodien mal in Watte packt oder mit einem treibenden Samba-Rhythmus anfeuert. 

Was man aber bedauern darf: Dass eine Diva wie Dionne Warwick, deren grosse Erfolge im Pre-Sampling-Zeitalter liegt, sich in der Besetzung so kleinlich gibt: Das zarte Flügelhorn in «Walk On By», das Querflötensolo in «Do You Know The Way To San José», die Posaunen in «What The World Needs Now Is Love» oder die Mundharmonika in «That’s What Friends Are For» – alles synthetisch, vom Keyboarder gespielt. Dass diese Grande Dame auf einen echten Bläsersatz verzichtet – Paul Anka etwa liess sich 2011 nicht lumpen – ist enttäuschend und geizig. Damit wird sie ihrer Klasse nicht gerecht.

Dagegen sind wir froh, dass sie auf eine grosse, pathetische Andacht verzichtet. Warwick hätte das Konzert zur Abdankungsfeier gestalten können, wurden in diesem Jahr doch ihre Verwandte Whitney Houston wie auch ihr langjähriger Textschreiber Hal David zu Grabe getragen. Sie verzichtet darauf gänzlich, ist offensichtlich nicht gekommen, um die Verluste in ihrem Umfeld zu betrauern, sondern um ihre Karriere – und damit sich selbst – zu feiern. Dazu gehört auch, dass die Veranstalter ihr die AVO-eigene Auszeichnung für ihr Lebenswerk  überreichen – dies eigenartigerweise mitten in einem Lied.

Feierlich-familiärer Rahmen

Warwick verzichtet nicht nur auf Bläser, sondern auch auf Backing-Chöre. Immerhin bringt sie gegen Ende ihres Sets einen Gast auf die Bühne: Ihren ältesten Sohn, David Elliot, mit dem sie im Duett «I Say A Little Prayer» anstimmt. Es ist eine brillante Version, über dem federnden Halftime-Groove singt Warwick die Strophe des Klassikers weitaus weniger gradlinig als dies etwa Aretha Franklin oder Dusty Springfield taten. Und der gesangliche Dialog mit ihrem Sohn ist herrlich anzuhören. Dieser darf im Anschluss solo «Besame Mucho» anstimmen und man hört, dass er nur bedingt der Schule seiner Mutter entsprungen ist: Diese hat ein Soultimbre, aber lässt sich nicht zu übermässigen Schlenkern hinreissen und setzt ihr Vibrato gezielt dezidiert ein. Er hingegen orientiert sich am modernen, manierierteren R&B (think R. Kelly!), forciert das Pathos leicht.

Als ihn Mutter nach seiner Soloperformance lobt, sagt er «Thanx Mama» und fügt hinzu: «I’m 43 and I feel like 10». Was allen ein grosses Lachen entlockt und eine feierliche, familiäre Stimmung erzeugt, die sich auch durch das letzte Lied zieht: «That’s What Friends Are For» bildet den gelungenen Abschluss dieses leichtfüssigen Auftakts der AVO Session 2012.

Bisher wurden keine Kommentare zu diesem Artikel von der Redaktion hervorgehoben.

  1. Objektiv oder nicht - das ist hier die Frage

    von Just4ustoday um 27.10.2012 um 21:52Uhr

    Lieber Marc Krebs

    Gerne habe ich diesen deinigen Bericht über das gestrige Milow Konzert an der AVO-Session gelesen. Kann es sein, dass du diesen Sänger und Liederschreiber aus dem belgischen Königreich nicht wirklich magst - und das schon vor dem Konzert?

    Mein lieber Freund - der Mann ist doch kein "Three-Hit-Wonder". Oder warst du die letzten drei Jahre von der Aussenwelt abgeschnitten? Ich könnte dir jetzt verraten, viele Alben Milow hier bei uns im Lande verkauft und was für Auszeichnungen er dafür erhalten hat. Aber ich lass dich mal lieber selber recherchieren (das ist übrigens etwas, was man unbedingt tun sollte bevor - doch, wirklich! - man einen Artikel schreibt und nicht erst nachträglich) denn schliesslich ist dies ein wesentlicher und unverzichtbarer Teil deiner Arbeit.

