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TagesWoche

Tages Woche

Sa, 25.05.2013

USA 

30.10.2012, 03:57 Uhr

Sturm «Sandy» und seine schlimmen Folgen

30.10.2012, 03:57 Uhr

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern ist der Sturm «Sandy» über die Ostküste der USA und über Kanada hereingebrochen. Heftige Regenfälle und Überschwemmungen sorgten für Chaos, über 30 Menschen kamen ums Leben. Von sda

Der Versuch von Alltag: Lisa Kravchenko in der Nähe von New York trägt ihr Halloween-Kostüm.

Der Versuch von Alltag: Lisa Kravchenko in der Nähe von New York trägt ihr Halloween-Kostüm. (Bild: John Minchillo)

Bei Dayton: Zwei Teenager springen einer Welle davon.

Bei Dayton: Zwei Teenager springen einer Welle davon. (Bild: Robert F. Bukaty)

Sandy brachte heftige Regenfälle und Überschwemmungen mit sich: Die U-Bahn in New Jersey wurde am Montagmorgen (Ortszeit) geflutet.

Sandy brachte heftige Regenfälle und Überschwemmungen mit sich: Die U-Bahn in New Jersey wurde am Montagmorgen (Ortszeit) geflutet.

Die Bounty geht unter.

Die Bounty geht unter. (Bild: HANDOUT/Reuters )

Gerüstet für eine lange Zeit: Eine leer gekaufte Wal-Mart-Filiale in New York, nicht die einzige, wie die Medien berichten.

Gerüstet für eine lange Zeit: Eine leer gekaufte Wal-Mart-Filiale in New York, nicht die einzige, wie die Medien berichten. (Bild: LUCAS JACKSON)

Der heftige Wind peitschte das Wasser auf und überflutete an vielen Orten die Küste, hier im Bild aus Southampton, New York.

Der heftige Wind peitschte das Wasser auf und überflutete an vielen Orten die Küste, hier im Bild aus Southampton, New York. (Bild: LUCAS JACKSON)

Die Gelben im Blauen.

Die Gelben im Blauen. (Bild: Charles Sykes AP/Keystone)

Geflüchtet vom Sturm: Der leer gefegte Times Square.

Geflüchtet vom Sturm: Der leer gefegte Times Square. (Bild: CARLO ALLEGRI)

Der Ground Zero wurde zum Wasserfall.

Der Ground Zero wurde zum Wasserfall. (Bild: John Minchillo)

Rund 380'000 wurden alleine in New York evakuiert, hier bringt das Personal des New Yorker Tisch Hospital einen Patienten weg. Insgesamt waren es 200.

Rund 380'000 wurden alleine in New York evakuiert, hier bringt das Personal des New Yorker Tisch Hospital einen Patienten weg. Insgesamt waren es 200. (Bild: John Minchillo)

Ein Still aus einem Video: Es zeigt einen Transformer der explodiert. Grosse Teile von New York blieben ohne Strom nach dem Sturm Sandy.

Ein Still aus einem Video: Es zeigt einen Transformer der explodiert. Grosse Teile von New York blieben ohne Strom nach dem Sturm Sandy. (Bild: Dani Hart)

Die Todesopfer wurden aus New Jersey, New York, Maryland, North Carolina, West Virginia, Pennsylvania und Connecticut gemeldet. In Toronto wurde eine Frau von einem herabstürzenden Schild erschlagen.

Im New Yorker Stadtteil Queens wurde nach Angaben der Rettungskräfte ein 30-jähriger Mann von einem Baum erschlagen. Zwei weitere Menschen starben in New Jersey, als ihr Auto von einem Baum getroffen wurde, wie die Behörden mitteilten. In der Nähe von New York wurden zwei Kinder getötet, als ein grosser Ast das Dach durchschlug und die Kinder unter sich begrub.

In Manhattan sorgte das Unwetter für Hochwasser und Stromausfälle, Tunnel und Brücken wurden gesperrt. Der Sturm knickte einen Baukran an einem Wolkenkratzer nahe des Central Park um, der im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll. Polizisten sperrten die Strassen ab, während der Kran 90 Stockwerke über ihren Köpfen baumelte. Ein benachbartes Hotel musste evakuiert werden.

Millionen Menschen ohne Strom

Mindestens 6,2 Millionen Menschen waren in der Region ohne Strom. Allein im New Yorker Stadtteil Manhattan fiel in 250'000 Haushalten die Elektrizität aus.

Nach Angaben des Stromversorgers Consolidated Edison könnte es bis zu einer Woche dauern, bis alle Konsumenten wieder am Netz sind. Im New Yorker Universitätsspital Tisch mussten mehr als 200 Patienten in andere Kliniken verlegt werden, nachdem dort auch das Notstromaggregat ausgefallen war.