    Deine Kommentare zu den Liedern lassen mich vermuten, dass du kein Englisch kannst, denn beispielsweise 'Move To Town' verträgt schlicht keinen "feurigen Irish Folk". Geschrieben hat er diesen Song übrigens mit dem Duo Martin & James, bei welchen es sich um talentierte Musiker aus Schottland (vielleicht ist darum zu wenig Irland drin?).

    Es tut mir leid - und das meine ich von Herzen aufrichtig - dass dir dieses Konzert nicht zugesagt hat, dich im Gegenteil eher angewidert zu haben scheint. Vielleicht kannst du bei deinem Chef/deiner Chefin Schmerzensgeld einfordern?

    Schade hast du die talentierten Musiker nicht erwähnt, welche mit Milow auf der Bühne waren. Ich muss noch einmal nachfragen, denn wenn du diese Songs "simple Lumpenlieder" nennst, rollen sich mir die Zehennägel hoch ... bist du der Englischen Sprache mächtig? Oder hast du dich einfach an den Melodien orientiert?

    Ich finde diesen Verriss unnötig und auch etwas unfair. Musik ist natürlich Geschmackssache - aber das hier. *kopfschüttel*

    Trotzdem oder gerade deshalb wünsche ich dir viel Spass bei künftigen Konzerten, über die du dann wieder so herzerfrischend berichten kannst.

    Freundlich:

    Chantale

    PS: Ich war ja gestern gar nicht da, aber ich verwette meinen linken kleinen Zeh darauf, dass der "weichgespülte" (Tipp: Beim nächsten musikalischen Event nicht die Ohrpfropfen zu weit in den Gehörgang stopfen! Sonst entgehen dir wieder wichtige Momente wie die kraftvollen Soloparts in diesem Lied der Sängerin Nina Babet und des Musikers Tom Vanstiphout. Klar klingt dann alles "weichgespült".) Springsteen Song 'No Surrender' hiess und nicht 'The Promise'. Sollte ich damit falsch liegen, schicke ich den Zeh selbstverständlich eingeschrieben mittels Kurier an eure Redaktion.
    Direktlink zum Kommentar

  2. TagesWoche Redaktion

    Ihre Fragen

    von Marc Krebs um 27.10.2012 um 23:33Uhr

    Sehr geehrte Frau Williner

    Danke für Ihren Kommentar, der Ihnen offenbar auf dem Herzen lag, obschon Sie am von mir rezensierten Konzert gestern gar nicht anwesend waren. Vermutlich sind sie ein grosser Fan von Milow. Und das respektiere ich ebenso wie die Erfolge von Milow (aber glauben Sie mir, es waren nur drei Hits in unserer Singles-Hitparade. Hits stehen bei uns für Songs in den Top-10. Mehr hat Milow nicht. Ein bisschen Recherche-Eigenschaften habe ich mir angeeignet. Aber vielleicht war ich von Ihrer Aussenwelt abgeschnitten, das kann natürlich sein, ich weiss nicht, wo Sie leben.)

    Ich möchte nicht auf alle Punkte eingehen, da Sie ganz offensichtlich gar keine kritischen Äusserungen bzgl. Milow akzeptieren (sonst wären Sie zurückhaltender sich zu einem Konzertauftritt zu äussern, dem Sie gar nicht beiwohnten). Nur einige Erklärungen: 1. Ich war positiv überrascht von Milow. Ich hätte nicht gedacht, dass er mich über mehrere Lieder bei Laune halten könnte. Ich mag ihn auch, ich schreibe ja wie sympathisch er war und dass er das Publikum im Sack hatte. Offenbar genügt Ihnen das nicht. Henusodenn.
    2. Seine Band ist sehr solid (aber nicht brillant, die Sängerin etwa völlig austauschbar, der Gitarrist hingegen vielseitig und bester Instrumentalist auf der Bühne). Tut mir leid, dass ich vergass, das so klar zu formulieren. Habe ich hiermit nachgeholt.
    3. Ich versuche meine Kritikpunkte darzulegen, auf dass sie nachvollziehbar sind, bin aber der letzte, der behaupten würde, meine Kritiken hätten Anspruch auf Objektivität. Ich bin doch keine Sache, kein Objekt. Wie kann man Kunst nicht subjektiv beurteilen? Erklären Sie mir das bitte.
    4. Hören Sie sich «Move To Town» in der AVO-Version an, und Sie verstehen, warum ich die Annäherung an den irisch-keltischen Folk meine (darum geht es mir, und nicht darum, ob Milow das Lied mit zwei Musikern namens Martin & James geschrieben hat). So oder so hat mich der Song nicht mitreissen können. Nun können Sie zu meiner Kritik in Ihrem Jargon *kopschüttel* sagen. Das ist doch völlig okay. Wie gesagt: Eine Kritik ist gezwungenermassen subjektiv.
    5. Wie traurig wäre es denn, wenn alle gleicher Meinung wären. Und für genau das ist diese Kommentarfunktion hier auch gedacht. Aber beim nächsten Mal wäre es spannender, sich über ein Konzert auszutauschen, an dem Sie auch anwesend waren. Abschliessend möchte ich aber sagen, dass Sie ein wunderbarer Fan sind, der sich für sein Idol starkmacht. Und dass Sie mit Herzblut Ihre ebenso subjektive Meinung als Fan vertreten. Dazu sage ich: Chapeau.

    PS: Womöglich liege ich bei der konkreten Benamsung des Springsteen-Songs falsch. Ich kenne das Original und Milows Version war – und das ist einmal mehr mein Eindruck – weichgespülter, vielleicht habe ich mich aber in der Betitelung vertan. So oder so: Behalten Sie Ihren Zeh doch bitte bei Ihnen. Es ist zwar das unkonventionellste Angebot, das mir je unterkam – aber Zehen in der Briefpost lehne ich grundsätzlich ab. Schicken Sie mir doch stattdessen das neue Springsteen-Album. Das habe ich im Unterschied zu jenem von Milow noch nicht erhalten. Mit herzlichen Grüssen, Marc Krebs
    Direktlink zum Kommentar

  3. Danke

    von Just4ustoday um 28.10.2012 um 02:17Uhr

    für den Austausch - Das gewünschte Album ist unterwegs.
    Direktlink zum Kommentar

  4. Fremdschämen?

    von Wunderleo um 29.10.2012 um 16:08Uhr

    Nun gut, dass Dionne Warwick nicht mehr auf der Höhe ihrer Zeit ist und offensichtlich unter Einfluss von Substanzen und/oder Alkohol tapfer versuchte, ihren Auftritt zu stemmen, begleitet von einer unwürdigen Kombo in Pinguin-Optik, die brav und blass die großartigen Melodien herunter-dudelte, wie auf einem drittklassigen Kreuzfahrtschiff, das mag man der Grande Dame wirklich verzeihen. Ihr Management hat offenbar kläglich versagt. Auch den äußerst bemühten Versuch, ihrem 43jährigen Sohn eine Plattform zu bieten, schien neben dem mehrfachen Anpreisen ihrer „neuen“ CD (The VERY Best of ....), etwas verzweifelt und hat mich erstaunt. Hat sie das wirklich nötig?

    Das Publikum applaudierte höflich, peinlich berührt und teilweise erstarrt: Man liebt sie doch, diese wunderbare Sängerin und doch war der Auftritt, mit ganz viel Wohlwollen, nur ansatzweise erträglich. Die bröckelnde Stimme verriet, dass sie sich nicht einmal aufgewärmt hatte vor dem Auftritt. Der Gesang eine Aneinanderreihung von Fragmenten, absolut lustlos vorgetragen. Leider.