Das Zentrum des Sturms traf dem Nationalen Hurrikanzentrum zufolge gegen 20 Uhr (Ortszeit) nahe Atlantic City auf die Küste. Die Behörde hatte «Sandy» kurz vorher von einem Hurrikan zu einem Post-Tropensturm herabgestuft.

Nicht zuletzt wegen seines riesigen Ausmasses hat der Sturm aber nichts von seiner Gefährlichkeit für die 50 Millionen Menschen im Osten des Landes verloren. Seine Windgeschwindigkeiten erreichten noch immer bis zu 135 Kilometer pro Stunde.

Zu Hause bleiben

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg forderte die Menschen am späten Montagabend (Ortszeit) auf, auf keinen Fall auf die Strasse zu gehen. Dieselbe Warnung galt für Hunderttausende Menschen im betroffenen Gebiet. Der durch den Sturm betroffene Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina ist mehr als 1100 Kilometer lang.

Die Bundesbehörden in Washington sollten am Dienstag wegen des Unwetters den zweiten Tag in Folge geschlossen bleiben. Auch der Handel an der Wall Street in New York wurde erneut abgesagt.

Alarm in Atomkraftwerk

«Sandy» führte in New Jersey auch zu einem Alarm im ältesten Atomkraftwerk der USA. Wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels sei der Alarm im Kernkraftwerk Oyster Creek südlich von New York ausgelöst worden.

Das Kraftwerk sei zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC am späten Montagabend (Ortszeit) mit.

Schneefall erwartet

Auf seinem Weg vom Atlantik in Richtung Festland verschmolz "Sandy" mit einer Kaltfront, was den ehemaligen tropischen Hurrikan zu einem Megasturm werden liess. Meteorologen warnten daher nicht nur vor Starkwind und Regen an der Ostküste, sondern auch vor mehr als sechs Meter hohen Wellen am Ufer des Michigansees in Chicago und bis zu einem Meter Schnee in West Virginia.

Der öffentliche Nahverkehr kam im Nordosten der USA praktisch zu Erliegen, ausserdem wurden fast 15'000 Flüge gestrichen. Das auf Risikobewertungen spezialisierte Unternehmen Eqecat rechnete damit, dass 60 Millionen Menschen von dem Sturm betroffen sein dürften. Den zu erwartenden Schaden schätzte die Firma auf 20 Mrd. Dollar.

  1. Strom

    von Rolf Wilhelm am 30.10.2012 um 07:41Uhr

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich lesen muss, in welchen Situationen in den USA mal wieder der Strom ausgefallen ist.

    Sicher, dieser Sturm ist sicherlich keine normale Situation und auch kein normaler Sturm sondern schon mindestens eine Stufe darüber.

    Trotzdem spricht doch einiges dafür, Strom- und Kommunikationsleitungen zu verbuddeln und Transformatoren nicht an einem Holzmast aufzuhängen - Bilder, die man allzugut aus den USA kennt und die in der Form bei uns nicht vorstellbar sind. In diesem Punkt scheint man in diesem so hochtechnisierten Land einfach lernresistent zu sein.

    Zumindest ich kann mich an den letzten ungeplanten Stromausfall bei uns nicht bewusst erinnern. Ein durchschnittlicher US-Amerikaner wird diese nicht an einer Hand abzählen können. Und wenn man sich mal durch den Kopf gehen lässt, was heute alles vom Strom abhängig ist - die meisten von uns werden ohne Strom nicht einmal mehr den Notruf anrufen können, weil die Dect-Basisstation nicht funktioniert; das war mit Wählscheibentelefonen noch anders...
    Direktlink zum Kommentar

  1. Strom

    von Rolf Wilhelm um 30.10.2012 um 07:41Uhr

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich lesen muss, in welchen Situationen in den USA mal wieder der Strom ausgefallen ist.

    Sicher, dieser Sturm ist sicherlich keine normale Situation und auch kein normaler Sturm sondern schon mindestens eine Stufe darüber.

    Trotzdem spricht doch einiges dafür, Strom- und Kommunikationsleitungen zu verbuddeln und Transformatoren nicht an einem Holzmast aufzuhängen - Bilder, die man allzugut aus den USA kennt und die in der Form bei uns nicht vorstellbar sind. In diesem Punkt scheint man in diesem so hochtechnisierten Land einfach lernresistent zu sein.

    Zumindest ich kann mich an den letzten ungeplanten Stromausfall bei uns nicht bewusst erinnern. Ein durchschnittlicher US-Amerikaner wird diese nicht an einer Hand abzählen können. Und wenn man sich mal durch den Kopf gehen lässt, was heute alles vom Strom abhängig ist - die meisten von uns werden ohne Strom nicht einmal mehr den Notruf anrufen können, weil die Dect-Basisstation nicht funktioniert; das war mit Wählscheibentelefonen noch anders...
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30.10.2012, 03:57 Uhr

Sturm «Sandy» und seine schlimmen Folgen

Text

Text: sda

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