    Man mag es ihr verzeihen, die Kunst erträgt auch Ausrutscher, schlechte Tage, Krisen und ein Glas zu viel – und ich habe absoluten Respekt vor ihrem Alter und ihrem Lebenswerk. – Ich wollte Dionne Warwick sehen, habe mich unglaublich darauf gefreut und ich bin dankbar, dass es diese Gelegenheit gab, sie auf der Bühne zu erleben.

    Unverzeihlich hingegen ist der Auftritt des Gastgebers, Matthias Müller. Eine Abfolge von uncharmanten Peinlichkeiten, unsensibel, selbstgefällig, geschwätzig, lehrerhaft - unfassbar.

    Wie kommen die Veranstalter der AVO Session dazu, eine Künstlerin von diesem Kaliber mitten in ihrem Auftritt zu unterbrechen, um mit versteinerter Miene und betonierter Frisur (Beatrice Stirnimann) eine hochgradig peinliche Laudatio zu halten. Große Irritation, konsterniertes Gemurmel im Publikum: Wird das Konzert abgebrochen? Was passiert da? – Welche grandiose Fehleinschätzung und welche phänomenale Selbstüberschätzung der AVO.

    Nein, das hat Dionne Warwick wirklich nicht verdient. Ein Blumenstrauss, überreicht in einer raschelnden Stanniol-Folie mit Perlmutt-Effekt (vielleicht von einer Schiessbude, direkt von der Herbstmesse?), diese schäbige Trophäe für ihr Lebenswerk (eine hochgeklappte CD mit Gravur....?).

    Auch nicht das Publikum, das viel Geld für die Karten bezahlt - noch die Sponsoren, haben so etwas verdient.

    Fremdschämen, 100%!



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Informationen zum Artikel

27.10.2012, 17:13 Uhr

Leichtfüssiger Auftakt im Zeichen des Easy Listening

Text

Text:

  • 10.05.2013 um 11:35
    Wir Heuchler!

    Immer wenn bekannt wird, dass ein Geschäft wie der Buchladen Nasobem zumacht, sterben wir einen kleinen Tod. Und merken dann, wie inkonsequent unser Leben geworden ist.

  • 07.05.2013 um 12:26
    Im August lockt das Open Air Basel

    Neuer Name, neue Struktur: Aus dem Gratisfestival Viva Con Agua Kaserne Basel wird das Open Air Basel. Dieses wird von einem Verein getragen und kostet neu Eintritt.

  • 02.05.2013 um 15:15
    Das Theater Roxy steht vor Veränderungen

    Sven Heier tritt im Herbst die Nachfolge von Christoph Meury in Birsfelden an. Dafür hat der Hannoveraner ein neues Team verpflichtet.

  • 10.05.2013 um 17:23
    Wir und ihr
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    Liebe Leser, die ihr euch an unserem «Wir» aufreibt. Hätten wir mit dem Finger auf andere zeigen sollen? Das wäre allzu selbstgerecht. Wir sind in diesem Fall Philipp Loser und ich und – ganz offensichtlich anhand vieler Reaktionen auf allen Kanälen – ...

  • 10.05.2013 um 12:56
    Was das Atlantis…
    Zum Artikel: Wir Heuchler!

    … betrifft, so erfolgte der Kurswechsel damals nach einem Besitzerwechsel. Der Livebetrieb rentierte einfach nicht mehr. Alle bedauerten, dass es keine Konzerte mehr gab. Aber es ging doch auch kaum noch wer hin. Grund für den Publikumsschwund war eine...

  • 10.05.2013 um 10:22
    Besten Dank…
    Zum Artikel: 7 Hollandse pop juweeltjes

    … für die Ergänzungen! Vader Abraham war ein Überflieger, aber ich wollte unsere holländischen Freunde nicht brüskieren und nur Trash auflisten. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich Mouth & McNeal nicht kannte (und auch noch nie gehör...

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